Internationaler Sanierungskongress ISC mit großer Beteiligung

Ideenaustausch für Bergbaufolgelandschaften / Bergbausanierer wollen Know-how vermarkten

Berlin. Zum Internationalen Bergbau- und Umweltsanierungskongress ISC vom 12. bis 14 September 2005 in Berlin treffen sich mehr als 240 Fachleute aus dem Bereich der Bergbau- und Umweltsanierung, um an dem ISC zu partizipieren und sich darüber auszutauschen, wie man ökologisch nachhaltige und ökonomisch chancenreiche neue Landschaften aufbauen und so den Menschen in vielen betroffenen Regionen eine optimistischere Zukunft eröffnen kann. Über einhundert Teilnehmer aus China, Vietnam und Russland sowie aus vielen europäischen Ländern nehmen am ISC teil. Neben den Praktikern der Braunkohlesanierung aus der Lausitz und Mitteldeutschland sind vor allem auch Ingenieure und Wissenschaftler aus den deutschen Uran- und Steinkohlesanierungsunternehmen sowie den Hochschulen und Forschungseinrichtungen vertreten. Der Kongress hat zum Ziel, die vielschichtigen Probleme der Umweltsanierung, die damit einhergehenden sozialpolitischen und finanziellen Herausforderungen sowie Lösungsansätze vorzustellen.Es ist noch nicht lange her, da haben wir den ersten schiffbaren Kanal, den Barbarakanal im Freistaat Sachsen – zwischen dem Geierswalder See und Partwitzer See – im August 2002 ankündigt und Ende 2003 fertiggestellt. Er ist nun als Kanal der Schutzpatronin der Bergleute in aller Munde. Danach begannen wir ab September 2004 unsere Gestaltungsarbeiten für die Kanäle, Brücken und Wehre für weitere drei Seenverbindungen: Noch in diesem Jahr werden wir hiermit die Seen Seedlitzer See, Geierswalder See und Neuwieser See miteinander schiffbar verbinden.

Es freut den Veranstalter LMBV, dass der deutsche Bundeskanzler, Gerhard Schröder, die Schirmherrschaft über den internationalen Bergbau- und Umweltsanierungskongress (ISC) übernommen hat und dass der Bundesminister für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen, Dr. Manfred Stolpe, den Kongress eröffnet. Die LMBV ist der Bundesregierung dafür dankbar, unterstreicht es doch, welches Gewicht das Bundeskabinett dem potenziellen Know-how-Transfer im Umwelt- und Sanierungsbereich zumisst. Neben Staatsminister Thomas Jurk vom Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft und Arbeit wird auch der Vorsitzende der IG Bergbau, Chemie, Energie, Hubertus Schmoldt ein Grußwort sprechen wird.

Vor rund 15 Jahren setzte in vielen Ländern der Welt ein tiefgehender wirtschaftlicher Umstrukturierungsprozess ein. Dabei wurden und werden wegen fehlender Wirtschaftlichkeit eine Vielzahl von Industriebetrieben, so auch Bergwerksbetriebe stillgelegt. Es erwuchs generell die Herausforderung, alte Industrieregionen neu zu gestalten und Millionen von Menschen in diesen meist monostrukturierten Regionen eine neue Zukunft aufzuzeigen. Diese Herausforderungen haben viele Facetten. Ökologisch steht vor allem die Sanierung und Wiedernutzbarmachung von industriell genutzten Flächen im Mittelpunkt. Auch die Behebung der massiven Eingriffe in den Wasserhaushalt sowie die Beseitigung der Kontaminationen von Boden und Wasser zählen hierzu. Ökonomisch geht es um die Revitalisierung dieser Regionen, denn mit der Stilllegung unrentabler Betriebe war auch der Verlust von vielen Arbeitsplätzen verbunden. Nach anderthalb Jahrzehnten ist nun die Zeit gekommen, Bilanz zu ziehen und die gewonnenen Erkenntnisse, die teilweise einzigartig sind, international zu verwerten.

Die Tagung wird auch deutlich machen, dass für die Sanierung der Umwelt im Osten Deutschlands in den letzten fünfzehn Jahren beachtliche Leistungen erbracht wurden. Hierbei konnten zahlreiche neue Erkenntnisse gewonnen werden; technisch, organisatorisch und sozioökonomisch. Dafür mussten und konnten im Osten Deutschlands glücklicherweise auch erhebliche Finanzmittel der öffentlichen Hand eingesetzt werden. Allein für den Bergbausektor waren dies bisher rund 13 Milliarden €. Es dient dem Geist einer internationalen Zusammenarbeit, nach fünfzehn Jahren nicht nur eine Bilanz dieser Arbeiten im Osten Deutschlands zu ziehen, sondern auch die gewonnenen Erkenntnisse offen zu legen und so einen internationalen Erfahrungsaustausch zu befruchten.

Im Rahmen von drei Grundsatzvorträgen wird am Montag auf dem ISC ein Überblick über den Umstrukturierungsprozess in Polen, Russland und Deutschland gegeben. Am 2. Kongresstag werden die technischen, finanziellen und organisatorischen Herausforderungen in der Umwelt-sanierung näher vorgestellt. Am Dienstag werden die Teilnehmer auch bei einer Tour durch die größte europäische Landschaftsbaustelle, dem LMBV-Sanierungsgebiet in der Lausitz, in das aus Mondlandschaften neu entstandene Lausitzer Seenland fahren. Dort werden die Sanierungs- und Flutungsprozesse vorgestellt und zum Abschluss am Abend auch ein Bergmannsbier am Besucherbergwerk F60 gereicht und Raum für Gespräche und praktischen Erfahrungsaustausch geschaffen.

Am Mittwoch, dem 14. September, steht zunächst das Schwerpunktthema „Landschaften nach dem Bergbau“ im Mittelpunkt. Hier geht es um den infrastrukturellen, wirtschaftlichen Neuauf-bau der Regionen auch mit Tourismuskonzepten und Landschaftskulturelementen. Abschließend sprechen Staatssekretär Adamowitsch, BMWA. sowie Vertreter der EU und EBRD zu Themen der internationalen Zusammenarbeit. Der Kongress findet seinen Abschluss mit einer Podiumsdiskussion unter der Moderation von Wolfgang Kenntemich, MDR, an der sich ausländische Gäste beteiligen.

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