Braunkohlentag 2026 in Köln — LMBV-Fachleute zum Erfahrungsaustausch bei RWE im Tagebau Hambach dabei

Braunkohle sichert weiterhin heimisches Energiesystem ab – Schnelles Handeln in der Energiepolitik gefordert

Köln/Senftenberg. Am 28. Mai 2026 trafen sich in Köln Vertreter aller Mitgliedsunternehmen des Deutschen Braunkohlen-Industrie-Vereins e. V. (DEBRIV) zu ihrer Jahrestagung. Der Deutsche Braunkohlen-Industrie-Verein e. V. setzt sich als Wirtschaftsverband für die Interessen der Unternehmen der deutschen Braunkohleindustrie ein. Er fördert die technischen, wissenschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen der Branche. Die LMBV ist seit Anfang der 90er Jahre Mitglied des Vereins. Mit Blick auf den gesetzlich beschlossenen Ausstieg aus der Kohleverstromung Ende 2038 arbeitet der DEBRIV gemeinsam mit seinen Mitgliedern daran, die Transformation der Braunkohleindustrie, den Strukturwandel in den Revieren und die Energiezukunft Deutschlands aktiv mitzugestalten.

Am 29. Mai 2026 fanden Befahrungen im rheinischen Revier statt. Im Mittelpunkt des Interesses stand die zu errichtende Rheinwasser-Transportleitung (RWTL) und die die Tagebauführung im Tagebau Hambach. Die Führungskräfte der LMBV interessierten sich vor allem für die fachlichen Planungen und die künftige Ausgestaltung der Wasserzuführung aus dem Rhein. Ausgehend vom Aussichtpunkt terra:nova in Elsdorf wurde die Baustelle für das künftige Einlaufbauwerk am Tagebaurand angefahren. Von der Sophienhöhe gab es einen guten Einblick in die Rekultivierungsarbeiten im Tagebau Hambach.

Auch die Standorte von Solarfeldern im Tagebau als auch die Baustelle eines großen Batteriespeichers wurden angefahren. Deutlich sichtbar waren auch im weiteren Verlauf der Befahrung die Vorschüttungen unterhalb der Kante zum Hambacher Forst als auch die Arbeitsfläche des Schaufelradbaggers 290 zur Ausgestaltung des künftigen Manheimer Hafens. 2030 soll nach dem jetzt geplanten Ende der Kohlegewinnung der Start der Befüllung des Hambacher Sees erfolgen. Nach zehn Jahren werden bereits 1.300 Hektar Seefläche vom Wasser bedeckt sein. Der Zielwasserspiegel könnte dann nach rd. 40 Jahren erreicht werden. Dazu werden zwei Rohrstränge mit DIN 1.400 für die Hambach-Leitung, deren Teillänge bei 18.900 Meter liegt, verlegt.

Für die RWTL werden insgesamt mehr als 10.000 Stahlrohre auf einer Gesamtlänge von 45 Kilometer verbaut werden. Besonders die beschichteten Rohre mit einem Durchmesser von 2,20 Meter für die 21,8-Kilometer lange Bündelungsleitung bei einem Einzelgewicht von etwa 15.000 kg werden von RWE derzeit aus Algerien und der Türkei beschafft. An einem Lagerstandort am vormaligen Kraftwerk Neurath konnten sich die Teilnehmer der Befahrung davon einen ersten Eindruck verschaffen.

Höhepunkt der Veranstaltung am 28. Mai war eine Paneldiskussion zur Lage der deutschen Wirtschaft mit dem DEBRIV-Vorstandsvorsitzenden Jörg Waniek, dem IGBCE-Vorsitzenden Michael Vassiliadis sowie Professor Justus Haucap, Direktor des Düsseldorf Institute for Competition Economics (DICE) an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.

Mit Blick auf das Zusammenspiel von energieintensiver Industrie und Energieerzeugung betonte Vassiliadis: „Es droht, dass die energieintensive Industrie mit den aktuellen Energiepreisen nicht mehr wettbewerbsfähig ist. Diese bedenkliche Entwicklung setzt unseren Standort massiv unter Druck und gefährdet reihenweise gute, tarifgebundene Arbeitsplätze in der Industrie.“ Dieses Szenario könnte früher oder später auch die Stromproduzenten treffen, sollte die Industrie als zentraler Kunde ausfallen. "Daher brauche es jetzt eine kluge Infrastruktur-, Energie- und Industriepolitik, die gezielt Zusatzbelastungen in den Energiepreise senkt", so Vassiliadis weiter.

Haucap unterstrich, dass Deutschland insgesamt deutlich wettbewerbsfähiger werden müsse. In der Energiewirtschaft seien stärkere marktwirtschaftliche Elemente erforderlich. Es könne nicht sein, dass Deutschland Stromexporte infolge negativer Preise teuer bezahle. „Reformen sind nicht immer angenehm und erscheinen kurzfristig unattraktiv. Für den langfristigen Erhalt unseres Wohlstands sind sie jedoch unabdingbar“, so Haucap.

Auch die Braunkohleindustrie, die sich derzeit im Wandel befindet, spürt diesen Handlungsdruck. Waniek wies in der Diskussion daraufhin, dass auch bei einer möglichst erneuerbaren Energieversorgung noch immer gesicherte Leistungen notwendig seien, um das System im Bedarfsfall zu stabilisieren. „Noch leistet die Braunkohle maßgeblich diesen Beitrag. Deshalb brauchen wir zügig klare Leitplanken für neue gesicherte Kapazitäten – von Speichern bis hin zu Kraftwerken. Die Braunkohleindustrie wird auch künftig Verantwortung übernehmen, auch über das Ende der Braunkohleverstromung hinaus“.

