Geiseltalsee: Nördlicher Seeteil für den Gemeingebrauch freigegeben

Folgenutzung nunmehr auf gesamter Seefläche möglich

Mücheln/Braunsbedra/Bad Lauchstädt. Anlässlich der Freigabe für den Nordteil des Geiseltalsees erfolgte am 20. Mai 2026 auf dem Weinberg Goldener Steiger ein symbolischer Banddurchschnitt. Gewürdigt wurde der lange Weg von der ersten Teilfreigabe 2012 bis zur kompletten Seefreigabe. Auf Basis der „2. Änderung der Allgemeinverfügung des Landkreises Saalekreis zur Regelung des Gemeingebrauchs auf dem Geiseltalsee vom 21.05.2026“ ist das Befahren und Baden nunmehr auch im Nordbereich möglich. Außerdem wurde ein Kitesurfbereich im Bereich Strand Frankleben eingerichtet.

Der Landrat des Saalekreises Hartmut Handschak erinnerte an den offiziellen Flutungsbeginn vor 23 Jahren am 30. Juni 2003, der auf „Bagger, Kohle, Rohre und ein großes tiefes Loch“ folgte. Er war der Startschuss für die Zukunftsgestaltung des Geiseltals. Nach 23 Jahren sei die Natur ins Tal zurückgekehrt, die Wasserflächen gäben viel Raum für Erholung, Bojenketten sowie Fragen der Böschungsstabilität gehören nun der Vergangenheit an. Die Freigabe der ganzen Seefläche sei ein wichtiges Signal für die Region und was durch die LMBV entstanden sei, verdiene „größten Respekt und Dank“. Bei allen Beteiligten bedankte sich der Landrat für ihren Mut, ihre Visionen und ihre Geduld bei der Umsetzung des Vorhabens, das nichts weniger als eine Meisterleistung sei: „Wir haben es geschafft!“.

Elke Kreische-König, LMBV-Sanierungsbereichsleiterin, betonte in ihrem Grußwort, dass im Geiseltal eine Bergbaufolgelandschaft entstanden sei, die ihresgleichen suche. 18,4 Quadratkilometer Fläche seien bergbaulich saniert worden: Gewaltige Erdmassen wurden bewegt, um die Böschungen der über 100 Meter tiefen Gruben auf 40 Kilometern Länge zu stabilisieren. Es entstand ein neuer Naturraum von überregionaler Anziehungskraft. Insgesamt flossen Investitionen in Höhe von 351 Millionen Euro in die Erstellung des Kleinods. Weitere Sanierungsarbeiten sollen noch umgesetzt werden. Es seien 34 Millionen Euro für die kommenden zwei Jahrzehnte eingeplant, um das große Thema Fließgewässer zu bearbeiten. Ziel sei die Wiederherstellung eines ausgeglichenen, sich selbst regulierenden Wasserhaushalts im Geiseltal – ohne aufwändige Einflussnahme des Menschen und die Beendigung der Bergaufsicht. Gerade bei diesen übergreifenden Wasserthemen sei Kreativität gefragt, Nachhaltigkeit spiele eine große Rolle. Hierfür benötige es einen konstruktiven Dialog von allen Seiten.

Der offizielle Banddurchschnitt erfolgte zusammen mit Braunsbedras Bürgermeister Steffen Schmitz, Müchelns Bürgermeister Andreas Marggraf und Bad Lauchstädts Bürgermeister Christian Runkel. Sie gaben damit die Seefläche symbolisch frei. Bei der Veranstaltung anwesend waren politische Vertreter, regionale Partner, Investoren und Touristiker. Das musikalische Rahmenprogramm übernahmen die Geiseltaler Musikanten e. V.

Übersichtskarte zur 2. Änderung der Regelung des Gemeingebrauchs auf dem Geiseltalsee (Bestandteil dieser Allgemeinverfügung)

Zur Historie:
Aus dem Restloch des ehemaligen Tagebaus Mücheln entstand der Geiseltalsee. Mit einer Fläche von 18,4 km² und einer Uferlänge von ca. 42 km ist der Geiseltalsee der zweitgrößte künstliche See in Deutschland und das größte Gewässer im Mitteldeutschen Seenland. Mit einer maximalen Tiefe von 81,50 m im Westfeld und einem Wasservolumen von 423 Mio. m³ bei einem Wasserstand von +98,00 m NHN ist er damit bezogen auf das Wasservolumen der größte künstliche See in Deutschland.

