Kontrollbefahrung am Fördergerüst der ehem. Schachtanlage „B. Koenen II“ Nienstedt

Sicherungsarbeiten auf der unteren Seilscheibenbühne des Doppelbock-Fördergerüstes erfolgt

Fördergerüst Bernard Koenen Schacht II mit den ehem. Schachtgebäuden und der Spitzkegelhalde

Sondershausen | Nienstedt. Direkt an der Autobahn 38 liegend, präsentiert sich das Fördergerüst der ehemaligen Schachtanlage Nienstedt in Verantwortung der LMBV als weithin sichtbarer, landschaftsprägender Fixpunkt im Mansfelder Land. Das Fördergerüst am Bernard Koenen Schacht II ist eines der letzten noch erhaltenen Doppelbock-Fördergerüste und neben der Spitzkegelhalde Zeugnis des regionalen Kupferschieferbergbaus in Mitteldeutschland. Die 60 Meter hohe Landmarke wurde bereits in den 1990er Jahren unter Denkmalschutz gestellt. Nienstedt ist ein Ortsteil der Stadt Allstedt im Landkreis Mansfeld-Südharz in Sachsen-Anhalt.

Im Jahr 1956 war mit den Teufarbeiten des Schachtes, mit einem lichten Durchmesser von sechs Meter, begonnen worden. Nach fünfjähriger Bauzeit wurde die Endteufe von 871 Meter des zukünftigen Wetter-, Flucht- und Förderschacht erreicht. Durch den VEB Thüringer Stahlbau erfolgte dazu das Herstellen eines genieteten Fördergerüsts ab 1960. Mit der Einstellung der Förderung nach 1990 erfolgte schrittweise die Verfüllung des Schachtes und der Rückbau der beiden Fördermaschinen einschließlich Fördergestelle und Führungsgerüst in späterer Verantwortung der GVV, heute des LMBV-Sanierungsbereiches KSE.

Mittlerweile weist das Fördergerüst fortschreitende Korrosionsschäden auf. Das Gerüst wird daher turnusmäßig von der LMBV und Sachverständigen der Nordhäuser Bauprüfinstitut GmbH befahren, um Gefahren für die öffentliche Sicherheit rechtzeitig zu erkennen und zu unterbinden.

So fand am 9. Juni 2020 eine Befahrung mittels eines Hubsteigers statt. Mit einem 64 Meter langen Ausleger konnten der Sachverständige alle Seilscheibenbühnen und Hilfsbühnen sowie Stützen befahren und begutachten sowie anschließend durch die Mitarbeiter des Zentralen Grubenwassermanagements die potenziellen Gefahrenquellen beseitigt werden. Dazu wurden unter anderem Ketten als Abfangsicherung angebracht. Ein nächster Schritt wird der Rückbau des Portalkrans auf dem Fördergerüst sein. In zwei Jahren erfolgt dann im Jahr 2022 voraussichtlich eine erneute Begutachtung des Gerüstes mit einer technischen Bewertung. Fotos: FILMART für LMBV|KSE

Eindrücke aus Sondershausen  (Fotos: Danny Bodenstab)


Für zwei Ausbildungsrichtungen 2020/2021 werden 12 Azubis vom Bergbausanierer gesucht

Seit dem Bestehen der LMBV wurde schon mehr als 1.670 jungen Menschen durch eine qualitativ hochwertige Erstausbildung der Eintritt ins Berufsleben ermöglicht

Senftenberg/Lauchhammer/Espenhain. Die LMBV stellt erneut 12 neue Ausbildungsplätze für das Ausbildungsjahr 2020/21 zur Verfügung. Die dreijährige Ausbildung wird in nachfolgend genannten Ausbildungsstätten realisiert:

  • für Fachkraft für Lagerlogistik (m/w/d) in Lauchhammer (Ausbildungseinrichtung ist die TÜV Rheinland Akademie GmbH; Berufsschule ist das Oberstufenzentrum Elbe-Elster, Feldstraße 7a in 04910 Elsterwerda)
  • für Kaufmann/-frau für Büromanagement in Espenhain (Ausbildungseinrichtung ist die TDE Personal Service GmbH; Berufsschule ist das Berufliche Schulzentrum 6 der Stadt Leipzig, Am kleinen Feld 3/5 in 04205 Leipzig)

