Ausbauarbeiten an Kleiner Spree i. A. der LMBV vom Auftragnehmer HAGN UT begonnen

Nach langwieriger Munitionsverdachtssuche konnte Ausbauvorhaben baulich beginnen

Senftenberg/Spreetal. An dem rund 5,4 Kilometer langen Abschnitt der Kleinen Spree zwischen dem Auslauf vom Restloch Burghammer bis zur Einmündung in die Spree haben die genehmigten erdbaulichen Maßnahmen der LMBV im April 2020 beginnen können. Auftragnehmende Firma ist hier die HAGN Umwelttechnik GmbH aus Sulzemoos. Eine ökologische Baubegleitung wird durch die Fachfirma SWECO sichergestellt.

Zunächst laufen derzeit nach Herstellen einer Baustraße sowie von Entwässerungsplätzen im nördlichen Bauabschnitt III erste Entschlammungsarbeiten. Dabei wird mit einem Bagger mit angeschlossener Saugpumpe die teilweise EHS-belastete Kolmationsschicht ausgesaugt. Das Baggergut wird in große geotextile Geotubes eingeleitet und nach einem ca. vierwöchigen Trocknungsprozess fachgerecht beprobt und entsorgt.

Es folgen dann abschnittsweise erdbauliche Maßnahmen zum Herstellen des Flussprofils. Dazu wird die Sohle auf ca. 5 bis 6 Meter verbreitert und die Sohlschichten u.a. mit Grobkies neu aufgebaut. Dabei entsteht durchgängig auch eine Niedrigwasserrinne. Auf ca. einem Kilometer wird zudem das Profil aufgeweitet und naturnah ausgebaut. Die Arbeiten sollen im Wesentlichen bis 2021 umgesetzt werden. Es folgt noch der separat auszuschreibende Ersatzneubau von zwei Brückenbauwerken für die Realisierung in 2021. Nach den Ausbauarbeiten sind standorttypische Ersatzpflanzungen vorgesehen.

Der Ausbau der Kleinen Spree wurde im März 2018 planfestgestellt. Er dient vorrangig der Erhöhung des Durchflusses von bisher ca. vier Kubikmeter/Sekunde auf sieben Kubikmeter/Sekunde innerhalb des langfristigen Bergbausanierungs-Projektes „Speichersystem Lohsa II“. Seit Herbst 2018 liefen bereits bauvorbereitende Maßnahmen in enger Abstimmung mit der Kommune Spreetal und den Anliegern. Es folgten 2019 archäologische Grabungen durch das Landesamt für Archäologie Sachsen sowie eine aufwendige Kampfmittelsondierung entlang des Flusslaufes bis März 2020, bei der bereits in der Kleinen Spree u.a. mittels Bagger Materialien zur Munitionsverdachtsprüfung an den Ufern von den Kampfmittelbeseitigern abgelegt wurde.

Bereits entschlammter Flussabschnitt der der Kleinen Spree bei Spreewitz

Impressionen von der Baustelle im Abschnitt III - Fotos: Uwe Steinhuber


Vereins-Regattastrecke am Dreiweiberner See wird errichtet

Lohsa. Am Dreiweiberner See wird derzeit eine Regattastrecke mit automatischer Startanlage für muskelbetriebene Sportboote errichtet. Hintergrund der Maßnahme ist die aus geotechnischen Gründen erforderlich gewordene Sperrung des Knappensees, an dem der Wassersportverein "Am Blauen Wunder" e.V. Dresden ursprünglich seinen Sitz hatte.

Um diesem eine Weiterarbeit zu ermöglichen, wurde der Nordstrand des Dreiweiberner Sees im Rahmen einer LMBV-§4-Maßnahmen mit der Gemeinde Lohsa soweit ertüchtigt, dass ein Vereinsgebäude entstehen konnte, das 2017 fertiggestellt werden konnte. Nun ergänzt der Verein wiederum in einem §4-Teilprojekt diese Maßnahme durch eine neue Regattastrecke, durch motorisierte Begleitfahrzeugtechnik und durch den vom Knappensee an den Dreiweiberner See umgesetzten Bootssteg.

Die Regattastrecke soll, wie bereits am Knappensee praktiziert, auch am neuen Standort für die Austragung internationaler Wettkämpfe geeignet sein. Die Projektträgerschaft für diese Maßnahme ist von der LMBV mbH auf den Wassersportverein "Am Blauen Wunder" e.V. übertragen worden, da dieser auch der Folgenutzungsträger für die Regattastrecke ist.


