Bau einer Leitwand ermöglicht Sicherung des Grundwassers am Altstandort Schwelerei Deuben

Bau einer Leitwand neben dem ehemaligen Kraftwerk Deuben (Foto: Christian Horn)

Leipzig/Deuben. Am 4. April 2023 erläuterten Vertreter der LMBV und ihrer Auftragnehmer während einer Informationsveranstaltung am ehemaligen Ofenhaus Deuben den Bau einer so genannten Leitwand zur Anstromsicherung. Sie bildet den Übergang von der aktiven zur passiven Grundwasserreinigung mit einem natürlichen Schadstoffabbau im Abstrom des Westschadensbereiches der ehemaligen Schwelerei Deuben. Dort befinden sich die ehemaligen Anlagenbereiche Ofenhaus und Entphenolung.

Die entstehende Dichtwand wird eine Länge von 160 Metern haben. Zwischen Mitte Oktober 2022 und Mitte November 2023 läuft die Errichtung als Stahlspundwand mit Spundwandprofilen (Mindestprofilstärke 11 Millimeter) und wasserdichtem Schloss. Die insgesamt 113 doppelten Spundwandbohlen haben eine Länge von 12,5 Metern bis 18,5 Metern. Sie wurden speziell angefertigt. Eine einzelne Bohle von 15 Metern Länge wiegt 2,8 Tonnen.

Als Vorzugstechnologie für das Einbringen der Spundwandbohlen wird das Pressen in Verbindung mit Vorbohren (Auflockerungsbohrungen) über der gesamten Länge der Leitwand gewählt. Die Gesamtkosten der Baumaßnahme belaufen sich auf rund 1,7 Millionen Euro netto.

Auftragnehmer ist die Firma SGL Spezial- und Bergbau- Servicegesellschaft Lauchhammer mbH. Finanziert wird die Maßnahme über den § 2 des Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung.

Besichtigung Arbeitskreis Deuben

Hintergrund:

Auf dem Gelände der Schwelerei Deuben wird seit 1999 eine Grundwassersanierung ausgeführt. Mit dem vor Ort über viele Jahrzehnte stattgefundenen Schwelereibetrieb war eine erhebliche Schadstoffkontamination vom Erdreich und Grundwasser verbunden. Ziel der bereits erfolgten und weiterhin stattfindenden Sanierung ist es, die Schadstoffmenge im Erdreich deutlich zu verringern und das Grundwasser zu reinigen. Circa 24 Jahre lang erfolgte der Sanierungsbetrieb mittels einer Pump-and-Treat-Wasserbehandlungsanlage: Belastetes Wasser wurde gereinigt und danach entsprechend abgeleitet. Die Schadstoffmengen im Boden wurden hiermit deutlich verringert. Jedoch stößt diese Technologie mittlerweile an ihre Grenzen bezüglich Wirksamkeit und Effektivität. Dank des bereits erzielten Sanierungsfortschritts kann nunmehr der schrittweise Übergang zu einem natürlichen Schadstoffabbau erfolgen.

Als neue so genannte passive Technologie wird eine Dichtwand zum Abhalten und Vorbeileiten des sauberen Grundwassers errichtet, bevor es in den belasteten Bodenschadensbereich Ofenhaus eintritt und dort mit Schadstoffen aufgeladen wird. Die Spundwand durchteuft den oberen kontaminierten Grundwasserleiter 14 bis zur darunterliegenden stauenden Schicht und führt zu einem Aufstau des ungeschädigten anströmenden Grundwassers. Das aufgestaute Wasser wird um die kontaminierten Bereiche herumgeleitet. Dadurch strömt vom Ofenhausbereich eine geringere kontaminierte Wassermenge Richtung Norden ab, die mittels natürlich wirkender Schadstoffabbauprozesse behandelt werden soll.

