Industrielle Absetzanlage Lengenfeld: Umfangreiche Unterhaltungs- und Sanierungsmaßnahmen geplant
Sondershausen/Lengenfeld. Voraussichtlich Ende April 2026 beginnen an der Industriellen Absetzanlage Lengenfeld (IAA Lengenfeld) umfangreiche Unterhaltungs- und Sanierungsarbeiten. Es ist vorgesehen, das Sickerwasserableitungssystem der ehemaligen Industriellen Absetzanlage zu erneuern. Darin inbegriffen sind der Ersatzneubau des Sickerwasserleitungsabschnittes inklusive Schachtanlagen an der Westseite der IAA Lengenfeld und das Errichten von Reinigungs- und Schachtbauwerken. Die Arbeiten werden voraussichtlich ein Jahr andauern.
Für die geplanten Baumaßnahmen waren im Vorfeld Rodungsmaßnahmen in den vorliegenden Waldflächen notwendig. Neben Entnahmen entlang der Rohrtrasse waren auch Freischnittmaßnahmen zur Herstellung ausreichender Lichtraumprofile entlang der Zuwegungen und entlang des Baufeldes am Westdammfuß der IAA Lengenfeld erforderlich. Gleichzeitig wurde die Verkehrssicherheit für angrenzende Grundstücke, Wege und vor allem die Lengenfelder Straße auf Basis der durchgeführten Baumschau hergestellt. Ein Antrag auf Waldumwandlung wurde beim zuständigen Forstamt des Landratsamtes Vogtlandkreis eingereicht und genehmigt. Alle Eingriffe wurden entsprechend der Waldumwandlungsgenehmigung ausgeglichen.
Des Weiteren fanden im Hauptdammvorland der IAA Lengenfeld Kernbohrungen auf den gerodeten Flächen statt. Diese waren im Zuge der Ausführungsplanung notwendig geworden, um die Ausschreibung des notwendigen Baugrubenverbaus so genau wie möglich beschreiben zu können.
Überblick Areal IAA Lengenfeld
Fotos: André Schallau, LMBV
Rodungen und Kernbohrung
Freistellungsvertrag sichert die Fortführung bergbaubedingter Sicherungsmaßnahmen in Sachsen-Anhalt langfristig ab
Sonderhausen/Elbingerode. Die Refinanzierung bergbaubedingter Sicherungsmaßnahmen in Sachsen-Anhalt ist mit der Unterzeichnung eines unbefristeten Freistellungsvertrages langfristig geregelt worden. Im Beisein von Sachsen-Anhalts Minister für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten, Sven Schulze, unterzeichneten am 10. November 2025 Vertreter der Landesanstalt für Altlasten des Landes Sachsen-Anhalt (LAF) sowie der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) den Freistellungsvertrag zur Finanzierung bergbaubedingter Sicherungsmaßnahmen in Sachsen-Anhalt. Die Kosten für die Maßnahmen werden auf insgesamt 155 Mio. € im Zeitraum der Jahre 2026 bis 2050 geschätzt.
„Mit der Unterzeichnung dieses Freistellungsvertrages sichern wir nicht nur die nachhaltige Sanierung ehemaliger Bergbauflächen, sondern auch die Zukunftsfähigkeit unserer Region. Die LAF übernimmt mit ihrer Expertise eine Schlüsselrolle und trägt dazu bei, dass Sachsen-Anhalt bedeutende Standortvorteile für Investitionen schafft.
Diese Generationenaufgabe erfordert langfristige Perspektiven und wird nur im gemeinsamen Engagement gelingen“, sagte Sven Schulze, Minister für Wirtschaft,
Tourismus, Landwirtschaft und Forsten. Jürgen Stadelmann, Geschäftsführer der LAF, betont besonders, dass die vertrauensvolle und stets zuverlässige Zusammenarbeit zwischen Bund und Land, hier LMBV und LAF, auf langfristiger finanzieller Basis die ordnungsgemäße und somit sichere Stilllegung der bergbaulichen Altlasten für die Zukunftssicherung der Region im Strukturwandel garantiert.