Boxberg sucht für LMBV-Bergbaufolgesee Betreiber für Fahrgast- bzw. Ausflugsschifffahrt

Vom Heimathafen Klitten aus soll neben Rundfahrten auch ein Linienverkehr auf dem Bärwalder See angeboten werdenin

Ein Kopflander fährt bereits auf anderen Seen

Senftenberg/Boxberg. Wie die Anliegerkommune Boxberg/O.L., kürzlich informierte, sucht die Gemeinde nun einen „Reeder“ über ein Interessenbekundungsverfahren zum „Betrieb einer Fahrgast- bzw. Ausflugsschifffahrt auf dem Bärwalder See“.

Die Gemeinde Boxberg/O.L. sucht einen gewerblichen Dienstleister, der gemäß den Planungen des Strategiekonzepts „Tourismus Bärwalder See 2025“ auf Grundlage der vorliegenden wasserrechtlichen Genehmigungen eine Fahrgast- bzw. Ausflugsschifffahrt auf dem Bärwalder See dauerhaft gewährleistet. Die Grundlagen und Konzepte für zukünftige Entwicklungen am Bärwalder See finden Sie unter: https://www.baerwalder-see.eu/de/baerwalder-see/projekte.html).

Im Klittener und Boxberger Uferbereich wurden in Projektträgerschaft der Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbauverwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) bereits Voraussetzungen für eine erweiterte Schifffahrt geschaffen. Errichtet wurden dort jeweils eine Anlanderampe (Heimathafen Klitten), diverse Anschlüsse zur Elektroenergie- und Trinkwasserversorgung, zur Schmutzwasserentsorgung sowie der Beleuchtung. Zukünftig geplant sind weiterhin eine Anlanderampe im Uferbereich Uhyst und eine Helling-Anlage.

Das moderne, umweltfreundliche und barrierefreie Fahrgast- bzw. Ausflugsschiff könnte neben Rundfahrten auch einen Linienverkehr – zunächst zwischen den Uferbereichen Boxberg/O.L. und Klitten (Heimathafen) bzw. später auch Uhyst anbieten. Der Transport von Fahrrädern und Ähnlichem sollte idealerweise möglich sein.

Anbieter senden Ihr Angebot sowie alle notwendigen Unterlagen zum Nachweis der Eignung bis spätestens 31.10.2020 in einem verschlossenen Umschlag an die Gemeindeverwaltung Boxberg/O.L., Südstraße 4, 02943 Boxberg/O.L. mit der Aufschrift „Fahrgast- und Ausflugsschifffahrt auf dem Bärwalder See“, zu. Für weitere Informationen erreichen Sie den Amtsleiter „BgA Landschaftspark Bärwalder See“ während der Sprechzeiten unter Telefon: +49 35774 354-33 oder per mail: baerwalder-see@boxberg-ol.de.

LMBV hat vorbereitende Arbeiten für Anlegestellen geleistet


Wasserwirtschaftliche Bergbausanierung — Zwanzig Jahre Flutungszentrale Lausitz

Aktualisierte LMBV-Broschüre stellt Aufgabenspektrum und Grundsätze der FZL vor

Senftenberg. Seit mehr als 25 Jahren saniert die LMBV im Auftrag von Bund und Ländern die Hinterlassenschaften des DDR-Braunkohlenbergbaus in den Revieren der Lausitz und Mitteldeutschlands.

Sicher gestaltete Landschaften entstehen, die neue wirtschaftliche und naturräumliche Perspektiven bieten - für die Menschen, die hier leben und arbeiten, aber auch für die über einen langen Zeitraum bergbaulich genutzte Landschaft.

Mitarbeiterteam der FZL

Als Projektträgerin der Bergbausanierung ist die LMBV verantwortlich für die Sicherung der Kippenflächen, die Gestaltung der Tagebaurestlöcher, die Sanierung nicht mehr genutzter Braunkohlenveredlungsanlagen und Altlastenverdachtsflächen sowie die Wiederherstellung eines sich weitestgehend selbst regulierenden Wasserhaushaltes. Daraus resultieren wasserwirtschaftliche Sanierungsaufgaben, denen die LMBV mit Unterstützung einer eigens eingerichteten Flutungszentrale Lausitz (FZL) gerecht wird.

Durch ihre Arbeit können die entwässerten Tagebaugebiete sowie die verbliebenen Restlöcher des Bergbaus gezielt geflutet werden. In enger, länderübergreifender Abstimmung mit allen beteiligten Behörden und Institutionen bringt die FZL seit nunmehr 20 Jahren die Generationsaufgabe wasserwirtschaftliche Bergbausanierung erfolgreich voran. Dabei spielen nicht nur Wassermengen eine entscheidende Rolle, sondern auch die Wasserbeschaffenheit zum Schutz der Gewässer und somit von Mensch und Natur.  Mit der Herstellung der Bergbauspeicher, wie das Speicherbecken Bärwalde und das Wasserspeichersystem Lohsa II werden wichtige Bewirtschaftungselemente im Flussgebiet der Spree geschaffen, welche künftig eine zunehmende Bedeutung bei der Stützung der Spree in Niedrigwasserzeiten übernehmen.

