Unternehmenspräsentation zur EinheitsExpo in Potsdam bis 4. Oktober 2020

Großes Interesse von Politikern und Bürgern an LMBV-Schaufenster in Landeshauptstadt

Senftenberg/Potsdam. Die EinheitsExpo zum 30.
Jahrestag der Deutschen Einheit öffnete am 5. September 2020 in Potsdam
offiziell. Die Lausitzer und Mitteldeutsche
Bergbauverwaltungsgesellschaft mbH stellt dabei im Rahmen der
Landespräsentation Brandenburg am Alten Markt in Potsdam den Wandel des
Lausitzer Braunkohlenreviers zum Lausitzer Seenland dar.

Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke und Staatsministerin Kathrin
Schneider ließen sich es am Sonnabend zum Rundgang nicht nehmen, den
Kaufmännischen Geschäftsführer der LMBV, Dr. Hans-Dieter Meyer, vor dem
LMBV-Ausstellungs-Cube zu begrüßen.

Gezeigt wird auf großformatigen Orthofotografien das Lausitzer
Seenland im Jahr 2006 sowie auf der Rückseite im Jahr 2019.
Erstaunliches lässt sich da ablesen: Der Tagebau Meuro bei Großräschen
beispielsweise ist 2006 noch eine graue Kippenlandschaft, dreizehn Jahre
später füllt eine blaue Wasserfläche mit einem Steg am Ufer und einem
Hafenbecken die Fläche – der heutige Großräschener See.

Auch eine großformatige Abbildung des „liegenden Eiffelturms“, der
stillgelegten Förderbrücke F60 am Bergheider See, ist zu sehen. Außerdem
verweist das Unternehmen in seinem Cube auf die Nutzung der
entstandenen Gewässer: Liegestühle und Sonnensegel folgen nach den
Sanierungsmaßnahmen. So lässt sich der Landschaftswandel auch plastisch
darstellen. Über einen QR-Code können Besucher das Unternehmen auch
„online“ weiterverfolgen, der Link zur Homepage verweist ebenso wie das
Sonderlogo auf das 25-jährige Bestehen des Unternehmens in diesem Jahr.

Die begehbare Stadtkulisse in Potsdam, die noch bis zum 4.Oktober
unter dem Motto "Kommen- gucken - staunen" steht, umfasst zahlreiche so
genannte City-Cubes, Ausstellungscontainer, und ist so an die aktuelle
Corona-Pandemie angepasst. Digitalstelen vermitteln den Besuchern
Informationen und Höhepunkte aus 30 Jahren deutscher Geschichte. Ein
Wegeleitsystem, das zwischen Freundschaftsinsel, Bassinplatz,
Hegelallee, Luisenplatz und Lustgarten führt, hilft bei der Orientierung
in der Stadt.


Workshop zur Eisenbelastung der Pleiße vermittelt Bearbeitungsstand des Gesamtprojekts

Vertreter von Kommunen, Behörden und Bürgerinitiative sowie Sanierungsträger im fachlichen Diskurs

Leipzig/Neukieritzsch. Am 27. August 2020 informierten Vertreter des Regionalen Planungsverbandes Leipzig-Westsachsen, der Landestalsperrenverwaltung sowie der LMBV in einer gemeinsamen Folgeveranstaltung die Workshop-Teilnehmer über den aktuellen Untersuchungsstand und die neuen Erkenntnisse zur Gewässergüteverbesserung der Pleiße. Es handelt sich dabei um den 5.
Workshop seit 2017. Um den hygienischen Anforderungen unter Beachtung der Teilnehmerzahl gerecht zu werden, fand die Beratung im Bürgerbegegnungszentrum der Gemeinde Neukieritzsch statt.

