Pressereisende zu Gast bei LMBV und Flutungszentrale Lausitz

Senftenberg. Bei einer vom Tourismusverband Lausitzer Seenland e.V. organisierten Pressereise stand am 29.08.22 ein Besuch der LMBV und der Flutungszentrale Lausitz in Senftenberg auf dem Programm.

Unter den Teilnehmern waren Heidi Diehl (nd, Forum, Mitteldeutsche und Stuttgarter Zeitung), Hella Kaiser (Tagesspiegel), Edith Spitzer (55PLUS-magazin.net), Kathrin Krueger (Sächsische Zeitung), Pia Lucchesi (Morgenpost Sachsen) und Tom Nebe (dpa). Außerdem begleiteten Regina Zibell von der Pressestelle der Tourismus-Marketing Brandenburg mbH sowie Kathrin Winkler und Katja Wersch vom Tourismusverband die Gruppe. Sie wurden vom Pressesprecher der LMBV herzlich in der Knappenstraße am Sitz des Unternehmens begrüßt.

In einem Einführungsvortrag ging Maik Ulrich, Leiter der LMBV-Flutungszentrale Lausitz, auf die Aufgaben und Ziele der Flutungszentrale und die bergbauliche Wasserwirtschaft ein. Zudem erläuterte er u.a. die hydrologische Situation in den Flussgebieten und die Entwicklung des Wasserdargebots. Großes Interesse zeigten die Journalisten an den Herausforderungen des Wassermanagements nach dem Kohleausstieg.

Im Anschluss des Vortrags besichtigten die Teilnehmenden den Leitstand der Flutungszentrale. Hier stellte sich Martin Hoffmann, Mitarbeiter der Flutungszentrale Lausitz, den zahlreichen Fragen zu technischen Abläufen an den Betriebsanlagen sowie zu den verschiedenen LMBV-Wasserbehandlungsmaßnahmen.

Neben der Flutungszentrale stand für die Pressereisenden u.a. eine Fahrradtour um den Großräschener See sowie eine Vorstellung der Planungen für die touristische Entwicklung am Ostufer des Großräschener Sees und zum Lagunendorf Sedlitz am Sedlitzer See auf dem Programm. Zudem gab es einen Törn im Segelkutter über den Senftenberger See sowie eine kurze Führung am Stadthafen Senftenberg.

Fotos: LMBV / R. Kaltschmidt


Speicherbecken Borna: Anfang September 2022 beginnt die Schonende Sprengverdichtung im Probefeld West

Leipzig/Borna. Am Speicherbecken Borna saniert die LMBV derzeit den locker gelagerten Kippenboden des ehemaligen Braunkohlentagebaus Borna-West. Dabei kommen zwei verschiedene Technologien zum Einsatz: Nachdem die Rütteldruckverdichtung Ende Juni 2022 abgeschlossen wurde, wird nun mit der Schonenden Sprengverdichtung gearbeitet. Voraussichtlich ab Montag, den 05.09.2022, wird jeweils am Nachmittag ab 15 Uhr in den einzelnen Sprengfeldern verdichtet.

Dieses Verfahren ist besonders schonend zum Bewuchs auf der Oberfläche und eignet sich für locker gelagerte Kippenböden, die zur Verflüssigung neigen. Unterschieden wird dabei in Tiefen- und Oberflächensprengverdichtung. Es ist geplant an 42 Tagen die Bohrlöcher in einem genau abgestimmten Rastermaß in die Erde zu bringen. Insgesamt kommen rund 400 Kilogramm Sprengstoff zum Einsatz. Nach Abschluss der Sprengarbeiten in den jeweiligen Probefeldern wird eine gleichmäßige Oberfläche wiederhergestellt.

