Brandenburg macht Lausitzer Bergbaufolgeseen schiffbar

Potsdam. Mit der Verkündung der 12. Änderungsverordnung zur Landesschifffahrtsverordnung (LSchiffV) werden ab dem 19. Juni 2025 weitere Brandenburger Teile des Lausitzer Seenlandes für die Schifffahrt geöffnet. Damit setzt das Land einen weiteren Meilenstein für die touristische und wirtschaftliche Entwicklung der Region und gleicht die Regelungen an die bereits geltenden Vorschriften im benachbarten Freistaat Sachsen an.

Detlef Tabbert, Minister für Infrastruktur und Landesplanung: „Die Öffnung eines großen
Teils der Lausitzer Seen für die Schifffahrt ist ein bedeutender Schritt für die weitere touristische Entwicklung des Lausitzer Seenlandes. Wir schaffen damit neue Möglichkeiten für Wassersport und stärken weiter die Attraktivität des Lausitzer Seenlandes als Naherholungs-, Wohn- und Wirtschaftsstandort. Ich begrüße ausdrücklich, dass wir mit der neuen Verordnung einheitliche und praktikable Regeln für alle Nutzerinnen und Nutzer in den brandenburgischen und sächsischen Teilen der Seenkette schaffen und zugleich den Schutz der einzigartigen Natur sicherstellen. Die heute in Kraft tretende Änderung der Landesschifffahrtsverordnung ist eine entscheidende Etappe, damit im kommenden Jahr die durchgängige Nutzung der kompletten Seenkette sowie die Übergabe an die Allgemeinheit gefeiert werden kann.“

Bernd Sablotny, Sprecher der Geschäftsführung und Technischer Geschäftsführer der Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH ergänzt: „Mit der Erklärung der Schiffbarkeit für den Großräschener See sowie für die Gesetzesangleichung der Brandenburger Teile des Partwitzer und Geierswalder Sees ist ein wichtiger Meilenstein in der Braunkohlesanierung erreicht. Wir gestalten Landschaften, die jetzt für alle auch auf dem Wasser erlebbar werden.“

Die wichtigsten Änderungen im Überblick:

I. Regelungen für die Lausitzer Seen

Schiffbarkeit: Der Großräschener See sowie die Brandenburger Teile des Partwitzer und
Geierswalder Sees
werden offiziell für die Schifffahrt freigegeben. Die sächsischen
Bereiche dieser Seen sind bereits schiffbar.

Der Schiffsverkehr vom Senftenberger See durch den Überleiter 12 (Koschener Kanal) in den Geierswalder See inklusive eines Verbindungsstückes auf dem Geierswalder See bis zur Landesgrenze Sachsen war bereits seit der 5. Änderungsverordnung zur Landesschifffahrtsverordnung vom 17.5.2013 schiffbar. Durch die Neuregelung der Landesschifffahrtsverordnung ist nunmehr die Brandenburger Seefläche auf dem Geierswalder See insgesamt bis zur Landesgrenze Sachsen für schiffbar erklärt worden.

Uferabstand: Auf den genannten Seen ist ein Abstand von 50 Metern zum Ufer einzuhalten. Ausnahmen gelten für Hafeneinfahrten, Überleiter und Anlegestellen.

Naturschutz: Das Naturschutzgebiet Sorno-Rosendorfer Buchten und das Natura 2000-Gebiet „Lausitzer Bergbaufolgelandschaften“ bleiben für die Schifffahrt gesperrt. Zusätzlich wird eine Schutzzone von 300 Metern vor dem Vogelschutzgebiet (SPA-Gebiet) eingerichtet, die nicht befahren werden darf. Diese Zone wird entsprechend ausgetonnt.

Höchstgeschwindigkeiten: Für Kleinfahrzeuge gilt auf dem Großräschener See eine Höchstgeschwindigkeit von 15 km/h (analog zum Senftenberger See). Auf dem Geierswalder und Partwitzer See beträgt die Höchstgeschwindigkeit 30 km/h, um die Regelungen mit Sachsen zu harmonisieren.

Nachtfahrverbot: Das bisherige Nachtfahrverbot auf schiffbaren Landesgewässern entfällt auf dem Geierswalder und Partwitzer See, da in Sachsen kein solches Verbot besteht und die Landesgrenze durch die Seen verläuft.

Sicherheitsausstattung: Vermieter von Sportbooten sind verpflichtet, ihren Mietern kostenfrei Rettungswesten anzubieten. Die generelle Pflicht zur Vorhaltung von Rettungsmitteln entfällt, um das Landesrecht an das Bundesrecht anzugleichen.

Segelverbot in Kanälen: In den Überleitern zwischen den Seen gilt künftig ein Segelverbot, ebenfalls zur Angleichung an das Bundesrecht.

II. Weitere Änderungen der LSchiffV

  • Ordnungswidrigkeitstatbestand Cannabis: Die Verordnung führt einen Ordnungswidrigkeitstatbestand für den Konsum von Cannabis auf Landesgewässern ein, analog zu den Bundeswasserstraßen.
  • Anpassung der Besatzungsregelungen: Die Vorschriften für die Besatzung von Fahrgastschiffen werden aktualisiert.
  • Entwidmung von Gewässern: Die schiffbaren Abschnitte der Gülper Havel, der Nuthe in Potsdam und der Stepenitz in Wittenberge werden verkürzt und damit teilweise entwidmet.
  • Zuständigkeitsverordnung: Die bisher gesonderte Zuständigkeitsverordnung für Ordnungswidrigkeiten in der Binnenschifffahrt vom 17. März 1998 wird in die LSchiffV aufgenommen.

Hintergrund: Mit der 12. Änderungsverordnung setzt Brandenburg einen langjährigen Abstimmungs-prozess mit dem Freistaat Sachsen und der LMBV zur Nutzung der Lausitzer Tagebauseen fort. Ziel ist es, die Seenlandschaft als überregionalen Erholungsraum und touristisches Highlight zu etablieren, ohne dabei den Naturschutz zu vernachlässigen. Die neuen Regelungen schaffen Planungssicherheit für Kommunen, Investoren und Nutzer und stärken die Entwicklung der gesamten Region.
Das Land Brandenburg hat in den vergangenen rund 20 Jahren Landesfördermittel im Umfang von rund 100 Millionen Euro für die Herstellung der Überleiter zwischen den Seen und von weiteren öffentlichen Infrastrukturen im Lausitzer Revier eingesetzt.