Ein Ergebnis der bisherigen erfolgreichen Bergbausanierung ist unbestritten das Lausitzer Seenland. Neun Seen mit schiffbaren Verbindungen und einer Gesamtwasserfläche von 7000 Hektar entstehen. Vielfältige Nachnutzungen werden zu einer überregionalen Bedeutung verhelfen. In den Trockenjahren 2018/19 war die Bewältigung des Wassermangels in den Oberflächengewässern und die Wiederauffüllung der Talsperren und Speicher die größte Herausforderung in den Lausitzer Flussgebieten. Die anstehenden Aufgaben zum Kohleausstieg, gepaart mit der Problematik des Klimawandels stellt die Akteure im Wassermanagement vor neue große Aufgaben und Herausforderungen. Künftig sind länderübergreifende, komplexe Konzepte zur Niedrigwasserbewirtschaftung erforderlich, mit neuen Planungen und Ansätzen zu Mindestwasserabflüssen im Rahmen der Bewirtschaftungsgrundsätze und unter Berücksichtigung der zahlreichen Nutzer in den Flussgebieten.

Eine kürzlich aktualisierte LMBV-Broschüre stellt nun das Aufgabenspektrum und Grundsätze der FZL auf acht Seiten kompakt vor.


Umfangreicher Wasserwirtschaftlicher Jahresbericht der LMBV für 2019 erarbeitet

2019 konnten insg. 63,6 Mio. m³ Wasser gehoben und 101 Mio. m³ zur Flutung und Nachsorge eingesetzt werden

Senftenberg/Leipzig. Unter Federführung der Flutungszentrale bei der LMBV in Zusammenarbeit mit der Abteilung Grundsätze Geotechnik/Wasserwirtschaft ist kürzlich im LMBV-Bereich Technik der Wasserwirtschaftliche Jahresbericht für das Jahr 2019 erarbeitet worden.

In den Lausitzer und Mitteldeutschen Braunkohlerevieren setzte sich m Jahr 2019 die Wiederherstellung eines sich weitgehend selbst regulierenden Wasserhaushaltes kontinuierlich fort.

Im Berichtszeitraum setzte sich die 2018 eingetretene außergewöhnliche Dürre fort. Überregional erhöhte sich das Niederschlagsdefizit in 2019 gegenüber den Normalwerten um rund 120 mm. Unter Berücksichtigung des Vorjahres wuchs das Gesamtniederschlagsdefizit auf rund 300 mm an. Diese anhaltende extreme Trockenheit stellte die wasserwirtschafte Sanierung der LMBV revierübergreifend vor besondere Herausforderungen. Die witterungsbedingt sehr angespannte Situation im Landschaftswasserhaushalt zeigte sich unter anderem sehr deutlich an den Abflussverhältnissen der Vorfluter. Der Jahresgang der Abflüsse ist in 2019 abgesehen von kurzzeitigen Peaks weitestgehend durch einen Verlauf auf Niedrigwasserniveau gekennzeichnet. Die geringen Abflüsse des Vorjahres wurden in 2019 noch einmal deutlich unterschritten. Die Schwarze Elster fiel beispielsweise unterhalb des Pegels Neuwiese erneut komplett trocken. Hochwässer blieben im Berichtszeitraum vollständig aus.

Mit dem Ziel der möglichst schonenden Nutzung der dezimierten Bewirtschaftungskontingente wurde im Juni 2019 erneut die sich bereits im Extremjahr 2018 bewährte Lausitzer „Ad-hoc AG Extremsituation“ einberufen. Durch den Beschluss umfangreicher zusätzlicher Maßnahmen konnten die Dargebote von Spree und Schwarze Elster auf niedrigem Niveau stabilisiert werden. Aufgrund der außergewöhnlichen Dürre blieb das Wasserdefizit sowohl in den Bergbaufolgeseen als auch im Grundwasser gegenüber dem Vorjahr revierübergreifend nahezu konstant. Ursächlich sind die hohen Verdunstungs- und Abstromverluste in den aufeinanderfolgenden „Trockenjahren“ 2018 und 2019.

