Sanierung Kokereigelände Lauchhammer entscheidenden Schritt vorangekomen – Erstes Umlagerungsbauwerk fertiggestellt

Senftenberg/Lauchhammer: Am 30. Juni 2004 wurde die erste und wesentlichste Etappe der Bodensanierung der Kokerei Lauchhammer, die „Bodensanierung durch Aushub, Umlagerung, externe Entsorgung sowie Oberflächen-versiegelung und andere Sicherungsmaßnahmen” erfolgreich abgeschlossen.

Die Großkokerei Lauchhammer wurde Anfang der 50ziger Jahre auf dem Gelände des ehemaligen Chemowerkes Mückenberg errichtet. Im Verlauf des 40jährigen Kokereibetriebes entstanden im Kernbereich der Ofenstraßen und dezentral punktuell umfangreiche Bodenkontaminationen, die Im Rahmen der Altlastenbewertung in den 90er Jahren erkundet wurden. Insgesamt sind rund 485.000 m³ kontaminierter Boden im Kernbereich der Ofenstraßen und dezentral punktuell ermittelt worden. Für diese Böden bestand Sanierungsbedarf.

Zur effizienten Sanierung der Kokerei Lauchhammer beauftragte die LMBV das Büro Dr. Beerbalk das Sanierungskonzept zu entwickeln. Es sah für diese großen Kubaturen kontaminierten Bodens vor, dass die dezentralen punktuellen Bodenkontaminationen belastungsäquivalent auf den Kernbereich der Ofenstraßen umgelagert werden und anschließend der gesamte Kernbereich Ofenstraßen durch ein Oberflächenabdichtsystem dauerhaft gesichert wird.

Die Ausführungsplanung dafür erarbeitete das Ingenieur- und Planungsbüro ESPE aus Cottbus. Von der G.U.B. Ingenieurgesellschaft Zwickau wurden die erforderlichen Maßnahmen zur Überwachung und Qualitätssicherung bei der Errichtung des Oberflächenabdichtsystems geplant.

Im Zeitraum von April 1999 bis September 2001 wurden vorbereitende Sanierungsmaßnahmen zur Errichtung des Bodenumlagerungsbauwerkes durchgeführt.

Die eigentliche Bodenumlagerung und die Errichtung des Umlagerungsbauwerkes mit dem zentralen Sicherungselement, dem Oberflächenabdichtsystem, begann im Oktober 2001. Mit der Bauausführung wurde die ARGE SGL/NSG durch die LMBV beauftragt.

Am 30.06.2004 wurde das erste Umlagerungsbauwerk auf einer Fläche von 12,8 ha fertiggestellt. Die Maßnahme hatte einen finanziellen Umfang von rund 12,5 Mio €. Es wurden durchschnittlich 47 geförderte Arbeitnehmer eingesetzt.

Daten des Umlagerungsbauwerkes

Flächen- und Längenangaben

überbaute Fläche 128.190 m² (12, 8 ha)
größte Länge (O-W-Richtung) 640 m
größte Breite (N-S-Richtung) 240 m
größte Höhe 6,21 m
Länge des Ringgrabensystems 1,9 km
Länge Wirtschaftsweges für Kontrollfahrten 1,8 km

Volumenangaben

In das Bauwerk wurden 115.850 m³ kontaminierter Boden und Bauschutt eingebaut. Für die Errichtung des Oberflächenabdichtsystems, bestehend aus mineralischer Dichtung (Ton), Flächendränage, Wurzelsperre und Rekultivierungsschicht, wurden 248.600 m³ verbaut; 55.000 m³ davon sind Ton.

Mit der Fertigstellung des ersten Umlagerungsbauwerkes sind die Sanierungs-arbeiten auf dem Kokereigelände noch nicht abgeschlossen.

Am 1. Juli diesen Jahres beginnt die Sanierung und Oberflächenabdichtung der Halde G, im nord-westlichen Teil der Kokerei Lauchhammer. Diese Sanierungs-maßnahme ist die zweite Etappe der Bodensanierung. Im Jahr 2005 erfolgt die Neuteichsanierung und –gestaltung. Parallel zu diesen Sanierungsmaßnahmen ist die Grundwassersanierung vorzubereiten. Die Oberflächenendgestaltung der von den bisherigen Sanierungsmaßnahmen nicht erfassten bzw. nicht erfassbaren Flächen (ca. 40 ha) schließt dann die Bodensanierung bis 2008 ab. Im Weiteren erfolgt dann die Grundwassersanierung, die Nachsorge und Langzeitüberwachung.

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