LMBV: Errichten einer vakuumthermischen Bodenreinigungsanlage in Schwarze Pumpe begonnen

Anlagen für künftige VTRA im Rahmen der Bergbausanierung im Bau

Senftenberg/Schwarze Pumpe. Derzeit wird im Auftrag vom Bergbausanierer LMBV im Rahmen einer geplanten Bodensanierung am Standort Schwarze Pumpe eine Lagerhalle errichtet (siehe auch Foto oben). Für die vakuumthermische Bodenreinigungsanlage (VTRA) werden gegenwärtig auch schon die ersten Fundamente errichtet. Die Ausrüstung mit den technischen Komponenten ist ab Mai 2018 geplant, so der zuständige LMBV-Projektmanager Karsten Handro. Die Bauzeit für die gesamte Anlage ist mit zehn Monaten veranschlagt. Ab Oktober 2018 soll sie in Betrieb gehen.

Parallel müssen zur Vorbereitung alte Gebäudeteile bis in den Untergrund zurück gebaut werden. Ab September 2018 sollen dann auf einer Fläche von 45 000 m2 die Belastungen des Erdreiches signifikant minimiert werden. Dafür wird der Boden bis zu einer Tiefe von 14 Metern in Spundwandkästen von jeweils ca. 10 x 10 Metern ausgehoben, dann gereinigt und wieder rückverfüllt. Insgesamt 286.000 Tonnen Erdreich, die bis 2022 so behandelt werden.

Das angewandte Prinzip in der VTRA: Der kontaminierte Boden wird bei der vakuumthermischen Behandlung je nach Schadstoffbelastung auf Temperaturen bis zu 300°C erwärmt. Gleichzeitig wird durch eine Vakuumpumpe ein Unterdruck erzeugt. Diese reduzierten Druckverhältnisse führen bei allen chemischen Verbindungen zu einer erheblichen Absenkung des Siedepunktes. Die heiße Luft wird abgekühlt, destilliertes Wasser schlägt sich ab, das Schadstoffdestillat kann entsorgt werden. Der gereinigte Boden wird am Ursprungsort wieder eingebaut.

Hintergrund: Schwarze Pumpe – zu DDR-Zeiten der größte Braunkohlen-Veredelungs-Komplex der Welt. Nach der Wende 1989/1990 die Wandlung zum modernen Industriepark. Uneffektive und schadstoffbelastete Betriebsteile wurden zurückgebaut und entsorgt – moderne Unternehmen siedelten sich auf frei geräumten Flächen an, über der Erde. Doch im Untergrund des Industrieparks warten noch Umweltaltlasten auf ihre Beseitigung. Besonders im Bereich des einstigen Gaswerkes ist der Boden mit Benzol und Phenol belastet - Umweltaltlasten die zum Problem werden könnten, wenn man nichts unternehmen würde.

Schon seit über anderthalb Jahrzehnten wird die Schadstoffbelastung in Schwarze Pumpe durch Spezialbrunnen und Grundwasserreinigungsanlagen verringert. Das Pump & Treat-Verfahren wurde besonders im Abstrom des Schadenszentrums eingesetzt. Pump & Treat ist ein hydraulisches Verfahren, bei dem man mittels Brunnen oder Drainage kontaminiertes Grundwasser fördert und es physikalisch, chemisch oder biologisch reinigt. Anschließend wird es dann wieder infiltriert, oder in die Vorflut abgegeben. Maßnahmen, die durchaus Erfolge zeitigten. Ziel der Bodensanierung in den nächsten Jahren ist die Reduzierung der Quellstärke in den Schadstoffeintragsgebieten zur Unterstützung und Verkürzung der hydraulischen Sanierung.

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