LMBV: Leipziger Messeauftritt im Feb. 2016 - Daten und Fakten zur LMBV und ihren Seen

Bergbausanierer auf der Messe Beach & Boat 2016 in Leipzig

Dimensionen des Immobilien-Portfolios der LMBV

  • Eigentum 1995: 969 km²(zum Vergleich: Fläche Berlin 890 km², Leipzig 300 km²
  • Eigentum 2016: 317 km² mit unterschiedlichsten Nutzungsmöglichkeiten;
  • 2015 Zuwachs am Grundbesitz um 7,74 km² mit Verschmelzung der GVV auf die LMBV;

  • Eigentum mit unterschiedlichsten Nutzungsmöglichkeiten, wobei über ca. 221 km² bereits verfügt* wurde (* durch die Gewässerrahmenvereinbarungen, durch Übertragen an das Nationale Naturerbe und Anderes);

  • Bisher erfolgter Verkauf von Flächen in den zurückliegenden 20 Jahren: ca. 598 km².

  • Von den noch vorhandenen Flächen sind ca. 2/3 noch in der Sanierungsphase oder in Sperrbereichen gelegen. Daher stehen derzeit nur wenige Flächen zum Verkauf.

Struktur und Entwicklung des Immobilienbestandes der LMBV

Die Ende 2015 im Bestand der LMBV befindlichen Liegenschaften weisen folgende Nutzungsartenstruktur auf:

  • Landwirtschaftsflächen: 161 Hektar
  • Forstflächen: 948 Hektar
  • Naturnahe Flächen: 486 Hektar
  • Wasserflächen: 607 Hektar
  • Betriebsflächen / Abbauland: 526 Hektar
  • Sonstige Flächen: 2.040 Hektar

Bislang wurden mehr als 150 km² Wald- und 115 km² Landwirtschaftsflächen verkauft. Aus dem Portfolio wurden rund 100 km² ökologisch wertvolle Flächen vor allem an Stiftungen und Vereine des Naturschutzes veräußert. Weitere 30 km² sollen schrittweise im Rahmen des Nationalen Naturerbes auf die Länder übertragen werden.

  • Die LMBV verfügt über ca. 50 größere und 100 kleinere künstliche Seen mit einer Gesamtwasserfläche von 270 km². Davon wurden bislang 119 km² vermarktet. 2008 wurde eine Rahmenvereinbarung zur Übernahme der großen Gewässer durch den Freistaat Sachsen (mit einem Flächenumfang von 80 km²) abgeschlossen. Eine gleiche Vereinbarung wurde mit dem Land Brandenburg (mit einem Flächenumfang von 33 km²) im Jahre 2009 geschlossen.
  • Im Umfeld der Bergbaufolgeseen sind gegenwärtig mehr als 100 Standorte unterschiedlichen Realisierungs- bzw. Planungsstandes mit aktuell fast 790 Hektar Flächen für den intensiven Tourismus in Form von komplexe touristische Anlagen, Veranstaltungsorten, Ferienhausgebieten/Hotels, Camping- und Caravanplätzen, touristische Infrastrukturen, Wassersportanlagen etc. ausgewiesen. Davon befinden sich knapp 60 % in der Lausitz und über 40 % in Mitteldeutschland.
  • Darüber hinaus dienen über 14.000 Hektar zusammenhängender Flächen der weitgehend ungestörten Entwicklung von Flora und Fauna sowie der damit verbundenen naturnahen Erholung. Zu den bedeutendsten Gebieten in dieser Rubrik gehören in der Lausitz Sielmanns Naturlandschaft Wanninchen, das Naturparadies Grünhaus und das Naturschutzgroßprojekt Lausitzer Seenland sowie in Mitteldeutschland die Goitsche-Wildnis, das Umfeld des Grabschützer Sees und des Bockwitzer Sees.
  • Aus industriellen Altstandorten hat die LMBV sechs Industrieparks (560 ha) und weitere Gewerbeareale (220 ha) entwickelt, die zur Ansiedlung von Industrie- und Gewerbebetrieben verfügbar sind. Dadurch konnten bisher rund 4.000 Arbeitsplätze geschaffen werden. Darüber hinaus ist die LMBV an der Entwicklung des Industrieparks Schwarze Pumpe (670 Hektar) beteiligt.
  • Auf einstigen Bergbauflächen wurden bis jetzt insgesamt 18 Windparks mit einer Fläche von fast 2.200 Hektar und einer Gesamtleistungen von über 260 MW errichtet. Auf die Lausitz entfallen über 80 % der Anlagen mit mehr als 90 % der Fläche. Allein auf den Kippen der ehemaligen Tagebaue Klettwitz und Cottbus-Nord umfassen die Windparks 1.180 Hektar bzw. 460 Hektar. Die Leistung einiger Anlagen (Windpark Klettwitz) wurde durch Repowering inzwischen deutlich erhöht.
  • Insgesamt 28 Solarkraftwerke mit einer Gesamtfläche von 1.380 Hektar sind auf Arealen früherer Tagebaue oder Veredlungsstandorte geplant und zu einem großen Teil schon gebaut. Fast zwei Drittel der Anlagen mit knapp 90 % der Gesamtfläche liegen in der Lausitz. Zu den größten Anlagen zählen die Solarparks Senftenberg (385 Hektar), Finsterwalde (290 Hektar) und Schipkau (165 Hektar). Die bis jetzt installierte Leistung der Solaranlagen beträgt mehr als 290 MW.

