Ministerpräsident Böhmer bei Bergleuten und Sanierern zu Gast

ROMONTA, MIBRAG und LMBV feierten gemeinsam zu Ehren der St. Barbara

Namenstag der Heiligen Barbara, der Schutzpatronin der Bergleute - die Braunkohlekumpel und Sanierungsbergleute zu ihrer Traditionsfeier im mitteldeutschen Revier in Halle. Festredner und Ehrengast war in diesem Jahr Prof. Dr. Wolfgang Böhmer, Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt. Vor rund 500 Gästen würdigte er die Rolle des Braunkohlen- und Sanierungsbergbaus. Berghauptmann Prof. Klaus-Dieter Bilkenroth ehrte Prof. Böhmer für sein Engagement mit den Insignien eines Ehrenbergmannes. Ausrichter der Barbarafeier waren die in Sachsen und Sachsen-Anhalt ansässigen Braunkohleunternehmen ROMONTA, MIBRAG und LMBV. Von den drei Unternehmen arbeiten insgesamt noch rund 3.000 Mitarbeiter im Mitteldeutschen Revier.

Die Romonta Amsdorf GmbH aus dem Mansfelder Land ist als Betreiber des Tagesbaues Amsdorf bekannt. Das Unternehmen fördert Braunkohle und gewinnt daraus Montanwachs, einen für Putz- und Pflegemittel wichtigen Grundstoff. Mit einem weiteren Dampferzeuger soll in den nächsten Monaten eine neue umweltfreundliche Abfallverbrennung aufgebaut werden und als Energiequelle im Dezember 2004 zur Verfügung stehen, kündigte Romonta-Geschäftsführer Günter Stieberitz an. Sachsen-Anhalts Umweltministerin Petra Wernicke zeigte sich bereits angetan von dieser Variante, einen Standort zu stärken. Die neue Anlage schafft nicht nur Stabilität für das Kerngeschäft und die 500 Mitarbeiter, sondern eröffnet zugleich Perspektiven für zusätzliche Arbeitsplätze. Schon laufen Verhandlungen mit Investoren, die sich in Amsdorf ansiedeln wollen, um den dann ausreichend verfügbaren Dampf zu nutzen, erklärte Stieberitz. Die thermische Reststoffverwertung wird über eine Kapazität von rund 60.000 Tonnen Haus- und Gewerbeabfall pro Jahr verfügen.

Die Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft mbH (MIBRAG) mit Sitz in Theißen hat derzeit 2.006 Beschäftigte. Damit gehört sie zu den größten Arbeitgebern in Westsachsen und im südlichen Sachsen-Anhalt. Im zu Ende gehenden Geschäftsjahr konnte das Unternehmen seine Marktposition weiter festigen. Die Planungen des Unternehmens reichen bis ins Jahr 2040. Die Kohle aus den Tagebauen Profen und Vereinigtes Schleenhain wird unter anderem an die Kraftwerke Schkopau und Lippendorf geliefert. Seit der Privatisierung 1994 investierte die MIBRAG 738 Millionen Euro in die technische Vervollkommnung und Umrüstung der Anlagen. Auch in Zukunft sind innovative Strategien gefragt, um dem Unternehmen eine erfolgreiche Entwicklung zu sichern. Mit einer Gesamtfördermenge von mehr als 21 Millionen Tonnen Rohbraunkohle liegt die MIBRAG im zehnten Jahr seit ihrer Privatisierung mehr als zehn Prozent über dem Vorjahresergebnis. Auch bei allen anderen Produktionsgrößen wurden die Ziele übertroffen. Das letzte Brikett Mitteldeutschlands wird in diesem Jahr in Deuben gepresst. Der stetige Absatzrückgang auf dem Brikettmarkt zwingt das Unternehmen, diese Produktion aufzugeben.

