Löschwasserleitung zum Kohlebrand im Restloch Rusendorf steht

Leipzig/Mumsdorf. Die temporäre Löschwasserleitung vom Restloch Zipsendorf zum unterirdischen Schwelbrand im Kohletrübebecken I (Restloch Rusendorf) bei Mumsdorf wurde in weniger als zwei Monaten fertiggestellt und hat jetzt ihren Betrieb aufgenommen. Bis maximal 500.000 Kubikmeter Wasser können nun bei Bedarf aus dem Restloch Zipsendorf entnommen werden, um den unterirdischen Brand im einstigen Tagebau Rusendorf zu löschen. Dadurch kann das Trinkwassernetz der Region entlastet werden, das in den vergangenen Wochen zum Löschen genutzt wurde. Mit dem Wasser aus dem Restloch Zipsendorf kann das bestehende Löschregime weiter optimiert werden, sodass bis zur Abdeckung die Fläche abgekühlt und nahezu rauchfrei ist. Somit wird eingeschätzt, dass die temporäre Leitung bis zum Jahresende Wasser liefern muss.

Seit Anfang Juli hatte die bergrechtlich für die Fläche zuständige LMBV zahlreiche technische Maßnahmen eingeleitet, um die Rauch- und Geruchsbelästigungen für die Anwohner zu reduzieren.

Nach aktuellen Drohnenbefliegungen sind inzwischen nur noch punktuelle Rauchentwicklungen auf dem Gelände festzustellen. Der oberflächliche Kohlebrand konnte von ursprünglich acht Hektar betroffener Fläche auf nunmehr ca. zwei Hektar eingedämmt werden. Die Wirkung der Brandbekämpfung durch den Aufbau einer Sprinkleranlage um das Brandfeld ist hoch. Auch so genannte Löschlanzen kamen und kommen in den nächsten Wochen zum Einsatz. „Wir sind den aktiven Firmen, die uns beim Löschen des Brandes unterstützen sehr dankbar. Alle zeigen großen Einsatz, egal ob es die Leitungsbauer, die Feuerwehr oder die vielen Nebengewerke ringsum sind“, erklärte Benjamin Ulrich, Projektverantwortlicher bei der LMBV.

Im Rahmen des montanhydrologischen Monitorings zum Restloch Rusendorf prüft die LMBV die Entwicklung des Grundwassers hinsichtlich der Güte und der Dynamik und weitet im Zeitraum der Löscharbeiten den Messzyklus zur Beprobung der Grundwasserleiter aus. „Auf das Trinkwasser der Region haben die Löscharbeiten keinen Einfluss. Dies haben uns die Behörden bestätigt, da die Trinkwasserversorgung für die Region Meuselwitz über sogenanntes Fernwasser sicher gestellt wird. Eine Entnahme des Grundwassers zur Trinkwassergewinnung erfolgt in der Region Meuselwitz nicht“, so Ulrich.

Bisherige Aktivitäten/Hintergrund:

  • Anfang Juli wurde eine Schneise von 30 bis 50 Metern um die Brandfläche gezogen, um eine Ausbreitung zu verhindern. Insgesamt waren 8 Hektar Fläche betroffen. Das gesamte Kohletrübebecken umfasst rund 13 Hektar.
  • Die Firma Kötter Security wurde Ende Juli für die Brandkontrolle und -löscharbeiten beauftragt.
  • Es fanden und finden täglich Drohnenflüge statt, um die Situation zu erfassen.
  • Das Areal wurde abschnittsweise fortwährend beregnet (mit Sprinkleranlagen) – und damit der oberirdische Brand von ehemals 8 Hektar Fläche auf 2 Hektar reduziert.
  • Mit sogenannten Löschlanzen wurde gezielt Wasser zu den Brandherden im Untergrund gebracht – was ebenfalls zu einer Eindämmung der Rauchentwicklung geführt hat.

Die Abdeckung des Restlochs ist derzeit in Planung, die Baustraße für diese Arbeiten wurde bereits fertiggestellt. Ende 2026/Anfang 2027 soll mit einem Probefeld zur Prüfung der Tragfähigkeit begonnen werden.

Weitere Hintergründe zum Schwelbrand finden sich hier:

https://www.lmbv.de/bergbaufolgen/bergschaeden-sperrungen/kohlebrand-meuselwitz/

Fotos: LMBV


Luftmessungen durch Aneco beginnen an fünf Messstellen

Leipzig/Mumsdorf. Bei einem Vor-Ort-Termin am 11. September 2026 an der Kindertagesstätte in Mumsdorf hat Dr. Annekatrin Dreyer vom ANECO Institut für Umweltschutz GmbH & Co. den Plan zu den Luftmessungen rund um den Schwelbrand des Restlochs Rusendorf vorgestellt. Zudem wurde die dortige Messstation gezeigt und erläutert. Auch Vertreter der Stadt Meuselwitz, des Landratsamtes und der LMBV waren als Ansprechpartner vor Ort. Rund 50 interessierte Bürger waren gekommen.
Die Messplanung sieht eine zweistufige Etablierung der Immissionsmessungen vor. In der Phase I werden die Immissionsmessungen begonnen, deren Messverfahren kurzfristig vor Ort eingesetzt werden können, damit schnell und zeitnah die Luftqualität überwacht werden kann. Die in Phase I zur Anwendung kommenden Messverfahren erfordern Probenahme-Zeiträume von ca. zwei bis vier Wochen sowie sich anschließende Laboranalysen und können mit Ausnahme der Partikelmessungen keine Kurzzeitgrenzwerte (Stundengrenzwerte, Tagesgrenzwerte) überwachen. Neben Mumsdorf wurden auch in Falkenhain, Bünauroda, Meuselwitz und Michelwitz Messstationen aufgebaut. Das ANECO Institut für Umweltschutz erklärte die Auswahl der Messpunkte. Diese erfolgte in Anlehnung an die TA Luft (Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft) sowie der VDI-Richtlinie 4280 Blatt 3 „Messstrategien zur Ermittlung von Luftqualitätsmerkmalen in der Umgebung ortsfester Emissionsquellen“ anhand der nächstgelegenen Wohnbebauung unter besonderer Berücksichtigung sensibler Nutzung (z. B. Kindergarten). Auch die Beschwerdesituation wurde berücksichtigt. Insbesondere Mumsdorf und Falkenhain sind von Geruchs- und Immissionswahrnehmungen betroffen. Diese Ortschaften werden als primäre Beurteilungspunkte berücksichtigt. Zusätzlich wurde die Ortslage Bünauroda ausgewählt, da sie bei westlichen Windrichtungen unmittelbar im Ausbreitungsbereich der Emissionen liegt.
Unter Berücksichtigung der Anforderungen an die Auswahl der Messorte der VDI-Richtlinie 4320 Blatt 3 an eine möglichst gleichmäßige räumliche Verteilung der Messpunkte innerhalb des Untersuchungsgebietes wird ein weiterer Beurteilungspunkt im Bereich der nördlichen Wohnbebauung vom südlich gelegenen Meuselwitz festgelegt. Dieses Gebiet kann nur bei nördlicher Anströmung von dem Schwelbrand beeinflusst werden.
Darüber hinaus wurden auch aus dem nördlich gelegenen Michelwitz Beschwerden gemeldet. Der Ort liegt von der Emissionsquelle deutlich weiter entfernt als die vorgenannten Ortschaften und befindet sich auch außerhalb der in VDI 4280 Blatt 3 genannten typischen Messortabstände. Dennoch sollen dort aufgrund der Beschwerdesituation Immissionsmessungen durchgeführt werden, allerdings mit eingeschränktem Messumfang.
Gemessen wird zunächst bis Ende des Jahres mit Option auf Verlängerung.

Folgende Parameter werden in Phase I bestimmt:
- Partikel PM10 und Partikel PM2,5 („Feinstaub“)
- Elemente (As, Pb, Cd, Ni) in den Partikel PM10
- Benzo[a]pyren in den Partikel PM10
- Staubniederschlag („Staubdeposition“)
- Elemente in Staubniederschlag (As, Pb, Cd, Ni, Tl)
- Quecksilber in der Deposition
- PAK in der Deposition
- PCDD/F, PBDD/F, dl-PCB in der Deposition
- polychlorierten und polybromierten Dibenzodioxinen und -furanen so-wie dioxinähnlichen polychlorierten Biphenylen und orientierend PAK nach EPA-Liste in der Außenluft
- ausgewählte gasförmige Schadstoffe mittels Passivsammlung (NO2, SO2, CO, HCl, HF, Phenol, Formaldehyd als angenommener Marker für Aldehyde, NH3, H2S sowie VOC bzw. BTEX)
In Phase II erfolgt der Aufbau je eines Messcontainers mit kontinuierlich registrierender Messtechnik zur Erfassung ausgewählter Parameter an den bisher am stärksten betroffenen Messpunkten in Mumsdorf und Falkenhain. Die Messwerte stehen hierbei in Echtzeit zur Verfügung. Im Gegensatz zu den Messverfahren aus Phase I lassen sich hiermit auch Kurzzeitgrenzwerte überwachen. Die Vorbereitungen zur Phase II erfolgen parallel zu Phase I. Der Aufbau der Container kann voraussichtlich erst Ende Oktober erfolgen.
Folgende Parameter werden in Phase II bestimmt:
- SO2
- NO2
- CO
- BTEX (optional)
- Methan/Nichtmethan-VOC (optional)
- Partikel PM10 und Partikel PM2.5 (kontinuierlich)
- Partikel PM10 und PM2.5 an Messpunkten 3 bis 5 (und optional Inhaltsstoffe in PM10, je nach Ergebnislage Phase I)
- meteorologische Parameter (insbes. Windrichtung und Windgeschwindigkeit)
Sobald die Messcontainer stehen, erfolgen die Messungen der Phase I und Phase II simultan. Für die überwiegende Zahl der in beiden Phasen erfassten Parameter stehen Beurteilungskriterien zur Verfügung oder diese können auf Grundlage etablierter Verfahren abgeleitet werden. Die Messergebnisse werden mit diesen Beurteilungskriterien verglichen.

Fotos: LMBV


Intensive Bestandserfassung an der Wasserkugel Deutzen erfolgt

Neukieritzsch. Die Planung für die weitere Entwicklung der historischen Wasserkugel in Deutzen wird von der LMBV weiter vorangetrieben. Aufgrund neuer Erkenntnisse zur Bausubstanz und einer festgestellten Bleibelastung der Beschichtung ist die Vorbereitung der Demontage umfangreicher als ursprünglich vorgesehen. Mit einem Baubeginn wird frühestens Ende 2028 gerechnet.

Bleibelastete Beschichtung erfordert aufwendiges Verfahren

Im Januar 2024 ergab eine Untersuchung, dass die Beschichtung des Stahlfachwerkgerüsts der Wasserkugel mit Blei belastet ist. Um eine Kontamination mit der Umwelt zu vermeiden, muss der belastete Lack unter besonderen Schutzmaßnahmen entfernt werden.

Dafür werden die einzelnen Segmente der Wasserkugel abgetragen, luftdicht eingehaust und unter kontrollierten Bedingungen abgestrahlt. Die Arbeiten erfolgen in einem separaten Arbeitsbereich unter Beachtung der Technischen Regeln für Gefahrstoffe. Das Verfahren ist entsprechend komplex und zeitaufwendig. Die Planung und die Ausschreibung müssen dementsprechend angepasst und überarbeitet werden.

