Angeln und Fischen im Berzdorfer See ab 2014 voraussichtlich möglich

LMBV steht mit dem Anglerverband „Elbflorenz“ Dresden e.V. dazu in Pachtverhandlungen

Senftenberg/Görlitz. Das Angeln und Fischen im Berzdorfer See soll bald möglich sein. Die LMBV steht mit dem Anglerverband „Elbflorenz“ Dresden e.V. (AVE) dazu in Pachtverhandlungen, so LMBV-Fachreferent und Oberförster Michael Stärke auf Nachfrage von Medien. Voraussichtlicher Pachtbeginn ist 2014. Das Fischereirecht ist grundsätzlich im „Fischereigesetz für den Freistaat Sachsen“ (SächsFischG) geregelt. Das Fischereirecht obliegt der LMBV als Eigentümerin des Gewässers.

Die Fischereiausübung (Angeln/Netzfischerei) in Bergbaufolgegewässern ist an drei Bedingungen gebunden:

1. Der Endwasserstand muss erreicht sein

2. Der pH-Wert muss auf Dauer mindestens bei 5,5 liegen und

3. Die Uferbereiche müssen gefahrlos betretbar sein

Diese Bedingungen sind für den Berzdorfer See nahezu vollständig gegeben.

Bevor das Fischereiausübungsrecht an Dritte vergeben wird, lässt die LMBV die Bergbauseen fischereilich begutachten. So können die fischereiliche und fischfaunistische Klassifikation (Leitbild) sowie der künftige Ertragswert ermittelt werden. Bei dem Berzdorfer See handelt es sich, wie bei allen steilscharigen und oligotrophen Bergbauseen, um einen Maränensee II nach Bauch (1955, 1966), mit der Kleinen Maräne als Leitfischart. Dieser kleine Schwarmfisch lebt im Freiwasser und ernährt sich ausschließlich von Plankton sodass er nicht mit der Handangel gefangen werden kann und nur durch einen Berufsfischer zu bewirtschaften ist. Da die Kleine Maräne nicht von selbst in die Gewässer gelangen kann, z.B. durch Transport von Laich über das Gefieder von Wasservögeln, muss diese möglichst in zwei aufeinanderfolgenden Jahren als Initiale besetzt werden. Dies gehört auch zur Wiedernutzbarmachungsverpflichtung der LMBV. Der Bestandsaufbau der Fischarten und die Hegeverpflichtung werden dann an den Nachnutzer übergeben.

So wurde der Berzdorfer See 2008 und 2009 durch das Institut für Binnenfischerei e.V. Potsdam-Sacrow begutachtet, 2009 und 2011 wurde jeweils ein Besatz mit der Kleinen Maräne als Leitfischart durchgeführt. Bei den Probebefischungen 2009 wurden weitere 13 Fischarten nachgewiesen, welche von selbst in den See gelangten: Barsch, Blei, Schleie, Döbel, Giebel, Gründling, Hecht, Kaulbarsch, Plötze, Rotfeder, Zander, Bachforelle, und Ukelei. An Fließgewässer gebundene Arten wie der Döbel sind mit Hochwasser der Neiße in den See gekommen und werden langfristig wieder verschwinden.

Für die größeren Bergbauseen wird durch das Institut für Binnenfischerei e.V. Potsdam-Sacrow eine kombinierte Bewirtschaftung durch einen übergeordneten Verband und einem Berufsfischer für die Kleine Maräne empfohlen. Der LMBV ist v. a. auch daran gelegen, den örtlichen Anglern wieder Angelmöglichkeiten zu bieten, da Gewässer in der Umgebung durch Sanierungsmaßnahmen gesperrt werden müssen. Diese Voraussetzungen erfüllen die Landesanglerverbände am besten. In den Landesanglerverbänden sind die regionalen Angelvereine organisiert.

Die LMBV steht daher mit dem Anglerverband „Elbflorenz“ Dresden e.V. (AVE) in Pachtverhandlungen. Voraussichtlicher Pachtbeginn ist 2014. Im Umfeld des Berzdorfer Sees sind ca. 20 Angelvereine mit rd. 1.600 Mitgliedern im AVE organisiert. Der AVE wird über Betreuungsverträge mit den umliegenden Vereinen die Hegeverpflichtung entsprechend SächsFischG sicherstellen und den örtlichen Anglern somit die fischereiliche Nutzung des Sees ermöglichen. Durch Unterverpachtung soll ein Berufsfischer mit der Bewirtschaftung der Kleinen Maräne beauftragt werden.

Der AVE als zentrale Organisation sorgt dann für die Einhaltung des Fischereigesetzes und durch die verbandseigene Gewässerordnung für die ordnungsgemäße Ausübung der Fischerei am Berzdorfer See. Die Verpachtung an den AVE findet die Unterstützung der Stadt Görlitz, der umliegenden Gemeinden, des Sächsischen Oberbergamtes und des Planungsverbandes „Berzdorfer See“.

Foto: LMBV-Archiv - Symbolfoto vom Fischerstbesatz

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