60 Jahre Talsperre Spremberg an der Spree – LMBV als verlässlicher Partner zur Eisenminderung und bei Entschlammung gewürdigt

Bräsinchen. Das größte wasserwirtschaftliche Bauwerk Brandenburgs wurde am 8. Oktober 2025 laut 2025 laut Ministerium für Land- und Ernährungswirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg (MLEUV) genau 60 Jahre alt.

Ab 1958 wurde in sieben Jahren Bauzeit quer durch das Durchbruchstal der Spree ein 3.700 Meter langer Erdstaudamm errichtet. Seit ihrer Inbetriebnahme am 8. Oktober 1965 ist die Talsperre Spremberg Teil eines Speichersystems im oberen Einzugsgebiet der Spree, wehrt Hochwasser ab und dient der Wasserversorgung bei Niedrigwasser.

„Der Bau war eine technische Meisterleistung, die innovatives Denken von den damaligen Wasserbauingenieuren erforderte. Um den schwierigen Baugrund und die herausfordernden Grundwasserverhältnisse in den Griff zu bekommen, musste der Untergrund sicher abgedichtet werden. Zu diesem Zweck wurde das Joosten-Verfahren zur Verfestigung der Böden weiterentwickelt. Viele der für diesen Staudamm entwickelten technischen und konstruktiven Lösungen waren wegweisend und gaben Impulse für die Forschung und Weiterentwicklung des Talsperrenbaus“, so Dirk Ilgenstein, Präsident des Landesamtes für Umwelt (LfU) bei einer Feierstunde vor Ort im Pumpenhaus bei Bräsinchen.

Wasser-Abteilungsleiterin Anke Hermann vom Ministerium für Land- und Ernährungswirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg würdigte das gemeinsame Vorgehen von LfU und LMBV bei Verringerung der Eisenfrachten in der Spree. Die vielfältigen umgesetzten Maßnahmen griffen bereits und würden durch weitere Vorhaben, wie eine geplante Dichtwand am Speicher Lohsa II, schrittweise weiter von der LMBV ergänzt. Dafür werde sich das MLUEV weiter engagieren, auch bei den Verhandlungen zum Folgeabkommen für die Braunkohlesanierung ab 2028. „Der Bergbausanierer leiste mit der jährlichen Beräumung der Vorsperre Bühlow  einen wesentlichen Beitrag dazu, dass das Spreewasser die Talsperre in klarem Zustand verlässt“, so der LfU-Präsident.

Ursprünglich gab die Wasserversorgung der Braunkohlekraftwerke den entscheidenden Anlass für den Bau der Talsperre. Auch der Hochwasserschutz und die zusätzliche Bereitstellung von Wasser in Trockenzeiten förderten seinerzeit die Entscheidung. Aus heutiger Sicht war dies eine sehr vorausschauende Entscheidung. Der Klimawandel verschärft mit höheren Temperaturen, stärkerer Verdunstung und geringeren Abflüssen das Niedrigwasserproblem. Extremwetterlagen mit Starkniederschlägen sowie langanhaltende Regenereignisse erhöhen das Hochwasserrisiko. Die Talsperre Spremberg muss für all diese Fälle vorbereitet sein. Deshalb findet hier - bei laufendem Betrieb - eine umfassende Generalsanierung statt. Seit dem Jahr 2005 setzt das Land Brandenburg, unterstützt von der Europäischen Union und dem Bund, umfangreiche finanzielle Mittel dafür ein.

Mit dem Bau der Talsperre entstand die größte Wasserfläche der Niederlausitz außerhalb der Teichlandschaften. Die Freizeitnutzungen wurden immer bedeutender: Camping, Baden, Segeln, Angeln, Radfahren und Vogelbeobachtung. Es gibt zu jeder Jahreszeit gute Gründe für einen Besuch der Talsperre, die aufgrund ihrer einzigartigen Natur im Jahr 2004 als Naturschutzgebiet ausgewiesen wurde. Das Gebiet ist ca. 1.000 Hektar groß – bereits 259 Vogelarten wurden dort schon gezählt.