Als vorbereitende Arbeiten für diese Maßnahme werden bis Ende August 2022 auf der rund sieben Hektar großen Fläche teilweise Oberflächen profiliert. Außerdem werden zur Sicherung des Sprengfeldes sieben Messstandorte für Schwingungsmessungen errichtet und 94 Porenwasserdruckgeber eingebracht. Diese zeigen an, ob der Druck im Boden steigt und ob Rutschungsgefahr besteht. Nach Abschluss der Sprengarbeiten folgt von Mitte Oktober 2022 bis Ende März 2023 der Rückbau aller Überwachungseinrichtungen wie Setzungsmesspunkte, Schutzringe, Amphibienschutzzäune etc. Zudem sind zahlreiche Folgeuntersuchungen notwendig, um den Verdichtungserfolg beurteilen zu können.

Bisherige Arbeiten bestätigen Gefahrenpotential

Die im Probefeld West durchgeführten Rütteldruckverdichtungen wurden von März 2021 bis Ende Juni 2022 verwirklicht. Auf getrennten Testfeldern kamen verschiedenen Technologien zum Einsatz, indem die Rüttelintervalle und die Abstände der Bohrlöcher variiert und unterschiedliche Stopfmaterialien verwendet wurden. Auf einer Fläche von ca. 22.500 Quadratmetern wurden über 2.000 Testsäulen in 15 bis 40 Meter Tiefe gerüttelt. Die Verdichtung des Kippenbodens wurde durch die Zugabe von rund 32.000 Tonnen Sand, Kies oder Splitt ausgeglichen. Durch kontinuierliche Geländemessungen von Setzungsmesspunkten konnte festgestellt werden, dass sich trotz der Menge an zugeführtem Material, das Gelände im Probefeld bisher um 1,50 - 2,00 Meter abgesenkt hat. Dies belegt das hohe Verdichtungspotential und damit die bestehende und nachgewiesene Verflüssigungsgefahr im Bereich des Speicherbeckens Borna.

Hintergrund

Das Speicherbecken wird durch die Landestalsperrenverwaltung als Stauanlage für den Hochwasserschutz betrieben. Es befindet sich auf einem bergbaulich geprägten, unsanierten Gebiet. Eine geotechnische Sanierung der Kippenböden ist notwendig. Mit Kenntnis der bestehenden Gefährdungssituation am Speicher Borna wurde für die als verflüssigungsgefährdet erkannten Abschnitte am Speicherbecken durch das Sächsische Oberbergamt im Mai 2010 ein geotechnischer Sperrbereich verfügt, welcher im Januar 2020 erweitert wurde.

Um das gesamte Speicherbecken Borna ist ein Sperrbereich ausgeschildert. Der Sperrbereich darf nicht betreten oder befahren werden. Es kann zu Rutschungen der Böschungen und der Innenkippenbereiche sowie daraus resultierenden Schwallwellenbildungen im See und somit zur Gefährdung von Leib und Leben kommen.

Funktionsweise der Schonenden Sprengverdichtung

Rütteldruckverdichtung im Probefeld West am Speicherbecken Borna

(Fotos: LMBV)

Publikationen


Bundesministerin Steffi Lemke zu Besuch am Großen Goitzschesee

Auf ihrer Sommerreise informierte sich Bundesumweltministerin Steffi Lemke bei der LMBV zur Nachhaltigkeit der Bergbausanierung und zum Wasserhaushalt

Bitterfeld-Wolfen. Am dritten Tages ihrer ersten Pressesommerreise informierte sich Bundesumwelt- und Bundesverbraucherschutzministerin Steffi Lemke bei der LMBV am Großen Goitzschessee über die Bergbaufolgelandschaften und die Herausforderungen der Wasserbewirtschaftung. Bereits während der Anreise hatte Gunnar John, kaufmännischer Geschäftsführer der LMBV, die Busfahrt genutzt und über die Nachhaltigkeit der Bergbausanierung sowie zum Arten- und Naturschutz in der Goitzsche-Landschaft informiert. Die LMBV hat hier im gemeinsamen Auftrag von Bundesumwelt- und Bundesfinanzministerium ein System der Kerngebiete für den Naturschutz entwickelt, dessen Flächen gezielt an Naturschutzstiftungen und Verbände vergeben wurden. Heute dienen 38 Prozent des ehemaligen Tagebaus strengen Naturschutzzielen, so dass viele wertvolle Biotoptypen und Landschaftselemente entstanden sind.

