LMBV: Bergbausanierer verzichtet aufgrund Corona-Pandemie auf Barbarafeier 2020
Senftenberg. Aufgrund der aktuellen Entwicklung der
Corona-Pandemie in Deutschland entschied sich die LMBV, ihre für Anfang
Dezember in Cottbus geplante traditionelle Barbarafeier in diesem Jahr
nicht durchführen.
Seit Gründung des Unternehmens vor 25 Jahren nutzt die LMBV in
Fortsetzung altehrwürdiger bergbaulicher Traditionen alljährlich die
Gelegenheit, um mit den Partnern der Bergbausanierung, Vertretern von
Kommunen, Landkreisen, Bundes- und Landesinstitutionen sowie
Auftragnehmern und Mitarbeitern der LMBV anlässlich des Tages der
Heiligen Barbara am 4. Dezember Bilanz über die erreichten Ergebnisse zu
ziehen, einen Ausblick auf die bevorstehenden Aufgaben zu geben und
allen Beteiligten für ihren Anteil an der geleisteten Arbeit zu danken.
In diesem Jahr sollte sich der Fokus der Barbarafeier insbesondere
auf das 25jährige Bestehen des Unternehmens richten. Die im September
2020 geplante Veranstaltung zum Unternehmensjubiläums musste bereits
abgesagt werden. Zum Schutz der Gesundheit aller Beteiligten sowie zur
Vermeidung einer weiteren Verbreitung des Coronavirus ist die
Entscheidung zur Absage der Veranstaltung aber notwendig.
Sanierungsarbeiten in Rositz/Schelditz in LMBV-Projektträgerschaft gehen voran
Rückbau belasteter Wohnhäuser hat begonnen
Rositz/Schelditz. Nachdem im Oktober 2019 die
Thüringer Umweltministerin Anja Siegesmund den offiziellen Startschuss
zur Sanierung des Altlastenprojektes im Rositzer Ortsteil Schelditz gab,
laufen die Sanierungsarbeiten kontinuierlich weiter.
Im Juni 2020 begann nun der Abriss von acht weiteren belasteten
Gebäuden in der Straße der Chemiearbeiter und der Talstraße. Darunter
befindet sich auch der angrenzende Wohnblock Straße der Chemiearbeiter
Nr. 2 bis 8. Voraussichtlich bis zum Jahresende werden die Arbeiten an
diesem Objekt abgeschlossen.
Rückbaugrundstücke, die sich südlich der Talstraße und westlich der
Brücke zum Pflaumenberg befinden, werden begrünt und sollen langfristig
als Überschwemmungsflächen für den Petzagraben zur Verfügung stehen.
Demgegenüber ist auf der Fläche zwischen der B 180 und dem höher
gelegenen Garagenhof die Errichtung der zum Komplex der
Wasserbaumaßnahmen gehörenden Grundwasser-Reinigungsanlage vorgesehen.
Erst im Jahr 2021 können dagegen die Rückbauarbeiten auf den
Grundstücken abgeschlossen werden. Ursache ist das Auffinden geschützter
Zauneidechsen in den Gärten und auf unversiegelten Flächen bei einer
Begehung im August 2020. Durch das Befahren dieser Flächen mit
Baumaschinen würde eine Gefährdung dieser Tiere eintreten. Ihre aus
Artenschutzgründen erforderliche Umsiedlung kann frühestens im April
nächsten Jahres beginnen.
Zeitgleich mit der Vorbereitung des Rückbaus erfolgte von Juli 2019
bis März 2020 zunächst die Baugrunderkundung und geotechnische
Untersuchung zur Planung der komplexen Sanierungsvarianten. Notwendig
waren hier u. a. Trockenbohrungen sowie die Errichtung von zahlreichen
Grundwasser- und Gütemessstellen. Parallel dazu erfolgten
Raumluftmessungen, bodenphysikalische Laboruntersuchungen sowie
Untersuchungen der Grundwasserbeschaffenheit. Deren Resultate dienen
dazu, die laufende Entwurfsplanung aller vorgesehenen Sicherungselemente
weiter zu präzisieren.
