Revierbefahrung des LMBV-Aufsichtsrats im Nordraum Leipzig

Leipzig/Gräfenhainichen. Die Mitglieder des Aufsichtsrats der LMBV befuhren am 27. August 2026 im Rahmen ihrer jüngsten Sitzung das mitteldeutsche Revier. Erstmals nahm daran Annika Maier als Betriebsratsvorsitzende des Betriebes Mitteldeutschland und Stellvertreterin des Gesamtbetriebsratsvorsitzenden der LMBV teil. Sie ist seit 1. August 2026 nach dem Ausscheiden des ehemaligen Betriebsratsvorsitzenden Carsten Günther neues Mitglied des Gremiums.

Annika Maier (rechts) im Gespräch mit Bernd Sablotny, Rico Drechsler und Arne Sander (v.l.n.r., LMBV)

Erster Befahrungspunkt im Nordraum von Leipzig war der Gröberner See: An der Westböschung nahe der Pumpstation gaben Elke Kreische-König, Sanierungsbereichsleiterin Mitteldeutschland, und Arne Sander, Abteilungsleiter Planung Sachsen-Anhalt, Informationen zum geplanten Ausbau des Ableiters Gröbern, der die nahe gelegene Pumpstation künftig ablösen und als dauerhafter wasserwirtschaftlicher Seeablauf dienen soll. Die Herausforderungen bestehen u. a. in der Querung der angrenzenden ICE-Bahntrasse und den Standsicherheitsdefiziten des Restlochs Barbara (keine bergrechtliche Verpflichtung der LMBV).

Nächster Halt war die Nordböschung des Gröberner See. Für den ehemaligen Tagebau Gröbern steht derzeit die Beendigung der Bergaufsicht im Mittelpunkt. Über 550 Hektar Fläche sollen in einem ersten Schritt aus der Bergaufsicht entlassen werden. Restliche Sanierungsmaßnahmen wie der Rückbau der Pumpstation und andere Anlagen sowie die Ertüchtigung des Hauptwirtschaftsweges müssen in Bezug auf den sachlichen Geltungsbereich durchgeführt werden. Denn weitere Wohn- und Erholungsflächen an der sanierten Nordböschung sind im Rahmen der Folgenutzung geplant. Es laufen bereits die Erschließungsarbeiten für den Bau des „Hänicher Südstrands“ durch einen Investor.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats auf dem Bagger 197 (Mosquito) in Ferropolis

Die Tour führte die Aufsichtsratsmitglieder nach Ferropolis in den Bereich der ehemaligen Tagesanlagen des  Tagebaus Golpa-Nord, dem heutigen Gremminer See. Geflutet wurde der See von 2000 bis 2011 mit Muldewasser. Seither wird der See durch oberirdische Zuflüsse und Grundwasser gespeist. Entgegen der ursprünglichen Modellprognosen ergab sich ein Wasserdefizit, sodass der ursprünglich vorgesehene Wasserspiegel im Rahmen eines Planänderungsverfahrens angepasst werden musste. Die Beendigung der Bergaufsicht ist der nächste Schritt. Die Folgenutzung dieses Bergbaugeländes läuft bereits seit dem Jahr 1995 erfolgreich als Industriedenkmal, Freilichtmuseum und Veranstaltungsareal.

Die letzte Station der Befahrung war das Tagebaurestloch Golpa IV südwestlich von Zschornewitz. Hierfür muss ein Sanierungskonzept zur Abwehr von Gefahren aus dem Grundwasserwiederanstieg (§ 3 des Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung) erstellt werden. Nach Ende der Kohleförderung 1956 waren im Restloch Fremdmassen verkippt worden, zudem war es Kühlwasserspeicher des Kraftwerks Zschornewitz. Zurzeit wird der Wasserstand bei +71,0 m NHN gehalten. Geotechnische Untersuchungen im Auftrag der LMBV zeigen, dass einzelne Böschungen im Ist-Zustand und bei freiem Wasseranstieg nicht ausreichend standsicher sind. Bei freiem Wasseranstieg sind zudem im Westen und Nordwesten Maßnahmen gegen Setzungsfließen und zur Herstellung der Grundbruch- und Trittsicherheit erforderlich. Als nächster Schritt ist die Leistungsphase Vorplanung der erforderlichen § 3-Maßnahme zu erarbeiten.

Impressionen der Befahrung
(Fotos: Anika Dollmeyer)


Bau der Wasserleitung ins Restloch Rusendorf begonnen

Leipzig/Mumsdorf. Der Bau der Wasserleitung zur Brandeindämmung im Restloch Rusendorf bei Meuselwitz hat begonnen.
Nachdem am 17. August die bauvorbereitenden Arbeiten starteten, konnte zum Ende der Woche schon der erste Kilometer eines Strangs der insgesamt acht Kilometer langen Doppelstrangleitung gebaut werden. Somit wird die Wasserzuführung vier Kilometer entlang des Ortsrands von Mumsdorf zum Kohletrübebecken führen, in dem es unterirdisch schwelt.
Die Leitung, die Wasser vom Restloch Zipsendorf ins Restloch Rusendorf führen wird, soll das Trinkwassernetz der Region entlasten, das derzeit noch zur Brandbekämpfung gebraucht wird.
Das bauausführende Unternehmen Lutz Duwe KG aus Leipzig arbeitet mit Hochdruck an der Errichtung der temporären Leitung, um schnellstmöglich Entlastung für die umliegenden Ortschaften zu schaffen. Zur Minimierung der Rauch- und Geruchsbelästigung des unterirdischen Brandes soll das Kohletrübebecken I zunächst gezielt oberflächlich benetzt werden. Hierfür werden in einem ersten Schritt rund 200.000 Kubikmeter Wasser aus dem Restloch Zipsendorf benötigt.
Hintergrund:
Am 27. Juni 2026 kam es zwischen Meuselwitz, Mumsdorf und Falkenhain zu einem Brand auf einer stillgelegten Fläche des ehemaligen Tagebaus Rusendorf. Betroffen ist das Kohletrübebecken I, das sich in bergrechtlicher Zuständigkeit der LMBV befindet. Aus dem anfänglichen Waldbrand entwickelte sich ein unterirdische Kohlebrand am Restloch Rusendorf zwischen Mumsdorf und Falkenhain. Die Arbeiten zur Brandeindämmung dauern an. Der Schwerpunkt liegt weiterhin darauf, den unterirdischen Schwelbrand einzudämmen und anschließend den betroffenen Bereich dauerhaft zu sichern. Weiterführende Informationen finden sich hier.