Reaktionen aus dem Lausitzer Seenland:

 

Siegurd Heinze, Landrat Landkreis Oberspreewald-Lausitz: "Die Änderung der Schifffahrtsverordnung ist ein gewaltiger Schub für die weitere Entwicklung des Tourismus im Lausitzer Seenland. Endlich wurde nach der Freigabe des Koschener Kanals im Jahr 2013 ein einheitliches Schifffahrtsrecht auf dem Geierswalder und Partwitzer See erreicht - das sächsische Schifffahrtsrecht wurde durch Brandenburg übernommen. Weiterhin wurde, was noch wichtiger ist, der Großräschener See für die Schifffahrt freigegeben. Dies stellt einen Meilenstein dar und ist zugleich der Vorläufer für die im nächsten Jahr zu erwartende Freigabe des Sedlitzer Sees, womit dann fünf Seen schiffbar miteinander verbunden wären. Wir lassen immer mehr die Visionen der Vordenker Rippel und Kuhn für ein Lausitzer Seenland Realität werden. Viele haben daran mitgewirkt. Ein ausdrücklicher Dank dafür an das MIL, Herrn Minister Tabbert, und an die LMBV, Herrn Geschäftsführer Sablotny. Heute ist ein Tag zum Feiern, morgen geht es weiter, um neue Ufer beziehungsweise neue Seen zu erreichen.“

Kathrin Winkler, Geschäftsführerin, Tourismusverband Lausitzer Seenland e.V.: „Für den Tourismusverband Lausitzer Seenland ist die neue Schifffahrtsverordnung ein entscheidender Schritt, um das touristische Potenzial des Großräschener Sees voll auszuschöpfen. Die Nachfrage bei Übernachtungsgästen in Brandenburg nach wasserbezogenen Aktivitäten ist fast doppelt so hoch wie der bundesweite Durchschnitt. Der Bootstourismus ist für unsere Region ein zentrales Thema. Damit gehen auch eine hohe Nachfrage nach Sportbootliegeplätzen, Gewässerzugängen für Wasserurlauber mit eigenem Boot und Anlegemöglichkeiten einher. Diesen infrastrukturellen Themen werden wir uns weiterhin, gemeinsam mit allen Akteuren, widmen. Die neue Verordnung ermöglicht uns, die Region als attraktives Reiseziel für Wassersportler, Familien und Naturfreunde noch gezielter zu vermarkten, neue Angebote zu entwickeln und das Lausitzer Seenland als moderne, barrierefreie Destination national und international zu positionieren. Damit setzen wir einen wichtigen Meilenstein für die nachhaltige Entwicklung und Wettbewerbsfähigkeit unserer Urlaubsregion.“

Detlev Wurzler, Verbandsvorsteher Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg: „Die neue Schifffahrtsverordnung ist ein weiterer, wichtiger Meilenstein auf dem langen Weg zum einheitlich gedachten und gelebten Lausitzer Seenland. Unser Dank gilt allen, die aktiv an diesem Prozess mitgewirkt haben. Besonders freut uns, dass die Vorschläge und Hinweise der Akteure vor Ort beachtet wurden und in die Verordnung eingeflossen sind.“

Thomas Zenker, Bürgermeister der Stadt Großräschen: „Endlich! Nach langem Warten eröffnet die neue Schifffahrtsverordnung die Möglichkeit, dass die Sportboote – nunmehr ohne den bürokratischen Aufwand von Sonderanträgen - den Großräschener See erobern. Damit kann auch der Großräschener Hafen seiner Bestimmung gerecht werden. Für die touristische Entwicklung des Lausitzer Seenlandes und die Entwicklung von Großräschen zur Seestadt ist damit ein Meilenstein erreicht. Nunmehr gilt: Leinen los und Ahoi!“

Andreas Pfeiffer, Bürgermeister der Stadt Senftenberg: „Ein sehr guter Tag für das Lausitzer Seenland. Mit der neuen Schifffahrtsverordnung schaffen wir klare und einheitliche Regeln auf den Seen und stärken damit den Wassertourismus in unserer Region. Der Gast denkt nicht in Landesgrenzen, sondern in Erlebnissen und Eindrücken. Diese Verordnung ist ein gemeinsamer Erfolg für das Lausitzer Seenland.“

Quellen: Medieninormation des MIL v. 19.06.2025 | ergänzt mit PM des LK OSL und mit LMBV (UST)

Das Lausitzer Seenland entwickelt sich positiv weiter - Fotos sagen mehr als Worte.
Blick über den Großräschener See zum Sedlitzer See. Im Hintergund der Partwitzer See, der Geierswalder See und der Senftenbger See | Luftbild LMBV 2024


Erste Dammbalken gezogen: Wasser läuft nun durch den Ilse Kanal zum Sedlitzer See

Senftenberg. Seit dem 4. Juni 2025 läuft planmäßig Wasser vom Großräschener See zum Sedlitzer See. 

Mittels Mobilkran wurden die ersten Dammbalken im Überleiter 11 (Ilse Kanal) gezogen. Nun erfolgt die Überleitung von ca. 1,3 Kubikmetern Wasser pro Sekunde in den Sedlitzer See. Die Überleitungsmenge nimmt durch den sinkenden Wasserstand im Großräschener See in den nächsten Tagen kontinuierlich ab.

Der Großräschener See wird dabei gezielt um wenige Zentimeter abgesenkt; derzeit lag dort der Wasserpegel bei anfänglich 100,79 m NHN. Der Sedlitzer See soll seinerseits sukzessive von bisher 100,28 m NHN um 15 Zentimenter ansteigen.

Nach vier Wochen sollte sich der Wasserstand im Großräschener See auf das Niveau der Oberkannte der verbliebenen Dammbalken bei etwa +100,57 m NHN abgesenkt haben. In dieser Zeit sind ca. 1,7 Mio. Kubikmeter Wasser übergeleitet und der Wasserstand im Großräschener See um ca. 22 cm abgesenkt. Dies ist für den Großräschener See unbedenklich.

