Ausgezeichnete Sicherheit: Übergabe des Gütesiegels „Sicher mit System“ in Sondershausen

Sondershausen. Am 29. Juli 2026 fand die Übergabe des Gütesiegels „Sicher mit System“ der Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie (BG RCI) in Sondershausen statt. Im Beisein von Ralph Haase, Bereichsleiter Kali-Spat-Erz, Rüdiger Börner, verantwortliche LMBV-Fachkraft für Arbeitssicherheit, sowie LMBV-Kollegen des Standorts wurde das Zertifikat überreicht.

„Die Zertifizierung ist für uns mehr als nur eine Urkunde an der Wand“, betonte Ralph Haase. „Es geht darum, Gefahren zu erkennen, bevor Unfälle passieren. Durch die systematische Optimierung unserer Abläufe haben wir den Arbeitsschutz fest in unsere täglichen Prozesse integriert.“ Mit der Verleihung des Siegels ist die Arbeit jedoch nicht beendet. Die Zertifizierung ist für drei Jahre gültig und setzt voraus, dass die hohen Standards kontinuierlich überprüft und weiterentwickelt werden. „Sicher mit System“ ist somit kein Zielpunkt, sondern der Beginn eines dauerhaften Verbesserungsprozesses zum Wohle aller Beteiligten im Bereich der stillgelegten Kali-, Spat- und Erzbergwerke.

Im Rahmen der Auditierung begutachteten Experten der Berufsgenossenschaft diverse Arbeitsbereiche und -prozesse des Unternehmensbereiches Kali-Spat-Erz – von der Gefährdungsbeurteilung an den Arbeitsplätzen über die Unterweisung der Belegschaft bis hin zur Organisation der Ersten Hilfe. Dabei standen nicht nur Dokumente im Fokus: In Interviews mit Führungskräften und Beschäftigten wurde geprüft, ob die Sicherheitsregeln im Arbeitsalltag tatsächlich gelebt und von allen Beteiligten konsequent umgesetzt werden.

Fotos: LMBV


Steinbachstollen: Hydraulischer Anschluss des Grubengebäudes erfolgt

Sondershausen/Steinbach. Am 16. Juli 2026, 9:30 Uhr erfolgte der hydraulische Anschluss des Grubengebäudes durch sprengtechnischen Nachriss der Wassersaige am Containerüberhauen. Mit dem sogenannten Nachstrossen erfolgte der entscheidende Schritt für die Wasserabsenkung auf das genehmigte Flutungsniveau. Damit ist die dauerhafte und sichere Ableitung der zusitzenden Wässer aus der Grube gegeben und der Neue Steinbachstollen hat seine Funktion übernommen. Ein wichtiger Meilenstein zur Sicherheit wurde damit erreicht.

Das Auffahren des Neuen Steinbachstollens war ein insgesamt anspruchsvolles Projekt. Geprägt von vielen geotechnischen Herausforderungen, die gemeinsam mit der ausführenden ARGE ( Schachtbau Nordhausen / Bergsicherung Ilfeld), dem Planer MMG, der örtlichen Bauüberwachung Geoconsult und allen beteiligten Kollegen der LMBV erfolgreich gemeistert wurden. Aktuell stehen noch die Haufwerksberäumung und das Sichern des Durchschlagsbereiches an.


Exkursion zum Baggerfeld 116

LMBV informiert Kostebrauer am Standort der geplanten EHS-Deponie

Direkt am Standort der geplanten EHS-Deponie haben sich Vertreter der LMBV und Einwohner Kostebraus zum aktuellen Planungsstand des Vorhabens ausgetauscht. Der Einladung der LMBV zur Exkursion zum so genannten Baggerfeld 116 im ehemaligen Tagebau Klettwitz sind am 16. Juni 2026 rund 15 Personen gefolgt, darunter Vertreter des Ortsbeirates und der Bürgerinitiative gegen die geplante EHS-Monodeponie.

