Feierliche Einweihung des Aussichtsturms Stöntzsch erfolgt

Leipzig/Pegau. Westlich von Pegau ragt der Aussichtsturm Stöntzsch fast 30 Meter in die Höhe. Am Freitag, 28. November 2025, wurde er von der Stadt Pegau und der LMBV feierlich eröffnet und offiziell zur Nutzung freigegeben. Von der Aussichtsplattform in 18 Metern Höhe genossen die Besucher einen weiten Blick in die Umgebung, unter anderem auf den aktiven Tagebau Schleenhain, die rekultivierten Flächen des Tagebaus Profen sowie den Elsterfloßgraben als technisches Denkmal. Neben dem nahe gelegene Pegau ist bei passendem Wetter eine Aussicht ins Leipziger Neuseenland und bis in den Burgenlandkreis möglich.

Der Bürgermeister von Pegau, Frank Rösel, zeigte sich stolz über die Fertigstellung des neuen Ausflugszieles in der Region. „Die Bauzeit war eine große Herausforderung für uns, sowohl in finanzieller als auch in organisatorischer Hinsicht“ berichtet der Bürgermeister mit Blick auf die vielen Rückschläge und Schwierigkeiten, die die Errichtung des Turmes begleitet hatten. „Umso mehr freuen wir uns über die Fertigstellung. Durch die Verlegung des Radweges des Grünen Ringes an den Fuß des Turmes werden hoffentlich auch viele Touristen dieses neue Wahrzeichen der Region genießen“.

Der Turm ist eröffnet! Thomas Rösler von der LMBV (links) und Bürgermeister Frank Rösel (mitte) gaben zusammen mit Vertretern der Baufirmen Hornschuh GmbH und Baggerbetrieb Burkhardt GmbH den Turm offiziell frei.
Der Turm ist eröffnet! Thomas Rösler von der LMBV (links) und Bürgermeister Frank Rösel (mitte) gaben zusammen mit Vertretern der Baufirmen Hornschuh GmbH und Baggerbetrieb Burkhardt GmbH den Turm offiziell frei.

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Mehr Informationen

Baukosten trugen der Freistaat Sachsen und die Stadt Pegau

Finanziert wurde der Aussichtssturm Stöntzsch mit Geldern über den § 4 des Verwaltungsabkommen Braunkohlesanierung. Dieser umfasst Förderungen zur Erhöhung des Folgenutzungsstandards in der Braunkohlesanierung. Der Freistaat Sachsen stellte dafür in der Vergangenheit Mittel bereit und finanzierte 85 Prozent der Kosten. Die Stadt Pegau übernahm aus Eigenmitteln 15 Prozent der Kosten. „Die LMBV hat als Projektträgerin des Freistaates Sachsen an der Planung und Umsetzung des Projektes mitgewirkt“, erläuterte Thomas Rösler, Abteilungsleiter Projektmanagement bei der LMBV. „Nach Abschluss aller Nachträge werden sich die Kosten für die Errichtung des Aussichtsturms Stöntzsch auf rund 1,7 Millionen Euro belaufen“, so Rösler.

Auftragnehmer waren der Baggerbetrieb Burkhardt GmbH aus Thonhausen (Landkreis Altenburger Land) für Erdarbeiten des Turmes und Abbrucharbeiten eines alten Bahnhäuschens an der B2 als Ausgleichsmaßnahme. Die Hornschuh GmbH & Co. KG aus Drei Gleichen (Landkreis Gotha) realisierte die Stahlbauarbeiten und Montage. Als Planer und Bauüberwacher war das Architekturbüro quartier vier aus Leipzig gebunden.

Zahlreiche Anwohner und Gäste kamen zur feierlichen Eröffnung

(Fotos: Christian Kortüm)


LDS gibt den nördlichen Teil des Cospudener Sees für die Schifffahrt frei

Die Landesdirektion Sachsen (LDS) hat mit einer Allgemeinverfügung den rechtlichen Rahmen für die dauerhafte schifffahrtliche Nutzung des Cospudener Sees geschaffen. Damit kann der nördliche Bereich des Sees ab 1. Februar 2026 ganzjährig von Fahrgastschiffen, motorangetriebenen Sportbooten und Sportbooten ohne Motor befahren werden. Aus Gründen des Naturschutzes bleibt die Südspitze des Sees als besonders sensibler Gewässerbereich auch in Zukunft von der Befahrung mit Wasserfahrzeugen ausgenommen.