Prüfung einer möglichen Nachnutzung

Anfang 2025 gab es eine konkrete Anfrage eines Interessenten, der die Wasserkugel nachnutzen und wieder in Betrieb nehmen wollte. Voraussetzung dafür wäre eine Versetzung des Bauwerks an einen anderen Standort gewesen.

Die zuständige Denkmalschutzbehörde hatte jedoch Bedenken gegen eine Ortsveränderung sowie eine optische Veränderung der Wasserkugel und die Anfrage abgelehnt. Die Prüfung dieser Nachnutzungsoption hat die Planung der LMBV um etwa ein weiteres Jahr verzögert.

Das Ziel, die Wasserkugel zu einem späteren Zeitpunkt an einen Dritten zu übertragen, wird dennoch weiterhin verfolgt. Gespräche mit Interessenten haben bereits stattgefunden, bislang jedoch ohne konkretes Ergebnis.

Umfangreiche Bestandserfassung als Grundlage für die weitere Planung

Im Verlauf der Planung wurde deutlich, dass die vorhandenen Untersuchungsberichte und die bisherigen Kenntnisse über die Wasserkugel nicht ausreichten, um eine verlässliche Ausschreibung und einen sicheren Ablauf der Demontage zu gewährleisten. Insbesondere konnte nicht ausreichend detailliert geplant werden, wie das Bauwerk abgebaut werden kann, ohne einen unkontrollierten Einsturz zu riskieren. Daher war eine umfassende Bestandserfassung und -vermessung erforderlich. Auf Grundlage der neuen Erkenntnisse wird die bisherige Planung entsprechend überarbeitet, um eine sichere und mangelfreie Ausführung zu ermöglichen. Dadurch ist auch eine erneute Beantragung der Finanzierung erforderlich.

Im Zuge dessen wurden Anfang August 2026 eine detailliertere Bestandserfassung und -vermessung des gesamten Bauwerks durchgeführt. Dabei waren Bauwerksprüfer sowie Seilzugtechniker zur händischen Vermessung und Begutachtung von Roststellen im Einsatz. Für die Arbeiten wurden zudem Drohnen, Hebebühnen und Krantechnik eingesetzt. Die hier gewonnenen Erkenntnisse bilden die Grundlage für die weitere Planung.

Die bergrechtlichen und denkmalschutzrechtlichen Genehmigungen liegen vor. Weitere Genehmigungen stehen derzeit nicht aus. Sollten sich im Zuge der weiteren Planung Änderungen ergeben, werden diese mit der zuständigen Denkmalschutzbehörde abgestimmt.

Historisches Bauwerk mit besonderen Anforderungen

Die Wasserkugel Deutzen ist ein historisches Bauwerk der Firma August Klönne. Die feine Stahlkonstruktion erfordert eine intensive und genaue Planung, um Schäden an der Bausubstanz zu vermeiden und eine Kontamination der Umwelt durch den mit Blei belasteten Lack zu verhindern. Die durchgeführte Bestandserfassung und -vermessung schaffen dafür die notwendige Grundlage.

Die Wasserkugel wurde 1925 erbaut und 1938 nach Deutzen versetzt. Sie ist ein weithin sichtbares Industriedenkmal und ein letztes Relikt der damaligen Brikettfabrik.

Fotos: LMBV/Kathrin Falke


Brandeindämmung kommt voran — Messungen in Ortslagen beginnen

Leipzig/Mumsdorf. Die Löscharbeiten des unterirdischen Schwelbrands im Kohletrübebecken I des Restlochs Rusendorf bei Mumsdorf kommen weiter voran. Die Firma KÖTTER Fire & Service konnte die Sprinkleranlagen weiter optimieren, sodass aktuell eine  geringere Rauchentwicklung zu verzeichnen ist. Die temporäre Wasserleitung wird dennoch benötigt, um mehr Wasser auf die Fläche zu bringen und sie permament zu benetzen. Ihr Bau schreitet ebenso weiter voran, die Inbetriebnahme liegt im Plan.

Auch die behördlich beauflagten Messungen werden in Kürze möglich sein. In der 37. Kalenderwoche  werden in betroffenen Ortslagen Messstationen errichtet, die Aussagen über den Zustand der Luftqualität liefern können.

Die Messungen im Sinne der Arbeitssicherheit waren in den vergangenen Tagen unauffällig und werden an dieser Stelle nicht mehr veröffentlicht, sondern künftig durch behördliche Informationen abgelöst.

Hintergrund:
Am 27. Juni 2026 kam es zwischen Meuselwitz, Mumsdorf und Falkenhain zu einem Brand auf einer stillgelegten Fläche des ehemaligen Tagebaus Rusendorf. Betroffen ist das Kohletrübebecken I, das sich in bergrechtlicher Zuständigkeit der LMBV befindet. Aus dem anfänglichen Waldbrand entwickelte sich ein unterirdische Kohlebrand am Restloch Rusendorf zwischen Mumsdorf und Falkenhain. Die Arbeiten zur Brandeindämmung dauern an. Der Schwerpunkt liegt weiterhin darauf, den unterirdischen Schwelbrand einzudämmen und anschließend den betroffenen Bereich dauerhaft zu sichern.