Infos zu den Bergbaufolgeseen der LMBV

Es entstehen in der Bergbaufolge rund 100 nutzbare größere Gewässer mit 270 km² Wasserfläche, davon ca. 155 km² in der Lausitz und 115 km² in Mitteldeutschland. Die neuen Bergbauseen sind:

  • groß und landschaftsprägend, jung und noch im Entstehen begriffen,
  • vielfältig und abwechslungsreich, offen (für Neues) und
  • damit bereit für sinnvolle Investitionen.

Noch sind einige Bergbaufolgeseen in Flutung: immer mehr Seen erreichen die Endwasserstände in den Jahren bis voraussichtlich bis 2021/22. Zahlreiche Seen wurden bereits durch Kanäle untereinander verbunden; damit Entstehung neuer weitläufiger Wassersportreviere.

  • 16 Bergbaufolgeseen in Verantwortung der LMBV sind oder werden größer sein als 6 km². Damit erhöht sich die Anzahl der deutschen Seen dieser Größe bis 2022 um ein Drittel.
  • Die begleitende touristische Basisinfrastruktur wird mit Unterstützung der Länder geschaffen (über regionale Eigen- und Fördermittel, u.a. VA §4 - Maßnahmen).
  • Die Entwicklung und Vermarktung der Gewässer- und Gewässerrandflächen erfolgt in Planungshoheit der Kommunen in Abstimmung mit ortsansässigen Zweckverbänden.

Die LMBV als derzeitiger Gewässereigentümer ist verantwortlich für die bergbauliche Sicherheit und die Umsetzung der bestätigten Planfeststellungsverfahren zur Herstellung der künstlichen Gewässer. Die endgültige Fertigstellung der Seen wird erst mit Beendigung der Bergaufsicht und Übertragung der Seen an die jeweiligen Bundesländer gemäß den geschlossenen Rahmenvereinbarungen erfolgen. Bis dahin ist auf der Grundlage einer weiteren Vereinbarung zwischen LMBV und Freistaat Sachsen eine Zwischennutzung möglich. Die Vereinbarung mit dem Land Brandenburg wird vorbereitet. Die Zustimmungen für Gewässernutzungen erteilen die zuständigen wasserrechtlichen Behörden.

Potenziale des Mitteldeutschen Seenlandes und seines Wassersportreviers

  • Bislang bestehen 46 Tourismusprojekte in unterschiedlicher Planungs- bzw. Umsetzungsqualität:
  • Die touristischen Angebote konzentrieren sich auf die Räume nördlich und südlich von Leipzig (dort entstehen drei Viertel aller Projekte auf 60 % der Gesamtfläche). Danach folgen mit einigem Abstand die Räume Geiseltal Seeland mit jeweils rund 10 % der Vorhaben bzw. der Projektfläche.
  • Die Entwicklung der touristischen Vorhaben ist in Mitteldeutschland weit vorangeschritten. Fast 60 % aller Projekte auf knapp zwei Dritteln der Fläche sind bereits umgesetzt oder in der Realisierungsphase.
    • 11 Standorte mit breiten touristischen Angeboten (z. B. Wassersportzentrum Bitterfeld, Pier 1 Cospudener See, Neue Harth Zwenkauer See)
    • 4 Veranstaltungsorte (u. a. Ferropolis, Halbinsel Pouch, Magdeborner Halbinsel)
    • 11 Hotel- und Ferienhausanlagen (u. a. Strand Löbnitz, Ferienhaussiedlung Mühlbeck, Seepark Auenhain, Marina Braunsbedra)
    • 4 Camping- und Caravanplätze (u. a. Campingplatz Helmstedt, Campingplatz Mücheln, Nordstrand Hainer See, Nordufer Concordiasee)
    • Es gibt 16 Strandbereiche mit wassersportlichen Angeboten und touristischer Infrastruktur.
  • 28 Projekte wurden bereits umgesetzt bzw. sind in der Realisierung (z. B. See- und Waldressort Gröbern, Bitterfelder Wasserfront, Bergbau-Technik-Park, Lagovida, Kap Zwenkau, Marina Mücheln, Lagune Kahnsdorf).
  • Es gibt 18 geplante Standorte (z. B. Wassersportzentrum Delitzsch, Tourismuszentrum Harbke, Freizeitpark Frankleben, Südufer Concordiasee).
  • 35 Aussichtspunkte + Landmarken bereits entstanden (z. B. Pegelturm Goitzsche, Aussichtsturm Bistumshöhe Cospudener See).