Der Industriestandort Deutschland stehe weiterhin vor anhaltenden energiepolitischen Herausforderungen. Geopolitische Verschiebungen, wachsende globale Energiebedarfe und der zunehmende Wettbewerbsdruck erfordern mehr Unabhängigkeit bei Sicherheit, Energie und Märkten sowie neue Bündnisse und Partnerschaften. Vor diesem Hintergrund erörterte der Deutsche Braunkohlen-Industrie-Verein gemeinsam mit seinen Gästen auf dem diesjährigen Braunkohlentag in Köln mögliche Handlungsfelder für Deutschland. Der Bundesverband Braunkohle fordert ein zügiges Handeln von Politik und Wirtschaft, um die Energieversorgung im Zuge der Energiewende stabil, bezahlbar und wettbewerbsfähig zu sichern.

In den Vorträgen und Panels wurde neben der Energieversorgung auch die strategische Bedeutung von Rohstoffen für die Energiewende und die technologische Souveränität Europas hervorgehoben. Insbesondere in Sachen Aufbereitung von Rohstoffen ist Deutschland hier im internationalen Vergleich abgehängt. Zur Sicherung der Versorgung mit Rohstoffen braucht es eine Stärkung der gesellschaftlichen Akzeptanz heimischer Rohstoffgewinnung sowie die Ausbildung von qualifiziertem Personal. Die Branche ist hier von der Schwäche im Zulauf der MINT-Fächer betroffen. Bergbau müsse als Branche verstanden werden, die die Zukunft sichert. (UST)

LMBV-Mitarbeiter informierten sich bei der DEBRIV-Befahrung im RWE-Tagebau Hambach.

Über den Braunkohlentag: Der Braunkohlentag ist die Jahreskonferenz des DEBRIV, dem Bundesverband der Braunkohleindustrie. Sie dient als zentrales Forum und eine wichtige Austauschplattform rund aktuellen energie- und umweltpolitische Themen. Weitere Informationen Sie unter: https://debriv.de/medien-publikationen/veranstaltungen/

Fotos: LMBV / Dr. Uwe Steinhuber

Blick über Solarfelder hin zum Bagger 290 im RWE-Tagebau Hambach


Geiseltalsee: Nördlicher Seeteil für den Gemeingebrauch freigegeben

Folgenutzung nunmehr auf gesamter Seefläche möglich

Mücheln/Braunsbedra/Bad Lauchstädt. Anlässlich der Freigabe für den Nordteil des Geiseltalsees erfolgte am 20. Mai 2026 auf dem Weinberg Goldener Steiger ein symbolischer Banddurchschnitt. Gewürdigt wurde der lange Weg von der ersten Teilfreigabe 2012 bis zur kompletten Seefreigabe. Auf Basis der „2. Änderung der Allgemeinverfügung des Landkreises Saalekreis zur Regelung des Gemeingebrauchs auf dem Geiseltalsee vom 21.05.2026“ ist das Befahren und Baden nunmehr auch im Nordbereich möglich. Außerdem wurde ein Kitesurfbereich im Bereich Strand Frankleben eingerichtet.

Der Landrat des Saalekreises Hartmut Handschak erinnerte an den offiziellen Flutungsbeginn vor 23 Jahren am 30. Juni 2003, der auf „Bagger, Kohle, Rohre und ein großes tiefes Loch“ folgte. Er war der Startschuss für die Zukunftsgestaltung des Geiseltals. Nach 23 Jahren sei die Natur ins Tal zurückgekehrt, die Wasserflächen gäben viel Raum für Erholung, Bojenketten sowie Fragen der Böschungsstabilität gehören nun der Vergangenheit an. Die Freigabe der ganzen Seefläche sei ein wichtiges Signal für die Region und was durch die LMBV entstanden sei, verdiene „größten Respekt und Dank“. Bei allen Beteiligten bedankte sich der Landrat für ihren Mut, ihre Visionen und ihre Geduld bei der Umsetzung des Vorhabens, das nichts weniger als eine Meisterleistung sei: „Wir haben es geschafft!“.

Elke Kreische-König, LMBV-Sanierungsbereichsleiterin, betonte in ihrem Grußwort, dass im Geiseltal eine Bergbaufolgelandschaft entstanden sei, die ihresgleichen suche. 18,4 Quadratkilometer Fläche seien bergbaulich saniert worden: Gewaltige Erdmassen wurden bewegt, um die Böschungen der über 100 Meter tiefen Gruben auf 40 Kilometern Länge zu stabilisieren. Es entstand ein neuer Naturraum von überregionaler Anziehungskraft. Insgesamt flossen Investitionen in Höhe von 351 Millionen Euro in die Erstellung des Kleinods. Weitere Sanierungsarbeiten sollen noch umgesetzt werden. Es seien 34 Millionen Euro für die kommenden zwei Jahrzehnte eingeplant, um das große Thema Fließgewässer zu bearbeiten. Ziel sei die Wiederherstellung eines ausgeglichenen, sich selbst regulierenden Wasserhaushalts im Geiseltal – ohne aufwändige Einflussnahme des Menschen und die Beendigung der Bergaufsicht. Gerade bei diesen übergreifenden Wasserthemen sei Kreativität gefragt, Nachhaltigkeit spiele eine große Rolle. Hierfür benötige es einen konstruktiven Dialog von allen Seiten.