»Der Cospudener See ist ab der kommenden Saison für die Schifffahrt dauerhaft frei zugänglich. Mit der Allgemeinverfügung meines Hauses wird ein stabiler und verlässlicher Rechtsrahmen geschaffen. Davon profitieren die Nutzer des Sees. Die Freizeitkapitäne können nun ohne weiteren Verwaltungsaufwand den See befahren«, ordnet LDS-Präsident Béla Bélafi ein. Mit der Allgemeinverfügung der Landesdirektion, der sogenannten Feststellung der Fertigstellung des Sees für die Schifffahrt, entfällt die bisherige Praxis der Erteilung von wasserrechtlichen Einzelzulassungen einschließlich des damit für Nutzer und Behörden verbundenen hohen Aufwandes. »Die Entscheidung schafft klare Regeln für Tourismus, Freizeit und Fischerei. Gleichzeitig stärkt sie den Natur- und Gewässerschutz durch präzise definierte Schutzräume«, so Präsident Bélafi.

Diese Allgemeinverfügung ist das Ergebnis eines umfangreichen Verwaltungsverfahrens, das in den vergangenen Jahren intensiv zwischen der LDS, der Staatsregierung, dem sächsischen Umweltministerium, weiteren Ressorts, Planungs-, Umwelt- und Naturschutzverbänden sowie der LMBV abgestimmt wurde. Grundlage bildeten umfangreiche naturschutzfachliche, wasserrechtliche und bergtechnische Prüfungen. Darüber hinaus wurden die Stellungnahmen der beteiligten Umweltverbände in die Abwägung einbezogen und rechtliche, sicherheitstechnische und naturschutzfachliche Belange in der Begründung zur Allgemeinverfügung nachvollziehbar aufbereitet.

Dem vielfach geäußerten Wunsch, Verbrennungsmotoren von der Schiffbarkeit auszunehmen, konnte nicht entsprochen werden. Der Gesetzgeber sieht eine Unterscheidung zwischen unterschiedlichen Technologien hinsichtlich der Antriebsart nicht vor. An diese Grundentscheidung ist die Landesdirektion gebunden.

Interessierte können die Allgemeinverfügung der LDS online auf dem Bekanntmachungsportal der Landesdirektion Sachsen in der Rubrik Umweltschutz/Wasserwirtschaft einsehen.

Der über 400 Hektar große Cospudener See entstand als Bergbaufolgesee und wurde durch die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) als Bergbausanierer hergestellt.  Quelle: PM der LDS v. 11.12.2025

Cospudener See im Jahr 2025 (Foto: LMBV/Horst Fechner)


Aktuelle Situation am Störmthaler Kanal erläutert

Leipzig/Markkleeberg. Im Zuge des regelmäßigen Monitorings am Störmthaler Kanal hat ein überhöhter Messwert die LMBV dazu veranlasst, vorsorglich weitere Sicherungsmaßnahmen zu ergreifen.

Der Störmthaler Kanal und das Kompaktbauwerk werden kontinuierlich überwacht. Das Monitoring wird in Abstimmung mit dem Sachverständigen für Geotechnik kontinuierlich angepasst und ausgewertet. Mit Beginn der laufenden Sicherungsmaßnahmen im Sommer 2025 wurden die Kontrollmessungen am Kompaktbauwerk (Schleusentrog und Flügelwände) sowie an der Brücke der A38 über den Störmthaler Kanal von monatlich auf dreimal wöchentlich verdichtet. Gemessen werden die Veränderung der Lage (Hebung, Setzung, Verschiebung) sowie die Erschütterungen, die auf die Bauwerke einwirken.

Am 3. November 2025 gab es an einem Monitoring-Messpunkt erstmals eine Überschreitung des Signalwertes für die Setzung am Trog des Kompaktbauwerkes. Der Signalwert wurde vom Sachverständigen mit einer Setzungsdifferenz zur Nullmessung im Juli 2025 festgelegt.

Der zuständige Sachverständige für Geotechnik, Dipl.-Ing. Matthias Götz, und der Prüfsachverständige für Geotechnik, Prof. Dr.-Ing. Rolf Katzenbach, sehen darin Anzeichen einer Tendenz, dass sich Veränderungen in der Lagestabilität des Kompaktbauwerkes vollziehen könnten. Aufgrund einer begründeten Annahme von Vorgängen der inneren Erosion im unmittelbar umgebenden Boden des Kompaktbauwerkes besteht damit erneut Anlass zur Ergänzung von Sicherungsmaßnahmen.