Fotos: LMBV


Großes Interesse am Bürgerdialog zum Brand im Restloch Rusendorf: Verlässliche Informationen über Luftschadstoffe gefordert

LMBV: Bericht zur Infoveranstaltung am 4. August 2026 in Meuselwitz

Leipzig/Meuselwitz. Auf großes Interesse stieß die gemeinsame Informationsveranstaltung der LMBV mit der Stadtverwaltung, dem Landkreis und dem TLUBN zum Kohlebrand im Restloch Rusendorf bei Meuselwitz. Rund 450 Menschen füllten am 4. August 2026 die Tribünen der Schnaudertalhalle. In teils detaillierten Beschreibungen schilderten sie ihre aktuellen Belastungen, trugen ihre Sorgen vor und stellten Forderungen insbesondere nach deutlich verbesserten Informationen zu Luftschadstoffen.

Den Fragen der Bürgerinnen und Bürger stellten sich neben der LMBV auch Vertreter des Landratsamtes Altenburger Land, der Stadt Meuselwitz und des Thüringer Landesamtes für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN). Der Kern der Kritik richtete sich gegen den Freistaat Thüringen, den Landkreis, die Stadt und die Behörden, einige Redner warfen ihnen „Untätigkeit“ vor.

Bernd Sablotny, Sprecher der Geschäftsführung der LMBV, ließ keinen Zweifel an der bergrechtlichen Verantwortung seines Unternehmens für das Restloch Rusendorf. Zur Bekämpfung des Brandes stellte er ein dreistufiges Vorgehen vor. In einem ersten Schritt gehe es um die Eindämmung des Brandes. Dazu wurden Brandschneisen hergestellt, Grabenschlitze um die Fläche gezogen und ein Schlauch- und Sprinklersystem installiert. Zudem werde die Fläche mit Drohnen überwacht und ein Vor-Ort-Team von Einsatzkräften und Feuerwehrleuten installiert.  

Schritt 2 verfolgt das Ziel, den Brand temporär zu beseitigen und die Rauch- und Geruchsbelastungen für die Bevölkerung zu reduzieren. Dazu sollen über Löschbrunnen und eine ca. 4 Kilometer lange Löschwasserleitung vom Restloch Zipsendorf große Wassermengen zur Brandstelle gebracht werden, um den Brand zu löschen. Der Bau von Brunnen und Leitung wird voraussichtlich im November abgeschlossen sein, die Flutung der Brandstelle soll spätestens im Januar beginnen.

Zur abschließenden Brandbeseitigung sieht Schritt 3 vor, die brennende Fläche etwa 2 Meter hoch mit Erde abzudecken und damit die Sauerstoffzufuhr endgültig zu stoppen. Dazu müssten vielfältige Voraussetzungen geschaffen werden, unter anderem eine standfeste Zuwegung für Materialtransporte. Für diese abschließende Maßnahme veranschlagt die LMBV 2 bis 4 Jahre.

„Wir arbeiten mit großer Anstrengung an der schnellstmöglichen Umsetzung der Maßnahmen“, versicherte Sablotny. Es werde keine Verzögerungen durch aufwendige Genehmigungsverfahren geben, bestätigten die Vertreter der Ämter und des TLUBN.

Dass sie mindestens bis zum Jahreswechsel mit dem aktuellen Zustand leben sollen, wollten viele Bürgerinnen und Bürger nicht hinnehmen. Warum muss das so lange dauern, fragten sie voller Sorge um ihre Gesundheit. Wo sei der Katstrophen- und Bevölkerungsschutz? Wann würden endlich die gefährlichen Luftschadstoffe gemessen und wo seien die Ergebnisse dann einsehbar? Vielfach wurden klare Ansprechpartner gefordert, denen man ebenso gesundheitliche Probleme wie materielle Belastungen bzw. Vermögensschäden vortragen könne. Viele Fragen könne die LMBV gar nicht beantworten, fungiere aber als  Ansprechpartner.

Soweit möglich beantworteten Vertreter des kreislichen Gesundheits- und Umweltamtes die Fragen des Publikums. Für alle bergbaulichen Belange stand Bernd Sablotny ausführlich Rede und Antwort. Die LMBV werde über Neuigkeiten und Maßnahmen schnell und transparent informieren. Dazu sei eigens eine gesonderte Internetseite freigeschaltet worden. Dort ist unter anderem ein Fragen- und Antworten-Katalog zu finden, der fortlaufend ergänzt wird.

Kreisregner benetzen die Randbereiche des Restloches Rusendorf.

Kohletrübebecken im Restloch Rusendorf

Das heutige Kohletrübebecken entstand im Wesentlichen während des Betriebs der Brikettfabrik Phönix. Dort fielen seit 1906 bei der Brikettherstellung im Nassbetrieb große Mengen an Kohletrübe an. Dieses Gemisch aus Wasser, Kohlenstaub und Kohlepartikeln wurde über Jahrzehnte hinweg in das Becken eingespült, wo sich die Feststoffe über viele Jahre ablagerten.

Ein benachbarter Bereich des ehemaligen Absetzbeckens, der sich im Verantwortungsbereich der MIBRAG befindet, wurde bereits dauerhaft gesichert. Dort liegen die kohlehaltigen Ablagerungen tiefer und wurden zusätzlich mit Ascheeinspülungen aus dem Kraftwerksbetrieb Mumsdorf überdeckt. Diese Abdeckung verhindert den Sauerstoffzutritt und reduziert das Risiko einer Selbstentzündung.

