Feierliche Einweihung des Aussichtsturms Stöntzsch erfolgt

Leipzig/Pegau. Westlich von Pegau ragt der Aussichtsturm Stöntzsch fast 30 Meter in die Höhe. Am Freitag, 28. November 2025, wurde er von der Stadt Pegau und der LMBV feierlich eröffnet und offiziell zur Nutzung freigegeben. Von der Aussichtsplattform in 18 Metern Höhe genossen die Besucher einen weiten Blick in die Umgebung, unter anderem auf den aktiven Tagebau Schleenhain, die rekultivierten Flächen des Tagebaus Profen sowie den Elsterfloßgraben als technisches Denkmal. Neben dem nahe gelegene Pegau ist bei passendem Wetter eine Aussicht ins Leipziger Neuseenland und bis in den Burgenlandkreis möglich.

Der Bürgermeister von Pegau, Frank Rösel, zeigte sich stolz über die Fertigstellung des neuen Ausflugszieles in der Region. „Die Bauzeit war eine große Herausforderung für uns, sowohl in finanzieller als auch in organisatorischer Hinsicht“ berichtet der Bürgermeister mit Blick auf die vielen Rückschläge und Schwierigkeiten, die die Errichtung des Turmes begleitet hatten. „Umso mehr freuen wir uns über die Fertigstellung. Durch die Verlegung des Radweges des Grünen Ringes an den Fuß des Turmes werden hoffentlich auch viele Touristen dieses neue Wahrzeichen der Region genießen“.

Der Turm ist eröffnet! Thomas Rösler von der LMBV (links) und Bürgermeister Frank Rösel (mitte) gaben zusammen mit Vertretern der Baufirmen Hornschuh GmbH und Baggerbetrieb Burkhardt GmbH den Turm offiziell frei.
Der Turm ist eröffnet! Thomas Rösler von der LMBV (links) und Bürgermeister Frank Rösel (mitte) gaben zusammen mit Vertretern der Baufirmen Hornschuh GmbH und Baggerbetrieb Burkhardt GmbH den Turm offiziell frei.

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Mehr Informationen

Baukosten trugen der Freistaat Sachsen und die Stadt Pegau

Finanziert wurde der Aussichtssturm Stöntzsch mit Geldern über den § 4 des Verwaltungsabkommen Braunkohlesanierung. Dieser umfasst Förderungen zur Erhöhung des Folgenutzungsstandards in der Braunkohlesanierung. Der Freistaat Sachsen stellte dafür in der Vergangenheit Mittel bereit und finanzierte 85 Prozent der Kosten. Die Stadt Pegau übernahm aus Eigenmitteln 15 Prozent der Kosten. „Die LMBV hat als Projektträgerin des Freistaates Sachsen an der Planung und Umsetzung des Projektes mitgewirkt“, erläuterte Thomas Rösler, Abteilungsleiter Projektmanagement bei der LMBV. „Nach Abschluss aller Nachträge werden sich die Kosten für die Errichtung des Aussichtsturms Stöntzsch auf rund 1,7 Millionen Euro belaufen“, so Rösler.

Auftragnehmer waren der Baggerbetrieb Burkhardt GmbH aus Thonhausen (Landkreis Altenburger Land) für Erdarbeiten des Turmes und Abbrucharbeiten eines alten Bahnhäuschens an der B2 als Ausgleichsmaßnahme. Die Hornschuh GmbH & Co. KG aus Drei Gleichen (Landkreis Gotha) realisierte die Stahlbauarbeiten und Montage. Als Planer und Bauüberwacher war das Architekturbüro quartier vier aus Leipzig gebunden.

Zahlreiche Anwohner und Gäste kamen zur feierlichen Eröffnung

(Fotos: Christian Kortüm)


LDS gibt den nördlichen Teil des Cospudener Sees für die Schifffahrt frei

Die Landesdirektion Sachsen (LDS) hat mit einer Allgemeinverfügung den rechtlichen Rahmen für die dauerhafte schifffahrtliche Nutzung des Cospudener Sees geschaffen. Damit kann der nördliche Bereich des Sees ab 1. Februar 2026 ganzjährig von Fahrgastschiffen, motorangetriebenen Sportbooten und Sportbooten ohne Motor befahren werden. Aus Gründen des Naturschutzes bleibt die Südspitze des Sees als besonders sensibler Gewässerbereich auch in Zukunft von der Befahrung mit Wasserfahrzeugen ausgenommen.

»Der Cospudener See ist ab der kommenden Saison für die Schifffahrt dauerhaft frei zugänglich. Mit der Allgemeinverfügung meines Hauses wird ein stabiler und verlässlicher Rechtsrahmen geschaffen. Davon profitieren die Nutzer des Sees. Die Freizeitkapitäne können nun ohne weiteren Verwaltungsaufwand den See befahren«, ordnet LDS-Präsident Béla Bélafi ein. Mit der Allgemeinverfügung der Landesdirektion, der sogenannten Feststellung der Fertigstellung des Sees für die Schifffahrt, entfällt die bisherige Praxis der Erteilung von wasserrechtlichen Einzelzulassungen einschließlich des damit für Nutzer und Behörden verbundenen hohen Aufwandes. »Die Entscheidung schafft klare Regeln für Tourismus, Freizeit und Fischerei. Gleichzeitig stärkt sie den Natur- und Gewässerschutz durch präzise definierte Schutzräume«, so Präsident Bélafi.

Diese Allgemeinverfügung ist das Ergebnis eines umfangreichen Verwaltungsverfahrens, das in den vergangenen Jahren intensiv zwischen der LDS, der Staatsregierung, dem sächsischen Umweltministerium, weiteren Ressorts, Planungs-, Umwelt- und Naturschutzverbänden sowie der LMBV abgestimmt wurde. Grundlage bildeten umfangreiche naturschutzfachliche, wasserrechtliche und bergtechnische Prüfungen. Darüber hinaus wurden die Stellungnahmen der beteiligten Umweltverbände in die Abwägung einbezogen und rechtliche, sicherheitstechnische und naturschutzfachliche Belange in der Begründung zur Allgemeinverfügung nachvollziehbar aufbereitet.

Dem vielfach geäußerten Wunsch, Verbrennungsmotoren von der Schiffbarkeit auszunehmen, konnte nicht entsprochen werden. Der Gesetzgeber sieht eine Unterscheidung zwischen unterschiedlichen Technologien hinsichtlich der Antriebsart nicht vor. An diese Grundentscheidung ist die Landesdirektion gebunden.

Interessierte können die Allgemeinverfügung der LDS online auf dem Bekanntmachungsportal der Landesdirektion Sachsen in der Rubrik Umweltschutz/Wasserwirtschaft einsehen.

Der über 400 Hektar große Cospudener See entstand als Bergbaufolgesee und wurde durch die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) als Bergbausanierer hergestellt.  Quelle: PM der LDS v. 11.12.2025

Cospudener See im Jahr 2025 (Foto: LMBV/Horst Fechner)


Aktuelle Situation am Störmthaler Kanal erläutert

Leipzig/Markkleeberg. Im Zuge des regelmäßigen Monitorings am Störmthaler Kanal hat ein überhöhter Messwert die LMBV dazu veranlasst, vorsorglich weitere Sicherungsmaßnahmen zu ergreifen.

Der Störmthaler Kanal und das Kompaktbauwerk werden kontinuierlich überwacht. Das Monitoring wird in Abstimmung mit dem Sachverständigen für Geotechnik kontinuierlich angepasst und ausgewertet. Mit Beginn der laufenden Sicherungsmaßnahmen im Sommer 2025 wurden die Kontrollmessungen am Kompaktbauwerk (Schleusentrog und Flügelwände) sowie an der Brücke der A38 über den Störmthaler Kanal von monatlich auf dreimal wöchentlich verdichtet. Gemessen werden die Veränderung der Lage (Hebung, Setzung, Verschiebung) sowie die Erschütterungen, die auf die Bauwerke einwirken.

Am 3. November 2025 gab es an einem Monitoring-Messpunkt erstmals eine Überschreitung des Signalwertes für die Setzung am Trog des Kompaktbauwerkes. Der Signalwert wurde vom Sachverständigen mit einer Setzungsdifferenz zur Nullmessung im Juli 2025 festgelegt.

Der zuständige Sachverständige für Geotechnik, Dipl.-Ing. Matthias Götz, und der Prüfsachverständige für Geotechnik, Prof. Dr.-Ing. Rolf Katzenbach, sehen darin Anzeichen einer Tendenz, dass sich Veränderungen in der Lagestabilität des Kompaktbauwerkes vollziehen könnten. Aufgrund einer begründeten Annahme von Vorgängen der inneren Erosion im unmittelbar umgebenden Boden des Kompaktbauwerkes besteht damit erneut Anlass zur Ergänzung von Sicherungsmaßnahmen.

Die bestehende Empfindlichkeit des Kompaktbauwerkes und damit die Begründung einer erhöhten Aufmerksamkeit zur Bewertung der Messwerte wird auch durch einen rechnerisch nicht belegbaren Gleitsicherheitsnachweises der Konstruktion des Kompaktbauwerkes gegenüber Lageänderungen auf der Gründungsebene verdeutlicht.

Die LMBV informierte das Sächsische Oberbergamt über dieses besondere Betriebsereignis.

Aufgrund der Überschreitung des Signalwertes empfahlen die Sachverständigen als Sofortmaßnahme die Fortführung der Kontrollmessungen, deren Ausweitung auf zwei weitere Punkte sowie das Bereitstellen von BigPacks und Sandsäcken, was seitens der LMBV umgesetzt wurde.

Zur ergänzenden Sicherung hat sich die LMBV auf Empfehlung der Sachverständigen dazu entschlossen, die bereits hergestellten Stützkörper im Kanalabschnitt zwischen oberem Querbauwerk (Seite Störmthaler Kanal) und dem Kompaktbauwerk zusätzlich auf der gesamten Kanallänge zu ergänzen. Die vollständige Abstützung der Seitenböschungen im oberen Kanalschnittes eröffnet weiteren Handlungsspielraum zur Absenkung des Kanalwasserstandes als Maßnahme zur Reduzierung von Wassserdruckeinwirkungen auf das Kompaktbauwerk.

„Die Herstellung der Stützkörper im oberen Kanalabschnittes erfolgt mit nichtbindigem Material einer Körnung 32/56. Dies ist schnell umsetzbar und bewirkt einen deutlichen Gewinn an Sicherheit“, fasst Bernd Sablotny, Sprecher der Geschäftsführer der LMBV, die Vorteile zusammen. „Wichtig ist zudem,“ betont er, „dass die Verfüllung temporär ist. Sie kann problemlos wieder entfernt werden.“ Die LMBV rechnet nach einer ersten Kostenschätzung mit Ausgaben von etwa 500.000 Euro für die Umsetzung. (Pressemitteilung der LMBV vom 25.11.2025)


Störmthaler Kanal (10/2025)
Störmthaler Kanal (10/2025)

Hintergrund

Das Restloch des Tagebaus Espenhain wurde durch eine geschüttete Landbrücke in zwei Tagebaurestlöcher geteilt, die bis 2012 zu künstlichen Seen geflutet worden sind. Der Wasserspiegel des Störmthaler Sees liegt mit +117,0 Meter NHN um vier Meter höher als der des Markkleeberger Sees mit +113,0 Meter NHN. Beide Seen sind über den Störmthaler Kanal miteinander verbunden. Die Schleuse wurde 2012 mit den Funktionen Absperrung, Wasserüberleitung und Schleusung errichtet. Der gesamte Standort des Störmthaler Kanals und die baulichen Anlagen befinden sich auf Bergbaukippenboden mit einer Mächtigkeit von rund 55 Metern.

Im April 2019 wurden bei einer Begehung Deformationen im Bereich der Seitenböschungen im unteren Vorhafen der Schleuse festgestellt. Daraufhin wurde ein umfangreiches geotechnisches Erkundungs- und Monitoringprogramm begonnen. Aufgrund weiterer Sackungen und Böschungsbewegungen musste der Störmthaler Kanal im März 2021 gesperrt und mit zwei Spundwandriegeln gesichert werden. Ende 2024 verschlechterte sich die Situation weiter, weshalb derzeit die bestehenden Sicherungselemente teilweise verstärkt und ergänzt werden.


Bergbautechnische Sanierung am Lappwaldsee schreitet voran

Harbke. Die Sanierung des ehemaligen Tagebaus Wulfersdorf im Grenzbereich von Sachsen-Anhalt zu Niedersachsen erfolgt in mehreren Bauabschnitten. Der 2024 abgeschlossene Erdbau der südwestlichen Kippenböschung war der 3. Bauabschnitt. Von Mai bis Oktober 2026 werden weitere Erdarbeiten als 4. Bauabschnitt ausgeführt: Aus dem Restmasseblock der Südwestböschung werden ca. 120.000 Kubikmeter Kippenboden entnommen und an der so genannten Tieflage 1 eingebaut, um die dauerhafte Standsicherheit durch die Abflachung der steilen Böschungen sowie die Anstützung der Hochkippe im Kippenfuß abzuschließen.

Nördlicher Teil des Lappwaldsees

In Vorbereitung der Maßnahmen wurden Fäll- und Rodungsarbeiten sowie die Umsiedlung von vorgefundenen Amphibien und Reptilien im Baubereich durchgeführt. Derzeit werden im Böschungsbereich des 3. Baubschnittes Faschinen verlegt. Die Hangfaschinen mit Anspritzbegrünung dienen der Erosionssicherung und Vorbereitung für die weitere Rekultivierung. Auch beim Ausbau des Harbker Mühlenbachs wurde auf den Arten- und Naturschutz geachtet.

Weiterhin werden im Rahmen der Rekultivierung Wege zur Ostböschung ertüchtigt, um die Massentransporte zum Böschungssystem Glüsig vorzubereiten. Dessen Sanierung soll voraussichtlich 2028 abgeschlossen sein.

Mäusebussardnisthilfe, Totholzhaufen, Steinriegel und Sandlinsen auf der Hochkippe West
Panorama Lappwaldsee

Fotos: LMBV/Christian Kortüm


LMBV-Azubis unterwegs im mitteldeutschen Revier

Leipzig/Rackwitz. Zum diesjährigen Tag des Berufsanfängers reisten die neuen Auszubildenden der Ausbildungspartner SBH Nord GmbH (Cottbus) und ABASYS GmbH (Bitterfeld-Wolfen) am 16. Oktober 2025 nach Leipzig und an den Werbeliner See. Während der Informationsveranstaltung am LMBV-Verwaltungsstandort berichteten Abteilungsleiterin Personalwesen Sybille Panitzky über die LMBV als Arbeitgeber und die Hauptaufgaben des Unternehmens. Danach stellten Dominique Schade als Betriebsratsmitglied Mitteldeutschland und  Tom Karl von der IG BCE Landesbezirk Nordost die Arbeit Mitbestimmungsseite sowie die Jugendorganisation der Gewerkschaft vor.

Zu den aktuellen Ausbildungsberufen gehören:

  • Kaufmann/-frau für Büromanagement
  • Koch/Köchin
  • Fachmann/-frau für Restaurants und Veranstaltungsgastronomie
  • Tischler/Tischlerin
  • Maler/Malerin und Lackierer/Lackiererin — Fachrichtung Gestaltung und Instandhaltung

Die LMBV beschäftigt derzeit insgesamt 31 Auszubildende, davon 10 Auszubildende im ersten Lehrjahr. Die Erstausbildung läuft seit der Unternehmensgründung im Jahr 1995 durchgängig.

Während der abschließenden Befahrung in der Bergbaufolgelandschaft des ehemaligen Tagebaus Delitzsch-Südwest waren die Berufsanfänger auf den Spuren von Biber, Wolf, Seeadler und Beutelmeise unterwegs. Sie durften den neuen digitalen Lehrpfad, der in der kommenden Woche eröffnet werden soll, exklusiv testen. Mitarbeiter des Projektbüros Zwochau stellten das 2019 ausgewiesene Naturschutzgebiet Werbeliner See vor, welches bekannt ist für seine außergewöhnlich hohe Anzahl von 180 verschiedenen Vogelarten.

Daumen hoch von den LMBV-Auszubildenden im 1. Lehrjahr mit ihren Betreuern und LMBV-Kollegen vor dem Leipziger Verwaltungsstandort (Gruppenfoto: LMBV/Christian Kortüm)

Eindrücke der Befahrung: LMBV/Claudia Hermann


Sanierung des Teerschlammbeckens am ehemaligen Braunkohleveredlungswerk Espenhain gestartet

Espenhain. Auf dem Gelände des ehemaligen Braunkohleveredlungswerkes in Espenhain befindet sich ein 7.500 m² großes Erdbecken, in dem über Jahrzehnte Teerrückstände aus der Braunkohleveredlung abgelagert wurden. Seit dem 1. Oktober 2025 wird das Teerschlammbecken nun saniert.

Die Sanierung dient dem Schutz von Grundwasser und Boden, der Trittsicherheit, dem Brandschutz sowie der Reduzierung der Geruchsemissionen, welche vom Teerschlamm ausgehen. Die Planung basiert auf einem Langzeitmonitoring der Gewässer- und Bodenqualität, das seit den 1990er Jahren läuft. Das Monitoring war bisher unauffällig und wird auch nach der Sanierung fortgeführt.

Ablauf der Sanierung

Nachdem das Baufeld vorbereitet und die notwendige Infrastruktur für den reibungslosen und sicheren Bauablauf geschaffen wurde, erfolgen die Sanierungsabschnitte Stabilisierung, Profilierung, Abdichtung, Oberflächenentwässerung und Rekultivierung.

Dabei werden auf dem Teerschlammbecken zunächst Vliesstoff- und Geogitterbahnen sowie eine Schottertragschicht aufgebracht, um die Oberfläche zu stabilisieren. Teerhügel im Bereich des Beckens werden abgetragen und teerkontaminierte Vorlandbereiche ausgekoffert. Das anfallende Material wird umgelagert. Im Anschluss wird das Areal mit dem Auftrag einer nicht kontaminierten Erdschicht profiliert und durch das Verlegen von Tondichtungsbahnen und Entwässerungselementen abgedichtet. Darüber wird die Rekultivierungsschicht aufgetragen und der Bereich begrünt. Das Ergebnis wird ein begrünter Erdhügel mit niedrigem Bewuchs sein.

Um eine Vernässung bzw. Aufweichung der Böschung des Hügels zu vermeiden, soll das anfallende Niederschlagswasser über die Entwässerungselemente in anzulegende Randgräben geleitet und einem ebenfalls anzulegenden, naturnahen Auffangbecken (Retentionsbecken) zugeführt werden. Dieses soll als Habitat für Amphibien und Reptilien dienen.

Da im gesamten Bereich der Sanierungsmaßnahme mit Kampfmitteln zu rechnen ist, wird es eine baubegleitenden Kampfmittelsondierung geben. Außerdem wird ein Wildschutzzaun errichtet und eine unterhalb des Teerschlammbeckens verlaufende Brauchwasserleitung gesichert bzw. verwahrt.

Die Sanierungsarbeiten sollen voraussichtlich im August 2026 abgeschlossen werden. Mit der Bauausführung wurde die TiWaS Bau GmbH beauftragt. Für die Sanierungsplanung zuständig ist das Ingenieurbüro Hubert Beyer Umwelt Consult GmbH. Die LMBV fungiert als Vorhabensträgerin.

Auf der Luftaufnahme ist zu sehen, in welchem Bereich sich das abzudeckende Teerschlammbecken befindet.

Fotos: LMBV | Christoph Czekalla





Neue Überwachungs- und Servicestation am Zwenkauer Hafen übergeben

Zwenkau. Am Kap Zwenkau erfolgte am 24. September 2025 eine Schlüsselübergabe: Die kürzlich fertig gestellte Überwachungs- und Servicestation wurde von der LMBV an die Stadt Zwenkau und den künftigen Betreiber, die Zwenkauer See- und Hafenbetreibergesellschaft (SHZ), übergeben. Dabei nahm der Bürgermeister der Stadt Zwenkau Holger Schulz symbolisch den Schlüssel für die neue Station von Dr. Robert Böhnke, dem LMBV-Verantwortlichen für § 4-Maßnahmen, entgegen. Die Überwachungs- und Servicestation mit Kiosk, Toiletten, Außenduschen und Lagerräumen soll zur Saison 2026 vollständig in Betrieb gehen.

Der Neubau wurde zwischen 2023 und 2025 errichtet. Die Finanzierung erfolgte über § 4-Mittel des Verwaltungsabkommens zur Braunkohlensanierung und damit über den Freistaat Sachsen. Die Stadt Zwenkau als Vorhabenträger beteiligte sich mit einem Eigenanteil von 15 % an den Gesamtkosten in Höhe von rund 1,4 Mio. Euro. Die LMVB übernahm als Projektträgerin die Verwaltung der Mittel sowie die Projektkoordination. Die Planung und Ausführung des Bauwerkes erfolgte in Eigenregie (Teilprojektträgerschaft) durch die Stadt Zwenkau. „Es geht also darum, die Nachnutzung der bergbaulich beanspruchten Flächen zu unterstützen. Unser Ziel ist es, eine attraktive Gestaltung der Folgelandschaft im Umfeld der Bergbaufolgeseen zu entwickeln“, erklärt Dr. Robert Böhnke, Projektkoordinator für die §4‑Maßnahmen bei der LMBV. „Mit dem Strandhaus haben wir einen weiteren Baustein geschaffen, der die Entwicklung am Zwenkauer See unterstützt und dazu beiträgt, dass das
Kap Zwenkau weiter mit Leben gefüllt wird.“

Zwenkauer Hafen mit neuer Service- und Überwachungsstation
Das Kap Zwenkau mit der neuen Service- und Überwachungsstation am Südufer des Zwenkauer Sees (Foto: LMBV/Horst Fechner).

Zur Saison 2026 soll die Überwachungs- und Servicestation vollständig in Betrieb gehen.

„Manche Bauprojekte entwickeln sich zu wahren Geduldsproben – unser Strandhaus am Zwenkauer See ist ein solches Projekt mit einer langen und kurvenreichen Reise“, resümiert Holger Schulz, Bürgermeister der Stadt Zwenkau. Mehrere Unterbrechungen aufgrund von Nachbesserungen und Ergänzungen der Planung, Personalwechsel im Kreise der am Bau Beteiligten sowie Lieferschwierigkeiten hatten den Bau immer wieder lahmgelegt. „Nach der zweijährigen Bauphase voller unerwarteter Hindernisse freuen wir uns nun umso mehr, dass das Gebäude fertiggestellt ist.“ 

Betrieben wird das neue Strandhaus von der See- und Hafenbetreibergesellschaft Zwenkau mbH (SHZ), die auch das Tourist-Kontor sowie den Hafen am Kap Zwenkau bewirtschaftet. Für den Kiosk konnten mit der Zeidler und Freund UG erfahrene Gastronomen gewonnen werden. Eröffnen wird der Kiosk zur neuen Saison 2026, dann wird das Strandhaus komplett in Betrieb gehen. 

 

Fotos: LMBV/Christian Kortüm


Filterbrunnenverwahrung am Zwenkauer See gestartet

Leipzig/Zwenkau. An der Westböschung des Zwenkauer Sees ist seit Anfang September 2025 Verwahrtechnik im Einsatz, denn es sollen zahlreiche sichtbare Filterbrunnen gesichert werden, um die Geländeoberfläche wieder nutzbar zu machen. Baubeginn für die Maßnahme war der 20. August 2025, die Fertigstellung ist für Ende Dezember 2025 geplant. Alle Filterbrunnen befinden sich an Land, sie entwässerten den ehemaligen Tagebau Zwenkau, der bis 1999 lief. Die Brunnenstandorte (siehe Karte) liegen außerhalb öffentlicher Verkehrsflächen entlang des so genannten Wirtschaftsweges 26, der ehemaligen Randriegelstraße, die einst als Umleitungsstrecke für den Bau der parallel verlaufenden Bundesstraße B 186 diente. Die Verwahrung beginnt auf Höhe der Ortslage Zitzschen und endet auf Höhe der Brücke der B 186 über die Weiße Elster.

Im Vorfeld zur Baufeldfreimachung und als Vergrämungsmaßnahme waren im Herbst 2024 Freischnitt- und Holzungsarbeiten an den Filterbrunnen sowie an den Zufahrten durchgeführt worden. Das anfallende Schnittgut und der Schlagabraum wurden als Versteckmöglichkeit (Habitataufwertung) für Zauneidechsen zwischen den Filterbrunnen abgelegt. Im Zuge der Maßnahme werden an 18 Brunnenstandorten nicht mehr benötigte Leitplanken am Wirtschaftsweg 26 zur Schaffung der Baufreiheit abgebaut und entsorgt. Insgesamt werden 55 offene Filterbrunnen mit einem hydraulischen Füllbinder im sogenannten Kontraktorverfahren, das heißt von unten nach oben, versetzt. Angeliefert wird das Versatzmaterial fertig angemischt mittels Fahrmischern. Die Versatzsuspension wird bis 2 m unter Geländeoberkante in die Brunnenröhren eingebaut und härtet aus. Danach erfolgt eine Freilegung der Brunnenröhren bis 2 m unter Geländeoberkante durch einen Bagger. Die Brunnenröhren werden bis in diese Tiefe von 2 m zurückgebaut und entsorgt. Über den Brunnenröhren wird eine Sperrschicht aus bindigem Material eingebaut, deren Mächtigkeit bzw. Dicke beträgt 0,5 m. Anschließend wird die Baugrube wieder verfüllt.

Bereits im März 2025 waren Reptilienschutzmaßnahmen erfolgt: Es wurden Reptilienschutzzäune als Schutzmaßnahme jeweils einzeln um die 55 Filterbrunnen herum aufgestellt, um die Wiederbesiedlung durch Zauneidechsen zu verhindern. Des Weiteren wurden an den einzelnen Standorten je zwei schräge Ausstiegshilfen mit integrierten Eimern an den Reptilienschutzzäunen angebracht. Die Zauneidechsen, die sich in der Aktivitätsphase ab März 2025 noch innerhalb des Reptilienschutzzaunes aufgehalten hatten, konnten selbstständig durch die Öffnung im Eimer und durch die hergestellte Schräge ins Freie laufen. Monatlich wurden die Reptilienschutzzäune kontrolliert und unterhalten. Zwischen April und Juli 2025 wurden als weitere Vergrämungsmaßnahme Mahdarbeiten an allen Filterbrunnenstandorten und an den Zufahrten durchgeführt. Mit Beginn der Verfüllarbeiten und der Herstellung der Baugruben werden die Reptilienschutzzäune sukzessive zurückgebaut.

Auftragnehmer ist die Firma BTOe – Bergbau und Tiefbau GmbH. Die örtliche Bauüberwachung für die Baumaßnahme wird von der Firma Dr.-Ing. Heinrich Ingenieurgesellschaft mbH durchgeführt. Die vorlaufenden Arbeiten sowie die Baumaßnahme werden von der Firma Aquila Ingenieurgesellschaft mbH ökologisch begleitet. Die Maßnahme kostet rund 280.000 Euro netto und wird über den § 2 des Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung finanziert.

Die zu verwahrenden Filterbrunnen liegen am Westufer des Zwenkauer Sees.
Die zu verwahrenden Filterbrunnen liegen an der Westböschung des Zwenkauer Sees entlang der B 186.

Fotos: LMBV/Christian Kortüm


150. Sitzung des Steuerungs- und Budgetausschusses für die Braunkohlesanierung (StuBA) am 10. September 2025 in Berlin

Erfolgreiche Gremienarbeit: Bund und Braunkohleländer setzen bewährte Zusammenarbeit bei Braunkohlesanierung fort

Berlin. Bereits zum 150. Mal seit 1995 kommen Vertreterinnen und Vertreter des Bundes und der Braunkohleländer Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zusammen, um über die Ausrichtung und Finanzierung weiterer Maßnahmen der Braunkohlesanierung zu entscheiden. Dazu tagen sie am 10. September 2025 im Rahmen des Steuerungs- und Budgetausschusses (StuBA) in der Bund-Länder-Geschäftsstelle für die Braunkohlesanierung in Berlin.

Die Braunkohlesanierung beinhaltet die bergbauliche und geotechnische Sanierung sowie die Wiedernutzbarmachung und Rekultivierung der zwischen den Jahren 1949 und 1989 vom Braunkohlebergbau in Anspruch genommenen Flächen in Ostdeutschland. In die Bergbausanierung und in die Beseitigung der Bergbaualtlasten wurden bislang rund 12,3 Milliarden Euro investiert und damit neue Grundlagen für die wirtschaftliche und infrastrukturelle Entwicklung in der Lausitz und in Mitteldeutschland geschaffen.

Auf der Tagesordnung der 150. Sitzung des StuBA stehen planmäßig die Entscheidungen über vier Finanzierungsanträge des Bergbausanierers LMBV mit einem Volumen von rund 15 Millionen Euro bis 2027. Weiterhin befasst sich der StuBA mit dem Sanierungsstand bei den aus Gründen der Standsicherheit gesperrten Innenkippen und der Minderung von bergbaubedingten Eiseneinträgen in die Vorflut im Lausitzer Teil der Bergbausanierungsgebiete.

Der Bund und die Braunkohleländer sind sich darin einig, die erfolgsorientierte Zusammenarbeit bei der Braunkohlesanierung auch in Zukunft fortzusetzen. Eine Besonderheit ihrer Zusammenarbeit im Rahmen des StuBA ist, dass die Entscheidungen nur einstimmig getroffen werden können. Trotz der hohen Komplexität der Themen und der teils unterschiedlichen Schwerpunkte der Akteure ist es in den zurückliegenden 30 Jahren stets gelungen, Konsens zu erzielen.

Pressemitteilung der Bund-Länder-Geschäftsstelle für die Braunkohlesanierung zum 10.09.2025


Mira bestätigt Wirkung der Tiefenwasser-Belüftungsanlage auf Runstedter See

Geiseltal/Leipzig/Freiberg. Im Rahmen eines Forschungs- und Entwicklungsvorhaben der  TU Bergakademie Freiberg wurde die robotische Plattform Mira auf dem Runstedter See erfolgreich eingesetzt.
Eigentliches Ziel des Forschungsprojekts mit dem Namen RoBiMo-Starterprojekt war die hochaufgelöste Erfassung von Tiefenprofilen in Seen. Am Rundstedter See kam die Plattform zum Einsatz, um die Wirksamkeit der dort installierten Tiefenwasserbelüftung zu überprüfen.

Die neuen Messdaten bestätigen die Wirksamkeit der von der LMBV betriebenen Tiefenwasserbelüftungsanlagen (TWBA). Die durch Mira gesammelten Daten zeigen deutlich, dass die Wirkung der Belüftungsanlagen bereits nach wenigen Wochen das gesamte Hypolimnion eines Sees erfasst. Damit wurde die Prognose entsprechender Modellierungen bestätigt. Des Weiteren konnten keine Hinweise auf lokal verstärkte Austritte von Ammonium aus der unter dem See lagernden Deponie gefunden werden.

Auch auf der Grundlage dieser Ergebnisse kann eine der drei TWBA-Einheiten auf eine reine Umwälzung – ohne zusätzliche Sauerstoffanreicherung – umgerüstet werden. Dies ist ein wichtiger Schritt in Richtung effiziente und nachhaltige Steuerung der Tiefenwasserbelüftung auf dem Runstedter See.

Projekt RoBiMo
Das „RoBiMo-Starterprojekt“ (Robotik und Binnenseemonitoring) verfolgte das Ziel autonome Messplattformen für die limnologische Forschung und das Gewässermanagement einzusetzen. Mit der autonomen Plattform Mira soll eine detaillierte, automatisierte Erfassung von Tiefenprofilen ermöglicht werden, die über die detailliertere räumliche Auflösung neue Erkenntnisse über ökologische Prozesse in Seen liefern können.

Das Projekt wurde an der TU Bergakademie Freiberg durchgeführt. Gefördert wurde es vom Forschungs- und Entwicklungszentrum für Bergbaufolgelandschaften der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe in Cottbus. Als assoziierte Partnerin konnte die LMBV die praktische Fragestellung liefern und bei der Auswertung der Ergebnisse unterstützen.
Die Ergebnisse des Projekts sind in einer wissenschaftlichen Publikation erschienen und frei zugänglich.

Rundstedter See

Mit seiner ehemaligen Nutzung als Deponie stellt der Runstedter See in Sachsen-Anhalt spezielle Anforderungen an die Bergbausanierung. Nach Abschluss der Braunkohleförderung 1965 wurde das Tagebaurestloch Großkayna durch die ehemaligen Leunawerke sowie das nahegelegene Braunkohlenkraftwerk als Deponie genutzt. Bis 1995 wurden 24 Millionen Kubikmeter ammoniumbelastete, industrielle Abfälle und Kraftwerksaschenin das Restloch eingespült.

In Zusammenarbeit mit Beratungs- und Forschungseinrichtungen wurde 1999 ein Sanierungskonzept entwickelt, in dem die Flutung des Tagebaurestloches als Vorzugsvariante beschrieben wurde. Mit der Schaffung eines abflusslosen Sees wurde sichergestellt, dass eventuell aus der Deponie austretende Schadstoffe – v. a. Ammonium – im See abgebaut werden können. Nach dem geotechnischen Sichern und Fluten entstand 2002 der Runstedter See und später die technische Tiefenbelüftungsanlage.

