Tagebau Mücheln – zweites Flutungsbauwerk geht in Betrieb

Mücheln/Geiseltal. Die Flutung des Geiseltalsees mit Wasser aus der Saale durch die LMBV hat am 30.06.2003 begonnen.

Die Entnahme des Flutungswassers aus der Saale erfolgt aus einer Entnahmestelle der InfraLeuna GmbH bei Leuna/Daspig und wird über eine 17,8 km lange Rohrleitung DN 1400 dem Tagebaurestloch Mücheln zugeführt.
Die einzelnen Teilfelder des Tagebaues Mücheln werden über verschiedene Bauwerke geflutet, im Westfeld, in Neumark-Nord, Braunsbedra und im Südfeld.
Seit Juni 2003 sind über das Flutungsbauwerk im Westfeld bereits rund 37 Millionen m³ Saalewasser in den Tagebau geflossen.

Auf Grund geotechnischer Prämissen müssen die Baufelder Westfeld und Neumark Nord parallel geflutet werden. Dieser Zeitpunkt ist mit einer Wasserspiegelhöhe von + 55 m NN jetzt erreicht.

Über das zweite Flutungsbauwerk werden ab dem 4. Februar 2004, 10:00 Uhr dem Tagebau Mücheln weitere 0,2 m³ pro Sekunde Saalewasser zugeführt, um das Baufeld Neumark Nord weiter ansteigen lassen. Bei einer gemeinsamen Wasserspiegelhöhe von + 82 m NN entsteht dann der erste Teilbeckenverbund des künftig größten Sees von Sachsen-Anhalt.

Die Zuschaltung der beiden letzten Flutungsbauwerke erfolgt voraussichtlich in den Jahren 2005/2006.

Weitere Informationen:

Zeittafel

1698 - Erster urkundlicher Nachweis des Braunkohlenbergbaues im Geiseltal

1834 - Aufschluss Grube Pauline im Bereich des heutigen Tagebaues Mücheln

1949 - Sieben Baufelder und Tagebaue werden unter dem Namen Tagebau Mücheln weitergeführt.

Nach 1970 erfolgte die Restauskohlung des Tagebaues Mücheln in den Baufeldern Südfeld, Westfeld I und II und Neumark Nord.

Produktionsdaten
Gesamt-Abraumförderung: 941,5 Mio. m³
Gesamt-Kohleförderung 1.028,5 Mio. t

Hauptabnehmer der Rohkohle
waren die acht Brikettfabriken im Geiseltal, die Leuna- und Bunawerke und
das Mineralölwerk Lützkendorf

Folgeinvestitionen
Mehrfache Verlegung des Vorfluters Geisel
Verlegung der Leiha
Fünffache Verlegung einer Eisenbahnstrecke, Straßenverlegung
Überbaggerung von 12 Ortschaften/Ortsteilen zwischen 1929 und 1968
und Umsiedlung von ca. 12500 Einwohnern

30. Juni 1993 - Einstellung der Kohleförderung

1991 - Beginn der Bergbausanierung

Hauptsanierungsleistungen 1991 bis 2002:

Bewegung von Sanierungsabraum
mit Großgeräten im Zugbetrieb 15 Mio. m³
mit Schreitbagger (Massenverspülung) 7 Mio. m³
mit LKW-Förderung und Planiertechnik 38 Mio. m³

Rückbaumaßnahmen
Gleisanlagen 100 km
Großgeräte/rollendes Material 22.000 t
Gebäudeabbrüche 105.000 m³
Deponieberäumung 80.000 m³

Rekultivierung
Begrünung und Aufforstung über 700 ha

Wasserhebung 10 – 12 Mio. m³/a

30. Juni 2003 - Beginn der Fremdflutung mit Wasser aus der Saale im Westfeld mit 2 m³/s. Der Wasserspiegel des neuen Sees steigt um 4 Meter pro Jahr.

Mit einer Seefläche von 1842 ha, einem Wasservolumen von 427 Mill. m³ und einer Uferlänge von mehr als 40 km wird er der größte See Sachsen-Anhalts sein und der größte künstliche See Deutschlands. Der Endwasserstand von + 98 m NN wird sich voraussichtlich im Jahr 2010 einstellen.

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