LMBV-Milliardenschwere Umgestaltung des Braunkohlereviers kommt voran

Berlin. Die milliardenschwere Umgestaltung der früheren Braunkohlereviere in Sachsen-Anhalt nimmt immer konkretere Formen an. Bundesumweltminister Jürgen Trittin eröffnete am Freitag symbolisch einen ersten Teil des Landschafts- und Erholungsparks "Goitzsche" bei Bitterfeld. Kern des Areals ist eine 2.500 Hektar große Seenlandschaft, die durch die Flutung eines früheren Braunkohlentagebaus entstand. Statt Kohlebaggern tummeln sich jetzt dort Badegäste und Wassersportler. Trittin sprach von einer lohnenden Investition in die Zukunft. Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums in Magdeburg wurden bislang 1,17 Milliarden Euro in die Braunkohlensanierung in Sachsen- Anhalt investiert. Ein weiteres Vorhaben neben der "Goitzsche" ist die Flutung des Tagebaurestlochs Mücheln im Landkreis Merseburg- Querfurt. Hier soll bis 2010 der mit 18,4 Quadratkilometern größte See Sachsen-Anhalts entstehen. Ähnliche Sanierungsprojekte gibt es auch in Sachsen und in der Lausitz.

Aus dem 2.700 Hektar großen Braunkohlentagebau Goitsche waren seit 1952 knapp 500 Millionen Tonnen des sog. schwarzen Goldes gefördert worden. Hauptabnehmer waren Chemieunternehmen und Kraftwerke. Die Braunkohle gab zehntausenden Menschen Lohn und Brot. Für den Abbau verschwanden ganze Orte von der Landkarte, wurden Fernfernstraßen, Eisenbahnlinien und gut neun Kilometer der Mulde verlegt. Mit der Wende wurde die Förderung aus Rentabilitätsgründen eingestellt. Die damalige Kraterlandschaft wird seither für eine Nutzung als Freizeitregion rekultiviert. In Zusammenarbeit von Bergleuten, Künstlern und Landschaftsarchitekten soll mit der Region "Goitzsche" auf einer Fläche von 60 Quadratkilometern eines der weltweit größten Landschaftskunstvorhaben entstehen. Für Schlagzeilen sorgte die geflutete Seenlandschaft  vor zwei Jahren, als beim Jahrhunderthochwasser der Mulde Dämme brachen. Die gigantischen Wassermassen drohten die gesamte Stadt Bitterfeld zu überfluten. Anlass für den Termin mit Trittin war das zehnjährige Bestehen der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft. Sie führte zunächst die nicht privatisierten Tagebaue in Mitteldeutschland und der Lausitz zu Ende und organisierte später ihre Sanierung.

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