Stimmungsvolle LMBV-Barbarafeier der Sanierungsbergleute mit Partnern am 5. Dezember 2012 in Görlitz

Senftenberg/Görlitz. Am 5. Dezember 2012 sind in der Landskron-Brauerei in Görlitz die Mitarbeiter des Lausitzer Sanierungsbergbaus mit vielen Partnern und Gästen zusammen gekommen. Bereits zum 18. Mal zog die LMBV gemeinsam mit ihren Gästen Bilanz, um die geleistete Arbeit des Sanierungsbergbaus im ablaufenden Jahr 2012 würdigen und ihre Schutzpatronin, die Heilige Barbara, ehren. Dazu hatte sich die LMBV zahlreiche Gäste aus dem Kreis ihrer Vertragspartner, aus dem kommunalen und regionalen Umfeld, aus Politik, Behörden und Wissenschaft eingeladen. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand traditionsgemäß der Lausitzer Revierbericht von Prof. Dr. Kuyumcu, Vorsitzender der Geschäftsführung der LMBV, sowie die Rückschau aus Sicht der Arbeitnehmer. Der Festvortrag wurde in diesem Jahr vom sächsischen Umweltminister Frank Kupfer gehalten, der sich klar zum Braunkohlenbergbau und zur Braunkohlesanierung bekannte. Im Anschluss an die Retrospektive und den Festvortrag wurden zwei herausragende Persönlichkeiten mit einem Sprung über das „Arschleder“ zum Ehrenbergmann 2012 „geschlagen“. 2012 waren es der IBA-Vater Prof. Dr. Rolf Kuhn und der Boxberger Bürgermeister Roland Trunsch. Es wurde der Heiligen Barbara gedankt und zugleich ihren Segen für das kommende Jahr 2013 erbeten. Die LMBV beschäftigt rd. 600 Mitarbeiter, davon ca. 400 im Lausitzer Revier.

Im Revierbericht des LMBV-Chefs hieß es u.a.: „2012 war für die LMBV wieder ein sehr anspruchsvolles Jahr. Neben den intensiven Arbeiten zur Bewältigung der besonderen Herausforderungen hat die LMBV ihre Sanierungsvorhaben weitgehend planmäßig vorangebracht. Dafür werden am Ende des Jahres der Bund und die Braunkohleländer Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen rund 171 Millionen Euro in vielfältige Projekte investiert haben, davon 116 Millionen Euro im Lausitzer Revier.“

Zu den Projekten der regulären Sanierungstätigkeit der LMBV gehören zum Beispiel Flutungen von Bergbaufolgeseen: Die genau vor zehn Jahren begonnene Flutung des Berzdorfer Sees soll noch in der ersten Jahreshälfte 2013 abgeschlossen werden; noch fehlen ca. siebzig Zentimeter zum Höchst-Endwasserstand. Darauf warten die Menschen im Dreiländereck von Polen, Tschechien und Deutschland, um den See alsbald bestimmungsgemäß nutzen zu können. Das Hochwasser vom August 2010 hatte erhebliche Schäden an den Böschungssystemen und dem noch nicht fertiggestellten Auslaufbauwerk verursacht. Dieses Bauwerk musste komplett neu errichtet werden und konnte im Juli 2012 fertiggestellt werden. Den Bergbaufolgeseen werden 2012 insgesamt rund 83 Millionen Kubikmeter Flutungswasser zugeführt, davon 62 Millionen Kubikmeter in der Lausitz. Wichtig war auch die Freigabe der vorzeitigen Nutzung eines Teilbereiches des Geiseltalsees nach eingehender Abstimmung zwischen der Bergbehörde und der LMBV als ein wichtiges Signal für den Geiseltalsee als dem größten künstlichen See Deutschlands.

Aus der Lausitz ist u.a. erwähnenswert die Ufersicherung am Heidesee im ehemaligen Tagebau Kleinleipisch. Hier sind insgesamt ca. 2,5 Millionen Kubikmeter Kippenboden mit Tiefenrüttlern zu verdichten und 200.000 Kubikmeter Massen zu bewegen, um die versteckten Dämme am Nord- und Westufer mit geotechnisch hinreichend sicheren Dimensionen herzustellen. Die Herstellung des Verbindungskanals zwischen dem Senftenberger See und dem Geierswalder See war leider nicht ohne Schwierigkeiten. Gemeinsam mit dem Land Brandenburg hat die LMBV notwendigen Schlussfolgerungen für die Zukunft gezogen. Der schiffbare Überleiter 12, den die LMBV bis Mitte 2013 fertigstellen wird, hat für das Lausitzer Seenland eine besondere Bedeutung und wird von den Menschen in der Region auch gern angenommen.