Rund 300 Jahre Braunkohlenbergbau haben im Geiseltal ihre Spuren hinterlassen. Das vom namensgebenden Flüsschen Geisel gequerte Gebiet entwickelte sich über die Jahrhunderte zum größten Tagebauareal Mitteldeutschlands. Insgesamt über 1 Milliarde Tonnen Kohle wurde aus den bis zu 120 Meter mächtigen Flözen gefördert. Der Braunkohlenbergbau, der hier seit Beginn des 20. Jahrhunderts in industriellem Maßstab betrieben wurde, gab den Menschen Arbeit und damit eine sichere Lebensgrundlage. 14 Ortschaften mussten zugunsten des Abbaus aufgegeben, die Bewohner umgesiedelt sowie die Geisel verlegt werden. Die Lagerstätte wurde fast vollständig ausgekohlt.

Angesichts der durch den Abbau der Kohle fehlenden Massen und der enormen Ausmaße der entstandenen Restlöcher bestand in der Flutung die einzige machbare Alternative zu deren Füllung. Bereits seit Ende der 1960er Jahre – also Jahrzehnte vor der Stilllegung – wurden grundsätzliche Beschlüsse zur Flutung gefasst, sie war die einzige ökologisch und wirtschaftlich sinnvolle Möglichkeit mit all den sich daraus ergebenden Chancen für eine Nachnutzung. Schon vor Beendigung der Flutung wurden die ehemaligen Tagebauflächen – begrünte Böschungen, aufgeforstete Kippen und Wasser – zur Erholung genutzt. 

Eindrücke von der Veranstaltung (Fotos: LMBV/Claudia Hermann)


Umweltministerkonferenz von Bund und Ländern tagte in Leipzig — Tour mit Halt in Zwenkau

LMBV-Chef Bernd Sablotny präsentierte bei einer Revierbefahrung auch die Arbeit des Bergbausanierers

Leipzig. Der Freistaat Sachsen ist 2026 das Vorsitzland der Umweltministerkonferenz (UMK), so das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL). Vom 6. bis 8. Mai 2026 kamen daher die Umweltministerinnen, -minister und -senatorinnen von Bund und Ländern zu ihrer Frühjahrstagung in Leipzig zusammen. Sachsens Umweltminister und UMK-Vorsitzender Georg-Ludwig von Breitenbuch betonte im Vorfeld: „Der Schutz unserer Lebensgrundlagen, ein verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen sowie die Anpassung an den Klimawandel sind die zentralen Aufgaben einer modernen Umweltpolitik. Für diese Herausforderungen braucht es gemeinsame Lösungen und konkrete Schritte, die ich mit meinen Amtskolleginnen und -kollegen entwickeln und erarbeiten möchte.“

Die Wahl des Tagungsortes folgte den Schwerpunkten, die Sachsen als Vorsitzland für die UMK 2026 gesetzt hatte – Wassermanagement sowie Natur- und Artenschutz. Staatsminister von Breitenbuch unterstrich daher: „Leipzig und die umliegenden Regionen sind geprägt durch tiefgreifende Transformationsprozesse in den ehemaligen Bergbaugebieten. Sie fordern unsere besondere Aufmerksamkeit und eine vorausschauende Umweltpolitik. Der Wasserhaushalt nimmt hierbei eine Schlüsselrolle ein – er ist Grundlage für Lebensqualität, wirtschaftliche Entwicklung und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Eine zukunftsfähige Wasserwirtschaft erfordert gemeinsames Handeln, zielgerichtete Investitionen und innovative Strategien.

LMBV-Chef Bernd Sablotny hatte während der UMK-Befahrung am 6. Mai 2026 die Möglichkeit, die Herausforderungen der Bergbausanierung der LMBV in Zwenkau zu präsentieren. Teilnehmer der UMK konnten sich am Hafen Zwenkau selbst ein Bild vom erfolgreichen Landschaftswandel machen. Eindrucksvoll war für die Gäste auch das Hochwasserentlastungs-Bauwerk an der Weißen Elster, dass die LMBV seinerzeit errichtet hatte, wo sich die jetzt dort federführende Landestalsperrenverwaltung und die LMBV gemeinsam präsentierten.

Auf ihrer Tagung in Leipzig berieten die Ressortcheffinnen und -chefs unter anderem über die Stärkung der Wasserresilienz, den Ausbau der wasserwirtschaftlichen Infrastruktur und über nachhaltige Strategien zur Anpassung an den Klimawandel. 