Im Vergleich zum ursprünglichen Defizit von 7,0 Mrd. m³ beträgt das Restdefizit zum Jahresende weiterhin ca. 0,9 Mrd. m³. Dieses Restdefizit bezieht sich auf den vorbergbaulichen Zustand. Im Vergleich zum nachbergbaulichen Endzustand wird in der Lausitz ein bleibendes Defizit von 0,3 Mrd. m³ ausgewiesen. Der Grundwasserwiederanstieg ist in Bezug auf den nachbergbaulichen Endzustand zu 93 % abgeschlossen. Das Jahr 2019 war überdurchschnittlich warm, sehr sonnenscheinreich und insgesamt zu trocken. Nach 2018 und 2014 reiht es sich als das drittwärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen vor über 140 Jahren in die Folge überdurchschnittlich warmer Jahre ein (Quelle: DWD).

Auch in Mitteldeutschland, mit den Einzugsgebieten der Mulde, Pleiße, Selke, Weißen Elster und Saale, veränderte sich das Wasserdefizit im Berichtszeitraum nicht. Gegenüber dem ursprünglichen Defizit von 5,7 Mrd. m³ beläuft sich das Restdefizit unverändert auf 1,3 Mrd. m³. Im Mitteldeutschen Revier werden sich die Grundwasserverhältnisse im nachbergbaulichen Endzustand insgesamt nicht von denen des vorbergbaulichen Zustandes unterscheiden. Der Grundwasserwiederanstieg ist hier zu ca. 70 % abgeschlossen.

Im Jahr 2019 wurden 63,6 Mio. m³ Wasser gehoben. Der Anteil im Jahr 2019 beträgt in der Lausitz 56,0 Mio. m³ und wird zu 69 % durch eine optimierte Haltung der sanierungsbedingten Grenzwasserstände innerhalb der Restlochkette gebildet. Aufgrund von Umbaumaßnahmen am Brunnenriegel bei Burgneudorf fand dort in 2019 keine Wasserhebung statt. In Mitteldeutschland wurden 7,6 Mio. m³ gehoben, wobei allein das Halten des sanierungsbedingten Wasserstandes im Bereich Nachterstedt eine Wasserhebung von 5,7 Mio. m³ erforderte. In den fünf betriebseigenen Wasserbehandlungsanlagen der LMBV wurden 2019 rund 63 Mio. m³ bergbaulich geprägtes Wasser behandelt. Diese Menge entspricht annähernd der Vorjahresmenge.

Für die Flutung und Nachsorge konnte im Lausitzer Revier mit rund 78 Mio. m³ eine gegenüber dem Vorjahr rund 25 % höhere Menge genutzt werden. Die Wasserabgaben bestehen aus dem Abschlag sanierungsbedingter Wasserhaltungen an die Vorflut, aus Abgaben in Erfüllung von wasserrechtlichen Auflagen zur Mindestwasserstützung sowie aus den im Rahmen der Nachsorge aus den Bergbaufolgeseen wieder ausgeleiteten Wassermengen und erreichten in der Lausitz die Summe von 78 Mio. m³. Auf Grund der eingeschränkten Speicherlamelle des SB Niemtsch und der dürrebedingten geringen Wasserführung der Schwarzen Elster musste die Stützung der Rainitza aus der GWRA Rainitza auf bis zu 0,7 m³/s erhöht werden. Dafür wurden von den Grundwasserüberschüssen des Bernsteinsees 1,9 Mio. m³ über den Oberen Landgraben im Sedlitzer See zwischengespeichert. Insgesamt erfolgte eine Stützung der Rainitza als Vorfluter der Schwarzen Elster mit 13,1 Mio. m³, etwa 3,5 Mio.m³ mehr als in einem Normaljahr.

Mit rund 23 Mio. m³ blieb im Mitteldeutschen Revier die für Flutung und Nachsorge der Bergbaufolgeseen genutzte Menge rund 30 % hinter der Vorjahresmenge zurück. Dieser deutliche Rückgang ist nicht zuletzt auf die Ende 2018 eingestellte Wasserüberleitung aus den MIBRAG Tagebauen zurückzuführen. Für das mitteldeutsche Revier wurden zudem Abgaben 33 Mio. m³ getätigt. Bereits zu Zeiten des Gewinnungsbergbaus des Tagebaus Espenhain wurde Wasser in die Kleine Pleiße zur Aufrechterhaltung ihres Fließcharakters abgegeben. Zur Sicherung des im Planfeststellungsbeschluss verankerten Mindestabflusses in der Kleine Pleiße erfolgt dies auch heute noch. In den unmittelbaren Jahren nach dem Hochwasserereignis und der Füllung des Großen Goitzsche-Sees im Jahr 2002 waren die Abgaben durch die Ausleitungen aus diesem See geprägt. In den letzten Jahren, wie auch 2019, erfolgten die meisten Abgaben in das Einzugsgebiet der Pleiße. Maßgebend ist hier vor allem der Cospudener See aufgrund der Einleitung von Wasser der Weißen Elster in den vorgelagerten Zwenkauer See. Der Rückgang der Abgaben gegenüber dem Vorjahr ist auch hier auf geringere Ausleitungen aus den Bergbaufolgeseen zurückzuführen.

