2012er Fortschreibung des Lausitzer Flutungskonzeptes in der Diskussion – Keine Änderung von Flutungshorizonten

Senftenberg. Am 29.11.2012 hat im Hause LMBV eine fachliche Diskussion mit Vertretern des Bundes und der Bundesländer Brandenburg und Sachsen sowie der oberen Genehmigungsbehörden stattgefunden, bei der die LMBV ihr fortgeschriebenes „Flutungs, Wasserbehandlungs- und Nachsorgekonzept für die Lausitz (Fortschreibung 2012)“ vorgestellt hat.

Es setzt auf die 1996 entwickelten, 2001 vertieften und 2007 veränderten Konzepte zur zunächst mengenmäßigen und zunehmend auch güteorientierten Flutung der Bergbaufolgeseen auf. Seit 2007 haben sich erneut verschiedene Rahmenbedingungen wie die eingeführte EU-Wasserrahmenrichtlinie, die Novellierung des Wasserhaushaltgesetz von 2010 sowie diverse Abschlussbetriebsplan-Vorgaben und Bestimmungen aus den geführten Wasserrechtsverfahren ergeben. Außerdem mussten extreme meteorologische Ereignisse in 2010/11, starke Grundwasserneubildungsraten und aus Instabilitäten von Innenkippen herrührenden neuen Erkenntnisse in die Konzepte systematisch eingearbeitet werden und zum Teil neue planerische Lösungsansätze für das Zu- und Ableiten von Wasser gefunden werden. Dazu musste auch die Netzstruktur der hydraulischen Verbindungen justiert werden.

Jetzt werden in den kommenden Wochen die oberen Behörden ihre Vorschläge und Stellungnahmen erarbeiten und der LMBV zuleiten. Für das Jahr 2013 ist eine erneute Lausitzer LMBV-Flutungskonferenz unter Einbeziehung aller betroffenen Landkreise und Kommunen, der Wissenschaft und unteren Behörden vorgesehen. Dazu wird die LMBV voraussichtlich im I. Quartal 2013 einladen. Ursprünglich wollten die LMBV-Verantwortlichen bereits in 2012 in dieser Prozessstufe - der breiten Einbeziehung in das Konzept - sein, jedoch war durch die Innenkippen-Problematik eine andere Priorisierung notwendig geworden. Generelles Ziel bleibt die Fertigstellung der von Ihnen angesprochenen Bergbaufolgeseen bis 2015/2016. Lediglich der künftige Altdöberner und der Klinger See bewegen sich auf einem anderen Zeithorizont um 2020/21. http://www.lmbv.de/index.php/Brandenburgische_Lausitz.html

Zu dem konkreten Vorwurf der Verzögerung von Flutungen in der Restlochkette: an den Flutungsterminen zum Erreichen der unteren Zielwasserstände in der Restlochkette hat sich - im Wesentlichen - nichts geändert!

Durchschnittlich rund 80 Prozent der vorgesehenen Flutungsmengen wurden bereits erreicht. Jedoch wird auch nach Erreichen des jeweiligen unteren Zielwasserstandes weiter eine Flutung (in der Nachsorgephase) notwendig sein. Auswirkungen auf die Nachnutzungen sind aus unserer Sicht nicht erkennbar, die Entwicklung von Tourismusprojekten ist weiterhin möglich.

Entgegen den diffusen Behauptungen lokaler Vertreter ist deutlich, dass gerade Projekte der Kommunen Senftenberg und Großräschen bzw. des Zweckverbandes LSB in enger Abstimmung mit der LMBV vorbereitet und umgesetzt werden, um - ggf. wo notwendig - auch ein Bauen im Trockenen zu ermöglichen. Allein aus dem Bau des Großräschener Stadthafens und der angedachten Lagune Sedlitz ergeben sich schon zeitliche und höhenmäßige Zwangswasserhaltungen in der Restlochkette.

Parallel sind auch noch die Kanalbauarbeiten an Überleiter 11 (bis 2014) zu berücksichtigen sowie bergbaubedingte Sanierungsarbeiten noch zu leisten bzw. zu Ende zu bringen, wie die Ufersicherung unterhalb der Victoriahöhe am Großräschener See oder an Uferabschnitten am Sedlitzer See. Auch die Ausleitung aus dem Sedlitzer See muss planerisch weiter von der LMBV voran gebracht und zur Genehmigungsreife geführt werden.

Zu beachten ist auch, dass für den Bau des Überleiters 12 ebenfalls der Wasserspiegel bei 99,2 m NHN im Restloch Koschen niedrig gehalten werden musste. Im Restloch Sedlitz wird voraussichtlich bis 07/2013 der Pegel auf kleiner/gleich 93 m NHN gesteuert werden können. Bis 12/2013 könnte der See dann auf 94 m NHN ansteigen und bis 12/2014 nach dem Bau der Ableitung einen Wasserstand von 96 m NHN erreichen.

Das wasserrechtliche Planfeststellungsverfahren zur Herstellung der Restlochkette Sedlitz-Skado-Koschen wurde in 12/2004 abgeschlossen. Der Bau des OLG wurde mit dem Planfeststellungsbeschluss von 09/2009 zugelassen.

Der wasserrechtliche Planfeststellungsbeschluss für den Großräschener See im  Restloch Meuro wird Ende 2012 erwartet. Ein hydraulisches Ausspiegeln zw. Großräschener und Sedlitzer See wird noch in 2012 erwartet. Auch im Großräschener See muss bis ca. 12/2013 der Pegel bei 94 m NHN für noch notwendige Böschungsarbeiten gehalten werden.

Es gibt im Zusammenhang mit den Flutungsprozessen großes Interesse an der Website der LMBV.  Die LMBV ist bemüht, dort aktuell, vielseitig und fachlich konkret über ihre Tätigkeit zu informieren. Von großem Interesse bei vielen Besuchern der Website ist nicht nur der zeitliche Prozess der Flutung der Tagebauseen. Die früher mit abgebildeten pH-Werte für die Seen waren jeweils aktuelle IST-Werte, die durch die Flutungsprozesse einer permanenten Veränderung unterliegen. Dies ist aber in der öffentlichen Wahrnehmung nicht immer so verstanden worden, so dass es in der Vergangenheit gelegentlich zu Fehlinterpretationen und unter Nutzung dieser Werte zu fachlich unkorrekten Aussagen bezüglich der Situation der einzelnen Bergbaufolgeseen gekommen ist. Um dies zu vermeiden, hat sich die LMBV entschlossen, diese Werte nicht mehr abzubilden.

 

Zurück