Ableiter Merseburg Ost: Einladung zur öffentlichen Informationsveranstaltung und Baubeginn
Leipzig/Luppenau. Mit Beginn der Sommerferien in Sachsen-Anhalt startet die LMBV ihre Arbeiten zum Ableiter Merseburg Ost vom Wallendorfer See bis zur Einbindung in die Luppe. Als erster Bauabschnitt wird ab 7. Juli 2023 der Durchlass unter der Löpitzer Straße errichtet. Dazu wird die Löpitzer Straße während der Sommerferien vom 7. Juli bis 16. August 2023 gesperrt.
Anlässlich des Baubeginns lädt die LMBV interessierte Bürger und Anwohner zu einem öffentlichen Baubeginn und einer Informationsveranstaltung ein.
Der Bürgermeister der Gemeinde Schkopau, Vertreter der beteiligten Behörden, Verantwortliche der LMBV, Ansprechpartner der ausführenden Firmen sowie lokale politische Akteure werden vor Ort sein und für Fragen zur Verfügung stehen.
Geplanter Ablauf: • Begrüßung durch Grit Uhlig, Leiterin Sanierungsbereich Mitteldeutschland der LMBV • Grußwort Torsten Ringling, Bürgermeister der Gemeinde Schkopau • Geführte „Wanderung“ entlang des künftigen Ableiters bis zum Bahndamm mit Erläuterungen zum Naturschutzfachlichen Gutachten und zu den Bauarbeiten • Gelegenheit für Einzelgespräche der Bürger mit den beteiligten Akteuren
Achtung: Es ist festes Schuhwerk für die Begehung des Geländes erforderlich!
Aue-Bad Schlema. Die Befahrung des Steuerungs- und Budgetausschusses für die Braunkohlesanierung (StuBA) am 13. Juni 2023 führte die Mitglieder dieses Jahr an den südwestsächsischen Wismut-Sanierungsstandort Aue-Bad Schlema. Der dortige Schachtkomplex 371 in Hartenstein ist als eine der wenigen Uranerz-Bergbauanlagen der ehemaligen SDAG Wismut in großen Teilen erhalten geblieben.
Dr. Michael Paul, Geschäftsführer Technisches Ressort, stellte im ehemaligen Zechensaal das bundeseigene Unternehmen vor, dessen Kerngeschäft seit 30 Jahren im Sanierungsbergbau an acht Standorten in Sachsen und Thüringen besteht. Während seiner Einführung zog er mehrfach Parallelen zum Schwesterunternehmen LMBV, u. a. in Bezug auf das Wassermanagement. Daneben gehört der Strahlenschutz zu den Kernaufgaben der Wismut GmbH. Das Bergwerk Schlema-Alberoda baute bis 1990 eine der größte Uranerzlagerstätten Europas ab, war zudem mit rund 2000 Metern Teufe die tiefste Grube Europas und wies im Umfeld eine entsprechende Haldenlandschaft auf. Im Schlematal ist der Transformationsprozess vom einstigen „Tal des Todes“ zur Wiederauferstehung als Kurort Bad Schlema Anfang der 2000er Jahre gelungen.
Nach einer Einweisung zur Sauerstoffselbstrettung durch Andy Tauber, Leiter Bereich Sanierung Aue, fuhren die Ausschussmitglieder in den Schacht 15 IIb ein. Bei der untertägigen Befahrung erläuterten Andy Tauber und Dr. Olaf Wallner, Leiter Abteilung Koordinierung/ Markscheidewesen, die Sanierungsaufgaben. Im Mittelpunkt standen der Streckenvortrieb beziehungsweise die Aufwältigung an zwei Betriebspunkten (Querschlag 33, Gang Bocksloch). Weiterhin erfolgte ein Rundgang durch das technische Denkmal Schacht 371 – einem Bestandteil des UNESCO-Welterbes – über Lampenstube, Schacht- und Maschinenhaus mit Koepe-Fördermaschine.
