Bundesminister Trittin gibt Teil der Goitzsche frei - LMBV-Festveranstaltung

Berlin. Der Landschafts- und Erholungspark Goitzsche bei Bitterfeld mit seinem riesigen See nimmt immer mehr konkrete Formen an. Bundesumweltminister Jürgen Trittin  will am 5.8.2004 am Ufer des ehemaligen Braunkohletagebaus symbolisch einen ersten Teils der künftigen Bade- und Wassersportlandschaft eröffnen. Anlass ist das zehnjährige Bestehen der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau- Verwaltungsgesellschaft. Dies wird anschließend auf der Halbinsel Pouch am See mit etwa 1.000 Gästen gefeiert.

Der 2.700 Hektar große Ex-Braunkohlentagebau Goitsche wurde nach 1990 im Zuge der Rekultivierung zu einer 25 Quadratkilometer großen Seenlandschaft geflutet. Aus der Gegend mit diesem riesigen Loch hatten Kohlebagger seit 1952 knapp 500 Millionen Tonnen Braunkohle gefördert. Hauptabnehmer waren die Chemieunternehmen in der Region Bitterfeld und die Kraftwerke Zschornewitz und Vockerode. Zehntausenden Menschen gab die Braunkohle Lohn und Brot. Für den Kohleabbau verschwanden aber auch ganze Orte von der Landkarte, wurden Fernfernstraßen, Eisenbahnlinien und gut neun Kilometer der Mulde verlegt.

Mit der Wende wurde die Braunkohlenförderung aus Rentabilitätsgründen eingestellt. Die damalige Kraterlandschaft wird seither für eine Nutzung als Freizeitregion rekultiviert. In Zusammenarbeit von Bergleuten, Künstlern und Landschaftsarchitekten soll mit der Region Goitzsche auf einer Fläche von 60 Quadratkilometern eines der weltweit größten Landschaftskunstvorhaben entstehen. Für Schlagzeilen sorgte die geflutetet Seenlandschaft vor zwei Jahren, als beim Jahrhunderthochwasser der Mulde an der Goitzsche Dämme brachen. Die gigantischen Wassermassen drohten die gesamte Stadt Bitterfeld zu überfluten. Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums wurden bislang 1,17 Milliarden Euro in die Braunkohlensanierung in Sachsen-Anhalt investiert.

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