Zunächst informierte die LMBV über die geplante Nutzung der einsehbaren Fläche des Baggerfelds. Anhand von Karten wurde erläutert, wo die Deponie nach jetzigem Planungsstand errichtet wird und wie die Betriebsanlagen angeordnet sein sollen. Berichtet wurde auch, dass noch vorlaufende Arbeiten erforderlich seien, bevor es überhaupt zum Bau der Deponie kommen könne, z.B. der Abtransport größerer Kiesmengen, die im Baggerfeld eingelagert sind. Und zu allererst müsse ohnehin ein Genehmigungsverfahren beim Brandenburger Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe (LBGR) durchlaufen werden, für das gerade erst in einem Scopingverfahren der Untersuchungsrahmen festgelegt wird.

In sachlicher Atmosphäre stellten die Kostebrauer ihre fachkundigen Fragen. Ein Schwerpunkt dabei war, wie mögliche Belastungen oder Einschränkungen gemindert werden könnten. Dabei ging es unter anderem um die Beprobung der angelieferten EHS-Chargen und die Gewährleistung, dass wirklich keine kritischen Zusatzstoffe die Gesundheit gefährden. Gefragt wurde nach einer verkehrssicheren Anbindung des Geländes an die Verbindungsstraße zwischen Schipkau und Kostebrau sowie nach potenziellen Verschmutzungen durch die LKW. Auch der Umgang mit dem anfallenden Wasser, das durch die Trocknung des feuchten Schlammes übrig bleibt, wurde thematisiert.

Die LMBV versicherte den Kostebrauern, bei entsprechendem Projektfortschritt auch weiterhin zu Informations- und Dialogveranstaltungen einzuladen.


LMBV und Wismut unterzeichnen Letter of Intent

Sondershausen/Chemnitz. Die beiden Bundesunternehmen Wismut GmbH und die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH haben eine Absichtserklärung über die Zusammenarbeit in der Bergbausanierung und im Nachbergbau geschlossen. Die Zusammenarbeit zwischen den beiden Unternehmen setzt auf die Nutzung der Kompetenzen und Kapazitäten der Wismut zur Erbringung technischer Leistungen und Ingenieurleistungen für die LMBV. Schwerpunkte der zukünftigen Zusammenarbeit liegen beispielsweise in der Planung und Ausführung von Bohrprojekten einschließlich der Errichtung, Instandhaltung bzw. dem Rückbau von Grundwassermessstellen sowie dem Betrieb von Anlagen für die LMBV.
Bereits in der Vergangenheit gab es eine erfolgreiche Kooperation der beiden Bundesunternehmen am Zwickauer Brückenberg. Im Auftrag der LMBV errichteten Kollegen der Wismut GmbH an diesem LMBV-Sanierungsstandort neue Grundwassermessstellen mit einer Teufe von bis zu 25 Metern.
Des Weiteren streben beide Unternehmen einen gemeinsamen fachlichen Erfahrungsaustausch zu Fragen des Landschaftsmanagements, der Nachsorge bzw. Nachnutzung sanierter Bergbaustandorte, dem Informations- und Datenmanagement sowie der Öffentlichkeitsarbeit und Förderung regionaler Bergbautraditionen an.


Zinnerzgrube Altenberg: 35. Jahrestag der Ausförderung des letzten Erzhuntes

Sondershausen/Altenberg. Am 28. März 2026 jährt sich zum 35. Mal die Ausförderung des letzten Erzhuntes der Zinnerzgrube Altenberg. Spuren und Zeugnisse des jahrhundertelangen Bergbaus in der gesamten Region sind noch heute über- wie untertage allgegenwärtig und verdeutlichen eindrucksvoll die Leistungen der Bergleute. Zugleich wird deutlich, dass die Geschichte des Bergbaus in Altenberg 1991 nicht endete, sondern im Rahmen der Nachsorge in ein neues Kapitel überging. Im Verantwortungsbereich der LMBV befinden sich verschiedenste bergbauliche Hinterlassenschaften der ehemaligen Zinnerzgrube Altenberg. Hierzu gehört das Grubengebäude, also das Bergwerk der Zinnerzgrube Altenberg mit der Altenberger Pinge, verschiedene Stollen sowie die Industrielle Absetzanlage (IAA) im Bielatal.