Unter Führung von Martin Zimmermann, Leiter Projektträger Altstandorte, endete die Befahrung auf der Halde 65 inmitten der Ortslage des Kurortes Bad Schlema. Er führte aus, dass die alte fast 5 Hektar große bewaldete Halde mit einer Plateaufläche von 2 Hektar nicht dauerhaft standsicher gewesen sei und außerdem die Strahlenschutzwerte überschritten habe, weshalb der Haldenkörper ab 2018 innerhalb von 18 Monaten komplett abgetragen und 1 Million Tonnen schwach radioaktiv belastetes Material auf die Wismut-eigene Halde 371 umgelagert worden sei. Nach der Profilierung und Anbindung an die Vorflut ist nunmehr eine frei zugängliche Wiese im Kur- und Erholungsgebiet entstanden. Die Halde 65 gilt laut Ralph Weidner, StuBA-Vertreter vom Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, als „Erfolgsbeispiel für die Sanierung in Sachsen“. Als Wismut-Altstandort werden Objekte bezeichnet, die durch die SAG/SDAG Wismut für die Uranerzgewinnung und -aufbereitung genutzt wurden, zum 30. Juni 1990 jedoch nicht mehr im Eigentum der Wismut GmbH waren. 2002 wurde die Projektträgerschaft zur Sanierung an die Wismut GmbH übertragen.
Gruppenfoto vor dem technischen Denkmal Schacht 371
Fotos: Wismut GmbH/Thomas Ackermann
Geschäftsführer Dr. Michael Paul gab im Zechensaal eine Einführung zum Standort und den Tätigkeiten der Wismut GmbH.Andy Tauber belehrte im Zechensaal über den Gebrauch des Selbstretters.Territorium des Schachts 371 in Hartenstein im Bereich Sanierung Aue der Wismut GmbH
Ufersicherung per Buhnen am Geiseltalsee fertiggestellt
Leipzig/Frankleben. Rechtzeitig vor Beginn der Badesaison kann das Franklebener Ufer am Geiseltalsee wieder von der Öffentlichkeit genutzt werden. Denn die Sicherung der Uferböschung konnte bereits vorfristig am 4. Mai 2023 abgeschlossen werden. Vertraglich war die Bauzeit bis zum 31. Mai 2023 avisiert gewesen. Damit ist die Rückverlagerung der Uferlinie des Bergbaufolgesees und die potenzielle Gefährdung des Seerundweges gestoppt. Mittlerweile ist die Übergabe des Geländes an die Stadt Braunsbedra erfolgt.
Die vorfristige Fertigstellung gelang dank der lösungsorientierten Zusammenarbeit aller Beteiligten trotz einiger Schwierigkeiten: Zum Baubeginn im November und Dezember 2022 gab es Kampfmittelverdachtsfälle. Diese mussten unter Hinzuziehung der zuständigen Behörde geklärt werden. Weiterhin gab es im Uferbereich aufgrund der Erosion von Wind und Wellen einen größeren Materialabtrag bzw. -verlust als angenommen. Demzufolge wurden eine Planungsanpassung sowie der Mehreinbau von neu anzuliefernden Kiesmaterial notwendig. Zu guter Letzt waren erhöhte Aufwendungen bei der Errichtung der Arbeitsebenen für das Einbringen der neun Holzbuhnen durch partiell gering tragfähigen Baugrund nötig gewesen.
Fotos: Mario Markowski
Sanierter UferbereichBlick in Richtung Auslaufbauwerk
Concordia See: Stand der Sanierungsarbeiten und Zukunftspläne
Stadt Seeland/OT Nachterstedt. Bernd Sablotny, Sprecher der LMBV-Geschäftsführung, informierte am 11. April 2023 in Nachterstedt die Vertreter vom Landesamt für Geologie und Bergwesen, vom Ministerium für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten des Landes Sachsen-Anhalt, vom Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt, von Bundes- und Landtag, vom Salzlandkreis sowie die Räte der Stadt Seeland über den erreichten Sanierungsstand im Bereich des ehemaligen Tagebaus Nachterstedt/Schadeleben und künftige Meilensteine bei der Gewässerherstellung und Wiedernutzbarmachung der vormalig bergbaulich genutzten Flächen.
Während seines Vortrags erklärte er, dass die Sanierungsarbeiten noch andauern. 2026 werden die Hauptsanierungsleistungen für die Rutschungsereignisse von 2009 und 2016 voraussichtlich fertig gestellt werden. Sukzessive kann dann der Sperrbereich nahe der Ortslage teilweise zurückgenommen werden und die Planung für den Ersatzneubau der Kreisstraße K1368 könnte beginnen. Für 2027/2028 ist die Einreichung der Unterlagen zum Planfeststellungsverfahren avisiert. Ein möglicher Flutungsbeginn des Concordia Sees durch Eigenaufgang könnte ca. 2029 durchführbar sein. Mit dem Erreichen des mittleren Endwasserstandes bzw. dem Ende der Flutung ist Mitte der 2040er Jahre zu rechnen. Bis dahin ist kein Zugang zum See von Nachterstedter Seite möglich.
