LMBV: Betriebsauslass zur Weißen Elster am Nordwestufer des Zwenkauer Sees einsatzbereit

LMBV-Abnahme des Bauwerks zum Hochwasserschutz für die Stadt Leipzig erfolgt

Zwenkau. Voll funktionstüchtig und in einwandfreiem Zustand. So lautete das Urteil zum neu gebauten „Betriebsauslass Weiße Elster“ am nordwestlichen Ufer des Zwenkauer Sees, als am 3. März 2015 die bauliche Abnahme durch die LMBV erteilt wurde. Anwesend waren Vertreter der Baufirma STRABAG AG, der Bauüberwachungsfirma Lahmeyer Hydroprojekt GmbH Dresden, der Landesdirektion Sachsen und der Landestalsperrenverwaltung. Die wasserrechtliche Abnahme wird zu einem späteren Zeitpunkt durch die Landesdirektion Sachsen erfolgen.

Das Bauwerk ist planmäßig in zweijähriger Bauzeit errichtet worden: Der Rohbau entstand von Anfang 2013 bis Ende 2014, im Januar und Februar 2015 wurde die elektrische Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik (EMSR-Technik) sowie die Leittechnik zur Datenanbindung eingebaut. Der Betriebsauslass besteht aus einem knapp 100 Meter langen, zweizügigen, unterirdischen Rahmendurchlass in Stahlbetonbauweise von je 6 Metern Breite und je 2 Metern Höhe. Er ist durch ein Ein- und Auslaufbauwerk begrenzt. In ihnen befinden sich Stahlschützen, die im Regelbetrieb geschlossen sind und nur zur Entleerung des Hochwasserspeicherraumes geöffnet werden. Die Zuleitung erfolgt über einen 370 Meter langen Zulaufgraben vom Zwenkauer See zum Einlaufbauwerk. Die Ableitung wird über einen 50 Meter langen Auslaufgraben vom Auslaufbauwerk zur Weißen Elster realisiert. Die Sohlbreiten der Gräben liegen bei jeweils 15 Metern. Gesteuert werden Ein- und Auslaufbauwerk über zwei Bedienhäuser. Die Baukosten belaufen sich auf rund 5,5 Millionen Euro. Die Finanzierung erfolgt über den § 2 des Verwaltungsabkommens zur Braunkohlensanierung.

Errichtet wurde der Betriebsauslass auf Grundlage des Planfeststellungsbeschlusses zur „Herstellung des Hochwasserspeicherraumes Zwenkau und der Anlagen zur Zu- und Ableitung“ vom 15. Dezember 2008. Das Bauwerk dient dazu, die obere Hochwasserlamelle aus dem Zwenkauer See in die Weiße Elster unterhalb der Gefällestufe Hartmannsdorf in einer vorgegebenen Maximalzeitspanne von 21 Tagen zu entleeren. Für den Zwenkauer See ist gemäß dem oben genannten Planfeststellungbeschluss durch die Landesdirektion Sachsen ein Hochwasserspeicherraum zwischen 113,8 m NHN und 115,6 m NHN festgelegt worden. Dieser Speicher gleicht die im Zuge des Braunkohlenbergbaus verloren gegangenen Hochwasserrückhalteräume in der südlichen Elsteraue aus. Denn zur Freimachung des so genannten Westfeldes im ehemaligen Tagebau Zwenkau war die bereits 1927 wasserwirtschaftlich begradigte und regulierte Weiße Elster zwischen 1973 und 1978 in ein neues künstliches, gedichtetes Flussbett verlegt worden.

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