 

Die Talsperre Spremberg in Zahlen (Quelle LfU):

Hydrologie

 

Einzugsgebiet

2,281 km²

Jahresabflusssumme

390.000.000 m³

   

Staudamm – das Absperrbauwerk

 

Länge der Dammkrone:

3.700 m

Höhe der Dammkrone:

12 m

Breite der Dammkrone:

5 m

   

Staubecken

 

Höchster möglicher Stau

94,15 m. ü. NN

Stauziel (Dauerstau)

92,00 m. ü. NN

Gesamtstauraum

38,47 Mio. m³

Hochwasser-Rückhalteraum

17,40 Mio. m³

Betriebsraum

21,06 Mio. m³

Speicherfläche (max.)

8,99 km²

   
Blick über die Talsperre Spremberg (2025)
Fotos: Dr. Uwe Steinhuber und Luftbilder von Steffen Rasche


Bürgerforum „Klare Spree“ in Spremberg – LMBV informierte zum Stand der Eisenminderungs-Vorhaben

Senftenberg/Spremberg. Zum bereits siebten Bürgerforum zur Spree hatten das Aktionsbündnis „Klare Spree“ und die Stadtverwaltung Spremberg in das Spreekino am Markt am 4. September 2025 eingeladen. Laut Bürgermeisterin Christine Herntier ging es darum, „gemeinsam mit Experten, die zum Thema Wasser Neues beisteuern können, das Thema braune Spree zu diskutieren und Lösungsansätze vorzustellen sowie Machbarkeiten zu erörtern“. Der Einladung waren neben zahlreichen interessierten Bürgern auch Vertreter der Behörden, darunter vom Landesamt für Umwelt (LfU), vom Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe (LBGR) und vom Sächsischen Oberbergamt (OBA) gefolgt.

Nach einer Begrüßung und Einführung durch Bürgermeisterin Herntier berichtete zunächst Dr. Klaus-Peter Schulze, vormaliger Bundestagsabgeordneter der Region und  langjähriger Bürgermeister von Spremberg, von den Bemühungen der Arbeitsgruppe Wasser der LausitzRunde, in der Bundes- und Landespolitik Gehör für die Themen der Spree zu bekommen. Der bevorstehende Kohleausstieg in der Lausitz wird nach seiner Ansicht u. a. einen starken Rückgang der Wasserführung in der Spree bewirken.

Gute Basis dafür seien mit den Ergebnissen der 2023 veröffentlichten Studie „Wasserwirtschaftliche Folgen des Braunkohleausstiegs in der Lausitz“ zur wasserwirtschaftlichen Entwicklung der Lausitz bis 2100 vom UBA geleistet worden.  Darauf aufbauend hat die AG Wasser im selben Jahr bereits einen Forderungskatalog erstellt und an entsprechende Partner übergeben. In der Folge habe beispielsweise das SMEKUL eine „Überleitungsstudie“ in Auftrag gegeben. Mit dem Eingang der Forderungen in den Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD sei nun die Bundespolitik gefordert.

Für die LMBV konnte Sven Radigk, Leiter der Projektgruppe Gewässergüte Fließgewässer Lausitz, den Sachstand aus Sicht des Bergbausanierers erläutern. Er schloss seine Darstellungen an die Aussagen der LMBV von 2024 anlässlich von „Zehn Jahre Aktionsbündnis“ an. Mit den bereits im Betrieb befindlichen Anlagen zur Eisenminderung und weiteren Maßnahmen wurde bereits eine Reduzierung der Eisengehalte in der Spree am Pegel bei Zerre auf 4,3 mg/l Eisen (2022/23) von vormals 6,1 (2013-2022) auf nunmehr 4,1 mg/l Eisen (2024) jahresdurchschnittlich reduziert. Die Trendumkehr wurde ab 2019 mit dem schrittweisen Aufbau und dem nachfolgenden Einsatz der mittelfristig errichteten LMBV-Grundwasserabfangmaßnahmen und Wasserbehandlungsanlagen an der südlichen Hauptspree bzw. Kleinen Spree erreicht.

