Großbrandereignis Meuselwitz – LMBV legt nächste Schritte zur Brandbeseitigung fest

Leipzig/Meuselwitz. Am 14. Juli 2026 wurde innerhalb der LMBV das weitere Vorgehen zur Brandbeseitigung am und im Kohletrübebecken bei Meuselwitz festgelegt.

Der Einsatz eines Löschhubschraubers am Wochenende vom 10. bis 12. Juli 2026 erzielte nicht die gewünschte Wirkung. Die Rauchentwicklung konnte nur kurzzeitig reduziert werden. Die Auswertung der Drohnenaufnahmen mit Wärmebildkamera zeigte, dass durch das Aufbringen des Wassers die Oberfläche aufgewirbelt, aber tieferliegende Schichten nicht gelöscht werden konnten. Es ist daher kein weiterer Einsatz eines Löschhubschraubers geplant.

Die Hauptprobleme vor Ort sind weiterhin die eingeschränkte Verfügbarkeit von Wasser und dass die betroffene Fläche nicht betreten werden kann. Zudem ist das Brandereignis sehr dynamisch. Die Brandherde verlagern sich immer wieder und flammen an verschiedenen Stellen auf.

Verbreiterung der Brandschutzschneise soll Ausbreitung verhindern

Oberstes Ziel ist derzeit, die Ausbreitung des Brandes nach außen und damit das Übergreifen auf benachbarte Flächen zu verhindern. Dafür wird die bereits errichtete, 10 Meter breite Brandschutzschneise rund um die brennende Fläche um 20 Meter erweitert, so dass ein 30 Meter breiter Schutzstreifen entsteht. Dies erfolgt in Abstimmung mit  ThüringenForst. Der Schutzstreifen hat eine Länge von etwa einem Kilometer. Die erste Firma beginnt am 14. Juli 2026 mit den notwendigen Holzungen. Weitere Firmen sollen in den kommenden Tagen die Arbeiten unterstützen. Bereits vergangene Woche wurde eine bis zu 1,60 Meter tiefe Furche parallel zur Brandschutzschneise gezogen und mit Wasser und Netzmitteln gefüllt.

Provisorische Rohrleitungen zur Flutung der Fläche sind in Vorbereitung

Zur Bekämpfung des unterirdischen Brandes soll das Kohletrübebecken kontrolliert mit Wasser geflutet werden. Die LMBV arbeitet derzeit daran, dass schnellstmöglich  zwei provisorische Rohrleitungen vom Restloch Zipsendorf über eine Strecke von rund vier Kilometern bis zum Kohletrübebecken verlegt werden können. Die Einholung der erforderlichen Zustimmungen der rund 30 betroffenen Flächeneigentümer hat bereits begonnen; die bisherigen Rückmeldungen sind durchweg positiv. Darüber hinaus müssen für den Leitungsverlauf eine Bahntrasse sowie eine Kreisstraße gequert werden. Die erforderlichen Abstimmungen mit den zuständigen Stellen laufen bereits. Parallel dazu laufen die Vorbereitungen um einen Brunnen in unmittelbarer Nähe des Kohletrübebeckens zu bohren, um eine dauerhafte Wasserverfügbarkeit herzustellen ohne das öffentliche Wassernetz zu belasten.

Nach Fertigstellung der zwei Rohrleitungen wäre es möglich, rund 560 Kubikmeter Wasser pro Stunde in das Kohletrübebecken zu leiten. Mit dieser Wassermenge soll das 8 Hektar große Areal geflutet werden, was bis zu 20 Tage dauern kann. Die LMBV geht aktuell auf mögliche Auftragnehmer zu.

Die betroffene Fläche umfasst etwa acht Hektar. Durch im Boden befindliche Kohlereste entfachen sich immer wieder neue Brandnester.

Qualm verursacht Geruchsbelästigung, ist aber ungefährlich

Unverändert sind am Kohletrübebecken Mitarbeiter der LMBV sowie von externen Auftragnehmern täglich vor Ort. Mit Sprenklersystemen und dem verfügbaren Wasser werden die Brandherde bekämpft und die Rauchentwicklung nach Möglichkeit reduziert. Aus dem Leitungswassernetz der Stadt Meuselwitz stehen jedoch nur 60 Kubikmeter Wasser pro Stunde zur Verfügung.

Der Rauch verursacht eine erhebliche Geruchsbelästigung vor Ort und in den betroffenen umliegenden Gemeinden. Direkt in der Rauchfahne wird täglich der Gehalt von Kohlendioxid, Kohlenmonoxid, Schwefelwasserstoff und Methan gemessen, auch im Hinblick auf die vor Ort tätigen Mitarbeiter. Die erhobenen Werte sind leicht erhöht, aber gesundheitlich unbedenklich. Mit zunehmendem Abstand vom Brandherd verdünnt sich der Gehalt deutlich. Unabhängig davon arbeitet die LMBV daran, die Rauchentwicklung mit den beschriebenen Maßnahmen zu reduzieren.

Die LMBV befindet sich zu den Gefahrenabwehrmaßnahmen in regelmäßigem Austausch mit den zuständigen Behörden und Ämtern, wie der Bergbehörde im Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN), der Stadt Meuselwitz und dem Landkreis Altenburger Land. Zur Höhe der entstandenen Kosten kann derzeit noch keine Angabe gemacht werden.

 

Hintergrund

Am 27. Juni 2026 kam es zu einem Großbrandereignis zwischen den Ortslagen Meuselwitz, Mumsdorf und Falkenhain. Betroffen ist eine stillgelegte Kohlebergbaufläche des ehemaligen Tagebaugebietes Rusendorf. Von diesem Brandereignis ist das Kohletrübebecken I in bergrecht- und eigentumsrechtlicher Zuständigkeit der LMBV betroffen. Der oberflächliche Brand konnte inzwischen weitestgehend gelöscht werden. Die Verantwortung für das Areal ging damit am 3. Juli 2026 von der Feuerwehr auf die LMBV über.