Der offizielle Banddurchschnitt erfolgte zusammen mit Braunsbedras Bürgermeister Steffen Schmitz, Müchelns Bürgermeister Andreas Marggraf und Bad Lauchstädts Bürgermeister Christian Runkel. Sie gaben damit die Seefläche symbolisch frei. Bei der Veranstaltung anwesend waren politische Vertreter, regionale Partner, Investoren und Touristiker. Das musikalische Rahmenprogramm übernahmen die Geiseltaler Musikanten e. V.

Übersichtskarte zur 2. Änderung der Regelung des Gemeingebrauchs auf dem Geiseltalsee (Bestandteil dieser Allgemeinverfügung)

Zur Historie:
Aus dem Restloch des ehemaligen Tagebaus Mücheln entstand der Geiseltalsee. Mit einer Fläche von 18,4 km² und einer Uferlänge von ca. 42 km ist der Geiseltalsee der zweitgrößte künstliche See in Deutschland und das größte Gewässer im Mitteldeutschen Seenland. Mit einer maximalen Tiefe von 81,50 m im Westfeld und einem Wasservolumen von 423 Mio. m³ bei einem Wasserstand von +98,00 m NHN ist er damit bezogen auf das Wasservolumen der größte künstliche See in Deutschland.

Rund 300 Jahre Braunkohlenbergbau haben im Geiseltal ihre Spuren hinterlassen. Das vom namensgebenden Flüsschen Geisel gequerte Gebiet entwickelte sich über die Jahrhunderte zum größten Tagebauareal Mitteldeutschlands. Insgesamt über 1 Milliarde Tonnen Kohle wurde aus den bis zu 120 Meter mächtigen Flözen gefördert. Der Braunkohlenbergbau, der hier seit Beginn des 20. Jahrhunderts in industriellem Maßstab betrieben wurde, gab den Menschen Arbeit und damit eine sichere Lebensgrundlage. 14 Ortschaften mussten zugunsten des Abbaus aufgegeben, die Bewohner umgesiedelt sowie die Geisel verlegt werden. Die Lagerstätte wurde fast vollständig ausgekohlt.

Angesichts der durch den Abbau der Kohle fehlenden Massen und der enormen Ausmaße der entstandenen Restlöcher bestand in der Flutung die einzige machbare Alternative zu deren Füllung. Bereits seit Ende der 1960er Jahre – also Jahrzehnte vor der Stilllegung – wurden grundsätzliche Beschlüsse zur Flutung gefasst, sie war die einzige ökologisch und wirtschaftlich sinnvolle Möglichkeit mit all den sich daraus ergebenden Chancen für eine Nachnutzung. Schon vor Beendigung der Flutung wurden die ehemaligen Tagebauflächen – begrünte Böschungen, aufgeforstete Kippen und Wasser – zur Erholung genutzt. 

Eindrücke von der Veranstaltung (Fotos: LMBV/Claudia Hermann)


Feierliches Einweihen der Sedlitzer Bucht erfolgt – Ein weiterer Meilenstein im Seenverbund wurde gesetzt

LMBV und ZV LSB haben Wort gehalten: Startpunkt für Wassersportler auf dem Sedlitzer See mit der Marina Sedlitz nun freigegeben

Senftenberg/ OT Sedlitz. Am 19. Mai 2026 war es soweit: die Marina Sedlitz wurde zum „Wassersport-Leben“ erweckt. Dazu hatte der Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg (LSB) alle Beteiligten an das Ufer des Sedlitzer Sees eingeladen. Nach der Schiffbarmachung des Bergbaufolgesees am 24. April des Jahres konnten nun die Marina mit ersten Zuwegungsbrücken, Stegen und Fingerstegen in Betrieb genommen werden. Der Sedlitzer See ist das größte künstliche Gewässer Brandenburgs, er bildet künftig das zentrale Kreuzungsbecken des schiffbaren Lausitzer Seenlandes.

Nach der Begrüßung durch Verbandsvorsteher des Zweckverbandes Lausitzer Seenland Brandenburg, Detlev Wurzler, ergriffen der neue OSL-Landrat Alexander Erbert und der Senftenberger Bürgermeister Andreas Pfeiffer das Wort. Alle Redner betonten den wichtigen nun erreichten Meilenstein im Lausitzer Seenland und das gemeinsame Ringen, um diesen Punkt an diesem Tage zu erreichen.

Bernd Sablotny, Sprecher der Geschäftsführung der LMBV, bedankte sich bei allen Partnern, dass der Fahrplan zur Hafenfreigabe eingehalten werden konnte. Er dankte insbesondere den Sedlitzer Bürgern, die durch das nahe Sanierungsgeschehen und die zeitweise Sperrung der B 169 beeinträchtigt worden waren. Sein Dank galt auch dem Land Brandenburg, hier insbesondere dem Lausitzbeauftragten Dr. Klaus Freytag und der GL des MIL, und dem Landkreis OSL, in der Spitze mit dem kürzlich in den Ruhestand getretenen Landrat a. D. Siegurd Heinze und ebenso seiner Ersten Beigeordneten Grit Klug.