Hintergrund zum Brand

Am 27. Juni 2026 kam es zwischen Meuselwitz, Mumsdorf und Falkenhain zu einem Großbrand auf einer stillgelegten Fläche des ehemaligen Tagebaus Rusendorf. Betroffen ist das Kohletrübebecken I, das sich in bergrechtlicher Zuständigkeit der LMBV befindet. Nachdem der oberflächliche Vegetationsbrand weitgehend gelöscht worden war, ging die Verantwortung für das Areal am 3. Juli 2026 von der Feuerwehr auf die LMBV über.

Weiterführende Links

Informationsseite zum Kohlebrand Meuselwitz

LMBV-Präsentation zum Kohlebrand Meuselwitz (04.08.2026)

Fotos: Kathrin Falke und Uwe Steinhuber für LMBV


Informationsveranstaltung der LMBV am 04.08.2026 zum Kohlebrand bei Meuselwitz

Leipzig/Meuselwitz. Der Kohlebrand im ehemaligen Tagebau Rusendorf bei Meuselwitz führt zu einem hohen Informationsbedarf in der Region. Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) lädt deshalb zu einer Informationsveranstaltung ein. Auch Vertreter des Landkreises Altenburger Land und der Stadt Meuselwitz werden anwesend sein.

Im Rahmen der Veranstaltung informieren Vertreter der beteiligten Behörden und Institutionen über die aktuelle Lage, die eingeleiteten Maßnahmen zur Brandbekämpfung sowie das weitere Vorgehen. Im Anschluss besteht Gelegenheit für Fragen und den gemeinsamen Austausch.

Termin: Dienstag, 4. August 2026, 17:00 Uhr

Veranstaltungsort: Schnaudertalhalle, Zeitzer Straße 45, 04610 Meuselwitz

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme.

Hintergrund zum Brand

Am 27. Juni 2026 kam es zwischen Meuselwitz, Mumsdorf und Falkenhain zu einem Großbrand auf einer stillgelegten Fläche des ehemaligen Tagebaus Rusendorf. Betroffen ist das Kohletrübebecken I, das sich in bergrechtlicher Zuständigkeit der LMBV befindet. Nachdem der oberflächliche Vegetationsbrand weitgehend gelöscht worden war, ging die Verantwortung für das Areal am 3. Juli 2026 von der Feuerwehr auf die LMBV über.

Weitere Informationen zum Kohlebrand Meuselwitz:

Informationsseite "Kohlebrand Meuselwitz"

Informationsveranstaltung zum Kohlebrand bei Meuselwitz

04. August 2026, 17:00 Uhr

Schnaudertalhalle, Zeitzer Str. 45, 04610 Meuselwitz

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Weiterführende Links


Brandereignis Meuselwitz – LMBV plant dauerhafte Abdeckung

Leipzig/Meuselwitz. Die Arbeiten zur Brandbekämpfung am Restloch Rusendorf zwischen Mumsdorf und Falkenhain dauern an. Der Schwerpunkt liegt weiterhin darauf, den unterirdischen Schwelbrand einzudämmen und anschließend den betroffenen Bereich dauerhaft zu sichern.

Die größten Herausforderungen bleiben die eingeschränkte Wasserverfügbarkeit sowie der Umstand, dass die Brandfläche aufgrund ihrer Beschaffenheit und den dort vorherrschenden Temperarturen zwischen 70 und 150 Grad Ceslisus nicht betreten werden kann.

Oberstes Ziel bleibt, eine Ausbreitung des Brandes auf angrenzende Wald- und Vegetationsflächen zu verhindern. Deshalb wurde die Brandschutzschneise um den Brandherd auf 30 Meter verbreitert. Die Randbereiche werden weiterhin mit Hilfe des Sprinklersystems bewässert. Es erfolgt eine permanente Brandüberwachung sowie tägliche Drohnenbefliegungen.

Oberflächliche Benetzung als Vorbereitung für dauerhafte Abdeckung

Zur Minimierung der Rauch- und Geruchsbelästigung des unterirdischen Brandes soll das Kohletrübebecken I zunächst gezielt oberflächlich benetzt werden. Hierfür werden in einem ersten Schritt rund 200.000 Kubikmeter Wasser aus dem Restloch Zipsendorf benötigt.

Anschließend soll der Brandbereich dauerhaft mit einer etwa zwei Meter mächtigen Schicht mit dafür geeignetem Material abgedeckt werden, um dem Schwelbrand die Sauerstoffzufuhr abzuschneiden. Die Auferdung erfolgt ausschließlich auf der aktuell vom Brand betroffenen Fläche des Kohletrübebeckens I. Das übrige Areal des Restlochs bleibt unangetastet und benötigt nach derzeitigem Kenntnisstand keine weiteren Sicherungs- bzw. Sanierungsmaßnahmen. Auch der Rusendorfer See ist von den geplanten Arbeiten nicht betroffen.

Bis zur endgültigen Fertigstellung der dauerhaften Abdeckung rechnet die LMBV derzeit mit einem längerem Zeitraum. 

Zwei Rohrleitungen und Löschbrunnen in Vorbereitung

Für die Oberflächenbenetzung des Brandbereiches bereitet die LMBV den Bau von zwei provisorischen Rohrleitungen vom Restloch Zipsendorf bis zum Kohletrübebecken I über eine Strecke von rund vier Kilometern vor.

Inzwischen geht die liegendschaftliche Klärung weiter - eine Vielzahl von betroffenen Grundstückseigentümer haben bereits ihre Zustimmung erteilt, sodass die Leitungen auf ihren Flächen verlegt werden könnten. Derzeit werden geeignete Unternehmen angefragt, die diese Maßnahme zeitnah ausführen können.