Bewerbungsende ist am 30.06.2020. Die Bewerbungen für diese Ausbildungsberufe sind mit

  • Bewerbungsschreiben,
  • tabellarischem Lebenslauf,
  • Schulzeugnis des letzten Schuljahres und dem Halbjahreszeugnis des laufenden Schuljahres und
  • ggfs. Nachweisen von Praktika (Schulpraktika)

an die LMBV mbH Abteilung Personalwesen Knappenstraße 1 in 01968 Senftenberg zu senden.


Weltbienentag am 20. Mai – Wild- und Honig-Bienen in den Bergbaufolge-Landschaften

Bergbausanierer LMBV hat neun Standorte für Honigbienen regionalen Imkern zur Verfügung gestellt – Wilde schwarze Mauerbiene kommt in der Lausitz nur in ehemaligen Tagebauen Schlabendorf und Seese vor

Senftenberg/Leipzig. Untersuchungen ergaben, dass beispielsweise im „Naturparadies Grünhaus“, einer Bergbaufolgelandschaft der Tagebaue Kleinleipisch/Klettwitz, welches durch die NABU-Stiftung betreut wird, u.a. insgesamt elf wertgebende, nicht parasitisch lebende Bienenarten vorkommen.

So auch die spezialisierte Dünen-Seidenbiene und die auf Abbruchkanten und Steilhänge angewiesene Gebänderte Pelzbiene. In Sachsen wurden in den Bergbaufolgelandschaften bis zu 98 vom Aussterben bedrohte und stark gefährdete Arten nachgewiesen, in Sachsen-Anhalt waren es 68 Arten. Dazu zählen auch solche, die regional bereits als ausgestorben bzw. verschollen gelten.

Winterimpression vom Ufer des Schlabendorfer Sees nahe Wanninchen im Sanierungsbereich Lausitz

Neben den Wildbienen, die in den Bergbaufolgelandschaften einen idealen Lebensraum finden, gibt es auf den Flächen der ehemaligen Tagebaue auch Standorte, die regionalen Imkern für Honigbienen zur Verfügung gestellt werden. Derzeit gibt es diesbezüglich acht Nutzungsverträge im mitteldeutschen Raum und einen aktiven Vertrag der Lausitz. Anfragen von Imkern werden grundsätzlich positiv beantwortet, sofern es sich um begehbare Flächen außerhalb geotechnischer Sperrbereiche handelt.

Bergbaufolgelandschaften des Braunkohlenbergbaus bieten auch für die kleinen, leicht zu übersehenden Arten große Chancen. Die großen, oft unzerschnittenen Nachbergbau-Flächen, die Armut an Nährstoffen und die relative Störungsarmut gegenüber der normalen Kulturlandschaft sind die Voraussetzungen für das Vorkommen hunderter, häufig gefährdeter und selten gewordener Tier- und Pflanzenarten. Insbesondere für Insekten und Spinnen sind es geradezu ideale Lebensräume. Die Lebensraummosaike aus offenen Flächen, Gras- und Buschflächen, kleinen Steilkanten und Hängen und schließlich Waldflächen unterschiedlichster Dichte und Struktur bieten eine große Vielfalt an Nahrungs- und Brutplätzen.

So sind die Bergbaufolgelandschaften das Zuhause mehrerer in Deutschland hochgradig gefährdeter Wildbienenarten. Neben einzeln lebenden Arten gibt es unter ihnen auch in Brutkolonien nistende oder wie die Honigbiene auch staatenbildende Arten. Parasitisch lebende Kuckucksbienen sammeln dagegen keine Nahrung, sondern schmuggeln ihre Eier in die Brutzellen anderer Arten.  Zwei vom Aussterben in Deutschland bedrohte Arten sind die die Samthummel und die Schwarzbürstige Mauerbiene.

