Bergbausanierer ehrten Heilige Barbara in Görlitz

Rekultivierung und Flutung gehen auch in 2005 kontinuierlich weiter

Berlin/ Görlitz. Bereits zum zehnten Mal begingen am Freitag (3.12.2004) 350 Lausitzer Bergleute aus dem Sanierungsbergbau mit Gästen aus Politik und Wirtschaft das Fest ihrer Schutzpatronin, der Heiligen Barbara. Veranstalter der Feier in Görlitz war das Unternehmen Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV), die die Sicherung und Rekultivierung der vormaligen Braunkohlentagebaue im Osten Deutschlands verantwortet. Die Ergebnisse der Braunkohlesanierung sind nach Einschätzung der LMBV inzwischen noch fühlbarer und sichtbarer geworden, und sie werden inzwischen von den Menschen in den Regionen gern zur Nutzung angenommen.

Im Rahmen des III. Verwaltungsabkommens hat die LMBV im Jahr 2004 für 49 größere Sanierungsprojekte in ihrer Verpflichtung als Projektträger insgesamt 333 Millionen Euro aufgewendet, davon flossen 93 Millionen Euro in das mitteldeutschen Revier und 237 Millionen Euro in das Lausitzer Revier. Hinzu kamen weitere Vorhaben zur Gefahrenabwehr beim Grundwasserwiederanstieg in Höhe von 30 Millionen Euro und Infrastrukturmaßnahmen im Auftrag der Braunkohleländer in Höhe von ca. 20 Millionen Euro. In Summe belaufen sich die Investitionen auf 383 Mio. Euro. Sie stellen eine lohnende Investition in die Zukunft der Regionen dar. „Die LMBV ist im zurückliegenden Jahr nicht nur ihren bergmännischen Pflichten nachkommen, sondern gestaltete mit der Braunkohlesanierung an vielen Stellen Mitteldeutschlands und der Lausitz eine sichere, attraktive Folgelandschaft, in der die junge Generation zu Hause bleiben und sich mit ihrer Heimat genau so verbunden fühlen kann, wie es die Alten tun.“

Insgesamt hat die LMBV bisher für die Braunkohlesanierung rd. 7,5 Milliarden Euro aufgewendet. Den Finanzbedarf für die noch zu erledigenden Arbeiten veranschlagte der Vorsitzende der Geschäftsführung der LMBV, Dr.-Ing. Mahmut Kuyumcu auf weitere rd. 1,7 Milliarden Euro. Er unterstrich, dass die Braunkohlesanierung stets sinnvoll und beschäftigungswirksam durchgeführt wurde. Im Jahr 2004 hat die durch die Sanierung erzeugte Gesamtbeschäftigung bei ca. 6.330 Arbeitsplätzen gelegen. 213 Jugendliche in 12 Berufsrichtungen erhielten 2004 eine Ausbildung durch die LMBV, davon 90 Lehrlinge Im mitteldeutschen Raum. Zurzeit führt die LMBV Sondierungsgespräche zur Weiterführung der Erstausbildung für die Jahre 2005 ff, um der unausgeglichenen Ausbildungsplatzsituation in Ostdeutschland weiter entgegen zu wirken.

Am 18. Februar wurde unter Mitwirkung der sächsischen Staatssekretärin Andrea Fischer die Flutungsanlage Berzdorf an der Neiße in Betrieb genommen. Vor kurzem hat die Anlage ihre maximale Durchleitkapazität von 10 Kubikmeter pro Sekunde unter Beweis gestellt. Die Flutung des Berzdorfer Sees macht seitdem Fortschritte, die Wasserfläche ist schon von über 200 Hektar groß. Die Böschungssicherung mit Massen im Gesamtumfang von über 100 Millionen Kubikmeter im Bereich des Tagebaus Berzdorf erfährt Ende diesen Monats nunmehr ihren Abschluss. In der sächsischen Lausitz erfolgen zukünftig als bergmännische Sicherungsmaßnahme im Wesentlichen Arbeiten zur Böschungsverdichtung in Bluno Ost.

Die Bauarbeiten zur Neißewasserüberleitung vom Steinbach bis zu den brandenburgischen Seen auf einer Wasserstraße von rund 70 Kilometer sind 2004 planmäßig weiter gegangen. Auch nach Berücksichtigung genehmigungsrechtlicher Besonderheiten wird die Anlage noch in der ersten Hälfte des nächsten Jahres technisch betriebsbereit sein. Am 14. September setzten Minister Birthler, Brandenburg, und Staatssekretärin Fischer, Freistaat Sachsen, den ersten Spatenstich für den Bau zweier weiterer schiffbarer Verbindungen im Lausitzer Seenland, und zwar zwischen dem Sedlitzer und Geierswalder See und dem Sedlitzer und Partwitzer See. Damit wurden bereits vier der insgesamt elf denkbaren schiffbaren Verbindungen hergestellt. So kann auch die Vision der Lausitzer von einer eigenen Seenplatte Jahr für Jahr mehr Gestalt annehmen und das „Lausitzer Seenland“ zwischen den Metropolen Berlin und Dresden eine überregionale Ausstrahlung erhalten.

Beispielhaft wurden am ehemaligen Veredlungsstandort Espenhain die Sanierungsarbeiten im Zusammenhang mit der Entwicklung des künftigen Gewerbestandortes Espenhain planmäßig weitergeführt. Mit dem 1. Spatenstich am 01. September 2004 erfolgte der Baubeginn für den Informationspavillon Zwenkau. Der Pavillon wird nach seiner Fertigstellung im nächsten Jahr Ausstellungszentrum, Begegnungsstätte und zugleich Ausgangspunkt für die touristische Entwicklung am künftigen Zwenkauer See sein.

Im Bereich des Verbindungsdammes zwischen den beiden Restlöchern Störmthal und Markkleeberg wurde der Verbindungskanal zwischen den künftigen Seen hergestellt. Für die weitere Erschließung des Gebietes wird im Jahr 2005 begonnen, eine Brücke über diesen Kanal zu errichten. Damit werden die Voraussetzung geschaffen, um diese Gewässerverbindung später touristisch nutzen zu können. Der Freistaat Sachsen wird die entsprechenden Mittel dazu bereitstellen. Erwähnenswert ist auch die gute Zusammenarbeit zwischen dem Bund, den Ländern und der LMBV, die sich bei der Umsetzung des Lober-Leine-Kanal-Projektes zeigt. Dank aller Partner kann damit das durch das Hochwasser total zerstörte Bett des Kanals von der Mulde bis in das Baufeld Rösa auf einer Länge von 2,3 km wieder hergestellt werden.

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