Die geplanten Gefahrenabwehrmaßnahmen für das gesamte Gebiet
Rositz/Schelditz umfassen neben den Objektsicherungen auch
Flächenmaßnahmen, insbesondere die Umverlegung des Gerstenbaches, die
Anhebung der Talstraße, den Einbau einer Wasserhaushaltsschicht, die
Verlegung von Drainagen sowie die Grundwasserreinigung und Ableitung in
den Gerstenbach. Nach gegenwärtigen Stand der Planung und Erkundung ist
unter Berücksichtigung von zwei sehr komplexen
Planfeststellungsverfahren mit einem Abschluss der investiven Maßnahmen
im Jahr 2027 zu rechnen.
Die Sanierungsarbeiten begannen 2019 an der ehemaligen
HO-Verkaufsstelle. Dabei handelte es sich um jenen Teilbereich, von dem
bisher regelmäßig die stärkste Luftbelastung für das angrenzende
Wohngebiet ausging. Nach den Abrissarbeiten am Gewerbeobjekt wurde die
Baugrube temporär verfüllt und begrünt.
Hintergrund
Das Altlastenprojekt Rositz-Schelditz ist deutschlandweit
beispiellos. Die Kombination aus unterschiedlichen Ursachen und
Zuständigkeiten sorgte für jahrelanges Ringen um eine rechtssichere
Lösung. Schadstoffe aus der im II. Weltkrieg mehreren Bombardierungen
ausgesetzten ehemaligen DEA-Raffinerie und aus dem am selben Standort
später betriebenen Teerverarbeitungswerk befanden sich über Jahrzehnte
in mehreren Metern Tiefe im Boden. Mit dem Grundwasserstrom wurden sie
nach Schelditz verlagert und mit dem Grundwasserwiederanstieg nach oben
gedrückt. Ursache für den allgemeinen Grundwasserwiederanstieg ist unter
anderem die schrittweise Einstellung des Braunkohlebergbaus und die
Außerbetriebnahme seiner Entwässerungselemente.
Der Freistaat Thüringen und die LMBV hatten sich nach intensiver
Abstimmung darauf verständigt, die großflächige Sanierung gemeinsam zu
finanzieren. Eine entsprechende Vereinbarung war am 16. Februar 2018 von
LEG-Geschäftsführer Andreas Krey sowie den LMBV-Geschäftsführern Klaus
Zschiedrich und Dr. Hans-Dieter Meyer im Beisein der Thüringer
Umweltministerin Anja Siegesmund unterzeichnet worden. Insgesamt
investieren Bund und Land ca. 14,7 Millionen Euro in die Maßnahme.
Das Übereinkommen zur nachhaltigen Abwehr der Gefahren durch den
Grundwasserwiederanstieg berücksichtigt auch den Ankauf nicht mehr
nutzbarer Immobilien. Sieben private Wohnhäuser, ein ehemaliges
Gewerbeobjekt und ein Wohnblock der Wohnbaugesellschaft Rositz sind
durch den Wiederanstieg von kontaminiertem Grundwasser mit Schadstoffen
belastet. Sie sind deswegen nicht mehr nutzbar und müssen zurückgebaut
werden.
Abriss der Wohnhäuser - Fotos: Christian Bedeschinski für LMBV
Neue Auszubildende zum Tag des Berufsanfängers im Lausitzer Seenland unterwegs
Senftenberg. Anlässlich des LMBV-Tages für
Berufsanfänger besuchten am Montag, den 12. Oktober, zwölf Auszubildende
aus dem ersten Lehrjahr und eine Auszubildende aus dem zweiten Lehrjahr
den LMBV-Standort in Senftenberg, um sich über ihren (neuen)
Arbeitgeber zu informieren. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen
werden an zwei Ausbildungsstätten in Lauchhammer und Espenhain zu
Fachkräften für Lagerlogistik, zu Kauffrauen und -männer für
Büromanagement sowie zur Restaurantfachfrau ausgebildet.
Sowohl die Personalabteilung als auch der Betriebsrat begrüßten die
neuen Auszubildenden herzlich zum Start der Ausbildung. In einführenden
Vorträgen stellten sie die Hauptaufgaben der LMBV sowie die Arbeit des
Betriebsrates vor. Zwei Vertreter der IG BCE informierten im Anschluss
zur Arbeit der Gewerkschaft und über die Jugendorganisation der IG BCE.