Bernd Sablotny, Sprecher der Geschäftsführung des Bundesunternehmens LMBV, zeigte sich erleichtert und erfreut, dass mit dieser Vereinbarung die langfristigen Sanierungsmaßnahmen in Sachsen-Anhalt weiter erfolgen können.
Hintergrund:
Der vollständige Titel der Vereinbarung lautet: „Vereinbarung über die Freistellung gemäß Art. 1 § 4 Abs. 3 Umweltrahmengesetz i. V. m. § 7.1 des Generalvertrages über die abschließende Finanzierung der ökologischen Altlasten im Land Sachsen-Anhalt vom 23. Oktober 2001 und über die Durchführung und Kostenerstattung der freigestellten Maßnahmen der LMBV bezogen auf die Verpflichtungen der ehemaligen
GVV im Land Sachsen-Anhalt“. Rechtliche Grundlage ist der Generalvertrag über die abschließende Finanzierung der ökologischen Altlasten in Sachsen-Anhalt zwischen dem Land Sachsen-Anhalt und der Bundesanstalt für vereinigungsbedingte Sonderaufgaben (BvS) vom 23.10.2001, in dem sich das Land Sachsen-Anhalt verpflichtet hat, die Gesellschaft zur Verwahrung und Verwertung von stillgelegten
Bergwerksbetrieben mbH (GVV) von der Kostenlast für Gefahrenabwehrmaßnahmen und bergrechtliche Verpflichtungen für ökologische Schäden unbefristet freizustellen. Die GVV wurde im Jahr 2014 auf die LMBV verschmolzen.
Die LMBV mbH ist Projektträgerin der ostdeutschen Bergbausanierung. Sie schafft langfristig die Voraussetzungen für eine umfassende Umstrukturierung und Gesundung der einstigen Braunkohlenregionen. Seit 30 Jahren saniert die LMBV im Auftrag von Bund und Ländern die Hinterlassenschaften des DDR-Braunkohlenbergbaus in den Revieren der Lausitz und Mitteldeutschlands. Die Verwahrung stillgelegter Kali-, Spat und Erzbergwerke in Sachsen, Sachsen-Anhalt. und Thüringen ist seit Mitte 2014 ebenfalls ein Sanierungsbereich der LMBV.
Jürgen Stadelmann, Geschäftsführer der LAF, Sven Schulze, Minister für Wirtschaft,
Tourismus, Landwirtschaft und Forsten, und Bernd Sablotny, Sprecher der Geschäftsführung der LMBV, präsentieren den unterschriebenen Freistellungsvertrag.
Fotos: Christian Kortüm für LMBV
Im Rahmen des Termins besichtigten die Vertreter aus Politik und Presse das Bergwerk Elbingerode.Sebastian Tugendheim von der LMBV informierte über die Arbeiten im ehemaligen Schwefelkiesbergwerk.Mit der Produktionseinstellung im Jahr 1990 endete eine 460-jährige Abbautätigkeit.Nach der Seilfahrt im Förderkorb: Minister Sven Schulze wieder über Tage.
Erfolgreicher Brunnenumbau in Zwickau/Schedewitz für die optimierte, dauerhafte Sicherung von Kontaminationen
Zwickau/Schedewitz. Gut vier Jahre ist es her, dass ein Bohrgerät auf dem Areal der ehemaligen Kokerei Schedewitz, dem heutigen Glück-Auf-Center in Zwickau, für Aufsehen sorgte. Seitdem erfolgte eine regelmäßige Untersuchung in den damit neu errichteten, zusätzlichen Grundwassermessstellen. Ergebnisse der Messungen und gutachterliche Bewertung zeigen nun einen sogenannten Sekundärschaden im Abstrombereich der Kokerei und einen Handlungsbedarf am Rand des gesicherten Hauptschadensbereichs an.