Letztere kommt in blütenreichen Säumen und Lichtungen von Wäldern der Lausitz einzig im Bereich der ehemaligen Tagebaue Schlabendorf-Seese vor. In den Bergbaufolgelandschaften sind diese Lebensräume regelmäßig vorhanden, so dass die Schwarzbürstige Mauerbiene eine gute Chance hat, sich wieder im Lausitzer Revier auszubreiten und damit ihr Vorkommen zu stabilisieren.

Es gibt übrigens etwa 50 verschiedene mitteleuropäische Arten der Mauerbiene. Eine der häufigsten und mit am weitesten verbreitete Art ist die Rote Mauerbiene, in der Fachsprache als "Osmia rufa" bezeichnet. Sie ist neun bis 14 Millimeter groß, hat einen schwarzen Kopf, der bei den Weibchen schwarz, bei den Männchen weiß behaart ist, und einen rötlichbraunen Körper.

Fotos: Dr. C. Saure für NaturschutzFonds Brandenburg | Ralf Donat, Siemann-Stiftung, für LMBV| Christian Bedeschinski für LMBV, Bergbaufolgelandschaft bei Wanninchen | Peter Radke Luftbild für LBMV | STMUV Bayern


Ausgabe 03/2020 der Unternehmens-Zeitschrift “konkret” Mitte Mai erschienen

Senftenberg/Leipzig/Sonderhausen. Blickt man zurück in die vergangenen Wochen und wagt einen Ausblick auf Kommendes, so wird eines klar: Es sind bewegte Zeiten, in denen auch die Mitarbeiter der LMBV und der von ihr beauftragten Firmen und Institutionen tätig sind.

Das belegt auch die neue Ausgabe der „LMBV konkret“ einmal mehr. Im Editorial würdigt der heutige LMBV-Prokurist und Bereichsleiter Technik Eckhard Scholz die nun schon seit 20 Jahren andauernde Erfolgsgeschichte der Flutungszentrale Lausitz, die er mit aufgebaut hat.

Gewaltig wirken auf Außenstehende die Spundbohlen für die künftige Kaimauer am Sedlitzer See, die in diesen Tagen eingerammt werden: dort entsteht am Nordufer eine Anlegestelle für den Sanierungsstützpunkt der LMBV und das in Erschließung befindliche Gewerbegebiet der Stadt Senftenberg.

Auf dem von der LMBV mit geschaffenen Weinberg am Ufer des Geiseltalsees begann kurz vor Ostern die Winzerfamilie Reifert östlich der Altanlage mit ergänzenden maschinellen Pflanzarbeiten. Auf insgesamt 5,1 Hektar wurden weitere Rebstöcke des "Goldenen Steigers" am Geiseltalsee gepflanzt. Als Würdigung für die gute Zusammenarbeit mit der LMBV während der letzten zwei Jahrzehnte blieb es Dietmar Onnasch, langjähriger LMBV-Abteilungsleiter Projektmanagement Sachsen-Anhalt, vorbehalten, den letzten Rebstock zu setzen. Am 16. April 2020 pflanzte er einen Grauburgunder-Setzling mit Schaufel und Wassereimer.

Die Maßnahmen zur Reduzierung der Eisenfracht in der Spree haben auch 2019 eine sehr gute Wirkung erzielt, konnte Sven Radigk, Leiter der LMBV-Projektgruppe Gewässergüte Fließgewässer Lausitz den Jahresbericht zum „Monitoring der Eisenbelastung der Spree und der Talsperre Spremberg“, der jüngst fertiggestellt wurde, resümieren. Verfasst wurde dieser Bericht vom LMBV-Fachgutachter Dr. Wilfried Uhlmann vom Dresdener Institut für Wasser und Boden (IWB).

Vorbereitungen für Abdichtungsmaßnahmen haben an weiteren Gebäuden begonnen – Ziel der LMBV ist die nachhaltige Sicherung von Gebäuden in Delitzsch gegen ansteigendes Grundwasser. Keller von Wohn- und Geschäftshäuser in der Ritterstraße und der Badergasse sollen in den kommenden Monaten durch den Einbau einer Schwarzen Wanne nachhaltig gegen das aufsteigende Grundwasser im Auftrag der LMBV gesichert werden.