Als Teil der langfristigen Lösungen soll ergänzend auch eine Dichtwand am Nordostufer des Speichers Lohsa II i. A. der LMBV entstehen, die den eisenhaltigen und sauren Grundwasserabstrom des Speicherbeckens Lohsa II um 5 Mio. Kubikmeter p.a. reduziert sowie mindestens 10 Mio. Kubikmeter neutrales Speicherwasser zur Wassermengenbewirtschaftung der Spree p.a. zurückhalten könnte. Die vorgeschalteten Fachgutachten zur Dichtwand-Technologie und zu deren Wirksamkeit sowie zur Erforderlichkeit, Geeignetheit und Angemessenheit wurden zwischenzeitlich i. A. der LMBV erarbeitet. Entsprechend der 147. StuBA-Sitzung wurde eine Beschlusslage des Steuerungs- und Budgetausschusses zur Braunkohlesanierung zum LMBV-Vorhaben per 13. Februar 2025 erreicht. Seit März 2025 wird nunmehr eine Funktionalausschreibung für einen Totalunternehmer (d.h. mit der damit verbundenen vollumfänglichen Haftung für die Objektplanung sowie für die Mängelfreiheit und die Gewährleistung des zu errichtenden Bauwerks) für das Dichtwandvorhaben insgesamt, von den projektverantwortlichen Sanierungsplanern der LMBV vorbereitet.

Die Dichtwand selbst soll auf etwa 7.400 Meter auf einer 50 Meter breiten Trasse errichtet werden. Dazu sind mittlere Teufen von 75 Metern zu bearbeiten, um eine zwei bis sieben Zentimeter beidseitige Tondichtung im gefrästen Schlitz herzustellen. Ganz wesentlich sind parallel die entsprechenden Grundstücksfragen einer Klärung zuzuführen. Für mehr als 90 Prozent der Trasse sei dies zwischenzeitlich bereits gelungen. Aus dem Publikum merkte dazu der ehemalige Bundes- und Landtagsabgeordnete und Spremberger Ulrich Freese an, dass ihm eine mögliche „Fräszeit“ von etwa acht Jahren zu lang erscheine und er sich eine Beschleunigung wünsche.  Er stellte dies auch in den Zusammenhang mit dem zeitlichen Ablauf des bevorstehenden Kohleausstiegs.

Der Ortsvorsteher von Cantdorf, Renè Nakoinz, interessierte sich für das geplante Vorgehen von LfU, Stadtverwaltung und LMBV zum punktuellen  Ausbaggern und Beräumen der Spree im Stadtgebiet Spremberg, insbesondere am Stadtmühlenwehr. Hierzu sind unter Federführung des zuständigen LfU noch weitere vorbereitende Arbeitsschritte nötig.

Dr. Falk Ebersbach vom Sächsischen Oberbergamt aus Freiberg befasste sich in seinem Beitrag mit den formalen Voraussetzungen eines zügigen Planfeststellungsverfahrens am Beispiel des PFV für eine Dichtwand. Das OBA selbst sieht dem Antrag der LMBV mit Interesse entgegen und wird „unverzüglich“ mit der Bearbeitung beginnen. Dr. Ebersbach versteht darunter ein Handeln, dass „ohne eigenes Verschulden nichts verzögert“. Mögliche Beschleunigungselemente sind bereits durch die komplette Digitalisierung der behördlichen Befassung erreicht. Auch der frühzeitige Einsatz eines UVP-Sachverständigen beim Antragsteller stärke dabei das zügige Handeln der Behörde.

Nachdem der Auftakt mit dem Dichtwand-Scopingtermin im Jahr 2021 durchgeführt werden konnte, könne das Verfahren alsbald nach Vorliegen des Antrags eröffnet und dann die entsprechenden Dokumente ausgelegt und daraufhin Stellungnahmen der beteiligten Träger öffentlicher Belange eingereicht und ausgewertet werden. Üblicherweise bedürfen solche bergbaulichen Planfeststellungsverfahren eine Dauer von drei bis fünf Jahren. Der Antragsteller habe zudem einen Anspruch auf eine Betriebsplanzulassung. Vorzeitige Baubeginne liegen hierbei ebenso im Rahmen des Ermessens der Bergbehörde.

Winfried Böhmer, eines der Gründungsmitglieder des Aktionsbündnisses, bedankte sich zum Abschluss bei allen Akteuren für das bereits erreichte Eisenmindern in der Spree. Er bekräftigte das Motto des Forums „Dichtwand jetzt!“ noch einmal aus naturschutzfachlicher Sicht und verband dies auch mit der Unterstützung des Wunsches, dass die Menschen in und um Spremberg ebenfalls bald wieder in eine klaren Spree baden können, den der Moderator des Abends, Michael Apel, zuvor geäußert hatte. (UST)

Die Vorsperre zur Talsperre Spemberg ist ein wichtiger Eisenfänger in der Spree.
Fotos: LMBV | Dr. Uwe Steinhuber