Fotos: LMBV/Christian Horn


Revierbefahrung des LMBV-Aufsichtsrats im Nordraum Leipzig

Leipzig/Gräfenhainichen. Die Mitglieder des Aufsichtsrats der LMBV befuhren am 27. August 2026 im Rahmen ihrer jüngsten Sitzung das mitteldeutsche Revier. Erstmals nahm daran Annika Maier als Betriebsratsvorsitzende des Betriebes Mitteldeutschland und Stellvertreterin des Gesamtbetriebsratsvorsitzenden der LMBV teil. Sie ist seit 1. August 2026 nach dem Ausscheiden des ehemaligen Betriebsratsvorsitzenden Carsten Günther neues Mitglied des Gremiums.

Annika Maier (rechts) im Gespräch mit Bernd Sablotny, Rico Drechsler und Arne Sander (v.l.n.r., LMBV)

Erster Befahrungspunkt im Nordraum von Leipzig war der Gröberner See: An der Westböschung nahe der Pumpstation gaben Elke Kreische-König, Sanierungsbereichsleiterin Mitteldeutschland, und Arne Sander, Abteilungsleiter Planung Sachsen-Anhalt, Informationen zum geplanten Ausbau des Ableiters Gröbern, der die nahe gelegene Pumpstation künftig ablösen und als dauerhafter wasserwirtschaftlicher Seeablauf dienen soll. Die Herausforderungen bestehen u. a. in der Querung der angrenzenden ICE-Bahntrasse und den Standsicherheitsdefiziten des Restlochs Barbara (keine bergrechtliche Verpflichtung der LMBV).

Nächster Halt war die Nordböschung des Gröberner See. Für den ehemaligen Tagebau Gröbern steht derzeit die Beendigung der Bergaufsicht im Mittelpunkt. Über 550 Hektar Fläche sollen in einem ersten Schritt aus der Bergaufsicht entlassen werden. Restliche Sanierungsmaßnahmen wie der Rückbau der Pumpstation und andere Anlagen sowie die Ertüchtigung des Hauptwirtschaftsweges müssen in Bezug auf den sachlichen Geltungsbereich durchgeführt werden. Denn weitere Wohn- und Erholungsflächen an der sanierten Nordböschung sind im Rahmen der Folgenutzung geplant. Es laufen bereits die Erschließungsarbeiten für den Bau des „Hänicher Südstrands“ durch einen Investor.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats auf dem Bagger 197 (Mosquito) in Ferropolis

Die Tour führte die Aufsichtsratsmitglieder nach Ferropolis in den Bereich der ehemaligen Tagesanlagen des  Tagebaus Golpa-Nord, dem heutigen Gremminer See. Geflutet wurde der See von 2000 bis 2011 mit Muldewasser. Seither wird der See durch oberirdische Zuflüsse und Grundwasser gespeist. Entgegen der ursprünglichen Modellprognosen ergab sich ein Wasserdefizit, sodass der ursprünglich vorgesehene Wasserspiegel im Rahmen eines Planänderungsverfahrens angepasst werden musste. Die Beendigung der Bergaufsicht ist der nächste Schritt. Die Folgenutzung dieses Bergbaugeländes läuft bereits seit dem Jahr 1995 erfolgreich als Industriedenkmal, Freilichtmuseum und Veranstaltungsareal.

Die letzte Station der Befahrung war das Tagebaurestloch Golpa IV südwestlich von Zschornewitz. Hierfür muss ein Sanierungskonzept zur Abwehr von Gefahren aus dem Grundwasserwiederanstieg (§ 3 des Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung) erstellt werden. Nach Ende der Kohleförderung 1956 waren im Restloch Fremdmassen verkippt worden, zudem war es Kühlwasserspeicher des Kraftwerks Zschornewitz. Zurzeit wird der Wasserstand bei +71,0 m NHN gehalten. Geotechnische Untersuchungen im Auftrag der LMBV zeigen, dass einzelne Böschungen im Ist-Zustand und bei freiem Wasseranstieg nicht ausreichend standsicher sind. Bei freiem Wasseranstieg sind zudem im Westen und Nordwesten Maßnahmen gegen Setzungsfließen und zur Herstellung der Grundbruch- und Trittsicherheit erforderlich. Als nächster Schritt ist die Leistungsphase Vorplanung der erforderlichen § 3-Maßnahme zu erarbeiten.

Impressionen der Befahrung
(Fotos: Anika Dollmeyer)


Bau der Wasserleitung ins Restloch Rusendorf begonnen

Leipzig/Mumsdorf. Der Bau der Wasserleitung zur Brandeindämmung im Restloch Rusendorf bei Meuselwitz hat begonnen.
Nachdem am 17. August die bauvorbereitenden Arbeiten starteten, konnte zum Ende der Woche schon der erste Kilometer eines Strangs der insgesamt acht Kilometer langen Doppelstrangleitung gebaut werden. Somit wird die Wasserzuführung vier Kilometer entlang des Ortsrands von Mumsdorf zum Kohletrübebecken führen, in dem es unterirdisch schwelt.
Die Leitung, die Wasser vom Restloch Zipsendorf ins Restloch Rusendorf führen wird, soll das Trinkwassernetz der Region entlasten, das derzeit noch zur Brandbekämpfung gebraucht wird.
Das bauausführende Unternehmen Lutz Duwe KG aus Leipzig arbeitet mit Hochdruck an der Errichtung der temporären Leitung, um schnellstmöglich Entlastung für die umliegenden Ortschaften zu schaffen. Zur Minimierung der Rauch- und Geruchsbelästigung des unterirdischen Brandes soll das Kohletrübebecken I zunächst gezielt oberflächlich benetzt werden. Hierfür werden in einem ersten Schritt rund 200.000 Kubikmeter Wasser aus dem Restloch Zipsendorf benötigt.
Hintergrund:
Am 27. Juni 2026 kam es zwischen Meuselwitz, Mumsdorf und Falkenhain zu einem Brand auf einer stillgelegten Fläche des ehemaligen Tagebaus Rusendorf. Betroffen ist das Kohletrübebecken I, das sich in bergrechtlicher Zuständigkeit der LMBV befindet. Aus dem anfänglichen Waldbrand entwickelte sich ein unterirdische Kohlebrand am Restloch Rusendorf zwischen Mumsdorf und Falkenhain. Die Arbeiten zur Brandeindämmung dauern an. Der Schwerpunkt liegt weiterhin darauf, den unterirdischen Schwelbrand einzudämmen und anschließend den betroffenen Bereich dauerhaft zu sichern. Weiterführende Informationen finden sich hier.