Nach dem Mittagessen ging es mit der Unternehmenskommunikation auf
eine kleine, zweistündige Befahrung durch das nahegelegene Lausitzer
Seenland. Ausgangspunkt bildete das Sielbauwerk des Ableiters Sedlitz.
Hier wurde das Wassermanagement der LMBV genauer erläutert. Anschließend
ging es zur LMBV-Großbaustelle an den Sedlitzer See, an dem die
Auszubildenden einiges über die laufenden Arbeiten der LMBV erfuhren. Am
Beispiel des vor kurzem fertiggestellten Seestrandes in Lieske wurde
auch die Zusammenarbeit der LMBV mit externen Partnern, Gemeinden und
Kommunen erläutert. Im am Seestrand liegenden Informationscontainer des
Zweckverbandes Lausitzer Seenland Brandenburg lernten die Auszubildenden
zudem die Geschichte des Lausitzer Bergbaus näher kennen.
Den Abschluss bildeten die IBA-Terrassen am Großräschener See, an
denen die touristische Nachnutzung der ehemaligen Bergbauflächen noch
einmal deutlich wurde. Auch die Entwicklung des Lausitzer Seenlandes
wurde thematisiert. Am späteren Nachmittag trat die Gruppe schließlich
ihre Heimreise nach Espenhain bzw. Richtung Lauchhammer an.
Die neuen Auszubildenden der LMBV zu Besuch am Standort in Senftenberg
Führungskräfte-Tagung 2020 gab Impulse zum Bewältigen anstehender Herausforderungen
Gruppenbild der Teilnehmer 2020
Tauchritz | Senftenberg. Unweit des Berzdorfer Sees, einem
Bergbaufolgesee der LMBV, haben sich am 30. September und 1. Oktober
2020 im „Gut am See“ auf Einladung der Geschäftsführung 42
Führungskräfte und Vertreter des Gesamtbetriebsrates der LMBV
zusammengefunden.
In dem denkmalgerecht sanierten und kürzlich neben dem Tauchritzer
Wasserschloss eröffneten Hotel wurden die kommenden Herausforderungen in
den Jahren 2021/22 in der Bergbausanierung von dem Sprecher der
Geschäftsführung und den Bereichs-, Abteilungs- und
Arbeitsgruppenleitern der LMBV analysiert und entsprechende
Schlussfolgerungen zwischen den Leitungsebenen diskutiert. Leitthema
waren die mittelfristigen Anforderungen an die Bergbausanierung und die
strategische Ausrichtung der Prozessführung und der Führungstätigkeit.
Geschäftsführer Bernd Sablotny führte mit seinen Erkenntnissen,
Erfahrungen und Erwartungen aus den ersten 300 Tagen in der LMBV ein.
Im Mittelpunkt der Tagung stand neben der mittel- und langfristigen
Projektplanung (Basisvortrag zum „Stand der Projektplanung
Braunkohlesanierung im Vorfeld der Evaluierung und Verhandlungen zum VA
VII BKS“) für den Zeitraum bis 2027 und Folgejahre auch die Projektion
in die weitere Aufgabenzukunft des Sanierungsbereiches KSE ebenso wie
die Budget- und Aufgabenerfüllung in den einzelnen Sanierungsbereichen
unter Berücksichtigung entsprechender Vorgaben des derzeit gültigen
Verwaltungsabkommen zur Braunkohlesanierung. Olaf Gunder, Vorsitzender
des Gesamtbetriebsrates der LMBV, gab differenzierte Hinweise für die
kommende Aufgabenbewältigung. Diskutiert wurden auch Anforderungen an
die Corporate Identity der LMBV in der künftigen Projektentwicklung.
Die Führungskräfte von den verschiedenen LMBV-Standorten Leipzig,
Senftenberg und Sonderhausen nutzen die Tagung zum kollegialen
Erfahrungsaustausch und zur fachlichen Diskussion. Am Abend besichtigten
sie u.a. das ehemalige Wasserschloss und die Heimatsstube Tauchritz
sowie den vor einigen Jahren von der LMBV als historisches
Anschauungsobjekt bereitgestellten Schaufelradbagger 1452, der heute vom
Verein bergbaulicher Zeitzeugen e.V. Berzdorfer Straße 102 in 02827
Görlitz OT Hagenwerder erhalten wird. Das Tagebaugroßgerät mit der
Typenbezeichnung SRs 1200 war im Jahr 1961 vom VEB Schwermaschinenbau
Lauchhammerwerk hergestellt worden und arbeitete zunächst im Tagebau
Phönix im Altenburger Land. Bis 2001 war er noch im Einsatz im
Sanierungsbetrieb im LMBV-Tagebau Berzdorf.