Schaffung von hinreichenden Bedingungen für die langzeitsichere Gestaltung von Innenkippen

Auch bei der Konzipierung der Sicherung von alten Innenkippen im Lausitzer Revier ist die LMBV ein gutes Stück vorangekommen. Auf der Grundlage einer eingehenden Analyse bisheriger Geländeeinbrüche wurden notwendige Sperrgebiete von insgesamt rund 17.000 Hektar im Frühjahr in drei Kategorien unterteilt, wonach Flächen der Kategorie A wahrscheinlich bis Ende 2013 und der Kategorie B bis Ende 2017 für eine Nutzung freigegeben werden. Für die Flächen der Kategorie C sind längerfristige Sanierungsmaßnahmen erforderlich, so dass diese höchstwahrscheinlich über 2017 hinaus gesperrt bleiben. Diesen Sachstand hat die LMBV flurstückskonkret und zeitnah mit den zuständigen Behörden, kommunalen Vertretungen aber auch mit den betroffenen Flächennutzern und -eigentümern kommuniziert.

Der Geotechnische Beirat der LMBV kommt auch nach Auswertung des internationalen Kenntnisstandes zu der Einschätzung, dass die Instabilitäten auf Kippen mit zur Verflüssigung neigenden lockeren Sanden durch lokal zu hohe Porendrücke im Kippenkörper im Zuge des Grundwasserwiederanstiegs und der Beeinflussung durch Extremniederschläge bedingt sind. Es gilt daher, mit geeigneten Maßnahmen die Entstehung von kritischen Porendrücken zu vermeiden und die existierenden abzubauen. In diesem Kontext hat die LMBV Feldversuche zur Quantifizierung der Wirkung von so genannten Vertikal-Drains durchgeführt, wo in der Mitte zum Beispiel mit einem Walzenzug eine Erschütterung eingetragen wird und die linke Seite mit Drains und die rechte Seite ohne Drains ausgestattet ist. Erste Auswertungen zeigen, dass die Versuche zielführend waren. Damit können solche Maßnahmen durchaus zur Sicherung von lokalen Schutzobjekten künftig mit herangezogen werden.

Ein weiterer Ansatz für die Konzipierung von Maßnahmen zur Ergänzung der Sanierungskonzeption ist das oberflächennahe schonende Sprengen. Auf der Grundlage von komplexen Feldversuchen im Jahr 2013 wird die LMBV die Eignung des schonenden Sprengens als belastbare ergänzende Maßnahme zur flächenhaften Stabilisierung von Innenkippen beurteilen bzw. für eine betriebliche Umsetzung näher konzipieren. Gleichzeitig werden alle geologisch, geotechnisch und hydrologisch relevanten Daten jeder Innenkippe in einem so genannten neuen Kippenkataster zusammengeführt. Als Bestandteil des Geoinformationssystems der LMBV sollen die Kippenkataster nicht nur die Analyse der komplexen Zusammenhänge in einem Kippenmassiv erleichtern, sondern auch künftig die Grundlage für ein noch aufzubauendes „Integriertes Kippensicherheits- und Bewertungssystem“ schaffen.

Das sind anspruchsvolle Zielstellungen. Im Jahr 2013 sollen die erforderlichen ergänzenden Maßnahmen zur Stabilisierung der Innenkippen soweit konkretisiert werden, dass damit beginnen werden kann, diese schrittweise einzuführen. Die sukzessive Freigabe der vorsorglich gesperrten Kippenflächen für die Nutzung ist - insbesondere für die betroffenen Unternehmen, aber auch für die Region Lausitz, eine wichtige Zielstellung. An dieser Stelle dankte die LMBV allen Betroffenen und Beteiligten für das Verständnis und das Vertrauen sowie für die aktive Unterstützung durch die Bürgermeister, Landräte, Verbände und Institutionen sowie Ministerien.

Abwehr von Gefährdungen im Zusammenhang mit dem Grundwasserwiederanstieg

Ein weiterer Schwerpunkt der Braunkohlesanierung ist die Abwehr von Gefährdungen im Zusammenhang mit dem Grundwasserwiederanstieg, zum Beispiel im Stadtgebiet Senftenberg, wo ohne weitere Maßnahmen das Gewerbe- und Industriegebiet Laugkfeld sowie fast 170 Gebäude im östlichen Stadtgebiet Senftenberg gefährdet wären. Als Abwehrmaßnahme wird die LMBV das Grundwasser hier durch Abpumpen dauerhaft kurz halten. Zu diesem Zweck werden drei Horizontalfilterbrunnen niedergebracht und das Wasser zur Grubenwasserreinigungsanlage Rainitza abgeleitet. Im September hat die LMBV mit dem Bau der Schächte der Horizontalfilterbrunnen begonnen. Eine erste Baugrube hat schon Gestalt angenommen. Die Gesamtanlage soll bis Ende 2014 fertiggestellt sein.

Das Stadtgebiet Lauchhammer ist geprägt durch eine über 160jährige Bergbaugeschichte. Mehr als 1.000 Gebäude und bauliche Anlagen sind auf Altkippen errichtet und umgeben von zahlreichen Altrestlöchern. Örtlich wechselnde Wasserwegsamkeiten und verflüssigungsgefährdete Kippenareale als historischer Baugrund stellen eine technisch enorme Herausforderung. Im besonderen Fokus stehen aktuell die Sicherungsmaßnahmen in Lauchhammer Ost, Pappelweg. In enger Abstimmung mit der zuständigen Bergbehörde LBGR erfolgt die Sicherung des Kippenareals mit Filterbrunnenentwässerung. Der erste Bauabschnitt mit fünf Filterbrunnen ist inzwischen fertiggestellt. Der zweite Bauabschnitt mit neun Filterbrunnen soll nächstes Jahr realisiert werden. Auch hier ist eine dauerhafte Grundwasserkurzhaltung erforderlich.

