Lausitzer Seenland: Erster Kanal und Brücke offiziell eingeweiht

Sachsen beauftragt LMBV mit weiterem Kanal zwischen Tagebau-Restlöchern

Berlin/Dresden/Potsdam. Der erste schiffbare Kanal in der Lausitzer Seenkette ist heute (Dienstag) von Regierungsvertretern des Freistaats Sachsens und des Landes Brandenburg bei Geierswalde feierlich eingeweiht worden. Der mehr als ein Kilometer lange Kanal zwischen dem Geierswalder und dem Partwitzer See wird erst in sechs Jahren touristisch nutzbar sein, wenn die Flutung der Seen abgeschlossen ist und damit die Endwasserstände in den Seen erreicht sind. Bautechnisch betrachtet wäre aber bereits jetzt das erste Bindeglied der Lausitzer Seenkette schiffbar. „Das ist der Startschuss für die touristische Entwicklung der Lausitzer Seenkette“, freute sich Sachsens Wirtschaftsstaatssekretärin Andrea Fischer. Zugleich beauftragte sie die LMBV einen zweiten Überleiter zwischen Partwitzer und Neuwiesener See schiffbar zu machen. Für Kanal, Schleuse und Brücken stellt der Freistaat insgesamt rund 2,5 Millionen Euro bereit. Brandenburgs Staatssekretär Friedhelm Schmitz-Jersch (MLUR) dankte allen Beteiligten für die zügige Errichtung.

In kurzer Bauzeit von 12 Monaten ist mit dem 1. Kanal ein Bauwerk entstanden, das ein deutlich sichtbares Beispiel für die sich entwickelnde Seenlandschaft ist, betonten die Redner. Durch die bauausführende Firma Tief- und Wasserbau Boblitz wurde termin- und qualitätsgetreu ein 1.150 Meter langer Kanal ausgebaut, der das Restloch Koschen mit dem Restloch Skado verbindet. Das Kernstück des Überleiters bildet ein Brückenbauwerk mit einer Wehranlage. Die Brücke hat eine Gesamtlänge von 29,7 Metern und ermöglicht über den angebundenen Wirtschaftsweg sowohl die Durchführung von Sanierungsmaßnahmen, als auch eine künftige Bewirtschaftung.

Dr.-Ing. Mahmut Kuyumcu, Vorsitzender der Geschäftsführung der LMBV unterstrich, dass für die künftige Nutzung der entstehenden Bergbaufolgegewässer vor allem die Kommunen und die Länder gefordert sind, rechtzeitig Planungssicherheit für Investoren zu schaffen. „Visionen sind dazu ebenso notwendig, wie die sachliche Auseinandersetzung um die technischen und finanziellen Möglichkeiten der Umsetzung. Wenn dem Wassersport wie der naturnahen Erholung eine Chance gegeben wird, und dies abgestimmt mit anderen Freizeitbereichen ist, hat der Tourismus auch eine wirtschaftliche Zukunft.“

Die Anrainerkommunen tauften der Überleiter auf den Namen „Barbara-Kanal“ in Anlehnung an die Schutzheilige der Bergleute. Gleichzeitig wurde ein künstlerisches Relief der St. Barbara von Rudi Lehmann an der Brücke enthüllt.

Bereits in der Bauphase erfreute sich der neu entstandene Überleiter eines Ansturms Neugieriger. Dies war insbesondere anlässlich der ersten Besuchertage an der Seenkette zu spüren, die durch die LMBV und die angrenzenden Kommunen im Juni 2003 ausgerichtet wurden. Mit großem Interesse haben die Besucher die Möglichkeiten, die künftig an den Seen geboten werden können, ausprobiert. So waren eine Vielzahl von Inline-Skatern, Wanderern, Reitern und Radfahrern auf den neuen Wegen im Seenland unterwegs.

Der Überleiter hat aber nicht nur eine wichtige künftige touristische Bedeutung, sondern ist in erster Linie ein wasserwirtschaftliches Bauwerk zur Umsetzung des Flutungskonzeptes der LMBV. Die Wiederherstellung eines sich weitgehend selbst regulierenden Wasserhaushaltes ist eine Aufgabe, mit der die LMBV noch lange beschäftigt sein wird. Die Überleitung von Wasser aus dem künftigen Geierswalder in den Partwitzer See, die nun mit dem Ziehen des Wehres gestartet wurde, ist ein Mosaikstein im Gesamtkonzept des Seenlandes. Die Wehranlage wird auch nach Erreichung der Endwasserstände noch länger zur Beeinflussung der Wasserqualität notwendig sein. Die gegenwärtigen ph-Werte von knapp 3 sollen durch eine Frischwasserzufuhr aus der Schwarzen Elster und mit gezielter Durchströmungen der Seen durch den Einsatz der Wehranlagen langfristig auf normale Werte um 6 bis 7 angehoben werden.

Um von vornherein die touristische Nutzungsvielfalt aber auch die erwerbswirtschaftlichen Potenziale und naturschutzfachliche Belange aufeinander abzustimmen, wurde im Rahmen der Lausitz Initiative eine Länderübergreifende Interministerielle Seen-Arbeitsgruppe (LISA) gebildet. Die Vertreter der zuständigen Ministerien, der Anrainerkommunen, der Internationalen Bauausstellung Fürst-Pückler-Land (IBA) und der LMBV haben mehrmals gemeinsam beraten, und werden dies auch in Zukunft tun, wie die Bergbausanierungsmittel zielgerichtet mit anderen Fördermöglichkeiten kombiniert, die Maßnahmen zeitlich aufeinander abgestimmt werden können, um im Konsens möglichst viele Synergieeffekte für die angestrebten Ziele zu nutzen.

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