Störmthaler Kanal: Wegefreigabe zum 1. April 2026

Leipzig. Die Erweiterung der Stützkörper zwischen Schleuse und oberem Querbauwerk wurde kurz vor Weihnachten am 19.12.2025 abgeschlossen. Kleinere Restarbeiten und die Instandsetzung der Wege konnten wetterbedingt erst im neuen Jahr durchgeführt werden. Seit 16. März 2026 werden die Wege, die im Zuge der Baumaßnahmen 2025 beschädigt worden waren, wieder instand gesetzt. Das betrifft den Weg parallel zum Störmthaler Kanal sowie ein Stück des asphaltierten Weges entlang der Deponie Cröbern bis zum Bergbau-Technik-Park. Mit Abschluss der Instandsetzung können die Wege zum 1. April 2026 und damit noch vor Ostern wieder zur Nutzung freigegeben werden.

Machbarkeitsstudie und Neubewertung der Risiko-Gefahrenlage
Die Machbarkeitsstudie zur „Sanierung der Gewässerverbindung Störmthaler Kanal mit Kompaktbauwerk zwischen dem Störmthaler See und dem Markkleeberger See“ liegt nun vor und wurde Mitte März 2026 an die Mitglieder der Arbeitsgruppe Störmthaler Kanal verteilt.

Die Studie basiert auf dem Sachstand, wie er zum Zeitpunkt der Beauftragung (07/2024) bekannt war. Die Ergebnisse können somit nicht den aktuellsten Sachstand widerspiegeln, denn zwischenzeitlich wurden umfangreiche Sicherungsmaßnahmen im Zuge der Gefahrenabwehr realisiert. Dadurch haben sich wesentliche Einschätzungen verändert, die vom Sachverständigen für Geotechnik Dipl.-Ing. Matthias Götz und dem Prüfsachverständigen Prof. Dr.-Ing. Rolf Katzenbach überprüft wurden. Diese Neubewertung der Risiko-Gefahrenlage liegt seit Anfang März 2026 vor und wird aktuell durch OBA, LDS und LMBV geprüft und noch gemeinsam ausgewertet. Mit Vorlage dieser aktuellen Einschätzung kann die vorliegende Machbarkeitsstudie richtig eingeordnet werden.

Ausschreibung KKS-Anlage
Die Anlage zum kathodischen Korrosionsschutz (KKS) soll mittels Fremdstromanoden die Korrosion an den Spundwänden maßgeblich auf ein Minimum reduzieren. Nach umfangreichen Voruntersuchungen zur Notwendigkeit, Realisierbarkeit und Wirksamkeit hat die LMBV in Abstimmung mit dem OBA und der LDS die Entscheidung für die Errichtung einer KKS-Anlage getroffen. Aktuell läuft die Ausschreibung der Leistung. Nach erfolgtem Zuschlag soll die Anlage im 3. bis 4. Quartal errichtet werden und Ende 2026 seinen Betrieb aufnehmen. Die statische Wirksamkeit der Spundwände ist gemäß dem aktuellen Monitoring gegeben.

Aufmaß Schleusenbauwerk
Im Zeitraum März bis April 2026 erfolgt ein terrestrisches Laserscanning des Schleusenbauwerkes Störmthaler Kanal. Dies ist eine wichtige Voraussetzung und Grundlage für künftige Planungen.

Erkundungsbohrungen und Grundwassermessstellen
Die drei tiefen Erkundungsbohrungen wurden im Dezember 2025 abgeschlossen und die Bohrkerne befinden sich in den bodenphysikalischen Speziellaboren zur Analyse. Die Ergebnisse werden Ende 2026 erwartet. Die Herstellung von neun Grundwassermessstellen wurde im März 2026 erfolgreich abgeschlossen. Ab Mitte April 2026 werden die ersten Messungen erfolgen und damit das Messnetz verdichtet.