Parallel plant die LMBV die Errichtung von zwei Brunnen im Bereich des Kohletrübebeckens I im Restloch Rusendorf. Die Brunnen sollen jeweils bis in eine Tiefe von rund 55 Metern reichen und eine Wassermenge von etwa 200 bis 300 Litern pro Minute fördern. Damit soll langfristig die permanente Bereitsstellung von Löschwasser sichergestellt werden.

Tägliche Maßnahmen zur Brandbekämpfung

Bis zur Umsetzung der langfristigen Sicherungsmaßnahmen laufen die Arbeiten zur Brandbekämpfung kontinuierlich weiter. Dazu gehören:

  • Betrieb des vorhandenen Schlauch- und Sprenglersystems mit Wasser aus dem öffentlichen Versorgungsnetz sowie dessen laufende Anpassung an die jeweilige Brandsituation,
  • tägliche Drohnenbefliegungen mit Wärmebildtechnik,
  • regelmäßige Kontrollgänge und Bestreifungen des Geländes,
  • Luftmessungen sowohl direkt am Brandherd als auch in der nächstgelegen Ortschaft in Richtung der jeweiligen Rauchfahne,
  • Befüllung der umlaufenden Grabenschlitze und Vorhaltebehälter sowie Flächenbewässerung mit mobiler Technik,
  • Erweiterung der umlaufenden Brandschutzschneise einschließlich Beräumung, Stubbenrodung und Mulcharbeiten.

Luftmessungen erfolgen

Der Rauch verursacht weiterhin erhebliche Geruchsbelästigungen in der Umgebung. Luftmessungen werden einmal täglich direkt am Kohletrübebecken I in der Rauchfahne sowie im Abstrom durchgeführt. Im Rahmen der Luftanalysen werden die Konzentrationen von Kohlenmonoxid, Sauerstoff, Kohlenstoffdioxid, Methan und Schwefelwasserstoff erfasst. Die Prüfung der gemessenen Werte erfolgt anhand der für den Arbeitsschutz maßgeblichen Beurteilungsmaßstäbe für die eingesetzten Beschäftigten vor Ort.

Weiter erfolgt jeweils eine Messung pro Tag in der nächstliegenden Ortschaft, die im Abstrom der Rauchfahne liegt. Die bisher dort gemessenen Werte sind unauffällig.

Ergänzend verweist die LMBV auf die Meldung der Zentralen Leitstelle Gera. Diese ist bei KATWARN als sicherheitsrelevante Information ohne direkte Gefährdung eingestuft. Es wird dort empfohlen, Fenster und Türen geschlossen zu halten sowie Klima- und Lüftungsanlagen abzuschalten. Unabhängig davon arbeitet die LMBV daran, die Rauchentwicklung mit den beschriebenen Maßnahmen zu reduzieren. (geändert 28.07.26 15:00 | UST)

Brandereignis Meuselwitz (Foto: Christian Kortüm)
Die betroffene Fläche umfasst etwa acht Hektar. Durch im Boden befindliche Kohlereste entfachen sich immer wieder neue Brandnester. (Foto: LMBV/Christian Kortüm)

Kohletrübebecken im Restloch Rusendorf

Das heutige Kohletrübebecken entstand im Wesentlichen während des Betriebs der Brikettfabrik Phönix. Dort fielen bei der Brikettherstellung im Nassbetrieb große Mengen an Kohletrübe an. Dieses Gemisch aus Wasser, Kohlenstaub und Kohlepartikeln wurde über Jahrzehnte hinweg in das Becken eingespült, wo sich die Feststoffe über viele Jahre ablagerten.

Ein benachbarter Bereich des ehemaligen Absetzbeckens, der sich im Verantwortungsbereich der MIBRAG befindet, wurde bereits dauerhaft gesichert. Dort liegen die kohlehaltigen Ablagerungen tiefer und wurden zusätzlich mit Ascheeinspülungen aus dem Kraftwerksbetrieb Mumsdorf überdeckt. Diese Abdeckung verhindert den Sauerstoffzutritt und reduziert das Risiko einer Selbstentzündung.

Hintergrund zum Brand

Am 27. Juni 2026 kam es zwischen Meuselwitz, Mumsdorf und Falkenhain zu einem Großbrand auf einer stillgelegten Fläche des ehemaligen Tagebaus Rusendorf. Betroffen ist das Kohletrübebecken I, das sich in bergrechtlicher Zuständigkeit der LMBV befindet. Nachdem der oberflächliche Vegetationsbrand weitgehend gelöscht worden war, ging die Verantwortung für das Areal am 3. Juli 2026 von der Feuerwehr auf die LMBV über.

Foto: LMBV/Christian Kortüm


Großbrandereignis Meuselwitz – LMBV legt nächste Schritte zur Brandbeseitigung fest

Leipzig/Meuselwitz. Am 14. Juli 2026 wurde innerhalb der LMBV das weitere Vorgehen zur Brandbeseitigung am und im Kohletrübebecken bei Meuselwitz festgelegt.

Der Einsatz eines Löschhubschraubers am Wochenende vom 10. bis 12. Juli 2026 erzielte nicht die gewünschte Wirkung. Die Rauchentwicklung konnte nur kurzzeitig reduziert werden. Die Auswertung der Drohnenaufnahmen mit Wärmebildkamera zeigte, dass durch das Aufbringen des Wassers die Oberfläche aufgewirbelt, aber tieferliegende Schichten nicht gelöscht werden konnten. Es ist daher kein weiterer Einsatz eines Löschhubschraubers geplant.

Die Hauptprobleme vor Ort sind weiterhin die eingeschränkte Verfügbarkeit von Wasser und dass die betroffene Fläche nicht betreten werden kann. Zudem ist das Brandereignis sehr dynamisch. Die Brandherde verlagern sich immer wieder und flammen an verschiedenen Stellen auf.