Die bestehende Empfindlichkeit des Kompaktbauwerkes und damit die Begründung einer erhöhten Aufmerksamkeit zur Bewertung der Messwerte wird auch durch einen rechnerisch nicht belegbaren Gleitsicherheitsnachweises der Konstruktion des Kompaktbauwerkes gegenüber Lageänderungen auf der Gründungsebene verdeutlicht.

Die LMBV informierte das Sächsische Oberbergamt über dieses besondere Betriebsereignis.

Aufgrund der Überschreitung des Signalwertes empfahlen die Sachverständigen als Sofortmaßnahme die Fortführung der Kontrollmessungen, deren Ausweitung auf zwei weitere Punkte sowie das Bereitstellen von BigPacks und Sandsäcken, was seitens der LMBV umgesetzt wurde.

Zur ergänzenden Sicherung hat sich die LMBV auf Empfehlung der Sachverständigen dazu entschlossen, die bereits hergestellten Stützkörper im Kanalabschnitt zwischen oberem Querbauwerk (Seite Störmthaler Kanal) und dem Kompaktbauwerk zusätzlich auf der gesamten Kanallänge zu ergänzen. Die vollständige Abstützung der Seitenböschungen im oberen Kanalschnittes eröffnet weiteren Handlungsspielraum zur Absenkung des Kanalwasserstandes als Maßnahme zur Reduzierung von Wassserdruckeinwirkungen auf das Kompaktbauwerk.

„Die Herstellung der Stützkörper im oberen Kanalabschnittes erfolgt mit nichtbindigem Material einer Körnung 32/56. Dies ist schnell umsetzbar und bewirkt einen deutlichen Gewinn an Sicherheit“, fasst Bernd Sablotny, Sprecher der Geschäftsführer der LMBV, die Vorteile zusammen. „Wichtig ist zudem,“ betont er, „dass die Verfüllung temporär ist. Sie kann problemlos wieder entfernt werden.“ Die LMBV rechnet nach einer ersten Kostenschätzung mit Ausgaben von etwa 500.000 Euro für die Umsetzung. (Pressemitteilung der LMBV vom 25.11.2025)


Störmthaler Kanal (10/2025)
Störmthaler Kanal (10/2025)

Hintergrund

Das Restloch des Tagebaus Espenhain wurde durch eine geschüttete Landbrücke in zwei Tagebaurestlöcher geteilt, die bis 2012 zu künstlichen Seen geflutet worden sind. Der Wasserspiegel des Störmthaler Sees liegt mit +117,0 Meter NHN um vier Meter höher als der des Markkleeberger Sees mit +113,0 Meter NHN. Beide Seen sind über den Störmthaler Kanal miteinander verbunden. Die Schleuse wurde 2012 mit den Funktionen Absperrung, Wasserüberleitung und Schleusung errichtet. Der gesamte Standort des Störmthaler Kanals und die baulichen Anlagen befinden sich auf Bergbaukippenboden mit einer Mächtigkeit von rund 55 Metern.

Im April 2019 wurden bei einer Begehung Deformationen im Bereich der Seitenböschungen im unteren Vorhafen der Schleuse festgestellt. Daraufhin wurde ein umfangreiches geotechnisches Erkundungs- und Monitoringprogramm begonnen. Aufgrund weiterer Sackungen und Böschungsbewegungen musste der Störmthaler Kanal im März 2021 gesperrt und mit zwei Spundwandriegeln gesichert werden. Ende 2024 verschlechterte sich die Situation weiter, weshalb derzeit die bestehenden Sicherungselemente teilweise verstärkt und ergänzt werden.


Bergbautechnische Sanierung am Lappwaldsee schreitet voran

Harbke. Die Sanierung des ehemaligen Tagebaus Wulfersdorf im Grenzbereich von Sachsen-Anhalt zu Niedersachsen erfolgt in mehreren Bauabschnitten. Der 2024 abgeschlossene Erdbau der südwestlichen Kippenböschung war der 3. Bauabschnitt. Von Mai bis Oktober 2026 werden weitere Erdarbeiten als 4. Bauabschnitt ausgeführt: Aus dem Restmasseblock der Südwestböschung werden ca. 120.000 Kubikmeter Kippenboden entnommen und an der so genannten Tieflage 1 eingebaut, um die dauerhafte Standsicherheit durch die Abflachung der steilen Böschungen sowie die Anstützung der Hochkippe im Kippenfuß abzuschließen.

