LMBV: Bergbausanierer gehen ordnungsgemäß mit Eisenhydroxidschlamm um

Zum Umgang mit in der Bergbausanierung anfallenden Eisenhydroxidschlämmen

Senftenberg. Immer wieder wird an die LMBV die Frage herangetragen, wie der Umgang mit dem in den Fließen und den Wasserbehandlungsanlagen der LMBV anfallenden Eisenhydroxidschlämmen erfolgt.

Infolge des Wiederanstieges des Grundwassers in den ehemaligen Braunkohlenbergbaugebieten und deren Exfiltration in Seen und Fließgewässern kommt es geogen bedingt zum Eintrag von Eisenfrachten, die zu sichtbaren Verockerungserscheinungen der Fließgewässer führen. Zur Bewältigung dieser Herausforderungen wurden durch die LMBV umfangreiche Studien erarbeitet sowie technische und naturräumliche Wasserbehandlungsanlagen zur Eisenminderung geplant und teilweise bereits realisiert. Zum Betrieb solcher Anlagen gehört auch die gesicherte Verbringung der dort anfallenden EHS. In den verockerten Fließ-gewässern ist eine Grundberäumung der eisenhaltigen Sedimente oft unerlässlich, um eine Verschlechterung des Gewässerzustandes zu verhindern. Auch die in diesen Bereichen anfallenden EHS-Sedimente sind einer gesicherten Verbringung zuzuführen.

Vor diesem Hintergrund hat die LMBV auf Grundlage einer Prüfung möglicher technisch und wirtschaftlich umsetzbarer Maßnahmen ein Konzept zum Umgang mit den Eisenhydroxid-schlämmen aufgestellt. Dieses Konzept ist an das Kreislaufwirtschaftsgesetz angelehnt und besagt, dass der Vermeidung vor der Verwertung, vor der Verspülung und vor der Deponierung der Eisenhydroxidschlämme und –sedimente dem Vorzug gegeben werden soll.

Ziel des Konzeptes ist es demzufolge, einerseits einen möglichst großen Anteil der anfallenden Stoffe einer Verwertung zuzuführen, andererseits gesetzeskonforme und umweltfreundliche Lösungen für die Schlämme zu finden, welche aufgrund ihrer stofflichen Zusammensetzung nicht unmittelbar weiter verwertbar sind. Grundlage für die Entscheidung, wie mit einer konkreten Schlamm- und Sedimentcharge umgegangen wird, ist stets die chemische Analyse der Inhaltsstoffe. Dabei geht die LMBV über die gesetzlich zwingend vorgeschriebenen Deklarationsanalysen hinaus, indem sie weitere Parameter bestimmt, welche gegebenenfalls für eine Verwertung relevant sein können.

Derzeit werden die anfallenden Eisenhydroxidschlämme der LMBV von zertifizierten Entsorgungsbetrieben abgenommen und nach zumeist kostenintensiver Aufbereitung anteilig wiederverwertet. Dabei handelt es sich beispielsweise um die Herstellung von Ersatzbaustoffen als Zwischenmittel und zur Abdeckung von Deponien. In geringerem Maß werden sie auch als Zuschlagstoff für Kompostieranlagen verwendet.

Da diese Entsorgungswege einerseits kostenintensiv und andererseits die Abnahme-kapazitäten rückläufig sind, prüft die LMBV alternative Verbringungswege. Hierfür hat die LMBV mit zahlreichen Firmen Gespräche über die Verwertung der Eisenhydroxidschlämme und Eisenhydroxidsedimente geführt. Das Spektrum reicht dabei von lokalen mittelständischen Betrieben bis zu international agierenden Großkonzernen.

Eine direkte Verwertung von EHS gestaltet sich jedoch aufgrund der schwankenden Zusammensetzung und des diskontinuierlichen Anfalls insbesondere aus der Fließgewässer-beräumung als schwierig. Daher hat die LMBV nach der Empfehlung eines unabhängigen Wissenschaftlich-Technischen Beirates drei Pilot- und Demonstrationsvorhaben aufgelegt, um neue Verwertungswege zu etablieren.

Als wirtschaftliche Alternative zur derzeitigen Praxis werden durch die LMBV derzeit der Bau einer eigenen Deponie für Eisenhydroxidschlämme und Eisenhydroxidsedimente und das Einspülen in Bergbaufolgeseen weiter untersucht. Ungeachtet dessen, ob es sich um die Deponierung oder das Verspülen handelt, geht die LMBV davon aus, dass hierzu ein behördliches Planfeststellungsverfahren mit öffentlicher Beteiligung notwendig wird. In einem solchen Genehmigungsverfahren muss durch die LMBV die Umweltverträglichkeit der Maßnahme nachgewiesen werden. Neben Umwelt- und Naturschutz spielt hier auch die Betroffenheit von Anwohnern, eine wichtige Rolle.

Im Fazit ist festzuhalten, dass die LMBV im Umgang mit Eisenhydroxid alle gesetzlichen Bedingungen einhält und verantwortungsbewusst an einem nachhaltigen, wirtschaftlichen und transparenten Umgang mit Eisenhydroxid arbeitet. (Stand 05/2019)

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