Historie Zinnerz Altenberg
Nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurde der Betrieb Zinnerz Altenberg des ehemaligen VEB Bergbau- und Hüttenkombinats „Albert Funk“ Freiberg ab November 1990 als Zinnerz GmbH Altenberg unter treuhänderische Verwaltung gestellt. Der enorme Preisverfall von Zinn am Weltmarkt in Verbindung mit vergleichsweise hohen Produktionskosten führte dazu, dass der Abbau nicht wirtschaftlich war. Mit der Stilllegung erfolgte die Erarbeitung eines Abschlussbetriebsplans, der am 17.05.1991 dem Sächsischen Oberbergamt zur Zulassung vorgelegt wurde. Dieser bildet auch heute, 35 Jahre nach Stilllegung, noch eine wesentliche Grundlage für die Arbeiten der LMBV am Nachsorgebetrieb Altenberg.

Entwässerungsstollen im Altenberger Revier
Der in Verantwortung der LMBV stehende Wasserlösestollen im Altenberger Revier, Anfang der 1990er Jahre aufgefahren, dient im Wesentlichen der sicheren Ableitung der untertägig zusitzenden Wässer in die Kleine Biela. Ziel ist die Trockenhaltung der ehemaligen Zinnerzgrube und somit das Aufrechterhalten und Gewährleisten der geotechnischen Sicherheit übertage beispielsweise im Bereich der Pinge. Um diese Funktionen dauerhaft zu gewährleisten, müssen neben Kontrollarbeiten regelmäßig Unterhaltungsmaßnahmen durchgeführt werden. Gleiches gilt für alle weiteren Stollen in der Zuständigkeit der LMBV.

Kontrollgang untertage

Industrielle Absetzanlage Bielatal (IAA)
Die IAA Bielatal gehört heute zum Sanierungsbereich Kali-Spat-Erz der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH. Sie ist eine der größten Absetzanlagen für bergbauliche Aufbereitungsrückstände in Deutschland. Beim Durchdringen der abgelagerten Rückstände der Bielatalhalde reichern sich Niederschlags- und Oberflächenwässer im Wesentlichen mit Eisen und Arsen an und treten als belastete Sickerwässer am Dammfuß aus. Bislang wurden diese direkt in die Kleine Biela abgeschlagen. Um die Einleitkonzentration, insbesondere des Arsens, in die Vorflut zu senken und damit die Gewässergüte gemäß Bewirtschaftungszielen der EU-Wasserrahmenrichtlinie zu verbessern, errichtet die LMBV im unmittelbaren Vorland der IAA Bielatal eine Sickerwasser-Reinigungsanlage. Diese wird die Arsenbelastung der Sickerwässer reduzieren. Der Bau der Sickerwasser-Reinigungsanlage wird voraussichtlich 2028 abgeschlossen sein.

Altenberger Pinge
Die Aufgaben im Bereich der Altenberger Pinge sind im Wesentlichen die Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit sowie die Beobachtung des Bruchgeschehens und der Bewegungen im Einwirkungsbereich. In diesem Jahr steht dazu eine größere Instandsetzung der Umzäunung der Pinge an.
In die Zuständigkeit der LMBV fallen auch einige Denkmäler beispielsweise die Römerschachtruine. Diese müssen durch die LMBV erhalten werden.


Bielatal: Bauarbeiten für Sickerwasser-Reinigungsanlage sind nach Winterpause wieder angelaufen

Altenberg/Sondershausen. Seit Mitte Februar laufen wieder die Arbeiten auf der Baustelle der zukünftigen Sickerwasser-Reinigungsanlage im Bielatal. Derzeit wird der sogenannte Schlammfangbehälter mit Kontrollgang zum Betriebsgebäude errichtet.