Die Wasserabgaben an die Vorflut entwickelten sich im Trockenjahr 2019 in allen Revieren der LMBV rückläufig und sind vorrangig auf die geringeren Ausleitungen aus den Bergbaufolgeseen zurückzuführen. In der Lausitz konnte den Vorflutern dennoch mit insgesamt 78 Mio. m³ die gleiche Menge zurückgegeben werden, wie für die Flutung und wasserwirtschaftliche Nachsorge entnommen wurde. Seit Beginn der Flutungen wurden rund 4,2 Mrd. m³ Wasser für die Flutung und Nachsorge der Bergbaufolgeseen genutzt. Der größere Anteil von rund 2,4 Mrd. m³ konnte für die Bergbaufolgeseen der Lausitz erschlossen werden, 1,7 Mrd. m³ gingen in die Mitteldeutschen Bergbaufolgeseen.

Der Anteil des im Jahr 2019 genutzten Wassers zur Flutung und Nachsorge summierte sich im Mitteldeutschen und Lausitzer Revier der LMBV auf insgesamt 101 Mio. m³. Dieser Wert liegt nur geringfügig über dem Wert des Vorjahres, jedoch deutlich unterhalb der Flutungsmenge des Jahres 2017, was auf die seit 2018 anhaltende Trockenheit zurückzuführen ist. Mit einer Jahressumme von 78,3 Mio. m³ für die Flutung und wasserwirtschaftliche Nachsorge im Lausitzer Revier konnte die Menge gegenüber dem Vorjahr um ein Viertel gesteigert werden. Dabei diente das Wasser zu 98 % der Nachsorge bereits fertiggefluteter Seen. Im Jahr 2019 konnten im Mitteldeutschen Revier insgesamt 22,6 Mio. m³ Wasser zur Flutung und Nachsorge der Bergbaufolgeseen genutzt werden.

Im Lausitzer Revier wurden zudem 63,1 Mio. m³ bergbaulich geprägtes Wasser in vier betriebseigenen Wasserbehandlungsanlagen (WBA) behandelt. Im Mitteldeutschen Revier wird eine WBA im Bereich Borna-West durch die LMBV betrieben. Hier treten als Folge des Grundwasserwiederanstieges bergbaulich beeinflusste, eisenhaltige Wässer zu Tage, die sich in Gräben sammeln und der WBA zum Eisen-Abreinigen zugeleitet werden. Das gereinigte Wasser wird in die Pleiße abgegeben.

Darüber hinaus wurden im Berichtszeitraum an zehn Bergbaufolgeseen der LMBV In-Lake-Behandlungen zur Sicherung der Wasserbeschaffenheit durchgeführt. Neben den Nachsorgebehandlungen an acht Lausitzer Bergbaufolgeseen erfolgten in Mitteldeutschland am Störmthaler sowie Hainer See nach der Beendigung der Fremdwasserzuführung erstmals technische Behandlungen mittels Gewässerbehandlungsschiff. Der Konditionierungsmitteleinsatz erhöhte sich in 2019 gegenüber dem Vorjahr insgesamt um acht Prozent.

Bei der überwiegenden Anzahl der Seen im Lausitzer Revier und auch bei einigen Seen in Mitteldeutschland müssen für die Zielerreichung der geplanten neutralen Seewasserbeschaffenheit Maßnahmen zur Wasserbeschaffenheitsverbesserung durchgeführt werden. Durch verschiedene technische Maßnahmen wird die Gewässerbeschaffenheit entsprechend den wasserwirtschaftlichen Anforderungen eingestellt.

Die sich in Flutung bzw. in der Nachsorge befindenden Bergbaufolgeseen Mitteldeutschlands - drei Gewässer wurden 2019 behandelt - zeigen inzwischen überwiegend neutrale Verhältnisse. Nur der Kahnsdorfer See und der Lappwaldsee sind derzeit noch stark sauer. Der Kahnsdorfer See wird als Sukzessionssee sich selbst überlassen. Langfristig werden hier neutrale pH-Verhältnisse prognostiziert. Für den Lappwaldsee geht man mit dem derzeit geplanten Flutungsregime von einer Anhebung des pH-Wertes (und Reduzierung der Sulfatkonzentration) aus.