An der ehemaligen Flutungsanlage erläuterte Elke Kreische-König, Stabs-Abteilungsleiterin der LMBV für Mitteldeutschland, die Flutung und den Wasserhaushalt des Großen Goitzschesees. Anhand von Karten zeigte sie die Situation nach Stilllegung des Tagebaubetriebes auf und vermittelte den Gästen einen Eindruck von der Größe des damaligen Absenktrichters. Der jahrzehntelange bergbauliche Eingriff hat Natur und Landschaft stark verändert und den Wasserhaushalt nachhaltig gestört. Die Flutung eines der größten künstlichen Seen in Mitteldeutschland gelang durch gezieltes Einleiten von Muldewasser sowie durch den Einfluss des Hochwassers 2002. Der ehemalige Muldealtarm nahe des Pegelturms wurde seit 1999 nach Einbau eines Flutungsbauwerkes zum Zuleiten genutzt. Hier soll die LMBV künftig eine Notentlastung für den Seenverbund in Richtung des Vorfluters Mulde errichten und damit einen Beitrag zum Hochwasserschutz leisten.

Der Fluss hat ein Gedächtnis

Im Anschluss an die ersten zwei Stationen ging es nach einer kurzen Busfahrt weiter zum Lober-Leine-Kanal. Hier wird deutlich, welche Sanierungsvorhaben seitens der LMBV noch ausstehen, um einen ausgeglichenen, sich weitgehend selbst regulierenden Wasserhaushalt wiederherzustellen. Elke Kreische-König informierte über die für den Bergbau um verlegten Flussläufe und wie diese möglichst nah an ihrem ursprünglichen Verlauf in die heutige Wasserlandschaft eingebunden werden sollen. Denn bei beiden Hochwasserereignissen 2002 und 2013 drängten die Flüsse in ihr ursprüngliches Bett als hätte sie ein Gedächtnis. Der Lober-Leine-Kanal soll abschließend komplett zurückgebaut werden. Dabei kamen auch bürokratische Hürden und die Dauer der Genehmigungsverfahren zur Sprache. Erschwert wird die Planung durch die Lage des Seenverbundes an der Grenze zwischen Sachsen und Sachsen-Anhalt, so dass sich die LMBV mit den Behörden aus beiden Bundesländern abstimmen muss.

Eine Besonderheit des Großen Goitzschesees kam ganz zum Schluss zur Sprache: der Bernstein, der in der DDR hier entdeckt und auch gefördert wurde. Abschließend überreichte E. Kreische-König ein kleines, aber besonders schönes Exemplar an Steffi Lemke als Erinnerung an diese Befahrung. Die gebürtige Dessauerin, die die Gegend noch als Tagebaugebiet kennt, bedankte sich für das kleine Andenken, für die eindrucksvollen Informationen und lobte die bisher geleistete Arbeit der LMBV in dieser Region.

Impressionen der Befahrung: Fotos von Christian Kortüm für LMBV


Landtagsabgeordnete aus Sachsen und Brandenburg zu Infobesuch an der Spree

Senftenberg/Spremberg. Bei ihrer gemeinsamen Lausitztour trafen sich am 24. August 2022 die Politikerinnen von Bündnis 90/Die Grünen Ricarda Budke, Abgeordnete im Brandenburger Landtag, und Ines Kummer, Mitglied des Sächsischen Landtages, mit Sven Radigk, Leiter der LMBV-Projektgruppe „Gewässergüte Fließgewässer Lausitz“, im Spremberger Ortsteil Cantdorf. Ebenfalls beim Termin anwesend waren Isabell Hiekel, Mitglied der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Brandenburger Landtag, sowie Sprembergs Bürgermeisterin, Christine Herntier, und Winfried Böhmer, Stellvertretender Vorsitzender und Sprecher des Aktionsbündnisses Klare Spree e.V.