Bergbaufolgeseen mit Unterwasserdeponien stellen eine besondere Herausforderung dar. Wie bei allen tieferen Seen liegt im Sommer eine stabile Schichtung des Seewassers vor, wodurch kein Luftsauerstoff in die tiefen Schichten (Hypolimnion) gelangt. Ohne Sauerstoff kann das aus der Deponie austretende Ammonium aber nicht mikrobiell abgebaut werden und sich im tiefen Wasser anreichern. Während der sommerlichen Stagnation versorgt deswegen die installierte Tiefenwasserbelüftungsanlage (TWBA) die tieferen Wasserschichten mit Sauerstoff, welcher über die gleichzeitig in Gang gesetzte Zirkulation im Hypolimnion verteilt wird.


Sachsens Wirtschaftsminister Panter besuchte LMBV im mitteldeutschen Revier

Leipzig. Am Freitag, 22. August 2025, besuchte  Dirk Panter, Staatsminister im Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz (SMWA) die LMBV. Im Rahmen einer Befahrung mit Bernd Sablotny, Sprecher der Geschäftsführung und Torsten Safarik, kaufmännischer Geschäftsführer der LMBV, informierte er sich über die berg- und wasserrechtlichen Aufgaben des Bergbausanierers.

Die Befahrung führte in den Nordraum von Leipzig an den Seelhausener See mit dem Stand Löbnitz und dem Lober-Leine-Kanal, verbunden einem Abstecher zum Biedermeierstrand am Schladitzer See.

Als erste Station stand der Strand Löbnitz auf dem Plan. Im ersten Halbjahr 2025 konnte die §4-Maßnahme abgeschlossen werden. Die LMBV hat die Böschungen im zukünftigen Strandbereich in Löbnitz für eine touristische Folgenutzung und Förderung des Naherholungsangebots vorbereitet und im Zuge dessen den Rundweg umverlegt. Hier laufen aktuell Planungen durch einen Investor, um das Gebiet als Freizeit- und Erholungsgebiet zu erschließen.

Eine kurze Fahrstrecke weiter erläuterten Elke Kreische-König, Abteilungsleiterin Stab Sanierung Mitteldeutschland, und Arne Sander, Leiter Planung Sachsen-Anhalt am Nordufer des Seelhausener Sees die laufenden Planungen zum Rückbau des Lober-Leine-Kanals und zur Einbindung der Fließgewässer Lober und Leine in den See (§2 Maßnahme). Die bergrechtliche Sanierung ist größtenteils abgeschlossen und die LMBV beschäftigt sich nunmehr mit dem Zulauf (Einbindung Lober-Leine-Kanal in den See) und dem Ablauf des Sees (Gewässerverbindung zum Großen Goitzschesee), welche einer wasserrechtlichen Planfeststellung bei den jeweiligen oberen Wasserbehörden unterliegen. Das länderübergreifende Projekt (Sachsen-Anhalt und Freistaat Sachsen) zählt zu den größten Fließgewässermaßnahmen im Zusammenhang mit der Braunkohlesanierung in Mitteldeutschland.

Der Bau des 14 Kilometer langen Lober-Leine-Kanals (1949–1951) war notwendig, da die Flüsse Lober und Leine das Abbaufeld des Tagebaus Goitsche durchquerten. Zur Freimachung des Baufeldes wurde er 1982 nochmals in ein neues Bett verlegt. Auch die heutige Trasse zwischen dem Großen Goitzsche See und dem Seelhausener See galt ursprünglich als Interminslösung, da zusätzliche Verlegungen im Zuge des geplanten Braunkohleabbaus nötig gewesen wären.

Die Teilnehmer der Befahrung am Biedermeierstrand: Dr. Robert Böhnke (LMBV), Bernd Sablotny (LMBV),Ralph Weidner (SMWA), StM. Dirk Panter (SMWA), Elke Kreische-König (LMBV), Arne Sander (LMBV) (v.l.n.r.).
Die Teilnehmer der Befahrung am Biedermeierstrand: Dr. Robert Böhnke (LMBV), Bernd Sablotny (LMBV), Ralph Weidner (SMWA), StM. Dirk Panter (SMWA), Elke Kreische-König (LMBV), Arne Sander (LMBV) (v.l.n.r.).

Der Rückweg nach Leipzig führte am Schladitzer See vorbei, wo sich verschiedene touristische Nutzungsmöglichkeiten etabliert haben. Am Biedermeierstrand informierte Dr. Robert Böhnke, Verantwortlicher für die § 4-Maßnahmen bei der LMBV, über die abgeschlossenen Baumaßnahmen zur Seebühne. Mit der Einweihung der Service- und Überwachungsstation und der erweiterten Seebühne im vergangenen Jahr hat das Areal am Schladitzer See weiter an Attraktivität gewonnen.

Das aktuell laufende Verwaltungsabkommen (VA VII) regelt die Finanzierung der Sanierung ehemaliger Braunkohlereviere in den Jahren 2023 bis 2027 und sieht Gesamtausgaben von rund 1,44 Mrd. Euro vor. Über die Fortsetzung des Abkommens ab 2028 wird ab 2025 verhandelt. Vor diesem Hintergrund informiert sich Minister Panter im Rahmen der Befahrung des Seelhausener Sees über Maßnahmen der Grundsanierung (Lober-Leine-Kanal) als auch Maßnahmen zur Erhöhung des Folgenutzungsstandards (Löbnitzer Strand). ((KEM))

Fotos: LMBV | Luftaufnahmen: Christian Kortüm


Delitzscher Elberitzbad: Auch teilweise Sicherung gegen ansteigendes Grundwasser erfolgt

Delitzsch. Das Freibad in Delitzsch wurde durch die Stadt Delitzsch in den letzten drei Jahren umfassend saniert und in  Teilen auch gegen die Folgen des Grundwasserwiederanstiegs nach Einstellung des Bergbaus gesichert. Finanziert wurde dieser  Teil der Sicherungsarbeiten über den § 3 des Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung.

Das im Juni 2025 wiedereröffnete Elberitzbad steht an einem historischen Badestandort aus dem 19. Jahrhundert. Damals badete man im Mühlteich der Elberitz-Mühle, der vom Lober gespeist wurde. Zwischen ca. 1965 und 1969 wurde ein Freibad errichtet, 1976 und 1982 erfolgte der Aufschluss der Braunkohletagebaue im Raum Delitzsch und das Grundwasser wurde weiträumig abgesenkt. Ertüchtigt wurde das Freibad erstmals in den 1990er Jahren. Von 2023 bis 2025 erfolgte dann ergänzend durch die LMBV die Sicherungsmaßnahme für die vom Grundwasserwiederanstieg betroffenen Objekte.

Das Freibad bestand aus einem multifunktionalen Umkleide- und Mehrzweckgebäude, einem Schwimmerbecken mit 50-m- bzw. 25-m-Sportbecken, einem Nichtschwimmerbecken mit Wasserrutsche, einem Filtergebäude mit Dosierungsraum, einem Chlorlager, einem Spülwasserbehälter und Filterräumen zur Enteisenung und Entmanganierung, einem separaten Technikkeller für das Schwimmerbecken, einem unterirdischen Pumpenraum für das Nichtschwimmerbecken sowie einem Brunnenschacht und einem Absetzschacht.

Direkt vom bergbaulich bedingten Grundwasserwiederanstieg betroffen waren die tiefergelegenen Teile des Freibades: Es drang Wasser in Technikkeller und Schachtanlagen ein, die Fliesen platzten im Schwimmbecken ab und die Anlage hob sich gegenüber dem Gelände an. Bei den betroffenen Bauwerken wurde als Vorzugsvariante der Einbau einer Schwerbetonschicht im Schwimmerbecken, die Abdichtung der Keller mit einer so genannten schwarzen Wanne und für die Schächte ein Abriss und Neubau ermittelt. Aus diesen Sicherungsmaßnahmen wurde der Finanzierungsbetrag abgeleitet.

Die restlichen nicht vom Grundwasserwiederanstieg betroffenen Bauwerke wie das Nichtschwimmerbecken sowie Umkleide- und Mehrzweckgebäude wurden von der Stadt Delitzsch saniert und umgestaltet. Darüber hinaus wurde neben dem Freibad zusätzlich eine Schwimmhalle errichtet. Aus diesem Grund führte die Stadt Delitzsch die gesamte Baumaßnahme ab der Ausführungsplanung in Eigenregie um, wobei der Eigenanteil 20 Prozent der Realisierungskosten betrug.

Infolge der Integration der ehemaligen Schachtanlagen in den Schwimmhallenneubau entfielen die Kosten für die Sicherungsmaßnahmen der Schachtanlagen von rund 50.000 Euro. Durch weitere Technologieanpassungen konnten die Gesamtkosten der Sicherungsmaßnahmen einschließlich Planungs- und Bauüberwachungsleistungen auf 625.000 Euro netto – gegenüber ursprünglich vereinbarten 740.000 Euro netto – reduziert werden. (Update v. 19.08.2025  | CH)

Neuer Schwimmbereich mit 25-m- und 50-m-Becken
Neuer Schwimmbereich mit 25-m- und 50-m-Becken

Fotos: LMBV/Annett Dittrich


Erneute Wegesperrung am Störmthaler Kanal ab 11. August 2025

Leipzig. Ab August 2025 werden am Störmthaler Kanal die ersten zwei Maßnahmen gemäß der Anordnung des Sächsischen Oberbergamtes (OBA) umgesetzt. Am oberen Querbauwerk und im Kanalabschnitt unter der Autobahnbrücke der A38 werden Stützkörper hergestellt, am oberen Querbauwerk in Verbindung mit Entspannungsbohrungen zum schnellen Abbau der Porenwasserüberdrücke.  

Für diese Arbeiten müssen die Wege entlang des Störmthaler Kanals ab dem 11. August 2025 erneut gesperrt werden, dann beidseitig des Kanals und mindestens bis Ende des Jahres 2025. Dies ist aufgrund des umfangreichen LKW-Verkehrs auf diesen Wegen notwendig. Die Umleitungen zum Bergbau-Technik-Park und in Richtung Güldengossa werden wieder ausgeschildert und ausgewiesen.


Die umfassenden Sicherungsmaßnahmen erfordern eine beidseitige Sperrung der Wege entlang des Störmthaler Kanals.
Die umfassenden Sicherungsmaßnahmen erfordern eine beidseitige Sperrung der Wege entlang des Störmthaler Kanals.

Stabilisierung und Sicherung

Am oberen Querbauwerk (zwischen Schleuse und Störmthaler See) wird hinter der bestehenden Spundwand ein Stützkörper aus Kies und Schotter aufgeschüttet und mit Wasserbausteinen angestützt. In diesen Stützkörper werden senkrecht 15 Entspannungsbohrungen hergestellt, das sind Säulen aus grobem Kies. Sollte im Versagensfall der Störmthaler Kanal leerlaufen, würde sich auf dem oberen Querbauwerk ein hoher Porenwasserüberdruck aufbauen, weil der Wasserstand im Störmthaler See unverändert bleibt. Die Entspannungsbohrungen dienen dazu, dass dieser Druck schnell und gezielt abgebaut werden kann.

Auch die Herstellung eines Stützkörpers im Bereich der Bundesautobahn 38 dient dem Schutz von Leben, Gesundheit und Sachgütern Beschäftigter oder Dritter gemäß der Anordnung des OBA. Hier wird der Stützkörper aus Kies in Verbindung mit Beton-LEGO-Steinen errichtet. Dieser erhöht den Druck auf den Boden des Kanals und dient der Stabilisierung der Böschungen im oben beschriebenen Versagensfall. Der Stützkörper wird auf einer Länge von rund 70 Metern die gesamte Kanalbreite ausfüllen. Um den Wasserdurchfluss zu gewährleisten, wird der Stützkörper am Grund des Kanals mit Rohrleitungen durchzogen.

Parallel zu den Baumaßnahmen werden das Schleusenbauwerk und die Autobahnbrücke messtechnisch überwacht. Es erfolgen Setzungs- und Schwingungsmessungen. Darüber hinaus wird eine umfangreiche Beweissicherung der Bauwerke und der angrenzenden Bereiche durchgeführt.

Parallel läuft die Arbeit an der Machbarkeitsstudie weiter. Sie soll darstellen, ob und mit welchem Aufwand der Störmthaler Kanal und die Schleuse saniert werden können, mit dem Ziel die Schiffbarkeit wiederherzustellen. Die Ergebnisse werden im 1. Halbjahr 2026 vorliegen.


Einweihung der neuen Endhaltestelle der Meuselwitzer Kohlebahn

Regis-Breitingen. Der Neubau der Endhaltestelle der Meuselwitzer Kohlebahn ist fertig. Der Verein Kohlebahnen e. V. und die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) luden daher am 31. Juli 2025 nach Regis-Breitingen ein, um die neue Haltestelle zu begutachten.

Vereinsvorsitzender Dr. Karsten Waldenburger begrüßte zu diesem Anlass Gäste aus Ministerien, Ämtern sowie der beteiligten Baufirmen und warf gemeinsam mit ihnen einen Blick auf die Arbeit der letzten Jahre. Die Vorbereitungen waren langwierig, Grundstücksfragen mussten geklärt und Fördermittel beantragt werden. Im Mai 2023 begann der Neubau der Endhaltestelle in Regis-Breitingen. Zuvor bestand die Endhaltestelle der Traditionsbahn aus nur einem Gleis und einem nicht barrierefreien und zu kurzen Bahnsteig. Auch die Möglichkeit, die Lokomotive für die Rückfahrt an die Spitze des Zuges umzusetzen, bestand bisher nicht. In den letzten zwei Jahren wurden Gleise und Weichen neu verlegt, ein neuer Bahnsteig mit historischer Überdachung sowie Parkplätze und Fahrradabstellmöglichkeiten geschaffen.

Mike Reichel, Projektmanager bei der LMBV, informierte die Gäste über die Eckdaten und Kosten des Projektes. Exakt vor sieben Jahren, am 31.07.2018, bestätigte das Sächsische Oberbergamt (OBA) die Einordnung der Maßnahme in den § 4 des Verwaltungsabkommens zur Braunkohlesanierung und erteilte kurz darauf den ersten Zuwendungsbescheid an die LMBV. Im Juli 2019 wurde die Finanzierungs- und Übernahmevereinbarung zwischen LMBV und Verein unterzeichnet, denn die Maßnahme erfolgte in Teilprojektträgerschaft (Eigenregie). Nach vier Jahren der Planung und Genehmigung konnte der Verein im Mai 2023 den Auftrag für den Bau der neuen Endhaltestelle erteilen.

Mike Reichel (LMBV) und Dr. Karsten Waldenburger (Kohlebahnverein) informierten die Gäste zu der realisierten Baumaßnahme.
Mike Reichel (LMBV) und Dr. Karsten Waldenburger (Kohlebahnverein) informierten die Gäste zur realisierten Baumaßnahme.

Finanziert wurde die Baumaßnahme im Rahmen des Paragrafen 4 des Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung mit Landesmitteln des Freistaates Sachsen. Der übernahm 992.000 Euro der insgesamt rund 1,17 Millionen Euro Gesamtkosten, die verbleibenden 175.000 Euro hat der Verein Kohlebahnen e. V.  getragen. Die LMBV hat als Projektträgerin des Freistaates Sachsen an der Planung und Umsetzung des Projektes mitgewirkt.

Im Anschluss an die Redebeiträge hatten die Gäste die Gelegenheit, eine kleine Ausfahrt mit der traditionsreichen Schmalspurbahn in Richtung Westernstadt Haselbach zu unternehmen – die erste Fahrt vom neuen Gleis aus. Nach einem kurzen Aufenthalt und einer Verköstigung ging es wieder zurück nach Regis-Breitingen.

Hintergrund:

Die Meuselwitzer Kohlebahn verbindet seit vielen Jahren die Städte Meuselwitz im Altenburger Land (Thüringen) und Regis-Breitingen im Landkreis Leipzig (Sachsen) und wird seit 1998 ehrenamtlich vom Verein Kohlebahnen e.V. betrieben. Sie verkehrt auf insgesamt 15 Kilometern Schienenlänge und gehört zu den wenigen Schmalspurbahnen in Deutschland.

Die Meuselwitzer Kohlebahn verbindet nicht nur Meuselwitz und Regis-Breitingen, sondern auch die Vergangenheit und die Zukunft. Wo früher Braunkohle zu Brikettfabriken und Kraftwerken transportiert wurde, könnte sie morgen Teil des Nahverkehrs sein. So sind zumindest die Pläne des Kohlenbahnen e. V.

Impressionen von der Veranstaltung von Christian Kortüm für die LMBV


Sicherungsarbeiten im Technischen Rathaus Markkleeberg fast abgeschlossen

Markkleeberg. Die aufwendigen Sicherungsarbeiten am Technischen Rathaus der Stadt Markkleeberg sind weitestgehend abgeschlossen. Seit Anfang 2024 fanden im Auftrag der LMBV Baumaßnahmen statt, die den 200 Quadratmeter großen Keller gegen das wieder ansteigende Grundwasser sichern. Dafür wurden die bis zu 70 Zentimeter dicken Außenwände des 100 Jahre alten Gebäudes mittels Horizontalsperre im Injektageverfahren gegen aufsteigende Feuchtigkeit geschützt. Weiterhin wurde eine sogenannte „Schwarze Wanne“ eingebaut, d. h. es wurden druckwasserdichte Folienbahnen einbracht und verschweißt, die am Boden und an den Wänden das Grundwasser vor dem Eindringen in die genutzten Kellerräume abhalten. An den Außenwänden erfolgte dies bis circa 50 Zentimeter unterhalb der Geländeoberkante, das ist die Höhe des zu erwartenden höchsten Grundwasserstandes zuzüglich Sicherheitszuschlag.

Eine Besonderheit war, dass für diese Baumaßnahme die gesamten tragenden Innenwände und Pfeilerkonstruktionen abschnittsweise unterfahren werden mussten. Das war sehr zeitaufwendig und lärmintensiv. Trotzdem wurde das Technischen Rathaus der Stadt Markkleeberg geduldig weitergenutzt. Zur Lage- und Auftriebssicherung wurde über die Abdichtungsfolie eine Auflastwanne aus Stahlbeton hergestellt.

Nach Fertigstellung der „Schwarzen Wanne“ erfolgten Malerarbeiten, der Einbau neuer Brandschutztüren sowie die Inbetriebnahme der zuvor ausgebauten technischen Anlagen einschließlich deren Abnahme durch Sachverständige. Abschließend ist eine umfangreiche Dokumentation zu erstellen, die dem Eigentümer nach Beendigung der Sicherungsmaßnahme übergeben wird.

Boden und Wände wurden mit der wasserdichten Folie gesichert, die Errichtung der Auflastwanne aus Stahlbeton ist an den Wänden vorbereitet.
Boden und Wände wurden mit der wasserdichten Folie gesichert, die Errichtung der Auflastwanne aus Stahlbeton ist an den Wänden vorbereitet.

Hintergrund
Das frühere Wohn- und Geschäftshaus mit einer Kohlehandlung im Erdgeschoß, war vor einigen Jahren in ein Bürogebäude umgebaut worden. In den Keller drang permanent Wasser ein, weil das Grundwasser nach Einstellung der bergbaubedingten Wasserhaltung wieder seinen natürlichen Stand erreicht hat. Eine Grundwassermessstelle im Keller des Technischen Rathauses hatte erwiesen, dass die Vernässung dem nachbergbaulichen, natürlichen Grundwasserwiederanstieg zuzuordnen ist. Deshalb hat die LMBV im Rahmen des §3 des Verwaltungsabkommens zur Braunkohlensanierung die Sicherung übernommen, finanziert jeweils zur Hälfte vom Bund und dem Freistaat Sachsen.

Aufgrund des Grundwasserwiederanstiegs wurden in den vergangenen Jahren bereits die Sportstätte Markkleeberg-Mitte (Schulstraße 11) sowie ein Teil des Kellers der Grundschule Markkleeberg-Mitte in der Raschwitzer Str. 42 entsprechend gesichert. Aus dem Gleichen Grund soll bis 2026 ein ehemaliger Kindergarten (Schulstraße 4) abgedichtet werden. Das Vereinshaus des Kleingartenvereins Eintracht wird derzeit mit Pumpen trocken gehalten und muss aufgegeben werden. Es wird abgebrochen und durch einen kleineren Neubau ersetzt.

 

(Fotos: LMBV)


Naturlehrpfad im Naturschutzgebiet am Bockwitzer See eröffnet

Leipzig. Umweltminister Georg-Ludwig von Breitenbuch eröffnete am 06.06.2025 gemeinsam mit Henry Graichen, Landrat des Landkreises Leipzig, Dr. David Greve von der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt und den Bürgermeistern der umliegenden Gemeinden den Naturlehrpfad am Bockwitzer See östlich von Borna. Beim Bockwitzer See handelt es sich um einen Bergbaufolgesee der LMBV, der rund 174 Hektar groß ist und ein Wasservolumen von etwa 18 Mio. Kubikmeter hat. An der tiefsten Stelle ist das Gewässer 22 Meter tief. Das Restloch wurde von 1993 bis 2004 gefüllt. Derzeit liegt der Seepegel bei 146,44 m NHN.

„Hier in Bockwitz können Besucherinnen und Besucher künftig auf drei verschiedenen Routen am besten per Rad tief in die Schätze des Naturschutzgebietes eintauchen. Mich freut besonders, dass sich Interessierte auf den großen Infotafeln gut über die hiesigen Besonderheiten informieren können. Denn um die Natur zu schützen, müssen wir sie auch erklären, die Menschen überzeugen und begeistern. Die Leute sollen gern hierherkommen, die Natur genießen, Heimat erleben und dabei Neues lernen. Damit setzen wir auch ein Zeichen für einen ausgewogenen Natur- und Artenschutz, der im Einklang mit den Akteuren vor Ort umgesetzt wird. Ich danke allen, die an der Entwicklung und Umsetzung des Lehrpfades beteiligt waren“, so Umweltminister von Breitenbuch, der auch Stiftungsratsvorsitzender der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt ist.

„Mit dem Lehrpfad ist ein kleines Meisterstück gelungen“, ergänzt Dr. David Greve von der LaNU. „Alle Akteure der Region wie Kommunen, Behörden und eben die LaNU haben zusammen das Ziel verfolgt, Natur erlebbar zu machen und gleichzeitig durch gezielte Wegführung geschützte Gebiete vom Besucherdruck zu entlasten. Das ist gelungen und auch von meiner Seite Dank an alle Beteiligten.“ Die LaNU hat 2001 nach Ende des Braunkohleabbaus 475 Hektar der Bergbaufolgelandschaft mit Mitteln des Naturschutzfonds erworben und sichert in Zusammenarbeit mit der Ökostation Borna-Birkenhain und Landwirten Erhalt und Entwicklung des seit 22 Jahren bestehenden Naturschutzgebietes.

In Bockwitz haben Konikpferde, Wasserbüffel, Taurusrinder und Burenziegen eine besondere Aufgabe: Sie weiden auf den Flächen des ehemaligen Braunkohletagebaus. Damit verhindern sie, dass das Gebiet mit Büschen und Bäumen zuwächst und erhalten so den Lebensraum zahlreicher seltener Tier- und Pflanzenarten. Damit Besucherinnen und Besucher diese tierischen Landschaftspfleger im Naturschutzgebiet besser beobachten können, vor allem aber um Flora und Fauna näher zu kommen, initiierte die LaNU den Naturlehrpfad. An dessen Konzeption waren auch die angrenzenden Kommunen beteiligt.

Auf einer Gesamtlänge von 13 Kilometern sind nun drei verschiedene Varianten zur Erkundung des Naturschutzgebietes entstanden. Zahlreiche Schautafeln informieren über die besondere Beweidung dieses Gebiets. Doch auch weitere Dinge gilt es zu entdecken: In Bockwitz konnten sich verschiedenste Biotoptypen entwickeln. Sie sind heute der Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten. Die Vielzahl der verschiedenen, dicht aneinandergrenzenden Biotope bieten ideale Lebensbedingungen für eine reichhaltige Vogelwelt mit über 180 Arten. So ist es zur Brutzeit möglich, Fischadler, Große Rohrdommel, Baumfalken, Rohrweihe oder Kranich zu beobachten. Zudem sind die vielen Kleingewässer, Tümpel und feuchten Wiesen hervorragende Lebensräume für die streng geschützte Wechselkröte, den Laubfrosch und Kammmolch.

Darüber hinaus war die Lenkung der Besucherströme den Initiatoren des Lehrpfades ein wichtiges Anliegen, um die Freizeitnutzung des nördlichen Seeufers mit den Belangen des Naturschutzgebietes in Einklang zu bringen. Den Gästen des Naturschutzgebietes wird anschaulich erklärt, wo und warum sie die Wanderwege aus Artenschutzgründen nicht verlassen sollen. Zudem erhalten sie Informationen zu den kommunalen Badestränden direkt vor Ort. Weitere Informationen zu Bockwitz und anderen Tagebaufolgelandschaften unter https://www.lanu.de/themen/natur-landschaft/bergbaufolgelandschaft.html | Quelle: PM SMUL v. 06.06.2025 | ergänzt v. LMBV (UST)

Der Bockwitzer See im Leipziger Südraum.


Tiefenwasserbelüftung im Runstedter See läuft optimal

Braunsbedra. Im Rahmen eines Forschungs- und Entwicklungsvorhabens der TU Bergakademie Freiberg (TUBAF) und des Forschungs- und Entwicklungszentrums (FEZ) Bergbaufolgen Cottbus war der Runstedter See Teil des sogenannten robimo-Starterprojektes. In drei Kampagnen wurden an bis zu 34 Koordinaten Tiefenprofile mit der autonomen robotischen Plattform „Mira“ aufgenommen. Anhand dieser engmaschigen Daten von 2023 konnte nachgewiesen werden, was bislang nur eine Modellierung für den abflusslosen Landschaftssee mit subaquatischer Deponie vorhergesagt hatte: Durch die Inbetriebnahme von bereits einer der drei Tiefenwasserbelüfter findet eine Umwälzung im gesamten Tiefenwasser statt. Dieses sogenannte Hypolimnion ist die Zone kalten Tiefenwassers, die sich während der sommerlichen Einschichtung ausbildet und somit über mehrere Monate von der Atmosphäre abgeschlossen ist. Analog zum LMBV-eigenen Monitoring gab es auch keine Hinweise auf Anomalien durch erhöhte Schadstoffeinträge aus der Deponie.

Das ist relevant, denn der Runstedter See ist aus einem Teilbereich des gefluteten Tagebaurestloches Großkayna entstanden, in dem bis 1995 Industrierückstände verkippt worden waren. Um seine Wasserqualität zu erhalten und den natürlichen Schadstoffabbau aus der Unterwasserdeponie zu unterstützen, belüftet die LMBV seit 2002 während der Sommerstagnation sein Tiefenwasser. Die technische Anlage entnimmt per Ansaugrohr Wasser aus der Tiefe, pumpt es nach oben, belüftet es und pumpt es per Auslassrohr in die oberen Bereiche des Hypolimnions zurück.

Die Messkampagnen liefen über die neu entwickelte, automatische Analyseplattform „Mira“ (Foto: TUBAF/Gero Licht).

Foto: LMBV/Peter Radke


Braunkohlentag 2025 in Halle — DEBRIV wählte neuen Vorstandsvorsitzenden

Halle/Saale. Der diesjährige Braunkohlentag blickte zurück auf die 140jährige Geschichte des 1885 in Halle/Saale gegründeten Deutschen Braunkohlen-Industrie-Vereins (DEBRIV). Neben der aktuellen Industrie- und Energiepolitik wurden auch Fragen der Wiedernutzbarmachung von Tagebauen behandelt. Anlässlich des 30. Jubiläums der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft ging es im Vortrag von Bernd Sablotny, Sprecher der Geschäftsführung der LMBV, um deren bisherige Leistungen und Tätigkeiten.

Deutschland brauche eine starke Industrie, um Arbeitsplätze, Wertschöpfung und Wohlstand sowie politische Handlungsspielräume abzusichern. Die Braunkohle, so der Vorstandsvorsitzende des DEBRIV, Dr. Philipp Nellessen, auf dem diesjährigen Braunkohlentag in Halle an der Saale, sei ein essentieller Bestandteil der industriell geprägten Wirtschaftsstruktur des Landes. Durch die Nutzung heimischer Ressourcen und inländischer Wertschöpfung leistet die Braunkohlenindustrie einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit von Elektrizität. Darüber hinaus gestalten die Unternehmen des DEBRIV aktiv die Energiewende und den gesellschaftlich geeinten sowie gesetzlich fixierten Kohleausstieg mit, bekräftigte der DEBRIV-Vorstandsvorsitzende.

Im Verlaufe der zurückliegenden drei Jahre, so der DEBRIV-Vorstandsvorsitzende, haben die Unternehmen der deutschen Braunkohleindustrie nicht nur ihre Stromerzeugungskapazitäten entsprechend der Vorgaben des gesetzlich fixierten Kohleausstiegsplans angepasst und die Planungen für die Tagebaue neu ausgerichtet. Sie haben zugleich die Energiewende durch den Ausbau der erneuerbaren Energien maßgeblich vorangetrieben. Allein auf die Braunkohleunternehmen entfällt „eine Projektpipeline von fast zehn Gigawatt“ beim Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland, erklärte Nellessen. „Wir hätten aber gern noch mehr investiert,“ so der DEBRIV-Vorstandsvorsitzende, „nicht zuletzt in Gaskraftwerke, bevorzugt an unseren voll erschlossenen Kraftwerksstandorten.“ Das hierzu notwendige Kraftwerkssicherheitsgesetz sollte daher so schnell wie möglich vorgelegt werden. Unerlässlich sei dabei, dass das Gesetz pragmatische und angemessene Technologievorgaben und Auflagen für den Bau neuer Gaskraftwerke enthält, um den erforderlichen Zubau gesicherter Leistung im Zuge des fortschreitenden Kohleausstiegs bundesweit sicherzustellen.

Der DEBRIV und seine Mitgliedsunternehmen begrüßen, dass die neue Bundesregierung an den in den jeweiligen Revieren bestehenden Vereinbarungen zum Kohleausstieg festhalten will und damit zur Planungssicherheit in den Revieren beitrage. Kritisch gesehen werde dagegen die Idee, künftig Reservekraftwerke zum Einsatz zu bringen. Dies könne Wettbewerbsverzerrungen zu Lasten der am Netz befindlichen Kraftwerke bewirken und Investitionen in neue Kraftwerks- und Speicherkapazitäten erschweren.

Der DEBRIV-Vorstandsvorsitzende betonte, dass „in Zeiten unsicherer und teurer Energieimporte unsere Braunkohlekraftwerke verlässliche Partner“ sind. Die Anlagen gleichen schwankende Einspeisungen von Wind- und PV-Anlagen aus und wurden in den zurückliegenden Jahren so flexibel, „dass eine effiziente Abdeckung der Lastspitzen gewährleistet werden kann,“ so Nellessen. Parallel durchlaufen die deutschen Braunkohlereviere und die dort tätigen Braunkohleunternehmen einen dynamischen Transformationsprozess. Die Zukunftsprojekte und die Wiedernutzbarmachung der Tagebaue gelten als vorbildlich. Es werden neue Kultur-, Wirtschafts- und Naturräume geschaffen. Die von Kraftwerksabschaltungen und Tagebaustilllegungen betroffenen Regionen „werden nicht allein gelassen“, so der DEBRIV-Vorstandsvorsitzende. Die Unternehmen der Braunkohlenindustrie sorgen dafür, dass Investitionen in erneuerbare Energien, in die Schaffung neuer Arbeitsplätze sowie in moderne Infrastrukturen und qualitätsvolle Naturräume fließen.

Der Minister für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten des Landes Sachsen-Anhalt, Sven Schulze, erklärte anlässlich seines Besuchs auf dem diesjährigen Braunkohlen-tag: „Ich freue mich sehr, dass wir den Braunkohlentag und den 140. Jahrestag des DEBRIV am Gründungsort in Halle (Saale) begehen können. Die Braunkohleindustrie leistet in Sachsen-Anhalt einen wichtigen Beitrag für eine wettbewerbsfähige Wirtschaft und für eine sichere Stromversorgung. Unternehmen wie MIBRAG und ROMONTA tragen nicht nur maßgeblich zur Wirtschaftskraft, sondern auch zur Sicherung von Arbeitsplätzen in der Region bei. Wichtige anstehende Aufgaben im Rahmen des Strukturwandels und der Energietrans-formation wollen wir als Land Sachsen-Anhalt auch künftig in enger Abstimmung mit der Branche angehen.“ Die Staatsekretärin des Ministers, Stefanie Pötzsch, ging in ihrer Keynote näher auf die aktuelle Wirtschaftspolitik und die industrielle Entwicklung des Bundeslandes ein.

Der Deutsche Braunkohlen-Industrie-Verein e.V. hat auf dem diesjährigen Braunkohlentag in Halle/Saale Jörg Waniek zum neuen Vorsitzenden des Vorstands gewählt. Waniek ist seit 2019 Personalvorstand der Lausitz Energie Bergbau AG und Lausitzer Energie Kraftwerke AG (LEAG).