Friedersdorfer Strand am Silbersee zu Ostern nutzbar

Senftenberg/Lohsa. Am sächsischen Silbersee wurde bis zuletzt gearbeitet, um den Friedersdorfer Strand ab 18. April 2025 für die Badesaison temporär freizugeben. Vertreter des Sächsischen Oberbergamtes (OBA Sachsen) und der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) übergaben den Strand bei einem Vor-Ort-Termin zur saisonalen Nutzung an die Gemeinde Lohsa und den Campingplatzbetreiber. Seit November 2023 hatten die beauftragten Unternehmen Metzner GmbH und HAGN Umwelttechnik GmbH im Auftrag der LMBV und in Abstimmung mit dem OBA Sachsen intensiv an der geotechnischen Sicherung des Silbersees, insbesondere am Friedersdorfer Strand, gearbeitet.

Mittels seeseitiger Rüttelstopfverdichtung und einer leichten Rüttelverdichtung im Uferbereich wurden rund eine Mio. Kubikmeter Bodenvolumen verdichtet und damit der Friedersdorfer Strand für eine gefahrlose Nutzung vorbereitet. Im März 2025 erfolgten planmäßig die letzten Profilierungsarbeiten am Ufer. Innerhalb des ausgewiesenen Badebereichs kann jetzt offiziell gebadet werden. Zwei neue Informationstafeln informieren nun über die Sanierungsleistungen am See und das Speicherbecken Lohsa I. 

Die Nutzung des Badebereichs wird vorerst zeitlich beschränkt. Bis Oktober 2025 wird der Strandbereich nutzbar sein. Denn komplett abgeschlossen sind die Bauarbeiten noch nicht. Es werden die rückgebauten Flächen, Sport- und Freizeitbereiche auf dem Campingplatz wiederhergestellt. Am östlichen Ufer, außerhalb des Strandbereiches, folgen noch Ersatzpflanzungen mit verschiedenen Gehölzen zur ökologischen Kompensation der in Anspruch genommenen Flächen. (SK)

v.l.: Karsten Handro - LMBV-Abteilungsleiter Projektmanagement, Robert Kaschkat - Sächsisches Oberbergamt, Falk Nowotnick - Betreiber des Campingplatzes und Thomas Leberecht - Bürgermeister der Gemeinde Lohsa bei der saisonalen Freigabe des Badebereichs am Silbersee. (Foto: Gernot Menzel)

Hintergrund: Der Silbersee ist ein Speichergewässer der sächsischen Landestalsperrenverwaltung (LTV). Er entstand aus dem ehemaligen Tagebau Werminghoff II, der 1935 bis 1960 betrieben wurde. In den Jahren 1967 bis 1971 wurden die beiden entstandenen Restlöcher Friedersdorf und Mortka für deren heutige Funktion als Speicherbecken Lohsa I vorbereitet und geflutet. Mit dem Wiederansteigen des Grundwassers in der Region stieg die Gefahr von spontanen Böschungseinbrüchen in den Kippenbereichen. Ein Großteil der Flächen und Ufer mussten vorsorglich gesperrt werden. Mit den Sanierungsarbeiten wird die geotechnische Sicherheit für den Silbersee hergestellt, um eine Nachnutzung als Speicherbecken und in ausgewiesenen Teilbereichen eine touristische Nutzung zu ermöglichen.

Der Strand am Silbersee ist fertiggestellt und kann für die Badesaison 2025 genutzt werden. (Foto: Gernot Menzel)
Bis zuletzt wurde am Friedersdorfer Strand gearbeitet. (Foto: Gernot Menzel)
Seeseitige Rüttelstopfverdichtungsarbeiten im Oktober 2024 (Foto: Christian Horn)


LMBV konkret 01/2025

In der Ausgabe 01/2025 der LMBV konkret finden Sie u.a. folgende Themen:

Sanieren des Berzdorfer Sees geht in die Schlussphase – Verträge gezeichnet, Fünf Seen – ein Ziel: Restlochkette wird 2026 nutzbar, Der Ausbau der Kleinen Spree ist im Endspurt, Dichtwand am Nordostufer des Speicherbeckens Lohsa II wird ausgeschrieben, Sanierung am Concordia See: Schonende Sprengverdichtung zur Beseitigung der Verflüssigungsgefahr, Schutz für Ufer und Infrastruktur am Gröberner See, Sofortmaßnahmen für Sicherheit am Störmthaler Kanal, Sanierung abgeschlossen: Rundweg am Gremminer See wieder nutzbar, Freieslebenschacht II: Erneuern der Energieversorgungsleitungen beendet, Einblick unter Tage – Befahrung im Altenberger Bergwerk, Verabschiedung aus dem Regionalen Sanierungsbeirat – Ein Wegbegleiter der Bergbausanierung tritt in den Ruhestand