Die extrem trockene Witterung des Jahres 2019 beeinflusste auch die Salzlaststeuerung im Bereich Kali-Spat-Erz deutlich. Im Vergleich zu den Vorjahren halbierte sich der Eintrag diffuser Haldenabwässern in die Vorflut. Gleichzeitig konnten aufgrund der ebenfalls geringeren Abflüsse in der Wipper unter Beachtung des Grenzwertes für Chlorid gegenüber den Vorjahren deutlich weniger Haldenlauge in die Vorflut abgeschlagen werden. Das Füllvolumen des Laugenstapelbeckens Wipperdorf stieg dadurch innerhalb des Berichtszeitraumes um mehr als 120.000 m³ an. Sofern eine dem Jahr 2019 entsprechende Niederschlags- und Abflusssituation im Jahr 2020 fortbesteht, ist im Laufe des Jahres 2020 mit dem Erreichen des maximalen Beckenfüllstandes zu rechnen.

Im Jahr 2019 wurde im LMBV-Verantwortungsbereich eine Gesamtchloridfracht im Vorfluter von 47.105 t/a durch die Haldensickerwässer der Haldenstandorte Sondershausen, Bleicherode, Sollstedt, Bischofferode sowie Volkenroda und Roßleben verursacht. Daraus ergibt sich eine Jahresgesamtchloridfracht für den Vorfluter Wipper von 44.963 t/a. Die Haldenabwässer des Haldenstandortes Roßleben (Chloridfracht 2.142 t/a) werden in den Vorfluter Unstrut geleitet und sind daher nicht für das Einzugsgebiet der Wipper relevant. Zurzeit werden die Haldenabwässer des Haldenstandortes Volkenroda in die Grube Volkenroda/Pöthen eingeleitet (Flutung).

Zukünftig werden die anfallenden Haldenabwässer über eine Laugenleitung dem Becken Wipperdorf zugeführt, so dass die Haldenabwässer schon heute in der Gesamtchloridfracht der Wipper mit bilanziert werden. Die erreichte Gesamtchloridfracht überschreitet dabei nicht die zulässige max. Jahresfracht von 165.000 t Chlorid pro Jahr am Pegel Hachelbich (Wipper). Im Vergleich zu den Vorjahren hat sich die Jahresfracht halbiert. Die Gesamtchloridfracht ergibt sich aus dem diffusen Austrag der jeweiligen Halden sowie dem Abstoß aus dem „Zentralen Laugenstapelbecken Wipperdorf“ und im Bedarfsfall aus dem Becken Sondershausen. Im Berichtszeitraum erfolgte aus dem Becken Sondershausen kein Haldenlaugenabstoß in den Vorfluter Wipper.

Die Maßnahmen zur Reduzierung der Eisenfracht im Einzugsgebiet der Spree wurden in 2019 fortgesetzt. Schwerpunkte der Arbeiten bildeten die Fortführung der Teilberäumung der Vorsperre Bühlow von Eisenhydroxidschlämmen, die Optimierung der containergestützten, modularen Wasserbehandlungsanlage am Standort Burgneudorf, die Inbetriebnahme der modularen Wasserbehandlungsanlage am Standort Neustadt/Spree sowie der Weiterbetrieb der bereits bestehenden Behandlungsanlagen. Durch den Betrieb der Konditionierungsanlage vor der Talsperre Spremberg konnte in 2019 rund 53 % der Eisenfracht der Spree in der Vorsperre zurückgehalten werden. Unterhalb der Talsperre Spremberg wurden die bisher niedrigsten Eisenfrachten in der siebenjährigen Messreihe seit dem Jahr 2012 nachgewiesen. In den übrigen Schwerpunktbereichen bewegten sich die Eisenkonzentrationen der Spree in 2019 überwiegend auf dem niedrigen Niveau des Vorjahres (jahresdurchschnittlich ≤ 1,0 mg/L).

Die witterungsbedingte Wasserknappheit forderte in 2019 einen noch ressourcenschonenderen Einsatz der Speicherkontingente zur Sulfatlaststeuerung in der Spree. Vor diesem Hintergrund bewegte sich die Sulfatkonzentration ganzjährig auf dem Niveau des Immissionsrichtwertes, welcher im Juni auf 500 mg/L angehoben wurden. Mit 418 mg/L im Jahresmittel lag die Sulfatkonzentration lediglich 5 mg/L über dem Mittelwert des Vorjahres. Das Kontingent der Niedrigwasseraufhöhung der Spree aus sächsischen Talsperren in Höhe von 20 Mio. m³ wurde in 2019 vollständig aufgebraucht.

