Zinnerzgrube Altenberg: 35. Jahrestag der Ausförderung des letzten Erzhuntes

Sondershausen/Altenberg. Am 28. März 2026 jährt sich zum 35. Mal die Ausförderung des letzten Erzhuntes der Zinnerzgrube Altenberg. Spuren und Zeugnisse des jahrhundertelangen Bergbaus in der gesamten Region sind noch heute über- wie untertage allgegenwärtig und verdeutlichen eindrucksvoll die Leistungen der Bergleute. Zugleich wird deutlich, dass die Geschichte des Bergbaus in Altenberg 1991 nicht endete, sondern im Rahmen der Nachsorge in ein neues Kapitel überging. Im Verantwortungsbereich der LMBV befinden sich verschiedenste bergbauliche Hinterlassenschaften der ehemaligen Zinnerzgrube Altenberg. Hierzu gehört das Grubengebäude, also das Bergwerk der Zinnerzgrube Altenberg mit der Altenberger Pinge, verschiedene Stollen sowie die Industrielle Absetzanlage (IAA) im Bielatal.

Historie Zinnerz Altenberg
Nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurde der Betrieb Zinnerz Altenberg des ehemaligen VEB Bergbau- und Hüttenkombinats „Albert Funk“ Freiberg ab November 1990 als Zinnerz GmbH Altenberg unter treuhänderische Verwaltung gestellt. Der enorme Preisverfall von Zinn am Weltmarkt in Verbindung mit vergleichsweise hohen Produktionskosten führte dazu, dass der Abbau nicht wirtschaftlich war. Mit der Stilllegung erfolgte die Erarbeitung eines Abschlussbetriebsplans, der am 17.05.1991 dem Sächsischen Oberbergamt zur Zulassung vorgelegt wurde. Dieser bildet auch heute, 35 Jahre nach Stilllegung, noch eine wesentliche Grundlage für die Arbeiten der LMBV am Nachsorgebetrieb Altenberg.

Entwässerungsstollen im Altenberger Revier
Der in Verantwortung der LMBV stehende Wasserlösestollen im Altenberger Revier, Anfang der 1990er Jahre aufgefahren, dient im Wesentlichen der sicheren Ableitung der untertägig zusitzenden Wässer in die Kleine Biela. Ziel ist die Trockenhaltung der ehemaligen Zinnerzgrube und somit das Aufrechterhalten und Gewährleisten der geotechnischen Sicherheit übertage beispielsweise im Bereich der Pinge. Um diese Funktionen dauerhaft zu gewährleisten, müssen neben Kontrollarbeiten regelmäßig Unterhaltungsmaßnahmen durchgeführt werden. Gleiches gilt für alle weiteren Stollen in der Zuständigkeit der LMBV.

Kontrollgang untertage

Industrielle Absetzanlage Bielatal (IAA)
Die IAA Bielatal gehört heute zum Sanierungsbereich Kali-Spat-Erz der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH. Sie ist eine der größten Absetzanlagen für bergbauliche Aufbereitungsrückstände in Deutschland. Beim Durchdringen der abgelagerten Rückstände der Bielatalhalde reichern sich Niederschlags- und Oberflächenwässer im Wesentlichen mit Eisen und Arsen an und treten als belastete Sickerwässer am Dammfuß aus. Bislang wurden diese direkt in die Kleine Biela abgeschlagen. Um die Einleitkonzentration, insbesondere des Arsens, in die Vorflut zu senken und damit die Gewässergüte gemäß Bewirtschaftungszielen der EU-Wasserrahmenrichtlinie zu verbessern, errichtet die LMBV im unmittelbaren Vorland der IAA Bielatal eine Sickerwasser-Reinigungsanlage. Diese wird die Arsenbelastung der Sickerwässer reduzieren. Der Bau der Sickerwasser-Reinigungsanlage wird voraussichtlich 2028 abgeschlossen sein.

Altenberger Pinge
Die Aufgaben im Bereich der Altenberger Pinge sind im Wesentlichen die Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit sowie die Beobachtung des Bruchgeschehens und der Bewegungen im Einwirkungsbereich. In diesem Jahr steht dazu eine größere Instandsetzung der Umzäunung der Pinge an.
In die Zuständigkeit der LMBV fallen auch einige Denkmäler beispielsweise die Römerschachtruine. Diese müssen durch die LMBV erhalten werden.