Der 56-jährige Jurist Jörg Waniek hat an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen und der Universität Bayreuth Jura studiert und mit dem 1. und 2. Staatsexamen abgeschlossen. Von 1998 bis 2002 war er bei der Mitteldeutschen Energieversorgung AG (MEAG) in Halle als Justitiar und in der Unternehmensentwicklung tätig und von 2002 bis 2009 bei der envia Mitteldeutsche Energie AG in Chemnitz, wo er die Bereiche Personalservice und Strategisches Personalmanagement verantwortete. Es folgte der Wechsel als Leiter Personalmanagement zur Vattenfall Europe Mining AG und Vattenfall Europe Generation AG, die seit 2016 unter der Marke LEAG firmieren. Jörg Waniek ist verheiratet, Vater einer Tochter und lebt mit seiner Familie in der Lausitz.

Waniek folgt im Vorsitz des DEBRIV-Vorstands auf Dr.-Ing. Philipp Nellessen, der zum 30. Juni 2025 bei der LEAG ausscheidet und auf dem Braunkohlentag das Amt des DEBRIV-Vorstandsvorsitzenden niederlegte. Nellessen war seit 2021 Vorstand Produktion bei der LEAG und seit 2022 Vorstandsvorsitzender des DEBRIV. Auf dem diesjährigen Braunkohlen-tag erklärte Nellessen: „Meine Entscheidung begründet sich aus dem Wunsch, nach vier Jahren in Cottbus wieder eine berufliche Heimat im Ruhrgebiet zu finden. Die Arbeit in der Braunkohle hat mir stets viel Freude bereitet und ich bin stolz darauf, einen Teil meines Berufslebens in dieser traditionsreichen Industrie verbracht zu haben.“

Vorstand und Geschäftsführung des DEBRIV dankten Nellessen für sein Engagement. Er habe sich mit großer Hingabe dem Industriezweig und dem Verband gewidmet. (PM zum 22./23.05.2025)

Über den DEBRIV: Der Deutsche Braunkohlen-Industrie-Verein e. V. (DEBRIV) setzt sich als Wirtschaftsverband für die Interessen der Unternehmen der deutschen Braunkohleindustrie ein. Er fördert die technischen, wissenschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen der Branche. Mit Blick auf den gesetzlich beschlossenen Ausstieg aus der Kohleverstromung Ende 2038 arbeitet der DEBRIV gemeinsam mit seinen Mitgliedern daran, die Transformation der Braunkohleindustrie, den Strukturwandel in den Revieren und die Energiezukunft Deutschlands aktiv mitzugestalten. Er setzt sich dabei für verlässliche Rahmenbedingungen zugunsten seiner Mitglieder ein.

Kontakt: Deutscher Braunkohlen-Industrie-Verein e. V. | +49 30 3151 8222 | debriv@braunkohle.de | www.debriv.de

Impressionen vom Braunkohlentag 2025 Fotos: Dr. Uwe Steinhuber


Gefahrenabwehrmaßnahmen am Störmthaler Kanal führen zu Wegesperrungen

Leipzig. Entsprechend einer Anordnung des Sächsichen Oberbergamtes (OBA) zum Schutz von Leben, Gesundheit und Sachgütern ist die LMBV zur unverzüglichen Umsetzung von Gefahrenabwehrmaßnahmen verpflichtet. Die Rahmenbedingungen am Störmthaler Kanal haben sich verändert, wodurch eine Gefahrenlage besteht. 

Seit 19. Mai 2025 laufen deshalb am Störmthaler Kanal Bauarbeiten, die eine Sperrung der Wege erforderlich machen. Für etwa vier Wochen können die Wege westlich des Störmthaler Kanals leider nicht genutzt werden. Als Umleitung kann für diesen Zeitraum auf die im Umfeld bestehenden Wegeverbindungen ausgewichen werden, wie in der Karte ersichtlich ist. Die Umleitungen in Richtung Güldengossa und zum Bergbau-Technik-Park sind ausgeschildert.

Überblick zu den ab 19. Mai 2025 gesperrten (rot) und weiterhin offenen (grün) Wegen.

Für die weiteren Baumaßnahmen, voraussichtlich im Sommer 2025, wird erneut eine Sperrung der Wege entlang des Störmthaler Kanals notwendig werden. Dann deidseoitig des Störmthaler Kanals und für einen Zeitraum von vier bis sechs Monaten.

Die geplanten Maßnahmen im Detail

Die ersten Baumaßnahmen, die 2025 umgesetzt werden, umfassen die Verlegung der Heberleitung in den Störmthaler See sowie eine Wege- und Geländeerhöhung im Bereich des unteren Vorhafens, also zwischen unterem Querbauwerk und der Schleuse. 

Die Heberleitung ist eine Rohrleitung, die das überschüssige Wasser aus dem höher gelegenen Störmthaler in den Markkleeberger See ableitet. Diese Funktion hatte ursprünglich der Störmthaler Kanal in Kombination mit der Schleuse als Absperrbauwerk erfüllt. Mit dem Umbau der Heberleitung wird der wasserwirtschaftliche Betrieb nun optimiert. Die Wasserentnahme erfolgt künftig nicht mehr aus dem oberen Vorhafen, sondern direkt aus dem Störmthaler See. Damit wird der obere Vorhafen (Bereich zwischen Schleuse und oberem Querbauwerk) aus dem System der Wasserüberleitung entkoppelt und der Störmthaler Kanal im Regelbetrieb nicht mehr zur Wasserüberleitung benötigt.

Die Wege- und Geländeerhöhung betrifft nur den östlichen Bereich zwischen unterem Querbauwerk und der Schleuse. Die Arbeiten laufen seit März 2025 und werden bis Juni andauern, ohne dass damit Einschränkungen für die Nutzung der Wege verbunden sind. Die für Besucher der Seen nutzbaren Wege beidseits des unteren Vorhafens wurden bereits im Zuge der Gefahrenabwehrmaßnahme 2021 umverlegt. Seit Anfang 2025 wird das Gelände erhöht, damit anschließend der Wasserstand im unteren Vorhafen angehoben werden kann. Der erhöhte Wasserstand bewirkt, dass die Wasserspiegeldifferenz an der Schleuse verringert wird.

Nach Bewertung der beauftragten Gutachter und der LMBV wurde die aktuelle Risiko-Gefahrenlage so eingeschätzt, dass weitere Maßnahmen zur Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit notwendig sind. Diese Beurteilung wurde dem Sächsischen Oberbergamt übergeben und vorgestellt. Im Ergebnis setzt die LMBV auf Anordnung des Sächsischen Oberbergamtes weitere, kurz- und langfristige Sicherungsmaßnahmen um. So werden 2025 im Kanalbereich der Autobahnbrücke und am oberen Querbauwerk Stützkörper und Auflastfilter aufgebaut, u. a. mit sogenannten LEGO-Betonsystemsteinen. In Verbindung damit erfolgen Entspannungsbohrungen am Oberen Querbauwerk und die Herstellung von Dränagegräben in den Böschungen am Unteren Vorhafen. Damit soll der Porenwasserüberdruck in den angrenzenden Böschungen und unter der Kanalsohle abgemildert werden.

Hintergrund

Das Kompaktbauwerk und die Kanalböschungen entlang des Störmthaler Kanals werden laufend überwacht und bewertet. Die Erkenntnisse dieser Untersuchungen fließen in die lokale und globale Bewertung der Risiko- und Gefahrenlage ein. Aufgrund veränderter Rahmenbedingungen und Veränderungen an den Sicherungsbauwerken ergreift die LMBV weitere Maßnahmen. Dies umfasst kurzfristige Sicherungsmaßnahmen am Störmthaler Kanal sowie langfristige Sicherungsmaßnahmen in Bezug zur Autobahnbrücke der A 38. Zudem wird eine redundante Absperrung am oberen und unteren Querbauwerk (vsl. als Bohrpfahlwand) hergestellt. Die LMBV folgt damit einer Anordnung des Sächsischen Oberbergamtes.

Weitere Informationen sind auf der Unterseite zum Störmthaler Kanal zusammengefasst.   

Fotos: Christian Horn, April 2025


Abschluss der Sanierungsarbeiten am Kulturhaus Böhlen

Leipzig. Nach fast 20 Jahren der Sanierung am und um das Kulturhaus Böhlen, sind die Arbeiten nahezu abgeschlossen. Aus diesem Anlass haben die Stadt Böhlen und die LMBV am 25. März 2025 einige Wegbegleiter in das Kulturhaus Böhlen geladen. Vertreter der Stadt Böhlen und der umliegenden Gemeinden waren der Einladung ebenso gefolgt wie Vertreter des Sächsischen Oberbergamtes, der Landkreise und beteiligte Verbände. Zudem waren die ausführenden Baufirmen und Vertreter der LMBV vor Ort um die geleisteten Sanierungsarbeiten Revue passieren zu lassen. Böhlens Bürgermeister Dietmar Berndt begrüßte die Gäste und dankte ihnen für die gute Zusammenarbeit und das schöne Ergebnis. "Für viele ist das Kulturhaus selbstverständlich, das ist es aber nicht", so  Berndt. Das als "Kulturpalast" errichtete Gebäude wurde in der DDR intensiv genutzt, hat die Menschen zusammengeschweißt und war ein regionaler Dreh- und Angelpunkt. Auch heute hat das Haus eine überregionale Ausstrahlung, resümierte der gebürtige Böhlener, "Das Haus lebt wieder", freut sich der Bürgermeister.

Während den vergangenen fast 20 Jahren wurden am Kulturhaus Böhlen zahlreiche Baumaßnahmen in Projektträgerschaft der LMBV realisiert, nach §3 und §4 des Verwaltungsabkommens zur Braunkohlesanierung. Dr. Robert Böhnke, Koordinator §4-Maßnahmen der LMBV, ließ einige Maßnahmen Revue passieren und lenkte die Blicke der rund 40 Gäste auf den denkmalschutzgerecht gestalteten Sockelputz, den sanierten und barrierefreien Eingangsbereich oder den erneuerten Parkplatz. Auch er hob die gute Zusammenarbeit aller Akteure von der Finanzierung über die Planung bis hin zur Umsetzung durch die Baufirmen.

Gemeinsam mit dem Kulturhaus Böhlen ist im ersten Obergeschoss eine kleine Ausstellung zur Geschichte des Kulturhauses, dem verhängnisvollen Brand 2002 und den verschiedenen Etappen der Sanierung entstanden. Diese Ausstellung wird noch einige Wochen bis etwa Ende Juni 2025 zu sehen sein.

Das Kulturhaus von oben - zwei neue Parkplätze sind entstanden, der bestehende Parkplatz sowie die Wege zur Leipziger Strasse wurden saniert, nur kleinere Restarbeiten fnden noch statt. Foto: Kathrin Falke

Hintergrund

Das Kulturhaus Böhlen wurde 1952 als „Kulturpalast“ und eines der größten seiner Art in der DDR errichtet. Jahrzehntelang prägte es als kulturelles Zentrum das Leben der Bergleute im Südraum von Leipzig. Im Juni 2002 zerstörte ein Brand den großen Saal. Die Stadt Böhlen übernahm 2006 das Kulturhaus vom Landkreis Leipzig und begann mit der Sanierung. Ein Großteil der Arbeiten wurde im Rahmen der Paragrafen 3 und 4 des Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung finanziert, die LMBV ist als Projektträger für die Umsetzung zuständig.


Dietmar Berndt, Bürgermeister der Stadt Böhlen, würdigt die Bedeutung des Kulturhauses für die Stadt und die Region.

Dr. Robert Böhnke, Koordinator §4-Maßnahmen der LMBV berichtet über das langjährige Sanierungsgeschehen.

Zahlreiche Beteiligte und einzelne Bürger waren der Einladung gefolgt.

Christiane Fuhrmann, Leiterin des Kulturhauses, stößt mit Gästen auf die erfolgreiche Sanierung an.

Die Pressevertreter mit Blick in den Großen Saal.

Der Große Saal wurde als erstes durch die Stadt Böhlen saniert und war 2008 fertig.

Fotos: Christian Kortüm für LMBV


LMBV informiert zum Sachstand am Störmthaler Kanal

Leipzig. Aufgrund veränderter Rahmenbedingungen und Veränderungen an den Sicherungsbauwerken werden in den nächsten Wochen Sofortmaßnahmen am Störmthaler Kanal zwischen Markkleeberger und Störmthaler See beginnen. Dies teilte Bernd Sablotny, Sprecher der Geschäftsführung der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH, am 26. Februar 2025 in Markkleeberg mit. Die LMBV folgt damit einer Anordnung des Sächsischen Oberbergamts, die kurzfristig erfolgen wird.

„Die Maßnahmen zur Gefahrenabwehr, die 2021 ergriffen worden waren, sind nach wie vor wirksam. Auch das Schleusenbauwerk ist lagestabil. Aber die Lebensdauer der Bauteile ist begrenzt, hier schreitet die Korrosion voran“, so Bernd Sablotny. Am Schleusenbauwerk sind die Problemursachen nicht behoben und zudem konnte die Gleitsicherheit nicht nachgewiesen werden. Zudem können Schädigungen durch innere Erosion in den Böschungen nicht gemessen werden. Es gibt keine technischen Möglichkeiten, um in die Böschung „hinein zu schauen“. Seit Ende vergangenen Jahres sind wieder Baumaßnahmen am Kanal sichtbar. Es wurden Wasserbausteine aufgebracht um die Böschungen zu stabilisieren. Am oberen Sperrbauwerk und unterhalb der Autobahnbrücke werden demnächst Stützkörper und Auflastfilter u.a. mit so genannten LEGO-Betonsystemsteinen aufgebaut. Auch weitere Dichtwände, so genannte Bohrpfahlwände, sind geplant.

Bernd Sablotny, Sprecher der Geschäftsführung der LMBV, erklärt, welche Maßnahmen demnächst ergriffen werden. Martin Herrmann, Sächsisches Oberbergamt, bekräftigt die Notwendigkeit der Maßnahmen und die Veränderungen zur Situation 2021.

Nachdem der Ursachenbericht im Oktober 2023 vorlag, wurde mit den Partnern der Arbeitsgruppe „Störmthaler Kanal“ die Aufgabenstellung einer Machbarkeitsstudie erarbeitet und durch die LMBV beauftragt. Die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie werden im 1. Halbjahr 2026 vorliegen.

Bernd Sablotny wies darauf hin, dass die Sanierungsarbeit der LMBV vielfach Pionierarbeit sei. „Nirgendwo sonst auf der Welt ist eine vom Braunkohlentagebau beanspruchte Landschaft in diesen Dimensionen von Menschenhand umgestaltet und für künftige Generationen nutzbar gemacht worden“, erklärt er. Die Sanierung der Braunkohlereviere im Lausitzer und Mitteldeutschen Revier ist eines der größten Umweltvorhaben der Bundesrepublik.

Alle Maßnahmen in Bezug zum Störmthaler Kanal stimmt die LMBV eng mit den regionalen Akteuren ab. In der Arbeitsgruppe Störmthaler Kanal sind Vertreter des Sächsischen Oberbergamtes, der Landesdirektion Sachsen, des Landkreises Leipzig, des Regionalen Planungsverbandes Westsachsen und der Stadt Leipzig sowie die Bürgermeister von Markkleeberg und Großpösna vertreten.

 

Hintergrund

Der künstliche Kanal zwischen Störmthaler und Markkleeberger See im Südraum von Leipzig ist aufgrund von Böschungsschäden und Rissbildungen seit März 2021 gesperrt. Zur Gefahrenabwehr wurden zeitnah Querbauwerke ober- und unterhalb des Schleusenbauwerks errichtet. Im Oktober 2023 wurde in der „Arbeitsgruppe Störmthaler Kanal“ der Bericht zu den „Ursachen der festgestellten Defizite im Bereich des Störmthaler Kanals und des Kompaktbauwerkes zwischen Störmthaler und Markkleeberger See“ vorgestellt. Aktuell läuft eine „Machbarkeitsstudie zur Sanierung der Gewässerverbindung Störmthaler Kanal mit Kompaktbauwerk zwischen dem Störmthaler See und dem Markkleeberger See“.

Fotos: Anika Dollmeyer / Christian Kortüm


Schonende Sprengverdichtung am Concordia See

Nachterstedt. Am Concordia See geht die Sanierung weiter: Seit dem 7. Januar 2025 wird an einem Teilbereich der östlichen Rutschungsflanke die Schonende Sprengverdichtung durchgeführt. Ziel dieser Maßnahme ist es, die Verflüssigungsgefahr des Bodens zu beseitigen, um eine stabile Grundlage für weitere Arbeiten zu schaffen.

Für den Bereich der östlichen Rutschungsflanke wurde im Ergebnis einer Variantenbetrachtung die erdbautechnische Aufweitung des Böschungssystems als Vorzugsvariante herausgearbeitet. Mit der erdbautechnischen Aufweitung soll der neue Böschungsfuß soweit landseitig zurückverlegt werden, dass das Böschungssystem im sicheren Bereich gegründet werden kann. Im Rahmen der Realisierung der erdbaulichen Aufweitung der östlichen Rutschungsflanke wurden jedoch unterhalb des Höhenniveaus +100 m NHN verflüssigungsempfindliche Kippenmaterialien angetroffen, die der Bergbaualtkippe zuzuordnen sind. Deshalb ist vor der weiteren Sanierung eine bereichsweise Vergütung der verflüssigungsempfindlichen Sande im Bereich unterhalb der Berme +90,50 m NHN notwendig. Die Vergütung erfolgt mittels schonender Sprengverdichtung.

Luftaufnahme des Concordia Sees 2024

Auf Grund der schwierigen Witterungsbedingungen und dem damit verbundenen vernässten Boden vor Ort erfolgen die Arbeiten aktuell mit leichten Verzögerungen. 49 Sprengtage sind angesetzt, um die Verdichtungsarbeiten abzuschließen.

Insgesamt wird in 290 Bohrlöchern in unterschiedlichen Tiefen gesprengt, je nach Lage des zu verdichtenden Bodenhorizonts. Die maximale Verdichtungstiefe beträgt dabei 25 Meter. Das Verfahren der Schonenden Sprengverdichtung erfolgt im Dreiecksraster, den sogenannten Tripolen. Die einzelnen Bohrlöcher liegen jeweils fünf Meter voneinander entfernt. Der Abstand wurde im Vergleich zur vorangegangenen Schonenden Sprengverdichtungen im Jahr 2021 reduziert. Hier lag er bei 7,5 Metern. Pro Sprengtag werden zwei möglichst weit voneinander entfernte Tripole mit jeweils drei Sprengbohrlöchern gesprengt.

Dieser Abschnitt der Sanierung gehört, neben der sogenannten zentralen Rutschungsflanke im Bereich der Südwest-Böschung (Rutschungsereignis von 2016), zu den letzten Bereichen, die verdichtet werden müssen.

Die Vergütung der setzungsfließempflindlichen Sande mittels Schonender Sprengverdichtung funktioniert nur im wassergesättigten Teil des Kippenbodens. Die darüber liegende erdfeuchte Bodenschicht kann durch dieses Verfahren nicht erreicht werden. Daher muss hier nachfolgend noch ein Massenaustausch erfolgen. Die Bodenschicht wird herausgenommen und anschließend durch einen lagenweise verdichteten Wiedereinbau erneut aufgebracht.

Die aktuell laufenden Sanierungsmaßnahmen am Concordia See sind entscheidend für die standsichere Gestaltung des Böschungssystems und dienen zur Vorbereitung für die nächsten Schritte der Bauarbeiten.


Das Verfahren der Schonenden Sprengverdichtung

Fotos: Christian Kortüm


Sanierung der Oberflächenentwässerung am Gremminer See abgeschlossen

Gräfenhainichen. Die Sanierung der Oberflächenentwässerung am Südufer des Gremminer Sees ist erfolgreich abgeschlossen. Die Sanierung war notwendig, da der Rundweg an einigen Stellen regelmäßig unter Wasser stand. Seit Anfang 2025 ist der Rundweg nun wieder öffentlich zugänglich.

Im Rahmen der Sanierung wurden die Entwässerungsgräben parallel zum Rundweg auf rund zwei Kilometern Länge vertieft und zusätzliche Gräben in Richtung Gremminer See angelegt. Diese Maßnahmen sorgen dafür, dass das anfallende Regenwasser nun effizienter in den See abfließen kann.

Der Hauptgrund für die Sanierung der Entwässerungsanlagen war die dauerhafte Vernässung großer Teile der Südböschung, sowie der Weggabelung auf Höhe von Strohwalde (Beutelhaldenweg). Dieses Dreieck wurde mit größeren Entwässerungsrohren ausgestattet, direkt an der Böschung mit tieferem Graben versehen und insgesamt höhergelegt. Am Wegdreieck ist dadurch ein gewisser Retentionsraum entstanden, der, genau wie der straßenbegleitende Graben, bei Starkniederschlägen die Wassermassen aufnimmt und kontinuierlich an die Ableitgräben zum See abgibt. Die Anzahl der Ableitgräben wurde verringert und zum Teil neu verortet um eine künftige touristische Nutzung zu ermöglichen.

Die Arbeiten hatten Ende 2023 begonnen und konnten Ende 2024 planmäßig abgeschlossen werden. Einige Skulpturen entlang des Weges mussten aus Platzgründen im Rahmen der Sanierungsarbeiten wenige Meter versetzt werden.

Die Luftaufnahme zeigt den Gremminer See mit dem Stadtbalkon am Südufer (vorn im Bild) und den Baggern und Absetzern von Ferropolis, der "Stadt aus Eisen", auf der Halbinsel.

Fotos: Christian Kortüm


Gröberner See: Ufersicherung läuft und Verwahrung ist abgeschlossen

Gröbern. Am Gröberner See wird seit Dezember 2024 an der Ostböschung gearbeitet. Aufgrund fortschreitender Erosion ist das Ufer teilweise eingebrochen und beschädigt. Bereits in den vergangenen Jahren fanden wiederholt Arbeiten zur Ufersicherung statt. Da der Wind überwiegend aus Westen weht, führt der Wellenschlag ans Ostufer an mehreren Stellen zu Kliffbildung, wodurch die Gefahr von Uferabbrüchen besteht. Um dies zu bremsen und den nahe gelegenen Wirtschaftsweg zu schützen, erfolgt bis zum Frühjahr 2025 die Ufersicherung von Land und vom Wasser aus. Um den Jahreswechsel erfolgte die Baufeldfreimachung, die erste von drei Baustraßen als Zugang zum Ufer wurde bereits angelegt und geschottert. Vom Wasser aus wird das Ufer glattgezogen, es werden Wasserbausteine aufgeschüttet, in einigen Bereichen wird als Brandungsschutz ein Schilfgürtel angelegt. An einer weiteren Stelle hat sich infolge der Erosion bereits eine kleine Steilwand gebildet, in der Schwalben gern brüten. Diese bleibt bestehen. Die Arbeiten umfassen eine Uferlänge von rund 300 Metern und werden von der Firma Bickhardt Bau SE ausgeführt.

Uferlinie von Süd nach Nord, von unten rechts nach oben links.
Die erodierte Uferlinie am Ostufer. Am ersten Abschnitt wurden bereits Wasserbausteine aufgeschüttet.

Verwahrung im Tiefbau an der Westböschung abgeschlossen

Ende 2024 wurde an der Westböschung die Verwahrung von Filterbrunnen und untertägigen Hohlräumen erfolgreich abgeschlossen. Die alten Strecken und Filterbrunnen dienten im ehemaligen Tagebau Gröbern der Entwässerung. Die Hohlräume wurden mit hydraulischem Versatzbinder verfüllt und damit gesichert, so dass das ehemalige Tagebaugelände sicher nachgenutzt werden kann. Diese Sicherungen sind zudem Voraussetzung für die Beendigung der Bergaufsicht in diesem Gebiet. Die aufwendigen Arbeiten erfolgten dabei an Land sowie vom Wasser aus.

 

Hohlraum unter Bahntrasse entdeckt

Während der Arbeiten wurden neue Tiefbaubereiche entdeckt. Diese waren nicht groß, lagen aber im Bereich der ICE-Bahntrasse Berlin – Erfurt und waren daher relevant für die Standsicherheit der Gleistrasse. In enger Abstimmung mit dem Landesamt für Geologie und Bergwesen von Sachsen-Anhalt (LAGB) und der Deutschen Bahn wurden alle Hohlräume sicher verwahrt. Anschließend wurden Kontrollbohrungen durchgeführt, um den Erfolg der Versatzmaßnahme nachweisen zu können. Die Auswertung der Bohrkerne läuft noch. Die Arbeiten vor Ort sind abgeschlossen und der Wirtschaftsweg um den See, der gern von Hundebesitzern und Naturliebhaber genutzt wird, ist wieder uneingeschränkt nutzbar.

Fotos: Christian Kortüm


Einigung zum künftigen Verlauf des Lober-Leine-Kanals erfolgt

Leipzig/Bitterfeld-Wolfen. Eine wesentliche Voraussetzung für den Aufschluss des Tagebaus Goitsche war der Bau des Lober-Leine-Kanals zwischen 1949 und 1951. Die beiden Flüsse Lober und Leine querten das für den Abbau vorgesehene Feld. Um das Gelände für den Braunkohlentagebau frei zu machen, wurde innerhalb von zwei Jahren ein 14 Kilometer langer Kanal zur Aufnahme des Wassers der beiden Flüsse und zu dessen direkter Ableitung in die Mulde nahe des Ortes Döbern gebaut. Im Jahr 1982 wurde der Lober-Leine-Kanal nochmals in ein neues Bett verlegt – dieses Mal zur Freimachung des Baufeldes Rösa.

Der Kanal zwischen dem Goitzschesee und dem Seelhausener See war von vornherein nur als temporäres Gewässer geplant und sollte nach DDR-Bergbau-Planungen überbaggert werden, zumal er künstlich abgedichtet ist und keine Verbindung zum Grundwasser hat. Mit dem Ende des aktiven Braunkohlenabbaus in der Region und der Aufstellung der Abschlussbetriebspläne wurde der LMBV die Verantwortung zum Abschluss der Tagebaue einschließlich der Wiedernutzbarmachung der vom Bergbau beanspruchten Oberfläche und die nachbergbauliche Neugestaltung der Oberflächenabflusssysteme übertragen.

Die Luftaufnahme zeigt den aktuellen Verlauf des Lober-Leine-Kanals zwischen dem Großen Goitzschesee und dem Seelhausener See. (Foto: LMBV)

Über den künftigen Verlauf von Lober und Leine und damit verbunden über den Verbleib der Abschnitte Lober-Kanal und Lober-Leine-Kanal, gab es bei den beteiligten Fach- und Genehmigungsbehörden in Sachsen und Sachsen-Anhalt unterschiedliche Auffassungen. Im Jahr 2024 konnten zwischen dem Sächsischen Staatsministerium für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft und der LMBV die letzten Vorabstimmungen zur geplanten Einbindung von Lober und Leine in den Seenverbund erfolgreich abgeschlossen werden.

Lober und Leine werden in der Ortslage Sausedlitz über den Altlauf des Lober-Leine-Kanals und nachfolgend über das alte Flussbett der Leine in den Seelhausener See und von hier über einen neu zu errichtenden offenen Graben in den tiefer liegenden Großen Goitzschesee geführt. Damit wird jetzt die gefundene Vorzugsvariante für das noch zu führende Planfeststellungsverfahren planerisch und genehmigungsrechtlich durch die Planungs- und Fachbereiche der LMBV vorbereitet.

Dieses umfangreiche länderübergreifende Sanierungsprojekt in Sachsen und Sachsen-Anhalt ist eines der größten noch bevorstehenden Fließgewässerprojekte, welches am Standort Mitteldeutschland umzusetzen ist. (CS)


Speicher Borna: Anbindung der Baustraße an die B93 weitestgehend abgeschlossen

Leipzig/Borna. Für die Gefahrenabwehrmaßnahme „Sanierung Speicherbecken Borna, Baufeld Ost“ baut die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) derzeit an der Erschließung des ostseitigen Sanierungsgebietes am Speicher Borna.

An der B 93 zwischen Blumroda und Borna wurde eine zusätzliche Linksabbiegerspur gebaut, die zur Anbindung an die Baustraße benötigt wird. Der Bau machte eine halbseitige Sperrung der B 93 notwendig. Diese Sperrung wurde am 16. Dezember 2024 rechtzeitig vor den Feiertagen aufgehoben, sodass der Verkehr wieder regulär fließen kann.

Der Parkplatz am Anbindepunkt diente als Baustelleneinrichtung und kann seit dem 18. Dezember wieder genutzt werden. Die Fertigstellung des Anbindepunktes für die Baustraße sowie der Bau der Entwässerungsgräben und der Parkplatzzufahrt erfolgen im kommenden Jahr. Nach Abschluss dieser Arbeiten folgt als nächster Schritt die Errichtung der Baustraße und des Montageplatzes im nebenliegenden Feldbereich.

Die Maßnahme erfolgt in enger Zusammenarbeit mit dem zuständigen Landesamt für Straßenbau und Verkehr, Niederlassung Leipzig. Der Auftrag für die Baumaßnahme wurde an die Rädlinger Straßen- und Tiefbau GmbH vergeben.

Hintergrund:

Für gekippte Teilbereiche des Speicherbecken Bornas ist eine Gefahr von Grundbruch und Setzungsfließen nicht auszuschließen. Deshalb sind seit Mai 2010 Teilbereiche vorsorglich gesperrt. Seit Januar 2020 wurde der Sperrbereich nochmals erweitert. Nach Arbeiten im Probefeld West und an der Hochkippe Borna folgen nun die Arbeiten zum Probefeld Ost. Der erste Schritt ist dessen verkehrstechnische Erschließung.

Die halbseitige Sperrung zwischen Blumroda und Borna ist seit dem 16.12.2024 wieder aufgehoben.

Ein Einblick in die Arbeiten kurz vor Freigabe der Straße. (Fotos: LMBV)


LMBV und Gäste blickten zur Barbarafeier auf das Jahr 2024 zurück

Radebeul. Am 4. Dezember 2024 hatte die LMBV zu ihrer diesjährigen Festveranstaltung zu Ehren der Heiligen Barbara nach Radebeul eingeladen. Erstmals begrüßte Torsten Safarik, kaufmännischer Geschäftsführer, die rund 400 geladenen Gäste. Als Grußwortrednerin ging anschließend die Präsidentin der Landesdirektion (LDS), Regina Kraushaar, in ihrem Statement, ausgehend von der historischen Figur der Schutzpatronin, auf aktuelle Herausforderungen im Zusammenwirken der Akteure der Bergbausanierung ein.

Bernd Sablotny, Sprecher der Geschäftsführung, dankte der Präsidentin - stellvertretend für ihre gesamte Behörde - für die zielführende Zusammenarbeit mit der LDS und hob das gemeinsame Engagement zur Abgrenzung von Berg- und Wasserrechtsfragen hervor. Damit werden eine arbeitsteilige Bearbeitung von wasserrechtlichen Genehmigungen und bergrechtlichen Zulassungen durch die LDS und das Oberbergamt möglich und Doppelgenehmigungen auf das nötigste beschränkt.

Regina Kraushaar wurde als Ehrenbergfrau der LMBV geehrt.

In seinem Bericht aus den Revieren der LMBV blickte Bernd Sablotny auf ausgewählte Projekte des Jahres zurück und zeigte anhand ausgesuchter Sanierungs- und Verwahrungsmaßnahmen die Ergebnisse der LMBV beispielhaft auf und gab teilweise auch einen Ausblick auf die noch anstehenden Aufgaben in der Braunkohlesanierung und in der Verwahrung im Bereich Kali-Spat-Erz.

Der LMBV-Chef resümierte u.a., dass im Jahr 2024 die LMBV voraussichtlich Leistungen in einem Finanzierungsumfang von circa 281 Millionen Euro in der Braunkohlesanierung erbracht haben wird. In den Maßnahmen nach rechtlicher Verpflichtung nach § 2 werden das circa 187 Millionen Euro, für die Maßnahmen nach § 3 des Verwaltungsabkommens, circa 53 Millionen Euro und für die Maßnahmen zur Erhöhung des Folgenutzungsstandards in Brandenburg und Sachsen nach § 4 circa 13 Millionen Euro sein. Im Bereich Kali-Spat-Erz werden bis zum Jahresende Verwahrungsleistungen in Höhe von 28 Millionen Euro umgesetzt sein.

Sablotny dankte sowohl den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der LMBV als auch dem Gesellschafter, dem Bundesministerium der Finanzen, dem Aufsichtsrat, den Finanziers der Bergbausanierung, den Sanierungsgesellschaften und Ingenieurbüros, den Sachverständigen, den Behörden und allen weiteren Beteiligten ganz herzlich für die aktive Begleitung der LMBV-Geschäftstätigkeit im Jahr 2024.

Der Film über das Sanierungsgeschen 2024 ist in der LMBV-Mediathek abrufbar.

Fotos: LMBV/Gernot Menzel


35 Jahre Grenzöffnung am Lappwaldsee gefeiert

Harbke/Helmstedt. Am 9. November 2024 wurde am Lappwaldsee das 35-jährige Jubiläum der innerdeutschen Grenzöffnung gefeiert. Der See zwischen Harbke (Sachsen-Anhalt) und Helmstedt (Niedersachsen), der aus den ehemaligen Tagebauen Wulfersdorf und Helmstedt hervorgegangen ist, bildete den Rahmen für eine bewegende Gedenkveranstaltung.