Der Rückbau der rund 65 Kilometer langen Flutungsleitung im Südraum Leipzig i.A. der LMBV schreitet weiter voran. Im Bereich der Weißen Elster, in der Nähe der Ortschaft Kleindalzig, wurde Ende April ein 150 Meter langes Teilstück der Ringleitung erfolgreich aus einem Düker gezogen. Bislang wurden rund 12 Kilometer der nun nicht mehr benötigten Ringleitung abgebaut.

An anderer Stelle wird derzeit an einer neuen Leitung gebaut, nämlich an der Haldenlaugenleitung Menteroda-Wipperdorf. In der Ortslage Friedrichsrode konnte kürzlich mit dem Bau eines großen Speicherschachtes für die Laugenleitung begonnen werden. Dieser Speicherschacht dient zukünftig der Zwischenspeicherung der Lauge für Instandhaltungs- und Reparaturarbeiten an dieser Leitung. "Insgesamt sind bereits 10,8 Kilometer der insgesamt mehr als 12,4 Kilometer langen künftigen Laugenleitung erstellt", so zuständige Bereichsleiter Jörg Domnowski.


Drei Haldengrundstücke des Kupferschiefer-Bergbaus stehen zum Verkauf

Die drei Flachhalden werden in Denkmalliste des Landes Sachsen-Anhalt als Baudenkmäler geführt

Sondershausen/Hettstedt/Klostermansfeld. Die LMBV mbH ist u.a. Eigentümerin von Groß- und Kleinhalden des ehemaligen Kupferschieferbergbaus im Landkreis Mansfeld–Südharz in Sachsen–Anhalt und schreibt derzeit bis zum 19. Juni 2020 drei bergbaulich vorgenutzte Grundstücke nebst aufliegendem Haldenmaterial öffentlich zum Verkauf aus. Es handelt sich um:

  • Los 1 - Haldengrundstück zum Zirkelschacht (östlich von Klostermansfeld nahe B180)  Größe ca. 15,26 ha
  • Los 2 - Haldengrundstück zum Eduardschacht (südlich von Hettstedt an Eislebener Str.) Größe ca. 16,13 ha
  • Los 3 – Haldengrundstück zum Lichtloch 28Z (südöstlich von Hettstedt nahe L72) Größe ca. 2,97 ha

Die Grundstücke sind nicht erschlossen und unterliegen derzeit keiner Nutzung. Lediglich eine kleine Teilfläche auf dem Plateau der Halde zum Zirkelschacht ist an ein Mobilfunkunternehmen mit örtlicher Funkfeststation verpachtet. Die Halden werden in der Denkmalliste des Landes Sachsen-Anhalt als Baudenkmäler geführt und sind von Restriktionen des Naturschutzes betroffen. Nähere Informationen zur Ausschreibung finden Sie hier.

Halde zum Zirkelschacht


Fördergerüst und Halde bei Nienstedt im Abendlicht – Tolles Foto von Danny Bodenstab

Wissenswertes zur Förderung in den Schachtanlagen "Koenen 1 & 2" und zum Abbau des Kupferschieferflözes

Niederröblingen (Helme)/Sondershausen. Die beiden hier abgebildten Fotos hat Danny Bodenstab von der Fa. SCHACHTBAU NORDHAUSEN GmbH dem Sanierungsbereich KSE und der Unternehmenskommunikation der LMBV zur Verfügung gestellt.

Sie zeigen die Spitzkegelhalde und das Fördergerüst Nienstedt des Bernard Koenen-Schachtes 2 bei Nienstedt in der Gemeinde Allstedt in Sachsen-Anhalt.

Die Schachtanlage "Bernard Koenen" bei Niederröblingen bestand bis zum Ende der Produktion am 10. August 1990 aus den Schächten "Bernard Koenen 1" in Niederröblingen als dem Hauptschacht und den Flucht- und Wetterschächten "Bernard Koenen 2" in Nienstedt in der Gemeinde Allstedt im Land Sachsen-Anhalt sowie dem Bohrschacht Mönchpfiffel. Der Bernard Koenen-Schacht 2 war außerdem Förderschacht für taubes Gestein.