Projektentwickler Martin Wolf und Marcel Kersten vom ZV LSB informierten die zahlreichen Gäste über das Vorankommen bei der Hafenausgestaltung und des Projektes Kanu. Das markante Multifunktionsgebäude „KANU Sedlitz“ in Form eines umgedrehten Bootes befindet sich derzeit im Bau – der erste Spatenstich dafür war am 23. Juli 2025. Nach den Grußworten und Reden wurde symbolisch ein blaues Band durchgeschnitten und damit der Weg zum Hafen freigegeben. Im Anschluss gab es eine erste Ausfahrt mit Booten der Wasserwacht, der Feuerwehr Senftenberg und des Sedlitzer Wassersportvereins mit den Ehrengästen D. Wurzler, S. Heinze, A. Erbert, A. Pfeiffer, B. Sablotny und Dr. K. Freytag im Korso. Sanierungsbereichsleiter Gerd Richter und Ortsvorsteher Frank Ciesielski ergänzten die Bootsgäste.

Gemeinsam stehen die Partner für den Erfolg des Projektes.

Zum Multifunktionsgebäude „KANU Sedlitz“ und zur Marina

Im Süden des Kanu-Gebäudes, das 2027 in Betrieb gehen soll, so erläuterte Martin Wolf vom Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg als Bauherr, sei der öffentliche Teil geplant. Dort entstehe ein Wasserwanderrastplatz mit Sanitäreinrichtungen und Küche. Dieser Bereich sei für die im Sedlitzer Hafen angelegenen Wasserwanderer gedacht. Der nördliche Gebäudeteil spreche indes mehr die Einheimischen an. Dort werde ein Multifunktionsraum entstehen, das Büro des Ortsvorstehers sowie ein Imbiss.

Der Hafen in der Sedlitzer Bucht verfügt künftig über rund 50 Dauerliegeplätze und Gastliegeplätze. Die seeseitige Zufahrt erfolgt über ein ausgetonntes Fahrwasser in der ehemaligen Kohlebahnausfahrt des Restloches Sedlitz. Bis zur Saison 2027 werden noch ein kleiner Strand sowie die Slipanlage fertig gestellt. Zunächst entstehen auch bis zu zehn TINY-Häuser an Ufer. In den kommenden Jahren soll in unmittelbarer Seenähe ein neues Wohngebiet mit bis zu 80 Wohneinheiten sowie ein Hotelstandort wachsen. (UST)

Fotos: LMBV / Dr. Uwe Steinhuber

Alle Partner in einem Boot: LMBV, Land Brandenburg. Landkreis OSL und Kommune Senftenberg.


30-kV-Freileitung zwischen Brieske bis zum ehemaligen Stellwerk 152 wird zurückgebaut – Einschränkungen für Garagenkomplex sind zu erwarten

Senftenberg. Durch den Rückbau der ehemaligen 30-kV-Freileitung im südwestlichen Randbereich des einstigen Tagebaus Meuro kommt es Anfang Juni 2026 zu Einschränkungen im Senftenberger Garagenkomplex hinter der Johannes-R.-Becher-Straße, nahe der Bahntrasse.

Beim Rückbau der Freileitungstrasse werden die Leiterseile komplett gezogen, die Mastanlagen zurückgebaut und die Fundamente beseitigt.

Die Leiterseile über der Trasse der Deutschen Bahn werden im Zeitraum vom 30.–31.05.2026 zurückgebaut, da hier parallel eine Sperrpause der Deutschen Bahn angesetzt ist. In den Wochen darauf erfolgt der Rückbau der zwei Masten, welche sich im Garagenkomplex befinden. Diese werden mittels Kran segmentweise abgestockt. Die Zufahrt zum Garagenkomplex, sowie zu vereinzelten Garagen ist in dieser Zeit nur eingeschränkt möglich. Die genauen Termine werden rechtzeitig vor Ort sichtbar ausgehangen.

Der Rückbau der kompletten Freileitungsanlage beginnend am Gewerbekomplex Raab Karcher bis zur Grubenstraße in der Ortslage Brieske erfolgt im Zeitraum von Anfang Mai bis Ende August 2026.

Fotos: LMBV/Steffen Rasche und
Stefanie Klein


Umweltministerkonferenz von Bund und Ländern tagte in Leipzig — Tour mit Halt in Zwenkau

LMBV-Chef Bernd Sablotny präsentierte bei einer Revierbefahrung auch die Arbeit des Bergbausanierers

Leipzig. Der Freistaat Sachsen ist 2026 das Vorsitzland der Umweltministerkonferenz (UMK), so das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL). Vom 6. bis 8. Mai 2026 kamen daher die Umweltministerinnen, -minister und -senatorinnen von Bund und Ländern zu ihrer Frühjahrstagung in Leipzig zusammen. Sachsens Umweltminister und UMK-Vorsitzender Georg-Ludwig von Breitenbuch betonte im Vorfeld: „Der Schutz unserer Lebensgrundlagen, ein verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen sowie die Anpassung an den Klimawandel sind die zentralen Aufgaben einer modernen Umweltpolitik. Für diese Herausforderungen braucht es gemeinsame Lösungen und konkrete Schritte, die ich mit meinen Amtskolleginnen und -kollegen entwickeln und erarbeiten möchte.“

Die Wahl des Tagungsortes folgte den Schwerpunkten, die Sachsen als Vorsitzland für die UMK 2026 gesetzt hatte – Wassermanagement sowie Natur- und Artenschutz. Staatsminister von Breitenbuch unterstrich daher: „Leipzig und die umliegenden Regionen sind geprägt durch tiefgreifende Transformationsprozesse in den ehemaligen Bergbaugebieten. Sie fordern unsere besondere Aufmerksamkeit und eine vorausschauende Umweltpolitik. Der Wasserhaushalt nimmt hierbei eine Schlüsselrolle ein – er ist Grundlage für Lebensqualität, wirtschaftliche Entwicklung und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Eine zukunftsfähige Wasserwirtschaft erfordert gemeinsames Handeln, zielgerichtete Investitionen und innovative Strategien.