Um mögliche Verfrachtungen von Schadstoffen im Grundwasser aus dem gesicherten Kokereiareal heraus zu vermeiden, wurde Ende September / Anfang Oktober 2025 ein Schluckbrunnen am Rande der Leitwand zu einem Förderbrunnen umgebaut.
Ein Schluckbrunnen dient der Infiltration der gereinigten Wässer aus der Reinigungsanlage. Es werden also die gereinigten Wässer in den Boden bzw. ins Grundwasserareal eingeleitet. Ein Förderbrunnen hingegen pumpt die kontaminierten Wässer in die Anlage.
Der im Kreisverkehr an der Bergmannsstraße befindliche Schluckbrunnen musste zunächst mittels grabenloser Verlegung mit neuen elektrischen Zuleitungen ausgestattet werden. Dies erfolgte unter vollständiger Erhaltung des Verkehrsflusses zum Einkaufszentrum. Anschließend wurde dann die Pumpgarnitur aus dem bisherigen Förderbrunnen 4 gezogen, gereinigt sowie gewartet und anschließend in den ehemaligen Schluckbrunnen eingehangen. Für diesen Schritt war das reibungslose Zusammenspiel von verschiedenen Gewerken und einem Kran unter vollständiger Sperrung des Kreisverkehrs unabdingbar, um die Arbeiten sicher durchführen und die Straße schnell wieder freigeben zu können.
Es folgen verschiedene Pumptests zur Einstellung des optimalen Pumpregimes. Damit ist ein weiterer Schritt für die optimierte, dauerhafte Sicherung der Kontamination im Bereich des ehemaligen August-Bebel-Werks erfolgt.
Drohnenbild vom Brunnenumbau
Fotos: Christian Kortüm für LMBV
Während des Ausbaus der BrunnengarniturWährend der Arbeiten wurde das Einhalten von Grenzwerten überprüft.Sichtkontrolle des Grundwasser
Machbarkeitsstudie erkundet Potential des neuen Steinbachstollens zur Wärmegewinnung
Sondershausen/Steinbach. Inwiefern Wasser und Luft aus dem neuen Steinbachstollen für ein Nahwärmenetz im Thüringer Bergdorf Steinbach genutzt werden kann, soll eine Machbarkeitsstudie untersuchen. Gemeinsam mit dem Beigeordneten der Stadt Bad Liebenstein, Silvio Göring, informierte am 18. Juni, Markus Malsch, Staatssekretär im Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Landwirtschaft und Ländlichen Raum, über die Idee und den positiven Fördermittelbescheid für eine Machbarkeitsstudie. Ralph Haase, LMBV-Bereichsleiter Kali-Spat-Erz, erläuterte vor Ort den mit der Studie betrauten Fachleuten der EnergieWerkStadt die Gegebenheiten des neuen Steinbachstollens. Im Rahmen ihrer Möglichkeiten wird die Bergbausaniererin LMBV das Vorhaben unterstützen.
Hintergrund: Durch das Auffahren eines neuen Stollens soll die dauerhafte und sichere Entwässerung der Grube Steinbach gewährleistet werden. Der neue Steinbachstollen wird annährend parallel zum Steinbachstollen aufgefahren. Die aus dem Steinbachstollen und dem neuen Steinbachstollen austretenden Grubenwässer werden wie bisher auch in den Vorfluter Grumbach abgeleitet.
Die Länge des neuen Steinbachstollens beträgt ca. 1.210 Meter bei einem offenen Querschnitt von 12 m². Im Vergleich dazu beträgt die Länge des aktuell für die Grubenentwässerung genutzten Stollens ca. 1.090 Meter bei einem Querschnitt von 6 m². Mit einem offiziellen Stollenanschlag wurde im Thüringer Bergdorf Steinbach am 29. September 2022 symbolisch der Startschuss für den Bau eines neuen Entwässerungsstollens gegeben. Für die Dauer seiner Bauzeit trägt der Stollen den Namen seiner Patin – Anke-Stollen.