Zunächst gab Prof. Dr. Andreas Berkner vom Regionalen Planungsverband als Einladender und Moderator eine kurze Einführung mit Standortbestimmung zum erreichten Sachstand. Im Anschluss erläuterten LMBV-Mitarbeiter Rolf Schlotmann und Benno Janisch den aktuellen Untersuchungs- und Bearbeitungsstand zu möglichen Lösungsansätzen aufbauend auf den Erkenntnissen aus dem letzten Workshop im August 2019. Bei der zurzeit in Erstellung befindlichen Machbarkeitsstudie zur Maßnahme der In-situ-Sulfatreduktion wird untersucht, ob der Lösungsansatz der mikrobiell induzierten Eisenretention geeignet ist, um das exfiltrierende Eisen der Kippe Witznitz zu fixieren und somit den Eintrag in die Pleiße dauerhaft zu reduzieren.

Des Weiteren berichtete die LMBV zur abgeschlossenen Vorplanung der Teileinleitung Wyhra in den Hainer See. Im Ergebnis der Vorplanung wurde die ermittelte Vorzugsvariante als Maßnahme zur „Nutzung von Wasser der Wyhra zur Beschaffenheitssteuerung Hainer See“ bei der Landesdirektion Sachsen als zuständige Genehmigungsbehörde angezeigt, welche im Ergebnis einer allgemeinen Vorprüfung des Einzelfalls eine Pflicht zur Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung feststellte. Die weitere Bearbeitung und Planfortschreibung ist in Abstimmung mit der Landesdirektion Sachsen sowie der Landestalsperrenverwaltung vorgesehen. Es wurde vereinbart, in der vorgesehenen, behördlich geforderten Langzeitbewirtschaftungssimulation u. a. eine Kompletteinleitung der Wyhra in den Hainer See bis zu einer noch  festzulegenden Durchflussobergrenze zu untersuchen.

Die Maßnahme zur Verlegung der Pleiße außerhalb des Kippenbereichs als Ort des Haupteiseneintrages und die Durchleitung der Pleiße durch die Witznitzer Seen wurde unter Verweis auf den in Erstellung befindlichen Vorhabens- und Sanierungsplan für die Oberflächenwasserkörper Pleiße-4a und Pleiße-4b (Bereich von Regis-Breitingen bis Leipzig) unter Leitung des sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) eingestellt.

Einen weiteren Tagesordnungspunkt stellte der voranschreitende Strukturwandel und der daraus resultierende Einfluss auf die Wasserhaushaltsgrößen mit ihrer zeitlichen Einordnung im Betrachtungsraum dar. Hierzu gab Prof. Dr. Andreas Berkner eine kurze Ausführung mit Ausblick auf zukünftig zu erwartende Veränderungen durch den politisch beschlossenen Kohleausstieg mit ihren Auswirkungen auf das Mitteldeutsche Braunkohlerevier.

Die Workshop-Teilnehmer verständigten sich darauf, das nächste Treffen in Abhängigkeit des Fortschritts der laufenden Untersuchungen durchzuführen. Zwischenzeitlich soll der Teilnehmerkreis in geeigneter Form über den  Bearbeitungsstand informiert werden.

In Fortführung der transparenten Informationspolitik werden die neuen Erkenntnisse im Gesamtprojekt, d. h. abgeschlossene Untersuchungen bzw. Berichte, wie gewohnt auf folgenden Internetseite dargestellt:  https://www.lmbv.de/index.php/loesungen-fuer-die-pleisse.html.

Anwesend waren die Bürgermeister der Gemeinde Neukieritzsch und der Städte Böhlen und Rötha sowie Vertreter der Städte Borna und Markkleeberg. Des Weiteren gehörten zum Teilnehmerkreis Vertreter der Bürgerinitiative Kahnsdorfer See, des Landratsamtes Landkreis Leipzig, des Zweckverbands Planung und Erschließung Witznitzer Seen, des Regionalen Planungsverbands Leipzig-Westsachsen, der Blauwasser GmbH, der Blauland GmbH und des Sanierungsträgers LMBV.


Aufsichtsrat des Unternehmens tagte diesmal im Südraum von Leipzig

95. Aufsichtsratssitzung im 25. Jubiläumsjahr des Bergbausanierers

Befahrungsgruppe am Hafen Zwenkau

Leipzig | Großpösna. Am 19. August 2020 trat der Aufsichtsrat der LMBV
zu seiner 95. Sitzung in Großpösna unter Beachtung der noch geltenden
Corona-Hygienevorschriften zusammen. Die Beratung stand unter Leitung
von Ministerialrat a.D. Dr. Ulrich Teichmann, der den Vorsitz innehat.