Fotos: LMBV/Christian Kortüm


Großbrandereignis Meuselwitz – LMBV bekämpft unterirdische Brände am Wochenende mit Hubschraubereinsatz

Meuselwitz. Am 27. Juni 2026 kam es zu einem Großbrandereignis zwischen den Ortslagen Meuselwitz, Mumsdorf und Falkenhain. Betroffen ist eine stillgelegte Kohlebergbaufläche des ehemaligen Tagebaugebietes Rusendorf. Von diesem Brandereignis ist das Kohletrübebecken I in bergrecht- und eigentumsrechtlicher Zuständigkeit der LMBV betroffen. Dieses Becken wurde u. a. von der MIBRAG bis 2013 zur Ascheeinspülung genutzt. Dementsprechend befinden sich im Boden Kohlereste, die sich zwischenzeitlich entzündet haben bzw. wodurch sich Brandnester entwickelten.

Löschhubschrauber kommt zum Einsatz

Der oberflächliche Brand konnte inzwischen gelöscht werden. Das Gefahrengebiet wird engmaschig überwacht. Nunmehr gilt das vordringliche Ziel, die unterirdischen Brände zu bekämpfen und die Rauchentwicklung einzudämmen. Dazu wurden verschiedene Gefahrenabwehrmaßnahmen durchgeführt bzw. befinden sich in Umsetzung und Vorbereitung.

Über das Wochenende vom 10. bis 12. Juli 2026 kommt ein Löschhubschrauber zum Einsatz. Der Hubschrauber wird 8 Stunden pro Tag im Einsatz sein und in dieser Zeit etwa 160.000 Liter Wasser pro Tag auf die vorher definierte Fläche transportieren. Das Wasser wird aus dem Restloch Zipsendorf entnommen, das sich ebenfalls im Eigentum der LMBV befindet.

Straßensperrung während des Flugbetriebes

Während der Löschhubschrauber im Einsatz ist, muss aus Sicherheitsgründen die Zufahrtsstraße zur Gefahrenstelle gesperrt werden. Von Freitagabend, 10.7.2026, bis Sonntagabend, 12.07.2026, ist deshalb die Kreisstraße K216 zwischen Mumsdorf und Falkenhain für den Durchgangsverkehr gesperrt.

Der LMBV ist bewusst, dass die starke Geruchsbelästigung für die Anwohner eine große Belastung darstellt, vor allem für in den Ortschaften, die durch die nordwestliche Hauptwindrichtung permanent von der Rauchfahne betroffen sind. Zum aktuellen Zeitpunkt ist leider keine Prognose möglich, wie schnell die Löscharbeiten an den unterirdischen Bränden zu Erfolg führen und damit die Rauchbelästigung gemindert bzw. abgestellt werden kann.

Die Kreisstraße K216 ist von Freitagnachmittag, 10.7.2026, bis Sonntagabend, 12.07.2026, gesperrt.


Flächenbrand am Restloch Rusendorf ist eingedämmt und unter Kontrolle

LMBV-Dank an alle beteiligten Einsatzkäfte für die Brandbekämpfung

Meuselwitz. Der Brand auf der Waldfläche zwischen Mumsdorf und Falkenhain ist unter Kontrolle, so informierte das Landratsamt Altenburger Land. Das Feuer konnte eingedämmt werden, gilt jedoch weiterhin als nicht gelöscht.

Der Großbrand war am Samstagnachmittag, den 27. Juni 2026, im Bereich Mumsdorf, nahe Meuselwitz entstanden und hatte sich auf zwischenzeitlich mehrere Hektar ausgebreitete. Ein Großteil der betroffenen Fläche befindet sich im Eigentum der LMBV.

Der Brandbereich befindet sich im räumlichen Geltungsbereich des – mit der MIBRAG – gemeinschaftlichen Abschlussbetriebsplanes (ABP) Restloch Rusendorf (Teil I – ohne Feststoffkippe). Mitarbeiter von MIBRAG und LMBV wurden über die reguläre Meldekette informiert und waren am 28. Juni 2027 vor Ort, um mit der Feuerwehr die betretbaren Bereiche abzustimmen. Die Technischen Einsatzleitung (TEL) der Stadt Meuselwitz leitete und koordinierte den Löscheinsatz. Am 2. Juli 2026 fand in den Räumlichkeiten der Freiwilligen Feuerwehr Meuselwitz eine Besprechung zur aktuellen Entwicklung des Großbrandes und zur koordinierten Übergabe an die Flächeneigentümerin statt. 

Das Brandgebiet wird ab sofort auch weiter engmaschig überwacht: Es wird von Sicherheitskräften mehrmals täglich bestreift und per Drohne mit Wärmebildkamera zwei- bis dreimal am Tag überflogen. Sollte es wieder stärker brennen oder eine Ausbreitung des Brandes drohen, rücken die Feuerwehren erneut aus.

Voraussichtlich am Mittwoch, den 8. Juli 2026, wird die Fläche an die LMBV als Eigentümerin übergeben. Die weitere Beobachtung und Maßnahmen zur Bekämpfung des im Erdreich schwelenden Brandes sowie die spätere Sanierung der Fläche erfolgen dann durch die Eigentümerin, informierte das Landratsamt Altenburger Land am 6. Juli 2026. (UST)

Bernd Sablotny, Geschäftsführer der LMBV (3.v.l.), und Elke Kreische-König, Leiterin des Sanierungsbereichs Mitteldeutschland der LMBV, (4.v.l.) informierten sich am 30.06.2026 über die Situation vor Ort.

Das Ergebnis einer Ursachenermittlung durch die zuständigen Feuerwehr-/Polizeibehörden ist noch nicht bekannt. Es waren bisher keine Personenschäden zu vermelden. Betriebs- und Sachschäden können erst nach Abschluss der Löscharbeiten ermittelt werden.

Die Geschäftsführer der LMBV und die Leitung des Sanierungsbereiches Mitteldeutschland danken allen Einsatzkräften, die in den zurückliegenden Tagen die Brandbekämpfung engagiert durchgeführt und geleitet haben.

