Finanziers der Braunkohlesanierung informieren sich über den Sanierungsfortschritt in der sächsischen Lausitz

125. Sitzung des Steuerungs- und Budgetausschusses für die Braunkohlesanierung (StuBA) am 18./19. Juni 2019 in Bad Muskau

Berlin/Bad Muskau. Die Vertreter des Bundes und der Länder Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen kommen am 18. und 19. Juni 2019 zum 125. Mal zusammen, um über die Finanzierung und Organisation der Braunkohlesanierung in den neuen Ländern zu entscheiden.

In dem seit Februar 1995 bestehenden Steuerungs- und Budgetausschuss (StuBA) verantworten die Vertreter der Ministerien aus Bund und Ländern gemeinsam das größte Umweltprojekt Europas und entscheiden über die Finanzierung von Sanierungsmaßnahmen in Tagebauarealen und Industriestandorten der früheren DDR-Braunkohleindustrie.

In die Beseitigung dieser Bergbaualtlasten wurden bislang schon rund 11 Mrd. € investiert und damit unter anderem Seenlandschaften geschaffen, die die Regionen Lausitz und Mitteldeutschland mit mehr als 120 Gewässern und ca. 300 Quadratkilometern Wasserfläche bereichern, einen deutlichen Fortschritt bei der Schaffung eines sich weitgehend selbst regulierenden Wasserhaushaltes darstellen und für Erholungssuchende und wassersportbegeisterte Besucher aus ganz Europa attraktiv machen. Die Arbeiten werden in Verantwortung der Lausitzer- und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) durchgeführt.

Auf der 125. StuBA-Sitzung werden sich die Finanziers insbesondere mit dem Stand der Arbeiten am Wasserspeichersystem Lohsa II befassen. Mit seinem geplanten Speichervolumen von rund 72 Mio. m³ in den drei Speicherbecken Dreiweibern, Lohsa II und Burghammer – ehemaligen Tagebaurestlöchern – befindet sich das Großvorhaben auf der Zielgeraden. Schon jetzt liefert es einen wesentlichen Beitrag zur Niedrigwasseraufhöhung der Spree in Trockenzeiten, wodurch nicht nur das UNESCO-Biosphärenreservat Spreewald geschützt, sondern auch der Wasserhaushalt und die Trinkwasserversorgung im Großraum Berlin mit gesichert wird. Darüber hinaus befassen sich die Ausschussmitglieder auf ihrer Jubiläumssitzung mit aktuellen Entwicklungen bei Gefahrenabwehrmaßnahmen im Zusammenhang mit dem Grundwasserwiederanstieg und der geotechnischen Sicherung gesperrter Innenkippenflächen.

Im Rahmen einer Revierbefahrung machen sich die Ausschussmitglieder darüber hinaus vor Ort ein Bild vom Stand der Sanierungsprojekte. In diesem Jahr stehen auf dem Programm: Die schiffbaren Überleiter zwischen den Bergbaufolgeseen vom Spreetaler bis zum Neuwieser See, die Horizontalfilterbrunnenanlage zur Grundwasserniedrighaltung im Stadtgebiet Hoyerswerda, die vakuumthermische Boden-sanierungsanlage am Industriestandort Schwarze Pumpe und die modulare Grubenwasserreinigungsanlage Burgneudorf zur Reduzierung der Eiseneinträge in die Spree. Höhepunkt wird der symbolische Spatenstich zum letzten großen Bauabschnitt – dem Ausbau der Kleinen Spree – zur Fertigstellung des Wasserspeichersystems Lohsa II sein.

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