Fotos: Hartmut Köhler und Christian Horn
Wichtiger Meilenstein beim Vortrieb am neuen Steinbachstollen erreicht
Sondershausen/Steinbach. Mit dem Durchschlag des Querschlages Nr. 3 ist Anfang Juni 2025 der Durchschlag zur sogenannten Richtstrecke und damit zum Blindschacht im alten Grubenfeld gelungen. Mit Erreichen dieses wichtigen Meilensteines ist die Basis für die sichere Entwässerung des Bergwerks der LMBV gegeben.
Bis zur Fertigstellung müssen noch weitere Ausbau- und Sicherungsarbeiten, der Fahrbahnbau sowie die Ableitungsrinne für die Grubenwässer im neuen Steinbachstollen geschaffen werden. Aufgrund der schwierigen geologischen Randbedingungen wurde das Auffahren des Stollens zunächst erschwert. Mit einer Fertigstellung des neuen Stollens wird im Frühjahr 2026 gerechnet.
Anlässlich dieses Durchschlages fand eine Befahrung vor Ort statt. Bernd Sablotny, Sprecher der LMBV-Geschäftsführung und Technischer Geschäftsführer, sowie Torsten Safarik, Kaufmännischer Geschäftsführer der LMBV, informierten hier den Staatssekretär im Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Landwirtschaft und Ländlichen Raum, Marcus Malsch, sowie Ministerialrätin Heike Große-Wilde, Vorsitzende des Aufsichtsrates der LMBV (Bundesministerium der Finanzen) über das Geschehen vor Ort. Auch Vertreter des Thüringer Landesamtes für Umwelt, Bergbau und Naturschutz waren anwesend.
Hintergrund:
Durch das Auffahren eines neuen Stollens soll die dauerhafte und sichere Entwässerung der Grube Steinbach gewährleistet werden. Der neue Steinbachstollen wird annährend parallel zum Steinbachstollen aufgefahren. Die aus dem Steinbachstollen und dem neuen Steinbachstollen austretenden Grubenwässer werden wie bisher auch in den Vorfluter Grumbach abgeleitet.
Die Länge des neuen Steinbachstollens beträgt ca. 1.210 Meter bei einem offenen Querschnitt von 12 m². Im Vergleich dazu beträgt die Länge des aktuell für die Grubenentwässerung genutzten Stollens ca. 1.090 Meter bei einem Querschnitt von 6 m². Mit einem offiziellen Stollenanschlag wurde im Thüringer Bergdorf Steinbach am 29. September 2022 symbolisch der Startschuss für den Bau eines neuen Entwässerungsstollens gegeben. Für die Dauer seiner Bauzeit trägt der Stollen den Namen seiner Patin – Anke-Stollen.
Fotos: Christian Horn
Gruppenfoto vor dem Steinbachstollen
Die Aufsichtsratsvorsitzende der LMBV, Heike Große-Wilde
Staatssekretär im Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Landwirtschaft und Ländlichen Raum, Marcus Malsch, links im Bild mit Bernd Sablotny
Stollen-Patin Anke Thäle und LMBV-Geschäftsführer Bernd Sablotny im Zentrum
Einblicke: Hinter dem Vorhang ist der Durchschlag
Blick in das Container-Überhaun
Glück Auf! zur Internationalen Bergparade in Sangerhausen
Sondershausen/Sangerhausen. Mit einem herzlichen Glück Auf! lud die Rosenstadt Sangerhausen vom 9. bis 11. Mai zur Internationalen Bergparade 2025 ein. Kollegen aus dem Sanierungsbereich Kali-Spat-Erz liefen bei der Parade für die Bergsicherung Wimmelburg mit. Ralph Haase, LMBV-Bereichsleiter Kali-Spat-Erz, vertrat als Landesvorstand die Thüringer Vereine vor Ort. Die Unternehmenskommunikation war ebenfalls mit einem Informationsstand vertreten und informierte über das aktuelle Sanierungsgeschehen.