Potenziale des Lausitzer Seenlandes und seines Wassersportreviers

  • In der Lausitz befinden sich etwa 45 % aller Tourismusprojekte bereits im Bestand oder in der Umsetzung. Somit sind noch rund 55 % aller Vorhaben in der Planungsphase.
  • Die Hälfte aller Tourismusprojekte mit über 40 % der Fläche aller Vorhaben liegt im Kernbereich des Lausitzer Seenlands. Mit großem Abstand folgen die Räume Lauchhammer, Oberlausitz und Bärwalde mit Anteilen von 10 bis 15 % der Projekte bzw. 5 bis 27 % der Projektfläche.
  • Aktuell gibt es 59 touristische Vorhaben unterschiedlichen Entwicklungsstandes:
    • 8 Standorte mit touristischen Mehrfachangeboten (u. a. Südufer Geierswalder See, Nordufer Spreetaler See, Wassersportzentrum Tauchritz Berzdorfer See).
    • 4 Veranstaltungsplätze (u. a. EuroSpeedway Lausitz, Besucherbergwerk AFB60, Das Ohr am Bärwalder See).
    • 18 Hotelanlagen und Ferienhaussiedlungen (u. a. Feriendorf Ilse-Kanal, Gut Scado Partwitzer See, Feriendorf Gräbendorfer See, Strand Markersdorf Berzdorfer See)
    • 5 Campingplätze (u. a. Campingplatz Ilse-Kanal, Südufer Scheibe See, Camping- und Ferienpark Berzdorfer See).
    • 24 Areale mit sportlichen bzw. wassersportlichen Angeboten und touristischer Infrastruktur.
  • Zusammen sind 27 Vorhaben im Bestand oder in der Realisierung (z. B. SeeStadt Großräschen, Marina Partwitzer See, Stand Boxberg O. L. Bärwalder See).
  • Außerdem gibt es für 32 Areale unterschiedlich konkrete Planungen (z. B. Nordufer Sedlitzer See, Segelsportzentrum Partwitzer See, Erholungsgebiet Bergheider See, Wassersportzentrum Tauchritz).
  • In der Lausitz findet man über 40 Aussichtspunkte und Landmarken (z. B. Rostiger Nagel bei Kleinkoschen; Leuchtturm bei Geierswalde, Aussichtsturm Neuberzdorfer Höhe).

Hauptaufgaben der LMBV

  • Betreiben des Sanierungsbergbaus für die ehemaligen Lausitzer und Mitteldeutschen Braunkohletagebaue und Veredlungsanlagen als bergrechtlich verantwortliche Projektträgerin inklusive Planung, Ausschreibung, Vergabe, Kontrolle und Abnahme der Sanierungsarbeiten mit dem Ziel der Beendigung der Bergaufsicht.
  • Erstellen von Abschlussbetriebsplänen für ehemalige Betriebsanlagen des Braunkohlenbergbaus sowie Mitwirken bei den notwendigen Entscheidungen zur Wiedernutzbarmachung der vom Bergbau in Anspruch genommenen Flächen.
  • Verwerten und Vermarkten der für Folgenutzungen aufbereiteten Liegenschaften mit dem Ziel der Wiedereingliederung in den Natur- und Wirtschaftskreislauf, u. a. mit dem Ziel, Arbeitsplätze anzusiedeln.
  • Wahrnehmen der Projektträgerschaft im Auftrage der Länder für nachnutzungsorientierte Projekte.

Finanzierung der LMBV bzw. der Bergbausanierung

  • Bis Anfang September 2015 wurden rund 10.000 Mio. Euro zur Finanzierung der Rechtsverpflichtungen in der Braunkohlesanierung aufgewendet. Anfang der 1990er Jahre wurden die Aufwendungen für die Altlasten der auf die Bundesrepublik Deutschland übergegangenen Verpflichtungen des Braunkohlenbergbaus mit 16.300 Mio. Euro beziffert.
  • Für den Zeitraum 2013 - 2017 (VA V) stehen der LMBV seitens des BMF und der ostdeutschen Braunkohleländer insgesamt rund 1,23 Milliarde Euro als Zuwendungen bzw. Zuweisungen zur Finanzierung der Projekte der Braunkohlesanierung zur Verfügung.

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