Insgesamt werden während des Ausspiegelungsprozesses von bis zu zwölf Wochen voraussichtlich ca. 4,5  bis 5,0 Mio. Kubikmeter Wasser vom Großräschener See in den Sedlitzer See übergeleitet mit dem Ziel, ein schrittweises Ausspiegeln der beiden Bergbaufolgeseen zu erreichen. (UST | redigiert am 27.06.25)

Drohnenblick auf den Überleiter 11
Ziehen der ersten Dammbalken
Dammbalken im Ilse Kanal werden entnommen, Foto: Stefanie Klein


Totholz-Beräumen auf dem Sedlitzer See angelaufen

Senftenberg. Seit Mitte Februar 2025 sind zwei Ponton-Einheiten im Auftrag der LMBV auf dem Sedlitzer See unterwegs. Diese schwimmenden Arbeitseinheiten sorgen dafür, dass das Totholz im gefluteten Restloch schrittweise geschnitten und beräumt wird. Mitte März kam eine weitere, dritte Arbeitseinheit auf dem See dazu.

Ziel der Arbeiten ist es, eine sichere Wasserlamelle von zwei Metern im Bergbaufolgesee herzustellen. Zunächst werden die Zufahrten zu den Überleitern, dies sind die Flächen vor dem Rosendorfer und dem Sornoer Kanal, beräumt. Teilweise werden auch Stubben mittels „Ziehen“ aus dem Wasser bzw. vom Seegrund entfernt.

Das geschnittene treibende Holz wird im weiteren Verlauf der Maßnahme durch die ausführende Firma entfernt. Dieses Holz wird je nach Zustand zum Errichten von Kompensationsmaßnahmen genutzt oder im Seetiefsten verbracht. Das restliche Holz geht in das Eigentum der ausführenden Firma über.

Im Partwitzer, Geierswalder, Großräschener und Sedlitzer See ist nach dem Beenden dieser Maßnahme das notwendige Totholzbergen abgeschlossen. Lediglich in der Rosendorfer Bucht verbleiben aus Naturschutzgründen Hölzer im Wasser.

„Das Aufwuchs- und Totholzberäumen ist eine wichtige Voraussetzung, um den Sedlitzer See für die künftige wassertouristische Nutzung in den kommenden Jahren vorzubereiten“, so der zuständige LMBV-Abteilungsleiter Michael Matthes. (UST)

Fotos: Henry Ruske und Drohnen-Bilder v. Christian Horn für LMBV
Totholzbergen im Sedlitzer See


Alle in einem Boot: „Herz des Lausitzer Seenlandes“ wird bis 2026 fertig

Senftenberg. Nach der 8. Statusberatung „Restlochkette“ am 11. Februar 2025 zieht Bernd Sablotny, Sprecher der Geschäftsführung der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV), eine sehr positive Bilanz: „Unser Gremium besteht seit 2021 und mittlerweile aus allen zuständigen Behörden- und Kommunalvertretern, die an den fünf Seen: Geierswalder, Partwitzer, Sedlitzer, Großräschener sowie Senftenberger See mit uns gemeinsam konstruktiv arbeiten. Es macht mich sehr dankbar und froh, dass wir quasi in einem Boot sitzen, um unser Ziel zu erreichen“, so Sablotny mit Blick auf den Tagungsort, das Kulturschiff am Senftenberger See.
Die LMBV hat Prioritäten gesetzt und das Ziel der Nutzbarkeit dieser im Bergbau als „Erweiterte Restlochkette“ bezeichneten Gewässer samt ihrer Überleiter für das Jahr 2026 avisiert. „Dann wollen wir, dass Gäste im Lausitzer Seenland gar nicht mehr spüren, dass sie im Bergbaufolgegewässer unterwegs sind oder dass sie eine Landesgrenze passieren, wenn sie zum Beispiel auf dem Partwitzer See segeln oder den Geierswalder See mit dem Fahrrad erkunden“, erklärt Bernd Sablotny.
Dafür müssen sächsische sowie brandenburgische Behörden, Landkreise, Kommunen, Bergämter, die jeweiligen Tourismusverbände und selbstverständlich die LMBV ihre Aufgaben erledigen. Rund 35 Köpfe sind im Gremium zusammengefasst und arbeiten konzentriert an ihren Themen. Es müssen Landesschifffahrtsverordnungen angeglichen, Genehmigungen für Austonnungen auf den Seen geprüft oder Flurneuordnungsverfahren geführt werden, um nur einige zu nennen.
Die LMBV steht noch vor zahlreichen Sanierungsmaßnahmen, die vor allem den Sedlitzer See betreffen. „Wir werden dieses Jahr den Ableiter des Sedlitzer Sees fertigstellen und damit die Anbindung an die Vorflut, die Schwarze Elster, erreichen. Das ist sozusagen der Überlauf des Seenlands“, so Gerd Richter, Sanierungsbereichsleiter Lausitz der LMBV. Die Sprengarbeiten an der Brückenfeldkippe nahe Sedlitz laufen planmäßig, sodass der Wasserstand nach dieser Sanierungsmaßnahme angehoben werden kann. Außerdem müssen die Gewässerverbindungen zwischen Sedlitzer sowie Partwitzer bzw. Geierswalder See für die Schifffahrt ausgestattet werden – Dalben werden gesetzt, Seezeichen gestellt und anderes mehr im Jahr 2026. Die Ausschreibungen dafür werden jetzt vorbereitet. Die Beräumung des Sedlitzer Sees von Totholz beginnt ebenfalls noch in diesen Tagen.

„Mich freut besonders, dass wir in diesem Jahr den Großräschener See zur Nutzung freigeben können – darauf haben die Großräschener lange gewartet. Ab April können sie ihren See vom Hafen aus fürs Bootfahren nutzen und baden, sobald das Wetter es erlaubt“, so Bernd Sablotny.

Insgesamt ca. 4000 Hektar Wasserfläche werden nach 2026 als Herz des Lausitzer Seenlands nutzbar sein, fünf Seen in einem Verbund schiffbar. Ein Ziel, für das sich die Arbeit des Gremiums lohnt.