Im Anschluss erhielten die Teilnehmer während eines geführten Spaziergangs innerhalb des Sperrbereichs konkrete Einblicke in die Böschungsbereiche am Südufer des Concordia Sees.
An drei Standorten wurden bereits erfolgte und noch geplante Baumaßnahmen von Projektmanager Mathias Siebert erläutert. Die Höhe des künftigen Endwasserstands wurde anhand von blau markierten Pfählen am Südwestufer des Concordia Sees markiert.
Impressionen von der Veranstaltung (Fotos: Anika Dollmeyer)
Bau einer Leitwand ermöglicht Sicherung des Grundwassers am Altstandort Schwelerei Deuben
Bau einer Leitwand neben dem ehemaligen Kraftwerk Deuben (Foto: Christian Horn)
Leipzig/Deuben. Am 4. April 2023 erläuterten Vertreter der LMBV und ihrer Auftragnehmer während einer Informationsveranstaltung am ehemaligen Ofenhaus Deuben den Bau einer so genannten Leitwand zur Anstromsicherung. Sie bildet den Übergang von der aktiven zur passiven Grundwasserreinigung mit einem natürlichen Schadstoffabbau im Abstrom des Westschadensbereiches der ehemaligen Schwelerei Deuben. Dort befinden sich die ehemaligen Anlagenbereiche Ofenhaus und Entphenolung.
Die entstehende Dichtwand wird eine Länge von 160 Metern haben. Zwischen Mitte Oktober 2022 und Mitte November 2023 läuft die Errichtung als Stahlspundwand mit Spundwandprofilen (Mindestprofilstärke 11 Millimeter) und wasserdichtem Schloss. Die insgesamt 113 doppelten Spundwandbohlen haben eine Länge von 12,5 Metern bis 18,5 Metern. Sie wurden speziell angefertigt. Eine einzelne Bohle von 15 Metern Länge wiegt 2,8 Tonnen.
Als Vorzugstechnologie für das Einbringen der Spundwandbohlen wird das Pressen in Verbindung mit Vorbohren (Auflockerungsbohrungen) über der gesamten Länge der Leitwand gewählt. Die Gesamtkosten der Baumaßnahme belaufen sich auf rund 1,7 Millionen Euro netto.
Auftragnehmer ist die Firma SGL Spezial- und Bergbau- Servicegesellschaft Lauchhammer mbH. Finanziert wird die Maßnahme über den § 2 des Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung.
Besichtigung Arbeitskreis Deuben
Hintergrund:
Auf dem Gelände der Schwelerei Deuben wird seit 1999 eine Grundwassersanierung ausgeführt. Mit dem vor Ort über viele Jahrzehnte stattgefundenen Schwelereibetrieb war eine erhebliche Schadstoffkontamination vom Erdreich und Grundwasser verbunden. Ziel der bereits erfolgten und weiterhin stattfindenden Sanierung ist es, die Schadstoffmenge im Erdreich deutlich zu verringern und das Grundwasser zu reinigen. Circa 24 Jahre lang erfolgte der Sanierungsbetrieb mittels einer Pump-and-Treat-Wasserbehandlungsanlage: Belastetes Wasser wurde gereinigt und danach entsprechend abgeleitet. Die Schadstoffmengen im Boden wurden hiermit deutlich verringert. Jedoch stößt diese Technologie mittlerweile an ihre Grenzen bezüglich Wirksamkeit und Effektivität. Dank des bereits erzielten Sanierungsfortschritts kann nunmehr der schrittweise Übergang zu einem natürlichen Schadstoffabbau erfolgen.
Als neue so genannte passive Technologie wird eine Dichtwand zum Abhalten und Vorbeileiten des sauberen Grundwassers errichtet, bevor es in den belasteten Bodenschadensbereich Ofenhaus eintritt und dort mit Schadstoffen aufgeladen wird. Die Spundwand durchteuft den oberen kontaminierten Grundwasserleiter 14 bis zur darunterliegenden stauenden Schicht und führt zu einem Aufstau des ungeschädigten anströmenden Grundwassers. Das aufgestaute Wasser wird um die kontaminierten Bereiche herumgeleitet. Dadurch strömt vom Ofenhausbereich eine geringere kontaminierte Wassermenge Richtung Norden ab, die mittels natürlich wirkender Schadstoffabbauprozesse behandelt werden soll.