Bundesumweltministerkonferenz 2026 in Leipzig; 08.05.2026 © Thomas Victor

Ergebnisse der UMK 2026

Auf ihrer Tagung in Leipzig berieten die Ressortcheffinnen und -chefs vielfältige Fragestellungen. Sachsens Umweltminister und UMK-Vorsitzender Georg-Ludwig von Breitenbuch: „Der Schutz unserer Lebensgrundlagen, ein verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen sowie die Anpassung an den Klimawandel sind die zentralen Aufgaben einer modernen Umweltpolitik. Für diese Herausforderungen braucht es gemeinsame Lösungen und vorausschauendes Handeln. In diesem Geist haben wir heute auf der Umweltministerkonferenz intensiv beraten. Ich freue mich, dass wir einstimmige Beschlüsse zum zukünftigen Wassermanagement gefasst haben. Denn uns allen ist klar: der Umgang mit dieser wichtigen Ressource ist eine Zukunftsaufgabe, die uns alle betrifft und die wir nur mit gemeinsamer Kraft meistern können. Dazu gehört auch die Bewältigung der wasserwirtschaftlichen Folgen in den ehemaligen Braunkohlegebieten, um nach dem Ende des Kohleabbaus Verhältnisse herzustellen, die einen sich weitgehend selbst regulierenden Wasserhaushalt ermöglichen.“

Bundesumweltminister Carsten Schneider wies am 8. Mai 2026 während der UMK darauf hin: „Wälder, Flüsse und Auen sind die unverzichtbare natürliche Infrastruktur Deutschlands. Sie sorgen für Wasser, Nahrung, Kühlung und saubere Luft. Wir müssen sie ebenso fit für die Zukunft machen wie Brücken, Straßen oder Stromleitungen. Mit dem neuen Gesetz zur Stärkung der natürlichen Infrastruktur will ich den Naturschutz verbessern und natürliche Lebensräume als Netz stärken…Ziel muss sein, dass wir am Ende mehr intakte Natur haben: Besser vernetzt, schneller geplant und realisiert und dann sehr gut gemanagt. Ich freue mich über den Rückenwind der Länder, den das neue Gesetz in Leipzig bekommen hat.“ Schleswig-Holsteins Umweltminister Tobias Goldschmidt richtete einen Fokus u. a. auf den schlechten Zustand der Meere.

Alle hier gezeigten Fotos wurden im Auftrag des SMUL von Thomas Victor gefertigt und der LMBV für ihre Öffentlichkeitsarbeit zur Verfügung gestellt. (UST)

Fotos: SMUL / Thomas Victor


Bekalkung des Störmthaler Sees erfolgreich durchgeführt

Leipzig/Großpösna. Ende April wurde im Störmthaler See erneut eine Bekalkungsmaßnahme durchgeführt. Rund 600 Tonnen Kalksteinmehl wurden dabei in den See eingebracht.

Ziel der Maßnahme ist es, die Gewässerbeschaffenheit nachhaltig zu verbessern und insbesondere den pH-Wert zu stabilisieren. Hintergrund ist die sogenannte Rückversauerung, von der mehrere Tagebaufolgeseen im Leipziger Südraum aufgrund geologischer Gegebenheiten betroffen sind.

Mit der Durchführung der Arbeiten wurde, wie bereits in den Vorjahren, die ABG Anlagen-, Bau- und Betriebsgesellschaft mbH aus Dresden beauftragt. Als Bekalkungseinheit kam wie zur letzten Bekalkungsmaßnahme im Vorjahr das Schubboot „Nele“ und die Leichter „Michelle“ und „Sarah“ zum Einsatz. Die technische Umsetzung erfolgt über ein bewährtes Verfahren: An Land wird zunächst eine Kalksuspension in einem Container vorgemischt, die anschließend auf die Schiffe verladen und von dort aus großflächig mittels Unterwassereintrag im See verteilt wird.

Rund 600 Tonnen Kalksteinmehl wurden während der Bekalkungsmaßnahme in den Störmthaler See eingebracht.

Hintergrund

Mit dem Ende des Bergbaus und dem anschließenden Wiederanstieg des Grundwassers gelangen weiterhin eisenhaltige und saure Wässer in den See. Dadurch werden Stoffe eingetragen, die eine Versauerung des Gewässers begünstigen. Um dem entgegenzuwirken und stabile, neutrale pH-Verhältnisse zu sichern, wird der See gekalkt. Die regelmäßige Behandlung ist Teil der langfristigen Nachsorge im ehemaligen Tagebaugebiet.

