Neue Kanäle: Seenlandausbau in der Lausitz geht zügig weiter

Symbolischer Start für Bau weiterer schiffbarer Verbindungen vollzogen

Senftenberg: Der Brandenburger Minister für Landwirtschaft, Umweltschutz und Raumordnung, Wolfgang Birthler und Staatssekretärin Andrea Fischer vom Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft und Arbeit haben gemeinsam mit dem Chef der LMBV, Dr. Mahmut Kuyumcu, am 14.09.2004 um 17:20 Uhr den ersten symbolischen ersten Spatenstich für den Bau zweier weiterer schiffbarer Verbindungen im Lausitzer Seenland vollzogen. Der Spatenstich fand an der Baugrube für ein künftiges Wehr- und Brückenbauwerk unweit der Ortslage Kleinkoschen statt.

Dr. Mahmut Kuyumcu betonte anlässlich des Spatenstiches: „Aus der flutungstechnischen Notwendigkeit von hydraulischen Verbindungen zwischen den Seen zur Steuerung der Wasserstände und -qualitäten haben der Freistaat Sachsen und das Land Brandenburg die Tugend gemacht, diese Bauwerke der LMBV gleich zu Beginn zu schiffbaren Verbindungen ausbauen zu lassen. Eine vor circa fünf Jahren getroffene wichtige und richtungsweisende Entscheidung. Die Länder übernehmen dabei die für den Ausbau erforderlichen Mehrkosten.“

Nachdem Ende vergangenen Jahres bereits die erste schiffbare Verbindung zwischen dem Geierswalder (Restloch Koschen) und dem Partwitzer See (Restloch Skado) fertiggestellt wurde, beginnen damit die Arbeiten für die Kanäle, Brücken und Wehre zwischen dem Sedlitzer und Geierswalder See sowie zwischen dem Sedlitzer und Partwitzer See. Der Freistaat Sachsen und das Land Brandenburg haben sich frühzeitig verständigt, die flutungstechnischen notwendigen Bauwerke der LMBV in einem Zug zu schiffbaren Verbindungen ausbauen zu lassen.

Minister Birthler verwies auf die länderübergreifende Bedeutung dieser Verbindungen für die Erhöhung der Attraktivität des Seenlandes: „Die Entwicklung des zukünftigen Lausitzer Seenlandes in ein für Europa einmaliges Landschafts- und Erholungsgebiet lassen sich nur durch eine enge und kontinuierliche Zusammenarbeit zwischen dem Land Brandenburg und dem Freistaat Sachsen bewältigen. Der Wassertourismus in Brandenburg entwickelt sich zunehmend positiv. Das Lausitzer Seenland mit seinen besonderen Möglichkeiten für einen intensiven Wassersporttourismus wird dazu in absehbarer Zukunft seinen Beitrag leisten.“ Staatssekretärin Fischer betonte: „Beide Landesregierungen haben sich zur Schiffbarmachung der Lausitzer Seenkette bekannt. Der heutige Spatenstich ist ein weiterer Meilenstein auf diesem Weg. Damit zeigen beide Länder, dass sie die regionale Entwicklung in der Lausitz auch weiterhin unterstützen werden.“

Die beiden neuen Verbindungen werden zeitgleich gebaut. Ihre Fertigstellung ist für Mitte 2005 geplant. Die Brücke und die Wehre werden baugleich zum schon fertiggestelltem Barbarakanal (Überleiter zwischen dem Geierswalder und Partwitzer See) errichtet. Die Kosten betragen je Überleiter rund 2 Mio. €. Rund ein Drittel davon entfällt auf die Mittel aus § 4 des Verwaltungsabkommens zur Bergbausanierung zur Schiffbarkeit der Verbindungen.

Dr. Mahmut Kuyumcu, Chef der LMBV, betonte, dass hinsichtlich der Zukunft der Seen die LMBV sowohl mit dem Freistaat Sachsen als auch mit dem Land Brandenburg im Gespräch ist: „ Ich hoffe, dass wir aus diesen Gesprächen alsbald klare Handlungsweisen zur raschest möglichen Verwertung unserer Seen ableiten können. Denn nur dann kann die ökonomische Revitalisierung richtig starten.“

Pressesprecher Uwe Steinhuber unterstreicht, „dass der heutige Spatenstich einen weiteren Meilenstein zur Schaffung von soliden Rahmenbedingungen für eine ökologisch nachhaltige und ökonomisch chancenreiche Lausitz darstellt. Das Lausitzer Seenland kann damit weiter Gestalt annehmen und die Zukunftspotenziale immer sichtbarer machen. Damit nährt sich die Lausitz ein Stück mehr der Vision an, dem Lausitzer Seenland zwischen den Metropolen Berlin und Dresden zu einer überregionalen Ausstrahlungskraft zu verhelfen.“

Technische Daten zu den Überleitern

Überleitungskanal Sedlitzer See - Geierswalder See (künftig: Sornoer Kanal)
Länge: 1250 m
Sohlbreite: 4 m
Kapazität: 3 m³/s

Überleitungskanal Sedlitzer See - Partwitzer See (künftig: Rosendorfer Kanal)
Länge: 440 m
Sohlbreite: 4 m
Kapazität: 5 m³/s

Folgende Daten sind für beide Überleitungskanäle identisch:
Wasserstände
Dauerstau: 101,00 mNN
min. Stau: 100,00 mNN
Höchststau: 101,25 mNN

Brücke über den Kanal
Gesamtlänge: 29,70 m
Lichte Höhe: 3,35 m bei Höchststau 101,25 m NN
Lichte Weite: 6,00 m
Breite zwischen den Geländern: 4,50 m
Breite zwischen den Borden 3,50 m
Doppelschütz-Wehr
Lichte Weite: 6,00 m
Stauhöhe: 3,75 m
Hubhöhe: 6,76 m

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