 

 

 


LMBV empfängt Oberlausitzer Landräte am Knappensee

Lohsa/Koblenz. Einen Einblick ins Sanierungsgeschehen am Knappensee sowie einen Ausblick auf die Entwicklung der LMBV-Projekte in Ostsachsen und im Seenland gab am Sonntag, dem 12. Mai, Gerd Richter, LMBV-Sanierungsbereichsleiter Lausitz. Er empfing am Vormittag Bautzens Landrat Udo Witschas sowie Dr. Stephan Meyer, Landrat des Landkreises Görlitz, am gesperrten Knappensee.

Beide CDU-Landräte hatten sich an diesem Tag zu einer Frühlingswanderung mit interessierten Besuchern verabredet, die von Mortka nach Koblenz und zurück führte. Rund 60 Teilnehmer waren dem Aufruf gefolgt und zeigten sich sehr interessiert an den aktuellen Sanierungsarbeiten, welche die LMBV als Projektträger im Auftrag des Sächsischen Oberbergamtes ausführt. Landrat Udo Witschas betonte die Langfristigkeit aber auch die Notwendigkeit dieser Arbeiten am Knappensee. Gerd Richter erklärte die in den nächsten Jahren anstehenden Leistungen und hierbei vor allem die am 2021 entstandenen Rutschungskessel im See.

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Fotos: LMBV


Veranstaltungsreihe zur Eisenhydroxidschlamm-Thematik gestartet

Senftenberg. Das Aktionsbündnis Klare Spree (ABKS) hat seine Forderung nach praktikablen Lösungen für das Thema Eisenhydroxidschlamm erneuert und setzt dabei auf Unterstützung in der Region sowie durch die Länder Brandenburg und Sachsen. Das ist der Tenor einer von der LMBV initiierten Themenwerkstatt, die sich am 18. Januar auf dem BTU-Campus in Senftenberg mit „Lösungen für gesunde Gewässer in der Lausitz“ beschäftigte. Dabei stellte Dieter Perko, Bürgermeister der Gemeinde Neuhausen und Vorsitzender des ABKS, die Ziele und Forderungen des Bündnisses vor und stellte sich den Fragen der Teilnehmer, darunter Experten von LBGR, LMBV und IHK Cottbus, interessierte Bürger sowie die Bürgermeister von Lauchhammer und Kostebrau, Mirko Buhr und Hubert Lerche.
Es wurde deutlich, dass die EHS-Monodeponie bei Kostebrau nur eine von vielen Lösungen beim Kampf gegen die Verockerung der Gewässer in der Lausitz ist. Perko forderte insbesondere die weitere Beräumung der Vorsperre Bühlow, um die Talsperre Spremberg nicht noch weiter zu belasten. Aber auch den Flusslauf der Spree z. B. im Stadtgebiet von Spremberg gelte es von EHS zu befreien, weil sonst dauerhafte Schäden der Vegetation drohten. In diesem Zusammenhang kam erneut eine Dichtwand bei Lohsa ins Spiel, die den Zustrom von EHS und anderen Bestandteilen gen Norden bremsen soll. Sie könnte langfristig auch die Talsperre Spremberg entlasten.
Auch das generelle Wasserproblem der Lausitz wurde diskutiert und dabei auf die Zusammenarbeit der Länder Sachsen, Brandenburg und Berlin verwiesen. „Dadurch, dass das Problem in Berlin angekommen ist, hat sich der Druck erhöht. Es ist uns völlig klar, dass auch in Zukunft Eisenockerschlämme in Größenordnungen anfallen werden. Deshalb brauchen wir dringend Lösungen, um die Spree und andere Gewässer sauber zu halten“, so Perko.
In den Jahren 2013 bis 2022 wurden bereits 250.000 Tonnen EHS aus der Vorsperre Bühlow beräumt. Doch der Zustrom reißt nicht ab.