Anlässlich der Feierlichkeiten würdigten die Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt und Niedersachsen, Dr. Reiner Haseloff und Stephan Weil, in ihren Ansprachen die Bedeutung des 9. November in der deutschen Geschichte. Die Grenzöffnung vor 35 Jahren markierte nicht nur das Ende der deutschen Teilung, sondern auch einen Wendepunkt für viele Regionen entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze, die sich seither neuen wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen stellen mussten und müssen.

Der bevorstehende Zusammenfluss der ehemaligen Tagebaumulden von Wulfersdorf und Helmstedt kann als Symbol für die Transformation und den Wiederaufbau der Region nach der Wiedervereinigung gesehen werden. Was bereits heute ein Ort zur Naherholung ist, war früher Grenzgebiet und während der Teilung Deutschlands streng bewacht.

Zukunftsperspektiven für den Lappwaldsee

Im Rahmen der Gedenkfeier wurden konkrete Pläne zur künftigen touristischen und wirtschaftlichen Nutzung des Lappwaldsees vorgestellt. Angesichts der wachsenden Bedeutung des Sees für die Region soll er sowohl ein Ort der Erinnerung und Begegnung sein als auch ein touristischer Anziehungspunkt werden. Ziel ist es, den See zu einem Zentrum für Freizeitaktivitäten und naturnahe Erholung zu entwickeln.

Derzeit sind noch umfangreiche Sanierungsmaßnahmen notwendig, welche durch die Bergbausanierungsunternehmen LMBV und Helmstedter Revier GmbH (HSR) durchgeführt werden. Bereits im Mai diesen Jahres stellte die LMBV anlässlich des FLÖZerfestes die laufenden Sanierungsarbeiten am Lappwaldsee vor. Der Lappwaldsee stehe nicht nur für die Herausforderungen der deutschen Einheit, sondern auch für den Wandel einer Region, die über Jahrzehnte hinweg vom Kohleabbau geprägt war. Dieser Wandel schaffe neue Zukunftsperspektiven. (CS)

Feierten gemeinsam 35 Jahre Grenzöffnung am Lappwaldsee (v.l.n.r.): Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU), Mirko Mennert (Projektmanagement LMBV), Grit Uhlig (Leitung Sanierungsbereich Mitteldeutschland LMBV), Thomas Klein (Geschäftsführer Wirtschaftsregion Helmstedt GmbH), Jana Hübner (Projektmanagement LMBV), Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD), Henning Konrad Otto (Verbandsgeschäftsführer Planungsverband Lappwaldsee), Bernd Sablotny (Sprecher der Geschäftsführung der LMBV), Thoralf Klehm (Geschäftsführer Helmstedter Revier), Gerhard Radeck (Landrat Landkreis Helmstedt).

Foto: Maik Schöttke


Zahlreiche Gäste folgten der Einladung zum Festakt. (Foto: Maik Schöttke)

Der Lappwaldsee im Mai diesen Jahres. (Foto: Christian Kortüm)


Seelhausener See: Flächengestaltung des Strandes Löbnitz abgeschlossen

Löbnitz. Die langfristige Sanierung und Wiedernutzbarmachung der Bergbaufolgelandschaft im Bereich der Goitzsche zeigt Erfolge: Im September wurde die Erd- und Verkehrsbaumaßnahme für den Strand Löbnitz fertiggestellt, die im Januar 2024 begonnen worden waren. Der Bereich am sächsischen Ostufer des Seelhausener Sees ist der wichtigste Bauabschnitt für die künftige Entwicklung des bislang noch kaum touristisch erschlossenen Bergbaufolgesees.

Der Erdbau umfasste eine Fläche von insgesamt ca. 3 Hektar und konnte gemäß Planung umgesetzt werden. Dank der Böschungsgestaltung per Bagger, Dumper und Walze entstand ein abgeflachter, bis zu 40 Meter breiter und 1,05 Kilometer langer Strand in unterschiedlicher Dimensionierung und Profilierung. Die Böschung wurde durchgängig abgeflacht und der Strand in einen geschwungenen nördlichen und einen eher geradlinigen südlich verlaufenden Bereich hergestellt. Die neu gestalteten Uferböschungen wurden terrassiert angelegt und Lärmschutzwälle in Richtung der Ortsumgehung Löbnitz errichtet.

Ebenfalls im September abgeschlossen wurde die Anbindung ans bestehende Verkehrswegenetz. Der vorhandene Wirtschaftsweg – ein Teil des Seerundweges – wurde zurückgebaut. Stattdessen entstand ein 1,2 Kilometer langer asphaltierter Uferwegabschnitt mit neuem Verlauf. Ab Anfang November 2024 sollen die Ersatz- und Ausgleichspflanzungen beginnen.

Auftragnehmer für die Erd- und Verkehrswegebauarbeiten war die Firma Bickhardt Bau SE aus Sangerhausen, die ökologische Baubegleitung übernahm das Büro Knoblich aus Zschepplin. Für das § 4-Projekt zur Erhöhung des Folgenutzungsstandards im Rahmen des Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung entstanden Gesamtkosten in Höhe von 2,0 Mio. Euro, davon entfielen ca. 1,5 Mio. Euro auf den Erd- und Verkehrswegebau.

Strand Löbnitz mit Bootsanleger am Südende. Er war vom Anglerverein in Eigenregie erstellt worden.

Fotos: Christian Kortüm


Tag des Berufsanfängers am Schladitzer See

Leipzig. Auch in diesem Jahr begrüßte die LMBV ihre 12 neuen Auszubildenden zum Tag des Berufsanfängers und gab den Berufseinsteigern Einblicke in das Unternehmen und die Arbeit des Sanierungsbergbaus.

Die Veranstaltung startete am Standort Leipzig und bot den Berufseinsteigern die Möglichkeit, sich untereinander kennenzulernen und mehr über die vielfältigen Tätigkeiten der LMBV zu erfahren. Sie erhielten zudem wertvolle Informationen über die Arbeit und das Engagement des Betriebsrates und der IGBCE.

Im Anschluss ging es an den Schladitzer See, ehemals Tagebau Breitenfeld. Hier konnten die Auszubildenden anhand des Biedermeierstrandes sehen, wie Sanierungsbergbau eine ehemalige Tagebaulandschaft transformiert hat. Christoph Zwiener, Vereinsvorsitzender des Haynaer Strandverein e.V., hob hervor, was die LMBV und der Verein gemeinsam am Biedermeierstrand geschaffen haben. Er stellte den Auszubildenden das Gesamtkonzept des Areals vor und zeigte ihnen die neue Servicestation sowie die erweiterte und Deutschlands nun größte überdachte Seebühne. Beides wurde erst im Mai diesen Jahres mit großem Festakt eingeweiht. 

Die Auszubildenden der LMBV besichtigten Deutschlands größte überdachte Seebühne.

Letzter Punkt des Tages war die Besichtigung der Schladitzer Bucht. Bettina Fütz, Leiterin Beendigung Bergaufsicht bei der LMBV, gab den Auszubildenden einen Einblick in die Entstehung der Bucht sowie des Sees und erzählte von den vielfältigen Möglichkeiten für Wasser- und Strandsportbegeisterte an der Schladitzer Bucht.

Der Tag des Berufsanfängers führt die Auszubildenden der LMBV aus den verschiedenen Standorten und Bereichen zusammen. In diesem Jahr werden die Auszubildenden in den Berufen Kaufmann/-frau für Büromanagement sowie Fachmann/-frau für Restaurants und Veranstaltungsgastronomie überbetrieblich ausgebildet. 

Fotos: Christian Kortüm


Pflanzung von 43 Gehölzen für die Artenvielfalt in Rositz

Leipzig/Rositz. Bei einem Treffen im Rositzer Ortsteil Gorma präsentierte LMBV-Projektmanager Florian Krüger dem Bürgermeister von Rositz, Steffen Stange, und dem zuständigen Naturschutzbeauftragten Benno Moller die neue Informationstafel an der um Jungbäume ergänzten Streuobstwiese (v.r.n.l.).

Neue Informationstafel „Vom Bergbaurevier zur Streuobstwiese“ im Ortsteil Gorma

Darauf geht es um den historischen Braunkohleabbau im Meuselwitz-Rositzer Revier, die sich anschließende Bergbausanierung und die nunmehr gepflanzten 20 Obsthochstämme. Um die Blütezeit zu verlängern und so ein längeres Nahrungsangebot für Insekten zu schaffen, waren verschiedene standortgerechte Sorten für die Streuobstwiese ausgewählt worden: 4 Conference Birne, 3 Birne Nordhäuser Winterforelle, 4 Birne Gräfin von Paris, 3 Kirsche Altenburger Melonenkirsche, 3 Kirsche Kassins Frühe (Herzkirsche) und 3 Hauszwetschge Schüfer.

Grund für die Ausgleichsmaßnahme waren die Rückbauarbeiten und Sanierungen auf mehreren Grundstücken im Zuge der großflächigen Altlastensanierung im Rositzer Ortsteil Schelditz. Da die Gefahrenabwehrmaßnahme Baumfällungen nach sich gezogen hatte, wurden 2023 in Abstimmung mit der Kommune insgesamt 43 Gehölze gepflanzt: Zum einen pflanzte man Ende 2023 23 Winterlinden als Alleebäume an der Nordseite der Fichtenhainicher Straße ein. Zum anderen wurden 20 Jungbäume auf einer bestehenden, jedoch lückig und mit teilweise überalterten Bäumen bewachsenen Streubostwiese im nahe gelegenen Ortsteil Gorma neu gesetzt. Diese Arbeiten wurden 2024 beendet.

Die neuen Habitate seien „bei den Tieren gut angekommen“, bestätigte Benno Moller im Hinblick auf den Artenreichtum. An der Fichtenhainicher Allee hätte er bereits nach vier Wochen Zauneidechsen und sogar Neuntöter entdeckt.


Informationstafel zum Download

Impressionen vom Vor-Ort-Termin 

Fotos: Claudia Hermann


Mit Fertigstellen des Ableiters wird die Beendigung der Bergaufsicht für Merseburg-Ost erreicht

Leipzig/Schkopau. Die Bauarbeiten am Ableitungsbauwerk Merseburg-Ost im Auftrag der LMBV wurden kürzlich erfolgreich abgeschlossen. Am 12. September 2024 wurde der neue Ableiter vom Wallendorfer See zur Alten Luppe feierlich in Betrieb genommen. Mit dem Fertigstellen dieses Bauwerkes hat die LMBV den Planfeststellungsbeschluss am ehemaligen Tagebau Merseburg-Ost nahezu vollständig erfüllt und lhre Sanierungstätigkeiten hier weitestgehend abgeschlossen.

Bernd Sablotny, Sprecher der Geschäftsführung der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV), begrüßte aus diesem Anlass zahlreiche Gäste aus Ministerien und Ämtern, der beteiligten Baufirmen, den Bürgermeister sowie Bürger der Gemeinde Schkopau. Er erläuterte den Weg vom ehemaligen Braunkohlentagebau Merseburg-Ost, über die erfolgreiche Sanierung und Flutung des Raßnitzer und des Wallendorfer Sees bis zur heutigen Nachnutzung als Bade- und Sportgewässer und schließlich der Fertigstellung fast aller Sanierungsleistungen.

Dr. Steffen Eichner, Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt, verwies in seinem Grußwort auf die große Bedeutung der Braunkohlesanierung in Sachsen-Anhalt. In den letzten 30 Jahren wurden hier Sanierungsleistungen in Höhe von über 1,5 Milliarden Euro erbracht. Er verdeutlichte die komplexen Zusammenhänge mit dem Bau des Ableiters: das Wasser im Wallendorfer See ist auf Grund des vormaligen Salzkohletagebaus salzhaltiger als gewöhnlich. Um es in die Luppe – ein FFH-Gebiet – einleiten zu können, musste eine Mindestwassermenge gewährleistet sein, um das salzhaltige Wasser zu verdünnen. Dafür wiederum musste auch das Wehr Kleinliebenau ertüchtigt werden, bevor die 750 Meter Ableiter gebaut und in Betrieb gehen konnten. (KHM)

Die enthüllte Tafel informiert über den ehemaligen Braunkohlentagebau und den Ableiter Merseburg-Ost (Dauerhafte Aufstellung erfolgt nach Erteilung der Baugenehmigung)

Beendigung der Bergaufsicht für 1.135 Hektar erreicht

Bernd Sablotny nahm die Veranstaltung auch zum Anlass, um die Beendigung der Bergaufsicht für einen Großteil der Fläche des ehemaligen Tagebaus Merseburg-Ost zu verkünden. Erst am 4. September 2024 fand die Abschlußbefahrung mit Vertretern der LMBV, des Landesamtes für Geologie und Bergwesen (LAGB), des Landratsamtes Saalekreis und der Gemeinde Schkopau statt und bestätigte die Erfüllung der bergrechtlichen Verpflichtungen durch die LMBV für die beantragte Fläche von 1.135 Hektar. Insgesamt umfasst die unter Bergaufsicht stehende Fläche 1.136 Hektar, d.h. mit einem Hektar Fläche sind die noch ausstehenden Restaufgaben verknüpft.

Ulf Desselberger, Vertreter des Abteilungsleiters Bergbau, im Landesamtes für Geologie und Bergwesen Sachsen-Anhalt (LAGB) betonte, dass mit diesem Schritt eine ungewöhnlich große Fläche aus der Bergausicht entlassen werden konnte. Auf Initiative  der LMBV wurde ein neues Vorgehen entwickelt, wonach in zwei Phasen für große Flächen die Bergaufsicht beendet werden kann und die ausstehenden Leistungen mit einer kleinen Restfläche verknüpft werden.

Mit der Beendigung der Bergaufsicht müssen künftig Baumaßnahmen in diesem Bereich nicht mehr mit dem LAGB abgestimmt werden, wodurch auch die künftigen Planungen der LMBV vereinfacht wird. Denn es sind noch immer Restarbeiten durch die LMBV zu erledigen, unter anderem die Verwahrung bzw. Sicherung von 520 Filterbrunnen oder der Rückbau einer Pumpstation. Die Fertigstellung dieser Arbeiten ist Voraussetzung dafür, um auch für die restliche Fläche von einem Hektar die  Bergaufsicht zu beenden. Die LMBV wird auch in den kommenden Jahren noch vor Ort tätig sein.

Luftaufnahme des Ableiters Merseburg-Ost in seinem ganzen Verlauf, kurz nach Fertigstllung.

Hintergrund:

Wo sich heute der Wallendorfer und der Raßnitzer See befinden, begann 1971 der Aufschluss des Tagebaus Merseburg-Ost, nachdem die Braunkohlevorräte im Geiseltal erschöpft waren. Von 1973 bis 1991 wurde hier Kohle gefördert. Insgesamt 116 Mio. Tonnen Kohle, 14 Mio. Tonnen Kiessand sowie 1 Mio. Tonnen Ton wurden gewonnen und dazu 117 Mio. Tonnen Abraum bewegt. Der Tagebau Merseburg-Ost war der einzige Salzkohle-Tagebau der DDR. Aufgrund des hohen Salzgehaltes der Rohbraunkohle wurde diese fast ausschließlich zur Brikettierung verwendet.

Nach der Stilllegung des Tagebaus setzte 1991 die Sanierung ein. Das Restloch bestand aus den Abbaufeldern 1a und 1b, diese waren durch eine Innenkippe getrennt. Um das entstandene Massendefizit aufzufüllen, begann 1998 die Flutung beider Teile mit Wasser aus der Weißen Elster. Sie wurde Ende 2002/Frühjahr 2003 abgeschlossen.

Sowohl Raßnitzer als auch Wallendorfer See besitzen keinen Zulauf und werden allein durch Grund- und Niederschlagswasser gespeist. Die Seen sind miteinander durch einen Überleiter verbunden, so dass überschüssiges Wasser – zum Beispiel nach Starkregen – aus dem Raßnitzer in den Wallendorfer See abfließen kann. Von dort wurde das Wasser bis zum Jahr 2024 über eine Pumpstation am Nordufer abgepumpt und in die Weiße Elster geleitet.

Dank der Errichtung eines Ableiters zwischen Mai 2023 und Mai 2024 konnte die Pumpstation außer Betrieb gehen. Das ca. 750 Meter lange Gewässer übernimmt den Wasserabfluss vom Wallendorfer See über das natürliche Gefälle in die Luppe und gewährleistet dadurch eine weitestgehende Selbstregulierung des planfestgestellten Wasserstands im Wallendorfer See.

Fotos: Christian Kortüm

Foto Dammbalken: Uwe Steinhuber


Wegebau verbessert Anbindung für Großdeuben

Großdeuben/Böhlen. Mit Fertigstellung des Weges 9a ist eine vorbergbauliche Wegebeziehung wiederhergestellt. Am Dienstag, den 13. August 2024, gaben Dietmar Berndt, Bürgermeister der Stadt Böhlen, und Jörg Schöne, Projektmanager der LMBV, den Weg offiziell zur Nutzung frei. Dabei verwies Dietmar Berdt auf die Bedeutung des Weges als Anbindung an die vorhandenen Neue-Harth-Wege und bestätigte die rege Nutzung. Die Bürger von Großdeuben erhalten damit eine bessere Anbindung an das Wegenetz zum Cospudener und Zwenkauer See.

Die Bauarbeiten hatten im November 2023 gebonnen und wurden im Juli 2024 mit der Bauabnahme und der Übergabe des Weges an die Stadt Böhlen und den Sachsenforst  erfolgreich und vorfristig abgeschlossen, wie Jörg Schöne, verantwortlicher Projektmanager der LMBV ergänzte. Der etwa einen Kilometer lange Weg wurde von der LMBV auf eine Breite von 3,50 Metern grundhaft aus- bzw. neu gebaut. Die Herstellung erfolgte mit einer sandgeschlämmten Schotterdecke, weil der Weg nicht nur als Rad- und Gehweg, sondern für den Eigentümer Sachsenforst auch als Wirtschaftsweg genutzt wird.

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Offizieller Banddurchschnitt
v.l.n.r.: Göran Danz, Technischer Leiter der Baufirma Rädlinger, Dietmar Berndt, Bürgermeister der Stadt Böhlen, und Jörg Schöne, Projektmanager der LMBV

Der Weg 9a beginnt an der Feldstraße in der Ortslage Großdeuben und führt in westlicher Richtung zum vorhandenen Neue-Harth-Weg. Die Trassenführung ist das Ergebnis eines Beteiligungsprozesses im Zusammenhang mit der bergbehördlichen Zulassung des Abschlussbetriebsplanes der LMBV für diesen Bereich. Denn es handelt sich um eine vorbergbaulichen Wegebeziehung, die im Rahmen der bergbaulichen Grundsamierungspflicht der LMBV annähernd wiederhergestellt wurde. Finanziert wurde die Maßnahme über den § 2 des Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung und damit zu 75 Prozent aus Bundesmitteln und zu 25 Prozent als Mitteln des Freistaates Sachsen. Die Gesamtkosten der Baumaßnahme belaufen sich auf rund 450.000 Euro netto. Auftragnehmer ist die Firma Rädlinger Straßen und Tiefbau GmbH/Niederlassung Markkleeberg. Die örtliche Bauüberwachung und die ökologische Baubegleitung übernahm das Ingenieurbüro K. Langenbach Dresden GmbH in Zusammenarbeit mit der AQUILA Ingenieurgesellschaft mbH, wobei Letztere für die ökologische Baubegleitung verantwortlich zeichnete.

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Fotos: Christian Kortüm

Luftbilder: Christian Horn


Machbarkeitsstudie “Bootspassage Zwenkauer-Cospudener See”

Zwenkau/Dresden. Staatssekretärin Barbara Meyer hat am 3. Juli 2024 auf Einladung von Ministerpräsident Michael Kretschmer am „Spitzengespräch zur touristischen Nutzung der Bergbaufolgelandschaften im Mitteldeutschen und Lausitzer Revier“ teilgenommen.

Mit im Gepäck in Zwenkau hatte sie einen Fördermittelbescheid für die „Machbarkeitsstudie Bootspassage Zwenkauer-Cospudener See“ in Höhe von 187.500 Euro. Diesen überreichte Sie gemeinsam mit Regina Kraushaar, Präsidentin der Landesdirektion Sachsen, an Bürgermeister Heiko Rosenthal, Sprecher des Grünen Ringes Leipzig.

Seit fast dreißig Jahren engagiert sich dieser interkommunale Zusammenschluss bereits für die Entwicklung rund um die Seen. Von der Machbarkeitsstudie wird erwartet, dass sie Planungs- und Finanzierungsmöglichkeiten aufzeigt und somit den nächsten Schritt für die touristische Verbindung (Bootspassage) zwischen den beiden Seen ermöglicht.

Staatssekretärin Barbara Meyer: „Das große Engagement der Menschen im Leipziger Neuseenland hat eine reizvolle Landschaft geschaffen. Besucher und Gäste aus Leipzig, dem Umland aber auch von weiter kommen immer wieder gern. Das Neuseenland ist heute schon ein Tourismus-Hotspot in Sachsen. Doch da geht noch mehr. Ich freue mich sehr, dass wir die Grundlagen für die weitere Entwicklung fördern können. Das Förderprogramm FR Regio setzt ganz bewusst Anreize für Kommunen, um Kooperationen zu forcieren, damit Herausforderungen gemeinsam gelöst werden können. Gerade für kleinere Kommunen ist es eine Chance, anstehende Aufgaben nicht alleine, sondern gemeinsam zu stemmen.“

Regina Kraushaar, Präsidentin der Landesdirektion Sachsen: „Sachsen ist nicht nur ein Burgen-, Wander- oder Weihnachtsland. Sachsen ist auch ein Seenland: Seit mehr als 10 Jahren sind hier aus Restlöchern, die der Braunkohle-Tagebau hinterlassen hat, weitläufige Seenlandschaften entstanden, die heute großartige Möglichkeiten für einen naturnahen Tourismus bieten – zu Wasser wie zu Land. Die Machbarkeitsstudie für die Bootspassage zwischen Zwenkauer See und Cospudener See gibt einem zentralen Anliegen der Region neuen Schwung. Denn neben den wichtigen Anliegen des Hochwasserschutzes und des Wassermanagements sollen weitere Lösungsansätze für den Wassertourismus zwischen beiden Seen gefunden werden. Ich freue mich, dass die Landesdirektion Sachsen hierfür einen Beitrag leisten kann.“

Hintergrund:

14 Kommunen und 2 Landkreise haben sich bereits 1996 zusammengeschlossen, und die Inwertsetzung der Bergbaufolgelandschaft im Mitteldeutschen Revier und auch dieses Vorhaben initiiert.

Durch das kommunale Engagement der Mitglieder konnten seit Bestehen des Arbeitskreises bereits zahlreiche Maßnahmen in der Landschafts- und Gewässerentwicklung, der touristischen Infrastrukturentwicklung und den Themen Klimawandel, Elektromobilität und Intermodalität vorbereitet und umgesetzt werden.

Die interkommunale Kooperation ermöglicht eine stetige projektbezogene finanzielle Unterstützung von Vorhaben über die Förderrichtlinie Regionalentwicklung (FR-Regio) des Sächsischen Staatsministeriums für Regionalentwicklung. (Quelle: PM des Sächsischen Staatsministeriums für Regionalentwicklung v. 03.07.24)

Impressionen der Veranstaltung (Fotos: LMBV)


Torsten Safarik ist neuer Kaufmännischer Geschäftsführer der LMBV

Senftenberg | Leipzig | Sondershausen. Am 1. Juli 2024 hat der vom Gesellschafter neu berufene Kaufmännische Geschäftsführer der LMBV Torsten Safarik in Senftenberg seine Arbeit aufgenommen. Der 58jährige Verwaltungsexperte folgt auf Gunnar John, der Ende April 2024 in den Ruhestand getreten war. Gemeinsam mit dem technischen Geschäftsführer Bernd Sablotny leitet T. Safarik nun den Bergbausanierer LMBV.

1965 in Görlitz geboren, studierte Torsten Safarik bis 1991 Mathematik an der Technischen Universität Dresden. Nach ersten Stationen u.a. in der Regionalentwicklung und im Bundesaufsichtsamt für das Versicherungswesen war er von 1999 bis 2006 im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie tätig. Nach verschiedenen Stationen innerhalb der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag wurde T. Safarik 2019 zum Präsidenten im Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle berufen und hat dieses Amt bis vor Kurzem ausgefüllt.

Aus meiner beruflichen Vergangenheit kenne ich die LMBV als einen wichtigen Motor der Bergbausanierung und des Strukturwandels im Osten Deutschlands“, so Safarik. „Hier aktiv die kaufmännische Verantwortung u.a. für die sichere Gestaltung von Böschungen und Innenkippen, bei der Flutung und Gütebehandlung als auch beim Verwahren untertägiger Grubenbaue zu übernehmen, ist eine große Herausforderung, der ich mich gern stelle. Dass ich mich nun in diesen Prozess der langfristigen Gestaltung und Wiedernutzbarmachung der Bergbaufolgelandschaften in der Lausitz sowie in Mitteldeutschland bis hin zum Harz einbringen kann, freut mich sehr.“

Foto: LMBV


LMBV und LTV schließen Kooperation zum Bau eines Regulierungsbauwerkes zwischen Zwenkauer und Cospudener See

Leipzig. Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) und die Landestalsperrenverwaltung des Freistaates Sachsen (LTV) haben eine Kooperationsvereinbarung zur Errichtung eines wasserwirtschaftlich-technischen Regulierungsbauwerkes zwischen dem Zwenkauer See und dem Cospudener See geschlossen.

Im 1. Quartal 2023 wurde die Entscheidung getroffen, das so genannte Schnittstellenprojekt „Harthkanal“ als gewässertouristische Verbindung zwischen dem Zwenkauer See und dem Cospudener See insbesondere aufgrund der Kostenentwicklung nicht weiter fortzuführen und damit aufzulösen.

Als Aufgaben der Braunkohlesanierung in Projektträgerschaft der LMBV bestehen die Maßnahmen der Vorflutanbindung, Überschusswasserableitung und Gewässergütesteuerung am Zwenkauer und Cospudener See sowie des Hochwasserschutzes am Zwenkauer See fort. Dem Freistaat Sachsen obliegt der Hochwasserschutz insbesondere bei Anlagen mit überörtlicher Bedeutung. Er wird absehbar nach Abschluss der Sanierungsmaßnahmen der LMBV die errichteten Bauwerke für den Hochwasserschutz übernehmen und betreiben.

Es ist somit zweckmäßig, dass die LTV sich mit ihrem Erfahrungsschatz in diesem Einzelfall der Braunkohlesanierung in die Realisierung der notwendigen baulichen Anlagen unter wasserwirtschaftlichen sowie Hochwasserschutzaspekten einbringt. Die Planung soll eine partielle Trassenfreihaltung zur späteren Umsetzung möglicher wassertouristischer Maßnahmen berücksichtigen. Zunächst soll eine technische Vorzugsvariante des künftigen Regulierungsbauwerkes und daraus aufbauend die notwendigen Genehmigungsunterlagen erarbeitet werden.


Planmäßige Bekalkung des Hainer Sees wurde fortgesetzt

Kahnsdorf. Ende April bis Anfang Mai wurde der Hainer See wieder bekalkt. Die Bekalkung findet seit 2019 gewöhnlicherweise einmal jährlich statt und ist notwendig, da der See einer Rückversauerung durch den Eintrag azidischer Grundwässer unterliegt – keine Seltenheit bei Bergbaufolgeseen.

Mit Beendigung des Bergbaus und der betriebsbedingten Wasserabsenkung treten durch den Grundwasserwiederanstieg sowie durch den anhaltenden Zustrom von eisenhaltigem und saurem Grundwasser verschiedene Stoffe in den See ein, welche eine Rückversauerung bedingen. Durch die Bekalkung werden neutrale pH-Verhältnisse geschaffen.

Zwischen dem 24. April und dem 3. Mai 2024 wurden insgesamt rund 600 Tonnen alkalisch wirkendes Kalksteinmehl mit Hilfe eines Spezialbootes in den Hainer See gebracht. Diese Art der Nachsorgebehandlung ist ein gängiges Vorgehen. Die Firma ABG Anlagen-, Bau- und Betriebsgesellschaft mbH, welche auch Eigentümer des Gewässerbehandlungsschiffes ist, führte die Arbeiten durch. Der Eintrag des Kalksteinmehls wurde durch ein speziell angelegtes Monitoring der Wasserbeschaffenheit und die Aufzeichnung der gefahrenen Tracks überwacht.

Die Luftaufnahmen vom 2. Mai 2024 zeigen, wie sich das zuvor eingebrachte Kalksteinmehl im See verteilt hat. (Foto: Christian Kortüm)

Im Leipziger Südraum unterliegen neben dem Hainer See auch der Zwenkauer und der Störmthaler See aufgrund ihrer ungünstigen geologischen Randbedingungen einer Rückversauerung. Während der Störmthaler See ebenfalls regelmäßig bekalkt werden muss, wird der Zwenkauer See mit der Einleitung von alkalisch wirkendem Wasser aus der Weißen Elster behandelt.

Das zur Bekalkung eingesetzte Kalksteinmehl ist für Mensch und Umwelt unbedenklich und das Baden im See während des Eintrags weiterhin möglich. Lediglich Bootsbesitzer und Schwimmer sollten einen angemessenen Abstand zum Gewässerbehandlungsschiff halten, um eine gegenseitige Gefährdung auszuschließen.

Gut aus der Luft zu erkennen: Die im Süden gelegene Lagune Kahnsdorf mit ihren Ferienhäusern und Bootsanlegern. (Foto: Christian Kortüm)

Fotos Seitenleiste: Christian Horn f. LMBV


Verwahrung von Filterbrunnen und Entwässerungsstrecken am Gröberner See

Gröbern, Leipzig. Am Gröberner See wurden und werden verschiedene Tiefbauarbeiten durchgeführt. Es handelt sich hierbei um die Sicherung und Verwahrung alter Strecken und Filterbrunnen, welche zur Entwässerung des ehemaligen Tagebaus Gröbern dienten. Die Durchführung der Maßnahmen erfolgt in enger Abstimmung mit dem Landesamt für Geologie und Bergwesen (LAGB).

Die Maßnahme zur Verwahrung der Filterbrunnen konnte bereits abgeschlossen werden. Bei den Tiefbauarbeiten entlang der Westböschung des Gröberner Sees wurden zunächst durch sorgfältige Analyse die Hohlräume lokalisiert und anschließend mittels moderner Technik verwahrt. Die aufwendigen Arbeiten erfolgten dabei an Land als auch zu Wasser. Die Tiefbauarbeiten zur Sicherung der Strecken an der Westböschung laufen derzeit noch.

Die gezielte Sicherung der Entwässerungsstrecken und Filterbrunnen trägt zur Stabilität der Böschung bei. Bergbaufolgelandschaften stellen die Sanierer nicht selten vor geologische und bauliche Besonderheiten, wie locker gelagerte Böden oder – wie am Gröberner See – nicht verfüllte Hohlräume der früheren Infrastruktur für die Entwässerung des ehemaligen Tagebaus.

Neben der Standsicherheit haben die Maßnahmen zum Ziel, die Bergaufsicht für die Wasserfläche und angrenzende Randbereiche zu beenden und so eine Nachnutzung des Sees und seiner Uferbereiche zu ermöglichen. Rund um den See soll weiter ein naturnaher Tourismus für Erholungssuchende von nah und fern etabliert werden.

Der Gröberner See wird in einigen Bereichen bereits touristisch nachgenutzt etwa durch das See- und Waldresort Gröbern, einen Strand und ein Tiergehege. Auch Befahrungen der Wasserfläche mit einem Floß oder Paddelbooten sind möglich. Zudem laufen Planungen für das im Norden des Sees befindliche Gebiet „Hänicher Südstrand“ durch den Eigentümer Blausee GmbH.

Luftaufnahme der Bautätigkeiten am Gröberner See

Fotos: Christian Kortüm


Lappwaldsee: Zweites Flözerfest am Bergbaufolgesee

Helmstedt. Am 25. Mai 2024 wurde auf der niedersächsischen Seite des entstehenden Lappwaldsees das zweite FLÖZerfest begangen. Tausende Interessierte besuchten die zwei Eventflächen auf dem nördlichen Bergbausanierungsgelände der Helmstedter Revier GmbH (HSR). Die Bergbausaniererin LMBV zeichnet für den südlichen sachsen-anhaltinischen Bereich - den ehemaligen Tagebau Wulfersdorf - verantwortlich, an dem 2022 das erste FLÖZerfest stattgefunden hatte. Auch dieses Mal waren LMBV-Vertreter mit einem Informationsstand und großformatigen LMBV-Informationstafeln vor Ort, um die Sanierungsarbeiten vorzustellen. Das Interesse der Gäste galt den laufenden Maßnahmen und dem Planungshorizont für die Fertigstellung des länderübergreifenden Gewässers.

Für die zahlreichen Besucher gab es eine breite Palette an Angeboten und Aktionen, darunter Bootsfahrten auf dem in Flutung befindlichen Bergbaufolgegewässer, Rundflüge über den See und Führungen durch geschulte See-Gästeführer.