An den ehemaligen Bergbau erinnern neben den Spitzkegelhalden das letzte erhalten gebliebene Fördergerüst einer großen Schachtanlage in Nienstedt, ein Doppelbock-Fördergerüst von 51 Metern Höhe, sowie auf dem Gelände des Schachtes in Niederröblingen ein Denkmal aus Förderwagen.

Die heute noch an den Standorten Niederröblingen und Nienstedt weithin sichtbaren Halden entstanden während der Betriebszeit der Schächte. Die Halde des Koenen-Schachtes 1 weist eine Höhe von 125 Meter über Gelände auf und enthält auf einer Fläche von 14 Hektar etwa 13,2 Millionen Tonnen Gestein.

Die Halde des Schachtes 2 in Nienstedt erreicht eine Höhe von 100 Metern und weist bei elf Hektar Fläche einen Inhalt von 9,4 Millionen Tonnen Haldenmaterial auf. Das Haldenmaterial bestehe zum überwiegenden Teil aus Zechsteinkalk. Es seien alle in der Grube angetroffenen Gesteine enthalten, auf der Halde des Schachtes 1 auch in größeren Mengen Steinsalz. Die Halde in Nienstedt weise wegen der dort verstürzten oberkarbonen Gesteine aus den Auffahrungen zum Baufeld Osterhausen einen deutlich rötlichen Farbton auf.

Das Betriebsgelände des Bernard Koenen-Schachtes 1 wird bis in die Gegenwart von dem Bergbau- und Tiefbauunternehmen BST Mansfeld GmbH & Co KG genutzt, das versucht, an diesem Standort die bergmännischen Traditionen zu erhalten und auch wieder Berglehrlinge ausbildete. Das Gelände des Schachtes in Nienstedt teilten sich zeitweise bis zu drei mittelständische Unternehmen.

Zur Geschichte der bergbaulichen Anlagen in Nienstedt

Doppelbock-Fördergerüst - Foto: D. Bodenstab

Die untertägige Verbindung zwischen den Bernard Koenen-Schächten 1 und 2 wurde in der 8. Sohle bereits am 19. Juni 1959 hergestellt. Die Auffahrung der Flucht-und Wetterverbindung zum Thomas Münzer-Schacht in Sangerhausen, der auch im August 1990 still gelegt wurde, erreichte erst im Januar 1961 im Niveau der 6. Sohle ihr Ziel.

Der Abbau des Kupferschieferflözes zur Erzgewinnung begann am 1. September 1958 in der 9. Sohle (587 Meter unter Normalnull bzw. 725 Meter unter dem Gelände) mit dem traditionellen Huntestreb-Verfahren. Modernere Technologien wie der Einsatz des Plattenbandes, des Einschienenförderers (1959) oder des Geradstrebes (1960) wurden nach und nach eingeführt und verbesserten die Arbeitsbedingungen vor Streb erheblich.

Später vervollständigten der hoch mechanisierte Schälschrapperstrebbau (1969) und der vereinzelt eingesetzte Strebbruchbau (1979) die Palette der Abbauverfahren. Aus dem Grubenfeld der Schachtanlage "Bernard Koenen" wurden seit 1958 insgesamt 13,9 Millionen Tonnen Erz mit einem Metallinhalt von 315.800 Tonnen Kupfer und 1.579 Tonnen Silber gefördert. Dabei wurden im Jahre 1967 mit 747.300 Tonnen Erz und einem Metallinhalt von 18.863 Tonnen Kupfer und 94,3 Tonnen Silber die höchste Jahresförderung der Schachtanlage überhaupt erreicht.

