Hochwassertourismus an Bergbaufolgeseen bei Bitterfeld birgt große Gefahren

Betreten von Böschungen und Deichen ist lebensgefährlich

Leipzig/Bitterfeld. Nachdem sich die Hochwassersituation im Großen Goitzschesee sowie im Seelhausener See entspannt bzw. stabilisiert hat, warnt die LMBV hiermit dringend vor dem Betreten von Böschungen und Deichabschnitten, speziell des Kippenareals entlang des Lober-Leine-Kanals zwischen „Lauer Berg“ und der Verbindungsstraße Pouch – Löbnitz.

Wegen der Extremwasserstände in beiden Bergbaufolgeseen und der langen Verweildauer des Wassers sind die Böschungen und Deichanlagen völlig aufgeweicht. Weiterhin haben sich tiefe Erosionsrinnen im Bereich Döberner Forst ausgebildet, deren steile Flankenbereiche nachbrechen können. Die Tagebaukippe ist wassergesättigt, so dass ähnlich einer Sumpflandschaft die Gefahr des Einsinkens besteht. Bei Betreten dieser Bereiche besteht akute Lebensgefahr. Bitte begeben Sie sich nicht in diese Gefahrenbereiche. Folgen Sie den Anweisungen des Sicherheitspersonals und beachten Sie die Absperrungen!

Hintergrund: Nach einem Dammbruch bei Roitzschjora am 3. Juni 2013 ca. 18:00 Uhr floss die Mulde neben ihrem Bett und ergoss sich seit den frühen Morgenstunden des 4. Juni 2013 in den Seelhausener See, überströmte und zerstörte die Hochwasserschutz-Dämme des Lober-Leine-Kanals und floss auch in den Großen Goitzschesee. Der Wasserstand des Seelhausener Sees stieg von 77,98 m NHN am 3. Juni 2013 bis zum 5. Juni 2013 auf max. 84,29 m NHN an. Mit der Überströmung und Zerstörung der Dämme des Lober-Leine-Kanals ab dem 5. Juni 2013 ca. 9:00 Uhr floss das Wasser aus dem Seelhausener See unkontrolliert durch ein Waldgebiet zum Großen Goitzschesee, was zu einer Wasserstandsabsenkung im Seelhausener See von ca. 3-6 cm pro Stunde führte. Der Wasseranstieg des Großen Goitzschesee von 75,13 m NHN verlief parallel mit bis zu 6 cm pro Stunde und hatte am 9. Juni 2013 mit 76,66 m NHN seinen Höchststand erreicht. Die kritische Grenze des Großen Goitzschesees für die Stadt Bitterfeld lag ohne Schutzmaßnahmen bei 77 m NHN. Durch den Mulde-Wasserstand kam es zum Rückstau in den Vorflutern Leine und Strengbach in Richtung des Auslaufbauwerks des Tagebaus Goitsche sowie des Lober-Leine-Kanals in Richtung Seelhausener See. Das Schließen der Wasserübertrittsstelle Rösa-Goitsche erfolgte vom 7. bis 8. Juni 2013 durch den Einbau von 44 Big Bags im Bereich des kleinen Durchbruchs und von 718 Big Bags im Bereich des großen Durchbruchs (ein Big Bag wiegt ca. 1,5 t)

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