Verbreiterung der Brandschutzschneise soll Ausbreitung verhindern

Oberstes Ziel ist derzeit, die Ausbreitung des Brandes nach außen und damit das Übergreifen auf benachbarte Flächen zu verhindern. Dafür wird die bereits errichtete, 10 Meter breite Brandschutzschneise rund um die brennende Fläche um 20 Meter erweitert, so dass ein 30 Meter breiter Schutzstreifen entsteht. Dies erfolgt in Abstimmung mit  ThüringenForst. Der Schutzstreifen hat eine Länge von etwa einem Kilometer. Die erste Firma beginnt am 14. Juli 2026 mit den notwendigen Holzungen. Weitere Firmen sollen in den kommenden Tagen die Arbeiten unterstützen. Bereits vergangene Woche wurde eine bis zu 1,60 Meter tiefe Furche parallel zur Brandschutzschneise gezogen und mit Wasser und Netzmitteln gefüllt.

Provisorische Rohrleitungen zur Benetzung der Fläche sind in Vorbereitung

Zur Bekämpfung des unterirdischen Brandes soll das Kohletrübebecken kontrolliert mit Wasser benetzt werden. Die LMBV arbeitet derzeit daran, dass schnellstmöglich  zwei provisorische Rohrleitungen vom Restloch Zipsendorf über eine Strecke von rund vier Kilometern bis zum Kohletrübebecken verlegt werden können. Die Einholung der erforderlichen Zustimmungen der rund 30 betroffenen Flächeneigentümer hat bereits begonnen; die bisherigen Rückmeldungen sind durchweg positiv. Darüber hinaus müssen für den Leitungsverlauf eine Bahntrasse sowie eine Kreisstraße gequert werden. Die erforderlichen Abstimmungen mit den zuständigen Stellen laufen bereits. Parallel dazu laufen die Vorbereitungen um einen Brunnen in unmittelbarer Nähe des Kohletrübebeckens zu bohren, um eine dauerhafte Wasserverfügbarkeit herzustellen ohne das öffentliche Wassernetz zu belasten.

Nach Fertigstellung der zwei Rohrleitungen wäre es möglich, rund 560 Kubikmeter Wasser pro Stunde in das Kohletrübebecken zu leiten. Mit dieser Wassermenge soll das acht Hektar große Areal gewässert werden, was bis zu 20 Tage andauern kann. Die LMBV geht aktuell auf mögliche Auftragnehmer zu. (UST | korr. 23.07.)

Die betroffene Fläche umfasst etwa acht Hektar. Durch im Boden befindliche Kohlereste entfachen sich immer wieder neue Brandnester.

Qualm verursacht Geruchsbelästigung, ist aber ungefährlich

Unverändert sind am Kohletrübebecken Mitarbeiter der LMBV sowie von externen Auftragnehmern täglich vor Ort. Mit Sprenklersystemen und dem verfügbaren Wasser werden die Brandherde bekämpft und die Rauchentwicklung nach Möglichkeit reduziert. Aus dem Leitungswassernetz der Stadt Meuselwitz stehen jedoch nur 60 Kubikmeter Wasser pro Stunde zur Verfügung.

Der Rauch verursacht eine erhebliche Geruchsbelästigung vor Ort und in den betroffenen umliegenden Gemeinden. Direkt in der Rauchfahne wird täglich der Gehalt von Kohlendioxid, Kohlenmonoxid, Schwefelwasserstoff und Methan gemessen. Die Prüfung der gemessenen Werte erfolgt anhand der für den Arbeitsschutz maßgeblichen Beurteilungsmaßstäbe für die eingesetzten Beschäftigten vor Ort. Ergänzend verweist die LMBV auf die Meldung der Zentralen Leitstelle Gera. Diese ist bei KATWARN als sicherheitsrelevante Information ohne direkte Gefährdung eingestuft. Vorsorglich wird dort empfohlen, Fenster und Türen geschlossen zu halten sowie Klima- und Lüftungsanlagen abzuschalten. Unabhängig davon arbeitet die LMBV daran, die Rauchentwicklung mit den beschriebenen Maßnahmen zu reduzieren.

Die LMBV befindet sich zu den Gefahrenabwehrmaßnahmen in regelmäßigem Austausch mit den zuständigen Behörden und Ämtern, wie der Bergbehörde im Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN), der Stadt Meuselwitz und dem Landkreis Altenburger Land. Zur Höhe der entstandenen Kosten kann derzeit noch keine Angabe gemacht werden.

Hintergrund

Am 27. Juni 2026 kam es zu einem Großbrandereignis zwischen den Ortslagen Meuselwitz, Mumsdorf und Falkenhain. Betroffen ist eine stillgelegte Kohlebergbaufläche des ehemaligen Tagebaugebietes Rusendorf. Von diesem Brandereignis ist das Kohletrübebecken I in bergrecht- und eigentumsrechtlicher Zuständigkeit der LMBV betroffen. Der oberflächliche Brand konnte inzwischen weitestgehend gelöscht werden. Die Verantwortung für das Areal ging damit am 3. Juli 2026 von der Feuerwehr auf die LMBV über.

Fotos: LMBV/Christian Kortüm


Großbrandereignis Meuselwitz – LMBV bekämpft unterirdische Brände am Wochenende mit Hubschraubereinsatz

Meuselwitz. Am 27. Juni 2026 kam es zu einem Großbrandereignis zwischen den Ortslagen Meuselwitz, Mumsdorf und Falkenhain. Betroffen ist eine stillgelegte Kohlebergbaufläche des ehemaligen Tagebaugebietes Rusendorf. Von diesem Brandereignis ist das Kohletrübebecken I in bergrecht- und eigentumsrechtlicher Zuständigkeit der LMBV betroffen. Dieses Becken wurde u. a. von der MIBRAG bis 2013 zur Ascheeinspülung genutzt. Dementsprechend befinden sich im Boden Kohlereste, die sich zwischenzeitlich entzündet haben bzw. wodurch sich Brandnester entwickelten.