Bielatal: Bauarbeiten für Sickerwasser-Reinigungsanlage sind nach Winterpause wieder angelaufen

Altenberg/Sondershausen. Seit Mitte Februar laufen wieder die Arbeiten auf der Baustelle der zukünftigen Sickerwasser-Reinigungsanlage im Bielatal. Derzeit wird der sogenannte Schlammfangbehälter mit Kontrollgang zum Betriebsgebäude errichtet.

Die Bielatalhalde ist eine der größten Absetzanlagen für bergbauliche Aufbereitungsrückstände in Deutschland. Die Niederschlags- und Oberflächenwässer haben sich beim Durchdringen der abgelagerten Rückstände der Bielatalhalde im Wesentlichen mit Arsen angereichert und treten als belastete Sickerwässer am Haldenfuß aus. Bislang werden diese direkt in die Kleine Biela abgeschlagen.
Um die Einleitkonzentration, insbesondere des Arsens, in die Vorflut zu senken und damit die Gewässergüte gemäß Bewirtschaftungszielen der EU-Wasserrahmenrichtlinie zu verbessern, errichtet die LMBV am Dammfuß der IAA Bielatal eine Sickerwasser-Reinigungsanlage. Diese wird die Arsenbelastung der Sickerwässer reduzieren.

Die Baustellenkamera zeigt den derzeitigen Stand auf der Baustelle im Bielatal


Lengenfeld: Umfangreiche Unterhaltungs- und Sanierungsmaßnahmen an Industrieller Absetzanlage geplant

Sondershausen/Lengenfeld. Voraussichtlich Ende April 2026 beginnen an der Industriellen Absetzanlage Lengenfeld (IAA Lengenfeld) umfangreiche Unterhaltungs- und Sanierungsarbeiten. Es ist vorgesehen, das Sickerwasserableitungssystem der ehemaligen Industriellen Absetzanlage zu erneuern. Darin inbegriffen sind der Ersatzneubau des Sickerwasserleitungsabschnittes inklusive Schachtanlagen an der Westseite der IAA Lengenfeld und das Errichten von Reinigungs- und Schachtbauwerken. Die Arbeiten werden voraussichtlich ein Jahr andauern.

Für die geplanten Baumaßnahmen waren im Vorfeld Rodungsmaßnahmen in den vorliegenden Waldflächen notwendig. Neben Entnahmen entlang der Rohrtrasse waren auch Freischnittmaßnahmen zur Herstellung ausreichender Lichtraumprofile entlang der Zuwegungen und entlang des Baufeldes am Westdammfuß der IAA Lengenfeld erforderlich. Gleichzeitig wurde die Verkehrssicherheit für angrenzende Grundstücke, Wege und vor allem die Lengenfelder Straße auf Basis der durchgeführten Baumschau hergestellt. Ein Antrag auf Waldumwandlung wurde beim zuständigen Forstamt des Landratsamtes Vogtlandkreis eingereicht und genehmigt. Alle Eingriffe wurden entsprechend der Waldumwandlungsgenehmigung ausgeglichen.
Des Weiteren fanden im Hauptdammvorland der IAA Lengenfeld Kernbohrungen auf den gerodeten Flächen statt. Diese waren im Zuge der Ausführungsplanung notwendig geworden, um die Ausschreibung des notwendigen Baugrubenverbaus so genau wie möglich beschreiben zu können.

Überblick Areal IAA Lengenfeld

Fotos: André Schallau, LMBV

Rodungen und Kernbohrung


Freistellungsvertrag sichert die Fortführung bergbaubedingter Sicherungsmaßnahmen in Sachsen-Anhalt langfristig ab

Sonderhausen/Elbingerode. Die Refinanzierung bergbaubedingter Sicherungsmaßnahmen in Sachsen-Anhalt ist mit der Unterzeichnung eines unbefristeten Freistellungsvertrages langfristig geregelt worden. Im Beisein von Sachsen-Anhalts Minister für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten, Sven Schulze, unterzeichneten am 10. November 2025 Vertreter der Landesanstalt für Altlasten des Landes Sachsen-Anhalt (LAF) sowie der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) den Freistellungsvertrag zur Finanzierung bergbaubedingter Sicherungsmaßnahmen in Sachsen-Anhalt. Die Kosten für die Maßnahmen werden auf insgesamt 155 Mio. € im Zeitraum der Jahre 2026 bis 2050 geschätzt.