Eventfläche am Petersberg

Aktuelle LMBV-Sanierungsarbeiten:

Um die Südböschung der steilen Hochkippe Wulfersdorf abzuflachen, läuft seit 2022 der Erdbau im 3. Bauabschnitt. Die dort mit Baggertechnik abgetragenen Massen mit einem Volumen von rund 450.000 Kubikmetern wurden zum Teil an der Ostböschung und in den Tieflagen 1 und 2 eingebaut. Dafür wurden im Schnitt zwischen 700 m und 1.500 m Weg pro Dumper-Fahrt zurückgelegt. Die Massengewinnung an der Hochkippe wird für den 3. Bauabschnitt im 3. Quartal 2024 abgeschlossen werden. Im 4.  Bauabschnitt wird der Restmassenblock mit ca. 200.000 m³ entnommen und zum oberen Glüsig transportiert und bis 2027 eingebaut. Danach wird die Fläche wiederaufgeforstet werden.

Zwischen Juli 2020 und Dezember 2021 liefen an der Hochkippe die ersten beiden Bauabschnitte im Erdbau, dabei wurden bereits circa 800.000 Kubikmeter Material umgesetzt. Insgesamt wurden somit fast 1.600.000 Kubikmeter Erdmassen auf dem Gelände des ehemaligen Tagebaus Wulfersdorf umgelagert.

Die gewachsene Ostböschung wurde durch die abgetragenen Erdmassen im Bereich der Hauptzufahrt angestützt. Hierbei wurde eine für den Sanierungsbergbau typische Böschungsneigung von 1 zu 10 auf einer Böschungslänge von ca. 400 Metern hergestellt. Die Arbeiten im Bereich der Ostböschung wurden in der zweiten Jahreshälfte 2023 abgeschlossen.

Im unteren Böschungsbereich des Glüsig hatten sich über einen längeren Zeitraum hinweg größere so genannte Erosionsrinnen mit einer Tiefe von bis zu 8 Metern ausgebildet. Um das Voranschreiten der Erosionsrinnenbildung in Richtung Hinterland zu verhindern, erfolgte zwischen September und Dezember 2022 die Sanierung der Rinnen auf einer Gesamtlänge von mehr als 400 Metern. Anfang 2023 wurde die Anspritzbegrünung (Nass-Ansaat) der Böschungsfläche von ca. 26.000 Quadratmetern durchgeführt. Im oberen Böschungsbereich müssen noch Erdarbeiten zur Anstützung der vorhandenen, steil stehenden Böschungen durchgeführt werden. Dafür laufen zurzeit die Planungen.

Die LMBV saniert durch verschiedene Maßnahmen den Bereich des ehemaligen Tagebaus Wulfersdorf.

Historie:

Nach Einstellung des Braunkohleabbaus verblieb ein bis zu 66 Meter tiefes Restloch. Die Sanierung im Tagebau Wulfersdorf bei Harbke begann 1986
und wurde nach der politischen Wende von der LMBV fortgesetzt. Bei Harbke auf niedersächsischer Seite ist seit 2014 die Helmstedter Revier GmbH (HSR), eine Tochter der MIBRAG, für die Sanierung des Tagebaus Helmstedt zuständig. Der Bereich des Tagebaus Wulfersdorf wird durch die LMBV saniert. Gemeinsames Sanierungsziel ist die Herstellung des länderübergreifenden Lappwaldsees als Bade- und Freizeitgewässer.

Die Flutung des Restloches erfolgt seit 1. Mai 2006 mit Sümpfungswässern aus dem Tagebau Schöningen in den Tagebau Helmstedt und mit Wasser aus der Westmulde. Die Flutung soll nach aktuellem Stand 2036 beendet sein. Der Lappwaldsee wird dann einen Endwasserstand von 103 Metern NHN und ein Volumen von etwa 120 Millionen Kubikmetern haben und eine Fläche von reichlich 4 Quadratkilometern umfassen. Der aktuelle Flutungsstand liegt bei 88,2 Metern NHN bzw. 64,8 Millionen Kubikmetern und damit bei 60 Prozent der Zielmarke (Stand: April 2024). Geplant ist eine stufenweise Zwischennutzung des Sees. Ein Wander- und Radwegenetz an den etwa 11 Kilometer langen Ufern wird angelegt.

Impressionen von Christian Kortüm im Auftrag der LMBV:


Informationsveranstaltung zu den laufenden Sanierungsmaßnahmen in Schelditz

Rositz. Die Sanierung der chemischen Altlasten im Schnittstellenprojekt Schelditz geht weiter: Nach langwieriger Planung konnte im Auftrag der LMBV im Februar 2024 eine temporäre Grundwasserreinigungsanlage im Rositzer Ortsteil Schelditz errichtet werden. Von Mitte März bis einschließlich Juli 2024 werden Pumpversuche in unterschiedlichen Tiefenlagen über die vorhandenen Pegel auf drei benachbarten Grundstücken in der Straße der Chemiearbeiter und der Talstraße Rositz, Ortsteil Schelditz, durchgeführt.

Im Rahmen einer Informationsveranstaltung am 16. Mai 2024 lud die Bergbausaniererin Gemeindevertreter und interessierte Bürger aus Rositz zum Vortrag in das dortige Kulturhaus ein. Begrüßt wurden die Anwesenden durch LMBV-Abteilungsleiterin Jana Hübner. Anhand eines Fachvortrags von Dipl.-Ing. Kathleen Zuber und Dipl.-Geol. Wito Reinhardt, ARGE Planer Schelditz, wurden sowohl Aufbau und Wirkungsweise der Grundwasserreinigungsanlage als auch der Ablauf der Pumpversuche erläutert. Letztere dienen der Datengewinnung von Grundwasserströmungsverhältnissen und werden zur Neuberechnung des sogenannten Hydrogeologischen Großraummodells eingesetzt. Die gewonnenen Ergebnisse bilden – zusammen mit den Erkenntnissen zur Reinigungstechnologie aus der Pilotanlage vor einigen Jahren – die Grundlage für die weitere Planung der Gefahrenabwehrmaßnahmen in Schelditz und für die notwendigen Genehmigungsverfahren.

Im Anschluss konnten Interessierte die Baustelleneinrichtung an der Straße der Chemiearbeiter von Außen besichtigen. Die neue Reinigungsanlage ist umzäunt, um den fortlaufenden Betrieb der Anlage uneingeschränkt zu gewährleisten.

Vor an der Baustelle informierten sich interessierte Bürger über die Arbeiten (Foto: Christian Horn)


Kein Grund zur Sorge: Mitteilung zum Wasserstand im Großen Goitzschesee

Aufgrund wiederholter Anfragen durch Bürger und Anlieger an die LMBV zum Wasserstand im Großen Goitzschesee informiert die LMBV zu dem Sachverhalt.

Der Wasserstand im Goitzschesee befindet sich nachweislich im planfestgestellten und genehmigten Schwankungsbereich.

Die aktuelle Messung des Wasserstandes vom 30.04.2024 weist eine Höhe von +75,35 Metern NHN auf. Der planfestgestellte und zugelassene obere Wasserstand liegt bei +75,75 Metern NHN. Somit bewegt sich der Pegelstand der Goitzsche mit 40 Zentimetern deutlich unterhalb dieser Grenze.

Die Trockenperioden der vergangenen Jahre haben sicherlich zu einer klimabedingten Schwankung des Wasserstandes nach unten beigetragen und somit den Eindruck erweckt, dass der niedrigere Wasserstand dem „Normalzustand“ des Gewässers entspricht. Dem ist nicht so.

Der Goitzschesee unterliegt wie jedes Gewässer klimatisch und hydrologisch bedingten Schwankungen, welche sich dann in fallenden und steigenden Pegelständen widerspiegeln.

Der Abfluss des Sees über den Leineauslauf ist durch die LMBV gewährleistet. Der Betrieb des Leinewehrs zur Überleitung in die Mulde erfolgt über den Landesbetrieb für Hochwasserschutz Sachsen-Anhalt (LHW). Nach Rücksprache mit dem LHW sind sowohl das Goitzscheauslaufbauwerk zur Leine als auch das Leineabsperrbauwerk in den letzten Wochen voll geöffnet und die Schieber stehen deutlich über dem Wasserspiegel, sodass der freie und ungehinderte Abfluss aus dem Großen Goitzschesee in die Mulde gewährleistet ist.


Einweihung der Servicestation und des Veranstaltungszentrums am Biedermeierstrand

Schkeuditz/Leipzig. In den vergangenen zehn Jahren flossen rund neun Millionen Euro in die touristische Entwicklung am Strand Hayna. Die Ergebnisse dieser langjährigen Arbeit sind nun sichtbar und wurden am 7. Mai 2024 durch die beteiligten Akteure – Stadt Schkeuditz, Haynaer Strandverein und LMBV – feierlich eingeweiht.

Begrüßt wurden die Gäste aus Politik, Kultur und Wirtschaft von Christoph Zwiener, Vorsitzender des Haynaer Strandverein e.V., oberhalb der 2019 errichteten Treppenanlage. Nach einem kurzen Spaziergang zur frisch fertig gestellten Überwachungs- und Servicestation erläuterten Sandra Prax und Christian Mittag vom Architektur- und Ingenieurbüro MITTAG+PRAX die Besonderheiten und Vorzüge des kleinen, aber feinen Gebäudes, das sich farbenfroh in den Strandbereich einbettet.

Wenige Schritte weiter durften die Gäste Deutschlands größte überdachte Seebühne aus der Nähe betrachten und von den nun rund 1.000 Sitzplätzen aus das weitere Programm verfolgen. Nach einem kleinen kulturellen Zwischenspiel ließ Dr. Robert Böhnke, Projektkoordinator § 4-Maßnahmen bei der LMBV, die Etappen der vergangenen zehn Jahre Revue passieren. Dabei legte er den Fokus auf die Zusammenarbeit der zahlreichen Akteure, die bei der Finanzierung und Ausgestaltung beteiligt waren. Als einer dieser Akteure äußerte sich Rayk Bergner, Oberbürgermeister der Stadt Schkeuditz: „Es ist sehr beachtlich, was am Schladitzer See in den letzten Jahren mit Hilfe von ‚Kohlemitteln‘ entstanden ist! Der Biedermeierstrand ist zu einer Destination für Freizeit, Tourismus und Kultur geworden. Mit Seebühne und Strand gibt es hier echte Besuchermagnete.“

Anschließend führte Christoph Zwiener die Seebühne ihrer Bestimmung zu. Mit der Eröffnung der Spielsaison 2024 weckte er die Neugier auf die abwechslungsreichen Vorstellungen. In guter Tradition hatte er einzelne Protagonisten des Repertoires dabei, die mit einer Kostprobe ihres Könnens die Vorzüge der neu gestalteten Seebühne eindrucksvoll demonstrierten.

Feierlicher Banddurchschnitt: Christian Mittag (Architektur- und Ingenieurbüro Mittag +Prax), Rayk Bergner (Oberbürgermeister der Stadt Schkeuditz), Christoph Zwiener (Vorsitzender Hayner Strandverein) und Dr. Robert Böhnke (LMBV) (v.l.n.r.)

Die Baumaßnahmen der letzten 10 Jahre

In den Jahren 2023 und 2024 wurden parallel zwei große Baumaßnahmen realisiert: Erstens, die Vergrößerung des Veranstaltungszentrums am Haynaer Strand mit der baulichen Erweiterung der Bühne und Tribünen einschließlich Überdachung für eine Verdreifachung der Zuschauerkapazität von 350 auf rund 1000 Plätze. Die Gesamtkosten von voraussichtlich vier Millionen Euro verteilen sich mit 3,6 Millionen auf den Freistaat Sachsen und mit 400.000 Euro auf den Haynaer Strandverein, der die Baumaßnahmen in Eigenregie umsetzte. Zweitens, die Errichtung einer Überwachungs- und Servicestation mit Sanitäranlagen und Erste-Hilfe-Raum im räumlichen Zusammenhang mit Strand und Seebühne. Bei dieser Maßnahme war die Stadt Schkeuditz als Bauherr tätig, die LMBV fungierte als Projektträger und die Finanzierung der 1,2 Millionen erfolgte zu 90 Prozent über den Freistaat Sachsen und zu 10 Prozent über die Stadt Schkeuditz.

Von Juni 2018 bis Oktober 2019 entstanden bereits der Strandbereich, ein Parkplatz mit 386 Stellflächen und eine barrierefreie Bushaltestelle. Zudem wurde die Freifläche zwischen Parkplatz und Strand mit Asphaltzufahrt, barrierefreiem Zugang zum Strand und Treppenanlage gestaltet. Die Anbindung an die Südumfahrung des Schladitzer Sees sowie die elektro- und abwassertechnische Erschließung vervollständigen die Arbeiten von 2018 und 2019. Diese wurden von der Stadt Schkeuditz als Bauherr betreut und von der LMBV als Projektträger umgesetzt. Die Kosten von 3,7 Millionen Euro wurden auch hier vom Freistaat Sachsen (3,3 Millionen) und der Stadt Schkeuditz (400.000 Euro) getragen.

Hintergrund:

Der Freistaat Sachsen verfolgt im Umfeld der Bergbaufolgeseen eine nachhaltige Entwicklung für verschiedenartige Nutzungen. Für Maßnahmen zur Erhöhung des Folgenutzungsstandards – sogenannte § 4‑Maßnahmen – stellt er zusätzliche Mittel aus dem Landeshaushalt zur Verfügung, um gute Voraussetzungen für Folgeinvestitionen zur touristischen Nutzung zu schaffen. Dies ist im Verwaltungsabkommen zur Braunkohlesanierung geregelt.

Die LMBV fungiert als Projektträger dieser § 4‑Maßnahmen und in Bezug auf die bergbaulichen Sanierungen als gesetzlich Sanierungsverpflichteter. Somit werden Synergien zwischen Wiedernutzbarmachung und Folgenutzung erreicht, mit dem Ziel eine attraktive Bergbaufolgelandschaft zu entwickeln.

Ein paar Eindrücke der Einweihung
(Fotos: Christian Modla)


Umfangreiche Sanierung am Kulturhaus Böhlen bis April 2025

Böhlen. Das unter Denkmalschutz stehende Kulturhaus Böhlen wird seit mehreren Jahren umfassend saniert. Im Zeitraum von Februar 2024 bis April 2025 werden die Außenanlagen und die Grundleitungen erneuert. Unter anderem werden die Entwässerungsleitungen (Schmutz- und Regenwasser) komplett ersetzt, zwei neue Parkplätze angelegt und der bestehende Parkplatz grundhaft saniert. Auch die Wege im Umfeld des Kulturhauses werden ertüchtigt, so die Feuerwehrumfahrt um das Gebäude und die Bühnenzufahrt befestigt. Darüber hinaus wird im Zuge der Arbeiten die Straßenbeleutung neu gebaut, am Haupteingang werden die Freitreppe erneuert, ein barrierfreier Zugang hergestellt und Fahrradbügel installiert. Die Wegeverbindung zur und die Treppenanlage im Anschlussbereich der Leipziger Straße werden ebenfalls saniert. Die Gesamtkosten für diese Teilmaßnahme belaufen sich auf rund 1,8 Millionen Euro. Im Anschluss an die Baumaßnahmen schließen sich Ausgleichs- und Ersatzpflanungen an, die für den Zeitraum Oktober bis Dezember 2025 geplant und mit Kosten in Höhe von 80.000 Euro kalkuliert sind.

Einschränkungen in der Verkehrsführung

Aufgrund der räumlichen Lage und der im laufenden Betrieb des Kulturhaus Böhlen stattfindenden Baumaßnahme, kommt es zu Einschränkungen in der Verkehrsführung, den Parkmöglichkeiten sowie zu Einschränkungen von vorhandenen Geh-/Radwegen rund um das Kulturhaus. Die Zu- und Ausfahrt vom Kulturhaus ist bis auf Weiteres nur über die bisherige Ausfahrt vom Parkplatz möglich und vor Ort entsprechend ausgeschildert.

Die geänderte Verkehrsführung am Kulturhaus Böhlen (Grafik: Stadt Böhlen)

Bautechnische Sanierung Ende 2023 abgeschlossen

Die jüngsten Arbeiten am Gebäude des Kulturhauses Böhlen liefen von Mai 2022 bis Dezember 2023. In diesem Zeitraum wurde unter anderem der Bühneneingang komplett erneuert. Die Gesamtkoten für diese Teilmaßnahme beliefen sich auf 1,35 Millionen Euro.

Zudem erfolgten folgende Arbeiten:

  • Sanierung der Sockelbereiche durch
    • Horizontale und vertikale Bauwerkstrockenlegung
    • Sanierung / Erneuerung des Sockelputzes
    • Schadensbeseitigung / Überarbeitung von schadhaften Bereichen an den Innenwandflächen
  • Erneuerung der Schmutzwassergrundleitungen am Gebäudeaustritt und Anbindung an die Bestandsleitungen
  • Erneuerung Blitzschutz ab Sockelkante abwärts
  • Erneuerung der Bühneneingangskonstruktion
  • Sanierung von schadhaften Bereichen innerhalb des Gebäudes
  • Sockelsanierung nach denkmalschutzrechtlichen Vorgaben

Finanzierung

Die Kosten von voraussichtlich 3,3 Millionen Euro (brutto) werden über den §4 des Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung finanziert. Der Freistaat Sachsen übernimmt 85 Prozent der Kosten, die Stadt Böhlen kommt für 15 Prozent der Kosten auf. Bauherr ist die Stadt Böhlen. Die LMBV ist als Projektträger für die Umsetzung zuständig.


Verbesserung der Oberflächenentwässerung am Gremminer See

Gräfenhainichen/Leipzig. Am Gremminer See laufen derzeit Sanierungsmaßnahmen, um das Entwässerungssystem der Südböschung  wirksamer zu gestalten. Die Arbeiten konzentrieren sich darauf, die Oberflächenentwässerung zu verbessern, um so den ungehinderten Abfluss des Oberflächenwassers in den See zu gewährleisten.

Die Vernässung des Südufers ist an einigen Stellen bereits durch den Bewuchs mit Schilf erkennbar. Die hohen Niederschlagsmengen der vergangenen Monate führten erneut dazu, dass es zu größeren Vernässungen im Böschungsbereich kam und veranschaulichen den Grund für die Maßnahme. Um eine effizientere Ableitung des Wassers zu ermöglichen und potenzielle Überschwemmungen der Böschung zu verhindern, werden die vorhandenen Entwässerungsgräben vertieft. Diese benötigen dadurch etwas mehr Platz, so dass an einigen Stellen die Skulpturen entlang des Weges um wenige Meter versetzt werden. Zusätzlich werden Ableiter ausgebaut, die von den Entwässerungsgräben in den See führen. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, den natürlichen Wasserfluss zu verbessern und Standsicherheit der Südböschung zu erhalten.

Des Weiteren wird die Umgestaltung der Weggabelung unterhalb des Stadtbalkons (Zugangsbereich von der Stadt Gräfenhainichen) vorgenommen. In der dort bestehenden Senke sammelt sich das Wasser und überschwemmt teilweise die Wege, die dann nur noch schwer zu passieren sind. Um das Problem zu beheben werden der Hauptwirtschaftsweg angehoben und die wegebegleitende Entwässerung erneuert. Damit soll die Zugänglichkeit der Wege langfristig verbessert werden. Die Arbeiten haben 2023 begonnen und sollen in diesem Jahr abgeschlossen werden.

Die Baumaßnahmen am Südufer des Gremminer Sees sollen vorraussichtlich noch 2024 abgeschlossen werden.

Fotos: Christian Kortüm


Verwahrung von Filterbrunnen am Geiseltalsee

Leipzig. Am Geiseltalsee lässt die LMBV derzeit 29 Filterbrunnenstandorte und bis zu sechs Pegelstandorte fachgerecht sichern. Diese befinden sich im Ufer- bzw. Flachwasserbereich des Geiseltalsees. Auf Grund der Lage im Wasser bzw. im unmittelbaren Uferbereich werden die Filterbrunnenstandorte mit einem Geogitter gesichert werden. Dazu wird die Öffnung des nicht mehr genutzten Filterbrunnens mit einem sechs mal sechs Meter großem Gitter bedeckt und anschließend mit einer 50 Zentimeter dicken Schicht aus Wasserbausteinen bedeckt (ausgeführt als Pyramidenstumpf). Die Sicherung der Filterbrunnenstandorte erfolgt in einer Tiefe von mindestens 80 Zentimetern unter der Gewässersohle bzw. Geländeoberkante. Für 24 der 29 Filterbrunnen und für alle Pegelstandorte erfolgt die Sicherung mit schwimmbarer Gerätetechnik vom Wasser aus. Die restlichen fünf Filterbrunnenstandorte werden von Land aus gesichert. Die Arbeiten werden von der Firma ABG Dresden ausgeführt und sollen bis Ende Juni 2024 abgeschlossen sein.

Die Filterbrunnen liegen mindestens 80 cm im Wasser, deshalb muss auch die Technik vom Wasser aus arbeiten.

Diese Arbeiten sind notwendig, um die Sicherheit der ehemaligen Braunkohlenflächen zu gewährleisten. Die Filterbrunnen dienten während der Kohleförderung dazu, den Tagebau trocken zu legen. Mit Einstellung der Wasserhaltung und Flutung des Geiseltalsees haben sie ihre Funktion verloren. Da die Filterbrunnen einen Durchmesser von etwa 35 Zentimetern haben und zwischen acht und 130 Metern tief sind, geht von ihnen eine potentielle Gefahr für Badende aus, weshalb die LMBV alle Brunnen verfüllen lässt. Dies ist zudem eine Bedingung, um die Flächen aus der Bergaufsicht entlassen zu können.

Die Verwahrung der Filterbrunnen am Geiseltalsee soll bis Ende Juni 2024 abgeschlossen sein.

Impressionen der Arbeiten.
Fotos: Christian Kortüm


Vorfristige Außerbetriebnahme der Deubener Grundwasserreinigungsanlage dank Leitwand

Teuchern/Deuben. Nach 24 Jahren konnte zum 1. Januar 2024 die aktive Reinigung von kontaminiertem Grundwasser am Standort der ehemaligen Schwelerei in Deuben vorfristig beendet werden. Grund dafür ist der Bau der Leitwand für den Schadensbereich West: Die 160 Meter lange und bis 18,5 Meter tiefe Stahlspundwand wurde bereits Mitte 2023 fertig gestellt. Sie hält seither den westlichen Grundwasseranstrom ab, wie Untersuchungen nachgewiesen haben.

Es folgte ein behördlich vorgeschriebener halbjähriger Probebetrieb bis Ende Dezember 2023. Da sowohl die Dichtheitsuntersuchung als auch der Probebetrieb erfolgreich waren, konnte die kostenintensive Pump-and-Treat-Wasserbehandlungsanlage außer Betrieb genommen werden.

Zurzeit laufen die Planungen für den Rückbau der Anlage. Am gleichen Standort soll in ca. einem Jahr eine deutlich kleinere Grundwasserreinigungsanlage für den Schadensbereich Ost errichtet werden, welche bei Überschreiten von Grenzwerten aktiv wird und dann durch mit Sauerstoff angereichertem Wasser die Grundwasserreinigung übernimmt.

Das ehemalige Deubener Schwelereigelände: Links hinter dem weißen Gebäude der Grundwasserreinigungsanlage im Vordergrund wurde die Leitwand in die Erde gepresst (Foto: LMBV/Christian Kortüm).

Eindrücke von Baustelle und Grundwasserreinigungsanlage (Fotos: LMBV/Mario Markowski)


Zur aktuellen Entwicklung des Strandgebietes Löbnitz

Löbnitz. Das Projekt zur Entwicklung der Bootsanlegerstraße in Sausedlitz und am Strand Löbnitz am Seelhausener See schreitet voran. Eine Vielzahl von Teilleistungen wird im Rahmen der §4-Maßnahme derzeit dort durchgeführt, um den Strandbereich zu revitalisieren und ein Naherholungsgebiet zu erschließen. Einige Bauleistungen wurden bereits abgeschlossen.

Die am 4. Oktober 2023 begonnene Baufeldfreimachung für den Erd- und Verkehrsbau beinhaltet Fäll- und Rodungsarbeiten sowie die Umsiedlung der uferbegleitenden Schilfbestände im Baubereich. Ziel der Schilfumsiedlung ist die Umsetzung naturschutzrechtlicher Auflagen aus der Baugenehmigung, welche als Ausgleichsmaßnahme eine Schaffung von Ersatzhabitatstrukturen für Röhrichtbrüter vorsieht. Ersatzhabitate für Gehölzbrüter und Zauneidechsen wurden bereits 2022 angelegt.

Aktuell werden Schutzmaßnahmen für Gehölze und Vegetation sowie für Amphibien und Reptilien umgesetzt. Hierzu wurden Zäune als Schutz der vorhandenen Gehölzbestände aufgestellt. Um Amphibien und Reptilien zu schützen und eine Rückwanderung in das Baugebiet zu verhindern, wurden zudem Amphibienschutzzäune errichtet und Individuen in bereits bestehende Ersatzhabitate umgesiedelt. Die Zäune bleiben während der Bauphase der Erd- und Verkehrsbaumaßnahmen bestehen.

Eine archäologische Untersuchung wurde vom 4. Dezember 2023 bis zum 19. Januar 2024 durchgeführt. Die Tiefschnitte führten dabei zu keinen archäologisch relevanten Ergebnissen. Durch den archäologiegerechten Abtrag für den Wall und den geplanten Weg wurden jedoch Spuren gefunden, welche auf eine eisenzeitliche Besiedlung der Region und ein archäologisch relevantes Denkmal hinweisen. Das Landesamt für Archäologie hat für die entsprechenden Flächen eine Freigabe erteilt, so dass die geplanten Arbeiten inzwischen wieder von statten gehen. Zukünftige Arbeiten Dritter bei Baumaßnahmen außerhalb des derzeitigen Baufeldes bedingen weitere archäologische Untersuchungen.

Seit dem 25. Januar 2024 läuft die Teilleistung Erd- und Verkehrsbau. Grundsätzliches Ziel der Maßnahme ist es, die Flächen so zu gestalten bzw. vorzubereiten, dass eine touristische Entwicklung erfolgen kann. Insbesondere die Geländetopografie soll in den ufernahen Bereichen verändert werden, um eine geplante spätere Nutzung als Freizeit- und Erholungsgebiet zu ermöglichen.

Die vor Ort anfallenden Aushubmassen sollen nach Möglichkeit innerhalb des Baufeldes wiederverwendet werden. Ein Teil des Aushubs, einschließlich des gewonnenen Oberbodens, soll für die teilweise zu bepflanzenden Lärmschutzwälle entlang der am Planungsgebiet vorbeiführenden Straße Verwendung finden. Der deutlich größere Teil des Aushubs wird im südöstlichen Bereich des Planungsgebiets für die Gestaltung der Uferböschung verwendet. Darüber hinaus wird ein Teil des vorhandenen Rundwegs in seinem Verlauf verändert. Dieser neue Verlauf ist auf das perspektivische Nutzungskonzept des Gesamtareals ausgelegt.

Dieses beinhaltet das Herstellen neu gestalteter und terrassierter Uferböschungen sowie angemessen dimensionierter Strandbereiche. Zu den Maßnahmen zählt auch das Errichten von Erdwällen als Sicht- und Lärmschutz. Der vorhandene Wirtschaftsweg wird zurückgebaut.

Durch die laufenden Maßnahmen wird eine nachhaltige Entwicklung des Strandgebietes Löbnitz vorangetrieben, um für Bewohner sowie Besucher der Region ein attraktives Ausflugsziel und Naherholungsgebiet zu gestalten.

 

Luftaufnahme des künftigen Naherholungsgebietes bei Löbnitz (Bild: Christian Kortüm)

Luftaufnahmen des Löbnitzer Strandes
(Bilder: Christian Kortüm)

Schutzzaun für Vegetation und Gehölze (Bild: Christian Kortüm)
Schutzzaun für Vegetation und Gehölze (Bild: Christian Kortüm)

Amphibien und Reptilienschutz (Bild: Christian Kortüm)
Amphibien und Reptilienschutz (Bild: Christian Kortüm)
(Bild: Christian Kortüm)


Flutungsbauwerk der Goitzsche: Sperrung der nicht standsicheren Holzbrücke

Muldestausee/Friedersdorf. Aus Sicherheitsgründen musste am 11. Januar 2024 die Holzbrücke am ehemaligen Flutungsbauwerk der Goitzsche zwischen Bitterfeld und Friedersdorf durch die LMBV gesperrt werden. Sie ist ein Bestandteil der 1999 fertig gestellten Flutungsanlage Mühlbeck. Die Sperrung wurde erforderlich, nachdem im Rahmen einer turnusmäßigen Bauwerksprüfung durch einen zertifizierten Prüfingenieur festgestellt worden war, dass die Brücke bis zu ihrem planmäßigen Rückbau bzw. bis zu ihrer Umgestaltung weder standsicher noch verkehrstüchtig ist. Derzeit arbeitet die LMBV zusammen mit der betroffenen Gemeinde Muldestausee, dem Landkreis Anhalt-Bitterfeld sowie dem für die Deichunterhaltung zuständigen Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt (LHW) an einer für die Öffentlichkeit zufriedenstellenden Lösung. Eine alternative Route ist über den nahegelegenen südlich verlaufenden Landwirtschaftsweg gegeben, wobei die Ausweisung nicht im Verantwortungsbereich der LMBV liegt. Die LMBV bittet für die Beeinträchtigungen um Verständnis.

Die Brücke ist – auch wenn sie bisher durch Radfahrer, Fußgänger und teilweise Autos genutzt wurde – kein für den öffentlichen Verkehr zugelassenes Bauwerk, sondern eine Betriebsanlage der LMBV. Dies ist durch entsprechende Beschilderung gekennzeichnet. Die Zufahrt zu beiden Seiten der Brücke führt über einen Wirtschaftsweg des LHW. Dieser Weg ist zur Unterhaltung der Deichanlagen und deren Verteidigung im Hochwasserfall sowie für die LMBV zur Bewirtschaftung des ehemaligen Flutungsbauwerkes notwendig. Die Sperrung der Brücke im weiteren Verlauf des Wirtschaftsweges dient somit der Gewährleistung der Sicherheit von Mitarbeitern des LHW und der LMBV. Weiterhin verweist die LMBV darauf, dass das Betreten des Flutungsbauwerkes – auch Bediensteg, Gitterrost und Betonsteg sowie Treppe – ebenfalls verboten ist, da es sich bei dem Bauwerk ebenfalls um eine Betriebsanlage der LMBV handelt. Die wasserbauliche Anlage ist mit Hinweistafeln zum Betretungsverbot beschildert.

 

Hintergrund:

Nach der Einstellung der Kohleförderung 1991 wurde der Tagebaubereich Goitsche in die Sanierung überführt. Ein Schwerpunkt der inzwischen abgeschlossenen bergbaulichen Sanierungstätigkeit in Verantwortung der LMBV war u. a. die Herstellung der Flutungsanlage von der Mulde unterhalb des Muldestausees bis zum Einlaufbauwerk in den „Bernsteinsee“ (ehemaliges Restloch Mühlbeck) mit Untertunnelung der B 100. Im Jahr 1997 begann der Bau der Flutungsanlage: Diese umfasst das Deichbauwerk, den Zulaufgraben und das eigentliche Flutungsbauwerk in Mühlbeck mit einer Kapazität von 5,0 m³/s. Die Fremdflutung des Großen Goitzschesees mit Wasser der Mulde begann am 7. Mai 1999 und war nach dem Hochwasser 2002 abgeschlossen. Nach den Hochwässern von 2002 und 2013 musste die Flutungsanlage Mühlbeck jeweils instandgesetzt werden. 


Bergbaufolgeseen: Erfolgreiches LMBV-Flutungsgeschehen 2023

Senftenberg | Leipzig. Im Lausitzer Revier können in 2023 durch die LMBV voraussichtlich bis zu 95 Mio. m³ Wasser für die Flutung und Nachsorge der Bergbaufolgeseen aus den Vorflutern gewonnen werden. Damit wird die Jahresmenge 2023 leicht über dem Durchschnitt der vergangenen 10 Jahre von rund 90 Mio. m³ liegen.

Hauptabnehmer und Schwerpunkte der Wassernutzungen in 2023 waren neben dem Bärwalder See (mit 29 Mio. m³) das Speicherbecken Lohsa II (mit 17 Mio. m³) sowie der Sedlitzer See (mit 25 Mio. m³). Die ausgeprägte sommerliche Niedrigwasserphase sowie die Einhaltung sanierungsbedingter Grenzwasserstände wirkten einer höheren Wassernutzung entgegen.

Neben den Entnahmen aus der Vorflut wurden auch in 2023 umfangreiche Rückleitungen aus den Lausitzer Bergbaufolgeseen in die Vorflut realisiert und damit die Abflüsse von Spree und Schwarzer Elster insbesondere in der sommerliche Niedrigwasserphase stabilisiert. Bis zum Jahresende werden sich die Rückleitungen auf etwa 70 Mio. m³ belaufen. Den Schwerpunkt bildete das Speicherbecken Lohsa II. Durch die sanierungsbedingte Absenkung des Wasserstandes um insgesamt mehr als 2 m wurden über den Sommer 2023 mehr als 27 Mio. m³ in die Spree abgeschlagen.