LMBV-Chef Bernd Sablotny hatte während der UMK-Befahrung am 6. Mai 2026 die Möglichkeit, die Herausforderungen der Bergbausanierung der LMBV in Zwenkau zu präsentieren. Teilnehmer der UMK konnten sich am Hafen Zwenkau selbst ein Bild vom erfolgreichen Landschaftswandel machen. Eindrucksvoll war für die Gäste auch das Hochwasserentlastungs-Bauwerk an der Weißen Elster, dass die LMBV seinerzeit errichtet hatte, wo sich die jetzt dort federführende Landestalsperrenverwaltung und die LMBV gemeinsam präsentierten.

Auf ihrer Tagung in Leipzig berieten die Ressortcheffinnen und -chefs unter anderem über die Stärkung der Wasserresilienz, den Ausbau der wasserwirtschaftlichen Infrastruktur und über nachhaltige Strategien zur Anpassung an den Klimawandel. 

Bundesumweltministerkonferenz 2026 in Leipzig; 08.05.2026 © Thomas Victor

Ergebnisse der UMK 2026

Auf ihrer Tagung in Leipzig berieten die Ressortcheffinnen und -chefs vielfältige Fragestellungen. Sachsens Umweltminister und UMK-Vorsitzender Georg-Ludwig von Breitenbuch: „Der Schutz unserer Lebensgrundlagen, ein verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen sowie die Anpassung an den Klimawandel sind die zentralen Aufgaben einer modernen Umweltpolitik. Für diese Herausforderungen braucht es gemeinsame Lösungen und vorausschauendes Handeln. In diesem Geist haben wir heute auf der Umweltministerkonferenz intensiv beraten. Ich freue mich, dass wir einstimmige Beschlüsse zum zukünftigen Wassermanagement gefasst haben. Denn uns allen ist klar: der Umgang mit dieser wichtigen Ressource ist eine Zukunftsaufgabe, die uns alle betrifft und die wir nur mit gemeinsamer Kraft meistern können. Dazu gehört auch die Bewältigung der wasserwirtschaftlichen Folgen in den ehemaligen Braunkohlegebieten, um nach dem Ende des Kohleabbaus Verhältnisse herzustellen, die einen sich weitgehend selbst regulierenden Wasserhaushalt ermöglichen.“

Bundesumweltminister Carsten Schneider wies am 8. Mai 2026 während der UMK darauf hin: „Wälder, Flüsse und Auen sind die unverzichtbare natürliche Infrastruktur Deutschlands. Sie sorgen für Wasser, Nahrung, Kühlung und saubere Luft. Wir müssen sie ebenso fit für die Zukunft machen wie Brücken, Straßen oder Stromleitungen. Mit dem neuen Gesetz zur Stärkung der natürlichen Infrastruktur will ich den Naturschutz verbessern und natürliche Lebensräume als Netz stärken…Ziel muss sein, dass wir am Ende mehr intakte Natur haben: Besser vernetzt, schneller geplant und realisiert und dann sehr gut gemanagt. Ich freue mich über den Rückenwind der Länder, den das neue Gesetz in Leipzig bekommen hat.“ Schleswig-Holsteins Umweltminister Tobias Goldschmidt richtete einen Fokus u. a. auf den schlechten Zustand der Meere.

Alle hier gezeigten Fotos wurden im Auftrag des SMUL von Thomas Victor gefertigt und der LMBV für ihre Öffentlichkeitsarbeit zur Verfügung gestellt. (UST)

Fotos: SMUL / Thomas Victor


Bekalkung des Störmthaler Sees erfolgreich durchgeführt

Leipzig/Großpösna. Ende April wurde im Störmthaler See erneut eine Bekalkungsmaßnahme durchgeführt. Rund 600 Tonnen Kalksteinmehl wurden dabei in den See eingebracht.

Ziel der Maßnahme ist es, die Gewässerbeschaffenheit nachhaltig zu verbessern und insbesondere den pH-Wert zu stabilisieren. Hintergrund ist die sogenannte Rückversauerung, von der mehrere Tagebaufolgeseen im Leipziger Südraum aufgrund geologischer Gegebenheiten betroffen sind.

Mit der Durchführung der Arbeiten wurde, wie bereits in den Vorjahren, die ABG Anlagen-, Bau- und Betriebsgesellschaft mbH aus Dresden beauftragt. Als Bekalkungseinheit kam wie zur letzten Bekalkungsmaßnahme im Vorjahr das Schubboot „Nele“ und die Leichter „Michelle“ und „Sarah“ zum Einsatz. Die technische Umsetzung erfolgt über ein bewährtes Verfahren: An Land wird zunächst eine Kalksuspension in einem Container vorgemischt, die anschließend auf die Schiffe verladen und von dort aus großflächig mittels Unterwassereintrag im See verteilt wird.

Rund 600 Tonnen Kalksteinmehl wurden während der Bekalkungsmaßnahme in den Störmthaler See eingebracht.