Die Bielatalhalde ist eine der größten Absetzanlagen für bergbauliche Aufbereitungsrückstände in Deutschland. Die Niederschlags- und Oberflächenwässer haben sich beim Durchdringen der abgelagerten Rückstände der Bielatalhalde im Wesentlichen mit Arsen angereichert und treten als belastete Sickerwässer am Haldenfuß aus. Bislang werden diese direkt in die Kleine Biela abgeschlagen.
Um die Einleitkonzentration, insbesondere des Arsens, in die Vorflut zu senken und damit die Gewässergüte gemäß Bewirtschaftungszielen der EU-Wasserrahmenrichtlinie zu verbessern, errichtet die LMBV am Dammfuß der IAA Bielatal eine Sickerwasser-Reinigungsanlage. Diese wird die Arsenbelastung der Sickerwässer reduzieren.

Die Baustellenkamera zeigt den derzeitigen Stand auf der Baustelle im Bielatal


Lengenfeld: Umfangreiche Unterhaltungs- und Sanierungsmaßnahmen an Industrieller Absetzanlage geplant

Sondershausen/Lengenfeld. Voraussichtlich Ende April 2026 beginnen an der Industriellen Absetzanlage Lengenfeld (IAA Lengenfeld) umfangreiche Unterhaltungs- und Sanierungsarbeiten. Es ist vorgesehen, das Sickerwasserableitungssystem der ehemaligen Industriellen Absetzanlage zu erneuern. Darin inbegriffen sind der Ersatzneubau des Sickerwasserleitungsabschnittes inklusive Schachtanlagen an der Westseite der IAA Lengenfeld und das Errichten von Reinigungs- und Schachtbauwerken. Die Arbeiten werden voraussichtlich ein Jahr andauern.

Für die geplanten Baumaßnahmen waren im Vorfeld Rodungsmaßnahmen in den vorliegenden Waldflächen notwendig. Neben Entnahmen entlang der Rohrtrasse waren auch Freischnittmaßnahmen zur Herstellung ausreichender Lichtraumprofile entlang der Zuwegungen und entlang des Baufeldes am Westdammfuß der IAA Lengenfeld erforderlich. Gleichzeitig wurde die Verkehrssicherheit für angrenzende Grundstücke, Wege und vor allem die Lengenfelder Straße auf Basis der durchgeführten Baumschau hergestellt. Ein Antrag auf Waldumwandlung wurde beim zuständigen Forstamt des Landratsamtes Vogtlandkreis eingereicht und genehmigt. Alle Eingriffe wurden entsprechend der Waldumwandlungsgenehmigung ausgeglichen.
Des Weiteren fanden im Hauptdammvorland der IAA Lengenfeld Kernbohrungen auf den gerodeten Flächen statt. Diese waren im Zuge der Ausführungsplanung notwendig geworden, um die Ausschreibung des notwendigen Baugrubenverbaus so genau wie möglich beschreiben zu können.

Überblick Areal IAA Lengenfeld

Fotos: André Schallau, LMBV

Rodungen und Kernbohrung


Freistellungsvertrag sichert die Fortführung bergbaubedingter Sicherungsmaßnahmen in Sachsen-Anhalt langfristig ab

Sonderhausen/Elbingerode. Die Refinanzierung bergbaubedingter Sicherungsmaßnahmen in Sachsen-Anhalt ist mit der Unterzeichnung eines unbefristeten Freistellungsvertrages langfristig geregelt worden. Im Beisein von Sachsen-Anhalts Minister für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten, Sven Schulze, unterzeichneten am 10. November 2025 Vertreter der Landesanstalt für Altlasten des Landes Sachsen-Anhalt (LAF) sowie der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) den Freistellungsvertrag zur Finanzierung bergbaubedingter Sicherungsmaßnahmen in Sachsen-Anhalt. Die Kosten für die Maßnahmen werden auf insgesamt 155 Mio. € im Zeitraum der Jahre 2026 bis 2050 geschätzt.

„Mit der Unterzeichnung dieses Freistellungsvertrages sichern wir nicht nur die nachhaltige Sanierung ehemaliger Bergbauflächen, sondern auch die Zukunftsfähigkeit unserer Region. Die LAF übernimmt mit ihrer Expertise eine Schlüsselrolle und trägt dazu bei, dass Sachsen-Anhalt bedeutende Standortvorteile für Investitionen schafft.