Die nächste Statusberatung findet voraussichtlich im Juni 2025 statt.

Fotos: LMBV


Flutungszahlen der LMBV für 2024: Flutung der Bergbaufolgeseen weitestgehend abgeschlossen

Senftenberg. Für die Bergbaufolgeseen der LMBV im Lausitzer Revier konnten in 2024 bisher rund 86 Mio. m³ Wasser für die Flutung und Nachsorge aus den Flüssen genutzt werden, so Maik Ulrich, Leiter der Flutungszentrale Lausitz der LMBV, zu den vorläufigen Flutungszahlen des vergangenen Jahres.

Mit rund 62 Mio. m³ wurde der größte Teil des Wassers aus dem Einzugsgebiet der Spree gewonnen. Die Schwarze Elster trug rund 23 Mio. m³ bei, während aus dem Einzugsgebiet der Neiße etwa 1 Mio. m³ herangezogen wurden. Demgegenüber stehen Ausleitungen von 76 Mio m³ in die Flussgebiete, um etwa die Pegelstände bei Niedrigwasser zu stützen sowie den ökologischen Erhalt zu gewährleisten.

Mitte Dezember 2023 waren die genutzten Wassermengen mit rund 89 Mio. m³ mit der aktuellen Situation vergleichbar. Lediglich die Aufteilung zwischen den Flussgebieten variierte. So wurde 2023 mit 8 Millionen m³ deutlich mehr Wasser aus der Neiße in die Berbaufolgeseen geleitet. Die Schwarze Elster lieferte mit 17 Millionen m³ weniger Wasser als 2024.

Bezogen auf die Bergbaufolgeseen der LMBV im Lausitzer Revier profitierte 2024 besonders der als Wasserspeicher genutzte Bärwalder See von den Flutungen. Bis Mitte Dezember wurden hierfür bereits 20 Mio. m³ aus der Spree gewonnen. In Brandenburg erhielt der Sedlitzer See mit der Einleitung von 15 Mio. m³ die größte Wassermenge.

Die LMBV hat ihre bisherigen Darstellungen im Bereich des Wassermanagements einer Prüfung unterzogen. Die Flutung der Bergbaufolgeseen ist weitestgehend abgeschlossen. Lediglich der Klinger und der Altdöberner See in der Lausitz zeigen derzeit sanierungsbedingt noch größere Wasserdefizite auf. Gleiches gilt für den Concordia See und den Lappwaldsee im mitteldeutschen Raum.

„Im Vordergrund stehen heute bei der LMBV Fragen der Bewirtschaftung der Tagebaurestseen nach Menge und Güte in enger Abstimmung mit unseren staatlichen Partnern. Folgerichtig will die LMBV im nächsten Jahr die Flutungszentrale Lausitz umbenennen. Dazu sind erste Gespräche Anfang 2025 mit den Behörden und Ministerien geplant,“ so Bernd Sablotny, Sprecher der Geschäftsführung der LMBV, kürzlich in Radebeul.

Das Lausitzer Seenland mit dem Partwitzer See im Vordergrund rechts und dem Geierswalder See links daneben. Weiter hinten zeigen sich der Senftenberger, der Sedlitzer sowie der Großräschener See.

Fotos: LMBV

Bärwalder See
Altdöberner See
Klinger See
Lappwaldsee


MIL: Vereinbarung zur Nutzung weiterer Lausitzer Tagebauseen ab 2026 mit LMBV

Potsdam/Senftenberg. Zu den Ergebnissen der Kabinettssitzung vom 27. August 2024 teilte Regierungssprecher Florian Engels in Potsdam mit:

"In der Lausitz können voraussichtlich im Jahr 2026 vier weitere Tagebauseen öffentlich genutzt werden. Das Kabinett hat heute einer entsprechenden Vereinbarung mit der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) zur Zwischennutzung der aus Tagebaurestlöchern entstandenen Gewässer im Lausitzer Seenland zugestimmt. Anschließend hat Infrastrukturminister Rainer Genilke die Vereinbarung gemeinsam mit den Geschäftsführern der LMBV, Bernd Sablotny und Torsten Safarik, unterzeichnet.

Damit sind die Weichen gestellt für die Freigabe von Sedlitzer und Großräschener See, der brandenburgischen Teile von Partwitzer und Geierswalder See sowie der verbindenden Überleiter. Die Vereinbarung schafft die rechtliche Grundlage für die angestrebte Freigabe der Gewässer für Sport- und Segelboote sowie das Wasserwandern, Baden und Tauchen zum Jahr 2026.

Infrastrukturminister R. Genilke betonte: „Die Freigabe der Gewässer für die Nutzung durch die Öffentlichkeit wird ein wichtiger Meilenstein in der Entwicklung des Lausitzer Seenlandes. Es entsteht eine überregional bedeutsame Kulturlandschaft, die sicher viele Menschen anziehen und begeistern wird. Doch nicht nur der Tourismus und die regionale Wirtschaft werden davon profitieren, sondern zu allererst die Bewohnerinnen und Bewohner. Sie erhalten nach den jahrzehntelangen Beeinträchtigungen durch den Bergbau eine Landschaft mit ganz neuen Nutzungs- und Naherholungsmöglichkeiten zurück. Dafür hat das Land Brandenburg zusammen mit der LMBV sowie Bund und Kommunen in den vergangenen Jahren die Voraussetzungen geschaffen. Kommunen, Zweckverbände und Investoren erhalten Planungssicherheit für ihre eigenen Vorhaben und Investitionen. Heute beginnt ein weiteres Stück Zukunft für die Lausitz und ganz Brandenburg.“

Bernd Sablotny fügte hinzu: „Bereits seit 2021 bereiten wir uns gemeinsam mit der Region auf die Freigabe der Gewässer vor. Wir freuen uns, dass wir die abgestimmten Termine einhalten und am Großräschener See bereits in diesem Jahr eine Teilfreigabe erreichen konnten. Nun bereiten wir weiter die durchgängige Nutzung der Restlochkette für 2026 und damit die Übergabe an die Allgemeinheit vor.“

Die Tagebauseen, Überleiter und Uferbereiche stehen aktuell noch unter Bergaufsicht. Nach der Gewässerrahmenvereinbarung aus dem Jahr 2009 sollen die Tagebauseen nach dem Ende der Bergaufsicht an das Land Brandenburg übergehen. Da dieser Schritt noch einige Jahre dauern wird, die Gewässer aber inzwischen eine öffentliche Nutzung erlauben, waren zwischen Land und LMBV Regelungen für eine vorzeitige Öffnung abzustimmen. Damit tragen Land und LMBV dem großen öffentlichen Interesse an der Öffnung der seit Jahren sichtbaren Gewässer und der Nutzung der bereits fertiggestellten Strände, Häfen und weiteren Anlagen an den Ufern Rechnung.