Nördlicher Teil des Lappwaldsees

In Vorbereitung der Maßnahmen wurden Fäll- und Rodungsarbeiten sowie die Umsiedlung von vorgefundenen Amphibien und Reptilien im Baubereich durchgeführt. Derzeit werden im Böschungsbereich des 3. Baubschnittes Faschinen verlegt. Die Hangfaschinen mit Anspritzbegrünung dienen der Erosionssicherung und Vorbereitung für die weitere Rekultivierung. Auch beim Ausbau des Harbker Mühlenbachs wurde auf den Arten- und Naturschutz geachtet.

Weiterhin werden im Rahmen der Rekultivierung Wege zur Ostböschung ertüchtigt, um die Massentransporte zum Böschungssystem Glüsig vorzubereiten. Dessen Sanierung soll voraussichtlich 2028 abgeschlossen sein.

Mäusebussardnisthilfe, Totholzhaufen, Steinriegel und Sandlinsen auf der Hochkippe West
Panorama Lappwaldsee

Fotos: LMBV/Christian Kortüm


LMBV-Azubis unterwegs im mitteldeutschen Revier

Leipzig/Rackwitz. Zum diesjährigen Tag des Berufsanfängers reisten die neuen Auszubildenden der Ausbildungspartner SBH Nord GmbH (Cottbus) und ABASYS GmbH (Bitterfeld-Wolfen) am 16. Oktober 2025 nach Leipzig und an den Werbeliner See. Während der Informationsveranstaltung am LMBV-Verwaltungsstandort berichteten Abteilungsleiterin Personalwesen Sybille Panitzky über die LMBV als Arbeitgeber und die Hauptaufgaben des Unternehmens. Danach stellten Dominique Schade als Betriebsratsmitglied Mitteldeutschland und  Tom Karl von der IG BCE Landesbezirk Nordost die Arbeit Mitbestimmungsseite sowie die Jugendorganisation der Gewerkschaft vor.

Zu den aktuellen Ausbildungsberufen gehören:

  • Kaufmann/-frau für Büromanagement
  • Koch/Köchin
  • Fachmann/-frau für Restaurants und Veranstaltungsgastronomie
  • Tischler/Tischlerin
  • Maler/Malerin und Lackierer/Lackiererin — Fachrichtung Gestaltung und Instandhaltung

Die LMBV beschäftigt derzeit insgesamt 31 Auszubildende, davon 10 Auszubildende im ersten Lehrjahr. Die Erstausbildung läuft seit der Unternehmensgründung im Jahr 1995 durchgängig.

Während der abschließenden Befahrung in der Bergbaufolgelandschaft des ehemaligen Tagebaus Delitzsch-Südwest waren die Berufsanfänger auf den Spuren von Biber, Wolf, Seeadler und Beutelmeise unterwegs. Sie durften den neuen digitalen Lehrpfad, der in der kommenden Woche eröffnet werden soll, exklusiv testen. Mitarbeiter des Projektbüros Zwochau stellten das 2019 ausgewiesene Naturschutzgebiet Werbeliner See vor, welches bekannt ist für seine außergewöhnlich hohe Anzahl von 180 verschiedenen Vogelarten.

Daumen hoch von den LMBV-Auszubildenden im 1. Lehrjahr mit ihren Betreuern und LMBV-Kollegen vor dem Leipziger Verwaltungsstandort (Gruppenfoto: LMBV/Christian Kortüm)

Eindrücke der Befahrung: LMBV/Claudia Hermann


Sanierung des Teerschlammbeckens am ehemaligen Braunkohleveredlungswerk Espenhain gestartet

Espenhain. Auf dem Gelände des ehemaligen Braunkohleveredlungswerkes in Espenhain befindet sich ein 7.500 m² großes Erdbecken, in dem über Jahrzehnte Teerrückstände aus der Braunkohleveredlung abgelagert wurden. Seit dem 1. Oktober 2025 wird das Teerschlammbecken nun saniert.

Die Sanierung dient dem Schutz von Grundwasser und Boden, der Trittsicherheit, dem Brandschutz sowie der Reduzierung der Geruchsemissionen, welche vom Teerschlamm ausgehen. Die Planung basiert auf einem Langzeitmonitoring der Gewässer- und Bodenqualität, das seit den 1990er Jahren läuft. Das Monitoring war bisher unauffällig und wird auch nach der Sanierung fortgeführt.