Der Veranstaltung vorgelagert war eine Informationstour durch den
Südraum von Leipzig. Die LMBV-Geschäftsführung und beauftragte
LMBV-Mitarbeiter informierten die Räte über laufende und künftige
Sanierungsvorhaben im Bereich Mitteldeutschland, darunter an der
Baustelle für den in Planung befindlichen Harthkanal zwischen Zwenkauer
See und Cospudener See.

Der LMBV-Aufsichtsrat besichtigte auch die benachbarte
BAB-72-Baustelle in Begleitung des sächsischen LASUV bei Rötha, die
teilweise über Kippenflächen des vormaligen Tagebaus Espenhain führt.
Hier errichtet eine ARGE den Abschnitt 5.1 von der B 95 / B 176 bei
Borna bis zur B 95 bei Rötha über eine Länge von 9,5 km. Die Planungen
für diesen Abschnitt liefen seit November 2004. Die 2020 noch bestehende
7,2 km lange Endlücke - beginnend an der Anschlussstelle Espenhain Nord
- ist bis voraussichtlich 2026 im Bau. Alle Fotos: Christian Bedeschinski für LMBV

LMBV-Informationen zum Harthkanal-Vorhaben am Zwenkauer See
Impressionen von der Tour der Räte


„Farbe statt Festakt“ – 25jähriges Jubiläum der LMBV steht im September an

Doch alle Feierlichkeiten und Events wurden Corona-bedingt abgesagt. Dafür heißt es nun „Gute Taten statt Feiern“

"Farbe statt Festakt" - Neuer Lok-Anstrich

Senftenberg. Der Bergbausanierer LMBV begeht in den kommenden Wochen
seinen 25. Geburtstag. Doch alle Feierlichkeiten und Events wurden
Corona-bedingt abgesagt. Dafür heißt es nun „Gute Taten statt Feiern“.

Dazu wurde beispielsweise das Erneuern des verblassenden
Farbanstriches einer ehemaligen LMBV-Grubenlok – ein Erinnerungsrelikt,
welches heute der Stadt Senftenberg gehört – unmittelbar an der B 96 am
Ortausgang der OSL-Kreisstadt unter dem Motto „Farbe statt Festakt“
veranlasst. Ursprünglich war im September 2020 in Berlin ein Festakt der
LMBV mit Bundesvertretern und den Ministerpräsidenten der ostdeutschen
Braunkohleländer geplant, der jedoch in der geplanten Form angesichts
der Coronapandemie nicht mehr so durchführbar war.

Zu den Aktivitäten rund um das 25jährige Jubiläum der LMBV gehören
das Erstellen einer Übersichts-Chronik, die einige wesentliche
Meilensteine der Bergbausanierung festhält, ebenso wie das Entwickeln
von 25 Lentikularkarten zu 25 ausgewählten Bergbaufolgeseen bzw.
Sanierungs- und Verwahrprojekten. Diese „Wackelkarten“-Motive machen den
vollzogenen Landschaftswandel in den Revieren auf eigene Art erlebbar.
Im Rahmen der Landesausstellung Brandenburg in Potsdam zum Tag der
Deutschen Einheit unter dem Leitmotto „Auf zu neuen Ufern“ wird auch ein
LMBV-Container mit großformatigen Orthofotos und Bildern vom
Strukturwandel in der Lausitz ab 5. September 2020 zu sehen sein.

Wer sich selbst einen Eindruck von den vielen Umbrüchen in den
ehemaligen Tagebaulandschaften machen will, dem sei auch die LMBV-Reihe
„Wandlungen und Perspektiven „an Herz“ gelegt. Hier sind bereits zweimal
25 Broschüren in den zurückliegenden Jahren erstellt worden, die fast
alle Tagebaugebiete in der Lausitz und in Mitteldeutschland
in Verantwortung der LMBV historisch aufgearbeitet und mit ihren
Entwicklungen darstellen. Die Septemberausgabe der Unternehmenszeitung „konkret
wird im „Format 5x5“ insbesondere Mitarbeiter zu Wort kommen lassen,
die bereits fünf, zehn, fünfzehn, zwanzig oder fünfundzwanzig für die
Firma aktiv sind.