Die Vereinbarung regelt die Unterhaltungspflichten des Gewässers während der Dauer der Bergaufsicht, die Verkehrssicherungspflichten, Fragen der Beschilderung und Kennzeichnung sowie Haftungsfragen. Zudem wird der weiteren Sanierung Vorrang vor einer Nutzung eingeräumt.

Damit 2026 auch in Brandenburg die Nutzung der länderübergreifend schiffbar verbundenen Tagebauseen möglich wird, ist im nächsten Schritt die Landesschifffahrtsverordnung zu ändern und die geotechnische Nutzungsfreigabe nach Abschluss der restlichen Sanierungsarbeiten durch das Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg (LBGR) erforderlich.

Lausitzer Seenland – Europas größte künstlich geschaffene Seenlandschaft

Durch Rekultivierung und Flutung der Tagebaurestlöcher der Bergbaufolgelandschaft Südbrandenburgs und Nordostsachsens (Lausitzer Revier) entstand und entsteht Europas größte künstlich geschaffene Seenlandschaft. Dazu gehören auf Brandenburger Seite der Senftenberger, Sedlitzer, Großräschener, Partwitzer (anteilig) und Geierswalder (anteilig) See sowie die Überleiter Rosendorfer, Sornoer, Ilse und Koschener Kanal.

Die Herstellung dieser länderübergreifenden Seenkette ist eines der bedeutendsten Großprojekte im Lausitzer Revier im Rahmen des Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung. Das Vorhaben ist seit langem zwischen dem Land Brandenburg und dem Freistaat Sachsen zur Steigerung des touristischen Potenzials verabredet. Gemeinsam wurde bereits im Jahr 2001 mit der LMBV als zuständigem Bergbauunternehmen eine entsprechende Vereinbarung zur Herstellung schiffbarer Verbindungen zwischen den entstehenden Seen abgeschlossen. Das Land Brandenburg hat in den vergangenen 20 Jahren Landesfördermittel im Umfang von rund 100 Millionen Euro für die Herstellung der Überleiter sowie von weiteren öffentlichen Infrastrukturen eingesetzt.

Bedeutende in Realisierung befindliche und geplante Projekte

  • Überleiter 8, 10, 11 und 12
  • Maritimes Gewerbegebiet Nordufer Sedlitzer See
  • Landmarke „Rostiger Nagel“, Schwimmender Steg am Sedlitzer See
  • Stadtstrand Großräschen
  • Seestrand Lieske am Sedlitzer See
  • Hafen, Verkehrserschließung und Wasserwanderrastplatz Sedlitzer Bucht
  • Radrundwege(abschnitte) insbesondere um Großräschener und Sedlitzer See
  • Steganlage im Überleiter 12
  • Schiffsanleger Sedlitz am Großräschener
  • Öffentliche Erschließung und Steganlage Nordufer Bergheider See

Quelle: Medieninfo der Staatskanzlei des Landes Brandenburg v. 27.08.24  (UST)

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Karte der Restlochkette - mit Landesgrenze zwischen Sachsen und Brandenburg

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Foto: Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung |
Luftfotos: LMBV/Steffen Rasche

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15. Regionalkonferenz zum Lausitzer Seenland in Knappenrode

Knappenrode. Am 9. November 2022 fand in der Energiefabrik Knappenrode die schon traditionelle jährliche Regionalkonferenz im Lausitzer Seenland statt. An historischer Stätte im ehemaligen Kühlgebäude der Brikettfabrik versammelten sich rund 100 Teilnehmer aus Sachsen und Brandenburg, die an der Entwicklung des Lausitzer Seenlandes (LS) mitwirken.

Der Bautzener Landrat Udo Witschas als Vorsitzender des ZV LSS begrüßte die Gäste und unterstrich die Chancen, gemeinsam zurückzublicken und gleichzeitig Ausblicke vermittelt zu bekommen. Für die gastgebende Kommune sprach Hoyerswerdas Bürgermeister Torsten Ruban-Zeh in seinem Grußwort über die Vorhaben der Seenland-Stadt unter dem Motto „#WHY!“ sowie u.a. auch über die Entwicklungen am stadtnahen Bergbaufolgesee Scheibe und berichtete zu verschiedenen Strukturwandel-Vorhaben

Detlev Wurzler, Verbandsvorsteher des ZV LSB blickte auf seine Wunschliste aus 2021 zurück, die u.a. ein einheitliches Schifffahrtsrecht für das länderübergreifende Seenland beinhaltete. Hier seien erste Schritte der beiden Länder mit Zielrichtung bis 2024 zu verzeichnen. Die im Vorjahr angesprochenen Hindernisse aus dem Landesentwicklungsplan, die künftige Ansiedlungen im Seenland erschweren könnten, konnten bisher nicht revidiert werden.

Schwerpunkt der Entwicklungen beim ZV LSB bleibe der Sedlitzer See. Hier konnte der Änderungs-Aufstellungsbeschluss für den B-Plan Nr. 5 „Seestrand Lieske“ erreicht werden. Wurzler sah ebenfalls positive Tendenzen bei den B-Plänen Nr. 25 „Hotel am Sedlitzer Hafen“ und Nr. 33 „Wohngebiet Sedlitzer Bucht“. Er stellte zudem die sechs Projekte des ZV im laufenden Strukturwandel vor, darunter das Schiffanleger-Vorhaben bei Sedlitz am Großräschener See, wo die LPH 3 abgeschlossen werden konnte. Der nun mit dem Land BB abgestimmte Kaufantrag für nötige Flächen auch am Ufer werde zeitnah bei der LMBV gestellt werden können. Das Erschließungsvorhaben Sedlitzer Bucht mit 2,1 Mio. Euro Umfang werde voraussichtlich am 25.11.22 abgeschlossen. Detlev Wurzler verwies auch auf Aufwertungsideen am Rostigen Nagel sowie das Errichten von Themenspielplätzen am Senftenberger See und das teilweise Modernisieren der Freizeit-Infrastruktur am Senftenberger See hin.