Fotos: LMBV/Störmthaler Kanal


Drei neue Informationstafeln am entstehenden Lappwaldsee

Helmstedt. Drei neue Informationstafeln bieten den Besuchern des entstehenden Lappwaldsees Daten und Fakten zum Bergbaufolgewässer. Offiziell ihrer Bestimmung übergeben wurden die Tafeln am 19. März 2026 durch Wittich Schobert, Bürgermeister Stadt Helmstedt, Henning Konrad Otto, Geschäftsführer Planungsverband Lappwaldsee, und Werner Müller, Bürgermeister Gemeinde Harbke, bei einem gemeinsamen Termin am Helmstedter Parkplatz Büddenstedter Weg unweit des nördlichen Seeufers.

Thematisch geht es um die Entwicklung vom Tagebau zum Freizeitparadies, den Braunkohlebergbau im Helmstedter Revier und den grenzüberschreitenden See als Sinnbild der deutschen Einheit. Die Tafeln stehen in Harbke, Helmstedt und auf dem Petersberg. Unterstützt wurde ihre Erstellung durch die HSR GmbH und die LMBV.

Besucher des Lappwaldsees können sich nun vor Ort über den Stand und die Entwicklung des Lappwaldsees, die Arbeiten von HSR GmbH, Planungsverband Lappwaldsee und LMBV sowie die Anbindung des künstlichen Gewässers an weitere länderübergreifende, touristische Angebote informieren.

Fotos: LMBV/Claudia Hermann


Sanierungsbeginn des Teerschlammbeckens im ehemaligen Braunkohleveredlungswerk Espenhain

Espenhain. Auf dem Gelände des ehemaligen Braunkohleveredlungswerkes in Espenhain befindet sich ein ca. 7.500 m² großes Erdbecken, in dem über Jahrzehnte Teerrückstände aus der Braunkohleveredlung abgelagert worden sind. Um einen stabilen Gesamtzustand herzustellen sowie weitere Kontaminationen von Boden und Grundwasser im Umfeld des Beckens zu verhindern, wird das Becken derzeit im Auftrag der LMBV saniert. 

Für die Hauptsanierungsleistung zur Abdeckung des Teerschlammbeckens wurden die umfangreichen naturschutzfachlichen Vorbereitungsmaßnahmen einschließlich Aktualisierung des Artenschutzfachbeitrags im III. Quartal 2025 abgeschlossen.

Im Rahmen der Hauptsanierung ist das Becken zu stabilisieren, entsprechend den Anforderungen der Dekontamination und der umgebenden Geländemorphologie zu profilieren und zur Minimierung der Oberflächenwasserinfiltration abzudichten. Abschließend ist das Gelände mit einer Abdeckung zu rekultivieren.

Die baufeldvorbereitenden Maßnahmen wie Holzungen inklusive Rodungen, Sicherung von Grundwassermessstellen, Einrichten der Baustelle und Herstellung von Bereitstellungsflächen, das Einrichten/Betreiben des Schwarz-Weiß-Bereiches sowie das Herstellen einer bauzeitlichen Zuwegung wurden bis Ende 2025 abgeschlossen. Im weiteren Verlauf erfolgte die Umlagerung von Teerverunreinigungen, die Auskofferung von teerkontaminierten Vorlandbereichen und die Herstellung eines Rohplanums.

Im Anschluss findet der Einbau einer Vlies-Geogitter-Lage (Combigitter) inklusive dem Einbau einer Schottertragschicht als Stabilisierungsschicht statt. Im Anschluss geht der Einbau einer Profilierungs-, Tondichtungs-, und Dränschicht zur Verhinderung der Infiltration von Oberflächenwasser vonstatten. Schlussendlich erfolgt der Auftrag einer Rekultivierungsschicht inklusive Rasenansaat und die Herstellung von Ableitgräben und eines Retentionsbecken. Der Abschluss der Sanierungsmaßnahme ist für das IV. Quartal 2026 geplant.

Für die Ingenieurplanung zeichnet sich die Firma Hubert Beyer Umwelt Consult GmbH verantwortlich, die Naturschutzplanung erfolgt durch WKP Planungsbüro für Bauwesen GmbH und die Bauausführung läuft über die Firma TiWaS Bau GmbH. Die Gesamtkosten der Baumaßnahme belaufen sich auf rund 975.000 Euro netto. Finanziert wird die Maßnahme über den § 2 des Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung.