In Mitteldeutschland werden den Bergbaufolgeseen der LMBV bis zum Jahresende 2023 voraussichtlich rund 30 Mio. m³ Flutungswasser aus den Vorflutern zugeführt Diese Menge entspricht in etwa dem Mittelwert der vergangenen 10 Jahre. Der mit rund 15 Mio. m³ größte Anteil entfiel dabei auf den Zwenkauer See.

Die Rückleitungen werden sich in Mitteldeutschland 2023 auf insgesamt etwa 40 Mio. m³ summieren. Die mit rund 15 Mio. m³ größte Einzelmenge entfällt dabei auf den Cospudener See. Parallel zum Lausitzer Revier dienen die Rückleitungen in Mitteldeutschland im Wesentlichen der Sicherung von Ziel- bzw. Mindestabflüssen in der Vorflut.

Nach Einschätzung von Maik Ulrich, Leiter der Flutungszentrale der LMBV, „wird immer deutlicher, dass die Rolle der entstehenden Bergbaufolgeseen und Speicher hinsichtlich Ihrer Wirkung zur Stützung der Flussgebiete immer mehr an Bedeutung gewinnt.“

Hainer See und Kahnsdorfer See | Solarpark Witznitz von C. Bedeschinski für LMBV

Fotos: LMBV-Luftbilder von Steffen Rasche und Christian Bedeschinski


Rückbau technischer Anlagen zum Filterbrunnenbetrieb am Zwenkauer See abgeschlossen

Leipzig/Zwenkau. Vom Aussichtspunkt Zitzschen bis zum Ortsrand Zwenkau (parallel zu Weg 19) wurden von Mitte September bis zur 51. Kalenderwoche 2023 noch vorhandene Energieverteilungsanlagen, die seinerzeit zur Versorgung der bergbaulichen Wasserhaltungen im Bereich des Tagebaus Zwenkau verwendet wurden, zurückgebaut bzw. demontiert und entsorgt. Betroffen waren eine 6-kV-Freileitung mit ca. 60 Masten auf einer Länge von insgesamt 4 Kilometern und technische Anlagen wie Elektroverteiler, Trafostation und Strossenschalter.

Finanziert wurde die Sanierungsmaßnahme über den § 2 des Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung. Die Gesamtkosten belaufen sich auf ca. 60.000 Euro netto. Auftragnehmer war der Baggerbetrieb Burkhardt GmbH aus Thonhausen. Das Ingenieurbüro Wolff aus Leipzig übernahm die örtliche Bauüberwachung, das Ingenieurbüro Knoblich aus Zschepplin die ökologische Baubegleitung.

Reste der technischen Anlagen

Fotos: LMBV/Michael Klemm


St. Barbara in Halle gehuldigt – LMBV-Barbarafeier 2023

Halle/Saale. Am 5. Dezember versammelten sich rund 400 Gäste in der Händelhalle in Halle (Saale) aus den drei Revieren der LMBV, so aus Mitteldeutschland, der Lausitz und dem Südharz, um gemeinsam die traditionelle Barbarafeier zu begehen. Ehrengast und Grußwortrednerin war in diesem Jahr die Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz, Steffi Lemke, die aus Dessau stammt.

Die Bundesumweltministerin nahm die Barbarafeier zum Anlass, sich bei der LMBV und allen Beteiligten der Braunkohlesanierung in den Landkreisen und Kommunen sowie bei den Unternehmen zu bedanken. "Die Braunkohlesanierung kann ein Vorbild für den Strukturwandel sein. Ich denke insbesondere an den breiten Konsens bei den Akteuren im Bund, in den Ländern und vor Ort. Aus politischer und föderaler Perspektive ist vor allem die konstruktive Zusammenarbeit von Bund und Ländern in all den Jahren zu nennen. 

Die Zusammenarbeit war nahezu geräuschlos und von einem breiten Konsens getragen, einem Verständnis für die besondere Bedeutung der Braunkohlesanierung in den betroffenen Regionen. Große Veränderungsprozesse können nur mit einem breiten, parteiübergreifenden Konsens über lange Jahre erfolgreich gestaltet werden." (Hier zur Rede von Bundesumweltministerin Steffi Lemke anlässlich der Barbarafeier der LMBV)

In seinem auf das zurückliegende Jahr ausgerichteten Sanierungsbericht betonte Bernd Sablotny, Sprecher der Geschäftsführung, dass sich die Zeiten auch für die LMBV geändert haben. Konnten in den beiden vorangegangenen Verwaltungsabkommen die von Bund und Ländern zur Verfügung gestellten Mittel fast vollständig ausgegeben werden, gelingt dies nur noch im Hinblick auf den veränderten Charakter der Sanierungs- und Verwahrarbeiten unter immer größeren Anstrengungen. 

Jetzt rückt die Fertigstellung insbesondere der Seen, ihre Folgenutzung und die Beendigung der Bergaufsicht in den Vordergrund. Die damit verbundenen Aufgaben werden aufwändiger und kleinteiliger. Auch Daueraufgaben wie Grundwasserhaltungen und Eisenminderungsmaßnahmen gewinnen zunehmend an Bedeutung.

Die vorgegebenen Sanierungsziele im ersten Jahr des laufenden Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung von 2023 bis 2027 wurden dennoch weitestgehend erreicht. Im Jahr 2023 wird die LMBV Leistungen in einem Finanzierungsumfang insgesamt von circa 257 Millionen Euro erbracht haben. 

In den Maßnahmen davon nach rechtlicher Verpflichtung, entsprechend § 2 des Verwaltungsabkommens, werden das circa 177 Millionen Euro, für die Maßnahmen gegen die Folgen des Grundwasserwiederanstiegs, entsprechend § 3 des Verwaltungsabkommens, circa 39 Millionen Euro und für die Maßnahmen zur Erhöhung des Folgenutzungsstandards in alleiniger Finanzierung durch das Land Brandenburg und den Freistaat Sachsen, entsprechend § 4 des Verwaltungsabkommens, circa 14 Millionen Euro sein. 

Im Bereich Kali-Spat-Erz wird die LMBV bis zum Jahresende Verwahrungsleistungen in Höhe von 27 Millionen Euro realisiert haben. Dies alles konnte nur als Gemeinschaftswerk gelingen.

Mit der Würde eines Ehrenbergmannes wurde der bald aus dem Dienst ausscheidende Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen, Werner Gatzer, der lange Jahre auch die Fachaufsicht über die LMBV geführt hatte, für sein Engagement um die Sicherung der Braunkohlesanierung seitens des Gesellschafters BMF geehrt.

Ebenso wurde der Referatsleiter im Ministerium für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten, Frank Ranneberg, mit dem Arschledersprung und den Insignien eines Ehrenbergmannes für sein Engagement für die Bergbausanierung und Verwahrung gewürdigt.

Zum Ehrenbergmann geschlagen: Frank Ranneberg, Referatsleiter im Ministerium für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten
Fotos: LMBV/Christian Kortüm


LMBV startet Wegebau in der Neuen Harth südlich von Leipzig

Bessere Anbindung für Böhlener Anwohner an den Zwenkauer See

Leipzig/Böhlen. Die Bürger von Großdeuben und Gaschwitz erhalten nach langer Wartezeit eine bessere Anbindung an den Zwenkauer See. Seit Anfang November 2023 wird im Böhlener Ortsteil Großdeuben die Wegeverbindung zum westlich gelegenen Bergbaufolgesee hergestellt. Von den zwei geplanten Wegen im Waldgebiet der Neuen Harth wird zunächst der sogenannte Weg 9a umgesetzt: Er beginnt an der Feldstraße in der Ortslage und führt in westlicher Richtung zum vorhandenen Neue-Harth-Weg. Der geplante Weg 10a wird bauseitig in den kommenden Jahren folgen, wenn naturschutzfachliche Belange geklärt sind. Die Abstimmungen mit dem Sachsenforst als Eigentümer der Waldfläche und einem Privateigentümer laufen noch.

Der Weg 9 befindet sich im Bau, der Weg 10 in Planung

Der vorhandene Weg wird auf einer Länge von ca. 1 Kilometer auf eine Breite von 3,50 Meter ausgebaut werden. Vorgesehen ist der Bau einer sandgeschlämmten Schotterdecke einschließlich Grabenbau und Anschluss an vorhandene Wege. Dieses Jahr erfolgt die Baufeldfreimachung, bei der u. a. ein Amphibienschutzzaun errichtet wird und Ersatzmaßnahmen laut Bundesnaturschutzgesetz umgesetzt werden. Bis voraussichtlich April 2024 soll der Hauptteil der Wegebaumaßnahme abgeschlossen, bis Ende November 2024 sollen die nachbereitenden Arbeiten beendet sein. Während der Bauzeit ist der Weg für Radfahrer und Fußgänger gesperrt.

Finanziert wird die Maßnahme über den § 2 des Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung. Die Gesamtkosten der Baumaßnahme belaufen sich auf rund 450.000 Euro netto. Auftragnehmer ist die Firma Rädlinger Straßen und Tiefbau GmbH/Niederlassung Markkleeberg. Die örtliche Bauüberwachung und die ökologische Baubegleitung übernimmt das Ingenieurbüro K. Langenbach Dresden GmbH in Zusammenarbeit mit der AQUILA Ingenieurgesellschaft mbH, wobei Letztere für die ökologische Baubegleitung verantwortlich zeichnet.

Zudem läuft im ehemaligen Bereich des Tagebaus Zwenkau bis Ende dieses Jahres der Rückbau technischer Anlagen zum Filterbrunnenbetrieb im Auftrag der LMBV.

Hintergrund:

Bereits im Braunkohlenplan bzw. Sanierungsrahmenplan für den Tagebaubereich Zwenkau/Cospuden war die Verbindung zum Siedlungsband Gaschwitz-Großdeuben an den Zwenkauer See ein ausgewiesenes Ziel. Die annähernde Wiederherstellung der vorbergbaulichen Wegebeziehungen gehört zur bergrechtlichen Grundsanierungspflicht der LMBV – ebenso wie die Erschließung der Bergbaufolgelandschaft zur Bewirtschaftung von land-, forst- und wasserwirtschaftlichen Flächen.

Fotos: LMBV/Michael Klemm


25 Jahre überbetriebliche Ausbildung bei der LMBV

Berufsanfänger erkunden mitteldeutsches Revier

Leipzig. Seit über 25 Jahren ermöglicht das überbetriebliche Ausbildungssystem der LMBV vielen jungen Menschen eine qualifizierte Erstausbildung. Möglich gemacht hat diese Arbeit u. a. der Steuerungs- und Budgetausschuss für die Braunkohlesanierung (StuBA) mit seiner kontinuierlichen und verlässlichen Mittelbereitstellung. Anlässlich dieses Jubiläums nahmen am 17. Oktober mit Kerstin Grosch, Abteilungsleiterin Finanzen, und Marco Höpner, verantwortlicher Mitarbeiter u. a. für die Finanzierungsplanung und –abrechnung im §2, auch zwei Vertreter des StuBA am diesjährigen Tag des Berufsanfängers teil.

Im aktuellen Ausbildungsjahr haben bei der LMBV 12 junge Menschen zwischen 16 und 24 Jahren eine überbetriebliche Ausbildung zum Kaufmann/Kauffrau für Büromanagement begonnen. In den Bundesländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg hat die LMBV erprobte Partner, welche diese Erstausbildung absichern. Mehr als 950  junge Menschen haben seit dem Bestehen der LMBV eine Ausbildung bei der LMBV und damit eine Perspektive für ihre berufliche Zukunft erhalten.

Zum Tag des Berufsanfängers informierte am 17. Oktober in Leipzig Gunnar John, kaufmännischer Geschäftsführer der LMBV, die zukünftigen Bürokaufleute persönlich über die Arbeit der LMBV und ihre möglichen Perspektiven im Unternehmen. Im Anschluss erläuterte Sybille Panitzky, Abteilungsleiterin Personalwesen, das überbetriebliche Ausbildungssystem des Unternehmens und gab einen Überblick zu den bislang angebotenen Ausbildungsberufen.

Gemeinsam mit Arne Sander und Bettina Fütz ging es an den Schladitzer See, wo die beiden LMBV-Kollegen die Besonderheiten des Sanierungsgebietes erläuterten.

Viel Erfolg sowie genügend Durchhaltevermögen – auch in herausfordernden Ausbildungssituationen – wünschte den zukünftigen Bürokaufleuten Elke Kreische-König, Abteilungsleiterin Stab Sanierung Mitteldeutschland. Mit Klemens Hermann, Mitglied des Betriebsrates Mitteldeutschland, erhielten die Teilnehmenden einen Überblick über die betriebliche Mitbestimmungsseite bei der LMBV. Über die Arbeit und Angebote der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) informierte Felix Schultz, kommissarischer Leiter des IG BCE-Bezirks Leipzig.

Im Anschluss führte eine Exkursion ins mitteldeutsche Revier. Bettina Fütz, aus der Planung Westsachen/Thüringen und Arne Sander, Bereich Stab Mitteldeutschland, erläuterten anschaulich das Sanierungsgeschehen am Schladitzer See sowie die Besonderheiten des Sportstrandes Schladitz und des Biedermeierstrandes.

Bilder: Anika Dollmeyer


Gesperrter Störmthaler Kanal: Ursachenermittlung ist abgeschlossen

Das Gutachten wurde auf der 3. Sitzung der „AG Störmthaler Kanal“ vorgestellt

Leipzig. Am 12. Oktober 2023 kam die „Arbeitsgruppe Störmthaler Kanal“ zu ihrem dritten Treffen zusammen. Das Gutachterteam stellte seinen Bericht zu den „Ursachen der festgestellten Defizite im Bereich des Störmthaler Kanals und des Kompaktbauwerkes zwischen Störmthaler und Markkleeberger See“ vor.

Die Gutachter bestätigten allen Beteiligten, die mit der Gefahrenabwehrmaßnahme und der Sperrung des Kanals im März 2021 zu tun hatten, richtig gehandelt zu haben.

Nach Einschätzung der Gutachter sind multikausale Ursachen für die festgestellten Defizite im Störmthaler Kanal und am Kompaktbauwerk ursächlich. Es bestanden zu jedem Zeitpunkt ungünstige geotechnische und hydrogeologische Randbedingungen welche zusätzlich von dem prognostizierten Verhalten abweichen. Ungünstige Planungs-/ Ausführungsanpassungen haben die Schäden begünstigt. Das Gutachten nennt in seiner Zusammenfassung fünf Hauptschadensursachen:

    • Der Kippenboden ist sehr suffosionsempflindlich. In der Folge besteht eine Gefahr durch Innere Erosion und Piping, wobei feine Bodenteilchen in den Bodenschichten durch die Strömungskraft des Grundwassers transportiert werden und somit die Standsicherheit des Bauwerks gefährden.
    • Abweichungen der geohydraulischen Randbedingungen: Der Wiederanstieg des Grundwassers hat sich anders entwickelt als prognostiziert. Zugleich reagierte der Kippenboden anders als erwartet. Statt der im Baugrundgutachten von 2004 prognostizierten Setzung um 28 Zentimeter hat sich das Schleusenbauwerk um zwei Zentimeter gehoben.
    • Die Nichtausführung von Filterschichten im Schleusenunterhaupt (das Schleusentor in Richtung Markkleeberger See) wirkt sich nachteilig auf den Bodenaustrag durch Innere Erosion und Piping aus.
    • Es konnten Defizite bei der Ausbildung des Kanals ausgemacht werden. Das Abweichen bei der Böschungsausbildung hin zu einer steileren Neigung sowie die Nichtbeachtung hydrodynamischer Belastungen bei der Schleusenentleerung wirken sich infolge eines unzureichenden Deckwerkes nachteilig im Unterwasserbereich aus. Die Nichtausführung eines mineralischen Filters und die Kompensation mittels eines ungeeigneten Geotextils unter dem Deckwerk des Kanals führten zu Beschädigungen des Deckwerkes im Kanal.
    • Ungünstige Planungsanpassungen im Kontaktbereich zwischen Stahlbetonbauteilen und den eingebauten Erdbaustoffen.

Ursachenermittlung ist abgeschlossen

Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) hatte das Gutachten in Auftrag gegeben und sieht die beauftragte Leistung gemäß Aufgabenstellung als vollumfänglich erbracht. Somit ist die Ursachenermittlung aus Sicht der LMBV abgeschlossen. Dem schlossen sich auch die anderen Teilnehmer der Arbeitsgruppe Störmthaler AG an. Dies sind neben der LMBV das Sächsische Oberbergamt (SächsOBA), die Landesdirektion Leipzig (LDS), der Regionale Planungsverband Leipzig-Westsachsen (RPV), die Stadt Markkleeberg und die Gemeinde Großpösna.

Nach dem Abschluss der Ursachenermittlung steht nunmehr die Frage im Raum, ob und wie der Kanal mit der Schleuse saniert werden kann. Das Ziel der LMBV ist die dauerhafte Gewährleistung der geotechnischen Sicherheit. Das SächsOBA schlug vor, vor Beginn der Sanierungsplanung eine Machbarkeitsstudie zu beauftragen, um die Frage zu klären, ob und mit welchen technischen Mitteln die Standsicherheit des Kompaktbauwerkes hergestellt werden kann. Darauf aufbauend sollen die konkreten Planungsansätze für die Sanierung des Kanals sowie des Kompaktbauwerkes festgelegt werden. SächsOBA, LDS und RPV werden die Anforderungen und das Ziel einer Machbarkeitsstudie formulieren.

Die Zusammenfassung des Gutachtens kann hier nachgelesen werden.

Hintergrund:

Der Störmthaler Kanal mit Schleuse verbindet den Störmthaler mit dem Markkleeberger See. Die Seen entstanden durch Flutung der Restlöcher des Braunkohlentagebaus Espenhain, deren Abschlussbetriebsplan die LMBV umsetzt.

Der künstliche Kanal im Kippengebiet zwischen Störmthaler und Markkleeberger See im Südraum von Leipzig ist aufgrund von Böschungsschäden und Rissbildungen nahe der Kanuparkschleuse seit März 2021 gesperrt. Zur Gefahrenabwehr wurden zeitnah Querbauwerke ober- und unterhalb des Schleusenbauwerks errichtet.

Das Gutachten zur Ursachenermittlung wurde von KREBS+KIEFER Ingenieure GmbH und der Technischen Hochschule Nürnberg, Institut für Wasserbau und Wasserwirtschaft, erstellt. Begleitet wurde die Ursachenermittlung durch die Arbeitsgruppe Störmthaler Kanal. Das Gutachten wurde im September 2023 der LMBV übergeben.


Informationstag in Nachterstedt mit zahlreichen interessierten Besuchern

Stadt Seeland/Nachterstedt. Die LMBV hat, wie im Frühjahr angekündigt, am 30. September 2023 eine Informationsveranstaltung für interessierte Bürger der Stadt Seeland am ehemaligen Tagebau Nachterstedt, dem heutigen Concordia See, durchgeführt. Zwischen 10 und 14 Uhr wurden Führungen bis in den Sperrbereich angeboten, die alle ausgebucht waren.

Fachleute gaben Auskunft über die in den vergangenen vierzehn Jahren durchgeführten Bautätigkeiten und Einblicke in die künftigen Sanierungsmaßnahmen. Die Angebote wurden gut angenommen und weckten bei einigen Teilnehmern traurige Erinnerungen, erzeugten allerdings auch großes Erstaunen ob des Sanierungsfortschritts am Bergbaufolgesee.

Heidrun Meyer, Bürgermeisterin der Stadt Seeland, erklärte zur Eröffnung des Informationstages: „Für mich schließt sich gewissermaßen heute ein Kreis. Die Tragödie von Nachterstedt hat mein Wirken als Bürgermeisterin maßgeblich geprägt. Nun, da ich Ende Oktober aus meinem Amt scheide, bin ich froh zu sehen, was sich in den vergangenen Jahren getan hat und dass die Arbeit der LMBV auf die Zukunft ausgerichtet ist. Dieser See hat eine Perspektive, die wir nutzen wollen.“

Grit Uhlig, LMBV-Bereichsleiterin Mitteldeutschland, dankte allen beteiligten Akteuren für ihre gute Zusammenarbeit, aber auch den Anrainern und Betroffenen für ihre Geduld, denn die Sanierungsarbeiten seien noch nicht abgeschlossen. „Rund 90 Prozent unserer bergmännischen Arbeit sind bereits umgesetzt, in den nächsten Jahren werden Restarbeiten ausgeführt. Die Flutung wird in den 2040er Jahren abgeschlossen sein, abhängig vom Wasserdargebot.“

Aufgrund des großen Interesses und der hohen Nachfrage nach Führungen in den Sperrbereich am Concordia See plant die LMBV in den nächsten Jahren eine Wiederholung des Informationstags für interessierte Anwohner.

Videos:

Einen Rückblick auf den Informationstag in Nachterstedt am 30.09.2023 gibt es hier.

Ein aktuelles Video zum Sanierungsgeschehen am Concordia See ist in der LMBV-Mediathek zu sehen. 

Impressionen vom Informationstag 
Fotos: Christian Horn


Öko-Institut e. V. informiert sich über Arbeit der LMBV

Geiseltal/Leipzig. Über die Arbeit der LMBV und die Besonderheiten des Geiseltalsees informierten sich am 20. September Mitarbeiter des Öko-Instituts e. V. LMBV-Referent Jörg Schlenstedt gab während der Befahrung einen Einblick in die vor Ort erfolgten Arbeiten und die damit verbundenen Besonderheiten der Landschaftsgestaltung und Renaturierung. 

Das Öko-Institut ist eine Forschungs- und Beratungseinrichtung, welche beispielsweise für Ministerien auf Bundes- und Landesebene, Unternehmen, Nicht-Regierungs-organisationen sowie die Europäische Union tätig ist.

Impressionen von der Befahrung (LMBV Unternehmenskommunikation)

Der Geiseltalsee aus der Vogelperspektive (Christian Bedeschinski, 2021)


Personelle Veränderungen im Aufsichtsrat: Neue Vorsitzende gewählt

Merseburg. In ihrer 105. Sitzung am 24.08.2023 in Merseburg wählten die Mitglieder des Aufsichtsrates der LMBV Heike Große-Wilde zur neuen Vorsitzenden des Gremiums. Die Neuwahl war nötig geworden, nachdem ihr Vorgänger, Ministerialrat Dr. Ulrich Teichmann, zum 15.07.2023 sein Mandat niedergelegt hatte. Der Aufsichtsrat dankt Dr. Teichmann für sein langjähriges Wirken im Aufsichtsrat der LMBV. Zugleich begrüßten die Mitglieder Dr.-Ing. Michael Drobniewski als neues Aufsichtsratsmitglied. Der Regionalbeauftragte der RAG im Saarland war zum 16.08.2023 mit Gesellschafterbeschluss bestellt worden.

Am Vortag der Sitzung informierten sich alle Mitglieder des Aufsichtsrates in einer Befahrung über die geleisteten und die noch ausstehenden Arbeiten im Revier. In diesem Jahr besuchten die Vertreter von Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite den Runstedter und den Geiseltalsee.

An mehreren Stationen informierten Experten der LMBV über die Sanierungsfortschritte. So besteht am Runstedter See eine noch viele Jahre andauernde Sanierungsmaßnahme in Form der Sauerstoffanreicherung des Sees mit einer Tiefenwasserbelüftungsanlage. Bei der Befahrung des Geiseltalsees spielte die Diskrepanz zwischen geplantem und tatsächlich eingetretenem Wasserstand, unter anderem beim Besuch des Geiseltalsee-Ableiters, eine dominierende Rolle.

Aber auch die erfolgreiche und schon weit vorangeschrittene Rekultivierung in diesem Gebiet war Gegenstand der Befahrung. So bot der Weinberg an der Halde Klobikau einen hervorragenden Überblick über den Geiseltalsee. Mit Besuch der Marina Mücheln und einer Schiffstour, vorbei an der Marina Braunsbedra, erhielten die Aufsichtsratsmitglieder einen konkreten Einblick in die erfolgreiche Renaturierung und Ufergestaltung sowie das umfangreiche Naturschutzgebiet. Zudem begleiteten die Bürgermeister von Mücheln und Braunsbedra, Andreas Marggraf und Steffen Schmitz, die Schifffahrt und brachten die kommunale Sicht der Nutzer in die Befahrung ein. Ein kurzer Stopp am Museum Pfännerhall, in deren Umfeld sich im Eigentum der LMBV befindliche Entwicklungsflächen für die Erzeugung von erneuerbaren Energien befinden, rundete die Befahrung ab. 

Die Mitglieder des Aufsichtrates wurden von den zwei Geschäftsführern der LMBV und einzelnen Fachverantwortlichen begleitet.

Impressionen der Befahrung des Aufsichtrates am Geiseltalsee, am Vortag der 105. Sitzung (Fotos: Anika Dollmeyer)


§ 4‑Erfolgsgeschichte am Schladitzer See: Seebühnen-Einweihung

Schkeuditz/Leipzig. Der Haynaer Strandverein e. V. hatte am Samstag, dem 5. August 2023, zur Einweihung der erweiterten Seebühne an den Biedermeierstrand Hayna am Südufer des Schladitzer Sees eingeladen. Mit der Uraufführung des Musicals „Reise zum Mittelpunkt der Erde“ des  Theaterfördervereins Priester e. V. wurde die neue Seebühne am Biedermeierstrand eröffnet.

Die Vergrößerung des Veranstaltungszentrums am Haynaer Strand mit der baulichen Erweiterung der Bühne und Tribünen einschließlich Überdachung für eine Verdreifachung der Zuschauerkapazität von 350 auf 1000 Plätze wurde zu 90 % vom Freistaat Sachsen im Rahmen des Verwaltungsabkommen zur Braunkohlesanierung als § 4-Maßnahme finanziert.

Der Freistaat Sachsen verfolgt im Umfeld der Bergbaufolgeseen eine nachhaltige Entwicklung für verschiedenartige Nutzungen. Für Maßnahmen zur Erhöhung des Folgenutzungsstandards – sogenannte § 4-Maßnahmen – stellt er zusätzliche Mittel aus dem Landeshaushalt zur Verfügung, um gute Voraussetzungen für Folgeinvestitionen zur touristischen Nutzung zu schaffen.

Die LMBV fungiert hier als Projektträger dieser § 4-Maßnahmen und gleichzeitig als gesetzlich Sanierungsverpflichteter. Somit werden Synergien zwischen Wiedernutzbarmachung und Folgenutzung erreicht, mit dem Ziel der Entwicklung einer attraktiven Bergbaufolgelandschaft.

LMBV-Projektkoordinator Dr. Robert Böhnke verwies in seinem Grußwort auf die erfolgreiche Entwicklung am Südufer des Schladitzer Sees durch Folgenutzungsmaßnahmen, die im Rahmen der § 4-Förderung finanziert wurden: Mit der Fertigstellung des Zugangs mit Treppenanlage, der barrierefreien Zufahrt und der Freiflächengestaltung einschließlich Bepflanzung wurde im Mai 2019 der Strand Hayna feierlich an die Stadt Schkeuditz und den Betreiber Haynaer Strandverein e. V. übergeben. Im Vorjahr konnten bereits der Strandbereich und der Parkplatz sowie die medientechnische Erschließung aus § 4-Mitteln fertig gestellt werden.

Im unmittelbaren Umfeld des Veranstaltungszentrums ist gerade mit dem Bau einer Überwachungs- und Serviceeinrichtung am Strand Hayna begonnen worden. Ziel dieser § 4-Maßnahme ist die Gewährleistung eines sicheren Badebetriebes sowie die Überwachung des Strandbereiches. Des Weiteren sollen sanitäre Einrichtungen, Abstellplätze für Fahrräder und Lademöglichkeiten für E-Bikes geschaffen werden. Zusätzlich wird das Gebäude auch als Service- und Informationsstation für Benutzer des Rundweges (Spaziergänger, Radfahrer) dienen.

 

Weitere Informationen aus der Pressemitteilung des Haynaer Strandvereins vom 9. August 2023: 

 

Seebühne am Biedermeierstrand mit Festakt und Musical eröffnet

Zehn Monate lang wurde die Veranstaltungsstätte am Biedermeierstrand Hayna umgebaut, die Bühnenflä­che erweitert, Kulissen ab- und neu aufgebaut und die Sitzplatzkapazität von 350 auf circa 1000 erhöht. Dabei sind unter anderem 72 Tonnen Stahl und 600 Kubikmeter Beton verbaut, sowie 22 Kilometer Stromkabel ver­legt worden – genug, um von Hayna nach Schkeuditz, zurück nach Hayna und wieder nach Schkeuditz zu gelangen. Aller Hürden durch Corona, Wetterwidrigkeiten, Lieferengpässe und Personalmangel zum Trotz ist die Seebühne nun fast fertiggestellt. Auch, wenn einige Dinge wie der Außenputz oder die Überdachung der neuen Tribünen noch fehlen, ist die neue Veranstaltungsstätte nun für die Spielsaison 2023 freigegeben – und wurde am 5. August gebührend eingeweiht.

Der Festakt mit geladenen Gästen aus Wirtschaft, Politik und Kultur begann mit einem kleinen Sektemp­fang, ehe um 19 Uhr der offizielle Festakt folgte. Projektmanager Christoph Zwiener begrüßte die restlos ausverkauften Ränge herzlich und dankte anschließend allen Freunden, Förderern und Partner des Projektes, ehe kurze Reden von Schkeuditzer Oberbürgermeister Rayk Bergner und LMBV-Abteilungsleiter Geotech­nik Dr. Robert Böhnke folgten.

Das Publikum erfuhr außerdem Einiges über die Geschichte des Schladitzer Sees, dem ehemaligen Braun­kohletagebau Breitenfeld, über den Haynaer Strandverein, der das Gelände seit 2009 betreibt und die Ver­anstaltungen organisiert, sowie über den Musik- und Theaterförderverein Priester, der im Anschluss sein neues Musical »Reise zum Mittelpunkt der Erde« erstmals der Öffentlichkeit präsentierte. Dabei begleitete des Publikum den zerstreuten Professor Dr. Otto Lidenbrock und seinen Neffen Alex auf ihrem waghalsi­gen Unterfangen durch fantastische Welten voll fremder Wesen und unglaublicher Begegnungen. Ein circa 50-köpfiges Ensemble, ein drehbares Bühnenbild im Stil des Pariser Eiffelturms, schillernde Kostüme, aus­gefeilte Choreografien, Projektionen und epische Musik erweckten dabei die Romanvorlage von Jules Verne zu neuem Leben.

Aber nicht nur das Musical wird 2023 aufgeführt. Von Flamenco- und Klassikkonzert über Saxophon- und Bigbandklänge bis hin zu Folkmusik und Minitheater ist noch Einiges los in dieser Saison. Ab Oktober folgen dann letzte Bauarbeiten zur Fertigstellung der Seebühne.

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Sanierungsmethode in Meuselwitz erfolgreich: Teilabschnitt der Kohlebahn auf einer Länge von 360 m muss eingestellt bleiben

Jena/Meuselwitz. Die LMBV, Projektträger für die Sicherung der Gleistrasse der Kohlebahn in Meuselwitz, informierte am 3. August 2023 darüber, dass die Probebohrungen im Sanierungsabschnitt zwischen Weinbergstraße und Rudolf-Breitscheid-Straße abgeschlossen seien.

Im Ergebnis wurde bestätigt, dass die angewandte Sanierungsmethode erfolgreich ist, so dass nunmehr die Zweifel ausgeräumt werden konnten und die Sanierung fortgesetzt werden kann. Nach Einschätzung der LMBV sollen die Hohlräume im o. g. Streckenabschnitt der Kohlebahn bis Ende dieses Jahres gesichert sein.

Bis zum Abschluss der Verwahrarbeiten durch die LMBV und der sich anschließenden gutachterlichen und behördlichen Freigabe kann auf einem Teilabschnitt mit einer Länge von 360 m keine Personenbeförderung stattfinden, da Sicherheit Vorrang haben muss. Deshalb bleibt die Anordnung des Thüringer Landesamtes für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) vom 7. Juli 2023 bis auf Weiteres bestehen.

Mit den getroffenen Regelungen bleibt der Fahrverkehr auf einem Großteil der Strecke (14 km) ohne Einschränkungen erhalten, informierte Dr. Karsten Waldenburger, Vorsitzender des Kohlebahn-Vereins.

(Quelle: PM des Thüringer Landesamtes für Umwelt, Bergbau und Naturschutz vom 03.08.2023)

Foto: LMBV


Öffentlicher Baubeginn Ableiter Merseburg Ost: Zukünftig ermöglicht ein Wehr die Selbstregulation des Wasserstandes am Wallendorfer See

Leipzig/Luppenau. Gemeinsam mit Torsten Ringling, Bürgermeister der Gemeinde Schkopau, hatte am 7. Juli Dietmar Wollnitza, LMBV-Abteilungsleiter Projektmanagement Sachsen-Anhalt, zum öffentlichen Spatenstich nach Luppenau geladen. Zahlreiche Interessierte nutzten die Möglichkeit vor Ort, mit den beteiligten Akteuren ins Gespräch zu kommen und Fragen zu stellen.