Kollegen aus dem LMBV-Sanierungsbereich Kali-Spat-Erz waren mit vor Ort
Auszuge aus dem Grußwort des Vorsitzenden des Landesverbandes der Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereine Sachsen-Anhalt, Erich Hartung:
"Der Südharz mit der Region Mansfelder Land sucht seines Gleichen. Das Berg- und Hüttenwesen haben über 800 Jahre das Landschaftsbild gestaltet, den Menschen ein Auskommen gegeben und einen eigenen Menschenschlag hervorgebracht. (…) Heute zeugt nur noch die Haldenlandschaft, der Röhrigschacht Wettelrode mit der Möglichkeit einer unter Tage Fahrt, der Schmidschacht mit der Hütte und das Mansfeldmuseum mit der Dampfmaschine vom einstigen stolzen Berg- und Hüttenrevier. Die Erinnerung an die Vergangenheit ist aber noch gegenwertig. Deswegen begrüßen wir die Berg- und Hüttenleute im letzten Zentrum des Mansfelder Bergbaus recht herzlich. Glück Auf!" (Quelle: Informationsflyer/ www.bergparade2025.de)
Fotos: Kathrin Falke für LMBV
Internationale Bergparade 2025 – hier LMBV-Mitarbeiter dabeiInternationale Bergparade 2025 in Sangerhausen – Ralph Haase (LMBV) – hier für die Thüringer VereineInternationale Bergparade 2025 in Sangerhausen – im Gespräch mit dem Lausitzer Kameraden Bernd Schmidt aus AltdöbernLMBV-Kollegen bei der Internationalen Bergparade 2025 in Sangerhausen
Sichtkontrolle am Becken Menteroda
Sondershausen/Menteroda. Das in den 1970er Jahren erbaute Becken Menteroda konnte Anfang April aufgrund niedriger Zuläufe und geringer Niederschlagsmengen vor Ort auf Stand Null gefahren werden. Dies ermöglichte eine Sichtkontrolle des Ablaufbauwerkes und eine Bewertung der Sedimentation. Die Erkenntnisse fließen nun in die Bewertung einer künftigen Beckensanierung ein. Inzwischen ist vor Ort wieder Normalbetrieb eingekehrt. Das Becken Menteroda dient dazu, die salzhaltigen Haldenwässer der Rückstandshalde Menteroda zu fassen und gesteuert für die Grubenflutung des ehemaligen Bergwerks zu nutzen. Parallel können die Haldenwässer über die neue Haldenwasserleitung im Probebetrieb ins Becken Wipperdorf abgesteuert werden. Derzeit läuft hierzu die finale Abnahme und Inbetriebnahme seitens des TÜV Thüringen
Am 9. April war das Becken Menteroda auf Stand 0 gefahren worden.
Bohrungen für neue Grundwassermessstellen am Zwickauer Brückenberg haben begonnen
Sondershausen/Zwickau. Bei einem gemeinsamen Vor-Ort-Termin am Zwickauer Brückenberg informierten sich am 12. Februar 2025 Bernd Sablotny, Sprecher der LMBV-Geschäftsführung, und Dr. Michael Paul, Geschäftsführer Technisches Ressort der Wismut GmbH, über den aktuellen Stand der erfolgreichen Kooperation der beiden Bundesunternehmen. Im Auftrag der LMBV bohren Kollegen der Wismut GmbH seit Mitte November 2024 am Zwickauer Brückenberg neue Grundwassermessstellen mit einer Teufe von bis zu 25 Metern. Bislang wurden vier Bohrungen vorgenommen. Nach aktuellen Planungen soll das Projekt Mitte Mai abgeschlossen sein. Darauf folgen dann Beprobungen und ein Monitoring des Grundwassers.
Arbeitsbesuch von Wismut und LMBV am Zwickauer Brückenberg, wo neue Grundwassermessstellen gebohrt werden.
Hintergrund
Seit dem Jahr 1865 wurde auf dem Brückenberg Steinkohle abgebaut. Kokereien wurden ab dem Jahr 1873 am Standort betrieben. Die Stilllegung des Komplexes Brückenberg erfolgte im März 1992.
