Senftenberg/Spremberg. Der Jahresbericht 2025 zum "Monitoring der Eisenbelastung der Spree und in der Talsperre Spremberg" durch den Fachgutachter Klare Spree der LMBV – Dr. Wilfried Uhlmann vom Privaten Institut für Wasser und Boden GmbH (IWB Dresden) – liegt vor.
Die Wasserbehandlung durch den bedarfsgerechten Betrieb der Konditionierungsanlage im Zulauf der Spree zur Talsperre Spremberg zeigte auch im Jahr 2025 ihre positive Wirkung. Die Konditionierungsanlage, bestehend aus der Bekalkungsanlage in Spremberg-Wilhelmsthal sowie nach ca. 1,5 km Fließweg der Flockungshilfsmittelzugabe am Einlaufbauwerk der Vorsperre Bühlow, erzielte eine deutliche Erhöhung des Eisenrückhaltes. So konnten circa 40 Prozent der Eisenfracht der Spree in der Vorsperre zurückgehalten und somit die Hauptsperre der Talsperre, d. h. der Spremberger Stausee, entlastet werden.
Das Sondermonitoring im Jahr 2025 belegt darüber hinaus auch die Wirkung der LMBV-Maßnahmen zur Reduzierung der Eisenbelastung an Spree und Kleiner Spree oberhalb von Spremberg in Ostsachsen. Zitat aus dem IWB-Bericht: „Durch die Abfangmaßnahmen sinkt die Eisenkonzentration in der Spree in Spremberg-Wilhelmsthal seit dem Jahr 2021 sukzessive. Die mittlere Eisenfracht in der Spree im Jahr 2025 lag auf dem niedrigsten Niveau seit Beginn des Monitorings im Jahr 2012. Der abschnittsbezogene Eisenrückhalt im Bereich der Talsperre Spremberg entspricht annähernd den Vorjahresbefunden“.
Gleichzeitig wird mittels Wasserbehandlung die Einhaltung der Ablaufwerte aus der Talsperre am Pegel Bräsinchen gesichert. Die Eisen-gesamt-Konzentration lag hier 2025 bei jahresdurchschnittlich 0,4 mg/L sowie ganzjährig kleiner 2 mg/L und somit stabil unterhalb der Sichtbarkeitsschwelle für partikuläres Eisen in der Spree. Bei Einhaltung einer jahresdurchschnittlichen Eisen-gesamt-Konzentration von ≤ 1,8 mg/L gilt gemäß der „Verordnung zum Schutz der Oberflächengewässer“ (OGewV) in Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (EG-WRRL), der gute ökologische Zustand bzw. bei stark anthropogen (hier: bergbaulich) beeinflussten Fließgewässern das gute ökologische Potential, bezogen auf den allgemeinen chemisch-physikalischen Parameter (ACP) Eisen, als erfüllt.
Die Talsperre Spremberg (d.h. Vor- und Hauptsperre zusammen) erzielte dabei insgesamt einen Eisenrückhalt von circa 88 Prozent bezogen auf die Immission, d.h. auf die Eisenfracht, die im Spreewasser transportiert wird. Der durch die Konditionierung (hier: Kalkung und Flockung) geförderte Eisenrückhalt in der Vorsperre Bühlow hat, bei vergleichsweise moderaten Durchflussmengen der Spree von etwa 9 m³/s in 2025 sowie kontinuierlichen Teilberäumungsleistungen mittels Saug-/Spülbaggerung im Vorstaubecken, wiederum gut funktioniert. In 2025 wurden die Einzelmaßnahmen zur Entnahme, Entwässerung und fachgerechten Entsorgung von eisenhydroxidbelasteten Schlämmen (EHS = Eisenhydroxidschlamm) in Projektträgerschaft der LMBV fortgeführt. Die gravitative EHS-Entwässerung als Regeltechnologie erfolgte regulär in Verbindung mit dem Sedimentationsbecken II an der Vorsperre Bühlow. Der in 2025 an der Vorsperre als Baggergut angefallene EHS wurden beprobt, analysiert und ausnahmslos als nicht gefährlicher Abfall einer stofflichen Verwertung mit einer Gesamtmenge von rund 23.000 t zugeführt. Die Rückführung des EHS in den Wirtschaftskreislauf gemäß dem „Gesetz zur Förderung der Kreislaufwirtschaft und Sicherung der umweltverträglichen Bewirtschaftung von Abfällen“ (KrWG) erfolgte in 2025 mit zwei Dritteln der Gesamtmenge überwiegend als rohstoffliche Verwertung, d. h. für die Herstellung von Produkten (Eisenpräparate) zur Gasreinigung (Entschwefelung) in Biogasanlagen. Etwa ein Drittel der Gesamtmenge wurde baustofflich verwertet, d. h. als Zuschlagstoff zur Herstellung mineralischer Ersatzbaustoffe (MEB).
Der Einsatz von Flockungs- und Flockungshilfsmitteln (Weißfeinkalk und Koaret PA 3230 T) wird im Hinblick auf die aquatischen Lebewesen durch ein fischereibiologisches Monitoring in der Talsperre Spremberg überwacht, um eventuelle Auswirkungen der Wasserbehandlung auf Fische und Großmuscheln sowie auf das Makrozoobenthos festzustellen bzw. auszuschließen. Im September 2025 wurde das im Jahr 2014 begonnene Monitoring nun bereits im zwölften Jahr fortgesetzt. Der vorliegende Zwischenbericht für das Jahr 2025 stellt die dabei erzielten Ergebnisse vor und vergleicht sie mit denen der Vorjahre. Bei zusammenfassender Betrachtung ergeben sich auch im Zwischenbericht 2025 keine Hinweise auf direkte negative Zusammenhänge zwischen der Wasserbehandlung und den Fisch-, Benthos- und Großmuschelbeständen in der Talsperre Spremberg. Im Einklang mit den Vorjahresergebnissen kann deshalb der Schluss gezogen werden, dass die Vorteile einer verbesserten Eisenrückhaltung, die mit den Wasserkonditionierungsmaßnahmen eventuell noch vorhandenen Restrisiken für Fische und andere aquatische Organismen bei weitem aufwiegen (siehe dazu den Monitoringbericht 2025 zum Fischbestands- und Benthosmonitoring in der Talsperre Spremberg vom Institut für Binnenfischerei e.V. [IfB] Potsdam-Sacrow).
Fotos: LMBV/Steffen Rasche (2025)