Neben dem Störmthaler See sind auch der Hainer und der Zwenkauer See von Rückversauerung betroffen. Während der Störmthaler See regelmäßig bekalkt wird, erfolgt beim Zwenkauer See eine Stabilisierung durch die Einleitung von alkalisch wirkendem Wasser aus der Weißen Elster. Für den Hainer See wird nach aktuellen Prognosen eine Bekalkung voraussichtlich erst Anfang 2027 erforderlich sein.

Das eingesetzte Kalksteinmehl gilt als unbedenklich für Mensch und Umwelt.

Fotos: LMBV/Kathrin Falke


Seelhausener See: Zulassung des Gemeingebrauchs erfolgt

Nach jahrelanger Vorbereitung: "Sachsen hat eine neue Badewanne"

Löbnitz. Die Nutzung des Seelhausener Sees in Sachsen ist seit dem 5. Mai 2026 offiziell durch das Landratsamt Nordsachsen geregelt. Bei der feierlichen Eröffnung am Löbnitzer Strand wurde der Erlass der Allgemeinverfügung zur Zulassung des Gemeingebrauchs auf dem sächsischen Teil des LMBV- Bergbaufolgesees unterschrieben. Kurz danach durften Wassersportler und Angler das Gewässer erstmals nutzen.

Nach der Begrüßung durch Dr. Eckhard Rexroth, den 1. Beigeordneten des Landrats, gab Elke Kreische-König, Leiterin LMBV-Sanierungsbereich Mitteldeutschland, einen Rückblick auf die Sanierungsarbeiten am Seelhausener See. Der Löbnitzer Bürgermeister Detlef Hoffmann stellte künftige Projekte am See vor und würdigte die See-Eröffnung als wichtigen Meilenstein für die Entwicklung von Tourismus, Naherholung und Naturerlebnis in der Region.

Mit der Allgemeinverfügung des Landratsamtes Nordsachsen zur Zulassung des Gemeingebrauchs auf dem Seelhausener See beginnt die offizielle Folgenutzung der ehemals bergbaulich beanspruchten Tagebaufläche. Hierfür wurde der Strand Löbnitz als § 4-Maßnahme in den vergangenen zwei Jahren errichtet. Auf drei Hektar Fläche ist ein über ein Kilometer langer, sanft abfallender Strand entstanden. Böschungen wurden terrassiert, Wege angelegt und für den Lärmschutz der zukünftigen Ferienhaussiedlung gesorgt. Neben dem Badebereich sind eine Slip- und Steganlage vom Anglerverband Leipzig e. V. und eine Surferstelle entstanden. (CH)

Zur Historie:

Der Seelhausener See entstand aus dem ehemaligen Baufeld Rösa. Dieses war 1985 im Tagebaukomplex Goitsche aufgeschlossen worden. Bereits 1991 nach der politischen Wende wurde der Tagebaubetrieb eingestellt. Zurück blieb ein Tagebaurestloch, das ab 1999 im Zuge der Bergbausanierung durch die LMBV geflutet wurde und in den Jahren 2002 und 2013 zweifach durch das Mulde-Hochwasser in Mitleidenschaft gezogen worden war.

Der Bund und die beiden Braunkohleländer Sachsen und Sachsen-Anhalt haben von 1991 bis 2026 insgesamt rund 85 Millionen Euro investiert, um aus der Bergbaufolgelandschaft zwischen Bitterfeld und Löbnitz, dem Tagebaurestlochkomplex Goitsche/Rösa, den Großen Goitzschesee und den Seelhausener See zu sanieren. Rund 16 Millionen Euro der Kosten entfielen dabei auf die Beseitigung der Hochwasserschäden. Auch in den kommenden Jahren werden außerhalb der Seen noch Sanierungsarbeiten umgesetzt werden, darunter die Einbindung des Lober-Leine-Kanals in den Seelhausener See, die Herstellung des Überleiters Rösa-Döbern für den Abschlag von den Überschusswässern aus dem Seelhausener in den Großen Goitzschesee sowie weiterer Restberäumung bergbaulicher Anlagen.

Der freigebene Teil des Seelhausener Sees mit dem weitläufigen Strand im Vordergrund.

Eindrücke von der feierlichen Eröffnung (Fotos: LMBV/Christian Kortüm, Drohnenaufnahmen: LMBV/Christian Horn)


Restloch Zipsendorf Süd bei Zeitz wird Schutzgebiet für Wasservögel

Landesverwaltungsamt Halle stellt ehemaliges Tagebaugelände „Zipsendorf Süd“ unter Naturschutz

Halle an der Saale. Ein früheres Braunkohlegebiet im Burgenlandkreis ist vorerst unter besonderen Schutz gestellt worden. Wie das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt mitteilte, wurde das rund 228 Hektar große Areal „Zipsendorf Süd“ östlich von Zeitz einstweilig als Naturschutzgebiet gesichert. Die entsprechende Verordnung gilt zunächst für zwei Jahre. Ein Restloch wird zum Rückzugsort für Tiere - nun soll das Gebiet besonders geschützt werden. Das Gewässer selbst ist etwa 104 Hektar groß.