Fotos/Karte: LMBV


StuBA-Mitglieder besichtigen Sanierungsvorhaben der LMBV in Thüringen

Leipzig/Schelditz. Der Steuerungs- und Budgetausschuss für die Braunkohlesanierung (StuBA) als zentrales Entscheidungsgremium der Braunkohlesanierung trägt die übergeordnete Verantwortung für die Planung, Steuerung und Finanzierung der Sanierungsmaßnahmen in den ehemaligen Braunkohlegebieten. Einmal im Jahr schauen sich die Mitglieder einige Sanierungsvorhaben der LMBV vor Ort an. Dieses Jahr führte die Befahrung in den Freistaat Thüringens.

Erste Station war das Schnittstellenprojekt Schelditz, wo durch das ehemalige Teerverarbeitungswerk Rositz der Boden und das Grundwasser verunreinigt wurden. Die LMBV ist hier nur eine der handelnden Akteure und kümmert sich um Gefahrenabwehrmaßnahmen im Zusammenhang mit dem bergbaubedingten Grundwasserwiederanstieg. Über ein umfangreiches Monitoring wird die Verbreitung der Schadstoffe kontinuierlich überwacht. Nach der Auswertung eines umfangreichen Pumpversuches wird derzeit die Modellierung überarbeitet, um den ausstehenden Sanierungsbedarf beurteilen zu können.

Anschließend fuhren die rund 30 Teilnehmer zum Restlochkomplex Zechau, das aus drei Restlöchern besteht. Eine Pumpstation im Restloch I hält den Wasserspiegel auf einem konstanten Niveau, um eine Vernässung in umliegenden, bewohnten Gebieten zu vermeiden. Die Pumpstation muss altersbedingt in den kommenden Jahren erneuert werden. Sanierungsbedarf besteht daneben nur noch an der Kohleböschung, an der es in der Vergangenheit wiederholt zu Bränden kam. Eine Abdeckung mit Erde und Pflanzenbewuchs wurde zweimal aufgebracht, ist aufgrund der starken Böschungsneigung jedoch erodiert. Deshalb wird als eine der letzten Sanierungsaufgaben die Böschung abgeflacht und anschließend begrünt.

Die Teilnehmer der StuBA-Befahrung auf der Kohleböschung am Restloch Zechau

Nach einer kurzen Pause führte die Route zur Feststoffkippe Rusendorf mit dem gleichnamigen Restloch. Das Restloch Rusendorf wurde jahrzehntelang durch die MIBRAG zur Ascheeinspülung genutzt, bis 2013 das Kraftwerk Mumsdorf außer Betrieb genommen wurde. Die LMBV hat beim TLUBN die Einordnung des Restlochs Rusendorf als Bestandsgewässer beantragt, eine Entscheidung dazu ist für Juni 2026 avisiert. Die Feststoffkippe, auch Hyzetkippe genannt, grenzt südwestlich an das Restloch Rusendorf. Die Kippe ist fertig saniert und wird von der LMBV unterhalten.

Den Abschluss der halbtägigen Befahrung für die Mitglieder der StuBA bildete ein Stopp am Haselbacher See. Der Wasserstand wird aktuell durch die Einleitung von jährlich 3 bis 3,5 Millionen Kubikmeter Sümpfungswasser der MIBRAG gewährleistet. Infolge des vorzeitigen Kohleausstieges wird aus dieser Quelle nach 2030 kein Stützungswasser mehr zur Verfügung stehen. In der Folge ist ein natürliches Absinken des Wasserspiegels, in der Spitze um mehrere Meter, prognostiziert. Aufgrund des großräumigen zu erwartenden Grundwasserwiederanstieges kehrt sich dieser zu einem späteren Zeitpunkt um. Zu dieser Entwicklung und dem Umgang damit befindet sich die LMBV derzeit in Abstimmungen mit den anliegenden Gemeinden.

In seiner Sitzung am Folgetag, dem 17. Juni 2026, beraten die Vertreter aus Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen über die eingereichten Anträge und Projekte und genehmigen diese bei Vorliegen der Voraussetzungen. (KEM)

Fotos: Christian Kortüm für LMBV


Informationsfahrt zur Braunkohlesanierung durch das Leipziger Neuseenland

Projekte aus dem Nord- und Südraum im Fokus der Exkursion

Leipzig. Eine ganztägige Informationsfahrt führte rund 60 Teilnehmer am 1. Juni 2026 durch das mitteldeutsche Revier. Es war bereits die vierte Tour dieser Art für regionale Mandatsträger im Sächsischen Landtag und im Deutschen Bundestag sowie für Schlüsselakteure aus Verwaltung, Kommunen, Wirtschaft und Verbänden. Organisiert wird sie aller fünf Jahre von der Steuerungsgruppe Leipziger Neuseenland in Zusammenarbeit mit dem Regionalen Planungsverband Leipzig-Westsachsen.

Die Rahmenmoderation übernahmen Patrick Halka als Leiter des Regionalen Planungsverbandes und Landrat Henry Graichen als Sprecher der Steuerungsgruppe. Die Veranstaltung bot den Beteiligten an verschiedenen Stationen die Möglichkeit, sich zu den aktuellen Projektständen und Handlungserfordernissen auszutauschen, wobei Torsten Safarik, Dr. Robert Böhnke und Jörg Rittmann jeweils als fachliche LMBV-Ansprechpartner bei den Befahrungspunkten fungierten.