Fotos: LMBV


Großes Interesse am Bürgerdialog zum Brand im Restloch Rusendorf: Verlässliche Informationen über Luftschadstoffe gefordert

LMBV: Bericht zur Infoveranstaltung am 4. August 2026 in Meuselwitz

Leipzig/Meuselwitz. Auf großes Interesse stieß die gemeinsame Informationsveranstaltung der LMBV mit der Stadtverwaltung, dem Landkreis und dem TLUBN zum Kohlebrand im Restloch Rusendorf bei Meuselwitz. Rund 450 Menschen füllten am 4. August 2026 die Tribünen der Schnaudertalhalle. In teils detaillierten Beschreibungen schilderten sie ihre aktuellen Belastungen, trugen ihre Sorgen vor und stellten Forderungen insbesondere nach deutlich verbesserten Informationen zu Luftschadstoffen.

Den Fragen der Bürgerinnen und Bürger stellten sich neben der LMBV auch Vertreter des Landratsamtes Altenburger Land, der Stadt Meuselwitz und des Thüringer Landesamtes für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN). Der Kern der Kritik richtete sich gegen den Freistaat Thüringen, den Landkreis, die Stadt und die Behörden, einige Redner warfen ihnen „Untätigkeit“ vor.

Bernd Sablotny, Sprecher der Geschäftsführung der LMBV, ließ keinen Zweifel an der bergrechtlichen Verantwortung seines Unternehmens für das Restloch Rusendorf. Zur Bekämpfung des Brandes stellte er ein dreistufiges Vorgehen vor. In einem ersten Schritt gehe es um die Eindämmung des Brandes. Dazu wurden Brandschneisen hergestellt, Grabenschlitze um die Fläche gezogen und ein Schlauch- und Sprinklersystem installiert. Zudem werde die Fläche mit Drohnen überwacht und ein Vor-Ort-Team von Einsatzkräften und Feuerwehrleuten installiert.  

Schritt 2 verfolgt das Ziel, den Brand temporär zu beseitigen und die Rauch- und Geruchsbelastungen für die Bevölkerung zu reduzieren. Dazu sollen über Löschbrunnen und eine ca. 4 Kilometer lange Löschwasserleitung vom Restloch Zipsendorf große Wassermengen zur Brandstelle gebracht werden, um den Brand zu löschen. Der Bau von Brunnen und Leitung wird voraussichtlich im November abgeschlossen sein, die Flutung der Brandstelle soll spätestens im Januar beginnen.

Zur abschließenden Brandbeseitigung sieht Schritt 3 vor, die brennende Fläche etwa 2 Meter hoch mit Erde abzudecken und damit die Sauerstoffzufuhr endgültig zu stoppen. Dazu müssten vielfältige Voraussetzungen geschaffen werden, unter anderem eine standfeste Zuwegung für Materialtransporte. Für diese abschließende Maßnahme veranschlagt die LMBV 2 bis 4 Jahre.

„Wir arbeiten mit großer Anstrengung an der schnellstmöglichen Umsetzung der Maßnahmen“, versicherte Sablotny. Es werde keine Verzögerungen durch aufwendige Genehmigungsverfahren geben, bestätigten die Vertreter der Ämter und des TLUBN.

Dass sie mindestens bis zum Jahreswechsel mit dem aktuellen Zustand leben sollen, wollten viele Bürgerinnen und Bürger nicht hinnehmen. Warum muss das so lange dauern, fragten sie voller Sorge um ihre Gesundheit. Wo sei der Katstrophen- und Bevölkerungsschutz? Wann würden endlich die gefährlichen Luftschadstoffe gemessen und wo seien die Ergebnisse dann einsehbar? Vielfach wurden klare Ansprechpartner gefordert, denen man ebenso gesundheitliche Probleme wie materielle Belastungen bzw. Vermögensschäden vortragen könne. Viele Fragen könne die LMBV gar nicht beantworten, fungiere aber als  Ansprechpartner.

Soweit möglich beantworteten Vertreter des kreislichen Gesundheits- und Umweltamtes die Fragen des Publikums. Für alle bergbaulichen Belange stand Bernd Sablotny ausführlich Rede und Antwort. Die LMBV werde über Neuigkeiten und Maßnahmen schnell und transparent informieren. Dazu sei eigens eine gesonderte Internetseite freigeschaltet worden. Dort ist unter anderem ein Fragen- und Antworten-Katalog zu finden, der fortlaufend ergänzt wird.

Kreisregner benetzen die Randbereiche des Restloches Rusendorf.

Kohletrübebecken im Restloch Rusendorf

Das heutige Kohletrübebecken entstand im Wesentlichen während des Betriebs der Brikettfabrik Phönix. Dort fielen seit 1906 bei der Brikettherstellung im Nassbetrieb große Mengen an Kohletrübe an. Dieses Gemisch aus Wasser, Kohlenstaub und Kohlepartikeln wurde über Jahrzehnte hinweg in das Becken eingespült, wo sich die Feststoffe über viele Jahre ablagerten.