Die langfristige Produktion von Koks, Gas und Nebenprodukten am Standort verursachte eine erhebliche Kontamination im Boden und Grundwasserbereich. Die Sanierung der Flächen erfolgte von 1996 bis Juni 1999 vor allem durch großflächige Versiegelungen. Im Rahmen der Sanierung wurde außerdem ein Überwachungsmessnetz für lokale Grundwasserschäden errichtet. Das seither unter der Verantwortung des LMBV Nachsorgebetriebs Zwickau betriebene Monitoring ist im Wesentlichen auf den Quellschadensbereich der Kokerei und seine unmittelbare Umgebung begrenzt. Der Fokus lag dabei auf der Erfassung und Bewertung der relevanten Schadstoffe im unmittelbaren Umfeld des Altstandortes Brückenberg.
Die Ergebnisse des Monitorings der vergangenen circa 10 Jahre zeigen, dass sich die Schadenssituation im Abstrom bzw. am Quellenrand zwar als stabil darstellt, jedoch auf einem relativ hohen Schadensniveau verharrt. Davon ausgehende potenziell Gefahren für Schutzgüter — z. B. Oberflächengewässer Mulde, ungeschädigtes Grundwasser — sind durch das Monitoring nur punktuell bewertbar. Aus diesem Grund hat sich die LMBV in Abstimmung mit den zuständigen Behörden veranlasst gesehen, den Zustand des Grundwasser-Abstrombereichs Brückenberg vertiefend zu erkunden und den weiteren Umgang mittels eines hydrogeologischen Strukturmodells neu zu bewerten.
Dafür wurde ein Genehmigungsverfahren von bis zu zehn neuen Grundwassermessstellen beim sächsischen Oberbergamt unter Beteiligung der jeweils zuständigen Fachbehörden durchlaufen.
Fotos der Baustelle: Christian Kortüm
Blick von oben auf die Baustelle
Bernd Sablotny, Sprecher der LMBV-Geschäftsführung, und Dr. Michael Paul, Geschäftsführer Technisches Ressort der Wismut GmbH
Das Bohrgestänge wird wieder ein Stück verlängert.
Die Zusammenarbeit von Wismut und LMBV funktioniert gut.
Freieslebenschacht II: Erneuerung der Energieversorgungsleitungen
Sondershausen/Mansfeld. Bis Mitte Januar 2025 wurden im Freieslebenschacht II bei Klostermansfeld Energieversorgungs- und Steuerkabel erneuert. Mit dem Einhängen und der Inbetriebnahme der neuen Kabel wurden nun noch die alten Versorgungsleitungen zurückgebaut. Der saigere Tagesschacht, mit einer Teufe von 132 Meter, stellt heute noch ein zentrales bergbautechnisches Element für die Überwachungs- und Kontrolltätigkeit durch den Sanierungsbereich Kali-Spat-Erz der LMBV im Kupferschieferbergbaurevier der Mansfelder Mulde dar.
Vom Schacht aus erfolgt bis zum 20 Kilometer entfernten Mundloch halbjährlich eine zweischichtige Kontrollbefahrung des Schlüsselstollens. Dieser wiederum dient als zentraler Wasserlösestollen für die hydraulischen Entlastung des gefluteten Grubengebäudes. Damit hat der Schlüsselstollen eine wesentliche Langzeitfunktion für die öffentliche Sicherheit im Revier. Entsprechend ist die Unterhaltung und Überwachung des Schlüsselstollens einschließlich der dafür notwendigen Schächte, Lichtlöcher sowie Rettungswege auch an den angrenzenden lufterfüllten Altbergbau im Abschlussbetriebsplan und im Überwachungsbetriebsplan für den Kupferschieferbergbau festgeschrieben und langfristig erforderlich.