Fluten und Nachsorgen - Beispielfotos


Bau modularen „Eisenfängers“ am Spree-Altarm nahe der Ruhlmühle kommt gut voran

Ziel: Bis Oktober 2020 soll Anlage zum Eisenreduzieren in den Probebetrieb gehen

Senftenberg/Neustadt an der Spree. Im Rahmen der Bergbausanierung entsteht derzeit im Ortsteil Döschko nahe der Ruhlmühle eine weitere modulare Wasserbehandlungsanlage i.A. der LMBV.

Die Firmen TWB und UMTEC errichten in Sachsen seit November 2019 am Altarm der Spree eine weiterentwickelte Anlage zum Eisenreduzieren. Ziel aller Beteiligten der ARGE MWBA Ruhlmühle ist es, bis Oktober 2020 die Anlage in den Probebetrieb zu nehmen.

Dafür arbeiten die beauftragten Ingenieur- und Baufirmen LUG, GIP, UMTEC und TWB kontinuierlich an der Umsetzung des LMBV-Vorhabens. Die Aufstellflächen für die EHS-Container der Zentrifuge wurden bereits hergestellt. Zur Wasserentnahme aus dem Altarm wurde bereits eine Sohlschwelle in den Flusslauf gebaut und der Altarm dafür temporär in einem Rohr umgeleitet. Künftig wird mit Pumpen das eisenbelastete Vorflutwasser in die MWBA gehoben. Es kommt zunächst in das Reaktionsbecken, dessen künftige Konturen sich durch die Spundwände bereits erahnen lassen.

Impressionen vom Bau der MWBA Ruhlmühle im OT Döschko


Neu erarbeitete Rekultivierungsbroschüre der Bergbausanierer online

Ein Blaukehlchen in der Folgelandschaft

Senftenberg. "Landschaft entsteht und wandelt sich durch menschliches Handeln und das Wirken der Naturkräfte. Ressourcenabbau verändert eine Landschaft und ihre Ausstattung stetig. Während auf der Gewinnungsseite Vorhandenes zerstört wird, entsteht im ausgebeuteten Bereich Neues."
Die Entstehung vom Neuem in den Bergbaufolgelandschaften und die Widernutzbarmachung der vom Braunkohlenbergbau beanspruchten Flächen wird in der neuen LMBV-Fachbroschüre Den Boden für die Zukunft bereiten. Rekultivierung von Bergbaufolgelandschaften erläutert.
Auf 44 Seiten wird dabei ein konzentrierter Einblick in die wichtigsten Arbeitsfelder gegeben. Die Themen Boden, landwirtschaftliche sowie forstliche Rekultivierung, Fischerei und Wegebau stehen dabei im Fokus. Rechtliche Grundlagen werden, wie Fragen der Renaturierung, ebenfalls beleuchtet. Großformatige Fotos aus dem Lausitzer und Mitteldeutschen Revier sowie dem Bereich Kali-Spat-Erz verdeutlichen, neben zahlreichen Grafiken, die Erläuterungen. In enger Kooperation zwischen der Abteilung Umweltschutz/Rekultivierung und der Unternehmenskommunikation der LMBV ist diese Zusammenfassung erarbeitet worden. LMBV-Fachreferent Jörg Schlenstedt übernahm die fachliche Betreuung.
Für den internationalen Know-How-Austausch wurde die Broschüre zudem ins Englische, Chinesische, Polnische, Russische und Spanische übersetzt. Die deutsche und die englische Ausgabe stehen ab sofort unter "Mediathek – Publikationen" als PDF-Version zur Verfügung. Die Druckversion liegt ab Mitte April vor und kann gegen Zusendung eines adressierten und ausreichend frankierten Rückumschlages an die LMBV-Unternehmenskommunikation bestellt werden.

Impressionen der Bergbaufolgelandschaften - Fotos: L. Piltz für LMBV

Publikationen


Vorsorge zum Eindämmen der Pandemie — Krisenstab bewertet jeweils aktuell die Lage

Senftenberg/Leipzig/Sondershausen. Im Zusammenhang mit der aktuellen Entwicklung der Corona-Virus-Infektionskrankheit (COVID-19) hat die LMBV einen Pandemieplan für das Unternehmen in Kraft gesetzt und einen Krisenstab berufen. Dieser hat bis zum 27. März bereits 13 mal getagt und unternehmensseitige Klärungen zum jeweilige Fortschreiben dieses Pandemieplanes herbeigeführt.

Der Pandemieplan der LMBV beinhaltet allgemeine Verhaltensregeln für die Mitarbeiter und betriebsablauforganisatorische Maßnahmen zum Schutz vor der Erkrankung, zur Gewährleistung der Sicherheit im Verantwortungsbereich der LMBV sowie zur Aufrechterhaltung des Betriebsablaufes insbesondere in Anlagen mit Sicherheits- bzw. Umweltrelevanz. Die zuständigen Behörden der Länder wurden von den ergriffenen Maßnahmen der LMBV unterrichtet.

