LMBV hat Wort gehalten: Weitere Sofortmaßnahme zur Reduzierung des Eiseneintrags in die Spree umsetzt

Wasserbehandlungsanlage der LMBV für Eichower Fließ in Betrieb genommen

Senftenberg/Eichow. Am 16.05.2014 konnten der Chef der Staatskanzlei des Landes Brandenburg, Staatssekretär Albrecht Gerber und der Vorsitzende der Geschäftsführung der LMBV, Klaus Zschiedrich gemeinsam den Startknopf zur Inbetriebnahme der von der LMBV hergestellten Wasserbehandlungsanlage bei Eichow drücken. Damit kann nun das eisenhaltige Wasser des Eichower Fließes in der kurzfristig hergestellten Wasserbehandlungsanlage am Standort des ehemaligen Kraftwerkes Vetschau ebenfalls zur Rückhaltung von gelösten Eisen genutzt werden. In einer Bauzeit von nur drei Monaten wurde die heutige Anlage wasserbauseitig errichtet, eine Pumpstation neu installiert sowie Wirtschaftswege und Nebenanlagen instandgesetzt.

Damit wird es jetzt möglich, auch für das Eichower Fließ eine Reduzierung der diffusen Eisenbelastung zu erreichen. Zwischen 70 und 160 Liter pro Sekunde können mit Pumpen aus dem Eichower Fließ entnommen werden, dass zwischen 50 und 90 Milligramm Eisen pro Liter gesamt mit sich führt. Dies entspricht einer Menge von 400 bis 700 Kilogramm pro Tag. Nach einer Verweildauer von 10 bis 14 Tagen in den drei zusammen rund 50.000 Kubikmeter großen Becken wird das Ausleitziel von weniger als drei Milligramm pro Liter Eisen erreicht.

Der LMBV-Chef betonte: „Mit der heutigen Inbetriebnahme einer weiteren LMBV-Wasserbehandlungsanlage im Spreeeinzugsgebiet ist ein wichtiger Meilenstein zur Sicherung des Spreewaldes erreicht. Der Dank der LMBV für die geleistete Arbeit gilt allen daran Beteiligten, ob Baudurchführenden, Planern oder Behördenmitarbeitern, aber einen besonderen Dank möchte ich an dieser Stelle dem Präsidenten des Landesamtes für Bergbau, Geologie und Rohstoffe, Dr. Klaus Freytag für die Koordinierung im Land Brandenburg aussprechen. Nur gemeinsam konnten wir erreichen, dass wir heute den Startknopf drücken können.“ (Foto: Funktionsprobe für Einlass in die neuen Becken Mitte Mai 2014)

Der Chef der brandenburgischen Staatskanzlei, Staatssekretär Gerber, versicherte, der Kampf gegen die Verockerung sei der Landesregierung ein „überaus wichtiges Anliegen“. Mit der neuen Anlage sei ein „weiterer Schritt für klare Gewässer in unserem Land gelungen“. Gerber wörtlich: „Hier geht es im wahrsten Sinne des Wortes um eine Gemeinschaftsaufgabe. Nicht nur in Bezug auf Brandenburg und Sachsen. Auch innerhalb des Landes können wir nur dann Erfolge erzielen, wenn alle Partner dieselbe Stoßrichtung verfolgen. Das heißt, wenn die zuständigen Behörden, die Landkreise und Kommunen sowie die Bürgerinitiativen an einem Strang ziehen.“ Deshalb sei es wichtig, dass heute alle wichtigen Akteure vertreten seien. Gerber dankte für diese „beispielgebende Zusammenarbeit und das konstruktive Miteinander“.

Hintergrund:

Die Güteveränderungen in der Spree sind zu einem wichtigen Aufgabenfeld der LMBV geworden. Die seit der zweiten Hälfte des Jahres 2012 zunehmende Eisenbelastung der Spree und ihrer südlichen Zuflüsse durch diffuse Einträge von eisenhaltigem Grundwasser im Zuge des flächenhaften Grundwasserwiederanstiegs sowie die schnelle Erarbeitung erforderlicher Abwehrmaßnahmen haben sich zu einem Schwerpunkt der LMBV-Arbeit entwickelt. Betroffen sind zum einen der als Spreegebiet Südraum bezeichnete Bereich des Zuflusses zur Talsperre Spremberg und zum anderen das Spreegebiet Nordraum mit den Zuflüssen aus dem Sanierungsgebiet der ehemaligen Tagebaue Seese/Schlabendorf und Greifenhain/ Gräbendorf. Klaus Zschiedrich verwies darauf: „Im Spreegebiet Nordraum befinden sich zwischenzeitlich alle mit dem Land Brandenburg vereinbarten Sofortmaßnahmen zur Verbesserung der Wassergüte in der Planung und Realisierung bzw. sind bereits fertiggestellt.“

Mit der Wiederinbetriebnahme der vormaligen Grubenwasserreinigungsanlage Vetschau durch die LMBV ab Mai 2013 wurde inzwischen ein wesentlicher Anteil des diffusen Eiseneintrags im Bereich des Neuen Vetschauer Mühlenfließes zurückgehalten. Im Februar 2014 wurde die Einbindung des Reudener Haupt-grabens in den Zulauf zur Anlage Vetschau abgeschlossen. Damit wird eine weitere Haupteintragsquelle der Eisenbelastung aus dem Einzugsgebiet der Vetschauer Mühlenfließe der GWRA Vetschau zugeführt. Zur Initialneutralisation des Restlochs 14/15 in Schlabendorf-Süd ist seit August 2013 ein Sanierungsschiff im Einsatz. Dadurch werden größere Mengen Eisens im See zurückgehalten. Die Wudritz, ein südlicher Zufluss zum Spreewald, wurde im zweiten Halbjahr 2013 östlich und westlich des Ortes Groß Radden auf einer Länge von acht Kilometer entschlammt. Zur Schlammentwässerung sind temporäre Rückhaltebecken angelegt worden.

Zschiedrich unterstrich: „Die LMBV wird auch weiterhin intensiv an den Fragen der Güteentwicklung arbeiten.“ Auf sächsischem Territorium (im Spreegebiet Südraum) ist die LMBV mit den zuständigen Landesbehörden in weiteren Abstimmungen und Erörterungen zu den durch die LMBV geplanten und beantragten Maßnahmen. Schwerpunkte bildeten hierbei die Überleitung eisenhaltigen Grundwassers aus dem Zwickelbereich Kleine Spree/Spree zur GWRA Schwarze Pumpe, die Planung zur Errichtung eines Abfangriegels mit Brunnen an der Kleinen Spree, die Ertüchtigung der GWRA Burgneudorf sowie das Pilot- und Demovorhaben zur mikrobiell induzierten Eisenretention im Grundwasserzustrom nahe Ruhlmühle an der Spree.

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