Statement von Dr.-Ing. Mahmut Kuyumcu zum 1. Spatenstich für die Überleiter vom Sedlitzer zum Geierswalder See und vom Sedlitzer zum Partwitzer See am 14.09.2004

Es gilt das gesprochene Wort.

Sehr geehrter Herr Minister Birthler,
sehr geehrte Frau Staatssekretärin Fischer,
sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete des Bundestages und der Landtage,
sehr geehrte Damen und Herren Landräte und Bürgermeister,
sehr geehrte Vertreter der Berg- und Wasserbehörden, des Steuerungs- und Budgetausschusses sowie seiner Geschäftsstelle,
liebe Mitarbeiter der LMBV, werte Gäste,

am 9. Dezember des letzten Jahres haben wir den Barbarakanal, die erste schiffbare Verbindung im Lausitzer Seenland eingeweiht. Obwohl der Barbarakanal erst in einigen Jahren für den Schiffsverkehr genutzt werden kann, nämlich wenn die Wasserstände der Seen ausgeglichen sind, lockt er mit seinem Brücken- und Wehrbauwerk seither immer mehr Menschen an. Er hat schon eine touristische Anziehungskraft entfaltet.

Ebenso am 9. Dezember des letzten Jahres haben wir den Startschuss zur Realisierung der zweiten schiffbaren Verbindung gegeben. Sie, sehr geehrte Frau Staatssekretärin, haben hierzu mit einer Baumsäge selbst Hand angelegt. Die Bauarbeiten laufen planmäßig und sollen 2006 abgeschlossen werden.

Und heute wollen wir mit einem Spatenstich gleich zwei weitere schiffbare Verbindungen auf den Weg bringen. Mit diesen somit bisher vier schiffbaren Verbindungen werden wir dann vier der insgesamt neun Seen im Lausitzer Seenland, nämlich die Seen Sedlitz, Partwitz, Geierswalde und Neuwieser zu einem länderübergreifenden Gewässerverbund mit einer Gesamtwasserfläche von 3.500 Hektar entwickeln. Mit weiteren Verbindungen soll dann schließlich eine rund 5.500 Hektar (ohne Senftenberger See; mit 7.000) zusammenhängende Wasserfläche entstehen.

Aus der flutungstechnischen Notwendigkeit von hydraulischen Verbindungen zwischen den Seen zur Steuerung der Wasserstände und -qualitäten haben der Freistaat Sachsen und das Land Brandenburg die Tugend gemacht, diese Bauwerke der LMBV gleich zu Beginn zu schiffbaren Verbindungen ausbauen zu lassen.

Eine vor circa fünf Jahren getroffene wichtige und richtungsweisende Entscheidung. Die Länder übernehmen dabei die für den Ausbau erforderlichen Mehrkosten. So tragen die Länder zum Beispiel rund ein Drittel der insgesamt etwa vier Millionen Euro Baukosten für die heutigen zwei Verbindungen.

Der heutige Spatenstich ist ein deutliches Zeichen für die Kontinuität, mit der der Bund über die Grundsanierung und das Land Brandenburg und der Freistaat Sachsen über Paragraph 4-Mittel den Ausbau des Lausitzer Seenlandes voranbringen.

Der Kanal zwischen dem Sedlitzer und dem Geierswalder See, an dessen künftigem Ufer wir stehen, wird eine Länge von 1.250 m und eine Durchflusskapazität von 3 m³/s haben. Der zweite Überleiter, dessen Baubeginn wir heute an dieser Stelle symbolisch mit starten, zwischen dem Sedlitzer und dem Partwitzer See, wird 440 m lang werden und eine Kapazität von 5 m³/s haben.

Beide Kanäle werden mit Brücken überspannt, die die Zugänglichkeit zur Bewirtschaftung und für Rettungskräfte wie die Feuerwehr gewährleisten. Die Brücken und Wehre werden baugleich mit denen des Barbarakanals ausgeführt. Jede Brücke wird eine Gesamtlänge von 29,70 m haben.

Die lichte Höhe von 3,35 m bei einem Höchststau von 101,25 m NN gewährleistet, ebenso wie die lichte Weite von sechs Meter, die Durchfahrt für Fahrgastschiffe. Bei einer Breite von 3,50 m zwischen den Borden können auch größere Fahrzeuge die Brücke überqueren.

Die Bauarbeiten werden Mitte des nächsten Jahres abgeschlossen sein. Da die Wasserstände zwischen dem Geierswalder und Sedlitzer See um rund zehn Meter und zwischen dem Partwitzer und Sedlitzer See um ca. sechs Meter auseinander liegen, werden auch, wie vom Barbarakanal bekannt, zunächst Rohrleitungen den Transport des Flutungswassers übernehmen.

Der Durchfluss wird jeweils durch die Wehre geregelt. Wenn die Seen das Niveau der Kanalsohle, also 97,5 m NN erreicht haben, können die Rohrleitungen zurückgebaut werden. (Der Zeitpunkt der touristischen Nutzung ist natürlich abhängig vom Erreichen des Endwasserstandes. Nach unseren heutigen Erkenntnissen wird dieser sich im Partwitzer See etwa 2010 und im Sedlitzer See um 2015 einstellen.)

Meine Damen und Herren,

der heutige Spatenstich stellt einen wichtigen Meilenstein zur Schaffung von soliden Rahmenbedingungen für eine ökologisch nachhaltige und ökonomisch chancenreiche Lausitz. Das Lausitzer Seenland nimmt weiter Gestalt an und die Zukunftspotenziale werden immer sichtbarer. Mit diesem Meilenstein nähern wir uns ein Stück mehr zu unserer Vision, dass das Lausitzer Seenland zwischen den Metropolen Berlin und Dresden eine überregionale Ausstrahlungskraft erhält.

Unsere Seen werden einer nach dem anderen fertiggestellt. Den Fortschritt und die Fertigstellungstermine kann auf unseren Internetseiten laufend aktuell verfolgt werden. Immer mehr in den Mittelpunkt rückt die Nachnutzung unserer Bergbaufolgelandschaften, besonders durch private Investitionen. Hier sind vor allem die Kommunen mit ihrer Planungshoheit und die Länder mit ihrer Strukturpolitik gefordert.

Bezüglich der Zukunft der Seen ist die LMBV sowohl mit dem Freistaat Sachsen als auch mit dem Land Brandenburg im Gespräch. Ich hoffe, dass wir aus diesen Gesprächen alsbald klare Handlungsweisen zur raschest möglichen Verwertung unserer Seen ableiten können. Denn nur dann kann die ökonomische Revitalisierung richtig starten.

In der Bergbausanierung haben wir den größten Teil der Wegstrecke hinter uns, wir befinden uns am Anfang der letzten Stadionrunde. Man kann das Ziel schon sehen, aber es ist noch ein gutes Stück Weg bis dahin.

Ich bin mir sicher, dass wir gemeinsam mit Ihnen, den Verantwortlichen von Bund, Ländern und Kommunen die Kontinuität, die der heutige Tag symbolisiert, beibehalten, zum Wohle der Region, zum Nutzen der hier lebenden Menschen und allen künftigen Besuchern der Lausitz.

Glückauf!

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