Die Kontrolle des von der Leitwand umgeleiteten Grundwasserstromes erfolgt anhand von Kontrollprofilen bestehend aus mehreren Grundwassermessstellen. Die verbleibenden Restbelastungen der bestehenden Schadstofffahne im Grundwasser werden dem natürlichen Schadstoffabbau überlassen. Die Wirksamkeit des natürlichen Schadstoffabbaus wird mit einem Messprogramm kontrolliert. Bis zum bestätigten Betrieb der Leitwand wird die Grubenwasserreinigungsanlage zum Betrieb vorgehalten. Weitere Ersatzmaßnahmen sind in Planung.

Impressionen von der Baustelle (Fotos: Anika Dollmeyer)


Gewässernachsorge auf dem Störmthaler See

Leipzig/Großpösna. Zur Steuerung der Gewässerbeschaffenheit werden im März und April 2023 rund 1.200 Tonnen Kalksteinmehl in den Störmthaler See eingebracht. Dies erfolgt mithilfe eines Schubverbandes, der das Material großflächig über den gesamten See verteilt. Damit wird das Wasser neutralisiert. Ausführende Firma ist die  Anlagen-, Bau- und Betriebsgesellschaft mbH (ABG) aus Dresden. Die Vorbereitungen zur Baustelleinrichtung sind bereits abgeschlossen. Die Bekalkung beginnt in der Woche vom 20. März 2023 und wird wahrscheinlich vier Wochen dauern.

Die LMBV ist entsprechend dem Planfeststellungsbeschluss verpflichtet, den ph-Wert im Störmthaler See zwischen sechs und acht zu halten. Dazu wird das Wasser regelmäßig kontrolliert und nahezu jährlich mit Kalkmehl oder - wie in diesem Jahr - mit Kreide behandelt, die einen sehr guten Wirkungsgrad hat. Die letzte Gewässerbehandlung fand im Frühling 2022 statt.

Eindrücke von der Bekalkung des Störmthaler Sees im Februar 2022
Fotos: Christian Horn


Harthkanal: Sachstand und Perspektiven — Beendigung des Schnittstellenprojektes

Leipzig/Dresden/Freiberg. (PM des OBA v. 10.03.23) Am 23.01.2023 fand eine Abstimmung zwischen den hauptbeteiligten Behördenvertretern und der LMBV zum Sachstand und zu den Perspektiven eines Harthkanals zwischen dem Zwenkauer und dem Cospudener See statt. Mit diesem Bauwerk wurde bislang die Absicht verfolgt, eine Bündelung von wasserwirtschaftlichen Zielen (Überschusswasserableitung und Hochwasserentlastung) und gewässertouristischen Funktionen (schiffbare Verbindung) vorzunehmen. Die bisherigen Arbeiten zur Planung und zur Realisierung erfolgten im Zuge eines Schnittstellenprojektes nach dem Verwaltungsabkommen Braunkohlesanierung zwischen Bund und Ländern durch die LMBV.

Im Ergebnis der Abstimmung wurden die nachfolgenden Befunde und Positionen herausgearbeitet:

  1. Aufgrund der eingetretenen erheblichen Kostensteigerungen und des bestehenden Budgetrahmens sind keine Voraussetzungen für die Fortführung des wassertouristischen Teils mehr gegeben.
  2. Überschusswasserableitung und Hochwasserentlastung als berg- und wasserrechtliche Verpflichtungen der LMBV sind für die Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit prioritär.
  3. Die LMBV wird den Antrag stellen, das Schnittstellenprojekt zu beenden, und sich auf die Erfüllung ihrer Sanierungsverpflichtungen konzentrieren, wozu sie sich ausdrücklich bekennt.
  4. Damit wird eine Neuplanung für das Vorhaben erforderlich, in deren Zuge auch über die Genehmigungserfordernisse zu befinden ist.

Zwischen den beteiligten Institutionen erfolgte eine Verständigung dahingehend, dass bei einer Umsetzung der wasserwirtschaftlichen Sanierungsziele für den Zwenkauer See die kommunalen Entwicklungsziele angemessen zu berücksichtigen sind. Dabei bildet die Offenhaltung einer wassertouristischen Option für eine Realisierung in späterer Zeit eine Mindestanforderung bei allen weiteren Planungen. Dazu erfolgen Abstimmungen zwischen den Hauptbeteiligten. Zugleich wird sichergestellt, dass das im Zuge des Doppelhaushalts 2023/2024 beschlossene Budget für Maßnahmen zur Erhöhung des Folgenutzungsstandards über die berg-rechtlichen Verpflichtungen hinaus uneingeschränkt für weitere Projekte zur Verfügung steht.