Insgesamt wurden sechs Stationen angefahren: Der erste Befahrungspunkt war der Stadthafen Leipzig, der am 5. Juni 2026 offiziell freigegeben werden wird. Dort erläuterten Rüdiger Dittmar und Angela Zábojník vom Leipziger Amt für Stadtgrün und Gewässer, wie das Gemeinschaftsprojekt nach 25 Jahren dank privater und öffentlicher Investitionen auf öffentlichem Grund umgesetzt werden konnte. 2011 konnten die ersten Stege fertiggestellt werden. Das 4.000 m² große neue Hafenbecken nahe des Leipziger Westplatzes ist nunmehr das Herzstück des touristischen Gewässerverbundes. Es bietet u. a. Liegeplätze für drei Fahrgastschiffe, 40 Sport- und Familienboote sowie Anlegeplätze für Paddelboote. Hinzu kommen sechs weitere Liegeplätze für Fahrgastschiffe an der Außenmole. Seit 29. Mai 2026 läuft der Stadthafen im Probebetrieb.

Der nächste Halt führte in den Nordraum an den Seelhausener See mit seinen kontrastreichen Ufern und Landmarken. Am Löbnitzer Strand wurden die Gäste in Empfang genommen von Dr. Eckhard Rexroth, 1. Beigeordneter des Landkreises Nordsachsen, Dr. Robert Böhnke als Koordinator für § 4‑Maßnahmen bei der LMBV, Bürgermeister Detlef Hofmann und Julia Wedemann als Lotsin Seenentwicklung des Landratsamtes Nordsachsen. Sie informierten die Teilnehmer über die Rahmenbedingungen am Standort: Einerseits spiele der Hochwasserschutz nach den signifikanten Hochwässern der Mulde von 2002 und 2013 eine große Rolle, andererseits liege der See im mitteldeutschen Trockengebiet. Der künstlich entstandene Lober-Leine-Kanal auf der Landbrücke zwischen Seelhausener See und Großem Goitzschesee müsse zurückgebaut werden und am Strand Löbnitz soll sich ein sanfter Tourismus entwickeln. Die Weichen für Letzteren seien durch den Ausbau mit § 4-Mitteln gestellt worden. Die kürzlich erlassene Allgemeinverfügung sei das Ergebnis jahrzehntelanger Arbeit gewesen.

Anschließend hielt der Bus im Südraum am Nordufer des Zwenkauer Sees auf Höhe der baugrundvergüteten Trasse der 750 Meter langen Gewässerverbindung zum Cospudener See. Dort befindet sich die Seenentwicklung nicht mehr am Anfang wie an der vorherigen Station. Der Bürgermeister von Zwenkau, Holger Schulz, erklärte, wie die Stadt mit ihrem Kap an den See gewachsen sei und vorbereitende Arbeiten für den Anschluss an den Gewässerverbund gelaufen wären. Nach dem Stopp des Harthkanal-Baus als §2-/§4-Schnittstellenprojekt aufgrund von Kostensteigerungen im Jahr 2023 gebe es nach Angela Zábojník nun eine neue Perspektive: Der Grüne Ring Leipzig habe dank Finanzierung durch den Freistaat Sachsen eine Machbarkeitsstudie für eine Bootspassage „Neue Harth“ (Stand: 12/2025) vorgelegt, die als Vorzugsvariante eine Schiffseisenbahn als Trogkonstruktion von 23 x 5 Metern beschreibe. Dieser so genannte Lake Link Leipzig könne mit Wendeschleife, Restaurant und Molen an beiden Ufern ausgestattet werden und hätte einen großen Attraktionswert für die Region. Als kurzfristiges Projekt strebe darüber hinaus der Zweckverband Neue Harth eine Asphaltierung des bestehenden Wirtschaftswegs zum Cospudener See an, wie deren Geschäftsführer Heinrich Neu berichtete.

Der vierte Haltepunkt war der Aussichtspunkt Tagebau Vereinigtes Schleenhain mit seinen Abbaufeldern Schleenhain, Peres und Groitzscher Dreieck. Dort informierte MIBRAG-Planungschef Bastian Zimmer über die aktive Braunkohleförderung im Feld Peres, das später zum Pereser See mit einem Wasservolumen von 430 Millionen Kubikmeter und bis zu 80 Meter Tiefe geflutet werden wird, und unternehmerische Entscheidungen aufgrund des Strukturwandels. Bis 2038 – dem Ende der Kohleverstromung im mitteldeutschen Revier – werde sich MIBRAG in mehreren Geschäftsfeldern weiterentwickeln. Denn der Energiemarkt habe sich verändert, Kohle würde meist nur noch von 18 bis 8 Uhr benötigt, die Zahl der Mitarbeiter musste bereits von 2.000 auf 1.200 reduziert werden. Mit der Ausrichtung u. a. auf erneuerbare Energien entstehen Windparks und Photovoltaik-Anlagen auf Kippenboden, wobei sich der Grundwasserwiederaufstieg erst noch vollziehen würde.

Nach einem Kurzaufenthalt im Besucherzentrum des Kraftwerks Lippendorf endete die Informationsfahrt mit einer Schifffahrt auf dem Markkleeberger See. Karsten Schütze, der Oberbürgermeister von Markkleeberg, erinnerte an die Meilensteine der Entwicklung: Den letzten Kohlezug aus dem Tagebau Espenhain im Jahr 1996, die Inbetriebnahme des Gewässers am 5. Juli 2006, die Eröffnung des Kanuparks 2007 und des Feriendorfs Seeparks Auenhain 2008, die Personenschifffahrt als Privatinvestition ab 2012, die rege Schleusennutzung nach Freigabe des Störmthaler Kanals mit Schleuse im Bereich der Kippe Espenhain im Jahr 2013, die Sperrung des Kanals 2021 aufgrund von Böschungsschäden und Rissbildungen und die für August 2026 geplante Eröffnung einer Jugendherberge mit 170 Betten und Seeblick. Bezüglich der Kanalsperrung baten Torsten Safarik, kaufmännischer LMBV-Geschäftsführer, und Jörg Rittmann als LMBV-Abteilungsleiter Planung Westsachsen/Thüringen um Verständnis bei den regionalen Vertretern und Investoren: Es werde mit Hochdruck an einer Lösung gearbeitet und die Sicherheit der Anrainer stehe im Vordergrund. Der Bürgermeister von Großpösna, Daniel Strobel, verwies auf ein weiteres Projekt – den Inklusionscampingplatz am Störmthaler See, dessen äußere Erschließung Ende dieses Jahres mit Hilfe von Fördermitteln erfolgen könne.