„Mit der Unterzeichnung dieses Freistellungsvertrages sichern wir nicht nur die nachhaltige Sanierung ehemaliger Bergbauflächen, sondern auch die Zukunftsfähigkeit unserer Region. Die LAF übernimmt mit ihrer Expertise eine Schlüsselrolle und trägt dazu bei, dass Sachsen-Anhalt bedeutende Standortvorteile für Investitionen schafft.

Diese Generationenaufgabe erfordert langfristige Perspektiven und wird nur im gemeinsamen Engagement gelingen“, sagte Sven Schulze, Minister für Wirtschaft,
Tourismus, Landwirtschaft und Forsten. Jürgen Stadelmann, Geschäftsführer der LAF, betont besonders, dass die vertrauensvolle und stets zuverlässige Zusammenarbeit zwischen Bund und Land, hier LMBV und LAF, auf langfristiger finanzieller Basis die ordnungsgemäße und somit sichere Stilllegung der bergbaulichen Altlasten für die Zukunftssicherung der Region im Strukturwandel garantiert.

Bernd Sablotny, Sprecher der Geschäftsführung des Bundesunternehmens LMBV, zeigte sich erleichtert und erfreut, dass mit dieser Vereinbarung die langfristigen Sanierungsmaßnahmen in Sachsen-Anhalt weiter erfolgen können.

Hintergrund:
Der vollständige Titel der Vereinbarung lautet: „Vereinbarung über die Freistellung gemäß Art. 1 § 4 Abs. 3 Umweltrahmengesetz i. V. m. § 7.1 des Generalvertrages über die abschließende Finanzierung der ökologischen Altlasten im Land Sachsen-Anhalt vom 23. Oktober 2001 und über die Durchführung und Kostenerstattung der freigestellten Maßnahmen der LMBV bezogen auf die Verpflichtungen der ehemaligen
GVV im Land Sachsen-Anhalt“. Rechtliche Grundlage ist der Generalvertrag über die abschließende Finanzierung der ökologischen Altlasten in Sachsen-Anhalt zwischen dem Land Sachsen-Anhalt und der Bundesanstalt für vereinigungsbedingte Sonderaufgaben (BvS) vom 23.10.2001, in dem sich das Land Sachsen-Anhalt verpflichtet hat, die Gesellschaft zur Verwahrung und Verwertung von stillgelegten
Bergwerksbetrieben mbH (GVV) von der Kostenlast für Gefahrenabwehrmaßnahmen und bergrechtliche Verpflichtungen für ökologische Schäden unbefristet freizustellen. Die GVV wurde im Jahr 2014 auf die LMBV verschmolzen.

Die LMBV mbH ist Projektträgerin der ostdeutschen Bergbausanierung. Sie schafft langfristig die Voraussetzungen für eine umfassende Umstrukturierung und Gesundung der einstigen Braunkohlenregionen. Seit 30 Jahren saniert die LMBV im Auftrag von Bund und Ländern die Hinterlassenschaften des DDR-Braunkohlenbergbaus in den Revieren der Lausitz und Mitteldeutschlands. Die Verwahrung stillgelegter Kali-, Spat und Erzbergwerke in Sachsen, Sachsen-Anhalt. und Thüringen ist seit Mitte 2014 ebenfalls ein Sanierungsbereich der LMBV.

Jürgen Stadelmann, Geschäftsführer der LAF, Sven Schulze, Minister für Wirtschaft,
Tourismus, Landwirtschaft und Forsten, und Bernd Sablotny, Sprecher der Geschäftsführung der LMBV, präsentieren den unterschriebenen Freistellungsvertrag.

Fotos: Christian Kortüm für LMBV


Erfolgreicher Brunnenumbau in Zwickau/Schedewitz für die optimierte, dauerhafte Sicherung von Kontaminationen

Zwickau/Schedewitz. Gut vier Jahre ist es her, dass ein Bohrgerät auf dem Areal der ehemaligen Kokerei Schedewitz, dem heutigen Glück-Auf-Center in Zwickau, für Aufsehen sorgte. Seitdem erfolgte eine regelmäßige Untersuchung in den damit neu errichteten, zusätzlichen Grundwassermessstellen. Ergebnisse der Messungen und gutachterliche Bewertung zeigen nun einen sogenannten Sekundärschaden im Abstrombereich der Kokerei und einen Handlungsbedarf am Rand des gesicherten Hauptschadensbereichs an.