Von 1877 bis 1917 diente der Schacht der Kupferschiefer-Förderung. Anschließend zur Wasserhaltung und Bewetterung der Grubenbaue genutzt, wurde der Freieslebenschacht II bei Beendigung des aktiven Bergbaus in der Mansfelder Mulde um 1969 bis zum Niveau Schlüsselstollen und das darunter befindliche Grubenfeld geflutet. Heute wird die denkmalgeschützte Tageschachtanlage für das Monitoring des angestauten Wassers in der Mansfelder Mulde und für Seil-/Materialfahrten im Zusammenhang mit den Kontrollbefahrungen des Schlüsselstollens genutzt. (JF)
Dokumentation der Arbeiten im Schacht (Christian Kortüm für LMBV)
Ein Bergmann entfernt die alten Versorgungs- und Steuerungskabel.
Entfernen der Steuerungs- und Versorgungskabel Blick in den Schacht
Bohrungen für neue Grundwassermessstellen am Zwickauer Brückenberg begonnen
Sondershausen/Zwickau. Am 11. November 2024 haben die Bohrarbeiten am Zwickauer Brückenberg begonnen. Im Auftrag der LMBV bohrt vor Ort die Wismut GmbH neue Grundwassermessstellen mit einer Tiefe von bis zu 25 Metern. Bei Antreffen der entsprechenden hydraulischen Voraussetzungen werden dabei drei Doppelmessstellen mit jeweils einer Verfilterung im Muldeschotter sowie im Festgesteinsgrundwasserleiter errichtet.
Seit dem Jahr 1865 wurde auf dem Brückenberg Steinkohle abgebaut. Kokereien wurden ab dem Jahr 1873 am Standort betrieben. Die Stilllegung des Komplexes Brückenberg erfolgte im März 1992. Durch die langfristige Produktion von Koks, Gas und Nebenprodukten am Standort wurde eine erhebliche Kontamination im Boden und Grundwasserbereich verursacht. Die Sanierung der Flächen erfolgte von 1996 bis Juni 1999 vor allem durch großflächige Versiegelungen.
Im Rahmen der Sanierung wurde außerdem ein Überwachungsmessnetz für die lokalen Grundwasserschäden errichtet. Das seither unter der Verantwortung von LMBV-KSE, Nachsorgebetrieb Zwickau betriebene Monitoring ist im Wesentlichen auf den Quellschadensbereich der Kokerei und seine unmittelbare Umgebung begrenzt. Der Fokus lag dabei auf der Erfassung und Bewertung der relevanten Schadstoffe im unmittelbaren Umfeld des Altstandortes Brückenberg.
Die Ergebnisse des Monitorings der vergangenen ca. 10 Jahre zeigen, dass sich die Schadenssituation im sogenannten Abstrom bzw. am Quellenrand zwar als stabil darstellt, jedoch auf einem relativ hohen Schadensniveau verharrt. Davon ausgehende potenziell Gefahren für Schutzgüter - z. B. Oberflächengewässer Mulde, ungeschädigtes Grundwasser - sind durch das Monitoring nur punktuell bewertbar. Aus diesem Grund hat sich die LMBV sich veranlasst gesehen, den Zustand des Grundwasser-Abstrombereichs Brückenberg vertiefend zu erkunden und den weiteren Umgang damit mittels eines hydrogeologischen Strukturmodells neu zu bewerten.
Dafür wurde ein Genehmigungsverfahren von bis zu zehn neuen Grundwassermessstellen beim sächsischen Oberbergamt unter Beteiligung der jeweils zuständigen Fachbehörden durchlaufen und die Arbeiten genehmigt. Diese sollen im 4. Quartal 2024 beginnen.
Da im Rahmen einer vorauslaufenden Kampfmittelauskunft laut der zuständige Bauaufsichtsbehörde für einige Bereiche der geplanten Bohransatzpunkte mit Kampfmitteln zu rechnen war, musste im Vorfeld eine sogenannte Kampfmittelerkundung durchgeführt werden. Damit wird das Antreffen von Bomben, Munition und ähnlichem ausgeschlossen. Diese Arbeiten wurden in der 35. KW 2024 durchgeführt und die geplanten Bohrungen freigegeben. (JF)
Bohrarbeiten am Zwickauer Brückenberg. Im Auftrag der LMBV bohrt die Wismut GmbH.