Historie

Der Tagebau Zipsendorf Süd lag westlich von Meuselwitz. Bis 1952 befand er sich fast komplett auf dem Gebiet der preußischen Provinz Sachsen bzw. des Landes Sachsen-Anhalt. Nach der Bildung der Bezirke 1952 gehörte das Gebiet zum Bezirk Leipzig (Kreis Altenburg).

Der Tagebau Zipsendorf war ein aus den zwei Tagebauen Zipsendorf-West (1938–1952) und Zipsendorf-Süd (1948–1964) bestehender Tagebau des Mitteldeutschen Braunkohlereviers. Er diente zur Gewinnung von Braunkohle und lag im Meuselwitz-Altenburger Braunkohlerevier.

Nach der Stilllegung entstand das Restloch Zipsendorf auf einem Teil des Areals. Die ehemaligen Tagebaue Zipsendorf (Süd sowie West) befanden sich zwischen der Ortschaft Rehmsdorf der Gemeinde Elsteraue im Westen und den heute zu Meuselwitz gehörigen Ortsteilen Zipsendorf und Brossen im Osten.

LVwA sieht wichtigen Lebensraum für Wasservögel

Das Gebiet umfasst ein Gewässer, das vollständig von Wald umgeben ist. Seit dem Ende des Braunkohleabbaus im Jahr 1964 und der anschließenden Flutung habe sich dort ein ökologisch wertvoller Lebensraum entwickelt, so das Landesverwaltungsamt. Besonders für Wasservögel sei das Gebiet von regionaler und nationaler Bedeutung - etwa als Brut-, Rast-, Mauser- und Überwinterungsgebiet.

Hintergrund der Entscheidung sind Überlegungen zur künftigen Nutzung des Sees. Um mögliche Eingriffe frühzeitig zu verhindern, wurde das Gebiet vorsorglich unter Schutz gestellt. „Mit der einstweiligen Sicherstellung schaffen wir den notwendigen rechtlichen Schutz, um dieses außergewöhnlich wertvolle Gebiet vor einer kurzfristigen Inanspruchnahme zu bewahren“, erklärte der Präsident des Landesverwaltungsamtes, Thomas Pleye.

Abwägung zwischen Schutz und Nutzung

Die vorläufige Unterschutzstellung soll Gefährdungen wie bauliche Eingriffe oder Nutzungsänderungen abwenden. Zugleich betonte die Behörde, dass wirtschaftliche Entwicklungen nicht grundsätzlich ausgeschlossen seien. „Die befristete Sicherstellung gibt allen Beteiligten Planungssicherheit und ermöglicht einen sachgerechten, transparenten Entscheidungsprozess“, sagte Pleye.

Bestimmte Nutzungen bleiben weiterhin erlaubt. Dazu zählen etwa die ordnungsgemäße Forstwirtschaft, die naturverträgliche Jagd sowie die Berufs- und Angelfischerei, sofern sie dem Schutzzweck nicht widersprechen. Auch Maßnahmen zur Verkehrssicherung oder gesetzlich vorgeschriebene Eingriffe sind möglich. Die LMBV als Eigentümerin des Restloches hatte 2024 ein Bieterverfahren für eine Floating Solar-Anlage auf dem Gewässer gestartet.

Verordnung tritt Ende Mai 2026 in Kraft

Die Verordnung soll am 20. Mai im Amtsblatt des Landesverwaltungsamtes veröffentlicht werden und am darauffolgenden Tag in Kraft treten. Die entsprechende Verordnung auf Grundlage des § 22 Abs. 3 des Bundesnaturschutzgesetzes gilt zunächst für zwei Jahre. Auslöser für die einstweilige Sicherstellung war ein entsprechender Antrag des Burgenlandkreises. Hintergrund sind aktuelle Überlegungen zur zukünftigen Nutzung des Gewässers. Das Landesverwaltungsamt Sachsen‑Anhalt nimmt im Land Sachsen-Anhalt die Aufgaben der oberen Naturschutzbehörde wahr. (UST)

Quellen: PM des LVwA vom 30.04.2026; Wandlungen & Perspektiven Heft 16 der LMBV

Eingebettet in die umgebende Landschaft - das Gewässer des Restloches Zipsendorf Süd | Credit: C. Kortüm für LMBV