Um mögliche Verfrachtungen von Schadstoffen im Grundwasser aus dem gesicherten Kokereiareal heraus zu vermeiden, wurde Ende September / Anfang Oktober 2025 ein Schluckbrunnen am Rande der Leitwand zu einem Förderbrunnen umgebaut.

Ein Schluckbrunnen dient der Infiltration der gereinigten Wässer aus der Reinigungsanlage. Es werden also die gereinigten Wässer in den Boden bzw. ins Grundwasserareal eingeleitet. Ein Förderbrunnen hingegen pumpt die kontaminierten Wässer in die Anlage.

Der im Kreisverkehr an der Bergmannsstraße befindliche Schluckbrunnen musste zunächst mittels grabenloser Verlegung mit neuen elektrischen Zuleitungen ausgestattet werden. Dies erfolgte unter vollständiger Erhaltung des Verkehrsflusses zum Einkaufszentrum. Anschließend wurde dann die Pumpgarnitur aus dem bisherigen Förderbrunnen 4 gezogen, gereinigt sowie gewartet und anschließend in den ehemaligen Schluckbrunnen eingehangen. Für diesen Schritt war das reibungslose Zusammenspiel von verschiedenen Gewerken und einem Kran unter vollständiger Sperrung des Kreisverkehrs unabdingbar, um die Arbeiten sicher durchführen und die Straße schnell wieder freigeben zu können.

Es folgen verschiedene Pumptests zur Einstellung des optimalen Pumpregimes. Damit ist ein weiterer Schritt für die optimierte, dauerhafte Sicherung der Kontamination im Bereich des ehemaligen August-Bebel-Werks erfolgt.

Drohnenbild vom Brunnenumbau

Fotos: Christian Kortüm für LMBV


Machbarkeitsstudie erkundet Potential des neuen Steinbachstollens zur Wärmegewinnung

Sondershausen/Steinbach. Inwiefern Wasser und Luft aus dem neuen Steinbachstollen für ein Nahwärmenetz im Thüringer Bergdorf Steinbach genutzt werden kann, soll eine Machbarkeitsstudie untersuchen. Gemeinsam mit dem Beigeordneten der Stadt Bad Liebenstein, Silvio Göring, informierte am 18. Juni, Markus Malsch, Staatssekretär im Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Landwirtschaft und Ländlichen Raum, über die Idee und den positiven Fördermittelbescheid für eine Machbarkeitsstudie. Ralph Haase, LMBV-Bereichsleiter Kali-Spat-Erz, erläuterte vor Ort den mit der Studie betrauten Fachleuten der EnergieWerkStadt die Gegebenheiten des neuen Steinbachstollens. Im Rahmen ihrer Möglichkeiten wird die Bergbausaniererin LMBV das Vorhaben unterstützen.

Hintergrund:
Durch das Auffahren eines neuen Stollens soll die dauerhafte und sichere Entwässerung der Grube Steinbach gewährleistet werden. Der neue Steinbachstollen wird annährend parallel zum Steinbachstollen aufgefahren. Die aus dem Steinbachstollen und dem neuen Steinbachstollen austretenden Grubenwässer werden wie bisher auch in den Vorfluter Grumbach abgeleitet.

Die Länge des neuen Steinbachstollens beträgt ca. 1.210 Meter bei einem offenen Querschnitt von 12 m². Im Vergleich dazu beträgt die Länge des aktuell für die Grubenentwässerung genutzten Stollens ca. 1.090 Meter bei einem Querschnitt von 6 m². Mit einem offiziellen Stollenanschlag wurde im Thüringer Bergdorf Steinbach am 29. September 2022 symbolisch der Startschuss für den Bau eines neuen Entwässerungsstollens gegeben. Für die Dauer seiner Bauzeit trägt der Stollen den Namen seiner Patin – Anke-Stollen.

Fotos: Hartmut Köhler und Christian Horn 


Wichtiger Meilenstein beim Vortrieb am neuen Steinbachstollen erreicht

Sondershausen/Steinbach. Mit dem Durchschlag des Querschlages Nr. 3 ist Anfang Juni 2025 der Durchschlag zur sogenannten Richtstrecke und damit zum Blindschacht im alten Grubenfeld gelungen. Mit Erreichen dieses wichtigen Meilensteines ist die Basis für die sichere Entwässerung des Bergwerks der LMBV gegeben.