Gruppenfoto an der Seepromenade Markkleeberger See (Foto: Landratsamt Landkreis Leipzig/Belinda Reg'n)

Die Informationsfahrt verfolgt das Grundanliegen, insbesondere die Mandatsträger auf Landes-, Bundes- und europäischer Ebene über aktuelle Brennpunkte und künftige Handlungsschwerpunkte der Braunkohlesanierung zu informieren und zu sensibilisieren. Bei den § 4-Maßnahmen zur Erhöhung des Folgenutzungsstandards besteht hinsichtlich der Umsetzung bereits begonnener Projekte weiterer Handlungsbedarf, um die erfolgreiche Entwicklung im Leipziger Neuseenland fortsetzen zu können. Hinzu kommt der Strukturwandel – ausgehend von den Festlegungen des Kohleausstiegsgesetzes und des Strukturstärkungsgesetzes – mit seinen Interferenzen zur Braunkohlesanierung.

(Fotos: LMBV/Claudia Hermann)


Geiseltalsee: Nördlicher Seeteil für den Gemeingebrauch freigegeben

Folgenutzung nunmehr auf gesamter Seefläche möglich

Mücheln/Braunsbedra/Bad Lauchstädt. Anlässlich der Freigabe für den Nordteil des Geiseltalsees erfolgte am 20. Mai 2026 auf dem Weinberg Goldener Steiger ein symbolischer Banddurchschnitt. Gewürdigt wurde der lange Weg von der ersten Teilfreigabe 2012 bis zur kompletten Seefreigabe. Auf Basis der „2. Änderung der Allgemeinverfügung des Landkreises Saalekreis zur Regelung des Gemeingebrauchs auf dem Geiseltalsee vom 21.05.2026“ ist das Befahren und Baden nunmehr auch im Nordbereich möglich. Außerdem wurde ein Kitesurfbereich im Bereich Strand Frankleben eingerichtet.

Der Landrat des Saalekreises Hartmut Handschak erinnerte an den offiziellen Flutungsbeginn vor 23 Jahren am 30. Juni 2003, der auf „Bagger, Kohle, Rohre und ein großes tiefes Loch“ folgte. Er war der Startschuss für die Zukunftsgestaltung des Geiseltals. Nach 23 Jahren sei die Natur ins Tal zurückgekehrt, die Wasserflächen gäben viel Raum für Erholung, Bojenketten sowie Fragen der Böschungsstabilität gehören nun der Vergangenheit an. Die Freigabe der ganzen Seefläche sei ein wichtiges Signal für die Region und was durch die LMBV entstanden sei, verdiene „größten Respekt und Dank“. Bei allen Beteiligten bedankte sich der Landrat für ihren Mut, ihre Visionen und ihre Geduld bei der Umsetzung des Vorhabens, das nichts weniger als eine Meisterleistung sei: „Wir haben es geschafft!“.

Elke Kreische-König, LMBV-Sanierungsbereichsleiterin, betonte in ihrem Grußwort, dass im Geiseltal eine Bergbaufolgelandschaft entstanden sei, die ihresgleichen suche. 18,4 Quadratkilometer Fläche seien bergbaulich saniert worden: Gewaltige Erdmassen wurden bewegt, um die Böschungen der über 100 Meter tiefen Gruben auf 40 Kilometern Länge zu stabilisieren. Es entstand ein neuer Naturraum von überregionaler Anziehungskraft. Insgesamt flossen Investitionen in Höhe von 351 Millionen Euro in die Erstellung des Kleinods. Weitere Sanierungsarbeiten sollen noch umgesetzt werden. Es seien 34 Millionen Euro für die kommenden zwei Jahrzehnte eingeplant, um das große Thema Fließgewässer zu bearbeiten. Ziel sei die Wiederherstellung eines ausgeglichenen, sich selbst regulierenden Wasserhaushalts im Geiseltal – ohne aufwändige Einflussnahme des Menschen und die Beendigung der Bergaufsicht. Gerade bei diesen übergreifenden Wasserthemen sei Kreativität gefragt, Nachhaltigkeit spiele eine große Rolle. Hierfür benötige es einen konstruktiven Dialog von allen Seiten.

Der offizielle Banddurchschnitt erfolgte zusammen mit Braunsbedras Bürgermeister Steffen Schmitz, Müchelns Bürgermeister Andreas Marggraf und Bad Lauchstädts Bürgermeister Christian Runkel. Sie gaben damit die Seefläche symbolisch frei. Bei der Veranstaltung anwesend waren politische Vertreter, regionale Partner, Investoren und Touristiker. Das musikalische Rahmenprogramm übernahmen die Geiseltaler Musikanten e. V.

Übersichtskarte zur 2. Änderung der Regelung des Gemeingebrauchs auf dem Geiseltalsee (Bestandteil dieser Allgemeinverfügung)

Zur Historie:
Aus dem Restloch des ehemaligen Tagebaus Mücheln entstand der Geiseltalsee. Mit einer Fläche von 18,4 km² und einer Uferlänge von ca. 42 km ist der Geiseltalsee der zweitgrößte künstliche See in Deutschland und das größte Gewässer im Mitteldeutschen Seenland. Mit einer maximalen Tiefe von 81,50 m im Westfeld und einem Wasservolumen von 423 Mio. m³ bei einem Wasserstand von +98,00 m NHN ist er damit bezogen auf das Wasservolumen der größte künstliche See in Deutschland.

Rund 300 Jahre Braunkohlenbergbau haben im Geiseltal ihre Spuren hinterlassen. Das vom namensgebenden Flüsschen Geisel gequerte Gebiet entwickelte sich über die Jahrhunderte zum größten Tagebauareal Mitteldeutschlands. Insgesamt über 1 Milliarde Tonnen Kohle wurde aus den bis zu 120 Meter mächtigen Flözen gefördert. Der Braunkohlenbergbau, der hier seit Beginn des 20. Jahrhunderts in industriellem Maßstab betrieben wurde, gab den Menschen Arbeit und damit eine sichere Lebensgrundlage. 14 Ortschaften mussten zugunsten des Abbaus aufgegeben, die Bewohner umgesiedelt sowie die Geisel verlegt werden. Die Lagerstätte wurde fast vollständig ausgekohlt.