(Fotos: Archiv LMBV)


Neue Infiltrationswasseraufbereitungsanlage am Industriestandort Deuben errichtet

Teuchern/Deuben. Von November 2025 bis April 2026 wurde am Standort der ehemaligen Schwelerei im sachsen-anhaltinischen Deuben eine Infiltrationswasseraufbereitungsanlage beziehungsweise Sauerstoffanreicherungsanlage für den so genannten Schadensbereich Ost errichtet. Der Probebetrieb soll noch im II. Quartal 2026 starten. Die Infiltrationswasseraufbereitungsanlage besteht aus einer vorgefertigten Containeranlage mit Anschluss an die vorhandene Infrastruktur, wie Förder- und Infiltrationsbrunnen, Strom- und Wasserleitungen (Versorgungsleitungen) sowie Mess- und Steuerkabel. Neben der Leitungsverlegung werden die Brunnen mit Unterwassermotorpumpe, Messtechnik und Armaturen ausgerüstet. Die Anlage funktioniert vollautomatisch im fernüberwachten Betrieb. Betreiber ist die Firma Geiger Umweltsanierung GmbH & Co. KG.

Geplant wurde die Anlage von der Firma HPC AG mit Nachauftragnehmer PWT Wasser- und Abwassertechnik GmbH, Auftragnehmer für die Bauausführung ist die Firma Geiger Umweltsanierung GmbH & Co. KG. Die Gesamtkosten der Baumaßnahme belaufen sich auf ca. 309.000 Euro netto. Finanziert wird die Maßnahme über den § 2 des Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung.

Nach Fertigstellung einer Leitwand erfolgte ab dem III. Quartal 2023 die Einstellung  der aktiven Grundwasserreinigung mittels Reinigungsanlage. Durch diese Leitwand wird die Umleitung unbelasteten Grundwassers um den Schadensbereich West gewährleistet, sodass der Rückbau der Grundwasserreinigungsanlage, die sich am jetzigen Standort der Infiltrationswasseraufbereitungsanlage befand, im I. Quartal 2024 erfolgen konnte.

Die neue Anlage stellt sauerstoffangereicherte Wässer zur Infiltration im Schadensbereich Ost her.

(Fotos: LMBV/Christian Kortüm)


Nach Tagesbruch entdeckte Hohlräume werden verwahrt

Meuselwitz. Seit März 2026 laufen Arbeiten zur Verwahrung einer Entwässerungsstrecke und eines Tagesbruchs in Bosengröba. Auf einer landwirtschaftlichen Fläche wurde im Oktober 2022 der LMBV ein Tagesbruch gemeldet. Mit einem Durchmesser von 1,20 Metern und einer Tiefe von etwa einem Meter war das kein ungewöhnliches Ereignis. Im Zuge der durchgeführten Auswertung wurde jedoch festgestellt, dass unter dem Tagesbruch eine alte Entwässerungsstrecke verläuft, diese wurde Ende 2025 erkundet und wird derzeit verwahrt. Die Arbeiten sollen voraussichtlich bis Ende Juni 2026 abgeschlossen sein.

Der Tagebau Ruppersdorf wurde 1957 stillgelegt und bis 1962 mit Abraum aus dem benachbarten Tagebau Haselbach verfüllt. An den Tagesbruch angrenzend ist im Risswerk eine unversetzte Strecke mit einer Gesamtlänge von circa 278 Metern ausgewiesen, die in etwa 12 Metern Tiefe verläuft. Die betroffene Entwässerungsstrecke umfasst Teile der 2. Sohle am südlichen Randbereich des ehemaligen Tagebaues „Marie III“ – Ruppersdorf, westlich des Weilers Bosengröba, zwischen Meuselwitz und dem Haselbacher See.

Mit sieben Versatzbohrungen wird die Strecke zuerst erkundet, anschließend aber direkt verfüllt und damit gesichert. Als Verfüllmaterial kommt dabei hydraulischer Füllbinder zum Einsatz. Die Bohrungen reichen in bis zu 16 Metern Tiefe. Da die betroffene Fläche als kampfmittelbelastet gilt, bedürfen alle Bohrungen einer vorherigen Kampfmittelfreigabe.

Die Bohrung Nummer 6a erfolgt auf der landwirtschaftlichen Fläche.