Erfolgreich umgesetzte LMBV-Projekte


Einphasenschlitzwand entsteht am Zwenkauer See ab September 2020

Auftrag für den Bau der 165 Meter langen Schlitzwand wurde vergeben

Leipzig. Wie der zuständige LMBV-Abteilungsleiter Thomas Rösler
bestätigte, wurde vom Bergbausanierer der Auftrag für das Errichten
einer Schlitzwand unterhalb des künftigen Hochwasserschutztors am
Zwenkauer See vergeben. Die Einphasenschlitzwand mit einer Länge von
165,0 m und einer Tiefe von 40,0 Meter soll ab September 2020 errichtet
werden.  

Die Herstellung des künftigen Hochwasserspeichers Zwenkauer See
erfolgt auf Grundlage des Planfeststellungsbeschlusses für das Vorhaben
„Herstellung des Hochwasserspeicherraums Zwenkau und der Anlagen zur Zu-
und Ableitung“ vom 15.12.2008. Aktuell laufen die Planungen für den
künftigen Harthkanal weiter.

Der Zwenkauer See wird dazu wie Staubauwerk betrachtet und die
Gegebenheiten eines vormaligen Tagebaurestlochs mit den Anforderungen
eines Hochwasserspeichers zusammengeführt. Auf Grundlage einer
Vereinbarung zwischen der LTV und der LMBV erfolgt dazu eine enge
fachliche Mitwirkung der LTV beim Bergbausanierungsprojekt Harthkanal.
Derzeit wird intensiv an den dazu erforderlichen Planungsunterlagen in
enger Abstimmung mit den Behörden gearbeitet. (Archivfoto v. P. Radke für LMBV | 2019)


Geplante Kellerverfüllung in der Rositzer Talstraße 7 und 9 in der Ausschreibung

Sanierung einer Altlast in Rositz kommt voran: Verseuchtes Wasser drückt dort in die Keller von Schelditzer Häusern. 2019 startete das Sanierungsvorhaben in Thüringen

Der Rückbau komt voran

Leipzig | Rositz. Bei der Altlast im Altenburger Land
geht es vor allem um die Folgen von schadstoffbelastetem Wasser. Die
Schadstoffe waren einst auf dem Areal einer Teerfabrik in den Untergrund
gelangt.

Seit Braunkohletagebaue im Süden Leipzigs von der LMBV stillgelegt
wurden und deswegen auch der Grundwasserspiegel wieder ansteigt, spült
es diese Rückstände teilweise auch in Wohnhäuser im Ortsteil Schelditz.
Der Grenzwert des giftigen und krebserregenden Benzols wurde um ein
Vielfaches überschritten. Experten des TMUEN sprechen daher von einem
der kompliziertesten Altlastenfälle Thüringens. Der LMBV wurde die
Projektträgerschaft für die Sanierung übertragen.

Bei der Sanierung sollen nun neun Gebäude - inklusive eines ganzen Wohnblocks aus DDR-Zeiten - abgerissen und bei zwei Häusern die Keller verfüllt werden.
Außerdem soll mit Hilfe von Drainagen verunreinigtes Wasser großflächig
aufgefangen und in einer Anlage gereinigt werden. Auch soll den Plänen
nach eine Straße angehoben und ein Bach abschnittsweise verlegt werden.
Die Kosten dafür tragen Bund und Land.

Der Abriss der Gebäude laufe bereits, sagte er. Bis
Ende des Jahres soll auch der Wohnblock dem Boden gleich gemacht werden.
Für die Arbeiten in der Fläche seien aufwendigere planungsrechtliche
Verfahren nötig, die erst in den nächsten Jahren realisiert werden
könnten. So sei für die Anhebung der Talstraße erst 2023 mit einem
Planfeststellungsbeschluss zu rechnen.