Daniel Just, Geschäftsführer des ZV LSS, konnte den Mitarbeiterstamm des Verbandes dank der Förderungen aus dem STARK-Programm auf nunmehr zehn Mitwirkende erhöhen und damit weitere Leistungen nach der Übergabe des Multifunktionsgebäudes mit der Bewirtschaftung des Steges und dem Hafenbetrieb am Geierswalder See anbieten. Hier könnten ergänzend durch einen privaten Investor u.a. TINY-Häuser entstehen. Das weitere Ausbauen des Wegeleitsystems im Seenland an 130 Standorten soll am 03.01.2023 starten Zudem wird die vorhandene Kilometrierung weiter ergänzt. Größtes Asset des ZV sei die gemeinsam mit der Gemeinde Elsterheide vorgenommene planerische Entwicklung von zunächst 10 ha Flächen auf dem Koschendamm.

Gerd Richter gab für die Bergbausanierer der LMBV einen Rund- und Ausblick auf die notwendigen ingenieurtechnischen Leistungen im Seenland. Er verwies auf den Schwerpunkt der Arbeiten rund um den Sedlitzer See mit dem Ziel, einen ausgespiegelten Kernseenverbund von ca. 4.000 ha bis 2026 anzustreben. Dazu werden rund 80 Mio. Euro an Leistungen u.a. für die Sicherung der Brückenfeldkippe und den noch zu bauenden Ableiter vom Sedlitzer See umzusetzen sein. Im Fortgang stellte der LMBV-Vertreter weitere Vorhaben von der Fallgewichtsverdichtung am Altdöberner See, der fortzuführenden Inlake-Behandlungen bis hin zum Sanieren am Knappensee und zum Testrütteln am Silbersee vor.

Kathrin Winkler vom Tourismusverband LS erläuterte die Herausforderungen seit dem Corona-Jahr 2021. Die Touristen nutzen deutlich kürzere Buchungsfristen, verweilen aber auch etwas länger im Seenland. Dem Fachkräftemangel sehen sich auch die hiesigen Touristiker ausgesetzt. Regionalplaner Matthias Wedepohl von Projekt M erklärte den Ansatz für das bis Mai 2023 zu erstellende strategische Regionale Entwicklungskonzept auf der sächsischen Seite des Seenlandes und knüpfte dabei an den Rahmenplan auf Brandenburger Seite aus 2021 an

Dr. Torsten Heyer von der TU Dresden vom Institut für Wasserbau und Technische Hydromechanik informierte zu einem beauftragten Konzept zur Reduzierung künftiger Planungsrisiken für Anlagen auf und an Bergbaufolgeseen am Beispiel des Sedlitzer und des Geierswalder Sees. Dabei geht es um die Einschätzung möglicher Gefahren, der Ausgesetztheit und Anfälligkeit bei Starkwinden, Wellen- und Eisgang sowie einhergehenden Sedimenttransporten. Dazu werden insbesondere die Geomorphologie der Seeböden und Seeufer durch numerische Nachbildung der Hohlformen sowie die Streichlängen einfallender Winde mitberücksichtigt, um Masterpläne für Seegangs- und Sedimentprognose zu erstellen.

LMBV-Beitrag zur Regionalkonferenz


LMBV-Medieninformation 43/2021: Erfolgreiches Fluten der Lausitzer Bergbaufolgeseen in 2021

Neuer Leiter der LMBV-Flutungszentrale Lausitz mit Maik Ulrich

Senftenberg. Die LMBV kann auf ein erfolgreiches Flutungsjahr 2021 zurückblicken. Bis zum 17.12.2021 konnten schon mehr als 130 Mio. Kubikmeter zum Auffüllen von Bergbaufolgeseen sowie deren Nachsorge in der Lausitz aus den Vorflutern genutzt werden.

Zum Vergleich: In den drei vorangegangen Trockenjahren konnte bedeutend weniger Vorflutwasser zur Flutung genutzt werden: 2018 kamen nur 58 Mio. Kubikmeter zusammen. 2019 summierten sich die Abnahmen auf etwa 78 Mio. Kubikmeter und 2020 auf 63 Mio. Kubikmeter. Die Spree lieferte in 2021 den Löwenanteil mit einem Volumen von rund 93 Mio. Kubikmeter, gefolgt von 21 Mio. Kubikmetern aus der Schwarzen Elster und 18 Mio. Kubikmetern aus der Lausitzer Neiße.

Hauptabnehmer waren der LMBV-Speicher Lohsa II mit 38 Mio. Kubikmeter sowie der Bärwalder See mit 19 Mio. Kubikmeter. Im Bernsteinsee sorgte die Durchleitung von 15 Mio. Kubikmeter für die Verbesserung und Stabilisierung der Wasserbeschaffenheit. Im Herzen des Lausitzer Seenlandes wurde der schon touristisch genutzte Geierswalder See mit 13 Mio. Kubikmeter aus der Schwarzen Elster gespeist, von denen 4,4 Mio. Kubikmeter zum Sedlitzer See weitergeleitet wurden.

Der Sedlitzer See ist seit Sommer 2020 der Flutungs-Schwerpunkt in Brandenburg. Mit 28 Mio. Kubikmeter aus Spree und Neiße und weiteren 12 Mio. Kubikmeter aus den benachbarten Bergbaufolgeseen konnte der für die Fortsetzung der Sanierung dringend benötigte Wasserspiegelanstieg von 94,9 auf 97,4 m NHN erreicht werden. Rund 6,6 Mio. Kubikmeter standen zur Stützung des Großräschener Sees in 2021 zur Verfügung.