Ablauf der Sanierung

Nachdem das Baufeld vorbereitet und die notwendige Infrastruktur für den reibungslosen und sicheren Bauablauf geschaffen wurde, erfolgen die Sanierungsabschnitte Stabilisierung, Profilierung, Abdichtung, Oberflächenentwässerung und Rekultivierung.

Dabei werden auf dem Teerschlammbecken zunächst Vliesstoff- und Geogitterbahnen sowie eine Schottertragschicht aufgebracht, um die Oberfläche zu stabilisieren. Teerhügel im Bereich des Beckens werden abgetragen und teerkontaminierte Vorlandbereiche ausgekoffert. Das anfallende Material wird umgelagert. Im Anschluss wird das Areal mit dem Auftrag einer nicht kontaminierten Erdschicht profiliert und durch das Verlegen von Tondichtungsbahnen und Entwässerungselementen abgedichtet. Darüber wird die Rekultivierungsschicht aufgetragen und der Bereich begrünt. Das Ergebnis wird ein begrünter Erdhügel mit niedrigem Bewuchs sein.

Um eine Vernässung bzw. Aufweichung der Böschung des Hügels zu vermeiden, soll das anfallende Niederschlagswasser über die Entwässerungselemente in anzulegende Randgräben geleitet und einem ebenfalls anzulegenden, naturnahen Auffangbecken (Retentionsbecken) zugeführt werden. Dieses soll als Habitat für Amphibien und Reptilien dienen.

Da im gesamten Bereich der Sanierungsmaßnahme mit Kampfmitteln zu rechnen ist, wird es eine baubegleitenden Kampfmittelsondierung geben. Außerdem wird ein Wildschutzzaun errichtet und eine unterhalb des Teerschlammbeckens verlaufende Brauchwasserleitung gesichert bzw. verwahrt.

Die Sanierungsarbeiten sollen voraussichtlich im August 2026 abgeschlossen werden. Mit der Bauausführung wurde die TiWaS Bau GmbH beauftragt. Für die Sanierungsplanung zuständig ist das Ingenieurbüro Hubert Beyer Umwelt Consult GmbH. Die LMBV fungiert als Vorhabensträgerin.

Auf der Luftaufnahme ist zu sehen, in welchem Bereich sich das abzudeckende Teerschlammbecken befindet.

Fotos: LMBV | Christoph Czekalla





Neue Überwachungs- und Servicestation am Zwenkauer Hafen übergeben

Zwenkau. Am Kap Zwenkau erfolgte am 24. September 2025 eine Schlüsselübergabe: Die kürzlich fertig gestellte Überwachungs- und Servicestation wurde von der LMBV an die Stadt Zwenkau und den künftigen Betreiber, die Zwenkauer See- und Hafenbetreibergesellschaft (SHZ), übergeben. Dabei nahm der Bürgermeister der Stadt Zwenkau Holger Schulz symbolisch den Schlüssel für die neue Station von Dr. Robert Böhnke, dem LMBV-Verantwortlichen für § 4-Maßnahmen, entgegen. Die Überwachungs- und Servicestation mit Kiosk, Toiletten, Außenduschen und Lagerräumen soll zur Saison 2026 vollständig in Betrieb gehen.

Der Neubau wurde zwischen 2023 und 2025 errichtet. Die Finanzierung erfolgte über § 4-Mittel des Verwaltungsabkommens zur Braunkohlensanierung und damit über den Freistaat Sachsen. Die Stadt Zwenkau als Vorhabenträger beteiligte sich mit einem Eigenanteil von 15 % an den Gesamtkosten in Höhe von rund 1,4 Mio. Euro. Die LMVB übernahm als Projektträgerin die Verwaltung der Mittel sowie die Projektkoordination. Die Planung und Ausführung des Bauwerkes erfolgte in Eigenregie (Teilprojektträgerschaft) durch die Stadt Zwenkau. „Es geht also darum, die Nachnutzung der bergbaulich beanspruchten Flächen zu unterstützen. Unser Ziel ist es, eine attraktive Gestaltung der Folgelandschaft im Umfeld der Bergbaufolgeseen zu entwickeln“, erklärt Dr. Robert Böhnke, Projektkoordinator für die §4‑Maßnahmen bei der LMBV. „Mit dem Strandhaus haben wir einen weiteren Baustein geschaffen, der die Entwicklung am Zwenkauer See unterstützt und dazu beiträgt, dass das
Kap Zwenkau weiter mit Leben gefüllt wird.“

Zwenkauer Hafen mit neuer Service- und Überwachungsstation
Das Kap Zwenkau mit der neuen Service- und Überwachungsstation am Südufer des Zwenkauer Sees (Foto: LMBV/Horst Fechner).