Die Belegschaftsstärke betrug im gesamten Produktionszeitraum bis 1989 durchschnittlich 3.677 Personen, wobei in den Jahren von 1966 bis 1977 immer über 4.000 und im Jahr 1967 maximal 4.721 Personen beschäftigt waren. Anschließend nahm die Belegschaftsstärke bis zum Jahr 1989 kontinuierlich bis auf 3.457 Beschäftigte ab.

Das Grubenfeld wies bei Einstellung des Bergbaus am 10. August 1990 eine insgesamt abgebaute Fläche von 1,42 Quadratkilometern und einen bergmännisch geschaffenen Hohlraum von etwa 6,3 Millionen Kubikmeter auf. Im Zuge der nach der Abbaubeendigung erforderlichen Verwahrung der Gruben wurden die Schächte von der damaligen GVV - heute Sanierungsbereich KSE der LMBV - verfüllt und das Grubenfeld über Bohrungen mit Helmewasser geflutet. Diese Vorhaben wurden im Jahr 1996 abgeschlossen.

Quellen: Webseite des Ortes Nienstedt - http://nienstedt06542.weebly.com/die-kupferfoumlrderung.html sowie Berichte der Mitteldeutschen Zeitung | Unser Dank gilt zudem für die Fotos vom März 2020 an Danny Bodenstab von der Fa. SCHACHTBAU NORDHAUSEN GmbH


Weiterer Meilenstein zum Fertigstellen der Laugenleitung Menteroda-Wipperdorf

Bau des Speicherschachtes in Friedrichsrode für die Laugenleitung begonnen

Sondershausen/ Friedrichsrode. Ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zum Fertigstellen der Laugenleitung Menteroda-Wipperdorf wurde kürzlich erreicht: In der Ortslage Friedrichsrode konnte mit dem Bau eines großen Speicherschachtes für die Laugenleitung begonnen werden. Dieser Speicherschacht dient zukünftig der Zwischenspeicherung der Lauge für Instandhaltungs- und Reparaturarbeiten an dieser Leitung.

Insgesamt sind bereits 10,8 Kilometer der insgesamt mehr als 12,4 Kilometer langen künftigen Laugenleitung erstellt, so kürzlich KSE-Bereichsleiter Jörg Domnowski. Zurzeit werden die Haldenabwässer des Haldenstandortes Volkenroda noch in die Grube Volkenroda/Pöthen eingeleitet (Flutung). Zukünftig werden die anfallenden Haldenabwässer über die neue Laugenleitung dem Becken Wipperdorf zugeführt.

Bau eines großen Speicherschachtes Friedrichsrode für die Laugenleitung Menteroda-Wipperdorf begonnen

Im zurückliegenden Jahr 2019 wurde im LMBV-Verantwortungsbereich eine Gesamtchloridfracht im Vorfluter von etwa 47.000 t/a durch die Haldensickerwässer der Haldenstandorte Sondershausen, Bleicherode, Sollstedt, Bischofferode sowie Volkenroda und Roßleben verursacht. Daraus ergibt sich eine Jahresgesamtchloridfracht für den Vorfluter Wipper von ca. 45.000 t/a. Die Haldenabwässer des Haldenstandortes Roßleben in einer Größenordnung von 2.100 t/a Chloridfracht werden in den Vorfluter Unstrut geleitet. Im Vergleich zu den Vorjahren hat sich die Jahresfracht halbiert. Die Gesamtchloridfracht ergibt sich aus dem diffusen Austrag der jeweiligen Halden sowie dem Abstoß aus dem „Zentralen Laugenstapelbecken Wipperdorf“ und im Bedarfsfall aus dem Becken Sondershausen. LMBV-Foto: KSE André Schallau


Befahrung der Kupferschiefer-Reviere im Südharz durch LMBV-Chef bei KSE erfolgt

Nachsorgebetrieb Niederröblingen sowie W-Schacht am Standort Wimmelburg und Röhrigschacht in Wettelrode befahren

Befahrung der Kupferschiefer-Reviere im Südharz durch LMBV-Chef Sablotny

Sondershausen/Niederröblingen/Wettelrode. Am 26. März 2020 setzte der Assessor des Bergfachs Bernd Sablotny, Sprecher der Geschäftsführung der LMBV, seine Befahrung von Standorten des Zentralen Grubenwasser-Managements des Sanierungsbereichs Kali-Spat-Erz (KSE) mit dem Besuch des Nachsorgebetriebs Niederröblingen fort.