Bereits 2007 fanden Erkundungsbohrungen statt, in deren Ergebnis die Entwässerungsstrecken lufterfüllt angetroffen wurden. Die beiden Tagesöffnungen, ein Schacht und ein Stollenmundloch, konnten durch Schürfe im Jahr 2007 nicht nachgewiesen werden, sie wurden vermutlich von der Endböschung einer ehemaligen Sandgrube überkippt.

Für die Verfüllung des oberen Bereiches des Tagesbruches wird der obere Rand soweit aufgeschürft, bis standsichere Verfüllarbeiten möglich sind. Zur Verfüllung des Tagesbruchs wird Mutterboden verwendet.

Nach Abschluss der Versatzarbeiten sind drei Kontrollbohrungen in bis zu 16 Meter Tiefe durchzuführen. Diese dienen dem Nachweis der sachgemäßen Verfüllung der untertägigen Auffahrungen und der Risikoneubewertung.

Fotos: LMBV


Concordia See: Nachverdichtungsarbeiten mittels Tiefer Schonender Sprengverdichtung

Stadt Seeland/Leipzig. Seit März 2026 läuft eine Nachverdichtungsmaßnahme am Concordia See im Bereich der östlichen Rutschungsflanke unterhalb der Berme +90,50 m NHN. Mit den Sprengarbeiten wurde Anfang April begonnen.

Für die östliche Rutschungsflanke war die erdbautechnische Aufweitung des Böschungssystems als Vorzugsvariante herausgearbeitet worden, um eine standsichere Gründung zu gewährleisten. Im Zuge der Umsetzung wurden unterhalb des Höhenniveaus von +100 m NHN verflüssigungsempfindliche Kippenmaterialien festgestellt. Ergänzende Erkundungen und Drucksondierungen machten planerische Anpassungen erforderlich, insbesondere für die weitere Flutungsphase. Bestandteil der Anpassungen ist die bereichsweise Vergütung verflüssigungsempfindlicher Sande unterhalb der Berme +90,50 m NHN.

Die Maßnahmen zur  Tiefen Schonenden Sprengverdichtung (T-SSPV) wurden 2023 zugelassen und im Zeitraum vom 04.11.2024 bis 30.04.2025 umgesetzt. Auf Grundlage des Verdichtungsnachweises wurde die Notwendigkeit weiterer Nachverdichtungen festgestellt, die mit der 2. Abänderung zur 150. Ergänzung genehmigt wurden. Ziel ist nun die bereichsweise Nachverdichtung mittels T-SSPV.

Der Gesamtzeitraum der Maßnahme ist vom 09.03.2026 bis 30.06.2026 vorgesehen. Nach Abschluss der vorbereitenden Erdarbeiten begannen die Sprengarbeiten am 01.04.2026 und sollen bis 30.04.2026 durchgeführt werden. Insgesamt sind es 19 Sprengtage.

Im Vergütungsbereich sind 95 Sprengbohrlöcher angeordnet. Diese sind zu 33 Sprenggruppe mit je 2 bis 3 Bohrungen im Dreieck-Raster im Abstand von jeweils ca. 5 m zusammengefasst. Die Bohrtiefe richtet sich nach der Liegendgrenze der zu verdichtenden Schicht und beträgt bis zu 26 m. Die durchschnittliche Bohrtiefe beträgt ca. 14 m. Dazu werden insgesamt ca. 700 kg Sprengstoff zum Einsatz kommen.

Der Verdichtungserfolg wird durch einen abschließenden Verdichtungsnachweis überprüft. Vorgesehen sind 30 Drucksondierungen mit Tiefen bis ca. 25 m, frühestens einen Monat nach Abschluss der Sprengarbeiten.

Verantwortlich für die Maßnahme zeichnet die Firma Hagn Umwelttechnik GmbH. Finanziert wird sie über den § 2 des Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung.

(Eindrücke vom ersten Sprengtag, Fotos: LMBV/Sven Nowitzki)


Störmthaler Kanal: Wegefreigabe zum 1. April 2026

Leipzig. Die Erweiterung der Stützkörper zwischen Schleuse und oberem Querbauwerk wurde kurz vor Weihnachten am 19.12.2025 abgeschlossen. Kleinere Restarbeiten und die Instandsetzung der Wege konnten wetterbedingt erst im neuen Jahr durchgeführt werden. Seit 16. März 2026 werden die Wege, die im Zuge der Baumaßnahmen 2025 beschädigt worden waren, wieder instand gesetzt. Das betrifft den Weg parallel zum Störmthaler Kanal sowie ein Stück des asphaltierten Weges entlang der Deponie Cröbern bis zum Bergbau-Technik-Park. Mit Abschluss der Instandsetzung können die Wege zum 1. April 2026 und damit noch vor Ostern wieder zur Nutzung freigegeben werden.