Das gemeinsame Altlasten-Sanierungsprojekt von TMUEN, LEG TH und LMBV
in Rositz "wird in seiner Realisierung teurer als zunächst geplant" –
und auch erst später fertig. Waren alle Beteiligten zum Start im Herbst
2019 noch von etwa 13 Millionen Euro Kosten ausgegangen, wird inzwischen mit 14,7 Millionen Euro kalkuliert, wie das Umweltministerium im Juli 2020 auf Medienanfragen erklärte.

Es könnten sich zudem noch weitere zusätzliche Planungskosten und
eine damit verbundene Verschiebung der Projektlaufzeit ergeben, hieß es
aus dem TMUEN. Auf die Mehrkosten finde der bisherige Verteilschlüssel
Anwendung - neue Verhandlungen seien nicht nötig, so
Ministeriumssprecher Tom Wetzling. Die Arbeiten in Projektträgerschaft der LMBV sollen nun möglichst bis 2026 abgeschlossen sein.

Fotos von C. Bedeschinski für LMBV /Text mit Antworten des TMUEN v. 20.07.2020

Rückbau im Rositzer OT Schelditz läuft


Aktuelle Luftbildaufnahmen von der Bergbausanierung aus dem Jahr 2020

Faszinierende Blicke auf die LMBV-Bergbaufolge-Landschaften im Osten Deutschlands

RDV-Bagger am RL Greifenhain - Kippenböschungsverdichten am Atdöberner See

Senftenberg/Leipzig/Sonderhausen. Im Auftrag der LMBV war in den Sommermonaten der Fotografenmeister Peter Radke erneut im Hubschrauber unterwegs, um Sanierungs- und Verwahrungsprojekte der Bergbausanierung in den Revieren abzulichten.

Dabei überflog der Fotograf u.a. die Pinge bei Altenberg, die Halden im Mansfelder Land wie auch die Rütteldruckverdichter am Gräbendorfer See oder den Seilbagger am Klinger See. Eindrucksvoll sind auch Bilder von den verschiedenen Bergbaufolgeseen, wobei einige bereits weit entwickelt und andere noch in der Sanierungs- und Flutungsphase sind. Ob es der Große Goitzschesee bei Bitterfeld, der Bischdorfer See bei Lübbenau, der künftige Ilsestrand am Großräschener See oder der Biedermeierstrand am Hayner Ufer und die Sportbucht am  Schladitzer See nördlich von Leipzig ist - sie alle sind Hingucker, Bergbaufolgeseen made by LMBV.

PS: Die berühmte Altenberger Pinge ist ein beeindruckendes Zeugnis der Bergbaugeschichte in Europa. Verursacht durch den Zusammenbruch von unterirdischen Grubenbauen entstand ein Einsturztrichter von beachtlichen Ausmaßen - etwa 400 Meter Durchmesser und 130 Meter Tiefe. 1545 und 1578 stürzten Teile des Grubenbaus ein, was zu mehreren Tagebrüchen führte. Trotzdem wurde der unkontrollierte Erzabbau bis zum großen Pingenbruch am 24. Januar 1620 fortgesetzt. Nach diesem Bruch schlossen sich die betroffenen Gruben zur »Zwitterstocks-Gewerkschaft« zusammen und bauten fortan die Bruchmassen ab. Erst nach 1990 endete der Zinnbergbau in Altenberg und fiel in die Verantwortung der GVV, heute LMBV.