Die LMBV nimmt jedoch in ihre Bergbaufolgegewässer nicht nur Wasser auf, sondern gibt auch einen Großteil in Trockenzeiten wieder an die Flüsse und Fließe ab: 2017 waren dies 139 Mio. Kubikmeter; 2018 noch 106 Mio. Kubikmeter; 2019 etwa 78 Mio. Kubikmeter und 2020 wiederum 80 Mio. Kubikmeter. In diesem Jahr konnten bisher 54 Mio. Kubikmeter wieder dem Spreegebiet, 31 Mio. Kubikmeter dem Elstergebiet und 7,5 Mio. Kubikmeter dem Neißegebiet zur Verfügung gestellt werden (in Summe 2021 92,5 Mio. Kubikmeter) .

Mit dem Ausscheiden in den Ruhestand von Doris Mischke, die die Flutungszentrale Lausitz viele Jahre erfolgreich geführt hat, übernimmt zum 1. Januar 2022 Maik Ulrich die Leitung dieses Fachreferats in der LMBV. Er arbeitete zuvor 16 Jahre in der Landestalsperrenverwaltung (LTV) des Freistaates Sachsen als ausgebildeter Hydrologe. Sein Aufgabengebiet umfasste die Bewirtschaftung der Talsperren Bautzen und Quitzdorf sowie die Flussgebietsbewirtschaftung der Spree und Schwarzen Elster. Als Vertreter der LTV in den länderübergreifenden Gremien kennt er die Aufgaben der LMBV sehr genau und wird mit seiner Erfahrung das Unternehmen bereichern.

Hintergrund zur LMBV: Im Jahr 2021 wird die LMBV als Bergbausaniererin im Osten Deutschlands insgesamt Leistungen in einem Finanzierungsumfang von ca. 258 Mio. € erbracht haben. In den Maßnahmen nach § 2 des Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung werden das ca. 195 Mio. €, für die Maßnahmen nach § 3 des Verwaltungsabkommens ca. 48 Mio. € und für die Maßnahmen entsprechend § 4 ca. 15 Mio. € sein. Im Bereich Kali-Spat-Erz wird das Unternehmen bis zum Jahresende 2021 Verwahrungsleistungen in Höhe von etwa 22 Mio. € realisieren.


Beitrag des Bergbausanierers zur Regionalkonferenz Lausitzer Seenland geleistet

LMBV hat gute Grundlagen geschaffen - Bereits etwa 1,362 Mio. Übernachtungen im Seenland in 2019 laut DWIF erreicht

Senftenberg. Am 9. November 2021 fand im Senftenberger Ortsteil Brieske die schon traditionelle jährliche Regionalkonferenz im Lausitzer Seenland statt. An historischer Stätte im Gebäude der „Kaiserkrone“ versammelten sich unter Corona-Bedingungen rund 100 Teilnehmer aus Sachsen und Brandenburg, die an der Entwicklung des Lausitzer Seenlandes (LS) mitwirken.

OSL-Landrat Siegurd Heinze als Vorsitzender des ZV LSB begrüßte die Gäste mit „LS Ahoi“ und unterstrich die Chancen, gemeinsam zurückzublicken und gleichzeitig Ausblicke vermittelt zu bekommen. Für die gastgebende Kommune sprach Senftenbergs Bürgermeister Andreas Fredrich über die Vorhaben der Stadt an den beiden stadtnahen Bergbaufolgeseen und knüpfte mit dem Veranstaltungsort, eines vormals von Bergleuten gern genutzten Restaurants und Veranstaltungssaales in der Marga-Siedlung an das Motto der Touristiker vom „Bergmann zum Seemann“ an.

Daniel Just, Geschäftsführer des ZV LSS, verwies schlaglichtartig auf die erfolgten Investitionen des ZV am Geierswalder See mit dem Bau und der Übergabe des Multifunktionsgebäudes sowie dem Schaffen von Außenanlagen für Wohnwagen und dem weiteren Ausbau des Wegeleitsystems im Seenland an 130 Standorten. Mit einer zugesagten Förderung von 1,2 Mio. Euro über Strukturmittel kann der ZV sein Personal um bis zu fünf Stellen aufstocken und in 2022 dann mit neun Mitarbeitern seine vielfältigen Projekte weiter und besser voranbringen. Just stellte auch einen während der Corona-Zeit in Kooperation mit der KUFA Hoyerswerda entstandenen Promotionsfilm zum LS vor.

Detlev Wurzler konnte auf eine aufregende Zeit seit seinem Amtsanritt im November 2018 zurückblicken: die vorübergehende Seesperrung durch das LBGR nach dem Ausfließen von Inseluferbereichen, einem Brand im ZV-eigenen Strandhotel bis hin zu den Corona-Auswirkungen. Trotz alledem hat sich der ZV LSB gut entwickelt. So konnte im September 2020 der Seestrand Lieske baulich fertiggestellt werden. Eine Ausschreibung für 40 Ferienhäuser auf der dortigen 18,5 Hektar Fläche ist erfolgt und ein Investor für 2020 gebunden. Ebenso konnten die Vorbereitungen für die Ansiedlung eines 4-Sterne-BioNaturHotels mit 100 Zimmern und 11 Suiten getroffen werden. Am 23.09.2021 konnte auch der Rahmenplan bis 2030 für weitere zielgerichtete Entwicklungen im LS vom ZV verabschiedet werden.

Für die LMBV, die laut OSL-Landrat mit dem Sanierungsbergbau viele wichtige Grundlagen für das Fortschreiten im LS lege, informierte der Leiter des Sanierungsbereiches Lausitz über künftige Schwerpunkte der LMBV-Arbeiten an den Bergbaufolgeseen. Dabei legte er den Fokus auf die nötigen Arbeiten am und um den Sedlitzer See, der als Kernelement die Restlochkette künftig prägen wird. Als prioritäres Vorhaben charakterisierte er das Fertigstellen der Erweiterten Restlochkette und des Großräschener Sees, die künftig alle auf dem Niveau von +100 m NHN ausgespiegelt werden sollen. Richter informierte über den geplanten Fortgang der Fallgewichtsverdichtung im NW und NO der Böschungen am Restloch Greifenhain ab September 2022 und das Sichern von ersten Uferabschnitten an den gekippten Inseln im Senftenberger See voraussichtlich ab dem Winter 2024.