Die Kontrolle des von der Leitwand umgeleiteten Grundwasserstromes erfolgt anhand von Kontrollprofilen bestehend aus mehreren Grundwassermessstellen. Die verbleibenden Restbelastungen der bestehenden Schadstofffahne im Grundwasser werden dem natürlichen Schadstoffabbau überlassen. Die Wirksamkeit des natürlichen Schadstoffabbaus wird mit einem Messprogramm kontrolliert. Bis zum bestätigten Betrieb der Leitwand wird die Grubenwasserreinigungsanlage zum Betrieb vorgehalten. Weitere Ersatzmaßnahmen sind in Planung.
Impressionen von der Baustelle (Fotos: Anika Dollmeyer)
Doppelpresse in BetriebSGL-Geschäftsführer Chris MehlischSpundwandbohlen aus LuxemburgVorbereitung einer SpundwandLMBV-Sanierungsbereichsleiterin Grit UhligAusrichten für EinpressenEinpressen per Spezialtechnik
Gewässernachsorge auf dem Störmthaler See
Leipzig/Großpösna. Zur Steuerung der Gewässerbeschaffenheit werden im März und April 2023 rund 1.200 Tonnen Kalksteinmehl in den Störmthaler See eingebracht. Dies erfolgt mithilfe eines Schubverbandes, der das Material großflächig über den gesamten See verteilt. Damit wird das Wasser neutralisiert. Ausführende Firma ist die Anlagen-, Bau- und Betriebsgesellschaft mbH (ABG) aus Dresden. Die Vorbereitungen zur Baustelleinrichtung sind bereits abgeschlossen. Die Bekalkung beginnt in der Woche vom 20. März 2023 und wird wahrscheinlich vier Wochen dauern.
Die LMBV ist entsprechend dem Planfeststellungsbeschluss verpflichtet, den ph-Wert im Störmthaler See zwischen sechs und acht zu halten. Dazu wird das Wasser regelmäßig kontrolliert und nahezu jährlich mit Kalkmehl oder - wie in diesem Jahr - mit Kreide behandelt, die einen sehr guten Wirkungsgrad hat. Die letzte Gewässerbehandlung fand im Frühling 2022 statt.
Eindrücke von der Bekalkung des Störmthaler Sees im Februar 2022
Fotos: Christian Horn
Harthkanal: Sachstand und Perspektiven — Beendigung des Schnittstellenprojektes
Leipzig/Dresden/Freiberg. (PM des OBA v. 10.03.23) Am 23.01.2023 fand eine Abstimmung zwischen den hauptbeteiligten Behördenvertretern und der LMBV zum Sachstand und zu den Perspektiven eines Harthkanals zwischen dem Zwenkauer und dem Cospudener See statt. Mit diesem Bauwerk wurde bislang die Absicht verfolgt, eine Bündelung von wasserwirtschaftlichen Zielen (Überschusswasserableitung und Hochwasserentlastung) und gewässertouristischen Funktionen (schiffbare Verbindung) vorzunehmen. Die bisherigen Arbeiten zur Planung und zur Realisierung erfolgten im Zuge eines Schnittstellenprojektes nach dem Verwaltungsabkommen Braunkohlesanierung zwischen Bund und Ländern durch die LMBV.
Im Ergebnis der Abstimmung wurden die nachfolgenden Befunde und Positionen herausgearbeitet:
Aufgrund der eingetretenen erheblichen Kostensteigerungen und des bestehenden Budgetrahmens sind keine Voraussetzungen für die Fortführung des wassertouristischen Teils mehr gegeben.
Überschusswasserableitung und Hochwasserentlastung als berg- und wasserrechtliche Verpflichtungen der LMBV sind für die Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit prioritär.
Die LMBV wird den Antrag stellen, das Schnittstellenprojekt zu beenden, und sich auf die Erfüllung ihrer Sanierungsverpflichtungen konzentrieren, wozu sie sich ausdrücklich bekennt.
Damit wird eine Neuplanung für das Vorhaben erforderlich, in deren Zuge auch über die Genehmigungserfordernisse zu befinden ist.