Wohnbebauung an der Goitzsche
Verichtung der Inselufer im künftigen Cottbuser Ostsee
Windräder nahe des Bischdorfer Sees

LMBV-Luftbilder 2020 v. P. Radke


Region: Vortragsreihe und Buchbände zum mitteldeutschen Landschaftswandel

Auftaktveranstaltung unter dem Titel "Gewässer sind Landschaft"

Leipzig. In diesem Jahr der Industriekultur in Sachsen läuft zwischen Juli und November die Vortragsreihe „Wasserwege und Industriekultur“ im Alten Verladebahnhof im Leipziger Stadtteil Plagwitz. Das dortige Vereinshaus des Wasser-Stadt-Leipzig e. V. bot den gemeinsam mit dem Industriekultur Leipzig e. V. organisierten Veranstaltungen das passende Ambiente. Ursprünglich war die Vortragsreihe unter dem Titel „Gewässer sind …“ zur Leipziger World Canals Conference 2020 konzipiert worden und die Auftaktveranstaltung sollte in das Lesefest „Leipzig liest“ während der Buchmesse im März eingebunden werden. Durch die Pandemie verschob sich der Veranstaltungsbeginn auf den Sommer.

Trotz geänderter Rahmenbedingungen war der erste Vortrag „Gewässer sind Landschaft“ bestens besucht: Der Geologe und Autor Dr. habil. Frank W. Junge präsentierte zusammen mit dem Sax-Verlag die gesamte Buchreihe „Landschaftswandel“ im Mitteldeutschen Seenland, in dem auf 736 Seiten zahlreiche Abbildungen, Fotografien, Karten und Schnitte vereinigt worden sind. Birgit Röhling, Verlagsinhaberin, erinnerte eingangs an den Geologen Prof. Dr. Lothar Eißmann, der das Buchprojekt konzipiert hatte und im Juli 2019 noch vor dem Erscheinen der Sonderausgabe verstorben war. Beide Geologen hätten eine „große Idee miteinander umgesetzt“ und in den Büchern zum Süden, Norden und Westen des mitteldeutschen Seenlandes ein einzigartiges Fotoarchiv geschaffen. Walter Christian Steinbach vom DokMitt e. V. gehörte zu den Grußwortrednern und würdigte die Buchtrilogie samt Vorgängerband als „Bibel fürs Neuseenland“. Das Kompendium von Lothar Eißmann/Frank W. Junge vereint im Schuber „Das Mitteldeutsche Seenland“ und „Die Erde hat Gedächtnis“. Es ist erhältlich unter der ISBN 978-86729-242-9. 

Weitere Vorträge sollen folgen, u. a. „Vom Kanupark bis VINETA – Der Gewässerverbund zwischen Störmthaler und Markleeberger See als verbindendes Element im Tagestourismus“ aus Sicht von Peter Krümmel, Bergbau-Technik-Park e. V., sowie „Landschafts- und Strukturwandel – vom aktiven Braunkohlenbergbau zum Leipziger Neuseenland“ von Prof. Andreas Berkner, Regionaler Planungsverband Leipzig-Westsachsen.

Impressionen von der Veranstaltung


Präsident der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe zu Gast

Erfahrungsaustausch zwischen LMBV und BGR-Experten

Senftenberg/Hannover. Der Präsident der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), Prof. Dr. Ralph Watzel war am 13. Juli 2020 mit Mitarbeitern, darunter dem Abteilungsleiter Prof. Dr. Thomas Himmelsbach sowie PD Dr. habil. Christoph Neukum sowie Stabsmitarbeiterin Claudia Blume zu einem Arbeitsbesuch in der Lausitz beim Bergbausanierer LMBV. Sie wurden von Dr. Peer Hoth vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) begleitet.

Die Wissenschaftler wurden herzlich vom Sprecher der Geschäftsführung der LMBV, Bernd Sablotny, am Sitz des Unternehmens in Senftenberg begrüßt. Im Rahmen von Fachgesprächen, an denen der Bereichsleiter Technik, Eckhard Scholz sowie der Sanierungsbereichsleiter Lausitz, Gerd Richter, teilnahmen, wurden beiderseits interessierende Fragen besprochen und bei einer anschließenden Befahrung von Lausitzer Sanierungsbaustellen und Bergbaufolgeseen vertieft. So informierten sich die Experten u.a. am Ableiter vom Sedlitzer See, am Gewässerbehandlungsschiff „Klara sowie und am Großräschener See über Sanierungsstrategien der Bergbausanierer.