In einer voraussichtlich einjährigen Bauzeit wird hier ein 750 Meter langer Ableiter errichtet, welcher vom Wallendorfer See zur Luppe führt. Die Sohlbreite des Grabens wird 1,5 Meter betragen. Zusätzlich wird ein Wehr errichtet. Das sogenannte Mönchbauwerk wird aus einem monolithischen Stahlbetonbauwerk hergestellt. Im weiteren Verlauf des Ableiters passiert das vom Wallendorfer See abgeführte Überschusswasser zwei Durchlassbauwerke, bevor es in die Luppe abgeführt wird.

Mit dieser Maßnahme setzt die LMBV den gültigen Planfeststellungsbeschluss um.

Durch das Errichten dieses Ableitersystems wird eine weitestgehende Selbstregulation des planfestgestellten Wasserstandes im Wallendorfer See ermöglicht. Bislang erfolgt die Regulierung über ein Pumpensystem und Ableitung in die Weiße Elster. Die Wasserschwankungen vor Ort ergeben sich aus den natürlichen Randbedingungen von oberirdischen und unterirdischen Zuflüssen (Niederschlag und Grundwasser).

Im ersten Bauabschnitt wird der Durchlass unter der Löpitzer Straße errichtet. Dazu wird die Löpitzer Straße während der Sommerferien vom 7. Juli bis 16. August 2023 gesperrt. Eine entsprechende Umleitungsstrecke ist ausgeschildert.

Der zukünftige Ableiter befindet sich im Naturschutzgebiet Elster-Luppe-Aue entlang des Verlaufs eines Altarmes der Luppe. Damit verbunden ist eine naturnahe Ausgestaltung des Grabens. Die Kosten für diese § 2 – Maßnahme betragen circa 1,8 Millionen Euro.

Blick auf die eingerichtete Baustelle. Im Hintergrund der Wallendorder See (Quelle: Christian Horn für LMBV)

Impressionen vom öffentlichen Spatenstich (Bilder: Christian Kortüm)








Uebersichtslageplan_Ableiter_Merseburg_Ost


Sicherheit hat Vorrang: Kohlebahnen e. V. muss Eisenbahnbetrieb auf Teilabschnitt vorrübergehend einstellen

Jena/Meuselwitz. Bei derzeit durchgeführten Bohr- und Verfüllarbeiten südlich der Rudolf-Breitscheid-Straße in Meuselwitz sind bisher unbekannte größere Hohlräume festgestellt worden.

Wegen des Risikos von größeren Verformungen der Tagesoberfläche bis hin zu Tagesbrüchen auf bzw. im näheren Umfeld der Eisenbahn-Trasse muss der entsprechende Trassenabschnitt sofort abgesperrt und der Betrieb der Kohletraditionsbahn in diesem Bereich vorerst eingestellt werden.

Der Kohlebahnen-Verein wurde darüber heute vom Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) in Kenntnis gesetzt. Die Maßnahme wurde notwendig, weil unmittelbare Risiken für Fahrgäste nicht ausgeschlossen werden können.  

Das Stadtgebiet von Meuselwitz wird durch zahlreiche ehemalige Braunkohlentiefbaugruben bergbaulich beeinflusst. Davon ist auch die Trasse der Kohletraditionsbahn betroffen. Jetzt sollen die Hohlräume durch das Einbringen von Versatz dauerhaft bergtechnisch gesichert („verwahrt“) werden.

Die Sicherungsarbeiten werden im Auftrag der LMBV umgesetzt. Das TLUBN als die für Altbergbau zuständige Behörde hat eine entsprechende Anordnung mit Sofortvollzug erlassen. Die Erkundungs- und Verwahrarbeiten sollen umgesetzt werden, um das Sanierungsziel – die dauerhafte Sicherung der Gleistrasse der Kohlebahn – zu erreichen.

Der Kohlebahn-Verein wird nach Auskunft seines Vorsitzenden, Dr. Karsten Waldenburger, den Bahnbetrieb aufrechterhalten und zwischen Meuselwitz und Wintersdorf einen Schienenersatzverkehr einrichten.

(Quelle: PM des Thüringer Landesamtes für Umwelt, Bergbau und Naturschutz vom 07.07.2023 | Korrektur Wintersdorf am 11.07.23)

V.l.n.r.: TLUBN-Präsident Mario Suckert, LMBV-Geschäftsführer Bernd Sablotny, Vereinsvorsitzender Dr. Karsten Waldenburger, DMT-Sachverständiger Stephan Paul, Landrat Uwe Melzer, TLUBN-Sprecherin Katrin Trommer-Huckauf, LMBV-Sanierungsbereichsleiterin Grit Uhlig
Fotos: LMBV


Ableiter Merseburg Ost: Einladung zur öffentlichen Informationsveranstaltung und Baubeginn

Leipzig/Luppenau. Mit Beginn der Sommerferien in Sachsen-Anhalt startet die LMBV ihre Arbeiten zum Ableiter Merseburg Ost vom Wallendorfer See bis zur Einbindung in
die Luppe. Als erster Bauabschnitt wird ab 7. Juli 2023 der Durchlass unter der Löpitzer Straße errichtet. Dazu wird die Löpitzer Straße während der Sommerferien vom 7. Juli bis 16. August 2023 gesperrt.

Anlässlich des Baubeginns lädt die LMBV interessierte Bürger und Anwohner zu einem öffentlichen Baubeginn und einer Informationsveranstaltung ein.

Der Bürgermeister der Gemeinde Schkopau, Vertreter der beteiligten Behörden, Verantwortliche der LMBV, Ansprechpartner der ausführenden Firmen sowie lokale politische Akteure werden vor Ort sein und für Fragen zur Verfügung stehen.

Termin: Freitag, 07.07.2023, 11:00 bis 13:00 Uhr
Ort: Löpitzer Straße, 06258 Schkopau

Geplanter Ablauf:
• Begrüßung durch Grit Uhlig, Leiterin Sanierungsbereich Mitteldeutschland der LMBV
• Grußwort Torsten Ringling, Bürgermeister der Gemeinde Schkopau
• Geführte „Wanderung“ entlang des künftigen Ableiters bis zum Bahndamm mit Erläuterungen zum Naturschutzfachlichen Gutachten und zu den Bauarbeiten
• Gelegenheit für Einzelgespräche der Bürger mit den beteiligten Akteuren

Achtung: Es ist festes Schuhwerk für die Begehung des Geländes erforderlich!

Anfahrtsübersicht


StuBA-Mitglieder besuchen Wismut-Sanierungsbetrieb Aue

Aue-Bad Schlema. Die Befahrung des Steuerungs- und Budgetausschusses für die Braunkohlesanierung (StuBA) am 13. Juni 2023 führte die Mitglieder dieses Jahr an den südwestsächsischen Wismut-Sanierungsstandort Aue-Bad Schlema. Der dortige Schachtkomplex 371 in Hartenstein ist als eine der wenigen Uranerz-Bergbauanlagen der ehemaligen SDAG Wismut in großen Teilen erhalten geblieben.

Dr. Michael Paul, Geschäftsführer Technisches Ressort, stellte im ehemaligen Zechensaal das bundeseigene Unternehmen vor, dessen Kerngeschäft seit 30 Jahren im Sanierungsbergbau an acht Standorten in Sachsen und Thüringen besteht. Während seiner Einführung zog er mehrfach Parallelen zum Schwesterunternehmen LMBV, u. a. in Bezug auf das Wassermanagement. Daneben gehört der Strahlenschutz zu den Kernaufgaben der Wismut GmbH. Das Bergwerk Schlema-Alberoda baute bis 1990 eine der größte Uranerzlagerstätten Europas ab, war zudem mit rund 2000 Metern Teufe die tiefste Grube Europas und wies im Umfeld eine entsprechende Haldenlandschaft auf. Im Schlematal ist der Transformationsprozess vom einstigen „Tal des Todes“ zur Wiederauferstehung als Kurort Bad Schlema Anfang der 2000er Jahre gelungen.

Nach einer Einweisung zur Sauerstoffselbstrettung durch Andy Tauber, Leiter Bereich Sanierung Aue, fuhren die Ausschussmitglieder in den Schacht 15 IIb ein. Bei der untertägigen Befahrung erläuterten Andy Tauber und Dr. Olaf Wallner, Leiter Abteilung Koordinierung/ Markscheidewesen, die Sanierungsaufgaben. Im Mittelpunkt standen der Streckenvortrieb beziehungsweise die Aufwältigung an zwei Betriebspunkten (Querschlag 33, Gang Bocksloch). Weiterhin erfolgte ein Rundgang durch das technische Denkmal Schacht 371 – einem Bestandteil des UNESCO-Welterbes – über Lampenstube, Schacht- und Maschinenhaus mit Koepe-Fördermaschine.

Unter Führung von Martin Zimmermann, Leiter Projektträger Altstandorte, endete die Befahrung auf der Halde 65 inmitten der Ortslage des Kurortes Bad Schlema. Er führte aus, dass die alte fast 5 Hektar große bewaldete Halde mit einer Plateaufläche von 2 Hektar nicht dauerhaft standsicher gewesen sei und außerdem die Strahlenschutzwerte überschritten habe, weshalb der Haldenkörper ab 2018 innerhalb von 18 Monaten komplett abgetragen und 1 Million Tonnen schwach radioaktiv belastetes Material auf die Wismut-eigene Halde 371 umgelagert worden sei. Nach der Profilierung und Anbindung an die Vorflut ist nunmehr eine frei zugängliche Wiese im Kur- und Erholungsgebiet entstanden. Die Halde 65 gilt laut Ralph Weidner, StuBA-Vertreter vom Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, als „Erfolgsbeispiel für die Sanierung in Sachsen“. Als Wismut-Altstandort werden Objekte bezeichnet, die durch die SAG/SDAG Wismut für die Uranerzgewinnung und -aufbereitung genutzt wurden, zum 30. Juni 1990 jedoch nicht mehr im Eigentum der Wismut GmbH waren. 2002 wurde die Projektträgerschaft zur Sanierung an die Wismut GmbH übertragen.

Gruppenfoto vor dem technischen Denkmal Schacht 371

Fotos:  Wismut GmbH/Thomas Ackermann


Ufersicherung per Buhnen am Geiseltalsee fertiggestellt

Leipzig/Frankleben. Rechtzeitig vor Beginn der Badesaison kann das Franklebener Ufer am Geiseltalsee wieder von der Öffentlichkeit genutzt werden. Denn die Sicherung der Uferböschung konnte bereits vorfristig am 4. Mai 2023 abgeschlossen werden. Vertraglich war die Bauzeit bis zum 31. Mai 2023 avisiert gewesen. Damit ist die Rückverlagerung der Uferlinie des Bergbaufolgesees und die potenzielle Gefährdung des Seerundweges gestoppt. Mittlerweile ist die Übergabe des Geländes an die Stadt Braunsbedra erfolgt.

Die vorfristige Fertigstellung gelang dank der lösungsorientierten Zusammenarbeit aller Beteiligten trotz einiger Schwierigkeiten: Zum Baubeginn im November und Dezember 2022 gab es Kampfmittelverdachtsfälle. Diese mussten unter Hinzuziehung der zuständigen Behörde geklärt werden. Weiterhin gab es im Uferbereich aufgrund der Erosion von Wind und Wellen einen größeren Materialabtrag bzw. -verlust als angenommen. Demzufolge wurden eine Planungsanpassung sowie der Mehreinbau von neu anzuliefernden Kiesmaterial notwendig. Zu guter Letzt waren erhöhte Aufwendungen bei der Errichtung der Arbeitsebenen für das Einbringen der neun Holzbuhnen durch partiell gering tragfähigen Baugrund nötig gewesen.

Fotos: Mario Markowski


Concordia See: Stand der Sanierungsarbeiten und Zukunftspläne

Stadt Seeland/OT Nachterstedt. Bernd Sablotny, Sprecher der LMBV-Geschäftsführung, informierte am 11. April 2023 in Nachterstedt die Vertreter vom Landesamt für Geologie und Bergwesen, vom Ministerium für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten des Landes Sachsen-Anhalt, vom Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt, von Bundes- und Landtag, vom Salzlandkreis sowie die Räte der Stadt Seeland über den erreichten Sanierungsstand im Bereich des ehemaligen Tagebaus Nachterstedt/Schadeleben und künftige Meilensteine bei der Gewässerherstellung und Wiedernutzbarmachung der vormalig bergbaulich genutzten Flächen.

Während seines Vortrags erklärte er, dass die Sanierungsarbeiten noch andauern. 2026 werden die Hauptsanierungsleistungen für die Rutschungsereignisse von 2009 und 2016 voraussichtlich fertig gestellt werden. Sukzessive kann dann der Sperrbereich nahe der Ortslage teilweise zurückgenommen werden und die Planung für den Ersatzneubau der Kreisstraße K1368 könnte beginnen. Für 2027/2028 ist die Einreichung der Unterlagen zum Planfeststellungsverfahren avisiert. Ein möglicher Flutungsbeginn des Concordia Sees durch Eigenaufgang könnte ca. 2029 durchführbar sein. Mit dem Erreichen des mittleren Endwasserstandes bzw. dem Ende der Flutung ist Mitte der 2040er Jahre zu rechnen. Bis dahin ist kein Zugang zum See von Nachterstedter Seite möglich.

Im Anschluss erhielten die Teilnehmer während eines geführten Spaziergangs innerhalb des Sperrbereichs konkrete Einblicke in die Böschungsbereiche am Südufer des Concordia Sees.

An drei Standorten wurden bereits erfolgte und noch geplante Baumaßnahmen von Projektmanager Mathias Siebert erläutert. Die Höhe des künftigen Endwasserstands wurde anhand von blau markierten Pfählen am Südwestufer des Concordia Sees markiert.

Impressionen von der Veranstaltung (Fotos: Anika Dollmeyer)


Bau einer Leitwand ermöglicht Sicherung des Grundwassers am Altstandort Schwelerei Deuben

Bau einer Leitwand neben dem ehemaligen Kraftwerk Deuben (Foto: Christian Horn)

Leipzig/Deuben. Am 4. April 2023 erläuterten Vertreter der LMBV und ihrer Auftragnehmer während einer Informationsveranstaltung am ehemaligen Ofenhaus Deuben den Bau einer so genannten Leitwand zur Anstromsicherung. Sie bildet den Übergang von der aktiven zur passiven Grundwasserreinigung mit einem natürlichen Schadstoffabbau im Abstrom des Westschadensbereiches der ehemaligen Schwelerei Deuben. Dort befinden sich die ehemaligen Anlagenbereiche Ofenhaus und Entphenolung.

Die entstehende Dichtwand wird eine Länge von 160 Metern haben. Zwischen Mitte Oktober 2022 und Mitte November 2023 läuft die Errichtung als Stahlspundwand mit Spundwandprofilen (Mindestprofilstärke 11 Millimeter) und wasserdichtem Schloss. Die insgesamt 113 doppelten Spundwandbohlen haben eine Länge von 12,5 Metern bis 18,5 Metern. Sie wurden speziell angefertigt. Eine einzelne Bohle von 15 Metern Länge wiegt 2,8 Tonnen.

Als Vorzugstechnologie für das Einbringen der Spundwandbohlen wird das Pressen in Verbindung mit Vorbohren (Auflockerungsbohrungen) über der gesamten Länge der Leitwand gewählt. Die Gesamtkosten der Baumaßnahme belaufen sich auf rund 1,7 Millionen Euro netto.

Auftragnehmer ist die Firma SGL Spezial- und Bergbau- Servicegesellschaft Lauchhammer mbH. Finanziert wird die Maßnahme über den § 2 des Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung.

Besichtigung Arbeitskreis Deuben

Hintergrund:

Auf dem Gelände der Schwelerei Deuben wird seit 1999 eine Grundwassersanierung ausgeführt. Mit dem vor Ort über viele Jahrzehnte stattgefundenen Schwelereibetrieb war eine erhebliche Schadstoffkontamination vom Erdreich und Grundwasser verbunden. Ziel der bereits erfolgten und weiterhin stattfindenden Sanierung ist es, die Schadstoffmenge im Erdreich deutlich zu verringern und das Grundwasser zu reinigen. Circa 24 Jahre lang erfolgte der Sanierungsbetrieb mittels einer Pump-and-Treat-Wasserbehandlungsanlage: Belastetes Wasser wurde gereinigt und danach entsprechend abgeleitet. Die Schadstoffmengen im Boden wurden hiermit deutlich verringert. Jedoch stößt diese Technologie mittlerweile an ihre Grenzen bezüglich Wirksamkeit und Effektivität. Dank des bereits erzielten Sanierungsfortschritts kann nunmehr der schrittweise Übergang zu einem natürlichen Schadstoffabbau erfolgen.

Als neue so genannte passive Technologie wird eine Dichtwand zum Abhalten und Vorbeileiten des sauberen Grundwassers errichtet, bevor es in den belasteten Bodenschadensbereich Ofenhaus eintritt und dort mit Schadstoffen aufgeladen wird. Die Spundwand durchteuft den oberen kontaminierten Grundwasserleiter 14 bis zur darunterliegenden stauenden Schicht und führt zu einem Aufstau des ungeschädigten anströmenden Grundwassers. Das aufgestaute Wasser wird um die kontaminierten Bereiche herumgeleitet. Dadurch strömt vom Ofenhausbereich eine geringere kontaminierte Wassermenge Richtung Norden ab, die mittels natürlich wirkender Schadstoffabbauprozesse behandelt werden soll.

Die Kontrolle des von der Leitwand umgeleiteten Grundwasserstromes erfolgt anhand von Kontrollprofilen bestehend aus mehreren Grundwassermessstellen. Die verbleibenden Restbelastungen der bestehenden Schadstofffahne im Grundwasser werden dem natürlichen Schadstoffabbau überlassen. Die Wirksamkeit des natürlichen Schadstoffabbaus wird mit einem Messprogramm kontrolliert. Bis zum bestätigten Betrieb der Leitwand wird die Grubenwasserreinigungsanlage zum Betrieb vorgehalten. Weitere Ersatzmaßnahmen sind in Planung.

Impressionen von der Baustelle (Fotos: Anika Dollmeyer)


Gewässernachsorge auf dem Störmthaler See

Leipzig/Großpösna. Zur Steuerung der Gewässerbeschaffenheit werden im März und April 2023 rund 1.200 Tonnen Kalksteinmehl in den Störmthaler See eingebracht. Dies erfolgt mithilfe eines Schubverbandes, der das Material großflächig über den gesamten See verteilt. Damit wird das Wasser neutralisiert. Ausführende Firma ist die  Anlagen-, Bau- und Betriebsgesellschaft mbH (ABG) aus Dresden. Die Vorbereitungen zur Baustelleinrichtung sind bereits abgeschlossen. Die Bekalkung beginnt in der Woche vom 20. März 2023 und wird wahrscheinlich vier Wochen dauern.

Die LMBV ist entsprechend dem Planfeststellungsbeschluss verpflichtet, den ph-Wert im Störmthaler See zwischen sechs und acht zu halten. Dazu wird das Wasser regelmäßig kontrolliert und nahezu jährlich mit Kalkmehl oder - wie in diesem Jahr - mit Kreide behandelt, die einen sehr guten Wirkungsgrad hat. Die letzte Gewässerbehandlung fand im Frühling 2022 statt.

Eindrücke von der Bekalkung des Störmthaler Sees im Februar 2022
Fotos: Christian Horn


Harthkanal: Sachstand und Perspektiven — Beendigung des Schnittstellenprojektes

Leipzig/Dresden/Freiberg. (PM des OBA v. 10.03.23) Am 23.01.2023 fand eine Abstimmung zwischen den hauptbeteiligten Behördenvertretern und der LMBV zum Sachstand und zu den Perspektiven eines Harthkanals zwischen dem Zwenkauer und dem Cospudener See statt. Mit diesem Bauwerk wurde bislang die Absicht verfolgt, eine Bündelung von wasserwirtschaftlichen Zielen (Überschusswasserableitung und Hochwasserentlastung) und gewässertouristischen Funktionen (schiffbare Verbindung) vorzunehmen. Die bisherigen Arbeiten zur Planung und zur Realisierung erfolgten im Zuge eines Schnittstellenprojektes nach dem Verwaltungsabkommen Braunkohlesanierung zwischen Bund und Ländern durch die LMBV.

Im Ergebnis der Abstimmung wurden die nachfolgenden Befunde und Positionen herausgearbeitet:

  1. Aufgrund der eingetretenen erheblichen Kostensteigerungen und des bestehenden Budgetrahmens sind keine Voraussetzungen für die Fortführung des wassertouristischen Teils mehr gegeben.
  2. Überschusswasserableitung und Hochwasserentlastung als berg- und wasserrechtliche Verpflichtungen der LMBV sind für die Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit prioritär.
  3. Die LMBV wird den Antrag stellen, das Schnittstellenprojekt zu beenden, und sich auf die Erfüllung ihrer Sanierungsverpflichtungen konzentrieren, wozu sie sich ausdrücklich bekennt.
  4. Damit wird eine Neuplanung für das Vorhaben erforderlich, in deren Zuge auch über die Genehmigungserfordernisse zu befinden ist.

Zwischen den beteiligten Institutionen erfolgte eine Verständigung dahingehend, dass bei einer Umsetzung der wasserwirtschaftlichen Sanierungsziele für den Zwenkauer See die kommunalen Entwicklungsziele angemessen zu berücksichtigen sind. Dabei bildet die Offenhaltung einer wassertouristischen Option für eine Realisierung in späterer Zeit eine Mindestanforderung bei allen weiteren Planungen. Dazu erfolgen Abstimmungen zwischen den Hauptbeteiligten. Zugleich wird sichergestellt, dass das im Zuge des Doppelhaushalts 2023/2024 beschlossene Budget für Maßnahmen zur Erhöhung des Folgenutzungsstandards über die berg-rechtlichen Verpflichtungen hinaus uneingeschränkt für weitere Projekte zur Verfügung steht.

Die Steuerungsgruppe Leipziger Neuseenland hat sich in ihrer Sitzung am 10.03.2023 mit der Situation befasst.

  • Landesdirektion Sachsen (LDS)
  • Landestalsperrenverwaltung Sachsen (LTV)
  • Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV)
  • Regionaler Planungsverband Leipzig-Westsachsen (RPV)
  • Sächsisches Oberbergamt (OBA)hat sich


LMBV-Flutungsbilanz für Mitteldeutschland im Jahr 2022

Leipzig. Für das Jahr 2022 lässt sich für den Raum Mitteldeutschland die folgende Flutungsbilanz ziehen. Demnach beläuft sich die Jahressumme 2022 für die Flutung und Nachsorge der LMBV in Mitteldeutschland auf 23 Mio. m³. Aus den Vorflutern herangezogen konnten dafür etwa 15 Mio. m³ (ca. 9 Mio. m³ aus der Weißen Elster und ca. 6 Mio. m³ aus der Saale);  weitere 8 Mio. m³ waren Sümpfungswässer für die Tgb. Haselbach, Helmstedt und Nachterstedt. 

Damit bewegt sich die Jahresmenge insgesamt auf dem Niveau früherer Trockenjahre wie z.B. 2019 mit 23 Mio. m³ oder 2020 mit 25 Mio. m³. Im vergleichsweise feuchten Jahr 2021 konnten bis zu 35 Mio. m³ für die Flutung und Nachsorge aus den Flüssen genutzt werden. Im Mittel der vergangenen zehn Jahre konnten so bis zu 29 Mio. m³ pro Jahr für die Flutung und Nachsorge in Mitteldeutschland von der LMBV eingesetzt werden. 

Im Südraum Leipzigs wurden in 2022 vornehmlich die Bergbaufolgeseen wie der Zwenkauer See sowie der Haselbacher See mit Wasser versorgt. Der Zwenkauer See erhielt 9 Mio. m³ aus dem überschüssigen Dargebot der Weißen Elster, der Haselbacher See profitierte von rund 4 Mio. m³ Sümpfungswasser aus dem Tagebau Schleenhain der MIBRAG mbH. Der Markkleeberger See sowie der Cospudener See wurden durch Überleitungen aus dem Störmthaler bzw. Zwenkauer See weiter mit Wasser versorgt. 

Unter dem Flutungsprozess wird im Allgemeinen die Einleitung von Fremdwasser zur Auffüllung der Hohlformen entstehender Bergbaufolgeseen bezeichnet. Vorrangig wird dafür überschüssiges Wasser aus den Fließgewässern herangezogen. Überschüssig ist jenes Wasser, welches dem Fließgewässer einen Abfluss oberhalb des Mindestabflusses sichert. Gleichzeitig sind Rangigkeiten bzgl. der Nutzungsprioritäten zu beachten. Generell nimmt die Flutung von Bergbaufolgeseen hinter den Nutzungen für Industrie und Gewerbe, Sicherung der Schifffahrt sowie Speicherbewirtschaftung den letzten Rang ein.

Im Jahr 2022 wurden im Mitteldeutschen Revier der LMBV rund 33 Mio. m³ Wasser aus den Bergbaufolgeseen in die Vorfluter abgeleitet, rund 24 Mio. m³ davon in die Fließgewässer des Leipziger Südraums. Im Mittel der vergangenen 10 Jahre wurden 42 Mio. m³ pro Jahr in die Vorfluter Mitteldeutschlands abgeleitet. 

Die höchste Einzelmenge 2022 wurde mit rund 15 Mio. m³ aus dem Cospudener See in die Pleiße abgegeben. Diese relativ hohe Menge liegt zum einen in der güteorientierten Bewirtschaftung des vorgelagerten Zwenkauer Sees, zum anderen in der praktizierten Stützung der Pleiße in der Niedrigwasserphase 2022 begründet. Aus dem Markkleeberger See wurden in 2022 vorrangig zur Stützung der Vorflut rund 4,4 Mio. m³ in die Kleine Pleiße ausgeleitet.

Die Bergbaufolgeseen im Südraum von Leipzig wiesen im Jahr 2022 überwiegend positive Wasserbilanzen auf. Aufgrund der meteorologisch ungünstigen Rahmenbedingungen (wenig Niederschlag bei gleichzeitig hoher Verdunstung) fielen die Bilanzüberschüsse gegenüber dem Vorjahr allerdings deutlich geringer aus. Die höchsten Überschüsse wurden 2022 am Störmthaler See sowie Zwenkauer See (2,9 bzw. 2,1 Mio. m³) generiert. Der Cospudener See sowie der Markkleeberger See wiesen nach Überschüssen im Vorjahr in 2022 ausgeglichene Bilanzen auf. Bereitgestellt und aufbereitet wurden die Daten von der LMBV-Flutungszentrale und dem Unternehmensbereich Technik.

Auf der der Website der LMBV werden u.a. die Wasserstände der LMBV-Bergbaufolgeseen regelmäßig aktualisiert dargestellt.

LMBV-Befliegungsaufnahmen von Christian Bedeschinski | Archiv


Gewässerausbau Lober: Holzungs- und Freischnittarbeiten im Februar

Delitzsch/Leipzig. Im Uferbereich des Lobers, zwischen Rosentalbrücke und Stadtparkbrücke, beginnen voraussichtlich Mitte Februar Holzungs- und Freischnittarbeiten. Diese Arbeiten sind notwendig, um im Juni/Juli 2023 mit der Entnahme von Rasengittersteinen im Flussbett des Lobers zu beginnen.

Die im Rahmen der geplanten Baumaßnahme „Gewässerausbau des Lober im 1. Bauabschnitt“ ausgeführte Entnahme wird im Anschluss durch die Lausitzer- und Mitteldeutsche Bergbau- Verwaltungsgesellschaft auf ihre Wirksamkeit bewertet. Grundsätzliches Ziel ist es, ein gutes ökologisches Potenzial des Lobers herzustellen.


Geiseltalsee: Buhneneinbau bei Frankleben schreitet planmäßig voran

Leipzig/Frankleben. Damit der östliche Uferbereich des Geiseltalsees künftig besser vor Wind- und Wellenschlag und daraus folgender Erosion bis zum Wirtschaftsweg geschützt ist, wird gegenwärtig eine Sicherung durch den Einbau von Holzbuhnen durchgeführt. Bis Ende Mai 2023 werden neun jeweils 30 Meter lange Buhnen am Franklebener Ufer entstehen und der abgetragene Kies durch neue Aufschüttungen wieder instandgesetzt werden.

Angefangen wurde entsprechend Planung mit der 9. und 8. Buhne, die dem Auslauf des Geiseltalsees am nächsten liegen und damit der weiteren Verlandung entgegenwirken. Derzeit entsteht die 7. Buhne per Einrammen durch die Baufirma Meliorations,- Straßen- und Tiefbau GmbH Laucha (MST). Dafür werden brandenburgische Robinien- oder Douglasien-Baumstämme mit einer Länge von 3,50 bis 7,50 Metern – je nachdem, ob nah am oder weiter weg vom Uferbereich – bis in 5 Meter Tiefe eingebaut. Dies geschieht per Kettenbagger mit Vorsatzrammgerät von einem kleinen Steindamm, der vorab vom Kampfmittelbeseitigungsdienst zur Prüfung des Untergrunds genutzt wird. Bis eine Buhne vollendet ist, dauert es im Schnitt drei Tage. Nach Fertigstellung der restlichen Buhnen erfolgt die Neuprofilierung des Uferbereichs, wobei auf einer Fläche von 4.500 Quadratmetern neben dem vorhandenen Erdstoff ca. 2.000 Tonnen neuer Kies eingebaut werden.

Die Buhnen ragen nach dem vollständigen Einrammen nur noch 50 Zentimeter aus dem Wasser heraus

Begonnen wurde die Maßnahme im Auftrag der LMBV im Oktober 2022. In den Jahren 2021 und 2020 waren zur Beseitigung von Kliffbildungen beziehungsweise Erosionsschäden bereits Ufersicherungen am Hainer See und am Störmthaler See durchgeführt worden.

Fotos: LMBV/Claudia Hermann


Informationen zu laufenden Maßnahmen am Störmthaler Kanal

Gemeinsame Medieninformation
der Stadt Markkleeberg, Gemeinde Großpösna und LMBV

Leipzig/Markkleeberg/Großpösna. Der künstliche Kanal zwischen Störmthaler und Markkleeberger See im Südraum von Leipzig ist aufgrund von Böschungsschäden und Rissbildungen nahe der Kanuparkschleuse seit März 2021 gesperrt. Zur Gefahrenabwehr wurden zeitnah Querbauwerke ober- und unterhalb des Schleusenbauwerks errichtet.

Der Einbau des Stützkörpers im unteren Vorhafen hat zu einer wirksamen Reduzierung von Erosionsprozessen geführt. Dadurch verringerten sich sowohl der Druck zwischen den Wasserspiegeln im oberen und unteren Vorhafen als auch die Unterströmung und seitliche Umströmung an der Kanuparkschleuse. Bereits im August 2022 wurden Drucksondierungen entlang des Kanals abgeschlossen. Sie dienen dem besseren Verständnis der geotechnischen und hydrogeologischen Randbedingungen bzw. Prozesse und sind Grundlage für weitere Entscheidungen und Planungen. Das anfallende Überschusswasser aus dem Störmthaler See wird derzeit mittels einer Heberleitung (Kapazität bis 450 l/s) in den Markkleeberger See übergeleitet.

Bevor das grundsätzliche Ziel einer nachhaltigen Sanierung des Störmthaler Kanals umgesetzt werden kann, muss zunächst die Ursache für die festgestellten Defizite am Kanal ermittelt werden. Der Auftrag zur Ursachenermittlung wurde vergeben an KREBS+KIEFER Ingenieure GmbH und die Technische Hochschule Nürnberg, Institut für Wasserbau und Wasserwirtschaft. Seit 1. August 2022 läuft die Bearbeitung, abgeschlossen sein soll sie im Jahr 2023. Begleitet wird die Ursachenermittlung durch die Arbeitsgruppe Störmthaler Kanal, bestehend aus Vertretern von zuständigen Behörden, Anliegerkommunen und der LMBV.

Derzeit läuft außerdem ein umfassendes Monitoring der Grundwasserstände, der Vermessungspunkte im Gelände und am Bauwerk sowie der Porenwasserdruckgeber unterhalb der Schleuse. Erweitert wurde es um Korrosionsmessungen an den Spundwänden. Die LMBV führt darüber hinaus monatliche Sicherheitsbegehungen mit Fokus auf die Böschungsbereiche und das unmittelbare Umfeld der Kanuparkschleuse durch. Bisher wurden keine Auffälligkeiten im Rahmen des Monitorings festgestellt.

Hintergrund

Die Kanuparkschleuse verbindet den Störmthaler mit dem Markkleeberger See. Die Seen entstanden durch Flutung der Restlöcher des Braunkohlentagebaus Espenhain, deren Abschlussbetriebsplan die LMBV umsetzt.


§ 4‑Broschüre zur sächsischen Regionalentwicklung online

Leipzig/Freiberg. Die neue Broschüre „Impulse für die Regionalentwicklung in Sachsen 2021“ ist nunmehr sowohl gedruckt erhältlich als auch in der Mediathek der LMBV abrufbar. Herausgeber sind das Sächsische Oberbergamt und die LMBV. Im Tätigkeitsbericht zu den § 4-Maßnahmen werden auf insgesamt 16 Seiten die Arbeitsschwerpunkte in Ost- und Westsachsen erläutert, die im Rahmen des Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung im zurückliegenden Zeitraum umgesetzt wurden.