Am LMBV-Betriebsstandort der Bergsicherung Wimmelburg erfolgte die Begrüßung durch den KSE-Bereichsleiter Jörg Domnowski und eine Darstellung der Aufgabenfelder des Verwahrungsbergbaus in den ehemaligen Kupferschieferrevieren Mansfelder Mulde und Sangerhausen. Die rund 800 Jahre währende Kupferschiefergewinnung im südöstlichen Harzvorland förderte auf einer Fläche von 180 Quadratkilometern 19 Millionen Tonnen Erz und gewann daraus 2,6 Millionen Tonnen Kupfer und 14,2 Tonnen Silber. Der Bergbau ist geprägt durch flächige Abbauformen des meist nur 40 Zentimeter mächtigen Kupferschieferflözes.

Die aktive Förderung in dem ehemals deutlich größeren Teilrevier Mansfelder Mulde wurde 1969 eingestellt. Das bis über 1.000 Meter tiefe Grubengebäude konnte zwischen 1971 und 1982 durch Einstellung der Wasserhaltung bis auf das Niveau des Schlüsselstollens geflutet werden. Im Sangerhäuser Revier erlag der Bergbau einem Zusammenspiel von immensen montanhydrologischen Problemen, fallenden Kupferweltmarktpreisen und den politischen Veränderungen. Der letzte Kupferschiefer wurde 1989 gefördert. Die Flutung des Grubengebäudes erfolgte bis 1996. Die Gewährleistung der bergbaulichen Entwässerung ist für das Territorium langfristig von zentraler Bedeutung. Dazu werden Monitoring-, Kontroll- und Instandsetzungsaufgaben auf den Wasserlösestollen mit dazugehöriger Unterhaltung von Schacht- und weiterer Betriebsanlagen durch die LMBV durchgeführt.

In Begleitung des KSE-Mitarbeiters Sebastian Tugendheim wurde auch der W-Schacht am Standort Wimmelburg von Bernd Sablotny befahren. Zwischen 1866 und 1992 erfolgte im Wesentlich von hier, die Versorgung der Stadt Eisleben und der umliegenden Hütten durch den Bergbaubetrieb mit Trink- und Brauchwasser. An das Grubengebäude sind die teilweise bergbaulich genutzten natürlichen Anhydrithöhlensysteme der „Wimmelburger Schlotten“ angeschlossen.

Eine zweite Befahrungsetappe führte ins benachbarte Sangerhäuser Revier nach Wettelrode auf den Röhrigschacht. Hier wurden Schwerpunkte der Kontrollarbeiten der LMBV vor Ort durch die KSE-Mitarbeiter Peter Nicolai und Sebastian Tugendheim erläutert und die Abbautechnologie in der untertägigen Museumsstrecke des Erlebniszentrums Bergbau Röhrigschacht präsentiert. Mit dem Besuch des sogenannten „Grünen Gewölbes“, einer bunt mineralisierten Förderstrecke, wurde die Revierbefahrung abgerundet.

Impressionen von der Befahrung bei KSE

Im sog. "Grünen Gewölbe" untertage: Peter Nicolai, Bernd Sablotny und Sebastian Tugendheim
Eindruckvoll: das "Grüne Gewölbe" untertage im Röhrigschacht: P. Nicolai, B.Sablotny und S. Tugendheim