Sprecher der LMBV-Geschäftsführung Bernd Sablotny beim Impulsvortrag
Sanierungsträger informiert in Rötha über geplante Göselbach-Maßnahmen
Leipzig/Rötha. Auf Einladung des Röthaer Bürgermeisters Stephan Eichhorn informierten am Montag, den 28. September im Röthaer Volkshaus, Mitarbeiter der LMBV und des beteiligten Planungsbüros über die geplanten Maßnahmen an Alter und Neuer Gösel.
Neben den notwendigen Hochwasserschutzmaßnahmen an der Neuen Gösel im Bereich Oelzschau und Pötzschau informierte der Sanierungsträger auch über die Anbindung der Alten Gösel an den Störmthaler See.
Während der Zeit des aktiven Braunkohlebergbaus wurden viele Flussläufe verlegt, um den begehrten Rohstoff und Energieträger trocken abbauen zu können. Deshalb verlegte man damals auch den sogenannten Göselbach, welcher durch das Revier des ehemaligen Tagebaus Espenhain führte. Mit der Umverlegung jener Alten Gösel entstand ein völlig neuer Flussverlauf (Neue Gösel). Eine Nebenbestimmung des Abschlussbetriebsplanes (ABP) legt nun fest, dass nach dem Ende des aktiven Braunkohleabbaus in Espenhain ein wasserrechtliches Planfeststellungsverfahren für den Ausbau und die Einbindung des Göselbaches (Alte Gösel) als Zulaufgewässer in den Störmthaler See durchzuführen ist. Ziel dabei war und ist es, einen sich weitgehend selbst regulierenden Gebietswasserhaushalt herzustellen, der wasserwirtschaftliche, ökologische, regional-planerische und wirtschaftliche Belange sowie bestehende und geplante Nutzungen berücksichtigt.
Der für die Einbindung des Göselbaches (Altlauf) in den Störmthaler See bislang vorgesehene Bereich wurde jedoch durch die Hochwässer 2010 und 2013 so stark verändert, dass die ursprüngliche Planung nicht mehr umsetzbar ist. Ziel der aktuellen Arbeit ist es deshalb, Möglichkeiten einer nachhaltigen Umgestaltung des Resteinzugsgebietes des Göselbaches zu sondieren, damit ein sich weitgehend selbst regulierender Gebietswasserhaushaltes hergestellt werden kann.
Fotos: Anika Dollmeyer für LMBV
Abgeordnete aus Thüringen informieren sich bei der LMBV über die Bergbausanierung
Am Haselbacher See (v.l.n.r.: M. Mennert (LMBV) G. Scholz (LMBV), Ralph Lenkert (Mitglied des Bundestages), Dr. Martin Schirdewan (Mitglied des Europ. Parlaments), M. Wille (LMBV), Ralf Plötner (Mitglied des Thüringer Landtages)
Leipzig. Am 24. September 2020 verschafften sich das
Mitglied des Europäischen Parlaments Dr. Martin Schirdewan, das Mitglied
des deutschen Bundestages Ralph Lenkert sowie die Thüringischen
Landtagsabgeordneten Markus Gleichmann und Ralf Plötner einen Überblick
über die Aufgaben der LMBV im Rahmen der Bergbausanierung in Thüringen
und die laufenden und künftigen Herausforderungen der LMBV. Alle vier
Abgeordnete gehören der Partei DIE LINKE an und kommen aus Thüringen.