Bis zur Fertigstellung müssen noch weitere Ausbau- und Sicherungsarbeiten, der Fahrbahnbau sowie die Ableitungsrinne für die Grubenwässer im neuen Steinbachstollen geschaffen werden. Aufgrund der schwierigen geologischen Randbedingungen wurde das Auffahren des Stollens zunächst erschwert. Mit einer Fertigstellung des neuen Stollens wird im Frühjahr 2026 gerechnet.

Anlässlich dieses Durchschlages fand eine Befahrung vor Ort statt. Bernd Sablotny, Sprecher der LMBV-Geschäftsführung und Technischer Geschäftsführer, sowie Torsten Safarik, Kaufmännischer Geschäftsführer der LMBV, informierten hier den Staatssekretär im Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Landwirtschaft und Ländlichen Raum, Marcus Malsch, sowie Ministerialrätin Heike Große-Wilde, Vorsitzende des Aufsichtsrates der LMBV (Bundesministerium der Finanzen) über das Geschehen vor Ort. Auch Vertreter des Thüringer Landesamtes für Umwelt, Bergbau und Naturschutz waren anwesend.

Hintergrund:

Durch das Auffahren eines neuen Stollens soll die dauerhafte und sichere Entwässerung der Grube Steinbach gewährleistet werden. Der neue Steinbachstollen wird annährend parallel zum Steinbachstollen aufgefahren. Die aus dem Steinbachstollen und dem neuen Steinbachstollen austretenden Grubenwässer werden wie bisher auch in den Vorfluter Grumbach abgeleitet.

Die Länge des neuen Steinbachstollens beträgt ca. 1.210 Meter bei einem offenen Querschnitt von 12 m². Im Vergleich dazu beträgt die Länge des aktuell für die Grubenentwässerung genutzten Stollens ca. 1.090 Meter bei einem Querschnitt von 6 m². Mit einem offiziellen Stollenanschlag wurde im Thüringer Bergdorf Steinbach am 29. September 2022 symbolisch der Startschuss für den Bau eines neuen Entwässerungsstollens gegeben. Für die Dauer seiner Bauzeit trägt der Stollen den Namen seiner Patin – Anke-Stollen.

Fotos: Christian Horn 


Glück Auf! zur Internationalen Bergparade in Sangerhausen

Sondershausen/Sangerhausen. Mit einem herzlichen Glück Auf! lud die Rosenstadt Sangerhausen vom 9. bis 11. Mai zur Internationalen Bergparade 2025 ein. Kollegen aus dem Sanierungsbereich Kali-Spat-Erz liefen bei der Parade für die Bergsicherung Wimmelburg mit.  Ralph Haase, LMBV-Bereichsleiter Kali-Spat-Erz, vertrat als Landesvorstand die Thüringer Vereine vor Ort. Die Unternehmenskommunikation war ebenfalls mit einem Informationsstand vertreten und informierte über das aktuelle Sanierungsgeschehen.

Kollegen aus dem LMBV-Sanierungsbereich Kali-Spat-Erz waren mit vor Ort

Auszuge aus dem Grußwort des Vorsitzenden des Landesverbandes der Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereine Sachsen-Anhalt, Erich Hartung:

"Der Südharz mit der Region Mansfelder Land sucht seines Gleichen. Das Berg- und Hüttenwesen haben über 800 Jahre das Landschaftsbild gestaltet, den Menschen ein Auskommen gegeben und einen eigenen Menschenschlag hervorgebracht. (…)
Heute zeugt nur noch die Haldenlandschaft, der Röhrigschacht Wettelrode mit der Möglichkeit einer unter Tage Fahrt, der Schmidschacht mit der Hütte und das Mansfeldmuseum mit der Dampfmaschine vom einstigen stolzen Berg- und Hüttenrevier.
Die Erinnerung an die Vergangenheit ist aber noch gegenwertig. Deswegen begrüßen wir die Berg- und Hüttenleute im letzten Zentrum des Mansfelder Bergbaus recht herzlich. Glück Auf!" (Quelle: Informationsflyer/ www.bergparade2025.de)