Zur Saison 2026 soll die Überwachungs- und Servicestation vollständig in Betrieb gehen.

„Manche Bauprojekte entwickeln sich zu wahren Geduldsproben – unser Strandhaus am Zwenkauer See ist ein solches Projekt mit einer langen und kurvenreichen Reise“, resümiert Holger Schulz, Bürgermeister der Stadt Zwenkau. Mehrere Unterbrechungen aufgrund von Nachbesserungen und Ergänzungen der Planung, Personalwechsel im Kreise der am Bau Beteiligten sowie Lieferschwierigkeiten hatten den Bau immer wieder lahmgelegt. „Nach der zweijährigen Bauphase voller unerwarteter Hindernisse freuen wir uns nun umso mehr, dass das Gebäude fertiggestellt ist.“ 

Betrieben wird das neue Strandhaus von der See- und Hafenbetreibergesellschaft Zwenkau mbH (SHZ), die auch das Tourist-Kontor sowie den Hafen am Kap Zwenkau bewirtschaftet. Für den Kiosk konnten mit der Zeidler und Freund UG erfahrene Gastronomen gewonnen werden. Eröffnen wird der Kiosk zur neuen Saison 2026, dann wird das Strandhaus komplett in Betrieb gehen. 

 

Fotos: LMBV/Christian Kortüm


Filterbrunnenverwahrung am Zwenkauer See gestartet

Leipzig/Zwenkau. An der Westböschung des Zwenkauer Sees ist seit Anfang September 2025 Verwahrtechnik im Einsatz, denn es sollen zahlreiche sichtbare Filterbrunnen gesichert werden, um die Geländeoberfläche wieder nutzbar zu machen. Baubeginn für die Maßnahme war der 20. August 2025, die Fertigstellung ist für Ende Dezember 2025 geplant. Alle Filterbrunnen befinden sich an Land, sie entwässerten den ehemaligen Tagebau Zwenkau, der bis 1999 lief. Die Brunnenstandorte (siehe Karte) liegen außerhalb öffentlicher Verkehrsflächen entlang des so genannten Wirtschaftsweges 26, der ehemaligen Randriegelstraße, die einst als Umleitungsstrecke für den Bau der parallel verlaufenden Bundesstraße B 186 diente. Die Verwahrung beginnt auf Höhe der Ortslage Zitzschen und endet auf Höhe der Brücke der B 186 über die Weiße Elster.

Im Vorfeld zur Baufeldfreimachung und als Vergrämungsmaßnahme waren im Herbst 2024 Freischnitt- und Holzungsarbeiten an den Filterbrunnen sowie an den Zufahrten durchgeführt worden. Das anfallende Schnittgut und der Schlagabraum wurden als Versteckmöglichkeit (Habitataufwertung) für Zauneidechsen zwischen den Filterbrunnen abgelegt. Im Zuge der Maßnahme werden an 18 Brunnenstandorten nicht mehr benötigte Leitplanken am Wirtschaftsweg 26 zur Schaffung der Baufreiheit abgebaut und entsorgt. Insgesamt werden 55 offene Filterbrunnen mit einem hydraulischen Füllbinder im sogenannten Kontraktorverfahren, das heißt von unten nach oben, versetzt. Angeliefert wird das Versatzmaterial fertig angemischt mittels Fahrmischern. Die Versatzsuspension wird bis 2 m unter Geländeoberkante in die Brunnenröhren eingebaut und härtet aus. Danach erfolgt eine Freilegung der Brunnenröhren bis 2 m unter Geländeoberkante durch einen Bagger. Die Brunnenröhren werden bis in diese Tiefe von 2 m zurückgebaut und entsorgt. Über den Brunnenröhren wird eine Sperrschicht aus bindigem Material eingebaut, deren Mächtigkeit bzw. Dicke beträgt 0,5 m. Anschließend wird die Baugrube wieder verfüllt.