Diese Generationenaufgabe erfordert langfristige Perspektiven und wird nur im gemeinsamen Engagement gelingen“, sagte Sven Schulze, Minister für Wirtschaft,
Tourismus, Landwirtschaft und Forsten. Jürgen Stadelmann, Geschäftsführer der LAF, betont besonders, dass die vertrauensvolle und stets zuverlässige Zusammenarbeit zwischen Bund und Land, hier LMBV und LAF, auf langfristiger finanzieller Basis die ordnungsgemäße und somit sichere Stilllegung der bergbaulichen Altlasten für die Zukunftssicherung der Region im Strukturwandel garantiert.

Bernd Sablotny, Sprecher der Geschäftsführung des Bundesunternehmens LMBV, zeigte sich erleichtert und erfreut, dass mit dieser Vereinbarung die langfristigen Sanierungsmaßnahmen in Sachsen-Anhalt weiter erfolgen können.

Hintergrund:
Der vollständige Titel der Vereinbarung lautet: „Vereinbarung über die Freistellung gemäß Art. 1 § 4 Abs. 3 Umweltrahmengesetz i. V. m. § 7.1 des Generalvertrages über die abschließende Finanzierung der ökologischen Altlasten im Land Sachsen-Anhalt vom 23. Oktober 2001 und über die Durchführung und Kostenerstattung der freigestellten Maßnahmen der LMBV bezogen auf die Verpflichtungen der ehemaligen
GVV im Land Sachsen-Anhalt“. Rechtliche Grundlage ist der Generalvertrag über die abschließende Finanzierung der ökologischen Altlasten in Sachsen-Anhalt zwischen dem Land Sachsen-Anhalt und der Bundesanstalt für vereinigungsbedingte Sonderaufgaben (BvS) vom 23.10.2001, in dem sich das Land Sachsen-Anhalt verpflichtet hat, die Gesellschaft zur Verwahrung und Verwertung von stillgelegten
Bergwerksbetrieben mbH (GVV) von der Kostenlast für Gefahrenabwehrmaßnahmen und bergrechtliche Verpflichtungen für ökologische Schäden unbefristet freizustellen. Die GVV wurde im Jahr 2014 auf die LMBV verschmolzen.

Die LMBV mbH ist Projektträgerin der ostdeutschen Bergbausanierung. Sie schafft langfristig die Voraussetzungen für eine umfassende Umstrukturierung und Gesundung der einstigen Braunkohlenregionen. Seit 30 Jahren saniert die LMBV im Auftrag von Bund und Ländern die Hinterlassenschaften des DDR-Braunkohlenbergbaus in den Revieren der Lausitz und Mitteldeutschlands. Die Verwahrung stillgelegter Kali-, Spat und Erzbergwerke in Sachsen, Sachsen-Anhalt. und Thüringen ist seit Mitte 2014 ebenfalls ein Sanierungsbereich der LMBV.

Jürgen Stadelmann, Geschäftsführer der LAF, Sven Schulze, Minister für Wirtschaft,
Tourismus, Landwirtschaft und Forsten, und Bernd Sablotny, Sprecher der Geschäftsführung der LMBV, präsentieren den unterschriebenen Freistellungsvertrag.

Fotos: Christian Kortüm für LMBV


Erfolgreicher Brunnenumbau in Zwickau/Schedewitz für die optimierte, dauerhafte Sicherung von Kontaminationen

Zwickau/Schedewitz. Gut vier Jahre ist es her, dass ein Bohrgerät auf dem Areal der ehemaligen Kokerei Schedewitz, dem heutigen Glück-Auf-Center in Zwickau, für Aufsehen sorgte. Seitdem erfolgte eine regelmäßige Untersuchung in den damit neu errichteten, zusätzlichen Grundwassermessstellen. Ergebnisse der Messungen und gutachterliche Bewertung zeigen nun einen sogenannten Sekundärschaden im Abstrombereich der Kokerei und einen Handlungsbedarf am Rand des gesicherten Hauptschadensbereichs an.