Im Mittelpunkt des Informationsbesuches stand die Wasserbeschaffenheit im Einzugsgebiet der Spree und die wasserwirtschaftliche Sanierungstätigkeit der LMBV. In einem Einführungsgespräch an der Bekalkungsstation, als Teilanlage 1 der Konditionierungsanlage Spree am Pegel Spremberg-Wilhelmsthal, wurden den Gästen die Mittel- und Langfristmaßnahmen näher erläutert, die im Hinblick auf die Reduzierung der Eisenfracht zum Tragen kommen bzw. geplant sind.

Vorher-/Nachher-Luftbilder von der Hauptsperre, dem auch touristisch genutzten Spremberger Stausee veranschaulichten bisher erreichte Ziele, beispielsweise die erfolgreiche Konditionierung in der Vorsperre der Talsperre Spremberg. Zudem wurde die Funktionsweise der Bekalkungsstation in Verbindung mit der Flockungshilfsmitteldosierstation (Teilanlage 2) vor Ort näher erklärt.

Die Teilnehmer tauschten sich rege über das Wassermanagement in der Lausitz aus, welches eine große Herausforderung, insbesondere auch lange Zeit nach der Beendigung des derzeit noch aktiven Braunkohlenbergbaus, darstellen wird.

Nach einem kurzen Halt auf der ersatzneugebauten Wilhelmsthaler Brücke mit Blick auf den Altarm der Spree und die Austragsleitungsplattform ging es für die Gäste weiter zur Vorsperre Bühlow. Sven Radigk erläuterte hier neben der Entwicklung des Füllungsgrades im Vorstaubecken auch die Beräumung der Vorsperre mit den derzeit laufenden Arbeiten am Sedimentationsbecken II und III sowie die derzeitigen Entsorgungswege bezüglich der stofflichen Verwertung des Eisenhydroxidschlammes.

v.l.n.r. MdL Ines Kummer, MdL Ricarda
Budke / v.l.n.r. hinten: Winfried Böhmer (Aktionsbündnis Klare Spree), Sven Radigk (LMBV), MdL Isabell Hiekel
Fotos: LMBV / R. Kaltschmidt


Infogespräch Untertägiger Sicherungsbedarf in LMBV-Verantwortung

Leipzig. Die künftigen untertägigen Sicherungsmaßnahmen im Auftrag der LMBV standen am 22. August 2022 im Mittelpunkt eines Informationsgespräches. Bernd Sablotny begrüßte dazu 73 Gäste von insgesamt 36 Firmen im Leipziger Hotel Westin. Der Sprecher der LMBV-Geschäftsführung freute sich über die große Resonanz auf die Einladung und ging in seinem Vortrag auf die Ausgangssituation der LMBV nach 1990, den bisherigen Abarbeitungsstand der Sanierung und die Projektplanung bis 2050 ein.

Um Flächen aus der Bergaufsicht entlassen zu können, sind in den kommenden Jahren sowohl bei den Standorten des Lausitzer und Mitteldeutschen Braunkohlentiefbaus als auch im Bereich Kali-Spat-Erz umfangreiche und langfristige Sicherungs- und Verwahrungsmaßnahmen nötig. Vor allem bei den Entwässerungsstrecken und Filterbrunnen in Thüringen und Westsachsen wird das Spezialwissen und die Erfahrung vieler Firmen gefragt sein.

Im Podium: Geertje Buchwald, Bernd Sablotny und Dirk Sonnen (v.l.)

Der LMBV-Bereichsleiter Sanierungsplanung Dirk Sonnen verwies in seinem Statement u. a. auf die Handlungsgrundlage Braunkohlentiefbau zum Erbringen der Leistungen, die Leistungsprofile für Ingenieurbüros und Baufirmen sowie die besonderen Anforderungen zur Anfertigung risslicher Unterlagen.