Die Themenwerkstatt-Reihe zur EHS-Thematik wird mit zunächst zwei weiteren Veranstaltungen fortgesetzt:
- 15. Februar 2024, 17 Uhr: Möglichkeiten und Grenzen der EHS-Verwertung
- 14. März 2024, 17 Uhr: Harte Bandagen für Deponien. Was auf einer DK1 deponiert werden darf.

Hintergrund: Die LMBV plant bei Kostebrau eine EHS-Monodeponie auf eigenem Betriebsgelände. Im unmittelbaren Umfeld gibt es dagegen Widerstände. Gleichzeitig besteht die Notwendigkeit einer Deponie, um einen Teil der anfallenden EHS-Massen auf diese Weise sicher zu verwahren.

Die Veranstaltungen sind offen und bedürfen keiner Anmeldung. Die nächste  Themenwerkstatt findet statt am:

Donnerstag, 15. Februar 2024,
17:00 Uhr
BTU-Campus Senftenberg, Senatssaal im Gebäude 2
Universitätsplatz 1
01968 Senftenberg


Bergbaufolgeseen: Erfolgreiches LMBV-Flutungsgeschehen 2023

Senftenberg | Leipzig. Im Lausitzer Revier können in 2023 durch die LMBV voraussichtlich bis zu 95 Mio. m³ Wasser für die Flutung und Nachsorge der Bergbaufolgeseen aus den Vorflutern gewonnen werden. Damit wird die Jahresmenge 2023 leicht über dem Durchschnitt der vergangenen 10 Jahre von rund 90 Mio. m³ liegen.

Hauptabnehmer und Schwerpunkte der Wassernutzungen in 2023 waren neben dem Bärwalder See (mit 29 Mio. m³) das Speicherbecken Lohsa II (mit 17 Mio. m³) sowie der Sedlitzer See (mit 25 Mio. m³). Die ausgeprägte sommerliche Niedrigwasserphase sowie die Einhaltung sanierungsbedingter Grenzwasserstände wirkten einer höheren Wassernutzung entgegen.

Neben den Entnahmen aus der Vorflut wurden auch in 2023 umfangreiche Rückleitungen aus den Lausitzer Bergbaufolgeseen in die Vorflut realisiert und damit die Abflüsse von Spree und Schwarzer Elster insbesondere in der sommerliche Niedrigwasserphase stabilisiert. Bis zum Jahresende werden sich die Rückleitungen auf etwa 70 Mio. m³ belaufen. Den Schwerpunkt bildete das Speicherbecken Lohsa II. Durch die sanierungsbedingte Absenkung des Wasserstandes um insgesamt mehr als 2 m wurden über den Sommer 2023 mehr als 27 Mio. m³ in die Spree abgeschlagen.

In Mitteldeutschland werden den Bergbaufolgeseen der LMBV bis zum Jahresende 2023 voraussichtlich rund 30 Mio. m³ Flutungswasser aus den Vorflutern zugeführt Diese Menge entspricht in etwa dem Mittelwert der vergangenen 10 Jahre. Der mit rund 15 Mio. m³ größte Anteil entfiel dabei auf den Zwenkauer See.

Die Rückleitungen werden sich in Mitteldeutschland 2023 auf insgesamt etwa 40 Mio. m³ summieren. Die mit rund 15 Mio. m³ größte Einzelmenge entfällt dabei auf den Cospudener See. Parallel zum Lausitzer Revier dienen die Rückleitungen in Mitteldeutschland im Wesentlichen der Sicherung von Ziel- bzw. Mindestabflüssen in der Vorflut.

Nach Einschätzung von Maik Ulrich, Leiter der Flutungszentrale der LMBV, „wird immer deutlicher, dass die Rolle der entstehenden Bergbaufolgeseen und Speicher hinsichtlich Ihrer Wirkung zur Stützung der Flussgebiete immer mehr an Bedeutung gewinnt.“

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.elementor-widget-image{text-align:center}.elementor-widget-image a{display:inline-block}.elementor-widget-image a img[src$=".svg"]{width:48px}.elementor-widget-image img{vertical-align:middle;display:inline-block} Hainer See und Kahnsdorfer See | Solarpark Witznitz von C. Bedeschinski für LMBV

Fotos: LMBV-Luftbilder von Steffen Rasche und Christian Bedeschinski


Bundestagsabgeordnete Lay erneut im Dialog mit Bürgermeister, Zweckverband und Bergbausanierer

Geierswalde. Bereits zum zehnten Mal besuchte die Lausitzer Bundestagsabgeordnete Caren Lay im Rahmen ihrer Sommertour das Lausitzer Seenland. Anlässlich dieses Besuches diskutierte die stellvertretende Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE am 14. September 2023 am Geierswalder See u.a. mit dem Bürgermeister von Lohsa, Thomas Leberecht, dem Geschäftsführer des Zweckverbandes Lausitzer Seenland Sachsen Daniel Just sowie LMBV-Abteilungsleiter Karsten Handro über aktuelle Themen.