Bereits im März 2025 waren Reptilienschutzmaßnahmen erfolgt: Es wurden Reptilienschutzzäune als Schutzmaßnahme jeweils einzeln um die 55 Filterbrunnen herum aufgestellt, um die Wiederbesiedlung durch Zauneidechsen zu verhindern. Des Weiteren wurden an den einzelnen Standorten je zwei schräge Ausstiegshilfen mit integrierten Eimern an den Reptilienschutzzäunen angebracht. Die Zauneidechsen, die sich in der Aktivitätsphase ab März 2025 noch innerhalb des Reptilienschutzzaunes aufgehalten hatten, konnten selbstständig durch die Öffnung im Eimer und durch die hergestellte Schräge ins Freie laufen. Monatlich wurden die Reptilienschutzzäune kontrolliert und unterhalten. Zwischen April und Juli 2025 wurden als weitere Vergrämungsmaßnahme Mahdarbeiten an allen Filterbrunnenstandorten und an den Zufahrten durchgeführt. Mit Beginn der Verfüllarbeiten und der Herstellung der Baugruben werden die Reptilienschutzzäune sukzessive zurückgebaut.

Auftragnehmer ist die Firma BTOe – Bergbau und Tiefbau GmbH. Die örtliche Bauüberwachung für die Baumaßnahme wird von der Firma Dr.-Ing. Heinrich Ingenieurgesellschaft mbH durchgeführt. Die vorlaufenden Arbeiten sowie die Baumaßnahme werden von der Firma Aquila Ingenieurgesellschaft mbH ökologisch begleitet. Die Maßnahme kostet rund 280.000 Euro netto und wird über den § 2 des Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung finanziert.

Die zu verwahrenden Filterbrunnen liegen am Westufer des Zwenkauer Sees.
Die zu verwahrenden Filterbrunnen liegen an der Westböschung des Zwenkauer Sees entlang der B 186.

Fotos: LMBV/Christian Kortüm


150. Sitzung des Steuerungs- und Budgetausschusses für die Braunkohlesanierung (StuBA) am 10. September 2025 in Berlin

Erfolgreiche Gremienarbeit: Bund und Braunkohleländer setzen bewährte Zusammenarbeit bei Braunkohlesanierung fort

Berlin. Bereits zum 150. Mal seit 1995 kommen Vertreterinnen und Vertreter des Bundes und der Braunkohleländer Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zusammen, um über die Ausrichtung und Finanzierung weiterer Maßnahmen der Braunkohlesanierung zu entscheiden. Dazu tagen sie am 10. September 2025 im Rahmen des Steuerungs- und Budgetausschusses (StuBA) in der Bund-Länder-Geschäftsstelle für die Braunkohlesanierung in Berlin.

Die Braunkohlesanierung beinhaltet die bergbauliche und geotechnische Sanierung sowie die Wiedernutzbarmachung und Rekultivierung der zwischen den Jahren 1949 und 1989 vom Braunkohlebergbau in Anspruch genommenen Flächen in Ostdeutschland. In die Bergbausanierung und in die Beseitigung der Bergbaualtlasten wurden bislang rund 12,3 Milliarden Euro investiert und damit neue Grundlagen für die wirtschaftliche und infrastrukturelle Entwicklung in der Lausitz und in Mitteldeutschland geschaffen.

Auf der Tagesordnung der 150. Sitzung des StuBA stehen planmäßig die Entscheidungen über vier Finanzierungsanträge des Bergbausanierers LMBV mit einem Volumen von rund 15 Millionen Euro bis 2027. Weiterhin befasst sich der StuBA mit dem Sanierungsstand bei den aus Gründen der Standsicherheit gesperrten Innenkippen und der Minderung von bergbaubedingten Eiseneinträgen in die Vorflut im Lausitzer Teil der Bergbausanierungsgebiete.

Der Bund und die Braunkohleländer sind sich darin einig, die erfolgsorientierte Zusammenarbeit bei der Braunkohlesanierung auch in Zukunft fortzusetzen. Eine Besonderheit ihrer Zusammenarbeit im Rahmen des StuBA ist, dass die Entscheidungen nur einstimmig getroffen werden können. Trotz der hohen Komplexität der Themen und der teils unterschiedlichen Schwerpunkte der Akteure ist es in den zurückliegenden 30 Jahren stets gelungen, Konsens zu erzielen.