Mit Sorge beobachtet die MIBRAG, in welche Richtung sich gesetzliche und politische Rahmenbedingungen entwickeln. Langfristig angelegte Investitionen im Braunkohlen-bergbau benötigen eine verlässliche Grundlage, dass heißt Planungssicherheit, um weiterhin wirtschaftlich und wettbewerbsfähig zu arbeiten. Trotz aller Anstrengungen bleibe das Unternehmen zerbrechlich, betonte Geschäftsführer Bruce De Marcus in seiner Rede. Das jüngste Gerichtsurteil des Sächsischen Oberverwaltungsgerichts, in dem der Braunkohlenplan für den sächsischen Tagebau Vereinigtes Schleenhain für nichtig erklärt wurde, zeigt die Abhängigkeit der MIBRAG von Planungs- und Investitionssicherheit. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter macht dieses Urteil betroffen, weil sie ihre Arbeitsplätze bedroht sehen. Deshalb gebe es für sie keine andere Alternative als die, für ihre Zukunft und die der Region zu kämpfen. Geschäftsführer De Marcus appellierte an den Ministerpräsidenten, die rechtlichen Regelungen zum Emissionshandel, die gegenwärtig vorbereitet werden, kritisch zu begleiten und dabei ökologische wie wirtschaftliche und soziale Aspekte gleichrangig und mit Augenmaß zu betrachten.

Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) ist als Bundesunternehmen Projektträgerin der Bergbausanierung im ostdeutschen Braunkohlenbergbau. Damit konnte sie den zu gestaltenden Transformationsprozess im Revier positiv beeinflussen. Dr. Mahmut Kuyumcu, Vorsitzender der Geschäftsführung der LMBV, betonte: „Die Braunkohlesanierung ist eine lohnende Investition in die Zukunft. Sie bereitet den ehemaligen Braunkohleregionen eine ökologisch nachhaltige und ökonomisch chancenreiche Zukunft. In diesem Jahr werden für die Projekte in Verantwortung der LMBV insgesamt 373 Mio. Euro, davon 106 Mio. Euro im Mitteldeutschen Revier, investiert.“

Hinzu kommen Maßnahmen zur Gefahrenabwehr beim Grundwasserwiederanstieg in Höhe von fast 18 Mio. Euro und so genannte §4-Maßnahmen im Auftrag der Braunkohleländer in Höhe von mehr als 25 Mio. Euro. In Summe sind dies rund 415 Mio. Euro. Damit beläuft sich das gesamte bisherige finanzielle Engagement des Bundes und der Braunkohleländer seit 1991 auf die stolze Summe von 7,1 Milliarden Euro.

Die Ergebnisse der Sanierung sind eine vorzeigbare Erfolgsgeschichte für Mittel-deutschland. Die Bergbausanierung – das sind mehr als die insgesamt 870 Mitarbeiter und 230 Auszubildenden der LMBV. Das sind vor allem auch die 7.600 Menschen im Sanierungsgeschehen. Sie arbeiten in den Bergbau-Nachfolgeunternehmen, den Sanierungsgesellschaften, den Umweltfirmen, den Ingenieurbüros, den Baufirmen und bei den Zulieferern. Mit der Sanierung verbinden sich nicht nur Bilder von den Erdbewegungen mit Großgeräten, von aufgeforsteten Kippen, neugebauten Stränden, eingesetzten Fischen und neu entstehenden Industrieparks. Es ist auch die Kraft der visionären Bilder der jetzt entstehenden Wasserparadiese an den Bergbaufolgeseen.

Vor allem die Goitzsche und der gegenwärtig geflutete Geiseltalsee stehen für das Geschaffene – schon wegen Ihrer Größe. Aber die Bergbausanierung ist mehr als diese beiden neuen großen anhaltinischen Wasserlandschaften. Es sind auch die zahlreichen kleineren Gewässer, zum Beispiel das entstehende Seenland bei Nachterstedt, die Bergbaufolgeseen bei Merseburg, der sich nun langsam füllende ehemalige Tagebau Gröbern oder der Muldestausee, der von den Menschen schon seit 28 Jahren genutzt wird. Noch gibt es viel zu tun für die Sanierer in Mitteldeutschland. Den dafür notwendigen finanziellen Rahmen trägt auch das Land Sachsen- Anhalt engagiert bis 2007 mit.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

Detlef Berger (ROMONTA) 034601-401-58
Dr. Angelika Diesener (MIBRAG) 03441-684-515
Uwe Steinhuber (LMBV) Mobil: 0171-698 68 59

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