Zwischen den beteiligten Institutionen erfolgte eine Verständigung dahingehend, dass bei einer Umsetzung der wasserwirtschaftlichen Sanierungsziele für den Zwenkauer See die kommunalen Entwicklungsziele angemessen zu berücksichtigen sind. Dabei bildet die Offenhaltung einer wassertouristischen Option für eine Realisierung in späterer Zeit eine Mindestanforderung bei allen weiteren Planungen. Dazu erfolgen Abstimmungen zwischen den Hauptbeteiligten. Zugleich wird sichergestellt, dass das im Zuge des Doppelhaushalts 2023/2024 beschlossene Budget für Maßnahmen zur Erhöhung des Folgenutzungsstandards über die berg-rechtlichen Verpflichtungen hinaus uneingeschränkt für weitere Projekte zur Verfügung steht.
Die Steuerungsgruppe Leipziger Neuseenland hat sich in ihrer Sitzung am 10.03.2023 mit der Situation befasst.
Landesdirektion Sachsen (LDS)
Landestalsperrenverwaltung Sachsen (LTV)
Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV)
LMBV-Flutungsbilanz für Mitteldeutschland im Jahr 2022
Leipzig. Für das Jahr 2022 lässt sich für den Raum Mitteldeutschland die folgende Flutungsbilanz ziehen. Demnach beläuft sich die Jahressumme 2022 für die Flutung und Nachsorge der LMBV in Mitteldeutschland auf 23 Mio. m³. Aus den Vorflutern herangezogen konnten dafür etwa 15 Mio. m³ (ca. 9 Mio. m³ aus der Weißen Elster und ca. 6 Mio. m³ aus der Saale); weitere 8 Mio. m³ waren Sümpfungswässer für die Tgb. Haselbach, Helmstedt und Nachterstedt.
Damit bewegt sich die Jahresmenge insgesamt auf dem Niveau früherer Trockenjahre wie z.B. 2019 mit 23 Mio. m³ oder 2020 mit 25 Mio. m³. Im vergleichsweise feuchten Jahr 2021 konnten bis zu 35 Mio. m³ für die Flutung und Nachsorge aus den Flüssen genutzt werden. Im Mittel der vergangenen zehn Jahre konnten so bis zu 29 Mio. m³ pro Jahr für die Flutung und Nachsorge in Mitteldeutschland von der LMBV eingesetzt werden.
Im Südraum Leipzigs wurden in 2022 vornehmlich die Bergbaufolgeseen wie der Zwenkauer See sowie der Haselbacher See mit Wasser versorgt. Der Zwenkauer See erhielt 9 Mio. m³ aus dem überschüssigen Dargebot der Weißen Elster, der Haselbacher See profitierte von rund 4 Mio. m³ Sümpfungswasser aus dem Tagebau Schleenhain der MIBRAG mbH. Der Markkleeberger See sowie der Cospudener See wurden durch Überleitungen aus dem Störmthaler bzw. Zwenkauer See weiter mit Wasser versorgt.
Unter dem Flutungsprozess wird im Allgemeinen die Einleitung von Fremdwasser zur Auffüllung der Hohlformen entstehender Bergbaufolgeseen bezeichnet. Vorrangig wird dafür überschüssiges Wasser aus den Fließgewässern herangezogen. Überschüssig ist jenes Wasser, welches dem Fließgewässer einen Abfluss oberhalb des Mindestabflusses sichert. Gleichzeitig sind Rangigkeiten bzgl. der Nutzungsprioritäten zu beachten. Generell nimmt die Flutung von Bergbaufolgeseen hinter den Nutzungen für Industrie und Gewerbe, Sicherung der Schifffahrt sowie Speicherbewirtschaftung den letzten Rang ein.
Im Jahr 2022 wurden im Mitteldeutschen Revier der LMBV rund 33 Mio. m³ Wasser aus den Bergbaufolgeseen in die Vorfluter abgeleitet, rund 24 Mio. m³ davon in die Fließgewässer des Leipziger Südraums. Im Mittel der vergangenen 10 Jahre wurden 42 Mio. m³ pro Jahr in die Vorfluter Mitteldeutschlands abgeleitet.
Die höchste Einzelmenge 2022 wurde mit rund 15 Mio. m³ aus dem Cospudener See in die Pleiße abgegeben. Diese relativ hohe Menge liegt zum einen in der güteorientierten Bewirtschaftung des vorgelagerten Zwenkauer Sees, zum anderen in der praktizierten Stützung der Pleiße in der Niedrigwasserphase 2022 begründet. Aus dem Markkleeberger See wurden in 2022 vorrangig zur Stützung der Vorflut rund 4,4 Mio. m³ in die Kleine Pleiße ausgeleitet.
