Brücke wird auf Herz und Nieren geprüft

Neuartige experimentelle Tragsicherheitsbewertung einer LMBV-Brücke über die Kohlebahn bei Pulsberg

Senftenberg. Eine neuartige Untersuchung einer Brücke auf ihre Tragsicherheit findet am Mittwoch, dem 14. Juli 2004, in der Zeit von ca. 8:00 bis 18:00 bei Pulsberg statt. Die Brücke bei Spremberg ist gegenwärtig noch im Eigentum der Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) und überquert im Zuge der „Betriebsstraße Süd“ mit drei Feldern eine zweigleisige Bahnstrecke der Kohleverbindungsbahn vom Tagebau Welzow-Süd zum Kraftwerk Schwarze Pumpe. Sie wurde 1975 aus Fertigteilträgern errichtet. Die Brücke soll demnächst aus dem Vermögen der LMBV ausgegliedert und auf die Stadt Spremberg übertragen werden. Dazu ist der Nachweis der ausreichenden Tragsicherheit für heutige Nutzungsansprüche sowie eine Instandsetzung des Brückenüberbaus erforderlich. Standardmäßig wird die Tragsicherheit vorhandener Bauwerke durch einen rechnerischen Nachweis erbracht, sofern Art, Eigenschaften und Zustand der Baumaterialien bekannt sind.

Die verantwortlichen Ingenieure der LMBV weisen auf die Vorteile eines experimentellen Nachweises hin. So sind keine aufwendigen Einzelprüfungen der Bausubstanz mit bedeutenden Sicherheitsabschlägen notwendig. Bei der Untersuchung wird keine Schädigung des Bauwerks verursacht. Ein wesentlicher Vorteil der Belastungsversuche an Ort und Stelle ist der kurze Zeitbedarf. Eine Straßensperrung ist nur am Untersuchungstag, dem 14. Juli 2004 notwendig. Die Ergebnisse liegen sofort nach Abschluss der Versuche vor und können zur Sicherung eines effizienten Instandsetzungsprojektes für das Brückenbauwerk genutzt werden.

Die Belastungsversuche werden mit dem flexibel einsetzbaren Belastungsfahrzeug BELFA durchgeführt. Dieses Spezialfahrzeug wurde mit einer Förderung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung BMBF von einer Forschungsgruppe in Bremen entwickelt. Die Federführung lag bei Prof. Dr.-Ing. Klaus Steffens von der Hochschule Bremen. Seit Indienststellung im März 2001 wurde es bereits an 19 Brücken erfolgreich eingesetzt. Dieses weltweit einmalige, 22,5 m lange und 80 t schwere 8 achsige Fahrzeug kann auf 35,5 m Länge teleskopiert werden.

Fachleute und Interessierte haben am 14. Juli die Gelegenheit zu einer Baustellenbesichtigung des BELFA-Einsatzes. Eine geführte Präsentation soll gegen 14:00 Uhr stattfinden. Weitere Informationen zur Technik und bisherigen Anwendungen: www.belfa.de

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