Die Steuerungsgruppe Leipziger Neuseenland hat sich in ihrer Sitzung am 10.03.2023 mit der Situation befasst.

  • Landesdirektion Sachsen (LDS)
  • Landestalsperrenverwaltung Sachsen (LTV)
  • Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV)
  • Regionaler Planungsverband Leipzig-Westsachsen (RPV)
  • Sächsisches Oberbergamt (OBA)hat sich


LMBV-Flutungsbilanz für Mitteldeutschland im Jahr 2022

Leipzig. Für das Jahr 2022 lässt sich für den Raum Mitteldeutschland die folgende Flutungsbilanz ziehen. Demnach beläuft sich die Jahressumme 2022 für die Flutung und Nachsorge der LMBV in Mitteldeutschland auf 23 Mio. m³. Aus den Vorflutern herangezogen konnten dafür etwa 15 Mio. m³ (ca. 9 Mio. m³ aus der Weißen Elster und ca. 6 Mio. m³ aus der Saale);  weitere 8 Mio. m³ waren Sümpfungswässer für die Tgb. Haselbach, Helmstedt und Nachterstedt. 

Damit bewegt sich die Jahresmenge insgesamt auf dem Niveau früherer Trockenjahre wie z.B. 2019 mit 23 Mio. m³ oder 2020 mit 25 Mio. m³. Im vergleichsweise feuchten Jahr 2021 konnten bis zu 35 Mio. m³ für die Flutung und Nachsorge aus den Flüssen genutzt werden. Im Mittel der vergangenen zehn Jahre konnten so bis zu 29 Mio. m³ pro Jahr für die Flutung und Nachsorge in Mitteldeutschland von der LMBV eingesetzt werden. 

Im Südraum Leipzigs wurden in 2022 vornehmlich die Bergbaufolgeseen wie der Zwenkauer See sowie der Haselbacher See mit Wasser versorgt. Der Zwenkauer See erhielt 9 Mio. m³ aus dem überschüssigen Dargebot der Weißen Elster, der Haselbacher See profitierte von rund 4 Mio. m³ Sümpfungswasser aus dem Tagebau Schleenhain der MIBRAG mbH. Der Markkleeberger See sowie der Cospudener See wurden durch Überleitungen aus dem Störmthaler bzw. Zwenkauer See weiter mit Wasser versorgt. 

Unter dem Flutungsprozess wird im Allgemeinen die Einleitung von Fremdwasser zur Auffüllung der Hohlformen entstehender Bergbaufolgeseen bezeichnet. Vorrangig wird dafür überschüssiges Wasser aus den Fließgewässern herangezogen. Überschüssig ist jenes Wasser, welches dem Fließgewässer einen Abfluss oberhalb des Mindestabflusses sichert. Gleichzeitig sind Rangigkeiten bzgl. der Nutzungsprioritäten zu beachten. Generell nimmt die Flutung von Bergbaufolgeseen hinter den Nutzungen für Industrie und Gewerbe, Sicherung der Schifffahrt sowie Speicherbewirtschaftung den letzten Rang ein.

Im Jahr 2022 wurden im Mitteldeutschen Revier der LMBV rund 33 Mio. m³ Wasser aus den Bergbaufolgeseen in die Vorfluter abgeleitet, rund 24 Mio. m³ davon in die Fließgewässer des Leipziger Südraums. Im Mittel der vergangenen 10 Jahre wurden 42 Mio. m³ pro Jahr in die Vorfluter Mitteldeutschlands abgeleitet. 