(Fotos: Christian Horn für LMBV)


Feierliche Einweihung des Aussichtsturms Stöntzsch erfolgt

Leipzig/Pegau. Westlich von Pegau ragt der Aussichtsturm Stöntzsch fast 30 Meter in die Höhe. Am Freitag, 28. November 2025, wurde er von der Stadt Pegau und der LMBV feierlich eröffnet und offiziell zur Nutzung freigegeben. Von der Aussichtsplattform in 18 Metern Höhe genossen die Besucher einen weiten Blick in die Umgebung, unter anderem auf den aktiven Tagebau Schleenhain, die rekultivierten Flächen des Tagebaus Profen sowie den Elsterfloßgraben als technisches Denkmal. Neben dem nahe gelegene Pegau ist bei passendem Wetter eine Aussicht ins Leipziger Neuseenland und bis in den Burgenlandkreis möglich.

Der Bürgermeister von Pegau, Frank Rösel, zeigte sich stolz über die Fertigstellung des neuen Ausflugszieles in der Region. „Die Bauzeit war eine große Herausforderung für uns, sowohl in finanzieller als auch in organisatorischer Hinsicht“ berichtet der Bürgermeister mit Blick auf die vielen Rückschläge und Schwierigkeiten, die die Errichtung des Turmes begleitet hatten. „Umso mehr freuen wir uns über die Fertigstellung. Durch die Verlegung des Radweges des Grünen Ringes an den Fuß des Turmes werden hoffentlich auch viele Touristen dieses neue Wahrzeichen der Region genießen“.

Der Turm ist eröffnet! Thomas Rösler von der LMBV (links) und Bürgermeister Frank Rösel (mitte) gaben zusammen mit Vertretern der Baufirmen Hornschuh GmbH und Baggerbetrieb Burkhardt GmbH den Turm offiziell frei.
Der Turm ist eröffnet! Thomas Rösler von der LMBV (links) und Bürgermeister Frank Rösel (mitte) gaben zusammen mit Vertretern der Baufirmen Hornschuh GmbH und Baggerbetrieb Burkhardt GmbH den Turm offiziell frei.

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Mehr Informationen

Baukosten trugen der Freistaat Sachsen und die Stadt Pegau

Finanziert wurde der Aussichtssturm Stöntzsch mit Geldern über den § 4 des Verwaltungsabkommen Braunkohlesanierung. Dieser umfasst Förderungen zur Erhöhung des Folgenutzungsstandards in der Braunkohlesanierung. Der Freistaat Sachsen stellte dafür in der Vergangenheit Mittel bereit und finanzierte 85 Prozent der Kosten. Die Stadt Pegau übernahm aus Eigenmitteln 15 Prozent der Kosten. „Die LMBV hat als Projektträgerin des Freistaates Sachsen an der Planung und Umsetzung des Projektes mitgewirkt“, erläuterte Thomas Rösler, Abteilungsleiter Projektmanagement bei der LMBV. „Nach Abschluss aller Nachträge werden sich die Kosten für die Errichtung des Aussichtsturms Stöntzsch auf rund 1,7 Millionen Euro belaufen“, so Rösler.

Auftragnehmer waren der Baggerbetrieb Burkhardt GmbH aus Thonhausen (Landkreis Altenburger Land) für Erdarbeiten des Turmes und Abbrucharbeiten eines alten Bahnhäuschens an der B2 als Ausgleichsmaßnahme. Die Hornschuh GmbH & Co. KG aus Drei Gleichen (Landkreis Gotha) realisierte die Stahlbauarbeiten und Montage. Als Planer und Bauüberwacher war das Architekturbüro quartier vier aus Leipzig gebunden.