Hintergrund

Mit dem Ende des Bergbaus und dem anschließenden Wiederanstieg des Grundwassers gelangen weiterhin eisenhaltige und saure Wässer in den See. Dadurch werden Stoffe eingetragen, die eine Versauerung des Gewässers begünstigen. Um dem entgegenzuwirken und stabile, neutrale pH-Verhältnisse zu sichern, wird der See gekalkt. Die regelmäßige Behandlung ist Teil der langfristigen Nachsorge im ehemaligen Tagebaugebiet.

Neben dem Störmthaler See sind auch der Hainer und der Zwenkauer See von Rückversauerung betroffen. Während der Störmthaler See regelmäßig bekalkt wird, erfolgt beim Zwenkauer See eine Stabilisierung durch die Einleitung von alkalisch wirkendem Wasser aus der Weißen Elster. Für den Hainer See wird nach aktuellen Prognosen eine Bekalkung voraussichtlich erst Anfang 2027 erforderlich sein.

Das eingesetzte Kalksteinmehl gilt als unbedenklich für Mensch und Umwelt.

Fotos: LMBV/Kathrin Falke


Brückenneubau bei Burgneudorf – Ausbau der Kleinen Spree ist fast abgeschlossen

Senftenberg/Burgneudorf. Der Ausbau der „Kleinen Spree“ ist nahezu abgeschlossen. Mit der Übergabe der neuen Brücken über die Kleine Spree – einer Wirtschaftswegebrücke und einer Fußgängerbrücke – am 6. Mai 2026 an Marco Beer, Bürgermeister der Gemeinde Spreetal, durch Karsten Handro, Abteilungsleiter Ostsachsen des Sanierungsbereichs Lausitz der LMBV, fehlen nur noch wenige Restarbeiten am Projekt, das mit dem Beschluss des Planfeststellungsverfahrens im März 2018 begonnen hatte. Dieses beinhaltet den „Ausbau der Kleinen Spree von Burghammer bis Spreewitz“ auf einer Länge von 5,4 Kilometern, um die Wasserausleitung aus dem Wasserspeichersystem Lohsa II vollständig betriebsfähig zu machen.
Nachdem zwei bestehende Brücken altersbedingt ersetzt werden mussten, sind die Ersatzneubauten nun fertiggestellt und an das bestehende Wegesystem angeschlossen. Beide Brücken wurden mit einer Flachgründung mit Betonfundamenten errichtet. Zur Stabilisierung des Bodens wurden fünf Meter lange Rüttelstopfsäulen eingebracht.

Die vorbereitenden Arbeiten für den Gewässerausbau einschließlich der Kampfmittel-Suche und Beräumung begannen schon im Herbst 2018. Seit Juli 2020 wurde nach vollständiger Entschlammung der Ausbaustrecke innerhalb des ursprünglichen Gewässerverlaufes das neue Trapezprofil hergestellt.
Die Sohlbreite im Ausbaubereich beträgt nun im Mittel fünf bis sechs Meter und weist eine mäandrierende Niedrigwasserrinne auf. Das neue Gewässerbett ist insgesamt ca. zehn Meter breit. Der Gewässerausbau erfolgte in der „fließenden Welle“.
Zur Verbesserung der Lebensbedingungen für die Fließgewässerfauna wurden in ausgewählten Bereichen mit einer Gesamtlänge von ca. einem Kilometer Aufweitungen, kleine Inselflächen, Schilfflächen und unterschiedlich geneigte Böschungen angelegt, um gewässertypische Strukturen zu schaffen.
Mit dem Projekt „Ausbau der Kleinen Spree“ ist das Gewässer nun verbreitert und damit die Durchflussmenge vom Speichersystem zur Hauptspree von 1,5 auf 7,0 Kubikmeter Wasser je Sekunde erhöht worden. Die Gesamtkosten der Maßnahme belaufen sich auf rund 5,5 Mio Euro.

Hintergrund: Die Kleine Spree ist wichtiger Bestandteil des Wasserspeichersystems Lohsa II, bestehend aus dem Restloch Lohsa II, Dreiweiberner See und Bernsteinsee. Das Wasserspeichersystem Lohsa II dient der Niedrigwasseraufhöhung der Spree und damit dem Schutz des Biosphärenreservates Spreewald und der Stützung des Wasserhaushaltes von Berlin. Darüber hinaus ermöglicht der Speicher eine bessere wasserwirtschaftliche Steuerung der Bergbaufolgeseen. Im Sommer 2019 war in Burgneudorf der erste Spatenstich für die Neuprofilierung des Gewässers gesetzt worden.

Fotos: LMBV/Gernot Menzel und Steffen Rasche


Einweihung neuer Containerausstellung in Altdöbern

Viertes Leben für Info-Container: Nunmehr "Auf dem Weg zum Altdöberner See"

Altdöbern. Mit einer feierlichen Schlüsselübergabe wurde am 6. Mai 2026 die neue Containerausstellung in Altdöbern offiziell eröffnet. Die Ausstellung befindet sich in markanten blauen Containermodulen auf dem Parkplatz des Ärztehauses in der Jauerschen Straße und lädt ab sofort Besucherinnen und Besucher dazu ein, die Entwicklung der Region anschaulich zu entdecken. Der Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg (ZV LSB) hatte die seit 2017 am Standort Lieske befindliche Ausstellung Ende 2025 an den neuen Standort verlegt.