Die Bergbaufolgeseen im Südraum von Leipzig wiesen im Jahr 2022 überwiegendpositive Wasserbilanzen auf. Aufgrund der meteorologisch ungünstigen Rahmenbedingungen (wenig Niederschlag bei gleichzeitig hoher Verdunstung) fielen die Bilanzüberschüsse gegenüber dem Vorjahr allerdings deutlich geringer aus. Die höchsten Überschüsse wurden 2022 am Störmthaler See sowie Zwenkauer See (2,9 bzw. 2,1 Mio. m³) generiert. Der Cospudener See sowie der Markkleeberger See wiesen nach Überschüssen im Vorjahr in 2022 ausgeglichene Bilanzen auf. Bereitgestellt und aufbereitet wurden die Daten von der LMBV-Flutungszentrale und dem Unternehmensbereich Technik.
LMBV-Befliegungsaufnahmen von Christian Bedeschinski | Archiv
Störmthaler See im Sanierungsbereich Mitteldeutschland der LMBV | 2022
Markkleeberger See im Sanierungsbereich Mitteldeutschland der LMBV| 2022
Cospudener See im Leipziger Neuseenland | 2022
Haselbacher See im LMBV-Sanierungsbereich Mitteldeutschland | 2022
Gewässerausbau Lober: Holzungs- und Freischnittarbeiten im Februar
Delitzsch/Leipzig. Im Uferbereich des Lobers, zwischen Rosentalbrücke und Stadtparkbrücke, beginnen voraussichtlich Mitte Februar Holzungs- und Freischnittarbeiten. Diese Arbeiten sind notwendig, um im Juni/Juli 2023 mit der Entnahme von Rasengittersteinen im Flussbett des Lobers zu beginnen.
Die im Rahmen der geplanten Baumaßnahme „Gewässerausbau des Lober im 1. Bauabschnitt“ ausgeführte Entnahme wird im Anschluss durch die Lausitzer- und Mitteldeutsche Bergbau- Verwaltungsgesellschaft auf ihre Wirksamkeit bewertet. Grundsätzliches Ziel ist es, ein gutes ökologisches Potenzial des Lobers herzustellen.
Geiseltalsee: Buhneneinbau bei Frankleben schreitet planmäßig voran
Leipzig/Frankleben. Damit der östliche Uferbereich des Geiseltalsees künftig besser vor Wind- und Wellenschlag und daraus folgender Erosion bis zum Wirtschaftsweg geschützt ist, wird gegenwärtig eine Sicherung durch den Einbau von Holzbuhnen durchgeführt. Bis Ende Mai 2023 werden neun jeweils 30 Meter lange Buhnen am Franklebener Ufer entstehen und der abgetragene Kies durch neue Aufschüttungen wieder instandgesetzt werden.
Angefangen wurde entsprechend Planung mit der 9. und 8. Buhne, die dem Auslauf des Geiseltalsees am nächsten liegen und damit der weiteren Verlandung entgegenwirken. Derzeit entsteht die 7. Buhne per Einrammen durch die Baufirma Meliorations,- Straßen- und Tiefbau GmbH Laucha (MST). Dafür werden brandenburgische Robinien- oder Douglasien-Baumstämme mit einer Länge von 3,50 bis 7,50 Metern – je nachdem, ob nah am oder weiter weg vom Uferbereich – bis in 5 Meter Tiefe eingebaut. Dies geschieht per Kettenbagger mit Vorsatzrammgerät von einem kleinen Steindamm, der vorab vom Kampfmittelbeseitigungsdienst zur Prüfung des Untergrunds genutzt wird. Bis eine Buhne vollendet ist, dauert es im Schnitt drei Tage. Nach Fertigstellung der restlichen Buhnen erfolgt die Neuprofilierung des Uferbereichs, wobei auf einer Fläche von 4.500 Quadratmetern neben dem vorhandenen Erdstoff ca. 2.000 Tonnen neuer Kies eingebaut werden.
Die Buhnen ragen nach dem vollständigen Einrammen nur noch 50 Zentimeter aus dem Wasser heraus
Begonnen wurde die Maßnahme im Auftrag der LMBV im Oktober 2022. In den Jahren 2021 und 2020 waren zur Beseitigung von Kliffbildungen beziehungsweise Erosionsschäden bereits Ufersicherungen am Hainer See und am Störmthaler See durchgeführt worden.
Fotos: LMBV/Claudia Hermann
Baumstämme vom Holzhof Rheinsberg
Aufnehmen per Kettenbagger
Einbau per Vorsatzrammgerät
Aller 35 Meter entsteht die nächste Buhne