Blaues Band am Goitzschesee

Bitterfeld. Die Sanierungsarbeiten am ehemaligen Tagebau Goitzsche sind weitgehend abgeschlossen und der zukünftige Landschafts- und Erholungspark Goitzsche nimmt konkrete Gestalt an.

Durch gemeinsame Anstrengungen der beteiligten Akteure soll der ehemalige Braunkohlentagebau zu einem überregional wirkenden Freizeit- und Tourismusgebiet entwickelt werden.

In einem ersten Schritt haben die Lausitzer- und Mitteldeutsche Bergbauverwaltungsgesellschaft mbH (LMBV), der Landkreis Bitterfeld und die Entwicklungs-, Betreiber- und Verwertungsgesellschaft Goitzsche mbH (EBV) in Abstimmung mit den Kommunen eine Zwischennutzung von Teilbereichen des Goitzschesees vereinbart.

Am 6. August werden der Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, Jürgen Trittin, sowie der Staatsminister des Landes Sachsen-Anhalt, Rainer Robra, symbolisch das blaue Band zur Freigabe des Bernsteinsees und des Niemegker Sees für den Gemeingebrauch zerschneiden.

Diese öffentliche Veranstaltung findet am Pegelturm statt und beginnt 12:30 Uhr.

Zeittafel zur Entwicklung der Tagebaue im heutigen Sanierungsgebiet Goitzsche

1908 - Aufschluß Grube Leopold als Großtagebau/ Weiterführung des Tagebaues 1945 als Holzweißig-Ost

1926 - IG Farbenindustrie AG erwirbt den nahe der Stadt Bitterfeld gelegenen Goitzsche Wald

1949 - Aufschlussarbeiten im Gebiet des Forstes „Goitzsche“ mit einem Menck-Löffelbagger, Fördertechnologie: 1435 mm Zugförderung in Abraum und Kohle

1952 - Der erste Kohlezug rollt aus dem Tagebau Goitsche

Produktionsdaten:  Gesamt / Tagebau Goitsche
Abraumförderung: 1,275 Mrd. m³ / 850 Mio. m³
Rohbraunkohleförderung: 498,7 Mio. t / 317,5 Mio. t
Landinanspruchnahme: 6000 ha
Hauptabnehmer: CKB, ORWO, eigene Brikettfabriken, Bahnabsatz, die Kraftwerke Zschornewitz und Vockerode

Folgeinvestitionen:
Bau des Lober-Leine-Kanals
Muldeverlegung
Umverlegung B100/B183/B184
Umverlegung Eisenbahn zw. Delitzsch und Bitterfeld

1958 - Aufschluss des Tagebaues Holzweißig-West

Aufschlüsse von einzelnen Baufeldern des Tagebaues Goitsche

1951-1959 - Baufeld I

1959-1978 - Baufeld II

1971-1991 - Baufeld III

1985 - Aufschluss Baufeld Rösa (geplante Laufzeit bis 2038)

1962 - Stillegung Tagebau Holzweißig-Ost

1966-1975 -  Verlegung der Mulde über eine Länge von 9,2 km. Zwei Brückenbauwerke mit Staueinrichtung entstanden – Flutung des Tagebaues Muldenstein zum Muldestausee

1965 - Erster Einsatz einer österreichischen Gleisstopfmaschine in Holzweißig-West

1966 -  Erster Schreitbaggereinsatz im Tagebau Holzweißig West

1968 - Einsatz der Filterbrunnenentwässerung

1976-1990 - Industrielle Bersteingewinnung

1976 - Überbaggerung der Ortslage Paupitzsch

1977 - Überbaggerung der Ortslage Niemegk

1980 - Stilllegung Tagebau Holzweißig-West

1985 - Überbaggerung der Ortslage Döbern, Umsiedlung von 1981-1983

1986 - Erste Kohle aus dem Baufeld Rösa

1990 - Festsetzung des Naturschutzgebietes Paupitzsch

1990 - Überbaggerung der Ortslage Seelhausen

1990 - Beendigung der Kohlefreilegung

1991 - Beendigung der Kohleförderung

15.05.1991 - Überführung des Tagebaues in Sanierung mit 944 Arbeitnehmern

Ziel der Sanierung:

Wiedernutzbarmachung der vom Bergbau beanspruchten Fläche und Herstellung einer öffentlichen Sicherheit auf der Grundlage bergrechtlicher Betriebsverfahren. Es entsteht eine Waldund Seenland-schaft für unterschiedliche Nachnutzungsprojekte.

Hauptsanierungsleistungen 1991 – 2000:

Bewegung mit Sanierungsabraum
- Mit Großgeräten und ESCH 10/70: 47,6 Mill. m³
- Mit Hilfsgeräten: 11,8 Mill. m³
Rückbau
- Von Gleisanlagen: 207,2 km
- Rohrleitungen: 64,4 km
- Abriss (umbauter Raum): 82.238 m³
- Großgeräte/Schienenfahrzeuge: 37.968 t
Rekultivierung
- Forstwirtschaftliche Nutzfläche durch Begrünung: 688,0 ha
Wasserhebung: 400 Mill. m³
Ausbau eines Wanderwegenetzes über 55 km

07.05.1999 - Beginn der Fremdflutung der Tagebaurestlöcher Mühlbeck, Niemegk, Bärenhof und Döbern mit Wasser der Mulde über das Flutungsbauwerk Mühlbeck

09.06.2000 - Erstbesteigung Pegelturm durch die Öffentlichkeit

28.07.2000 - Beginn der Flutung des Tagebaurestloches Rösa zum Seelhausener See mit Wasser aus der Mulde

06.08.2004 - Übergabe des Bernsteinsees und des Niemegker Sees für den Gemeingebrauch

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