Zur Eröffnung begrüßten der Vorsteher des ZV LSB, Detlev Wurzler, der Amtsdirektor des Amtes Altdöbern, Stefan Reiter, sowie der Pressesprecher der LMBV, Dr. Uwe Steinhuber, zahlreiche geladene Gäste. In ihren Ansprachen würdigten die Redner die lange Bergbautradition des Ortes und gaben zugleich einen Ausblick auf die zukünftige Nutzung des Altdöberner Sees. Die Ausstellung wurde zudem in den Kontext der Bergbautraditionsausstellungen eingeordnet, die im Anschluss an die Internationale Bauausstellung (IBA) nach 2011 entstanden sind. Stefan Reiter betonte in seinem Grußwort insbesondere die Bedeutung der touristischen Entwicklung in Altdöbern und sprach allen Beteiligten und Partnern seinen Dank für ihr Engagement bei der Realisierung des Projekts aus. Im Rahmen der Veranstaltung wurden die Container offiziell an das Amt Altdöbern übergeben, das künftig für den Betrieb und die Bewirtschaftung verantwortlich sein wird.

Die Ausstellung, bestehend aus drei nebeneinander angeordneten Containern, vermittelt die Entwicklung der ehemaligen Restlöcher Greifenhain und Gräbendorf hin zum Altdöberner beziehungsweise Gräbendorfer See. Neben informativen Leuchtkästen zu den Aufgaben des Bergbausanierers LMBV werden auch die Highlights des Lausitzer Seenlandes präsentiert. Über einen Monitor erhalten Besucherinnen und Besucher Einblicke in die laufenden und geplanten Sanierungsmaßnahmen am Restloch Greifenhain. Ein großformatiges Orthofoto ermöglicht darüber hinaus einen faszinierenden Blick aus der Vogelperspektive auf die gesamte Region.

Gefördert durch das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung erfolgte die Instandsetzung der Container durch die Agrargenossenschaft Großräschen sowie die farbliche Gestaltung durch den Malerfachbetrieb List aus Hoyerswerda. Für die inhaltliche und gestalterische Neuausrichtung der Ausstellung zeichnete die Werbeagentur Mädler verantwortlich, die im Auftrag der LMBV das Konzept in den vergangenen Monaten entwickelt und umgesetzt hat.

Symbol des Übergangs von der Tagebaulandschaft zur Tourismusregion.
Fotos: LMBV


Seelhausener See: Zulassung des Gemeingebrauchs erfolgt

Nach jahrelanger Vorbereitung: "Sachsen hat eine neue Badewanne"

Löbnitz. Die Nutzung des Seelhausener Sees in Sachsen ist seit dem 5. Mai 2026 offiziell durch das Landratsamt Nordsachsen geregelt. Bei der feierlichen Eröffnung am Löbnitzer Strand wurde der Erlass der Allgemeinverfügung zur Zulassung des Gemeingebrauchs auf dem sächsischen Teil des LMBV- Bergbaufolgesees unterschrieben. Kurz danach durften Wassersportler und Angler das Gewässer erstmals nutzen.

Nach der Begrüßung durch Dr. Eckhard Rexroth, den 1. Beigeordneten des Landrats, gab Elke Kreische-König, Leiterin LMBV-Sanierungsbereich Mitteldeutschland, einen Rückblick auf die Sanierungsarbeiten am Seelhausener See. Der Löbnitzer Bürgermeister Detlef Hoffmann stellte künftige Projekte am See vor und würdigte die See-Eröffnung als wichtigen Meilenstein für die Entwicklung von Tourismus, Naherholung und Naturerlebnis in der Region.

Mit der Allgemeinverfügung des Landratsamtes Nordsachsen zur Zulassung des Gemeingebrauchs auf dem Seelhausener See beginnt die offizielle Folgenutzung der ehemals bergbaulich beanspruchten Tagebaufläche. Hierfür wurde der Strand Löbnitz als § 4-Maßnahme in den vergangenen zwei Jahren errichtet. Auf drei Hektar Fläche ist ein 1,3 Kilometer langer, sanft abfallender Strand mit bis zu 70 Meter Breite entstanden. Böschungen wurden terrassiert, Wege angelegt und für den Lärmschutz der zukünftigen Ferienhaussiedlung gesorgt. Neben dem Badebereich sind eine Slip- und Steganlage vom Anglerverband Leipzig e. V. und eine Surferstelle entstanden.

Zur Historie:

Der Seelhausener See entstand aus dem ehemaligen Baufeld Rösa. Dieses war 1985 im Tagebaukomplex Goitsche aufgeschlossen worden. Bereits 1991 nach der politischen Wende wurde der Tagebaubetrieb eingestellt. Zurück blieb ein Tagebaurestloch, das ab 1999 im Zuge der Bergbausanierung durch die LMBV geflutet wurde und in den Jahren 2002 und 2013 zweifach durch das Mulde-Hochwasser in Mitleidenschaft gezogen worden war.

Der Bund und die beiden Braunkohleländer Sachsen und Sachsen-Anhalt haben von 1991 bis 2026 insgesamt rund 85 Millionen Euro investiert, um aus der Bergbaufolgelandschaft zwischen Bitterfeld und Löbnitz, dem Tagebaurestlochkomplex Goitsche/Rösa, den Großen Goitzschesee und den Seelhausener See zu sanieren. Rund 16 Millionen Euro der Kosten entfielen dabei auf die Beseitigung der Hochwasserschäden. Auch in den kommenden Jahren werden außerhalb der Seen noch Sanierungsarbeiten umgesetzt werden, darunter die Einbindung des Lober-Leine-Kanals in den Seelhausener See, die Herstellung des Überleiters Rösa-Döbern für den Abschlag von den Überschusswässern aus dem Seelhausener in den Großen Goitzschesee sowie weiterer Restberäumung bergbaulicher Anlagen.