Ebenso im Auftrag der Finanziers und auch des sächsischen Oberbergamtes plant die LMBV derzeit ein zeitlich und technisch umfangreiches Sanierungskonzept zur standsicheren Gestaltung der Böschungen vom Knappensee, ein Altbergbaugebiet ohne Rechtsnachfolge, ein seit einem halben Jahrhundert von vielen Bürgern genutzter See, dessen Uferböschungen jedoch keine Langzeitsicherheit haben. Das Projekt verlangt eine transparente und intensive Kommunikation, wofür die LMBV auch ein Bürgerbüro vor Ort eingerichtet hat. Parallel hierzu werden in zeitlichen Abständen die betroffenen Bürger über das geplante Vorhaben informiert. Demnächst werden das Sächsische Oberbergamt und die LMBV nach Abstimmung mit den Genehmigungsbehörden den abgestimmten Bauzeitplan des Vorhabens vorstellen.

Zukunftstechnologie mit innovativen Ansätzen zur Schaffung einer nachhaltigen Wasserqualität

Künftig stehen auch Schwerpunktmaßnahmen zur Schaffung einer nachhaltigen Wasserqualität in den Bergbaufolgeseen vor deren Einbindung in das Oberflächengewässersystem vor allem im Lausitzer Seenland mit seinem erheblichen Säurepotenzial der Kippenmassive auf der Tagesordnung. Neben dem Betrieb und Bau von weiteren aber wenigen stationären Wasserbehandlungsanlagen, werden wir mehrere Seen in der Lausitz durch das so genannte Inlake-Verfahren neutralisieren, damit wir sie nach deren Fertigstellung ab etwa Mitte dieses Jahrzehnts in das Oberflächengewässersystem integrieren können. Mit neuartigen, so genannten Sanierungsschiffen werden die für jeden See speziell zusammengesetzten Neutralisationsmittel mit einer neuartigen Mischanlage aufbereitet sowie mit GPS und Sonartechnik zielgenau in der notwendigen Menge und Güte, also sparsam und wirtschaftlich eingebracht.

Im Zuge des Grundwasserwiederanstiegs wird auch in Kippenmassiven aber auch im Gewachsenen geogen vorhandene bereits oxidierte Pyrit ausgewaschen und gelangt so eisenhaltiges Grundwasser an unterschiedlichen, in der Regel nicht vorher lokalisierbaren Stellen in die Vorfluter. Im Auftrag des Bundes und der Braunkohleländer und in enger Abstimmung mit den für uns zuständigen Berg- und Umweltbehörden ist die LMBV dabei, geeignete Maßnahmen hiergegen zu konzipieren. Im Lausitzer Revier stehen derzeit zwei Räume im besonderen Fokus. Für das Gebiet südlich Spremberg werden wir den konkreten Handlungsbedarf auf Basis einer Studie bis zum I. Quartal 2013 ermitteln. Für das unmittelbare Umfeld des Spreewaldes prüft die LMBV derzeit die Möglichkeit der Wiederinbetriebnahme von ehemaligen Grubenwasserreinigungsanlagen zum Beispiel der Anlage in Vetschau noch im Jahr 2013.

Auch in diesem Jahr konnten zwanzig junge Leute ihre Berufsausbildung bei uns neu starten, so dass derzeit 61 Jugendliche sich bei uns eine Berufsperspektive aufbauen. Der Steuerungs- und Budgetausschuss der Braunkohlesanierung hat am 05.12.2012 beschlossen, das Ausbildungsprogramm auch im Jahr 2013 mit 16 Ausbildungsplätzen fortzusetzen. Die LMBV hat seit 2007, insbesondere ab 2009 konsequent neue Mitarbeiter mit hoher Qualifikation eingestellt, um zum einen Altersabgänge zu ersetzen und zum zweiten die aktuell und künftig anstehenden Aufgaben planmäßig und sachgerecht umzusetzen. Inzwischen besteht die LMBV-Belegschaft zu mehr als einem Drittel aus Neuzugängen, die dank ihres jungen Alters das Durchschnittsalter im Unternehmen positiv angehalten, oder mit anderen Worten, es um rund zwei Jahre verjüngt hat. Mit dem kürzlich verhandelten Verwaltungsabkommen von 2013 bis 2017 gibt es auch künftig Planungssicherheit für die LMBV. „Dies ist ein hohes Gut und zugleich Ansporn, die Aufgaben auch in Zukunft hochwertig umzusetzen.“ Der LMBV-Chef dankte auch allen Akteuren des Gemeinschaftswerkes Braunkohlesanierung, den Kommunen und Vertretungen der Berg- und Umweltbehörden, den zuständigen Ministerien und den zahlreichen Geschäftspartnern.

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