Machbarkeitsstudie und Neubewertung der Risiko-Gefahrenlage
Die Machbarkeitsstudie zur „Sanierung der Gewässerverbindung Störmthaler Kanal mit Kompaktbauwerk zwischen dem Störmthaler See und dem Markkleeberger See“ liegt nun vor und wurde Mitte März 2026 an die Mitglieder der Arbeitsgruppe Störmthaler Kanal verteilt.

Die Studie basiert auf dem Sachstand, wie er zum Zeitpunkt der Beauftragung (07/2024) bekannt war. Die Ergebnisse können somit nicht den aktuellsten Sachstand widerspiegeln, denn zwischenzeitlich wurden umfangreiche Sicherungsmaßnahmen im Zuge der Gefahrenabwehr realisiert. Dadurch haben sich wesentliche Einschätzungen verändert, die vom Sachverständigen für Geotechnik Dipl.-Ing. Matthias Götz und dem Prüfsachverständigen Prof. Dr.-Ing. Rolf Katzenbach überprüft wurden. Diese Neubewertung der Risiko-Gefahrenlage liegt seit Anfang März 2026 vor und wird aktuell durch OBA, LDS und LMBV geprüft und noch gemeinsam ausgewertet. Mit Vorlage dieser aktuellen Einschätzung kann die vorliegende Machbarkeitsstudie richtig eingeordnet werden.

Ausschreibung KKS-Anlage
Die Anlage zum kathodischen Korrosionsschutz (KKS) soll mittels Fremdstromanoden die Korrosion an den Spundwänden maßgeblich auf ein Minimum reduzieren. Nach umfangreichen Voruntersuchungen zur Notwendigkeit, Realisierbarkeit und Wirksamkeit hat die LMBV in Abstimmung mit dem OBA und der LDS die Entscheidung für die Errichtung einer KKS-Anlage getroffen. Aktuell läuft die Ausschreibung der Leistung. Nach erfolgtem Zuschlag soll die Anlage im 3. bis 4. Quartal errichtet werden und Ende 2026 seinen Betrieb aufnehmen. Die statische Wirksamkeit der Spundwände ist gemäß dem aktuellen Monitoring gegeben.

Aufmaß Schleusenbauwerk
Im Zeitraum März bis April 2026 erfolgt ein terrestrisches Laserscanning des Schleusenbauwerkes Störmthaler Kanal. Dies ist eine wichtige Voraussetzung und Grundlage für künftige Planungen.

Erkundungsbohrungen und Grundwassermessstellen
Die drei tiefen Erkundungsbohrungen wurden im Dezember 2025 abgeschlossen und die Bohrkerne befinden sich in den bodenphysikalischen Speziellaboren zur Analyse. Die Ergebnisse werden Ende 2026 erwartet. Die Herstellung von neun Grundwassermessstellen wurde im März 2026 erfolgreich abgeschlossen. Ab Mitte April 2026 werden die ersten Messungen erfolgen und damit das Messnetz verdichtet.

Fotos: LMBV/Störmthaler Kanal


Drei neue Informationstafeln am entstehenden Lappwaldsee

Helmstedt. Drei neue Informationstafeln bieten den Besuchern des entstehenden Lappwaldsees Daten und Fakten zum Bergbaufolgewässer. Offiziell ihrer Bestimmung übergeben wurden die Tafeln am 19. März 2026 durch Wittich Schobert, Bürgermeister Stadt Helmstedt, Henning Konrad Otto, Geschäftsführer Planungsverband Lappwaldsee, und Werner Müller, Bürgermeister Gemeinde Harbke, bei einem gemeinsamen Termin am Helmstedter Parkplatz Büddenstedter Weg unweit des nördlichen Seeufers.

Thematisch geht es um die Entwicklung vom Tagebau zum Freizeitparadies, den Braunkohlebergbau im Helmstedter Revier und den grenzüberschreitenden See als Sinnbild der deutschen Einheit. Die Tafeln stehen in Harbke, Helmstedt und auf dem Petersberg. Unterstützt wurde ihre Erstellung durch die HSR GmbH und die LMBV.

Besucher des Lappwaldsees können sich nun vor Ort über den Stand und die Entwicklung des Lappwaldsees, die Arbeiten von HSR GmbH, Planungsverband Lappwaldsee und LMBV sowie die Anbindung des künstlichen Gewässers an weitere länderübergreifende, touristische Angebote informieren.

Fotos: LMBV/Claudia Hermann