Löschhubschrauber kommt zum Einsatz

Der oberflächliche Brand konnte inzwischen gelöscht werden. Das Gefahrengebiet wird engmaschig überwacht. Nunmehr gilt das vordringliche Ziel, die unterirdischen Brände zu bekämpfen und die Rauchentwicklung einzudämmen. Dazu wurden verschiedene Gefahrenabwehrmaßnahmen durchgeführt bzw. befinden sich in Umsetzung und Vorbereitung.

Über das Wochenende vom 10. bis 12. Juli 2026 kommt ein Löschhubschrauber zum Einsatz. Der Hubschrauber wird 8 Stunden pro Tag im Einsatz sein und in dieser Zeit etwa 160.000 Liter Wasser pro Tag auf die vorher definierte Fläche transportieren. Das Wasser wird aus dem Restloch Zipsendorf entnommen, das sich ebenfalls im Eigentum der LMBV befindet.

Straßensperrung während des Flugbetriebes

Während der Löschhubschrauber im Einsatz ist, muss aus Sicherheitsgründen die Zufahrtsstraße zur Gefahrenstelle gesperrt werden. Von Freitagabend, 10.7.2026, bis Sonntagabend, 12.07.2026, ist deshalb die Kreisstraße K216 zwischen Mumsdorf und Falkenhain für den Durchgangsverkehr gesperrt.

Der LMBV ist bewusst, dass die starke Geruchsbelästigung für die Anwohner eine große Belastung darstellt, vor allem für in den Ortschaften, die durch die nordwestliche Hauptwindrichtung permanent von der Rauchfahne betroffen sind. Zum aktuellen Zeitpunkt ist leider keine Prognose möglich, wie schnell die Löscharbeiten an den unterirdischen Bränden zu Erfolg führen und damit die Rauchbelästigung gemindert bzw. abgestellt werden kann.


Flächenbrand am Restloch Rusendorf ist eingedämmt und unter Kontrolle

LMBV-Dank an alle beteiligten Einsatzkäfte für die Brandbekämpfung

Meuselwitz. Der Brand auf der Waldfläche zwischen Mumsdorf und Falkenhain ist unter Kontrolle, so informierte das Landratsamt Altenburger Land. Das Feuer konnte eingedämmt werden, gilt jedoch weiterhin als nicht gelöscht.

Der Großbrand war am Samstagnachmittag, den 27. Juni 2026, im Bereich Mumsdorf, nahe Meuselwitz entstanden und hatte sich auf zwischenzeitlich mehrere Hektar ausgebreitete. Ein Großteil der betroffenen Fläche befindet sich im Eigentum der LMBV.

Der Brandbereich befindet sich im räumlichen Geltungsbereich des – mit der MIBRAG – gemeinschaftlichen Abschlussbetriebsplanes (ABP) Restloch Rusendorf (Teil I – ohne Feststoffkippe). Mitarbeiter von MIBRAG und LMBV wurden über die reguläre Meldekette informiert und waren am 28. Juni 2027 vor Ort, um mit der Feuerwehr die betretbaren Bereiche abzustimmen. Die Technischen Einsatzleitung (TEL) der Stadt Meuselwitz leitete und koordinierte den Löscheinsatz. Am 2. Juli 2026 fand in den Räumlichkeiten der Freiwilligen Feuerwehr Meuselwitz eine Besprechung zur aktuellen Entwicklung des Großbrandes und zur koordinierten Übergabe an die Flächeneigentümerin statt. 

Das Brandgebiet wird ab sofort auch weiter engmaschig überwacht: Es wird von Sicherheitskräften mehrmals täglich bestreift und per Drohne mit Wärmebildkamera zwei- bis dreimal am Tag überflogen. Sollte es wieder stärker brennen oder eine Ausbreitung des Brandes drohen, rücken die Feuerwehren erneut aus.

Voraussichtlich am Mittwoch, den 8. Juli 2026, wird die Fläche an die LMBV als Eigentümerin übergeben. Die weitere Beobachtung und Maßnahmen zur Bekämpfung des im Erdreich schwelenden Brandes sowie die spätere Sanierung der Fläche erfolgen dann durch die Eigentümerin, informierte das Landratsamt Altenburger Land am 6. Juli 2026. (UST)

Bernd Sablotny, Geschäftsführer der LMBV (3.v.l.), und Elke Kreische-König, Leiterin des Sanierungsbereichs Mitteldeutschland der LMBV, (4.v.l.) informierten sich am 30.06.2026 über die Situation vor Ort.

Das Ergebnis einer Ursachenermittlung durch die zuständigen Feuerwehr-/Polizeibehörden ist noch nicht bekannt. Es waren bisher keine Personenschäden zu vermelden. Betriebs- und Sachschäden können erst nach Abschluss der Löscharbeiten ermittelt werden.

Die Geschäftsführer der LMBV und die Leitung des Sanierungsbereiches Mitteldeutschland danken allen Einsatzkräften, die in den zurückliegenden Tagen die Brandbekämpfung engagiert durchgeführt und geleitet haben.

Fotos/Karte: LMBV


StuBA-Mitglieder besichtigen Sanierungsvorhaben der LMBV in Thüringen

Leipzig/Schelditz. Der Steuerungs- und Budgetausschuss für die Braunkohlesanierung (StuBA) als zentrales Entscheidungsgremium der Braunkohlesanierung trägt die übergeordnete Verantwortung für die Planung, Steuerung und Finanzierung der Sanierungsmaßnahmen in den ehemaligen Braunkohlegebieten. Einmal im Jahr schauen sich die Mitglieder einige Sanierungsvorhaben der LMBV vor Ort an. Dieses Jahr führte die Befahrung in den Freistaat Thüringens.

Erste Station war das Schnittstellenprojekt Schelditz, wo durch das ehemalige Teerverarbeitungswerk Rositz der Boden und das Grundwasser verunreinigt wurden. Die LMBV ist hier nur eine der handelnden Akteure und kümmert sich um Gefahrenabwehrmaßnahmen im Zusammenhang mit dem bergbaubedingten Grundwasserwiederanstieg. Über ein umfangreiches Monitoring wird die Verbreitung der Schadstoffe kontinuierlich überwacht. Nach der Auswertung eines umfangreichen Pumpversuches wird derzeit die Modellierung überarbeitet, um den ausstehenden Sanierungsbedarf beurteilen zu können.