Auskunft
gaben in einem Informationsgespräch in Rositz der Leiter des Büros der
Geschäftsführung der LMBV Gerald Scholz und der Mitarbeiter der
LMBV-Planungsabteilung Max Wille. In der anschließenden Befahrung des
Schnittstellenprojektes Schelditz, der Restlöcher Zechau und des
Haselbacher Sees verschafften sich die Abgeordneten einen Überblick über
die Komplexität der Bergbausanierung. Fragen gab es insbesondere zu den
wasserwirtschaftlichen Sanierungsaufgaben, zu Schnittstellen zu anderen
Altlastenprojekten, zu strukturellen Fragen, die mit der
Bergbausanierung zusammenhängen und auch zu den Aufgaben im
thüringischen Teil des Bereiches Kali-Spat-Erz der LMBV. Die
Abgeordneten äußerten sich anerkennend über die Arbeit der LMBV und
regten an, die Erfahrungen der LMBV im aktuellen Strukturwandel
einzubringen.Impressionen von der Befahrung
In Zechau, v.l.n.r: Mitglied des Europäischen Parlaments Dr. Martin Schirdewan; Mitglied des Deutsachen Bundestages Ralph Lenkert, Mitglied des Thüringer Landtages Markus Gleichmann, Mitglied des Thüringer Landtages Ralf PlötnerIn Rositz Schelditz wurde über den aktuellen Sanierungsstand berichtet.Die letzte Station der Befahrung führte zum Haselbacher See.
Vorstellung der Sanierungsplanung zur Alten und Neuen Gösel in Rötha vorgesehen
Leipzig/Rötha. Auf Einladung des Röthaer Bürgermeisters Stephan Eichhorn informieren am Montag, den 28. September,
Mitarbeiter der LMBV über die geplanten Maßnahmen an Alter und Neuer
Gösel. Neben den notwendigen Hochwasserschutzmaßnahmen an der Neuen
Gösel im Bereich Oelzschau und Pötzschau wird der Sanierungsträger auch
über die Anbindung der Alten Gösel an den Störmthaler See informieren.
Die Veranstaltung findet im Volkshaus Rötha statt und beginnt um 18 Uhr.
Während der Zeit des aktiven Braunkohlebergbaus wurden viele
Flussläufe verlegt, um den begehrten Rohstoff und Energieträger trocken
abbauen zu können. Deshalb verlegte man damals auch den sogenannten
Göselbach, welcher durch das Revier des ehemaligen Tagebaus Espenhain
führte. Mit der Umverlegung jener Alten Gösel entstand ein völlig neuer
Flussverlauf (Neue Gösel). Eine Nebenbestimmung des
Abschlussbetriebsplanes (ABP) legt nun fest, dass nach dem Ende des
aktiven Braunkohleabbaus in Espenhain ein wasserrechtliches
Planfeststellungsverfahren für den Ausbau und die Einbindung des
Göselbaches (Alte Gösel) als Zulaufgewässer in den Störmthaler See
durchzuführen ist. Ziel dabei war und ist es, einen sich weitgehend
selbst regulierenden Gebietswasserhaushalt herzustellen, der
wasserwirtschaftliche, ökologische, regional-planerische und
wirtschaftliche Belange sowie bestehende und geplante Nutzungen
berücksichtigt.
Der für die Einbindung des Göselbaches (Altlauf) in den Störmthaler
See bislang vorgesehene Bereich wurde jedoch durch die Hochwässer 2010
und 2013 so stark verändert, dass die ursprüngliche Planung nicht mehr
umsetzbar ist. Ziel der aktuellen Arbeit ist es deshalb, Möglichkeiten
einer nachhaltigen Umgestaltung des Resteinzugsgebietes des Göselbaches
zu sondieren, damit ein sich weitgehend selbst regulierender
Gebietswasserhaushaltes hergestellt werden kann.
Dauerhafte Verwahrung von sieben Filterbrunnen in Pouch erfolgreich abgeschlossen
Areal mit Filterbrunnen in Pouch
Muldestausee/Pouch. Im Gebiet des ehemaligen
Braunkohletagbaus Goitsche, Ortslage Pouch, wurde mit der vorfristigen
dauerhaften Verwahrung von sieben Filterbrunnen die Basis für eine
mögliche spätere Bebauung des Areals seitens der Gemeinde Muldestausee
gelegt. Am 18. August konnte der rund 8.600 Quadratmeter umfassende
Bereich aus der Bergaufsicht entlassen werden.
Im Zuge der Sicherung wurden innerhalb von acht Wochen die
vorhandenen Brunnenröhren mit hydraulischem Füllbinder verpresst.
Ausführende Firma war die Benndorfer Brunnen- und Spezialtiefbau GmbH
& Co.KG aus Delitzsch. Die Verwahrmaßnahme selbst wurde durch eine
Umweltbaubegleitung betreut.