Angesichts der durch den Abbau der Kohle fehlenden Massen und der enormen Ausmaße der entstandenen Restlöcher bestand in der Flutung die einzige machbare Alternative zu deren Füllung. Bereits seit Ende der 1960er Jahre – also Jahrzehnte vor der Stilllegung – wurden grundsätzliche Beschlüsse zur Flutung gefasst, sie war die einzige ökologisch und wirtschaftlich sinnvolle Möglichkeit mit all den sich daraus ergebenden Chancen für eine Nachnutzung. Schon vor Beendigung der Flutung wurden die ehemaligen Tagebauflächen – begrünte Böschungen, aufgeforstete Kippen und Wasser – zur Erholung genutzt. 

Eindrücke von der Veranstaltung (Fotos: LMBV/Claudia Hermann)


Umweltministerkonferenz von Bund und Ländern tagte in Leipzig — Tour mit Halt in Zwenkau

LMBV-Chef Bernd Sablotny präsentierte bei einer Revierbefahrung auch die Arbeit des Bergbausanierers

Leipzig. Der Freistaat Sachsen ist 2026 das Vorsitzland der Umweltministerkonferenz (UMK), so das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL). Vom 6. bis 8. Mai 2026 kamen daher die Umweltministerinnen, -minister und -senatorinnen von Bund und Ländern zu ihrer Frühjahrstagung in Leipzig zusammen. Sachsens Umweltminister und UMK-Vorsitzender Georg-Ludwig von Breitenbuch betonte im Vorfeld: „Der Schutz unserer Lebensgrundlagen, ein verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen sowie die Anpassung an den Klimawandel sind die zentralen Aufgaben einer modernen Umweltpolitik. Für diese Herausforderungen braucht es gemeinsame Lösungen und konkrete Schritte, die ich mit meinen Amtskolleginnen und -kollegen entwickeln und erarbeiten möchte.“

Die Wahl des Tagungsortes folgte den Schwerpunkten, die Sachsen als Vorsitzland für die UMK 2026 gesetzt hatte – Wassermanagement sowie Natur- und Artenschutz. Staatsminister von Breitenbuch unterstrich daher: „Leipzig und die umliegenden Regionen sind geprägt durch tiefgreifende Transformationsprozesse in den ehemaligen Bergbaugebieten. Sie fordern unsere besondere Aufmerksamkeit und eine vorausschauende Umweltpolitik. Der Wasserhaushalt nimmt hierbei eine Schlüsselrolle ein – er ist Grundlage für Lebensqualität, wirtschaftliche Entwicklung und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Eine zukunftsfähige Wasserwirtschaft erfordert gemeinsames Handeln, zielgerichtete Investitionen und innovative Strategien.

LMBV-Chef Bernd Sablotny hatte während der UMK-Befahrung am 6. Mai 2026 die Möglichkeit, die Herausforderungen der Bergbausanierung der LMBV in Zwenkau zu präsentieren. Teilnehmer der UMK konnten sich am Hafen Zwenkau selbst ein Bild vom erfolgreichen Landschaftswandel machen. Eindrucksvoll war für die Gäste auch das Hochwasserentlastungs-Bauwerk an der Weißen Elster, dass die LMBV seinerzeit errichtet hatte, wo sich die jetzt dort federführende Landestalsperrenverwaltung und die LMBV gemeinsam präsentierten.

Auf ihrer Tagung in Leipzig berieten die Ressortcheffinnen und -chefs unter anderem über die Stärkung der Wasserresilienz, den Ausbau der wasserwirtschaftlichen Infrastruktur und über nachhaltige Strategien zur Anpassung an den Klimawandel. 

Bundesumweltministerkonferenz 2026 in Leipzig; 08.05.2026 © Thomas Victor

Ergebnisse der UMK 2026

Auf ihrer Tagung in Leipzig berieten die Ressortcheffinnen und -chefs vielfältige Fragestellungen. Sachsens Umweltminister und UMK-Vorsitzender Georg-Ludwig von Breitenbuch: „Der Schutz unserer Lebensgrundlagen, ein verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen sowie die Anpassung an den Klimawandel sind die zentralen Aufgaben einer modernen Umweltpolitik. Für diese Herausforderungen braucht es gemeinsame Lösungen und vorausschauendes Handeln. In diesem Geist haben wir heute auf der Umweltministerkonferenz intensiv beraten. Ich freue mich, dass wir einstimmige Beschlüsse zum zukünftigen Wassermanagement gefasst haben. Denn uns allen ist klar: der Umgang mit dieser wichtigen Ressource ist eine Zukunftsaufgabe, die uns alle betrifft und die wir nur mit gemeinsamer Kraft meistern können. Dazu gehört auch die Bewältigung der wasserwirtschaftlichen Folgen in den ehemaligen Braunkohlegebieten, um nach dem Ende des Kohleabbaus Verhältnisse herzustellen, die einen sich weitgehend selbst regulierenden Wasserhaushalt ermöglichen.“

Bundesumweltminister Carsten Schneider wies am 8. Mai 2026 während der UMK darauf hin: „Wälder, Flüsse und Auen sind die unverzichtbare natürliche Infrastruktur Deutschlands. Sie sorgen für Wasser, Nahrung, Kühlung und saubere Luft. Wir müssen sie ebenso fit für die Zukunft machen wie Brücken, Straßen oder Stromleitungen. Mit dem neuen Gesetz zur Stärkung der natürlichen Infrastruktur will ich den Naturschutz verbessern und natürliche Lebensräume als Netz stärken…Ziel muss sein, dass wir am Ende mehr intakte Natur haben: Besser vernetzt, schneller geplant und realisiert und dann sehr gut gemanagt. Ich freue mich über den Rückenwind der Länder, den das neue Gesetz in Leipzig bekommen hat.“ Schleswig-Holsteins Umweltminister Tobias Goldschmidt richtete einen Fokus u. a. auf den schlechten Zustand der Meere.