Um eine Verbreitung des Virus einzudämmen, wurden und werden nicht dringliche Arbeitsberatungen und Außenkontakte mit einer hohen Teilnehmerzahl auf das dringend Notwendige beschränkt bzw. vermieden. An Auftragnehmer und Partner: Bitte vermeiden Sie deshalb unnötige Besuche bei der LMBV.

Für den Fall von Eigenbetroffenheit oder Kontakten mit Betroffenen wurden Verhaltensvorgaben für die Mitarbeiter und innerbetriebliche Maßnahmen festgelegt. Die Maßnahmen der LMBV richten sich nach den gesetzlichen Vorgaben und den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts. Zum Schutz der Mitarbeiter bei gleichzeitiger Sicherung der betrieblichen Abläufe wurden umfassende Maßnahmen zur Flexibilisierung der Arbeitszeiten im Unternehmen bereits umgesetzt und auch das mobile Arbeiten zu Hause geregelt.

Derzeit laufen alle wesentlichen Sanierungsbaustellen der LMBV zusammen mit den Auftragnehmern unter Beachtung der Verhaltensregeln intensiv weiter.

(Stand: 16.03.2020, ergänzt am 27.03.2020)


Bagger-Pontons vom Senftenberger See runter – Sanierungs-Zwischenziel erreicht

Bergbausanierer haben trotz teilweise widriger Bedingungen gute Arbeit geleistet – Schrittweiser Rückbau der Sperrschilder geplant

Senftenberg. Die LMBV kann den erfolgreichen Abschluss der zweiten
Sanierungsphase der Sofortmaßnahme auf dem Senftenberger See vermelden:
Die Bagger-Pontons und Schuten vom Senftenberger See werden jetzt nach
Erreichen des Sanierungs-Zwischenziels Stück für Stück an Land gebracht.

Derzeit laufen noch Lotungs- und Vermessungsarbeiten zur
Dokumentation der erfolgten Baggerarbeiten. Die Bergbausanierer der
beauftragten Fa. ETK haben trotz teilweise widriger Bedingungen in den
zurückliegenden Wintermonaten gute Arbeit auf dem Bergbaufolgesee
geleistet, so die vorläufige Einschätzung von
LMBV-Sanierungsbereichsleiter Gerd Richter.

Aus heutiger Sicht kann die zuständige Behörde, das LBGR, die
Sperrmaßnahmen auf dem See zum 31. März 2020 auf das notwendige Maß
reduzieren. Es ist daher von der LMBV geplant, ab 1. April 2020
schrittweise die Sperrschilder, beginnend am Anleger Großkoschen in
Uhrzeigerrichtung bis zum Überleiter 12, voraussichtlich bis zum 3.
April 2020 zurückzubauen zu lassen.

Archiv-Bilder


Spreestraße für Filterbrunnen-Nachverwahrung temporär gesperrt

Senftenberg/Boxberg. Die Alt-Filterbrunnen im Randbereich des Tagebaus Nochten, die sich in LMBV-Verantwortung befinden, werden weiter gesichert. Nachdem 2018 auf dem ersten Bauabschnitt der auch als Spreestraße bekannten Kreisstraße K 8481 Brunnen verwahrt wurden, erfolgen nun weitere Verwahrarbeiten. Dazu sind auf dem gut 6 km langen Abschnitt Bohrarbeiten auf der Fahrbahn notwendig.

Für diese Arbeiten ist vom 30. März 2020 bis einschließlich 29. Mai 2020 eine Vollsperrung der K 8481 zwischen dem Abzweig Grubenwasserreinigungsanlage (GWRA) Tzschelln und der S 130 erforderlich. Die Sperrung erfolgt dabei in zwei Etappen. In der ersten Etappe ist die K 8481 zwischen dem Abzweig Ruhlmühle und der S 130 bis Mitte April betroffen. Danach erfolgt die Sperrung innerhalb der 2.Etappe vom Abzweig Ruhlmühle bis zur GWRA Tzschelln.

Die Zufahrt zur Ruhlmühle ist während der Sperrung über die B 156/K 8481 (1. Etappe) oder über die S 130/K 8481 (2. Etappe) gewährleistet.

Die LMBV und ihre Auftragnehmer sind bemüht, die Beeinträchtigungen durch die Vollsperrung möglichst gering zu halten.

Der gesperrte Streckenabschnitt liegt zwischen der S 130 und der GWRA Tzschelln.