Zahlreiche Anwohner und Gäste kamen zur feierlichen Eröffnung

(Fotos: Christian Kortüm)


LDS gibt den nördlichen Teil des Cospudener Sees für die Schifffahrt frei

Die Landesdirektion Sachsen (LDS) hat mit einer Allgemeinverfügung den rechtlichen Rahmen für die dauerhafte schifffahrtliche Nutzung des Cospudener Sees geschaffen. Damit kann der nördliche Bereich des Sees ab 1. Februar 2026 ganzjährig von Fahrgastschiffen, motorangetriebenen Sportbooten und Sportbooten ohne Motor befahren werden. Aus Gründen des Naturschutzes bleibt die Südspitze des Sees als besonders sensibler Gewässerbereich auch in Zukunft von der Befahrung mit Wasserfahrzeugen ausgenommen.

»Der Cospudener See ist ab der kommenden Saison für die Schifffahrt dauerhaft frei zugänglich. Mit der Allgemeinverfügung meines Hauses wird ein stabiler und verlässlicher Rechtsrahmen geschaffen. Davon profitieren die Nutzer des Sees. Die Freizeitkapitäne können nun ohne weiteren Verwaltungsaufwand den See befahren«, ordnet LDS-Präsident Béla Bélafi ein. Mit der Allgemeinverfügung der Landesdirektion, der sogenannten Feststellung der Fertigstellung des Sees für die Schifffahrt, entfällt die bisherige Praxis der Erteilung von wasserrechtlichen Einzelzulassungen einschließlich des damit für Nutzer und Behörden verbundenen hohen Aufwandes. »Die Entscheidung schafft klare Regeln für Tourismus, Freizeit und Fischerei. Gleichzeitig stärkt sie den Natur- und Gewässerschutz durch präzise definierte Schutzräume«, so Präsident Bélafi.

Diese Allgemeinverfügung ist das Ergebnis eines umfangreichen Verwaltungsverfahrens, das in den vergangenen Jahren intensiv zwischen der LDS, der Staatsregierung, dem sächsischen Umweltministerium, weiteren Ressorts, Planungs-, Umwelt- und Naturschutzverbänden sowie der LMBV abgestimmt wurde. Grundlage bildeten umfangreiche naturschutzfachliche, wasserrechtliche und bergtechnische Prüfungen. Darüber hinaus wurden die Stellungnahmen der beteiligten Umweltverbände in die Abwägung einbezogen und rechtliche, sicherheitstechnische und naturschutzfachliche Belange in der Begründung zur Allgemeinverfügung nachvollziehbar aufbereitet.

Dem vielfach geäußerten Wunsch, Verbrennungsmotoren von der Schiffbarkeit auszunehmen, konnte nicht entsprochen werden. Der Gesetzgeber sieht eine Unterscheidung zwischen unterschiedlichen Technologien hinsichtlich der Antriebsart nicht vor. An diese Grundentscheidung ist die Landesdirektion gebunden.

Interessierte können die Allgemeinverfügung der LDS online auf dem Bekanntmachungsportal der Landesdirektion Sachsen in der Rubrik Umweltschutz/Wasserwirtschaft einsehen.

Der über 400 Hektar große Cospudener See entstand als Bergbaufolgesee und wurde durch die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) als Bergbausanierer hergestellt.  Quelle: PM der LDS v. 11.12.2025

Cospudener See im Jahr 2025 (Foto: LMBV/Horst Fechner)


Aktuelle Situation am Störmthaler Kanal erläutert

Leipzig/Markkleeberg. Im Zuge des regelmäßigen Monitorings am Störmthaler Kanal hat ein überhöhter Messwert die LMBV dazu veranlasst, vorsorglich weitere Sicherungsmaßnahmen zu ergreifen.

Der Störmthaler Kanal und das Kompaktbauwerk werden kontinuierlich überwacht. Das Monitoring wird in Abstimmung mit dem Sachverständigen für Geotechnik kontinuierlich angepasst und ausgewertet. Mit Beginn der laufenden Sicherungsmaßnahmen im Sommer 2025 wurden die Kontrollmessungen am Kompaktbauwerk (Schleusentrog und Flügelwände) sowie an der Brücke der A38 über den Störmthaler Kanal von monatlich auf dreimal wöchentlich verdichtet. Gemessen werden die Veränderung der Lage (Hebung, Setzung, Verschiebung) sowie die Erschütterungen, die auf die Bauwerke einwirken.