Pressemitteilung der Bund-Länder-Geschäftsstelle für die Braunkohlesanierung zum 10.09.2025


Mira bestätigt Wirkung der Tiefenwasser-Belüftungsanlage auf Runstedter See

Geiseltal/Leipzig/Freiberg. Im Rahmen eines Forschungs- und Entwicklungsvorhaben der  TU Bergakademie Freiberg wurde die robotische Plattform Mira auf dem Runstedter See erfolgreich eingesetzt.
Eigentliches Ziel des Forschungsprojekts mit dem Namen RoBiMo-Starterprojekt war die hochaufgelöste Erfassung von Tiefenprofilen in Seen. Am Rundstedter See kam die Plattform zum Einsatz, um die Wirksamkeit der dort installierten Tiefenwasserbelüftung zu überprüfen.

Die neuen Messdaten bestätigen die Wirksamkeit der von der LMBV betriebenen Tiefenwasserbelüftungsanlagen (TWBA). Die durch Mira gesammelten Daten zeigen deutlich, dass die Wirkung der Belüftungsanlagen bereits nach wenigen Wochen das gesamte Hypolimnion eines Sees erfasst. Damit wurde die Prognose entsprechender Modellierungen bestätigt. Des Weiteren konnten keine Hinweise auf lokal verstärkte Austritte von Ammonium aus der unter dem See lagernden Deponie gefunden werden.

Auch auf der Grundlage dieser Ergebnisse kann eine der drei TWBA-Einheiten auf eine reine Umwälzung – ohne zusätzliche Sauerstoffanreicherung – umgerüstet werden. Dies ist ein wichtiger Schritt in Richtung effiziente und nachhaltige Steuerung der Tiefenwasserbelüftung auf dem Runstedter See.

Projekt RoBiMo
Das „RoBiMo-Starterprojekt“ (Robotik und Binnenseemonitoring) verfolgte das Ziel autonome Messplattformen für die limnologische Forschung und das Gewässermanagement einzusetzen. Mit der autonomen Plattform Mira soll eine detaillierte, automatisierte Erfassung von Tiefenprofilen ermöglicht werden, die über die detailliertere räumliche Auflösung neue Erkenntnisse über ökologische Prozesse in Seen liefern können.

Das Projekt wurde an der TU Bergakademie Freiberg durchgeführt. Gefördert wurde es vom Forschungs- und Entwicklungszentrum für Bergbaufolgelandschaften der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe in Cottbus. Als assoziierte Partnerin konnte die LMBV die praktische Fragestellung liefern und bei der Auswertung der Ergebnisse unterstützen.
Die Ergebnisse des Projekts sind in einer wissenschaftlichen Publikation erschienen und frei zugänglich.

Rundstedter See

Mit seiner ehemaligen Nutzung als Deponie stellt der Runstedter See in Sachsen-Anhalt spezielle Anforderungen an die Bergbausanierung. Nach Abschluss der Braunkohleförderung 1965 wurde das Tagebaurestloch Großkayna durch die ehemaligen Leunawerke sowie das nahegelegene Braunkohlenkraftwerk als Deponie genutzt. Bis 1995 wurden 24 Millionen Kubikmeter ammoniumbelastete, industrielle Abfälle und Kraftwerksaschenin das Restloch eingespült.

In Zusammenarbeit mit Beratungs- und Forschungseinrichtungen wurde 1999 ein Sanierungskonzept entwickelt, in dem die Flutung des Tagebaurestloches als Vorzugsvariante beschrieben wurde. Mit der Schaffung eines abflusslosen Sees wurde sichergestellt, dass eventuell aus der Deponie austretende Schadstoffe – v. a. Ammonium – im See abgebaut werden können. Nach dem geotechnischen Sichern und Fluten entstand 2002 der Runstedter See und später die technische Tiefenbelüftungsanlage.

Bergbaufolgeseen mit Unterwasserdeponien stellen eine besondere Herausforderung dar. Wie bei allen tieferen Seen liegt im Sommer eine stabile Schichtung des Seewassers vor, wodurch kein Luftsauerstoff in die tiefen Schichten (Hypolimnion) gelangt. Ohne Sauerstoff kann das aus der Deponie austretende Ammonium aber nicht mikrobiell abgebaut werden und sich im tiefen Wasser anreichern. Während der sommerlichen Stagnation versorgt deswegen die installierte Tiefenwasserbelüftungsanlage (TWBA) die tieferen Wasserschichten mit Sauerstoff, welcher über die gleichzeitig in Gang gesetzte Zirkulation im Hypolimnion verteilt wird.