Während der anschließenden Diskussion beantwortete er die verschiedenen Fragen der Teilnehmenden zusammen mit Bernd Sablotny und Geertje Buchwald, der Leiterin Projektgruppe Altbergbau Thüringen.

Unten finden Sie das Handout zum Download.

Impressionen von der Veranstaltung: LMBV/Claudia Hermann

Publikation


Honigbienen am Großräschener See im Einsatz

Senftenberg. Tausende Bienen sind seit einigen Wochen in der Bergbaufolgelandschaft am Großräschener See aktiv. In Zusammenarbeit mit Leuschis Imkerei aus Guteborn sind im Mai zwanzig sogenannte Beuten aufgestellt worden.

Gemeinsam mit der Rekultivierungsabteilung der LMBV wurde eine geeignete Stelle ausgesucht, an der es für die Bienen über die gesamte Saison hinweg eine kontinuierlich und breite Auswahl an Blühpflanzen und Wildkräutern gibt.

Aufgrund der vielfältigen Entwicklung der Natur auf den Bergbaufolgeflächen finden neben den Honigbienen auch Wildbienen, darunter hochgradig gefährdete Wildbienenarten, hier einen idealen Lebensraum.

Bergbaufolgelandschaften des Braunkohlenbergbaus bieten für die kleinen, leicht zu übersehenden Arten große Chancen. Die weiten, oft unzerschnittenen Nachbergbau-Flächen, die Armut an Nährstoffen und die relative Störungsarmut gegenüber der normalen Kulturlandschaft sind die Voraussetzungen für das Vorkommen hunderter, häufig gefährdeter und selten gewordener Tier- und Pflanzenarten.

Fotos: Christian Horn und Stefanie Klein für LMBV


Einladung zu LMBV-Informationsaustausch über zukünftigen untertägigen Sicherungsbedarf

Leipzig. In Vorbereitung des in 2023 beginnenden Verwaltungsabkommens für die Braunkohlesanierung wurde durch die LMBV eine Planung aller derzeit absehbaren Sanierungsleistungen bis zum Jahr 2050 aufgestellt und evaluiert.

Im Ergebnis hat sich gezeigt, dass im Leistungsfeld „Sicherung untertägiger Hohlräume“ noch umfangreiche und langfristige Aufgaben anstehen. Ziel ist es, diese Leistungen mit erfahrenen und leistungsfähigen Unternehmen als Partner gemeinsam konzentriert anzugehen.

Der Bergbausanierer lädt alle interessierten Unternehmen

am Montag, dem 22. August 2022 um 9:00 Uhr
in das Hotel The Westin Leipzig, Gerberstraße 15, 04105 Leipzig

zu einem Informationsaustausch ein.

Dabei sollen der Sicherungsbedarf der LMBV in den nächsten Jahren – sowohl in der Braunkohlesanierung als auch im Bereich Kali-Spat-Erz – vorgestellt und die Möglichkeiten einer effektiven und effizienten Umsetzung erörtert werden.

Bei Interesse wird um Anmeldung mit Information zu Unternehmen und gewünschter Teilnehmerzahl an sandra.noatnick@lmbv.de gebeten.


Röhrigschacht Wettelrode nach Wassereinbruch wieder eröffnet

Sondershausen/Wettelrode. Am 10. August 2022 wird der Röhrigschacht des Besucherbergwerks Wettelrode unter Teilnahme von Pressevertretern für den regulären Museumsbetrieb wieder eröffnet. Der aus dem 19. Jahrhundert stammende Schacht gilt als eines der wenigen verbliebenen Industriedenkmäler des einst in der Region bedeutenden Kupferschieferbergbaus. Havariebedingt kam es am 21. Februar 2022 zur Sperrung der Schachtanlage für den Besucherverkehr. Um sein Absaufen zu unterbinden, wurde das verstärkt zuströmende Wasser mit hohem Aufwand durch zusätzliche Pumpensysteme gehoben. Diese wurden samt Steigleitung neben dem bereits vorhandenen Pumpensystem installiert und führten erfolgreich zum Sinken der Pegelstände.