Während des aktiven Braunkohlentagebaus wurden die Filterbrunnen zur
Hebung des Grundwassers benötigt. Im Rahmen der Stilllegung der Tagebaue
und deren Sanierung werden die Filterbrunnnen nicht mehr benötigt und
werden deshalb gesichert.
abgesperrter Filterbrunnen vor der Verwahrung
Unternehmenspräsentation zur EinheitsExpo in Potsdam bis 4. Oktober 2020
Großes Interesse von Politikern und Bürgern an LMBV-Schaufenster in Landeshauptstadt
Senftenberg/Potsdam. Die EinheitsExpo zum 30.
Jahrestag der Deutschen Einheit öffnete am 5. September 2020 in Potsdam
offiziell. Die Lausitzer und Mitteldeutsche
Bergbauverwaltungsgesellschaft mbH stellt dabei im Rahmen der
Landespräsentation Brandenburg am Alten Markt in Potsdam den Wandel des
Lausitzer Braunkohlenreviers zum Lausitzer Seenland dar.
Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke und Staatsministerin Kathrin
Schneider ließen sich es am Sonnabend zum Rundgang nicht nehmen, den
Kaufmännischen Geschäftsführer der LMBV, Dr. Hans-Dieter Meyer, vor dem
LMBV-Ausstellungs-Cube zu begrüßen.
Gezeigt wird auf großformatigen Orthofotografien das Lausitzer
Seenland im Jahr 2006 sowie auf der Rückseite im Jahr 2019.
Erstaunliches lässt sich da ablesen: Der Tagebau Meuro bei Großräschen
beispielsweise ist 2006 noch eine graue Kippenlandschaft, dreizehn Jahre
später füllt eine blaue Wasserfläche mit einem Steg am Ufer und einem
Hafenbecken die Fläche – der heutige Großräschener See.
Auch eine großformatige Abbildung des „liegenden Eiffelturms“, der
stillgelegten Förderbrücke F60 am Bergheider See, ist zu sehen. Außerdem
verweist das Unternehmen in seinem Cube auf die Nutzung der
entstandenen Gewässer: Liegestühle und Sonnensegel folgen nach den
Sanierungsmaßnahmen. So lässt sich der Landschaftswandel auch plastisch
darstellen. Über einen QR-Code können Besucher das Unternehmen auch
„online“ weiterverfolgen, der Link zur Homepage verweist ebenso wie das
Sonderlogo auf das 25-jährige Bestehen des Unternehmens in diesem Jahr.
Die begehbare Stadtkulisse in Potsdam, die noch bis zum 4.Oktober
unter dem Motto "Kommen- gucken - staunen" steht, umfasst zahlreiche so
genannte City-Cubes, Ausstellungscontainer, und ist so an die aktuelle
Corona-Pandemie angepasst. Digitalstelen vermitteln den Besuchern
Informationen und Höhepunkte aus 30 Jahren deutscher Geschichte. Ein
Wegeleitsystem, das zwischen Freundschaftsinsel, Bassinplatz,
Hegelallee, Luisenplatz und Lustgarten führt, hilft bei der Orientierung
in der Stadt.
Ministerpräsident Woidke am LMBV-Cube
Medieninteresse zum Eröffnungsrundgang – Zwei Lausitzer im Gespräch
LMBV-Geschäftsführer Dr. Hans-Dieter Meyer und Staatskanzlei-Chefin Dr. Kathrin Schneider vorm LMBV-Cube in Potsdam
Workshop zur Eisenbelastung der Pleiße vermittelt Bearbeitungsstand des Gesamtprojekts
Vertreter von Kommunen, Behörden und Bürgerinitiative sowie Sanierungsträger im fachlichen Diskurs
Leipzig/Neukieritzsch. Am 27. August 2020 informierten Vertreter des Regionalen Planungsverbandes Leipzig-Westsachsen, der Landestalsperrenverwaltung sowie der LMBV in einer gemeinsamen Folgeveranstaltung die Workshop-Teilnehmer über den aktuellen Untersuchungsstand und die neuen Erkenntnisse zur Gewässergüteverbesserung der Pleiße. Es handelt sich dabei um den 5. Workshop seit 2017. Um den hygienischen Anforderungen unter Beachtung der Teilnehmerzahl gerecht zu werden, fand die Beratung im Bürgerbegegnungszentrum der Gemeinde Neukieritzsch statt.