Um mögliche Verfrachtungen von Schadstoffen im Grundwasser aus dem gesicherten Kokereiareal heraus zu vermeiden, wurde Ende September / Anfang Oktober 2025 ein Schluckbrunnen am Rande der Leitwand zu einem Förderbrunnen umgebaut.

Ein Schluckbrunnen dient der Infiltration der gereinigten Wässer aus der Reinigungsanlage. Es werden also die gereinigten Wässer in den Boden bzw. ins Grundwasserareal eingeleitet. Ein Förderbrunnen hingegen pumpt die kontaminierten Wässer in die Anlage.

Der im Kreisverkehr an der Bergmannsstraße befindliche Schluckbrunnen musste zunächst mittels grabenloser Verlegung mit neuen elektrischen Zuleitungen ausgestattet werden. Dies erfolgte unter vollständiger Erhaltung des Verkehrsflusses zum Einkaufszentrum. Anschließend wurde dann die Pumpgarnitur aus dem bisherigen Förderbrunnen 4 gezogen, gereinigt sowie gewartet und anschließend in den ehemaligen Schluckbrunnen eingehangen. Für diesen Schritt war das reibungslose Zusammenspiel von verschiedenen Gewerken und einem Kran unter vollständiger Sperrung des Kreisverkehrs unabdingbar, um die Arbeiten sicher durchführen und die Straße schnell wieder freigeben zu können.

Es folgen verschiedene Pumptests zur Einstellung des optimalen Pumpregimes. Damit ist ein weiterer Schritt für die optimierte, dauerhafte Sicherung der Kontamination im Bereich des ehemaligen August-Bebel-Werks erfolgt.

Drohnenbild vom Brunnenumbau

Fotos: Christian Kortüm für LMBV


Machbarkeitsstudie erkundet Potential des neuen Steinbachstollens zur Wärmegewinnung

Sondershausen/Steinbach. Inwiefern Wasser und Luft aus dem neuen Steinbachstollen für ein Nahwärmenetz im Thüringer Bergdorf Steinbach genutzt werden kann, soll eine Machbarkeitsstudie untersuchen. Gemeinsam mit dem Beigeordneten der Stadt Bad Liebenstein, Silvio Göring, informierte am 18. Juni, Markus Malsch, Staatssekretär im Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Landwirtschaft und Ländlichen Raum, über die Idee und den positiven Fördermittelbescheid für eine Machbarkeitsstudie. Ralph Haase, LMBV-Bereichsleiter Kali-Spat-Erz, erläuterte vor Ort den mit der Studie betrauten Fachleuten der EnergieWerkStadt die Gegebenheiten des neuen Steinbachstollens. Im Rahmen ihrer Möglichkeiten wird die Bergbausaniererin LMBV das Vorhaben unterstützen.

Hintergrund:
Durch das Auffahren eines neuen Stollens soll die dauerhafte und sichere Entwässerung der Grube Steinbach gewährleistet werden. Der neue Steinbachstollen wird annährend parallel zum Steinbachstollen aufgefahren. Die aus dem Steinbachstollen und dem neuen Steinbachstollen austretenden Grubenwässer werden wie bisher auch in den Vorfluter Grumbach abgeleitet.

Die Länge des neuen Steinbachstollens beträgt ca. 1.210 Meter bei einem offenen Querschnitt von 12 m². Im Vergleich dazu beträgt die Länge des aktuell für die Grubenentwässerung genutzten Stollens ca. 1.090 Meter bei einem Querschnitt von 6 m². Mit einem offiziellen Stollenanschlag wurde im Thüringer Bergdorf Steinbach am 29. September 2022 symbolisch der Startschuss für den Bau eines neuen Entwässerungsstollens gegeben. Für die Dauer seiner Bauzeit trägt der Stollen den Namen seiner Patin – Anke-Stollen.

Fotos: Hartmut Köhler und Christian Horn