Alle hier gezeigten Fotos wurden im Auftrag des SMUL von Thomas Victor gefertigt und der LMBV für ihre Öffentlichkeitsarbeit zur Verfügung gestellt. (UST)

Fotos: SMUL / Thomas Victor


Bekalkung des Störmthaler Sees erfolgreich durchgeführt

Leipzig/Großpösna. Ende April wurde im Störmthaler See erneut eine Bekalkungsmaßnahme durchgeführt. Rund 600 Tonnen Kalksteinmehl wurden dabei in den See eingebracht.

Ziel der Maßnahme ist es, die Gewässerbeschaffenheit nachhaltig zu verbessern und insbesondere den pH-Wert zu stabilisieren. Hintergrund ist die sogenannte Rückversauerung, von der mehrere Tagebaufolgeseen im Leipziger Südraum aufgrund geologischer Gegebenheiten betroffen sind.

Mit der Durchführung der Arbeiten wurde, wie bereits in den Vorjahren, die ABG Anlagen-, Bau- und Betriebsgesellschaft mbH aus Dresden beauftragt. Als Bekalkungseinheit kam wie zur letzten Bekalkungsmaßnahme im Vorjahr das Schubboot „Nele“ und die Leichter „Michelle“ und „Sarah“ zum Einsatz. Die technische Umsetzung erfolgt über ein bewährtes Verfahren: An Land wird zunächst eine Kalksuspension in einem Container vorgemischt, die anschließend auf die Schiffe verladen und von dort aus großflächig mittels Unterwassereintrag im See verteilt wird.

Rund 600 Tonnen Kalksteinmehl wurden während der Bekalkungsmaßnahme in den Störmthaler See eingebracht.

Hintergrund

Mit dem Ende des Bergbaus und dem anschließenden Wiederanstieg des Grundwassers gelangen weiterhin eisenhaltige und saure Wässer in den See. Dadurch werden Stoffe eingetragen, die eine Versauerung des Gewässers begünstigen. Um dem entgegenzuwirken und stabile, neutrale pH-Verhältnisse zu sichern, wird der See gekalkt. Die regelmäßige Behandlung ist Teil der langfristigen Nachsorge im ehemaligen Tagebaugebiet.

Neben dem Störmthaler See sind auch der Hainer und der Zwenkauer See von Rückversauerung betroffen. Während der Störmthaler See regelmäßig bekalkt wird, erfolgt beim Zwenkauer See eine Stabilisierung durch die Einleitung von alkalisch wirkendem Wasser aus der Weißen Elster. Für den Hainer See wird nach aktuellen Prognosen eine Bekalkung voraussichtlich erst Anfang 2027 erforderlich sein.

Das eingesetzte Kalksteinmehl gilt als unbedenklich für Mensch und Umwelt.

Fotos: LMBV/Kathrin Falke


Seelhausener See: Zulassung des Gemeingebrauchs erfolgt

Nach jahrelanger Vorbereitung: "Sachsen hat eine neue Badewanne"

Löbnitz. Die Nutzung des Seelhausener Sees in Sachsen ist seit dem 5. Mai 2026 offiziell durch das Landratsamt Nordsachsen geregelt. Bei der feierlichen Eröffnung am Löbnitzer Strand wurde der Erlass der Allgemeinverfügung zur Zulassung des Gemeingebrauchs auf dem sächsischen Teil des LMBV- Bergbaufolgesees unterschrieben. Kurz danach durften Wassersportler und Angler das Gewässer erstmals nutzen.

Nach der Begrüßung durch Dr. Eckhard Rexroth, den 1. Beigeordneten des Landrats, gab Elke Kreische-König, Leiterin LMBV-Sanierungsbereich Mitteldeutschland, einen Rückblick auf die Sanierungsarbeiten am Seelhausener See. Der Löbnitzer Bürgermeister Detlef Hoffmann stellte künftige Projekte am See vor und würdigte die See-Eröffnung als wichtigen Meilenstein für die Entwicklung von Tourismus, Naherholung und Naturerlebnis in der Region.

Mit der Allgemeinverfügung des Landratsamtes Nordsachsen zur Zulassung des Gemeingebrauchs auf dem Seelhausener See beginnt die offizielle Folgenutzung der ehemals bergbaulich beanspruchten Tagebaufläche. Hierfür wurde der Strand Löbnitz als § 4-Maßnahme in den vergangenen zwei Jahren errichtet. Auf drei Hektar Fläche ist ein 1,3 Kilometer langer, sanft abfallender Strand mit bis zu 70 Meter Breite entstanden. Böschungen wurden terrassiert, Wege angelegt und für den Lärmschutz der zukünftigen Ferienhaussiedlung gesorgt. Neben dem Badebereich sind eine Slip- und Steganlage vom Anglerverband Leipzig e. V. und eine Surferstelle entstanden.

Zur Historie:

Der Seelhausener See entstand aus dem ehemaligen Baufeld Rösa. Dieses war 1985 im Tagebaukomplex Goitsche aufgeschlossen worden. Bereits 1991 nach der politischen Wende wurde der Tagebaubetrieb eingestellt. Zurück blieb ein Tagebaurestloch, das ab 1999 im Zuge der Bergbausanierung durch die LMBV geflutet wurde und in den Jahren 2002 und 2013 zweifach durch das Mulde-Hochwasser in Mitleidenschaft gezogen worden war.