Die höchste Einzelmenge 2022 wurde mit rund 15 Mio. m³ aus dem Cospudener See in die Pleiße abgegeben. Diese relativ hohe Menge liegt zum einen in der güteorientierten Bewirtschaftung des vorgelagerten Zwenkauer Sees, zum anderen in der praktizierten Stützung der Pleiße in der Niedrigwasserphase 2022 begründet. Aus dem Markkleeberger See wurden in 2022 vorrangig zur Stützung der Vorflut rund 4,4 Mio. m³ in die Kleine Pleiße ausgeleitet.

Die Bergbaufolgeseen im Südraum von Leipzig wiesen im Jahr 2022 überwiegend positive Wasserbilanzen auf. Aufgrund der meteorologisch ungünstigen Rahmenbedingungen (wenig Niederschlag bei gleichzeitig hoher Verdunstung) fielen die Bilanzüberschüsse gegenüber dem Vorjahr allerdings deutlich geringer aus. Die höchsten Überschüsse wurden 2022 am Störmthaler See sowie Zwenkauer See (2,9 bzw. 2,1 Mio. m³) generiert. Der Cospudener See sowie der Markkleeberger See wiesen nach Überschüssen im Vorjahr in 2022 ausgeglichene Bilanzen auf. Bereitgestellt und aufbereitet wurden die Daten von der LMBV-Flutungszentrale und dem Unternehmensbereich Technik.

Auf der der Website der LMBV werden u.a. die Wasserstände der LMBV-Bergbaufolgeseen regelmäßig aktualisiert dargestellt.

LMBV-Befliegungsaufnahmen von Christian Bedeschinski | Archiv


Gewässerausbau Lober: Holzungs- und Freischnittarbeiten im Februar

Delitzsch/Leipzig. Im Uferbereich des Lobers, zwischen Rosentalbrücke und Stadtparkbrücke, beginnen voraussichtlich Mitte Februar Holzungs- und Freischnittarbeiten. Diese Arbeiten sind notwendig, um im Juni/Juli 2023 mit der Entnahme von Rasengittersteinen im Flussbett des Lobers zu beginnen.

Die im Rahmen der geplanten Baumaßnahme „Gewässerausbau des Lober im 1. Bauabschnitt“ ausgeführte Entnahme wird im Anschluss durch die Lausitzer- und Mitteldeutsche Bergbau- Verwaltungsgesellschaft auf ihre Wirksamkeit bewertet. Grundsätzliches Ziel ist es, ein gutes ökologisches Potenzial des Lobers herzustellen.


Geiseltalsee: Buhneneinbau bei Frankleben schreitet planmäßig voran

Leipzig/Frankleben. Damit der östliche Uferbereich des Geiseltalsees künftig besser vor Wind- und Wellenschlag und daraus folgender Erosion bis zum Wirtschaftsweg geschützt ist, wird gegenwärtig eine Sicherung durch den Einbau von Holzbuhnen durchgeführt. Bis Ende Mai 2023 werden neun jeweils 30 Meter lange Buhnen am Franklebener Ufer entstehen und der abgetragene Kies durch neue Aufschüttungen wieder instandgesetzt werden.

Angefangen wurde entsprechend Planung mit der 9. und 8. Buhne, die dem Auslauf des Geiseltalsees am nächsten liegen und damit der weiteren Verlandung entgegenwirken. Derzeit entsteht die 7. Buhne per Einrammen durch die Baufirma Meliorations,- Straßen- und Tiefbau GmbH Laucha (MST). Dafür werden brandenburgische Robinien- oder Douglasien-Baumstämme mit einer Länge von 3,50 bis 7,50 Metern – je nachdem, ob nah am oder weiter weg vom Uferbereich – bis in 5 Meter Tiefe eingebaut. Dies geschieht per Kettenbagger mit Vorsatzrammgerät von einem kleinen Steindamm, der vorab vom Kampfmittelbeseitigungsdienst zur Prüfung des Untergrunds genutzt wird. Bis eine Buhne vollendet ist, dauert es im Schnitt drei Tage. Nach Fertigstellung der restlichen Buhnen erfolgt die Neuprofilierung des Uferbereichs, wobei auf einer Fläche von 4.500 Quadratmetern neben dem vorhandenen Erdstoff ca. 2.000 Tonnen neuer Kies eingebaut werden.