Zunächst gab Prof. Dr. Andreas Berkner vom Regionalen Planungsverband als Einladender und Moderator eine kurze Einführung mit Standortbestimmung zum erreichten Sachstand. Im Anschluss erläuterten LMBV-Mitarbeiter Rolf Schlotmann und Benno Janisch den aktuellen Untersuchungs- und Bearbeitungsstand zu möglichen Lösungsansätzen aufbauend auf den Erkenntnissen aus dem letzten Workshop im August 2019. Bei der zurzeit in Erstellung befindlichen Machbarkeitsstudie zur Maßnahme der In-situ-Sulfatreduktion wird untersucht, ob der Lösungsansatz der mikrobiell induzierten Eisenretention geeignet ist, um das exfiltrierende Eisen der Kippe Witznitz zu fixieren und somit den Eintrag in die Pleiße dauerhaft zu reduzieren.
Des Weiteren berichtete die LMBV zur abgeschlossenen Vorplanung der Teileinleitung Wyhra in den Hainer See. Im Ergebnis der Vorplanung wurde die ermittelte Vorzugsvariante als Maßnahme zur „Nutzung von Wasser der Wyhra zur Beschaffenheitssteuerung Hainer See“ bei der Landesdirektion Sachsen als zuständige Genehmigungsbehörde angezeigt, welche im Ergebnis einer allgemeinen Vorprüfung des Einzelfalls eine Pflicht zur Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung feststellte. Die weitere Bearbeitung und Planfortschreibung ist in Abstimmung mit der Landesdirektion Sachsen sowie der Landestalsperrenverwaltung vorgesehen. Es wurde vereinbart, in der vorgesehenen, behördlich geforderten Langzeitbewirtschaftungssimulation u. a. eine Kompletteinleitung der Wyhra in den Hainer See bis zu einer noch festzulegenden Durchflussobergrenze zu untersuchen.
Die Maßnahme zur Verlegung der Pleiße außerhalb des Kippenbereichs als Ort des Haupteiseneintrages und die Durchleitung der Pleiße durch die Witznitzer Seen wurde unter Verweis auf den in Erstellung befindlichen Vorhabens- und Sanierungsplan für die Oberflächenwasserkörper Pleiße-4a und Pleiße-4b (Bereich von Regis-Breitingen bis Leipzig) unter Leitung des sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) eingestellt.
Einen weiteren Tagesordnungspunkt stellte der voranschreitende Strukturwandel und der daraus resultierende Einfluss auf die Wasserhaushaltsgrößen mit ihrer zeitlichen Einordnung im Betrachtungsraum dar. Hierzu gab Prof. Dr. Andreas Berkner eine kurze Ausführung mit Ausblick auf zukünftig zu erwartende Veränderungen durch den politisch beschlossenen Kohleausstieg mit ihren Auswirkungen auf das Mitteldeutsche Braunkohlerevier.
Die Workshop-Teilnehmer verständigten sich darauf, das nächste Treffen in Abhängigkeit des Fortschritts der laufenden Untersuchungen durchzuführen. Zwischenzeitlich soll der Teilnehmerkreis in geeigneter Form über den Bearbeitungsstand informiert werden.
In Fortführung der transparenten Informationspolitik werden die neuen Erkenntnisse im Gesamtprojekt, d. h. abgeschlossene Untersuchungen bzw. Berichte, wie gewohnt auf folgenden Internetseite dargestellt: https://www.lmbv.de/index.php/loesungen-fuer-die-pleisse.html.
Anwesend waren die Bürgermeister der Gemeinde Neukieritzsch und der Städte Böhlen und Rötha sowie Vertreter der Städte Borna und Markkleeberg. Des Weiteren gehörten zum Teilnehmerkreis Vertreter der Bürgerinitiative Kahnsdorfer See, des Landratsamtes Landkreis Leipzig, des Zweckverbands Planung und Erschließung Witznitzer Seen, des Regionalen Planungsverbands Leipzig-Westsachsen, der Blauwasser GmbH, der Blauland GmbH und des Sanierungsträgers LMBV.