Bundesminister besuchte Braunkohlefolgelandschaft in Senftenberg

Bundesminister Dr. Stolpe hat am 14.07.2005 die Braunkohlefolgelandschaft in der Lausitz besucht. Manfred Stolpe würdigte die enormen Sanierungsfortschritte. Bei der Braunkohlesanierung in der Lausitz handelt es sich um die größte Landschaftsbaustelle Europas. Rund 100.000 Hektar ehemaliges Bergbauareal - eine Fläche etwa so groß wie Berlin - sind inzwischen rekultiviert und an Mensch und Natur zurückgegeben worden. Rund 7,5 Milliarden Euro Bundes- und Ländermittel wurden bislang in dieses Projekt investiert. Flächeneigentümer, Projektträger und Auftraggeber der Sanierungsarbeiten ist die bundeseigene Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) mit derzeit 800 Ingenieuren, Immobilienwirten und Kaufleuten. Hinzu kommen noch mehr als 200 Auszubildende. „Damit leistet die LMBV bei der beruflichen Erstausbildung unserer Jugend einen wertvollen Beitrag“, so Stolpe.

In enger Zusammenarbeit mit dem Steuerungs- und Budgetausschuss für die Braunkohlesanierung, den zuständigen Bundes- und Landesministerien, Berg- und Umweltämtern sowie den Arbeitsagenturen ist es der LMBV gelungen, passgenaue Lösungen für die häufig komplexen Sanierungsherausforderungen zu finden.

Besonders beeindruckt zeigte sich der Minister von der entstehenden und mit Kanälen verbundenen Seenkette, die nach Abschluss der Flutungen etwa die Größe der Müritz haben wird. Beim Geierswalder See, dem Sedlitzer See und dem Partwitzer See, die alle auf ehemaligem Tagebaugelände entstanden, ist der Wasseranstieg bereits weit fortgeschritten. Mit der Flutung des Ilse-Sees (ehemaliger Tagebau Meuro) soll im Jahre 2006 begonnen werden. „Dadurch hat die Region ein gutes Potential als Tourismusregion“, so der Minister.

Dr. Kuyumcu, Vorsitzender der LMBV-Geschäftsführung, erläuterte beim Termin, dass die LMBV als Projektträger auch bei der Untergrundverdichtung der Ortsumfahrung Senftenberg (B 169), dem Errichten und Betreiben von Industrie- und Gewerbeparks auf ehemaligen Braunkohleflächen und dem Bau von Radwegen und Kanälen zwischen den Seen aktiv ist. Damit leisten der Bund und das Land Brandenburg über den Projektträger LMBV einen Beitrag zur Verbesserung der Wirtschaftschancen der Region. Bei der Rekultivierung des ehemaligen Braunkohletagebaus bekommen auch Arbeitslose eine neue Chance. In Zusammenarbeit mit den örtlichen Arbeitsagenturen werden Menschen ohne Arbeit gezielt für die Renaturierung des Gebiets angeworben. Zumeist handelt es sich hierbei um ehemalige Bergleute oder arbeitslose Baufacharbeiter. Auf diese Weise wurden bisher Mittel der Arbeitsverwaltung in Höhe von 800 Millionen Euro zur Finanzierung der Braunkohlesanierung eingeworben. Damit konnte ein Beitrag zur schnellen Sanierung der ehemaligen Tagebaue geleistet werden. Förderzusagen der Arbeitsagenturen liegen derzeit (Stand Mai 2005) für 1.673 Stellen vor, die grundsätzlich mit ehemals Arbeitslosen zu besetzen sind. Hierdurch wird ganz konkret Arbeit statt Arbeitslosigkeit finanziert.

Wiedergabe der Pressemitteilung des BM für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen vom 14. Juli 2005, Nr.: 247/2005

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