Die Buhnen ragen nach dem vollständigen Einrammen nur noch 50 Zentimeter aus dem Wasser heraus

Begonnen wurde die Maßnahme im Auftrag der LMBV im Oktober 2022. In den Jahren 2021 und 2020 waren zur Beseitigung von Kliffbildungen beziehungsweise Erosionsschäden bereits Ufersicherungen am Hainer See und am Störmthaler See durchgeführt worden.

Fotos: LMBV/Claudia Hermann


Informationen zu laufenden Maßnahmen am Störmthaler Kanal

Gemeinsame Medieninformation
der Stadt Markkleeberg, Gemeinde Großpösna und LMBV

Leipzig/Markkleeberg/Großpösna. Der künstliche Kanal zwischen Störmthaler und Markkleeberger See im Südraum von Leipzig ist aufgrund von Böschungsschäden und Rissbildungen nahe der Kanuparkschleuse seit März 2021 gesperrt. Zur Gefahrenabwehr wurden zeitnah Querbauwerke ober- und unterhalb des Schleusenbauwerks errichtet.

Der Einbau des Stützkörpers im unteren Vorhafen hat zu einer wirksamen Reduzierung von Erosionsprozessen geführt. Dadurch verringerten sich sowohl der Druck zwischen den Wasserspiegeln im oberen und unteren Vorhafen als auch die Unterströmung und seitliche Umströmung an der Kanuparkschleuse. Bereits im August 2022 wurden Drucksondierungen entlang des Kanals abgeschlossen. Sie dienen dem besseren Verständnis der geotechnischen und hydrogeologischen Randbedingungen bzw. Prozesse und sind Grundlage für weitere Entscheidungen und Planungen. Das anfallende Überschusswasser aus dem Störmthaler See wird derzeit mittels einer Heberleitung (Kapazität bis 450 l/s) in den Markkleeberger See übergeleitet.

Bevor das grundsätzliche Ziel einer nachhaltigen Sanierung des Störmthaler Kanals umgesetzt werden kann, muss zunächst die Ursache für die festgestellten Defizite am Kanal ermittelt werden. Der Auftrag zur Ursachenermittlung wurde vergeben an KREBS+KIEFER Ingenieure GmbH und die Technische Hochschule Nürnberg, Institut für Wasserbau und Wasserwirtschaft. Seit 1. August 2022 läuft die Bearbeitung, abgeschlossen sein soll sie im Jahr 2023. Begleitet wird die Ursachenermittlung durch die Arbeitsgruppe Störmthaler Kanal, bestehend aus Vertretern von zuständigen Behörden, Anliegerkommunen und der LMBV.

Derzeit läuft außerdem ein umfassendes Monitoring der Grundwasserstände, der Vermessungspunkte im Gelände und am Bauwerk sowie der Porenwasserdruckgeber unterhalb der Schleuse. Erweitert wurde es um Korrosionsmessungen an den Spundwänden. Die LMBV führt darüber hinaus monatliche Sicherheitsbegehungen mit Fokus auf die Böschungsbereiche und das unmittelbare Umfeld der Kanuparkschleuse durch. Bisher wurden keine Auffälligkeiten im Rahmen des Monitorings festgestellt.

Hintergrund

Die Kanuparkschleuse verbindet den Störmthaler mit dem Markkleeberger See. Die Seen entstanden durch Flutung der Restlöcher des Braunkohlentagebaus Espenhain, deren Abschlussbetriebsplan die LMBV umsetzt.


§ 4‑Broschüre zur sächsischen Regionalentwicklung online

Leipzig/Freiberg. Die neue Broschüre „Impulse für die Regionalentwicklung in Sachsen 2021“ ist nunmehr sowohl gedruckt erhältlich als auch in der Mediathek der LMBV abrufbar. Herausgeber sind das Sächsische Oberbergamt und die LMBV. Im Tätigkeitsbericht zu den § 4-Maßnahmen werden auf insgesamt 16 Seiten die Arbeitsschwerpunkte in Ost- und Westsachsen erläutert, die im Rahmen des Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung im zurückliegenden Zeitraum umgesetzt wurden.