Neu erarbeitete Rekultivierungsbroschüre der Bergbausanierer online

Ein Blaukehlchen in der Folgelandschaft

Senftenberg. "Landschaft entsteht und wandelt sich durch menschliches Handeln und das Wirken der Naturkräfte. Ressourcenabbau verändert eine Landschaft und ihre Ausstattung stetig. Während auf der Gewinnungsseite Vorhandenes zerstört wird, entsteht im ausgebeuteten Bereich Neues."
Die Entstehung vom Neuem in den Bergbaufolgelandschaften und die Widernutzbarmachung der vom Braunkohlenbergbau beanspruchten Flächen wird in der neuen LMBV-Fachbroschüre Den Boden für die Zukunft bereiten. Rekultivierung von Bergbaufolgelandschaften erläutert.
Auf 44 Seiten wird dabei ein konzentrierter Einblick in die wichtigsten Arbeitsfelder gegeben. Die Themen Boden, landwirtschaftliche sowie forstliche Rekultivierung, Fischerei und Wegebau stehen dabei im Fokus. Rechtliche Grundlagen werden, wie Fragen der Renaturierung, ebenfalls beleuchtet. Großformatige Fotos aus dem Lausitzer und Mitteldeutschen Revier sowie dem Bereich Kali-Spat-Erz verdeutlichen, neben zahlreichen Grafiken, die Erläuterungen. In enger Kooperation zwischen der Abteilung Umweltschutz/Rekultivierung und der Unternehmenskommunikation der LMBV ist diese Zusammenfassung erarbeitet worden. LMBV-Fachreferent Jörg Schlenstedt übernahm die fachliche Betreuung.
Für den internationalen Know-How-Austausch wurde die Broschüre zudem ins Englische, Chinesische, Polnische, Russische und Spanische übersetzt. Die deutsche und die englische Ausgabe stehen ab sofort unter "Mediathek – Publikationen" als PDF-Version zur Verfügung. Die Druckversion liegt ab Mitte April vor und kann gegen Zusendung eines adressierten und ausreichend frankierten Rückumschlages an die LMBV-Unternehmenskommunikation bestellt werden.

Impressionen der Bergbaufolgelandschaften - Fotos: L. Piltz für LMBV

Publikationen


Vorsorge zum Eindämmen der Pandemie — Krisenstab bewertet jeweils aktuell die Lage

Senftenberg/Leipzig/Sondershausen. Im Zusammenhang mit der aktuellen Entwicklung der Corona-Virus-Infektionskrankheit (COVID-19) hat die LMBV einen Pandemieplan für das Unternehmen in Kraft gesetzt und einen Krisenstab berufen. Dieser hat bis zum 27. März bereits 13 mal getagt und unternehmensseitige Klärungen zum jeweilige Fortschreiben dieses Pandemieplanes herbeigeführt.

Der Pandemieplan der LMBV beinhaltet allgemeine Verhaltensregeln für die Mitarbeiter und betriebsablauforganisatorische Maßnahmen zum Schutz vor der Erkrankung, zur Gewährleistung der Sicherheit im Verantwortungsbereich der LMBV sowie zur Aufrechterhaltung des Betriebsablaufes insbesondere in Anlagen mit Sicherheits- bzw. Umweltrelevanz. Die zuständigen Behörden der Länder wurden von den ergriffenen Maßnahmen der LMBV unterrichtet.

Um eine Verbreitung des Virus einzudämmen, wurden und werden nicht dringliche Arbeitsberatungen und Außenkontakte mit einer hohen Teilnehmerzahl auf das dringend Notwendige beschränkt bzw. vermieden. An Auftragnehmer und Partner: Bitte vermeiden Sie deshalb unnötige Besuche bei der LMBV.

Für den Fall von Eigenbetroffenheit oder Kontakten mit Betroffenen wurden Verhaltensvorgaben für die Mitarbeiter und innerbetriebliche Maßnahmen festgelegt. Die Maßnahmen der LMBV richten sich nach den gesetzlichen Vorgaben und den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts. Zum Schutz der Mitarbeiter bei gleichzeitiger Sicherung der betrieblichen Abläufe wurden umfassende Maßnahmen zur Flexibilisierung der Arbeitszeiten im Unternehmen bereits umgesetzt und auch das mobile Arbeiten zu Hause geregelt.

Derzeit laufen alle wesentlichen Sanierungsbaustellen der LMBV zusammen mit den Auftragnehmern unter Beachtung der Verhaltensregeln intensiv weiter.

(Stand: 16.03.2020, ergänzt am 27.03.2020)