Laut LMBV-Einsatzleiter Sebastian Tugendheim belaufen sich die Wasserzuläufe gegenwärtig etwa auf dem Stand von vor der Havarie. Die Kontrollen der Wasserhaltung inklusive des Auslaufes am Stollenmundloch des Segen-Gottes-Stollen werden durch die LMBV fortgeführt. Ebenso läuft das Monitoringprogramm zur weiteren Untersetzung der Ursachenforschung weiter. Dem Landesamt für Geologie und Bergwesen Sachsen-Anhalt (LAGB) wurde ein Sachstandbericht übergeben, es folgt eine weitere Betrachtung in diesem Kreis.

Mundloch des Segen-Gottes-Stollen vom Schaubergwerk Röhrigschacht in Wettelrode nach Sangerhausen, als Zufluss in die Gonna. Foto am 24. März 2022.

Archivfotos der LMBV aus dem März 2022


Exkursion führt Studierende zum Altstandort Kupferhammer

Leipzig/Röblingen am See. In Vorbereitung einer Lehrveranstaltung im Fachbereich Petrologie und Lagerstättenkunde an der Martin Luther Universität Halle-Wittenberg nutzten am 29. Juli rund 20 Studierende die Möglichkeit, sich am LMBV-Altstandort Kupferhammer über die Funktionsweise einer wetlandbasierten Grundwasserreinigungsanlage zu informieren.

Arne Sander (Stab Sanierung Mitteldeutschland) und Jenny Findeisen (Unternehmenskommunikation Mittdeutschland) informierten zu Beginn über das Wirkungsfeld der LMBV, ihre genauen Aufgaben und Verpflichtungslagen, die LMBV als möglichen Arbeitgeber und über die Historie des Altstandortes Kupferhammer in Röblingen im See. Liane Rappsilber (Ingenieurbüro G.U.T) erläuterte im Anschluss die technischen Gegebenheiten und die genaue Funktionsweise der Anlage.

Bei der Grundwasserbehandlung in vertikalen Bodenfiltern werden kontaminierte Grundwässer durch Mikroorganismen gereinigt. Dabei wird das kontaminierte sauerstoffarme Grundwasser nach dem Prinzip eines Vertikal-Bodenfilters in abgegrenzte sauerstoffreiche Bereiche geleitet. Dadurch kann der biologische und chemische Abbau der Schadstoffe erheblich beschleunigt werden.

Kupferhammer war ein bedeutender Schwelereistandort im Nordraum Mitteldeutschlands, wo von 1862, beginnend mit der Schwelerei Auguste, Braunkohle verschwelt wurde. Der Boden und das Grundwasser wurden teilweise stark mit Schadstoffen belastet. Dies führte dazu, dass ab 1999 eine hydraulische Sicherung des Geländes durch die LMBV begann.

Impressionen von der Studienexkursion (Fotos: Jenny Findeisen)

Publikation


Gutachten für Störmthaler Kanal wird beauftragt — Erlangen einer wasserrechtlichen Genehmigung für künftigen Harthkanal-Bau bleibt Ziel

Leipzig | Senftenberg. Vor dem Hintergrund der anhaltenden Sperrung des Störmthaler Kanals hat die LMBV-Unternehmenskommunikation auf mehrere Anfragen von Medienvertretern - u.a. auch zum Stand beim künftigen Harthkanal - geantwortet. Hier sind einige der Antworten des Bergbausanierers aus dem Juli 2022 wiedergegeben.