Am 3. November 2025 gab es an einem Monitoring-Messpunkt erstmals eine Überschreitung des Signalwertes für die Setzung am Trog des Kompaktbauwerkes. Der Signalwert wurde vom Sachverständigen mit einer Setzungsdifferenz zur Nullmessung im Juli 2025 festgelegt.

Der zuständige Sachverständige für Geotechnik, Dipl.-Ing. Matthias Götz, und der Prüfsachverständige für Geotechnik, Prof. Dr.-Ing. Rolf Katzenbach, sehen darin Anzeichen einer Tendenz, dass sich Veränderungen in der Lagestabilität des Kompaktbauwerkes vollziehen könnten. Aufgrund einer begründeten Annahme von Vorgängen der inneren Erosion im unmittelbar umgebenden Boden des Kompaktbauwerkes besteht damit erneut Anlass zur Ergänzung von Sicherungsmaßnahmen.

Die bestehende Empfindlichkeit des Kompaktbauwerkes und damit die Begründung einer erhöhten Aufmerksamkeit zur Bewertung der Messwerte wird auch durch einen rechnerisch nicht belegbaren Gleitsicherheitsnachweises der Konstruktion des Kompaktbauwerkes gegenüber Lageänderungen auf der Gründungsebene verdeutlicht.

Die LMBV informierte das Sächsische Oberbergamt über dieses besondere Betriebsereignis.

Aufgrund der Überschreitung des Signalwertes empfahlen die Sachverständigen als Sofortmaßnahme die Fortführung der Kontrollmessungen, deren Ausweitung auf zwei weitere Punkte sowie das Bereitstellen von BigPacks und Sandsäcken, was seitens der LMBV umgesetzt wurde.

Zur ergänzenden Sicherung hat sich die LMBV auf Empfehlung der Sachverständigen dazu entschlossen, die bereits hergestellten Stützkörper im Kanalabschnitt zwischen oberem Querbauwerk (Seite Störmthaler Kanal) und dem Kompaktbauwerk zusätzlich auf der gesamten Kanallänge zu ergänzen. Die vollständige Abstützung der Seitenböschungen im oberen Kanalschnittes eröffnet weiteren Handlungsspielraum zur Absenkung des Kanalwasserstandes als Maßnahme zur Reduzierung von Wassserdruckeinwirkungen auf das Kompaktbauwerk.

„Die Herstellung der Stützkörper im oberen Kanalabschnittes erfolgt mit nichtbindigem Material einer Körnung 32/56. Dies ist schnell umsetzbar und bewirkt einen deutlichen Gewinn an Sicherheit“, fasst Bernd Sablotny, Sprecher der Geschäftsführer der LMBV, die Vorteile zusammen. „Wichtig ist zudem,“ betont er, „dass die Verfüllung temporär ist. Sie kann problemlos wieder entfernt werden.“ Die LMBV rechnet nach einer ersten Kostenschätzung mit Ausgaben von etwa 500.000 Euro für die Umsetzung. (Pressemitteilung der LMBV vom 25.11.2025)


Störmthaler Kanal (10/2025)
Störmthaler Kanal (10/2025)

Hintergrund

Das Restloch des Tagebaus Espenhain wurde durch eine geschüttete Landbrücke in zwei Tagebaurestlöcher geteilt, die bis 2012 zu künstlichen Seen geflutet worden sind. Der Wasserspiegel des Störmthaler Sees liegt mit +117,0 Meter NHN um vier Meter höher als der des Markkleeberger Sees mit +113,0 Meter NHN. Beide Seen sind über den Störmthaler Kanal miteinander verbunden. Die Schleuse wurde 2012 mit den Funktionen Absperrung, Wasserüberleitung und Schleusung errichtet. Der gesamte Standort des Störmthaler Kanals und die baulichen Anlagen befinden sich auf Bergbaukippenboden mit einer Mächtigkeit von rund 55 Metern.