Der freigebene Teil des Seelhausener Sees mit dem weitläufigen Strand im Vordergrund.

Eindrücke von der feierlichen Eröffnung (Fotos: LMBV/Christian Kortüm, Drohnenaufnahmen: LMBV/Christian Horn)


Restloch Zipsendorf Süd bei Zeitz wird Schutzgebiet für Wasservögel

Landesverwaltungsamt Halle stellt ehemaliges Tagebaugelände „Zipsendorf Süd“ unter Naturschutz

Halle an der Saale. Ein früheres Braunkohlegebiet im Burgenlandkreis ist vorerst unter besonderen Schutz gestellt worden. Wie das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt mitteilte, wurde das rund 228 Hektar große Areal „Zipsendorf Süd“ östlich von Zeitz einstweilig als Naturschutzgebiet gesichert. Die entsprechende Verordnung gilt zunächst für zwei Jahre. Ein Restloch wird zum Rückzugsort für Tiere - nun soll das Gebiet besonders geschützt werden. Das Gewässer selbst ist etwa 104 Hektar groß.

Historie

Der Tagebau Zipsendorf Süd lag westlich von Meuselwitz. Bis 1952 befand er sich fast komplett auf dem Gebiet der preußischen Provinz Sachsen bzw. des Landes Sachsen-Anhalt. Nach der Bildung der Bezirke 1952 gehörte das Gebiet zum Bezirk Leipzig (Kreis Altenburg).

Der Tagebau Zipsendorf war ein aus den zwei Tagebauen Zipsendorf-West (1938–1952) und Zipsendorf-Süd (1948–1964) bestehender Tagebau des Mitteldeutschen Braunkohlereviers. Er diente zur Gewinnung von Braunkohle und lag im Meuselwitz-Altenburger Braunkohlerevier.

Nach der Stilllegung entstand das Restloch Zipsendorf auf einem Teil des Areals. Die ehemaligen Tagebaue Zipsendorf (Süd sowie West) befanden sich zwischen der Ortschaft Rehmsdorf der Gemeinde Elsteraue im Westen und den heute zu Meuselwitz gehörigen Ortsteilen Zipsendorf und Brossen im Osten.

LVwA sieht wichtigen Lebensraum für Wasservögel

Das Gebiet umfasst ein Gewässer, das vollständig von Wald umgeben ist. Seit dem Ende des Braunkohleabbaus im Jahr 1964 und der anschließenden Flutung habe sich dort ein ökologisch wertvoller Lebensraum entwickelt, so das Landesverwaltungsamt. Besonders für Wasservögel sei das Gebiet von regionaler und nationaler Bedeutung - etwa als Brut-, Rast-, Mauser- und Überwinterungsgebiet.

Hintergrund der Entscheidung sind Überlegungen zur künftigen Nutzung des Sees. Um mögliche Eingriffe frühzeitig zu verhindern, wurde das Gebiet vorsorglich unter Schutz gestellt. „Mit der einstweiligen Sicherstellung schaffen wir den notwendigen rechtlichen Schutz, um dieses außergewöhnlich wertvolle Gebiet vor einer kurzfristigen Inanspruchnahme zu bewahren“, erklärte der Präsident des Landesverwaltungsamtes, Thomas Pleye.

Abwägung zwischen Schutz und Nutzung

Die vorläufige Unterschutzstellung soll Gefährdungen wie bauliche Eingriffe oder Nutzungsänderungen abwenden. Zugleich betonte die Behörde, dass wirtschaftliche Entwicklungen nicht grundsätzlich ausgeschlossen seien. „Die befristete Sicherstellung gibt allen Beteiligten Planungssicherheit und ermöglicht einen sachgerechten, transparenten Entscheidungsprozess“, sagte Pleye.

Bestimmte Nutzungen bleiben weiterhin erlaubt. Dazu zählen etwa die ordnungsgemäße Forstwirtschaft, die naturverträgliche Jagd sowie die Berufs- und Angelfischerei, sofern sie dem Schutzzweck nicht widersprechen. Auch Maßnahmen zur Verkehrssicherung oder gesetzlich vorgeschriebene Eingriffe sind möglich. Die LMBV als Eigentümerin des Restloches hatte 2024 ein Bieterverfahren für eine Floating Solar-Anlage auf dem Gewässer gestartet.

Verordnung tritt Ende Mai 2026 in Kraft

Die Verordnung soll am 20. Mai im Amtsblatt des Landesverwaltungsamtes veröffentlicht werden und am darauffolgenden Tag in Kraft treten. Die entsprechende Verordnung auf Grundlage des § 22 Abs. 3 des Bundesnaturschutzgesetzes gilt zunächst für zwei Jahre. Auslöser für die einstweilige Sicherstellung war ein entsprechender Antrag des Burgenlandkreises. Hintergrund sind aktuelle Überlegungen zur zukünftigen Nutzung des Gewässers. Das Landesverwaltungsamt Sachsen‑Anhalt nimmt im Land Sachsen-Anhalt die Aufgaben der oberen Naturschutzbehörde wahr. (UST)

Quellen: PM des LVwA vom 30.04.2026; Wandlungen & Perspektiven Heft 16 der LMBV

Eingebettet in die umgebende Landschaft - das Gewässer des Restloches Zipsendorf Süd | Credit: C. Kortüm für LMBV

(Fotos: Archiv LMBV)