Begutachtung am Störmthaler Kanal

Wann der Störmthaler Kanal wieder nutzbar wird, lässt sich aber erst abschätzen, wenn ein Gutachten zu Ursachen und möglicher Sanierung vorliegt. Die Bearbeitung der Gutachter wird entsprechend abgestimmter Beauftragung ab August 2022 beginnen. Die Bearbeitung der Ursachenermittlung wird voraussichtlich im Jahr 2023 abgeschlossen werden.

„Das Gutachten zielt auf die ingenieurtechnische, geotechnische und hydrogeologische Herleitung und fachliche Wichtung der Ursachen der ermittelten Defizite am Störmthaler Kanal und des Kompaktbauwerks ab. Dabei sind die vorhandenen Unterlagen aus den Planungsphasen, Bestandspläne, Genehmigungen, Gutachten, Modellierungsergebnisse und Monitoringdaten zu sichten, auszuwerten und zu interpretieren. Die Ursachenermittlung soll eine Entscheidungsgrundlage darstellen, welche unter den o. g. Gesichtspunkten die Defizite bewertet und die fachlich zugehörigen Ursachen nachvollziehbar ermittelt und aufzeigt.“ Das Gutachten ist den beteiligten Behörden OBA (Sächsisches Oberbergamt) und LDS (Obere Wasserbehörde) zur Bestätigung vorzulegen.

Auf Grundlage des bestätigten Gutachtens hat die LMBV dann ein Sanierungskonzept zur dauerhaften Gewährleistung der geotechnischen Standsicherheit zu erarbeiten und zur Zulassung beim OBA einzureichen. Sollten Änderungen an bereits genehmigten wasserrechtlicher Ausbaugenehmigungen vorgenommen werden müssen, ist dafür zudem ein eigenständiges wasserrechtliches Verfahren zu führen. Eine kurzfristige Wiedereröffnung des Kanals bzw. Schleuse ist unrealistisch. Die Ergebnisse des Gutachtens sind abzuwarten.

Künftiger Harthkanal

Die LMBV ist bergrechtlich verpflichtet, südlich von Leipzig eine hydraulische Ableitung (Überschusswasser sowie nach einem Hochwasserereignis zwischenzeitlich gespeichertes Wasser) aus dem Zwenkauer See zu errichten. Darüber hinaus soll eine mögliche Verbindung zwischen dem Zwenkauer See und dem Cospudener See auch touristisch genutzt werden können. Die Mehrkosten für die Schiffbarkeit des Kanals und die Errichtung einer Schleuse sollen durch den Freistaat Sachsen getragen werden.

Der Kenntnisstand der LMBV zu den zu erwartenden Projektgesamtkosten in Höhe von über 150 Mio. Euro ist unverändert. Zu den Fragen der Finanzierung des Vorhabens sind die Abstimmungen zwischen Bund und Ländern noch nicht abgeschlossen.

Nach Sicherstellung der Finanzierung des Vorhabens bleibt die anschließende Erlangung einer wasserrechtlichen Genehmigung zum Vorhaben das vorrangige Leistungsziel. Dabei ist noch zu klären, ob dies in einem Plangenehmigungs- oder Planfeststellungsverfahren zu erfolgen hat. Fachliche Aspekte zum Artenschutz (Vermeidung von Verbotstatbeständen gem. Bundesnaturschutzgesetz), zum Hochwasserschutz (Berücksichtigung der Erkenntnisse aus dem Extremhochwasser der Weißen Elster von 2013) und zum Klimawandel (sorgfältiger Umgang mit dem regional bestehenden Wasserdargebot) gilt es im dazu notwendigen wasserrechtlichen Verfahren sorgfältig abzuwägen bzw. zu berücksichtigen. Weitere Baumaßnahmen werden somit erst nach Sicherstellung der Finanzierung und Vorliegen einer bestandskräftigen Plangenehmigung begonnen werden können.

Stand: 29.07.2022

Archiv-Foto der LMBV vom Störmthaler Kanal vor der Sperrung | Peter Radke

Archivaufnahmen der LMBV