Der Freistaat Sachsen verfolgt im Umfeld des stillgelegten Braunkohlenbergbaus eine nachhaltige Entwicklung für verschiedenartige Folgenutzungen an den Tagebaurestseen. Für Maßnahmen zur Beseitigung struktureller Mängel, zur nachträglichen Wiedernutzbarmachung und zur Unterstützung der regionalen Entwicklung stellt er deshalb finanzielle Mittel aus dem Landeshaushalt zur Verfügung. Da weder die eigentlichen Nachnutzungen noch die Schaffung der Voraussetzungen hierfür Aufgabe des zur Sanierung Verpflichteten ist, wird die Braunkohlesanierung im Freistaat Sachsen seit dem Jahr 2003 durch so genannte § 4-Maßnahmen im Rahmen des Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung unterstützt. Die LMBV fungiert hier als Projektträger dieser § 4-Maßnahmen und gleichzeitig als gesetzlich Sanierungsverpflichteter.

Dank einer Neugestaltung des Mediathek-Layouts ist das Cover der Broschüre und seiner Vorgänger nunmehr auch als Thumbnail sichtbar - die Listenansicht lässt sich oben rechts in die Thumbnail-Ansicht umstellen. Die Reihe „Impulse für die Regionalentwicklung“ kann unter „Kategorie“ und „Berichte“ gefiltert werden, siehe https://www.lmbv.de/service/mediathek/.


Studie zur Nutzung der Schachtanlage Paul II ausgezeichnet

Im Rahmen der denkmal, der europäischen Leitmesse für Denkmalpflege, Restaurierung und Altbausanierung, wurden am 25. November 2022 die drei Gewinner der 12. Messeakademie prämiert. Unter den Preisträgern befindet sich eine Machbarkeitsstudie zur künftigen Nutzung der Schachtanlage Paul II. Diese Anlage steht mit ihren Nebengebäuden seit 1961 unter Denkmalschutz und befindet sich im Besitzt der LMBV.

Als Organisator des Wettbewerbes lud die Leipziger Messe GmbH alle Teilnehmer zum Fachkolloquium ein. Hier stellte Alf Furkert, Landeskonservator, Landesamt für Denkmalpflege Sachsen und Vorsitzender der Jury für die 12. Messeakademie, die sieben Projekte vor, die mit einer Anerkennung ausgezeichnet wurden. Im Anschluss daran präsentierten die drei Preisträger ihre Projekte. Ausgezeichnet wurde jeweils der beste Entwurf zu einem der vorgegebenen Objekte Schloss Schnaditz (Sachsen), Schlosspark Altenburg (Thüringen) und Schachtanlage Paul II (Sachsen-Anhalt). Die zwei Entwürfe zum Schloss Senftenberg (Brandenburg) erhielten jeweils einen Anerkennungspreis. Insgesamt wurden 49 Entwürfe eingereicht.

Die LMBV freut sich, dass insgesamt 16 Entwürfe zur Schachtanlage Paul II eingereicht wurden und Konzepte zur künftigen Nutzung unterbreiten. Zur Preisverleihung war Benjamin Ulrich, Fachgebietsbearbeiter Planung Westsachsen/ Thüringen, als Vertreter vor Ort und gratulierte Mara Ludchen  zu ihrem Erfolg.

Der Entwurf von Mara Ludchen, die an der Hochschule Trier Innenarchitektur studiert, sieht eine kleinteilige Nutzung des Areals vor.  Die Arbeit steht unter dem Titel "Schachtanlage Paul II - ein Ausflugsort" und hat den gestalterischen Rahmen von "Die 4 C´s" entwickelt - Cycle, Carbo, Coffee und Continuance. Mit der Anbindung an den bestehenden Recarbo-Rad- und Wanderweg sollen gezielt Fahrradtouristen angesprochen werden und vor Ort die entsprechende Ausstattung vorfinden (Cycle). Auf dem Gelände selbst sollen ein Café (Coffee), ein kleine Ausstellung zum Schacht Paul II (Carbo) und Übernachtungsmöglichkeiten entstehen (Continuance).