In der Folge beantwortete Marcus Heberle vom Tourismusverband LS die Frage, wie der Verband die Corona-Krise und ihre Auswirkungen gemeistert habe. Er informierte über die Aktivitäten, Produkte und Services, die von den Touristikern entwickelt wurden. Dies spiegelte sich auch in den vom DWIF erhobenen und berechneten Zahlen, denen zufolge 2019 laut Geschäftsbereichsleiter Moritz Sporer bereits 1,362 Mio. Übernachtungen im LS, davon 828.000 statistisch erfasst bei Beherbergungsbetrieben >10 Betten, zu verzeichnen waren. Dies generierte einen Gesamtumsatz von etwa 265 Mio. Euro in der Seenregion. An Wertschöpfung für die Region bedeutete dies in der ersten Umsatzstufe rund 74 Mio Euro durch direkte Ausgaben der Seenlandgäste für Eintrittsgelder, Gebühren etc., in der zweiten Umsatzstufe im Sinne der Umsatzrentabilität dann noch einmal 48 Mio Euro durch Ausgaben für Energie, die Brötchen beim Bäcker, die Blumen beim Gärtner u.v.a.m. Im Umkehrschluss schafft dieser Umsatz rechnerisch bereits für 6.370 Menschen Arbeit, die daraus ihr Primäreinkommen erzielen können.

Frank Ortmann, Tourismus-Abteilungsleiter im SMWKT, brachte die Sicht aus der Landesregierung in Dresden auf die Relevanz des Tourismus im LS ein und informierte u.a. über Förderprogramme, die für Akteure im LS von Interesse sein könnten. Aus der Praxis berichteten dann noch zwei erfolgreiche Investoren. Dr. Matthias Leiker sprach in seiner Funktion als Geschäftsführer der M.C.L. Touristik GmbH über die sichtbaren Entwicklungen seit 2013 beim „Ferienhof Radlerslust“ und berichtete über die schon sehr gut angenommenen neuen Angebote des - seit 2015 geplanten und im Sommer 2021 - geöffneten „Sonnenhofes 1864“ am Dorfanger in Großkoschen. Sehr engagiert stellte auch Neuinvestor Alfred Tempel sein Vorhaben „OSTufer“ am Geierswalder See mit moderner Strandbar und Wassersportangeboten vor, das er innerhalb kürzester Zeit gänzlich neu neben dem Bootsanleger und unterhalb der Strandpromenade aus dem „Boden gestampft“ und ab Ostern 2021 an den Markt gebracht habe.

Die Regionalkonferenzen sind seit vielen Jahren ein jährliches Update der Entwicklungen in der Region. Sie werden von den beiden Zweckverbänden des Lausitzer Seenlandes und dem Tourismusverband Lausitzer Seenland abwechselnd in Sachsen und Brandenburg organisiert. 2020 konnte die Konferenz wegen des Corona-Lockdowns nicht stattfinden.

Impressionen von der Regionalkonferenz 2021 - Fotos: Uwe Steinhuber


85 Mio. m³ bisher für Flutung der Lausitzer Bergbaufolgeseen des Bergbausanierers

Bis Ende Mai 2021 gutes Flutungsergebnis durch Flutungszentrale Lausitz erreicht

Senftenberg. Die Flutung der Lausitzer Bergbaufolgeseen der LMBV kam in den ersten 21 Wochen des Jahres 2021 kontinuierlich gut voran: bisher konnten mehr als 85 Mio. Kubikmeter aus Überschusswasser von Spree, Schwarzer Elster und Lausitzer Neiße zum Fluten der bergbaulichen Speicher und Bergbaufolgeseen der LMBV entnommen werden. Dies sei laut Doris Mischke, Leiterin der LMBV-Flutungszentrale Lausitz, „ein tolles Flutungsergebnis* bis heute. Solche Mengen hatten wir zuletzt in den Jahren 2007 und 2008 innerhalb des ersten Halbjahres erreicht.“

Aus dem Bereich der Spree standen in den Frühjahrsmonaten 2021 bisher in Summe etwa 56,5 Mio. m³, aus der Schwarzer Elster 16,4 Mio. m³ sowie aus Lausitzer Neiße 12,1 Mio. m³ zur Flutung der LMBV zur Verfügung, ermittelte die Flutungszentrale Lausitz der LMBV nach vorläufigen Zahlen per 31. Mai 2021. Hierbei sind die Mengen zum Füllen des LEAG-Gewässers Cottbuser Ostsee noch unberücksichtigt.

Hauptabnehmer waren das Speicherbecken (SB) Lohsa II, das Restloch Sedlitz, der Speicher Burghammer und der Speicher Dreiweibern. In das SB Lohsa II gingen davon 30,6 Mio. m³. In den Sedlitzer See wurden aus allen drei Flusseinzugsgebieten der Lausitz ca. 23 Mio. m³ eingeleitet. Damit konnte der etwa 1.400 ha große Sedlitzer See, an dessen Ufern noch verschiedene Sanierungsvorhaben der LMBV laufen, in den zurückliegenden fünf Monaten um bisher 186 Zentimeter höher eingestaut werden.

Das SB Bärwalde „schluckte“ etwa 7,2 Mio. m³, das Speicherbecken Dreiweibern 4,5 Mio. m³ und rund 5,3 Mio. m³ nahm der Speicher Burghammer (Bernsteinsee) auf. Dem Partwitzer See und dem Geierswalder See konnten seit Jahresbeginn zusammen rund 10,3 Mio. Kubikmeter Stützungswasser zugeführt werden.

Auch der Wasserstand des Großräschener See konnte aus Überleitungen mit etwa 2,5 Mio. m³ gestützt werden, der für touristische Nutzungen erforderliche Wasserstand von 100,0 m NHN konnte aber nicht erreicht werden.

*Im Vergleich zu den Flutungsmengen der vorangegangen Jahre (Die Jahresmengen 2018: 58 Mio.m³; 2019: 78 Mio.m³; 2020: 63 Mio. m³) ist das ein sehr gutes Ergebnis, so die FZL zu ihren vorläufigen Erhebungen.

Lausitzer-Seenland-Impressionen