Ein benachbarter Bereich des ehemaligen Absetzbeckens, der sich im Verantwortungsbereich der MIBRAG befindet, wurde bereits dauerhaft gesichert. Dort liegen die kohlehaltigen Ablagerungen tiefer und wurden zusätzlich mit Ascheeinspülungen aus dem Kraftwerksbetrieb Mumsdorf überdeckt. Diese Abdeckung verhindert den Sauerstoffzutritt und reduziert das Risiko einer Selbstentzündung.

Hintergrund zum Brand

Am 27. Juni 2026 kam es zwischen Meuselwitz, Mumsdorf und Falkenhain zu einem Großbrand auf einer stillgelegten Fläche des ehemaligen Tagebaus Rusendorf. Betroffen ist das Kohletrübebecken I, das sich in bergrechtlicher Zuständigkeit der LMBV befindet. Nachdem der oberflächliche Vegetationsbrand weitgehend gelöscht worden war, ging die Verantwortung für das Areal am 3. Juli 2026 von der Feuerwehr auf die LMBV über.

Weiterführende Links

Informationsseite zum Kohlebrand Meuselwitz

LMBV-Präsentation zum Kohlebrand Meuselwitz (04.08.2026)

Fotos: Kathrin Falke und Uwe Steinhuber für LMBV


Informationsveranstaltung der LMBV am 04.08.2026 zum Kohlebrand bei Meuselwitz

Leipzig/Meuselwitz. Der Kohlebrand im ehemaligen Tagebau Rusendorf bei Meuselwitz führt zu einem hohen Informationsbedarf in der Region. Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) lädt deshalb zu einer Informationsveranstaltung ein. Auch Vertreter des Landkreises Altenburger Land und der Stadt Meuselwitz werden anwesend sein.

Im Rahmen der Veranstaltung informieren Vertreter der beteiligten Behörden und Institutionen über die aktuelle Lage, die eingeleiteten Maßnahmen zur Brandbekämpfung sowie das weitere Vorgehen. Im Anschluss besteht Gelegenheit für Fragen und den gemeinsamen Austausch.

Termin: Dienstag, 4. August 2026, 17:00 Uhr

Veranstaltungsort: Schnaudertalhalle, Zeitzer Straße 45, 04610 Meuselwitz

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme.

Hintergrund zum Brand

Am 27. Juni 2026 kam es zwischen Meuselwitz, Mumsdorf und Falkenhain zu einem Großbrand auf einer stillgelegten Fläche des ehemaligen Tagebaus Rusendorf. Betroffen ist das Kohletrübebecken I, das sich in bergrechtlicher Zuständigkeit der LMBV befindet. Nachdem der oberflächliche Vegetationsbrand weitgehend gelöscht worden war, ging die Verantwortung für das Areal am 3. Juli 2026 von der Feuerwehr auf die LMBV über.

Weitere Informationen zum Kohlebrand Meuselwitz:

Informationsseite "Kohlebrand Meuselwitz"

Informationsveranstaltung zum Kohlebrand bei Meuselwitz

04. August 2026, 17:00 Uhr

Schnaudertalhalle, Zeitzer Str. 45, 04610 Meuselwitz

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Weiterführende Links


Brandereignis Meuselwitz – LMBV plant dauerhafte Abdeckung

Leipzig/Meuselwitz. Die Arbeiten zur Brandbekämpfung am Restloch Rusendorf zwischen Mumsdorf und Falkenhain dauern an. Der Schwerpunkt liegt weiterhin darauf, den unterirdischen Schwelbrand einzudämmen und anschließend den betroffenen Bereich dauerhaft zu sichern.

Die größten Herausforderungen bleiben die eingeschränkte Wasserverfügbarkeit sowie der Umstand, dass die Brandfläche aufgrund ihrer Beschaffenheit und den dort vorherrschenden Temperarturen zwischen 70 und 150 Grad Ceslisus nicht betreten werden kann.

Oberstes Ziel bleibt, eine Ausbreitung des Brandes auf angrenzende Wald- und Vegetationsflächen zu verhindern. Deshalb wurde die Brandschutzschneise um den Brandherd auf 30 Meter verbreitert. Die Randbereiche werden weiterhin mit Hilfe des Sprinklersystems bewässert. Es erfolgt eine permanente Brandüberwachung sowie tägliche Drohnenbefliegungen.

Oberflächliche Benetzung als Vorbereitung für dauerhafte Abdeckung

Zur Minimierung der Rauch- und Geruchsbelästigung des unterirdischen Brandes soll das Kohletrübebecken I zunächst gezielt oberflächlich benetzt werden. Hierfür werden in einem ersten Schritt rund 200.000 Kubikmeter Wasser aus dem Restloch Zipsendorf benötigt.

Anschließend soll der Brandbereich dauerhaft mit einer etwa zwei Meter mächtigen Schicht mit dafür geeignetem Material abgedeckt werden, um dem Schwelbrand die Sauerstoffzufuhr abzuschneiden. Die Auferdung erfolgt ausschließlich auf der aktuell vom Brand betroffenen Fläche des Kohletrübebeckens I. Das übrige Areal des Restlochs bleibt unangetastet und benötigt nach derzeitigem Kenntnisstand keine weiteren Sicherungs- bzw. Sanierungsmaßnahmen. Auch der Rusendorfer See ist von den geplanten Arbeiten nicht betroffen.

Bis zur endgültigen Fertigstellung der dauerhaften Abdeckung rechnet die LMBV derzeit mit einem längerem Zeitraum. 

Zwei Rohrleitungen und Löschbrunnen in Vorbereitung

Für die Oberflächenbenetzung des Brandbereiches bereitet die LMBV den Bau von zwei provisorischen Rohrleitungen vom Restloch Zipsendorf bis zum Kohletrübebecken I über eine Strecke von rund vier Kilometern vor.