Im April 2019 wurden bei einer Begehung Deformationen im Bereich der Seitenböschungen im unteren Vorhafen der Schleuse festgestellt. Daraufhin wurde ein umfangreiches geotechnisches Erkundungs- und Monitoringprogramm begonnen. Aufgrund weiterer Sackungen und Böschungsbewegungen musste der Störmthaler Kanal im März 2021 gesperrt und mit zwei Spundwandriegeln gesichert werden. Ende 2024 verschlechterte sich die Situation weiter, weshalb derzeit die bestehenden Sicherungselemente teilweise verstärkt und ergänzt werden.


Bergbautechnische Sanierung am Lappwaldsee schreitet voran

Harbke. Die Sanierung des ehemaligen Tagebaus Wulfersdorf im Grenzbereich von Sachsen-Anhalt zu Niedersachsen erfolgt in mehreren Bauabschnitten. Der 2024 abgeschlossene Erdbau der südwestlichen Kippenböschung war der 3. Bauabschnitt. Von Mai bis Oktober 2026 werden weitere Erdarbeiten als 4. Bauabschnitt ausgeführt: Aus dem Restmasseblock der Südwestböschung werden ca. 120.000 Kubikmeter Kippenboden entnommen und an der so genannten Tieflage 1 eingebaut, um die dauerhafte Standsicherheit durch die Abflachung der steilen Böschungen sowie die Anstützung der Hochkippe im Kippenfuß abzuschließen.

Nördlicher Teil des Lappwaldsees

In Vorbereitung der Maßnahmen wurden Fäll- und Rodungsarbeiten sowie die Umsiedlung von vorgefundenen Amphibien und Reptilien im Baubereich durchgeführt. Derzeit werden im Böschungsbereich des 3. Baubschnittes Faschinen verlegt. Die Hangfaschinen mit Anspritzbegrünung dienen der Erosionssicherung und Vorbereitung für die weitere Rekultivierung. Auch beim Ausbau des Harbker Mühlenbachs wurde auf den Arten- und Naturschutz geachtet.

Weiterhin werden im Rahmen der Rekultivierung Wege zur Ostböschung ertüchtigt, um die Massentransporte zum Böschungssystem Glüsig vorzubereiten. Dessen Sanierung soll voraussichtlich 2028 abgeschlossen sein.

Mäusebussardnisthilfe, Totholzhaufen, Steinriegel und Sandlinsen auf der Hochkippe West
Panorama Lappwaldsee

Fotos: LMBV/Christian Kortüm


LMBV-Azubis unterwegs im mitteldeutschen Revier

Leipzig/Rackwitz. Zum diesjährigen Tag des Berufsanfängers reisten die neuen Auszubildenden der Ausbildungspartner SBH Nord GmbH (Cottbus) und ABASYS GmbH (Bitterfeld-Wolfen) am 16. Oktober 2025 nach Leipzig und an den Werbeliner See. Während der Informationsveranstaltung am LMBV-Verwaltungsstandort berichteten Abteilungsleiterin Personalwesen Sybille Panitzky über die LMBV als Arbeitgeber und die Hauptaufgaben des Unternehmens. Danach stellten Dominique Schade als Betriebsratsmitglied Mitteldeutschland und  Tom Karl von der IG BCE Landesbezirk Nordost die Arbeit Mitbestimmungsseite sowie die Jugendorganisation der Gewerkschaft vor.

Zu den aktuellen Ausbildungsberufen gehören:

  • Kaufmann/-frau für Büromanagement
  • Koch/Köchin
  • Fachmann/-frau für Restaurants und Veranstaltungsgastronomie
  • Tischler/Tischlerin
  • Maler/Malerin und Lackierer/Lackiererin — Fachrichtung Gestaltung und Instandhaltung

Die LMBV beschäftigt derzeit insgesamt 31 Auszubildende, davon 10 Auszubildende im ersten Lehrjahr. Die Erstausbildung läuft seit der Unternehmensgründung im Jahr 1995 durchgängig.