Fotos: Kathrin Falke für LMBV

LMBV-Kollegen bei der Internationalen Bergparade 2025 in Sangerhausen


Sichtkontrolle am Becken Menteroda

Sondershausen/Menteroda. Das in den 1970er Jahren erbaute Becken Menteroda konnte Anfang April aufgrund niedriger Zuläufe und geringer Niederschlagsmengen vor Ort auf Stand Null gefahren werden. Dies ermöglichte eine Sichtkontrolle des Ablaufbauwerkes und eine Bewertung der Sedimentation. Die Erkenntnisse fließen nun in die Bewertung einer künftigen Beckensanierung ein.
Inzwischen ist vor Ort wieder Normalbetrieb eingekehrt. Das Becken Menteroda dient dazu, die salzhaltigen Haldenwässer der Rückstandshalde Menteroda zu fassen und gesteuert für die Grubenflutung des ehemaligen Bergwerks zu nutzen. Parallel können die Haldenwässer über die neue Haldenwasserleitung im Probebetrieb ins Becken Wipperdorf abgesteuert werden. Derzeit läuft hierzu die finale Abnahme und Inbetriebnahme seitens des TÜV Thüringen

Am 9. April war das Becken Menteroda auf Stand 0 gefahren worden.


Bohrungen für neue Grundwassermessstellen am Zwickauer Brückenberg haben begonnen

Sondershausen/Zwickau. Bei einem gemeinsamen Vor-Ort-Termin am Zwickauer Brückenberg informierten sich am 12. Februar 2025 Bernd Sablotny, Sprecher der LMBV-Geschäftsführung, und Dr. Michael Paul, Geschäftsführer Technisches Ressort der Wismut GmbH, über den aktuellen Stand der erfolgreichen Kooperation der beiden Bundesunternehmen. Im Auftrag der LMBV bohren Kollegen der Wismut GmbH seit Mitte November 2024 am Zwickauer Brückenberg neue Grundwassermessstellen mit einer Teufe von bis zu 25 Metern. Bislang wurden vier Bohrungen vorgenommen. Nach aktuellen Planungen soll das Projekt Mitte Mai abgeschlossen sein. Darauf folgen dann Beprobungen und ein Monitoring des Grundwassers.

Arbeitsbesuch von Wismut und LMBV am Zwickauer Brückenberg, wo neue Grundwassermessstellen gebohrt werden.

Hintergrund

Seit dem Jahr 1865 wurde auf dem Brückenberg Steinkohle abgebaut. Kokereien wurden ab dem Jahr 1873 am Standort betrieben. Die Stilllegung des Komplexes Brückenberg erfolgte im März 1992.

Die langfristige Produktion von Koks, Gas und Nebenprodukten am Standort verursachte eine erhebliche Kontamination im Boden und Grundwasserbereich. Die Sanierung der Flächen erfolgte von 1996 bis Juni 1999 vor allem durch großflächige Versiegelungen. Im Rahmen der Sanierung wurde außerdem ein Überwachungsmessnetz für lokale Grundwasserschäden errichtet. Das seither unter der Verantwortung des LMBV Nachsorgebetriebs Zwickau betriebene Monitoring ist im Wesentlichen auf den Quellschadensbereich der Kokerei und seine unmittelbare Umgebung begrenzt. Der Fokus lag dabei auf der Erfassung und Bewertung der relevanten Schadstoffe im unmittelbaren Umfeld des Altstandortes Brückenberg.

Die Ergebnisse des Monitorings der vergangenen circa 10 Jahre zeigen, dass sich die Schadenssituation im Abstrom bzw. am Quellenrand zwar als stabil darstellt, jedoch auf einem relativ hohen Schadensniveau verharrt. Davon ausgehende potenziell Gefahren für Schutzgüter — z. B. Oberflächengewässer Mulde, ungeschädigtes Grundwasser — sind durch das Monitoring nur punktuell bewertbar. Aus diesem Grund hat sich die LMBV in Abstimmung mit den zuständigen Behörden veranlasst gesehen, den Zustand des Grundwasser-Abstrombereichs Brückenberg vertiefend zu erkunden und den weiteren Umgang mittels eines hydrogeologischen Strukturmodells neu zu bewerten.

Dafür wurde ein Genehmigungsverfahren von bis zu zehn neuen Grundwassermessstellen beim sächsischen Oberbergamt unter Beteiligung der jeweils zuständigen Fachbehörden durchlaufen.

Fotos der Baustelle: Christian Kortüm