Inzwischen geht die liegendschaftliche Klärung weiter - eine Vielzahl von betroffenen Grundstückseigentümer haben bereits ihre Zustimmung erteilt, sodass die Leitungen auf ihren Flächen verlegt werden könnten. Derzeit werden geeignete Unternehmen angefragt, die diese Maßnahme zeitnah ausführen können.

Parallel plant die LMBV die Errichtung von zwei Brunnen im Bereich des Kohletrübebeckens I im Restloch Rusendorf. Die Brunnen sollen jeweils bis in eine Tiefe von rund 55 Metern reichen und eine Wassermenge von etwa 200 bis 300 Litern pro Minute fördern. Damit soll langfristig die permanente Bereitsstellung von Löschwasser sichergestellt werden.

Tägliche Maßnahmen zur Brandbekämpfung

Bis zur Umsetzung der langfristigen Sicherungsmaßnahmen laufen die Arbeiten zur Brandbekämpfung kontinuierlich weiter. Dazu gehören:

  • Betrieb des vorhandenen Schlauch- und Sprenglersystems mit Wasser aus dem öffentlichen Versorgungsnetz sowie dessen laufende Anpassung an die jeweilige Brandsituation,
  • tägliche Drohnenbefliegungen mit Wärmebildtechnik,
  • regelmäßige Kontrollgänge und Bestreifungen des Geländes,
  • Luftmessungen sowohl direkt am Brandherd als auch in der nächstgelegen Ortschaft in Richtung der jeweiligen Rauchfahne,
  • Befüllung der umlaufenden Grabenschlitze und Vorhaltebehälter sowie Flächenbewässerung mit mobiler Technik,
  • Erweiterung der umlaufenden Brandschutzschneise einschließlich Beräumung, Stubbenrodung und Mulcharbeiten.

Luftmessungen erfolgen

Der Rauch verursacht weiterhin erhebliche Geruchsbelästigungen in der Umgebung. Luftmessungen werden einmal täglich direkt am Kohletrübebecken I in der Rauchfahne sowie im Abstrom durchgeführt. Im Rahmen der Luftanalysen werden die Konzentrationen von Kohlenmonoxid, Sauerstoff, Kohlenstoffdioxid, Methan und Schwefelwasserstoff erfasst. Die Prüfung der gemessenen Werte erfolgt anhand der für den Arbeitsschutz maßgeblichen Beurteilungsmaßstäbe für die eingesetzten Beschäftigten vor Ort.

Weiter erfolgt jeweils eine Messung pro Tag in der nächstliegenden Ortschaft, die im Abstrom der Rauchfahne liegt. Die bisher dort gemessenen Werte sind unauffällig.

Ergänzend verweist die LMBV auf die Meldung der Zentralen Leitstelle Gera. Diese ist bei KATWARN als sicherheitsrelevante Information ohne direkte Gefährdung eingestuft. Es wird dort empfohlen, Fenster und Türen geschlossen zu halten sowie Klima- und Lüftungsanlagen abzuschalten. Unabhängig davon arbeitet die LMBV daran, die Rauchentwicklung mit den beschriebenen Maßnahmen zu reduzieren. (geändert 28.07.26 15:00 | UST)

Brandereignis Meuselwitz (Foto: Christian Kortüm)
Die betroffene Fläche umfasst etwa acht Hektar. Durch im Boden befindliche Kohlereste entfachen sich immer wieder neue Brandnester. (Foto: LMBV/Christian Kortüm)

Kohletrübebecken im Restloch Rusendorf

Das heutige Kohletrübebecken entstand im Wesentlichen während des Betriebs der Brikettfabrik Phönix. Dort fielen bei der Brikettherstellung im Nassbetrieb große Mengen an Kohletrübe an. Dieses Gemisch aus Wasser, Kohlenstaub und Kohlepartikeln wurde über Jahrzehnte hinweg in das Becken eingespült, wo sich die Feststoffe über viele Jahre ablagerten.

Ein benachbarter Bereich des ehemaligen Absetzbeckens, der sich im Verantwortungsbereich der MIBRAG befindet, wurde bereits dauerhaft gesichert. Dort liegen die kohlehaltigen Ablagerungen tiefer und wurden zusätzlich mit Ascheeinspülungen aus dem Kraftwerksbetrieb Mumsdorf überdeckt. Diese Abdeckung verhindert den Sauerstoffzutritt und reduziert das Risiko einer Selbstentzündung.

Hintergrund zum Brand

Am 27. Juni 2026 kam es zwischen Meuselwitz, Mumsdorf und Falkenhain zu einem Großbrand auf einer stillgelegten Fläche des ehemaligen Tagebaus Rusendorf. Betroffen ist das Kohletrübebecken I, das sich in bergrechtlicher Zuständigkeit der LMBV befindet. Nachdem der oberflächliche Vegetationsbrand weitgehend gelöscht worden war, ging die Verantwortung für das Areal am 3. Juli 2026 von der Feuerwehr auf die LMBV über.

Foto: LMBV/Christian Kortüm


Großbrandereignis Meuselwitz – LMBV legt nächste Schritte zur Brandbeseitigung fest

Leipzig/Meuselwitz. Am 14. Juli 2026 wurde innerhalb der LMBV das weitere Vorgehen zur Brandbeseitigung am und im Kohletrübebecken bei Meuselwitz festgelegt.

Der Einsatz eines Löschhubschraubers am Wochenende vom 10. bis 12. Juli 2026 erzielte nicht die gewünschte Wirkung. Die Rauchentwicklung konnte nur kurzzeitig reduziert werden. Die Auswertung der Drohnenaufnahmen mit Wärmebildkamera zeigte, dass durch das Aufbringen des Wassers die Oberfläche aufgewirbelt, aber tieferliegende Schichten nicht gelöscht werden konnten. Es ist daher kein weiterer Einsatz eines Löschhubschraubers geplant.