Im Gespräch informierte sich das Mitglied des Bundestages zu den bergbausanierungstechnischen Fortschritten der LMBV im Lausitzer Seenland. K. Handro verwies auf die vielfältigen Baustellen und prioritären Projekte, darunter den Bau des Ableiters vom Sedlitzer See, die Vorbereitungen zur Schonenden Sprengverdichtung auf der Brückenfeldkippe oder die Leistungen zur Strand- und Ufergestaltung am Geierswalder Strand.

Daniel Just erläuterte das bereits Erreichte im Seenland und thematisierte das mögliche Auslaufen von §4-Maßnahmen nach 2027 und die bis dahin nur begrenzt für die sächsische Lausitz zur Verfügung stehenden Mittel des Freistaates. Hierzu wird sich die Abgeordnete weiter sachkundig machen und politisch für ein Fortsetzen solcher Maßnahmen zum Erhöhen des Folgenutzungsstandards eintreten. Mit den in 2023 und Folgejahren zur Verfügung stehenden §4-Mittteln sollen vor allem der als Mole vorgesehene Schiffsanleger am Partwitzer See weiter geplant und umgesetzt werden sowie am Bärwalder See die Steganlagen bei Klitten erneuert werden.

Fotos: LMBV/Dr. Uwe Steinhuber


Ertüchtigte Fußgängerbrücke am Knappensee-Einlauf freigegeben

Senftenberg/Groß Särchen. Mit dem Ertüchtigen und der Freigabe der Fußgänger- und Fahrradbrücke über den Einlauf des Schwarzwassers zum Knappensee ist kürzlich ein kommunal lang erwarteter Lückenschluss vollzogen worden. Die Brücke verbindet nun die östliche Seite des Südufers bei Groß Särchen wieder mit dem westlichen Ufer und ist Teil des künftigen Knappensee-Seerundweges für Fußgänger und Fahrradfahrer.

Das Brückenbauwerk wurde am 12. Juli 2023 offiziell für die Nutzung freigegeben. Den symbolischen Banddurchschnitt vollzogen (im Bild v.l.n.r.) Lohsas Bürgermeister Thomas Leberecht, Bauamtsleiter Jens Kieschnick, Kay Böhme von der Firma Stahlbau Graf aus Weinböhla und LMBV-Abteilungsleiter Karsten Handro.

Die neue Stahlkonstruktion wurde für die ehemalige marode Holzbohlenbrücke an gleicher Stelle errichtet. Bis auf Pylone, Zugstangen und Lagerung wurde sie komplett neu gebaut. Dazu gehören der Brückenüberbau, der Belag mit rutschhemmender, fahrradfreundlicher RHD-Beschichtung sowie die beleuchteten Handlaufgeländer.

Für die Gemeinde Lohsa stellt die Übergabe der Brücke und die infrastrukturelle Erschließung des Vereinszentrums einen wichtigen Meilenstein bei der künftigen touristischen Entwicklung und Wiederbelebung des Knappensees dar.

Das rund 680.000 Euro teure Brückenbauprojekt wurde weitestgehend mit Hilfe von Paragraph-4-Mitteln zur Erhöhung des Folgenutzungsstandards finanziert.

Fotos: Gernot Menzel/LMBV


LMBV steht der Großen Lausitzrunde Rede und Antwort – Kommunalvertreter fordern mehr Speicherräume

Lausitzrunde verabschiedet Positionspapier Wasserproblem in der Lausitz

Forst. Auf Einladung der sogenannten Großen „Lausitzrunde“ gab LMBV-Sanierungsbereichsleiter Gerd Richter am 8. Juni 2023 Einblicke in die derzeitigen Aufgaben der Bergbausanierer und beantwortete eine Vielzahl von Fragen der Teilnehmer zu einzelnen Vorhaben der LMBV.