Modell des prämierten Entwurfs zur Schachtanlage Paul II

Der Wettbewerb

Denkmale dauerhaft erhalten und sinnvoll weiternutzen - diesem Thema widmet sich die Messeakademie 2022. Vier schützenswerte, historische Bauwerke, die dringend einer nachhaltigen, denkmalgerechten Umnutzung bzw. Erweiterung bedürfen, wurden für den Wettbewerb ausgewählt:

  • Schachtanlage Paul II, Teuchern, OT Naundorf, Sachsen-Anhalt
  • Schloss Schnaditz, Bad Düben, OT Schnaditz, Sachsen
  • Marstall / Schönhaus im Schlosspark Altenburg, Thüringen
  • Schloss Senftenberg, Brandenburg

Die Studenten informierten sich im Frühjahr 2022 vor Ort über die Objekte, die LMBV berichtete. Die Aufgabe bestand darin, Lösungen für die Nutzung der Denkmale zu entwickeln, die den Erhalt ihres unverwechselbaren Erscheinungsbildes garantieren. Es galt denkmalverträgliche Konzepte und – wenn gefordert – moderne Ergänzungsbauten zu entwerfen. Die LMBV unterstützte den Wettbewerb indem sie Unterlagen zur Verfügung stellte, die untertägige Situation erläuterte und Fragen der Studenten beantwortete.

Impressionen der Preisverleihung der 12. Messeakademie (Fotos: LMBV)


Vom Braunkohletagebau zum Geiseltalsee durch den Bergbausanierer

Merseburg. Am 17. November 2022 organisierte der Förderverein Sachzeugen der chemischen Industrie e. V. das 256. Kolloquium in der Hochschule Merseburg zum Thema "Vom Braunkohletagebau zum Geiseltalsee". Es war das letzte von neun Kolloquien dieses Jahr. Anhand zahlreicher Bilder, Videos und historischer Dokumente wurde der Bogen vom historischen Geiseltal, in dem die ca. 17 kilometer lange Geisel einst bis zu 30 Mühlen angetrieben haben soll, über den Tagebau Mücheln bis zum Flutungsprozess des Geiseltalsees gespannt. Während seines öffentlichen Vortrags informierte der ehemalige LMBV-Abteilungsleiter Dietmar Onnasch rund 50 Studenten, Alumni und Interessierte über die Besonderheiten der Lagerstätte, deren Abbau, Landinanspruchnahme und Devastierung. Er erläuterte, dass die 1993 begonnene Wiedernutzbarmachung seitens LMBV nur fünf Jahre vor der planmäßigen Einstellung der Braunkohleförderung einsetzte und welche verschiedenen Technologien zum Herstellen des künstlichen Sees genutzt. Wie viel technischen Erfindungsreichtum man zu DDR-Zeiten hatte, um für die Wirtschaft Energie bereitzustellen, zeigten Anekdoten aus seinem Arbeitsleben. Im Anschluss folgte eine rege Diskussion der Anwesenden zur neu geschaffenen Landschaft, in der auch die Frage geklärt wurde, warum der mittlere Endwasserstand bei 98,0 m NHN festgelegt wurde.

In Kürze wird der Artikel "Der Geiseltalsee - Ergebnis der bergbaulichen Wieder-nutzbarmachung des Braunkohletagebaus Mücheln"  von Dietmar Onnasch im Heft 46 (27. Jg., 2/2022) der Schriftenreihe „Merseburger Beiträge zur Geschichte der chemischen Industrie in Mitteldeutschland“ veröffentlicht werden. Die neue 256 Seiten dicke Publikation widmet sich dem Geiseltal und ist käuflich erwerbbar über den Herausgeber Deutsches Chemie-Museum Merseburg (dchm). Die Reihe existiert bereits seit 1996. Die ersten Publikationen titelten mit „Von der Kohle zum Kautschuk“. 

Download der Broschüre unter https://www.deutsches-chemie-museum.de/de/publikationen/2022.html.

Fotos: LMBV/Claudia Hermann