Anschließend fuhren die rund 30 Teilnehmer zum Restlochkomplex Zechau, das aus drei Restlöchern besteht. Eine Pumpstation im Restloch I hält den Wasserspiegel auf einem konstanten Niveau, um eine Vernässung in umliegenden, bewohnten Gebieten zu vermeiden. Die Pumpstation muss altersbedingt in den kommenden Jahren erneuert werden. Sanierungsbedarf besteht daneben nur noch an der Kohleböschung, an der es in der Vergangenheit wiederholt zu Bränden kam. Eine Abdeckung mit Erde und Pflanzenbewuchs wurde zweimal aufgebracht, ist aufgrund der starken Böschungsneigung jedoch erodiert. Deshalb wird als eine der letzten Sanierungsaufgaben die Böschung abgeflacht und anschließend begrünt.

Die Teilnehmer der StuBA-Befahrung auf der Kohleböschung am Restloch Zechau

Nach einer kurzen Pause führte die Route zur Feststoffkippe Rusendorf mit dem gleichnamigen Restloch. Das Restloch Rusendorf wurde jahrzehntelang durch die MIBRAG zur Ascheeinspülung genutzt, bis 2013 das Kraftwerk Mumsdorf außer Betrieb genommen wurde. Die LMBV hat beim TLUBN die Einordnung des Restlochs Rusendorf als Bestandsgewässer beantragt, eine Entscheidung dazu ist für Juni 2026 avisiert. Die Feststoffkippe, auch Hyzetkippe genannt, grenzt südwestlich an das Restloch Rusendorf. Die Kippe ist fertig saniert und wird von der LMBV unterhalten.

Den Abschluss der halbtägigen Befahrung für die Mitglieder der StuBA bildete ein Stopp am Haselbacher See. Der Wasserstand wird aktuell durch die Einleitung von jährlich 3 bis 3,5 Millionen Kubikmeter Sümpfungswasser der MIBRAG gewährleistet. Infolge des vorzeitigen Kohleausstieges wird aus dieser Quelle nach 2030 kein Stützungswasser mehr zur Verfügung stehen. In der Folge ist ein natürliches Absinken des Wasserspiegels, in der Spitze um mehrere Meter, prognostiziert. Aufgrund des großräumigen zu erwartenden Grundwasserwiederanstieges kehrt sich dieser zu einem späteren Zeitpunkt um. Zu dieser Entwicklung und dem Umgang damit befindet sich die LMBV derzeit in Abstimmungen mit den anliegenden Gemeinden.

In seiner Sitzung am Folgetag, dem 17. Juni 2026, beraten die Vertreter aus Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen über die eingereichten Anträge und Projekte und genehmigen diese bei Vorliegen der Voraussetzungen. (KEM)

Fotos: Christian Kortüm für LMBV


Informationsfahrt zur Braunkohlesanierung durch das Leipziger Neuseenland

Projekte aus dem Nord- und Südraum im Fokus der Exkursion

Leipzig. Eine ganztägige Informationsfahrt führte rund 60 Teilnehmer am 1. Juni 2026 durch das mitteldeutsche Revier. Es war bereits die vierte Tour dieser Art für regionale Mandatsträger im Sächsischen Landtag und im Deutschen Bundestag sowie für Schlüsselakteure aus Verwaltung, Kommunen, Wirtschaft und Verbänden. Organisiert wird sie aller fünf Jahre von der Steuerungsgruppe Leipziger Neuseenland in Zusammenarbeit mit dem Regionalen Planungsverband Leipzig-Westsachsen.

Die Rahmenmoderation übernahmen Patrick Halka als Leiter des Regionalen Planungsverbandes und Landrat Henry Graichen als Sprecher der Steuerungsgruppe. Die Veranstaltung bot den Beteiligten an verschiedenen Stationen die Möglichkeit, sich zu den aktuellen Projektständen und Handlungserfordernissen auszutauschen, wobei Torsten Safarik, Dr. Robert Böhnke und Jörg Rittmann jeweils als fachliche LMBV-Ansprechpartner bei den Befahrungspunkten fungierten.

Insgesamt wurden sechs Stationen angefahren: Der erste Befahrungspunkt war der Stadthafen Leipzig, der am 5. Juni 2026 offiziell freigegeben werden wird. Dort erläuterten Rüdiger Dittmar und Angela Zábojník vom Leipziger Amt für Stadtgrün und Gewässer, wie das Gemeinschaftsprojekt nach 25 Jahren dank privater und öffentlicher Investitionen auf öffentlichem Grund umgesetzt werden konnte. 2011 konnten die ersten Stege fertiggestellt werden. Das 4.000 m² große neue Hafenbecken nahe des Leipziger Westplatzes ist nunmehr das Herzstück des touristischen Gewässerverbundes. Es bietet u. a. Liegeplätze für drei Fahrgastschiffe, 40 Sport- und Familienboote sowie Anlegeplätze für Paddelboote. Hinzu kommen sechs weitere Liegeplätze für Fahrgastschiffe an der Außenmole. Seit 29. Mai 2026 läuft der Stadthafen im Probebetrieb.