Impressionen vom Arbeitsbesuch der BGR-Vertreter in der Lausitz


MDR-Doku über Ferropolis auf der Halbinsel Golpa-Nord am 14. Juli im TV

MDR-Reihe "Der Osten - Entdecke wo Du lebst" stellt Veranstaltungsarena und seine Geschichte vor

Ferropolis| Gräfenhainichen. Angesicht der Corona-Beschränkungen muss
sich die Veranstaltungsarena Ferropolis auf der Halbinsel Golpa-Nord
wieder neu erfinden. Die MDR-Reihe "Der Osten - Entdecke wo Du lebst"
stellt regelmäßig solch interessante Orte vor, erzählt ungewöhnliche
Geschichten vom Leben in Mitteldeutschland und nimmt die Zuschauer mit
auf Entdeckungsreise durch ihre Heimat. Am 14. Juli 2020 wird um 21.00
Uhr der 45minütige Film von Petra Bertram zu „Ferropolis - Die Stadt aus
Eisen“ gesendet. Die Dimension der Technik und der Maschinen sowie der
umgebende ehemalige LMBV-Bergbaufolgesee beeindrucken noch immer.

Vor 25 Jahren wurde die "Stadt aus Eisen" mit Unterstützung der
Treuhand und auch der LMBV bzw. MBV gegründet, mitten im Bitterfelder
Braunkohlerevier auf dem Gelände des ehemaligen LMBV-Tagebaus
Golpa-Nord. Ein Veranstaltungsort sollte Ferropolis werden, der
Besucher, Geld und Zukunft in die Region lockt, aber auch die
Lebensgeschichten der Bergarbeiter und Bergarbeiterinnen bewahrt. ihn.
Ein bisschen fühlte sich an wie in einem romantischen Gemälde, "wo Ruine
und Natur und Landschaft eine besondere Kraft entfalten", so
Geschäftsführer Thies Schröder im Film. Ferropolis sei nach dem Ende der
DDR und dem Tagebau-Aus gewissermaßen aus der Krise entstanden,
erinnert Schröder. Er kämpft nun mit seinem Team dafür, dass die "Stadt
aus Eisen" auch die Pandemie überdauert; nicht nur als Kulisse für
Konzerte, sondern als Monument einer Ära.

Was kann Ferropolis den Bergleuten in anderen Braunkohle-Regionen,
denen mit dem beschlossenen Kohleausstieg das gleiche Schicksal
bevorsteht, weitergeben? Das zeigt die 45minütige Reportage von Petra
Bertram. Normalerweise finden in Ferropolis bei Gräfenhainichen im
Sommer Großkonzerte wie das Melt!-Festival mit bis zu 30.000 Besuchern
statt. Die fielen im Jahr 2020 bisher wegen der Pandemie aus. Anfang
Juli gab Geschäftsführer Thies Schröder bekannt, das
Veranstaltungsgelände sei daher akut von Insolvenz bedroht. Ferropolis
fehlten vierhunderttausend Euro Umsatz. Insbesondere seien die laufenden
Kosten vor allem zum Erhalt der Industriedenkmäler eine
Herausforderung.

Noch kurz vor der Pandemie seien rund 350.000 Euro in der erhalt die
"Stadt aus Eisen" investiert worden. Denn an den Tagebau-Großgeräten wie
der "Medusa" oder dem „Mosquito“ nage der Zahn der Zeit, der Rost. Mit
einem Autokino-Event wurde der Corona-Zeit getrotzt. Als Vorfilm und
Auftaktfilm lief u.a. der von der LMBV in Zusammenarbeit mit der Fa.
FilmArt Potsdam erstellte Filme „Von der Goitsche zur Goitzsche – Vom
Tagebau zur LandArt“ aus dem Jahr 1999. So waren dann am 5. Juli 2020 ab
ca. 19.00 Uhr in Dauerschleife auch die Bilder von der LMBV und FilmArt
auf der Kinoleinwand zu sehen. Der Anziehungsmagnet für die Gäste war
aber der Hauptfilm in Spielfilmlänge „Gundermann“.

Fotos: LMBV-Archiv - Fotografen R. Bär, P. Radke und C. Bedeschinski für LMBV