Während der abschließenden Befahrung in der Bergbaufolgelandschaft des ehemaligen Tagebaus Delitzsch-Südwest waren die Berufsanfänger auf den Spuren von Biber, Wolf, Seeadler und Beutelmeise unterwegs. Sie durften den neuen digitalen Lehrpfad, der in der kommenden Woche eröffnet werden soll, exklusiv testen. Mitarbeiter des Projektbüros Zwochau stellten das 2019 ausgewiesene Naturschutzgebiet Werbeliner See vor, welches bekannt ist für seine außergewöhnlich hohe Anzahl von 180 verschiedenen Vogelarten.

Daumen hoch von den LMBV-Auszubildenden im 1. Lehrjahr mit ihren Betreuern und LMBV-Kollegen vor dem Leipziger Verwaltungsstandort (Gruppenfoto: LMBV/Christian Kortüm)

Eindrücke der Befahrung: LMBV/Claudia Hermann


Sanierung des Teerschlammbeckens am ehemaligen Braunkohleveredlungswerk Espenhain gestartet

Espenhain. Auf dem Gelände des ehemaligen Braunkohleveredlungswerkes in Espenhain befindet sich ein 7.500 m² großes Erdbecken, in dem über Jahrzehnte Teerrückstände aus der Braunkohleveredlung abgelagert wurden. Seit dem 1. Oktober 2025 wird das Teerschlammbecken nun saniert.

Die Sanierung dient dem Schutz von Grundwasser und Boden, der Trittsicherheit, dem Brandschutz sowie der Reduzierung der Geruchsemissionen, welche vom Teerschlamm ausgehen. Die Planung basiert auf einem Langzeitmonitoring der Gewässer- und Bodenqualität, das seit den 1990er Jahren läuft. Das Monitoring war bisher unauffällig und wird auch nach der Sanierung fortgeführt.

Ablauf der Sanierung

Nachdem das Baufeld vorbereitet und die notwendige Infrastruktur für den reibungslosen und sicheren Bauablauf geschaffen wurde, erfolgen die Sanierungsabschnitte Stabilisierung, Profilierung, Abdichtung, Oberflächenentwässerung und Rekultivierung.

Dabei werden auf dem Teerschlammbecken zunächst Vliesstoff- und Geogitterbahnen sowie eine Schottertragschicht aufgebracht, um die Oberfläche zu stabilisieren. Teerhügel im Bereich des Beckens werden abgetragen und teerkontaminierte Vorlandbereiche ausgekoffert. Das anfallende Material wird umgelagert. Im Anschluss wird das Areal mit dem Auftrag einer nicht kontaminierten Erdschicht profiliert und durch das Verlegen von Tondichtungsbahnen und Entwässerungselementen abgedichtet. Darüber wird die Rekultivierungsschicht aufgetragen und der Bereich begrünt. Das Ergebnis wird ein begrünter Erdhügel mit niedrigem Bewuchs sein.

Um eine Vernässung bzw. Aufweichung der Böschung des Hügels zu vermeiden, soll das anfallende Niederschlagswasser über die Entwässerungselemente in anzulegende Randgräben geleitet und einem ebenfalls anzulegenden, naturnahen Auffangbecken (Retentionsbecken) zugeführt werden. Dieses soll als Habitat für Amphibien und Reptilien dienen.

Da im gesamten Bereich der Sanierungsmaßnahme mit Kampfmitteln zu rechnen ist, wird es eine baubegleitenden Kampfmittelsondierung geben. Außerdem wird ein Wildschutzzaun errichtet und eine unterhalb des Teerschlammbeckens verlaufende Brauchwasserleitung gesichert bzw. verwahrt.

Die Sanierungsarbeiten sollen voraussichtlich im August 2026 abgeschlossen werden. Mit der Bauausführung wurde die TiWaS Bau GmbH beauftragt. Für die Sanierungsplanung zuständig ist das Ingenieurbüro Hubert Beyer Umwelt Consult GmbH. Die LMBV fungiert als Vorhabensträgerin.