Die Große Lausitzrunde ist ein kommunales Bündnis aus Vertretern von 56 Lausitzer Städten und Gemeinden Brandenburgs und Sachsens unter Leitung der Spremberger Bürgermeisterin Christine Herntier und des Weißwasseraner Oberbürgermeisters Torsten Pötzsch. Ein weiteres der in der Runde behandeltes Thema war, dass mit dem bevorstehenden Ende der Braunkohlenförderung in der Lausitz der Wasserhaushalt aus dem Gleichgewicht kommen werde. Die Kommunen fordern daher einmal mehr Lösungen von Bund und Land. Auch Wasserimporte geraten daher ins Blickfeld.

Um das Wasserproblem in der Lausitz in den kommenden Jahrzehnten in den Griff zu bekommen, fordern die Kommunen der Region den Ausbau und die Ertüchtigung der bisherigen Speicherräume. Damit sollen Vorräte aus den feuchten Monaten vorgehalten werden können. Die vorhandenen Speicherkapazitäten für Wasser müssten auf ein Gesamtvorratsvolumen im Spreegebiet von mindestens 180 Millionen Kubikmeter weiter ausgebaut werden, heißt es in dem am Donnerstag in Forst verabschiedeten Positionspapier der Lausitzrunde. Auch die Speicher Lohsa II und der Speicher Bärwalde wurden neben dem entstehenden Cottbusser Ostsee als Speicherräume aufgeführt.

Die Lausitzrunde nimmt mit ihren Forderungen Bezug auf eine Studie des Umweltbundesamtes (UBA), die am 12. Juni 2023 veröffentlicht werden soll. Die Studie komme zu dem Schluss, dass der Wasserhaushalt im Spree-Flussgebiet nach dem erwarteten Aus der Kohleförderung einen strukturellen Wasserdefizit-Ausgleich brauche.

Den Untersuchungen zufolge werde es nach dem Ende des Braunkohlebergbaus deutlich weniger Wasser in der Region geben als heute. So sei im sächsischen Teil der Spree mit einem Defizit von jährlich rund 95 Millionen Kubikmetern zu rechnen, im brandenburgischen Teil der Spree mit einem Defizit von bis zu 126 Millionen Kubikmeter p.a. Durch eine weitergehende Nutzung von geeigneten Bergbaufolgeseen als Wasserspeicher könnte dieses Defizit ausgeglichen werden. Die Studie empfehle zudem, die Deckung der Wasserdefizite durch Wasserüberleitungen aus benachbarten Flussgebieten wie Elbe, Lausitzer Neiße und Oder abzusichern. Daher dringen die Bürgermeister und Wasserexperten bei Letzterem auf eine zügige Diskussion und Entscheidung von Bund und Ländern über Varianten des „Wasserimports“ in die Region.

„Es gehe um Tempo bei diesen großen wasserwirtschaftlich notwendigen Grundsatzentscheidungen“, sagte Wasserexperte Ingolf Arnold vom Verein Wasser Cluster Lausitz. Er wies darauf hin, dass bereits vor 30 Jahren festgehalten wurde, dass das Spreesystem kollabiere, wenn nichts getan werde. Die Kommunen forderten darüber hinaus eine schnelle Einigung über die Finanzierung und die künftige Lastenverteilung. Selbst wenn Behörden und Unternehmen wie die LMBV und die LEAG ihre Hausaufgaben gemacht haben, werde das Spreesystem ohne Ergänzung trotzdem nicht funktionieren, warnte Wasserfachmann Arnold. Die Zivilgesellschaft habe sich über einen Zeitraum von mehr als 100 Jahren an die höheren Wassermengen in der Spree gewöhnt - bis hin zur Trinkwasserversorgung in Berlin. Getoppt werde alles vom Klimawandel. „Deshalb müssen die drei Bundesländer Berlin, Brandenburg und Sachsen aber auch der Bund bei Beratungen in einem Boot sitzen“. Denn die Wasserversorgung der Metropolregion Berlin-Brandenburg hänge maßgeblich von der Wasserführung der Spree ab. Mit dem Braunkohlebergbau in der Lausitz wurde durch die Grundwasserhebung der Wasserhaushalt der Spree über Jahrzehnte gestützt. Mit dem Ende der Kohle werde sich dies verändern.

Lausitzrunde
Dr. rer. nat. Klaus-Peter Schulze warb für ein gemeinsames Postionspapier zum Wasserhaushalt