Der nächste Halt führte in den Nordraum an den Seelhausener See mit seinen kontrastreichen Ufern und Landmarken. Am Löbnitzer Strand wurden die Gäste in Empfang genommen von Dr. Eckhard Rexroth, 1. Beigeordneter des Landkreises Nordsachsen, Dr. Robert Böhnke als Koordinator für § 4‑Maßnahmen bei der LMBV, Bürgermeister Detlef Hofmann und Julia Wedemann als Lotsin Seenentwicklung des Landratsamtes Nordsachsen. Sie informierten die Teilnehmer über die Rahmenbedingungen am Standort: Einerseits spiele der Hochwasserschutz nach den signifikanten Hochwässern der Mulde von 2002 und 2013 eine große Rolle, andererseits liege der See im mitteldeutschen Trockengebiet. Der künstlich entstandene Lober-Leine-Kanal auf der Landbrücke zwischen Seelhausener See und Großem Goitzschesee müsse zurückgebaut werden und am Strand Löbnitz soll sich ein sanfter Tourismus entwickeln. Die Weichen für Letzteren seien durch den Ausbau mit § 4-Mitteln gestellt worden. Die kürzlich erlassene Allgemeinverfügung sei das Ergebnis jahrzehntelanger Arbeit gewesen.

Anschließend hielt der Bus im Südraum am Nordufer des Zwenkauer Sees auf Höhe der baugrundvergüteten Trasse der 750 Meter langen Gewässerverbindung zum Cospudener See. Dort befindet sich die Seenentwicklung nicht mehr am Anfang wie an der vorherigen Station. Der Bürgermeister von Zwenkau, Holger Schulz, erklärte, wie die Stadt mit ihrem Kap an den See gewachsen sei und vorbereitende Arbeiten für den Anschluss an den Gewässerverbund gelaufen wären. Nach dem Stopp des Harthkanal-Baus als §2-/§4-Schnittstellenprojekt aufgrund von Kostensteigerungen im Jahr 2023 gebe es nach Angela Zábojník nun eine neue Perspektive: Der Grüne Ring Leipzig habe dank Finanzierung durch den Freistaat Sachsen eine Machbarkeitsstudie für eine Bootspassage „Neue Harth“ (Stand: 12/2025) vorgelegt, die als Vorzugsvariante eine Schiffseisenbahn als Trogkonstruktion von 23 x 5 Metern beschreibe. Dieser so genannte Lake Link Leipzig könne mit Wendeschleife, Restaurant und Molen an beiden Ufern ausgestattet werden und hätte einen großen Attraktionswert für die Region. Als kurzfristiges Projekt strebe darüber hinaus der Zweckverband Neue Harth eine Asphaltierung des bestehenden Wirtschaftswegs zum Cospudener See an, wie deren Geschäftsführer Heinrich Neu berichtete.

Der vierte Haltepunkt war der Aussichtspunkt Tagebau Vereinigtes Schleenhain mit seinen Abbaufeldern Schleenhain, Peres und Groitzscher Dreieck. Dort informierte MIBRAG-Planungschef Bastian Zimmer über die aktive Braunkohleförderung im Feld Peres, das später zum Pereser See mit einem Wasservolumen von 430 Millionen Kubikmeter und bis zu 80 Meter Tiefe geflutet werden wird, und unternehmerische Entscheidungen aufgrund des Strukturwandels. Bis 2038 – dem Ende der Kohleverstromung im mitteldeutschen Revier – werde sich MIBRAG in mehreren Geschäftsfeldern weiterentwickeln. Denn der Energiemarkt habe sich verändert, Kohle würde meist nur noch von 18 bis 8 Uhr benötigt, die Zahl der Mitarbeiter musste bereits von 2.000 auf 1.200 reduziert werden. Mit der Ausrichtung u. a. auf erneuerbare Energien entstehen Windparks und Photovoltaik-Anlagen auf Kippenboden, wobei sich der Grundwasserwiederaufstieg erst noch vollziehen würde.

Nach einem Kurzaufenthalt im Besucherzentrum des Kraftwerks Lippendorf endete die Informationsfahrt mit einer Schifffahrt auf dem Markkleeberger See. Karsten Schütze, der Oberbürgermeister von Markkleeberg, erinnerte an die Meilensteine der Entwicklung: Den letzten Kohlezug aus dem Tagebau Espenhain im Jahr 1996, die Inbetriebnahme des Gewässers am 5. Juli 2006, die Eröffnung des Kanuparks 2007 und des Feriendorfs Seeparks Auenhain 2008, die Personenschifffahrt als Privatinvestition ab 2012, die rege Schleusennutzung nach Freigabe des Störmthaler Kanals mit Schleuse im Bereich der Kippe Espenhain im Jahr 2013, die Sperrung des Kanals 2021 aufgrund von Böschungsschäden und Rissbildungen und die für August 2026 geplante Eröffnung einer Jugendherberge mit 170 Betten und Seeblick. Bezüglich der Kanalsperrung baten Torsten Safarik, kaufmännischer LMBV-Geschäftsführer, und Jörg Rittmann als LMBV-Abteilungsleiter Planung Westsachsen/Thüringen um Verständnis bei den regionalen Vertretern und Investoren: Es werde mit Hochdruck an einer Lösung gearbeitet und die Sicherheit der Anrainer stehe im Vordergrund. Der Bürgermeister von Großpösna, Daniel Strobel, verwies auf ein weiteres Projekt – den Inklusionscampingplatz am Störmthaler See, dessen äußere Erschließung Ende dieses Jahres mit Hilfe von Fördermitteln erfolgen könne.

Gruppenfoto an der Seepromenade Markkleeberger See (Foto: Landratsamt Landkreis Leipzig/Belinda Reg'n)

Die Informationsfahrt verfolgt das Grundanliegen, insbesondere die Mandatsträger auf Landes-, Bundes- und europäischer Ebene über aktuelle Brennpunkte und künftige Handlungsschwerpunkte der Braunkohlesanierung zu informieren und zu sensibilisieren. Bei den § 4-Maßnahmen zur Erhöhung des Folgenutzungsstandards besteht hinsichtlich der Umsetzung bereits begonnener Projekte weiterer Handlungsbedarf, um die erfolgreiche Entwicklung im Leipziger Neuseenland fortsetzen zu können. Hinzu kommt der Strukturwandel – ausgehend von den Festlegungen des Kohleausstiegsgesetzes und des Strukturstärkungsgesetzes – mit seinen Interferenzen zur Braunkohlesanierung.

(Fotos: LMBV/Claudia Hermann)