Auf der Luftaufnahme ist zu sehen, in welchem Bereich sich das abzudeckende Teerschlammbecken befindet.

Fotos: LMBV | Christoph Czekalla





Neue Überwachungs- und Servicestation am Zwenkauer Hafen übergeben

Zwenkau. Am Kap Zwenkau erfolgte am 24. September 2025 eine Schlüsselübergabe: Die kürzlich fertig gestellte Überwachungs- und Servicestation wurde von der LMBV an die Stadt Zwenkau und den künftigen Betreiber, die Zwenkauer See- und Hafenbetreibergesellschaft (SHZ), übergeben. Dabei nahm der Bürgermeister der Stadt Zwenkau Holger Schulz symbolisch den Schlüssel für die neue Station von Dr. Robert Böhnke, dem LMBV-Verantwortlichen für § 4-Maßnahmen, entgegen. Die Überwachungs- und Servicestation mit Kiosk, Toiletten, Außenduschen und Lagerräumen soll zur Saison 2026 vollständig in Betrieb gehen.

Der Neubau wurde zwischen 2023 und 2025 errichtet. Die Finanzierung erfolgte über § 4-Mittel des Verwaltungsabkommens zur Braunkohlensanierung und damit über den Freistaat Sachsen. Die Stadt Zwenkau als Vorhabenträger beteiligte sich mit einem Eigenanteil von 15 % an den Gesamtkosten in Höhe von rund 1,4 Mio. Euro. Die LMVB übernahm als Projektträgerin die Verwaltung der Mittel sowie die Projektkoordination. Die Planung und Ausführung des Bauwerkes erfolgte in Eigenregie (Teilprojektträgerschaft) durch die Stadt Zwenkau. „Es geht also darum, die Nachnutzung der bergbaulich beanspruchten Flächen zu unterstützen. Unser Ziel ist es, eine attraktive Gestaltung der Folgelandschaft im Umfeld der Bergbaufolgeseen zu entwickeln“, erklärt Dr. Robert Böhnke, Projektkoordinator für die §4‑Maßnahmen bei der LMBV. „Mit dem Strandhaus haben wir einen weiteren Baustein geschaffen, der die Entwicklung am Zwenkauer See unterstützt und dazu beiträgt, dass das
Kap Zwenkau weiter mit Leben gefüllt wird.“

Zwenkauer Hafen mit neuer Service- und Überwachungsstation
Das Kap Zwenkau mit der neuen Service- und Überwachungsstation am Südufer des Zwenkauer Sees (Foto: LMBV/Horst Fechner).

Zur Saison 2026 soll die Überwachungs- und Servicestation vollständig in Betrieb gehen.

„Manche Bauprojekte entwickeln sich zu wahren Geduldsproben – unser Strandhaus am Zwenkauer See ist ein solches Projekt mit einer langen und kurvenreichen Reise“, resümiert Holger Schulz, Bürgermeister der Stadt Zwenkau. Mehrere Unterbrechungen aufgrund von Nachbesserungen und Ergänzungen der Planung, Personalwechsel im Kreise der am Bau Beteiligten sowie Lieferschwierigkeiten hatten den Bau immer wieder lahmgelegt. „Nach der zweijährigen Bauphase voller unerwarteter Hindernisse freuen wir uns nun umso mehr, dass das Gebäude fertiggestellt ist.“ 

Betrieben wird das neue Strandhaus von der See- und Hafenbetreibergesellschaft Zwenkau mbH (SHZ), die auch das Tourist-Kontor sowie den Hafen am Kap Zwenkau bewirtschaftet. Für den Kiosk konnten mit der Zeidler und Freund UG erfahrene Gastronomen gewonnen werden. Eröffnen wird der Kiosk zur neuen Saison 2026, dann wird das Strandhaus komplett in Betrieb gehen. 

 

Fotos: LMBV/Christian Kortüm