Die Hauptprobleme vor Ort sind weiterhin die eingeschränkte Verfügbarkeit von Wasser und dass die betroffene Fläche nicht betreten werden kann. Zudem ist das Brandereignis sehr dynamisch. Die Brandherde verlagern sich immer wieder und flammen an verschiedenen Stellen auf.

Verbreiterung der Brandschutzschneise soll Ausbreitung verhindern

Oberstes Ziel ist derzeit, die Ausbreitung des Brandes nach außen und damit das Übergreifen auf benachbarte Flächen zu verhindern. Dafür wird die bereits errichtete, 10 Meter breite Brandschutzschneise rund um die brennende Fläche um 20 Meter erweitert, so dass ein 30 Meter breiter Schutzstreifen entsteht. Dies erfolgt in Abstimmung mit  ThüringenForst. Der Schutzstreifen hat eine Länge von etwa einem Kilometer. Die erste Firma beginnt am 14. Juli 2026 mit den notwendigen Holzungen. Weitere Firmen sollen in den kommenden Tagen die Arbeiten unterstützen. Bereits vergangene Woche wurde eine bis zu 1,60 Meter tiefe Furche parallel zur Brandschutzschneise gezogen und mit Wasser und Netzmitteln gefüllt.

Provisorische Rohrleitungen zur Benetzung der Fläche sind in Vorbereitung

Zur Bekämpfung des unterirdischen Brandes soll das Kohletrübebecken kontrolliert mit Wasser benetzt werden. Die LMBV arbeitet derzeit daran, dass schnellstmöglich  zwei provisorische Rohrleitungen vom Restloch Zipsendorf über eine Strecke von rund vier Kilometern bis zum Kohletrübebecken verlegt werden können. Die Einholung der erforderlichen Zustimmungen der rund 30 betroffenen Flächeneigentümer hat bereits begonnen; die bisherigen Rückmeldungen sind durchweg positiv. Darüber hinaus müssen für den Leitungsverlauf eine Bahntrasse sowie eine Kreisstraße gequert werden. Die erforderlichen Abstimmungen mit den zuständigen Stellen laufen bereits. Parallel dazu laufen die Vorbereitungen um einen Brunnen in unmittelbarer Nähe des Kohletrübebeckens zu bohren, um eine dauerhafte Wasserverfügbarkeit herzustellen ohne das öffentliche Wassernetz zu belasten.

Nach Fertigstellung der zwei Rohrleitungen wäre es möglich, rund 560 Kubikmeter Wasser pro Stunde in das Kohletrübebecken zu leiten. Mit dieser Wassermenge soll das acht Hektar große Areal gewässert werden, was bis zu 20 Tage andauern kann. Die LMBV geht aktuell auf mögliche Auftragnehmer zu. (UST | korr. 23.07.)

Die betroffene Fläche umfasst etwa acht Hektar. Durch im Boden befindliche Kohlereste entfachen sich immer wieder neue Brandnester.

Qualm verursacht Geruchsbelästigung, ist aber ungefährlich

Unverändert sind am Kohletrübebecken Mitarbeiter der LMBV sowie von externen Auftragnehmern täglich vor Ort. Mit Sprenklersystemen und dem verfügbaren Wasser werden die Brandherde bekämpft und die Rauchentwicklung nach Möglichkeit reduziert. Aus dem Leitungswassernetz der Stadt Meuselwitz stehen jedoch nur 60 Kubikmeter Wasser pro Stunde zur Verfügung.

Der Rauch verursacht eine erhebliche Geruchsbelästigung vor Ort und in den betroffenen umliegenden Gemeinden. Direkt in der Rauchfahne wird täglich der Gehalt von Kohlendioxid, Kohlenmonoxid, Schwefelwasserstoff und Methan gemessen. Die Prüfung der gemessenen Werte erfolgt anhand der für den Arbeitsschutz maßgeblichen Beurteilungsmaßstäbe für die eingesetzten Beschäftigten vor Ort. Ergänzend verweist die LMBV auf die Meldung der Zentralen Leitstelle Gera. Diese ist bei KATWARN als sicherheitsrelevante Information ohne direkte Gefährdung eingestuft. Vorsorglich wird dort empfohlen, Fenster und Türen geschlossen zu halten sowie Klima- und Lüftungsanlagen abzuschalten. Unabhängig davon arbeitet die LMBV daran, die Rauchentwicklung mit den beschriebenen Maßnahmen zu reduzieren.

Die LMBV befindet sich zu den Gefahrenabwehrmaßnahmen in regelmäßigem Austausch mit den zuständigen Behörden und Ämtern, wie der Bergbehörde im Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN), der Stadt Meuselwitz und dem Landkreis Altenburger Land. Zur Höhe der entstandenen Kosten kann derzeit noch keine Angabe gemacht werden.

Hintergrund

Am 27. Juni 2026 kam es zu einem Großbrandereignis zwischen den Ortslagen Meuselwitz, Mumsdorf und Falkenhain. Betroffen ist eine stillgelegte Kohlebergbaufläche des ehemaligen Tagebaugebietes Rusendorf. Von diesem Brandereignis ist das Kohletrübebecken I in bergrecht- und eigentumsrechtlicher Zuständigkeit der LMBV betroffen. Der oberflächliche Brand konnte inzwischen weitestgehend gelöscht werden. Die Verantwortung für das Areal ging damit am 3. Juli 2026 von der Feuerwehr auf die LMBV über.

Fotos: LMBV/Christian Kortüm