Der Bund und die beiden Braunkohleländer Sachsen und Sachsen-Anhalt haben von 1991 bis 2026 insgesamt rund 85 Millionen Euro investiert, um aus der Bergbaufolgelandschaft zwischen Bitterfeld und Löbnitz, dem Tagebaurestlochkomplex Goitsche/Rösa, den Großen Goitzschesee und den Seelhausener See zu sanieren. Rund 16 Millionen Euro der Kosten entfielen dabei auf die Beseitigung der Hochwasserschäden. Auch in den kommenden Jahren werden außerhalb der Seen noch Sanierungsarbeiten umgesetzt werden, darunter die Einbindung des Lober-Leine-Kanals in den Seelhausener See, die Herstellung des Überleiters Rösa-Döbern für den Abschlag von den Überschusswässern aus dem Seelhausener in den Großen Goitzschesee sowie weiterer Restberäumung bergbaulicher Anlagen.

Der freigebene Teil des Seelhausener Sees mit dem weitläufigen Strand im Vordergrund.

Eindrücke von der feierlichen Eröffnung (Fotos: LMBV/Christian Kortüm, Drohnenaufnahmen: LMBV/Christian Horn)


Restloch Zipsendorf Süd bei Zeitz wird Schutzgebiet für Wasservögel

Landesverwaltungsamt Halle stellt ehemaliges Tagebaugelände „Zipsendorf Süd“ unter Naturschutz

Halle an der Saale. Ein früheres Braunkohlegebiet im Burgenlandkreis ist vorerst unter besonderen Schutz gestellt worden. Wie das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt mitteilte, wurde das rund 228 Hektar große Areal „Zipsendorf Süd“ östlich von Zeitz einstweilig als Naturschutzgebiet gesichert. Die entsprechende Verordnung gilt zunächst für zwei Jahre. Ein Restloch wird zum Rückzugsort für Tiere - nun soll das Gebiet besonders geschützt werden. Das Gewässer selbst ist etwa 104 Hektar groß.

Historie

Der Tagebau Zipsendorf Süd lag westlich von Meuselwitz. Bis 1952 befand er sich fast komplett auf dem Gebiet der preußischen Provinz Sachsen bzw. des Landes Sachsen-Anhalt. Nach der Bildung der Bezirke 1952 gehörte das Gebiet zum Bezirk Leipzig (Kreis Altenburg).

Der Tagebau Zipsendorf war ein aus den zwei Tagebauen Zipsendorf-West (1938–1952) und Zipsendorf-Süd (1948–1964) bestehender Tagebau des Mitteldeutschen Braunkohlereviers. Er diente zur Gewinnung von Braunkohle und lag im Meuselwitz-Altenburger Braunkohlerevier.

Nach der Stilllegung entstand das Restloch Zipsendorf auf einem Teil des Areals. Die ehemaligen Tagebaue Zipsendorf (Süd sowie West) befanden sich zwischen der Ortschaft Rehmsdorf der Gemeinde Elsteraue im Westen und den heute zu Meuselwitz gehörigen Ortsteilen Zipsendorf und Brossen im Osten.

LVwA sieht wichtigen Lebensraum für Wasservögel

Das Gebiet umfasst ein Gewässer, das vollständig von Wald umgeben ist. Seit dem Ende des Braunkohleabbaus im Jahr 1964 und der anschließenden Flutung habe sich dort ein ökologisch wertvoller Lebensraum entwickelt, so das Landesverwaltungsamt. Besonders für Wasservögel sei das Gebiet von regionaler und nationaler Bedeutung - etwa als Brut-, Rast-, Mauser- und Überwinterungsgebiet.

Hintergrund der Entscheidung sind Überlegungen zur künftigen Nutzung des Sees. Um mögliche Eingriffe frühzeitig zu verhindern, wurde das Gebiet vorsorglich unter Schutz gestellt. „Mit der einstweiligen Sicherstellung schaffen wir den notwendigen rechtlichen Schutz, um dieses außergewöhnlich wertvolle Gebiet vor einer kurzfristigen Inanspruchnahme zu bewahren“, erklärte der Präsident des Landesverwaltungsamtes, Thomas Pleye.

Abwägung zwischen Schutz und Nutzung

Die vorläufige Unterschutzstellung soll Gefährdungen wie bauliche Eingriffe oder Nutzungsänderungen abwenden. Zugleich betonte die Behörde, dass wirtschaftliche Entwicklungen nicht grundsätzlich ausgeschlossen seien. „Die befristete Sicherstellung gibt allen Beteiligten Planungssicherheit und ermöglicht einen sachgerechten, transparenten Entscheidungsprozess“, sagte Pleye.

Bestimmte Nutzungen bleiben weiterhin erlaubt. Dazu zählen etwa die ordnungsgemäße Forstwirtschaft, die naturverträgliche Jagd sowie die Berufs- und Angelfischerei, sofern sie dem Schutzzweck nicht widersprechen. Auch Maßnahmen zur Verkehrssicherung oder gesetzlich vorgeschriebene Eingriffe sind möglich. Die LMBV als Eigentümerin des Restloches hatte 2024 ein Bieterverfahren für eine Floating Solar-Anlage auf dem Gewässer gestartet.

Verordnung tritt Ende Mai 2026 in Kraft

Die Verordnung soll am 20. Mai im Amtsblatt des Landesverwaltungsamtes veröffentlicht werden und am darauffolgenden Tag in Kraft treten. Die entsprechende Verordnung auf Grundlage des § 22 Abs. 3 des Bundesnaturschutzgesetzes gilt zunächst für zwei Jahre. Auslöser für die einstweilige Sicherstellung war ein entsprechender Antrag des Burgenlandkreises. Hintergrund sind aktuelle Überlegungen zur zukünftigen Nutzung des Gewässers. Das Landesverwaltungsamt Sachsen‑Anhalt nimmt im Land Sachsen-Anhalt die Aufgaben der oberen Naturschutzbehörde wahr. (UST)

Quellen: PM des LVwA vom 30.04.2026; Wandlungen & Perspektiven Heft 16 der LMBV

Eingebettet in die umgebende Landschaft - das Gewässer des Restloches Zipsendorf Süd | Credit: C. Kortüm für LMBV

(Fotos: Archiv LMBV)