Der Freistaat Sachsen verfolgt im Umfeld des stillgelegten Braunkohlenbergbaus eine nachhaltige Entwicklung für verschiedenartige Folgenutzungen an den Tagebaurestseen. Für Maßnahmen zur Beseitigung struktureller Mängel, zur nachträglichen Wiedernutzbarmachung und zur Unterstützung der regionalen Entwicklung stellt er deshalb finanzielle Mittel aus dem Landeshaushalt zur Verfügung. Da weder die eigentlichen Nachnutzungen noch die Schaffung der Voraussetzungen hierfür Aufgabe des zur Sanierung Verpflichteten ist, wird die Braunkohlesanierung im Freistaat Sachsen seit dem Jahr 2003 durch so genannte § 4-Maßnahmen im Rahmen des Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung unterstützt. Die LMBV fungiert hier als Projektträger dieser § 4-Maßnahmen und gleichzeitig als gesetzlich Sanierungsverpflichteter.

Dank einer Neugestaltung des Mediathek-Layouts ist das Cover der Broschüre und seiner Vorgänger nunmehr auch als Thumbnail sichtbar - die Listenansicht lässt sich oben rechts in die Thumbnail-Ansicht umstellen. Die Reihe „Impulse für die Regionalentwicklung“ kann unter „Kategorie“ und „Berichte“ gefiltert werden, siehe https://www.lmbv.de/service/mediathek/.


Studie zur Nutzung der Schachtanlage Paul II ausgezeichnet

Im Rahmen der denkmal, der europäischen Leitmesse für Denkmalpflege, Restaurierung und Altbausanierung, wurden am 25. November 2022 die drei Gewinner der 12. Messeakademie prämiert. Unter den Preisträgern befindet sich eine Machbarkeitsstudie zur künftigen Nutzung der Schachtanlage Paul II. Diese Anlage steht mit ihren Nebengebäuden seit 1961 unter Denkmalschutz und befindet sich im Besitzt der LMBV.

Als Organisator des Wettbewerbes lud die Leipziger Messe GmbH alle Teilnehmer zum Fachkolloquium ein. Hier stellte Alf Furkert, Landeskonservator, Landesamt für Denkmalpflege Sachsen und Vorsitzender der Jury für die 12. Messeakademie, die sieben Projekte vor, die mit einer Anerkennung ausgezeichnet wurden. Im Anschluss daran präsentierten die drei Preisträger ihre Projekte. Ausgezeichnet wurde jeweils der beste Entwurf zu einem der vorgegebenen Objekte Schloss Schnaditz (Sachsen), Schlosspark Altenburg (Thüringen) und Schachtanlage Paul II (Sachsen-Anhalt). Die zwei Entwürfe zum Schloss Senftenberg (Brandenburg) erhielten jeweils einen Anerkennungspreis. Insgesamt wurden 49 Entwürfe eingereicht.

Die LMBV freut sich, dass insgesamt 16 Entwürfe zur Schachtanlage Paul II eingereicht wurden und Konzepte zur künftigen Nutzung unterbreiten. Zur Preisverleihung war Benjamin Ulrich, Fachgebietsbearbeiter Planung Westsachsen/ Thüringen, als Vertreter vor Ort und gratulierte Mara Ludchen  zu ihrem Erfolg.

Der Entwurf von Mara Ludchen, die an der Hochschule Trier Innenarchitektur studiert, sieht eine kleinteilige Nutzung des Areals vor.  Die Arbeit steht unter dem Titel "Schachtanlage Paul II - ein Ausflugsort" und hat den gestalterischen Rahmen von "Die 4 C´s" entwickelt - Cycle, Carbo, Coffee und Continuance. Mit der Anbindung an den bestehenden Recarbo-Rad- und Wanderweg sollen gezielt Fahrradtouristen angesprochen werden und vor Ort die entsprechende Ausstattung vorfinden (Cycle). Auf dem Gelände selbst sollen ein Café (Coffee), ein kleine Ausstellung zum Schacht Paul II (Carbo) und Übernachtungsmöglichkeiten entstehen (Continuance).

Modell des prämierten Entwurfs zur Schachtanlage Paul II

Der Wettbewerb

Denkmale dauerhaft erhalten und sinnvoll weiternutzen - diesem Thema widmet sich die Messeakademie 2022. Vier schützenswerte, historische Bauwerke, die dringend einer nachhaltigen, denkmalgerechten Umnutzung bzw. Erweiterung bedürfen, wurden für den Wettbewerb ausgewählt:

  • Schachtanlage Paul II, Teuchern, OT Naundorf, Sachsen-Anhalt
  • Schloss Schnaditz, Bad Düben, OT Schnaditz, Sachsen
  • Marstall / Schönhaus im Schlosspark Altenburg, Thüringen
  • Schloss Senftenberg, Brandenburg

Die Studenten informierten sich im Frühjahr 2022 vor Ort über die Objekte, die LMBV berichtete. Die Aufgabe bestand darin, Lösungen für die Nutzung der Denkmale zu entwickeln, die den Erhalt ihres unverwechselbaren Erscheinungsbildes garantieren. Es galt denkmalverträgliche Konzepte und – wenn gefordert – moderne Ergänzungsbauten zu entwerfen. Die LMBV unterstützte den Wettbewerb indem sie Unterlagen zur Verfügung stellte, die untertägige Situation erläuterte und Fragen der Studenten beantwortete.

Impressionen der Preisverleihung der 12. Messeakademie (Fotos: LMBV)


Vom Braunkohletagebau zum Geiseltalsee durch den Bergbausanierer

Merseburg. Am 17. November 2022 organisierte der Förderverein Sachzeugen der chemischen Industrie e. V. das 256. Kolloquium in der Hochschule Merseburg zum Thema "Vom Braunkohletagebau zum Geiseltalsee". Es war das letzte von neun Kolloquien dieses Jahr. Anhand zahlreicher Bilder, Videos und historischer Dokumente wurde der Bogen vom historischen Geiseltal, in dem die ca. 17 kilometer lange Geisel einst bis zu 30 Mühlen angetrieben haben soll, über den Tagebau Mücheln bis zum Flutungsprozess des Geiseltalsees gespannt. Während seines öffentlichen Vortrags informierte der ehemalige LMBV-Abteilungsleiter Dietmar Onnasch rund 50 Studenten, Alumni und Interessierte über die Besonderheiten der Lagerstätte, deren Abbau, Landinanspruchnahme und Devastierung. Er erläuterte, dass die 1993 begonnene Wiedernutzbarmachung seitens LMBV nur fünf Jahre vor der planmäßigen Einstellung der Braunkohleförderung einsetzte und welche verschiedenen Technologien zum Herstellen des künstlichen Sees genutzt. Wie viel technischen Erfindungsreichtum man zu DDR-Zeiten hatte, um für die Wirtschaft Energie bereitzustellen, zeigten Anekdoten aus seinem Arbeitsleben. Im Anschluss folgte eine rege Diskussion der Anwesenden zur neu geschaffenen Landschaft, in der auch die Frage geklärt wurde, warum der mittlere Endwasserstand bei 98,0 m NHN festgelegt wurde.

In Kürze wird der Artikel "Der Geiseltalsee - Ergebnis der bergbaulichen Wieder-nutzbarmachung des Braunkohletagebaus Mücheln"  von Dietmar Onnasch im Heft 46 (27. Jg., 2/2022) der Schriftenreihe „Merseburger Beiträge zur Geschichte der chemischen Industrie in Mitteldeutschland“ veröffentlicht werden. Die neue 256 Seiten dicke Publikation widmet sich dem Geiseltal und ist käuflich erwerbbar über den Herausgeber Deutsches Chemie-Museum Merseburg (dchm). Die Reihe existiert bereits seit 1996. Die ersten Publikationen titelten mit „Von der Kohle zum Kautschuk“. 

Download der Broschüre unter https://www.deutsches-chemie-museum.de/de/publikationen/2022.html.

Fotos: LMBV/Claudia Hermann


Einladung zum öffentlichen Vortrag: Sanierung des Braunkohletagebaues Geiseltal nach 1990

Merseburg. Am Donnerstag, dem 17. November 2022 findet um 17:00 Uhr im Hörsaal 9 der Hochschule Merseburg folgender Vortrag statt: Bergbau-Techniker und ehemaliger LMBV-Abteilungsleiter Dietmar Onnasch wird zum Thema 

„Sanierung des Braunkohletagebaues Geiseltal nach 1990“

sprechen. Der Vortrag ist öffentlich zugänglich und kostenfrei.

Veranstaltungsort

Hochschule Merseburg
06217 Merseburg
Eberhard-Leibnitz-Straße 2

Das Kolloquium endet ca. 19:00 Uhr.

Anmeldung bitte bei den Sachzeugen der chemischen Industrie e.V. c/o Hochschule Merseburg per E-Mail an info@dchm.de.

Foto: LMBV/Christian Bedeschinski


30 Jahre Regionalplanung in Westsachsen

Grimma. Am 3. November 2022 fand im Kloster Nimbschen in Grimma ein Forum anlässlich des 30-jährigen Bestehens des Regionalen Planungsverbandes (RPV) Leipzig-Westsachsen statt. Gefeiert wurde das Jubiläum mit rund 100 Gästen und regionalen Wegbegleitern. Der Leiter der Regionalen Planungsstelle, Prof. Dr. Andreas Berkner, und Landrat Henry Graichen als Verbandsvorsitzender moderierten das Forum und hielten Rückschau auf das Wirken des Verbandes seit der Gründung 1992. Das Grußwort richtete SMI-Abteilungsleiter Max Winter an die Anwesenden. Es folgten zahlreiche kurze Statements von regionalen Wegbegleitern und Mitarbeitern der Verbandsverwaltung, die von der breit gefächerten Arbeit der Regionalplaner berichteten oder kurzweilige Anekdoten darboten.

Als das Handlungsfeld Braunkohlesanierung angesprochen wurde, würdigte LMBV-Sanierungsbereichsleiterin Grit Uhlig in ihrem Statement die Arbeit des Gremiums: Das umfassende Umstrukturieren und Gesunden der ehemaligen Bergbauregionen sei „nur im Schulterschluss mit den lokalen und regionalen Akteuren möglich“ gewesen. Dass ein wesentlicher Teil der von Bund und Ländern im Rahmen von Verwaltungsabkommen bereitgestellten Haushaltsmitteln für den Sanierungsbergbau in Höhe von inzwischen fast 12 Milliarden Euro hier vor Ort verbaut und investiert werden konnte, sei u. a. dem Regionalen Planungsverband Leipzig-Westsachsen und seinen Mitgliedern mit zu verdanken.

Cover der Festpublikation

Präsentiert wurde die 264 Seiten starke Publikation „30 Jahre Regionalplanung für Leipzig-Westsachsen zwischen Rückblick, Positionsbestimmung und neuen Herausforderungen“. Sie wurde mit zahlreichen Statistiken und Karten angereichert.

Die Planungsregion Leipzig-Westsachsen besteht aus der kreisfreien Stadt Leipzig sowie den beiden umgebenden Landkreisen Leipzig und Nordsachsen. Der Regionale Planungsverband Leipzig-Westsachsen ist neben Oberes Elbtal-Osterzgebirge, Oberlausitz-Niederschlesien und der Region Chemnitz einer von vier Planungsverbänden im Freistaat Sachsen.

Impressionen des Forums in der Kulturscheune Kloster Nimbschen (Fotos: LMBV)


Abschluss der Schonenden Sprengverdichtung am Probefeld West Speicherbecken Borna

Leipzig/Borna. Nach insgesamt 42 Sprengtagen auf dem sogenannten Probefeld West südlich des Speicherbeckens Borna wurde die Sprengkampagne der LMBV am 28. Oktober 2022 erfolgreich abgeschlossen. Dabei wurde die Verdichtung der Mischbodenkippe auf sechs Spreng(Test)feldern mit der auf die Bergbausanierung angepassten Technologie der Schonenden Sprengverdichtung (SSPV) in unterschiedlichen Tiefen und mit verschiedenen Rastern erprobt: Am Rand bohrte der Auftragnehmer TDE die vertikalen Sprenglöcher bis in eine Tiefe von 30 Metern, während es in der Fläche nur 15 Meter waren. Die unterirdische Detonation – zum Teil auch gestaffelt als Dipol- und Tripolsprengung – führte zur Setzung des Kippenbodens und gewährleistete damit die Trittsicherheit in einem Radius von ca. 10 bis 15 Metern.

Alle entstandenen Sprengmulden werden später eingeebnet, sodass das Oberflächenwasser gezielt abgeführt wird. Das Volumendefizit wird nicht aufgefüllt werden. Das Probefeld wird während der gesamten Maßnahme großflächig überwacht, u. a. durch Schwingungsmessungen an naheliegenden Bauwerken und in Privathaushalten.

https://www.lmbv.de/wp-content/uploads/2022/10/TDE_Sven_Krause_sSPV_SB_Borna_PF_West_Tripol_Gh010011.mov

Im Überwachungsvideo des Sprengmeisters sieht man, wie die Detonationen einer Tripolsprengung sowohl die Plastikrohre in den Sprenglöchern als auch das Wasser aus den unterirdischen Hohlräumen nach oben drückt. Im Zeitraffer lässt sich erkennen, wie der Kippenboden zusammensackt und kleine Mulden entstehen (Video: TDE/Sven Krause).

In die Bohrlöcher kommen 4 bis 12 Kilogramm Sprengladung für Dipol- und Einpolsprengungen.

Der Erdsprengung vorausgegangen war in einem kleineren Teil des Probefeldes West das Austesten der stopfenden Rütteldruckverdichtung (sRDV) auf insgesamt acht Rüttel(Test)feldern. Die Sanierungstechnologie wurde ca. ein anderthalbes Jahr lang erprobt. In den kommenden Jahren wird auch für das Probefeld Ost – östlich des Erosionsgerinnes – die beste Sanierungstechnologie ermittelt werden.

Als Nächstes startet Anfang November 2022 die Nacherkundung des Probefeldes West mit Hilfe von Linerbohrungen. Im Anschluss an die Oberflächenprofilierung läuft eine Drucksondierungskampagne. Nach Auswertung aller Ergebnisse kann das Sächsische Oberbergamt die in den jeweiligen Teilbereichen entsprechend angepassten Sanierungstechnologien für die Hauptsanierung genehmigen. Zielstellung aller Sanierungsmaßnahmen am Speicher Borna ist die gefahrlose Nutzung der Flächen und damit die Aufhebung des geotechnischen Sperrbereiches.

Auswertung der Sprengarbeiten zwischen TDE und LMBV.
Gelbes RDV-Trägergerät und rotes Bohrgerät für die Sprenglöcher.

Impressionen von den SSPV-Vorbereitungen (Fotos: LMBV/Anika Dollmeyer)


Am Geiseltalsee ist die Ufersicherung Frankleben gestartet

Leipzig/Frankleben. Die LMBV plant als bergrechtlich verantwortliches Unternehmen für den ehemaligen Tagebau Mücheln die Maßnahme „Sicherung der Uferböschung im Teilrestloch Braunsbedra im ehemaligen Tagebau Mücheln“. Die Flutung des Tagebaus Mücheln begann im Jahre 2003. Der mittlere Zielwasserstand des heutigen Geiseltalsees von +98,0 m NHN wurde im April 2011 erreicht. Ab dem Jahr 2012 wurden am Auslauf des Geiseltalsees Tendenzen einer Verlandung festgestellt. Der Auslauf liegt unmittelbar südöstlich eines derzeit als Badestrand genutzten Uferabschnittes. Um der Verlandung des Auslaufes entgegenzuwirken, wurde eine Steinschüttung als Sperrbauwerk errichtet.

In den folgenden Jahren konnten Kliffbildungen und Prozesse der rückschreitenden Erosion im Uferbereich sowie eine weitere fortschreitende Versandung vor dem Sperrbauwerk beobachtet werden. Im Hinterland befindet sich ein asphaltierter Wirtschaftsweg, welcher durch die rückschreitende Erosion der Uferlinie langfristig gefährdet ist. Die Baumaßnahme hat das Ziel, den betroffenen Uferbereich einschließlich des Wirtschaftsweges dauerhaft gegen rückschreitende Erosion zu sichern sowie die langfristige Entlastung des Sperrbauwerkes vor dem Auslauf des Geiseltalsees zu gewährleisten.

Die erforderlichen Maßnahmen wurden mit der 161. Ergänzung zum Abschlussbetriebsplan Tagebau Mücheln „Sicherung der Uferböschung im Teilrestloch Braunsbedra im ehemaligen Tagebau Mücheln“ sachsen-anhaltinischen Landesamt für Geologie und Bergwesen (LAGB) genehmigungsrechtlich beantragt und mit Schreiben vom 22.04.2022 zugelassen.

Die Baumaßnahme umfasst u. a. folgende Arbeiten:

  • Erdbauliche Maßnahmen: Brechen/Abziehen von Kliffkanten, Neuprofilierung der Uferlinie durch Massenabtrag, Ausbaggern von kiesigem Material vor dem Absperrbauwerk,
  • Einbringen von 9 Holzbuhnenreihen inklusive Schüttung und Rückbau entsprechenden Rammplanums im See und Kampfmittelfreimessung,
  • Einbringen einer Kiesauflage im Uferbereich,
  • Anschüttung des Absperrbauwerkes vor dem Geiselauslauf mit Wasserbausteinen.

Die geplante Bauzeit läuft vom 17. Oktober 2022 bis 31. Mai 2023. Die wesentlichen Arbeiten vor Ort sollen bis Ende Februar 2023 abgeschlossen worden sein. Das ausführende Bauunternehmen ist Meliorations,- Straßen- und Tiefbau GmbH Laucha (MST). Finanziert wird die Ufersicherung über den § 2 des Verwaltungsabkommens zur Braunkohlesanierung.

 

Planungsunterlage Sicherung der Uferböschung bei Frankleben

Fotos: LMBV/Christian Bedeschinski


Befragung des SMWK zur Weiterentwicklung der Tourismusstrategie – Aufruf zum Beteiligen an Umfrage

Dresden. Die Staatsministerin Kultur und Tourismus, Barbara Klepsch, hat kürzlich eine Befragung zur Weiterentwicklung der Tourismusstrategie für den Freistaat Sachsen gestartet.

Der Tourismus zähle zu den bedeutendsten Wirtschaftsbereichen in Sachsen. Um den sächsischen Tourismus langfristig weiterzuentwickeln, beginnt das SÄCHSISCHE STAATSMINISTERIUM FÜR WISSENSCHAFT, KULTUR UND TOURISMUS mit dem Prozess der Erarbeitung einer neuen Tourismusstrategie für den Freistaat, den „Masterplan Tourismus“. Diese Aufgabe wurde bereits im Koalitionsvertrag festgelegt.

In einem breiten Beteiligungsverfahren möchte das SMWK die Branche in die Erarbeitung des Masterplans einbeziehen, um sich gemeinsam drängenden Themen zu stellen. Die Staatsministerin lädt deshalb Akteure und Interessierte herzlich ein, sich an dieser Befragung zu beteiligen, die unter folgendem Link aufgerufen werden kann:

Befragung_Masterplan_Tourismus

Die Umfrage widmet sich u.a. den Themen Fachkräftebedarf, Digitalisierung, Nachhaltigkeit, Unterstützungsmaßnahmen und Fördermittel sowie Mobilität und Barrierefreiheit.

Um ein möglichst umfassendes Bild zu erhalten, werden touristische Akteure und Beteiligte gebeten, den Link zum Fragebogen möglichst breit weiter zu streuen und z. B. über Websiten, Newsletter, Social Media-Kanäle oder Business-Plattformen zu verbreiten.

Die Befragung läuft bis zum 06. November 2022. Für Ihre Unterstützung bedankt sich die Staatsministerin Kultur und Tourismus Barbara Klepsch schon vorab sehr herzlich

Bergbaufolgeseen der LMBV in Sachsen ziehen Touristen an (Fotos: Christian Bedeschinski für LMBV)


Fachexkursion am Zwenkauer See

Zwenkau. Eine Runde um den See führte die Befahrung der BWK. Hinter der Abkürzung verbirgt sich der Bund der Ingenieure für Wasserwirtschaft, Abfallwirtschaft und Kulturbau, eine Gruppe des Wasser- und Bodenverbandes „Dahme-Notte“. Die Fachleute zum Thema Wasser waren bereits in der Vergangenheit im Lausitzer Revier unterwegs und interessierten sich nun für die wasserbaulichen Anlagen am Zwenkauer See.

Ziel der Exkursion war es, Erkenntnisse für die eigene Arbeit zu gewinnen und von anderen Teilnehmern zu lernen. Mit Beginn am KAP Zwenkau besuchten die rund 15 Ingenieure aus dem Raum Frankfurt (Oder) die Hochwasserentlastungsanlage Zitzschen, das Auslaufbauwerk Weiße Elster und die Baustelle zum Harthkanal an der der A38. Seitens der LMBV informierten Jörg Schöne, Projektgruppe Harthkanal, und Jens Konschak, Projektmanagement Zwenkau, die Gäste.

Angefangen am Kap Zwenkau standen die Herstellung des Zwenkauer Sees und die Aufgaben der LMBV im Mittelpunkt. Fragen zur Flutung, zum aktuellen Wasserstand und der Wassergüte interessierten die Teilnehmer aus verschiedenen Ingenieurbüros und dem brandenburgischen Landesumweltamt besonders. Zudem standen die wasserbaulichen Anlagen wie das Hochwasserentlastungswehr und das Auslassbauwerk im Fokus.

Als letzte Station ging es zur Baustelle des Harthkanals, wo noch einmal Fragen zur Schiffbarkeit und Nutzung der Seen im Südraum Leipzigs besprochen wurden. Die Gäste waren sehr dankbar über die fachlichen Ausführungen und setzten am Nachmittag ihr Programm mit einer Rundfahrt über den Cospudener See fort.

Start am Zwenkauer See: Die Gruppe des Wasser- und Bodenverbandes "Dahme-Notte" mit Jens Konschak und Jörg Schöne, LMBV

Der Wasser- und Bodenverband „Dahme-Notte“ betreut über 1.000 Kilometer Wasserläufe, Staue und Wehre sowie drei Schöpfwerke. Seit 1995 unterhält der Verband im Auftrag des Landesumweltamtes bzw. seit 2009 per Gesetz auch die Gewässer I. Ordnung mit sechs Schleusen und etlichen Wehren. Der Verband wurde 1991 gegründet und ist für die Einzugsgebiete Dahme, Notte-Kanal, Großbeerener Graben, oberer Buschgraben und oberes Hammerfließ zuständig.

Mit der Übernahme bundesdeutscher Gesetze und der Umstrukturierung in den Verwaltungsbereichen wurde auch die Unterhaltungspflicht der Gewässer und wasserwirtschaftlichen Anlagen neu geordnet. Die Vielzahl von Verpflichtungen, die allgemein mit dem Wasser zusammenhängen, übersteigt jedoch die Kraft der einzelnen Kommunen oder der Eigentümer. Deshalb bildeten sich schon in der Vergangenheit Gemeinschaftsorganisationen – die Gewässerunterhaltungsverbände. Diese Verbände können neben dem Bau und der Unterhaltung der Gewässer und Anlagen Aufgaben im Bereich des Umweltschutzes, des Wegebaus, des naturnahen Rückbaus von Wasserläufen u. Ä. übernehmen.

Impressionen einzelner Stationen auf der Befahrung (Fotos: LMBV)


Erkundungsarbeiten am Tagebaurestloch Golpa IV gehen weiter

Leipzig/Gräfenhainichen. Aufgrund der derzeit noch ungenügenden Kenntnis zum Zustand der Böschungen im Bereich des ehemaligen Tagebaurestloches Golpa IV südwestlich von Gräfenhainichen erfolgen durch die LMBV weitere Erkundungen beziehungsweise Untersuchungen zur Erstellung eines Standsicherheitsgutachtens.

Anknüpfend an die bereits in den Jahren 2020 und 2021 durchgeführten landseitigen Haupterkundungen sind nun zwischen November 2022 und April 2023 seeseitige Erkundungsmaßnahmen vorgesehen. Dabei werden Unterwasserbohrungen in Kombination mit Drucksondierung abgeteuft. Als Vorbereitung dafür erfolgt ab Oktober 2022 die Ertüchtigung eines bereits vorhandenen Waldweges von der Kreisstraße K2037 über ca. 1,6 Kilometer als Baustellenzufahrt.

Nach Auswertung des Erkundungsprogramms erfolgt die Erstellung eines Standsicherheitsgutachtens, auf dessen Basis über den künftigen Wasserstand beziehungsweise über die Folgenutzung entschieden werden kann.

Für alle durchzuführenden Arbeiten liegen die Genehmigungen der zuständigen Ämter sowie die Erlaubnis der Flächeneigentümer vor. Die Maßnahme läuft im Rahmen des § 3 des Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung zur Gefahrenabwehr gegen die Folgen des Grundwasserwiederanstieges. Der Bereich um das Tagebaurestloch Golpa IV ist weiterhin Sperrgebiet und darf nicht betreten werden.

Hintergrund:

Die ehemaligen Tagebaue Golpa II und IV dienten nach dem Auslaufen der Tagebaue Golpa I und III der Versorgung der Braunkohlekraftwerke Vockerode und Zschornewitz. Der Tagebau Golpa IV wurde auch Pöplitz genannt, denn das Abbaufeld lag westlich der gleichnamigen Ortslage. Er wurde 1942 aufgeschlossen und war 1956 ausgekohlt.

Tagebaurestloch Golpa IV aus der Luft (Archivfoto 2019: LMBV/Peter Radke) und vom Boden (2020: LMBV/Sylke Hochmuth)


Feierliche Grundsteinlegung zur Errichtung des Aussichtsturms Stöntzsch

Pegau. Bei strahlendem Sonnenschein fand am 21. September 2022 die feierliche Grundsteinlegung für den Aussichtsturm Stöntzsch westlich von Pegau statt. Die LMBV errichtet als Projektträger den  Turm mit Mitteln nach § 4 des Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung. Nach dem Baubeginn im August 2022 ist jetzt bereits das Fundament gut zu erkennen. Die Fertigstellung ist für April 2023 geplant. 

Der Aussichtsturm soll in seiner Silhouette an einen Kirchturm und damit an den abgebaggerten Ort Stöntzsch erinnern. In seinem Grußwort hob Holger Heymann, Referatsleiter Controlling beim Sächsischen Oberbergamt, deshalb die wechsel- und auch leidvolle Geschichte des Ortes Stöntzsch hervor. Als Vertreter des Freistaates Sachsen als Mittelgeber für § 4-Maßnahmen zog er den Bogen von der Überbaggerung des Ortes zur Gestaltung der Bergbaufolgelandschaft, die die Besucher künftig von dem neuen Turm aus betrachten werden können. 

Grit Uhlig, Frank Rösel und Holger Heymann mit der gefüllten Hülse.

Frank Rösel als Bürgermeister von Pegau freute sich sehr über diesen Tag, auf den er und seine Mitstreiter lange gewartet hatten. In seinem Redebeitrag ging er noch etwas ausführlicher auf die Geschichte des Ortes Stöntzsch, der sogar von Napoleon und Johann Sebastian Bach besucht worden war, ein. Von 1961 bis 1965 wurden die rund 700 Einwohner des Ortes nach Pegau umgesiedelt. Der Ort fiel der Braunkohle zum Opfer. An der Stelle, an der nun der Aussichtsturm errichtet wird, befand sich bereits zuvor ein Aussichtspunkt, der von Pegauern und Leipzigern rege besucht wurde. Sogar der Radwanderweg „Grüner Ring“ wird so umverlegt werden, dass er am künftigen Aussichtsturm vorbeiführt, wie der Bürgermeister stolz berichtete.

Zur Entstehungsgeschichte des Bauwerkes und den technischen Daten informierte schließlich Grit Uhlig, Leiterin des LMBV-Sanierungsbereichs Mitteldeutschland, die geladenen Gäste. Bis zum heutigen Tag habe es mehrere Herausforderungen zu meistern gegeben. Die Stadt Pegau hatte bereits im Dezember 2015 den Antrag zur Förderung des Projektes „Errichtung Aussichtsturm Stöntzsch“ beim Sächsischen Oberbergamt gestellt. Nachdem die Baugenehmigung 2018 vorlag, musste die Umsetzung aufgrund von Preissteigerungen zweimal verschoben werden. Nachdem der Freistaat Sachsen und die Gemeinde Pegau die Finanzierung dennoch absicherten, konnte endlich mit dem Bau begonnen werden. Nach aktuellem Kenntnisstand betragen die Gesamtkosten rund 1,1 Millionen Euro. 

Zur Gestaltung des Turm erläuterte Grit Uhlig, dass dieser aus zwei Türmen bestehen wird – einem inneren mit der Treppe und einem äußeren mit über 200 beweglichen Lamellen, von denen einige Informationen zur Geschichte und zur Umgebung enthalten werden.es LMBV-Sanierungsbereichs Mitteldeutschland

Leiterin des LMBV-Sanierungsbereichs MitteldeutschlandLeiterin des LMBV-Sanierungsbereichs MitteldeutschlandLeiterin des LMBV-Sanierungsbereichs Mitteldeutschland

Impressionen der Grundsteinlegung (Fotos: Anika Dollmeyer)


Speicherbecken Borna: Anfang September 2022 beginnt die Schonende Sprengverdichtung im Probefeld West

Leipzig/Borna. Am Speicherbecken Borna saniert die LMBV derzeit den locker gelagerten Kippenboden des ehemaligen Braunkohlentagebaus Borna-West. Dabei kommen zwei verschiedene Technologien zum Einsatz: Nachdem die Rütteldruckverdichtung Ende Juni 2022 abgeschlossen wurde, wird nun mit der Schonenden Sprengverdichtung gearbeitet. Voraussichtlich ab Montag, den 05.09.2022, wird jeweils am Nachmittag ab 15 Uhr in den einzelnen Sprengfeldern verdichtet.

Dieses Verfahren ist besonders schonend zum Bewuchs auf der Oberfläche und eignet sich für locker gelagerte Kippenböden, die zur Verflüssigung neigen. Unterschieden wird dabei in Tiefen- und Oberflächensprengverdichtung. Es ist geplant an 42 Tagen die Bohrlöcher in einem genau abgestimmten Rastermaß in die Erde zu bringen. Insgesamt kommen rund 400 Kilogramm Sprengstoff zum Einsatz. Nach Abschluss der Sprengarbeiten in den jeweiligen Probefeldern wird eine gleichmäßige Oberfläche wiederhergestellt.

Als vorbereitende Arbeiten für diese Maßnahme werden bis Ende August 2022 auf der rund sieben Hektar großen Fläche teilweise Oberflächen profiliert. Außerdem werden zur Sicherung des Sprengfeldes sieben Messstandorte für Schwingungsmessungen errichtet und 94 Porenwasserdruckgeber eingebracht. Diese zeigen an, ob der Druck im Boden steigt und ob Rutschungsgefahr besteht. Nach Abschluss der Sprengarbeiten folgt von Mitte Oktober 2022 bis Ende März 2023 der Rückbau aller Überwachungseinrichtungen wie Setzungsmesspunkte, Schutzringe, Amphibienschutzzäune etc. Zudem sind zahlreiche Folgeuntersuchungen notwendig, um den Verdichtungserfolg beurteilen zu können.

Bisherige Arbeiten bestätigen Gefahrenpotential

Die im Probefeld West durchgeführten Rütteldruckverdichtungen wurden von März 2021 bis Ende Juni 2022 verwirklicht. Auf getrennten Testfeldern kamen verschiedenen Technologien zum Einsatz, indem die Rüttelintervalle und die Abstände der Bohrlöcher variiert und unterschiedliche Stopfmaterialien verwendet wurden. Auf einer Fläche von ca. 22.500 Quadratmetern wurden über 2.000 Testsäulen in 15 bis 40 Meter Tiefe gerüttelt. Die Verdichtung des Kippenbodens wurde durch die Zugabe von rund 32.000 Tonnen Sand, Kies oder Splitt ausgeglichen. Durch kontinuierliche Geländemessungen von Setzungsmesspunkten konnte festgestellt werden, dass sich trotz der Menge an zugeführtem Material, das Gelände im Probefeld bisher um 1,50 - 2,00 Meter abgesenkt hat. Dies belegt das hohe Verdichtungspotential und damit die bestehende und nachgewiesene Verflüssigungsgefahr im Bereich des Speicherbeckens Borna.

Hintergrund

Das Speicherbecken wird durch die Landestalsperrenverwaltung als Stauanlage für den Hochwasserschutz betrieben. Es befindet sich auf einem bergbaulich geprägten, unsanierten Gebiet. Eine geotechnische Sanierung der Kippenböden ist notwendig. Mit Kenntnis der bestehenden Gefährdungssituation am Speicher Borna wurde für die als verflüssigungsgefährdet erkannten Abschnitte am Speicherbecken durch das Sächsische Oberbergamt im Mai 2010 ein geotechnischer Sperrbereich verfügt, welcher im Januar 2020 erweitert wurde.

Um das gesamte Speicherbecken Borna ist ein Sperrbereich ausgeschildert. Der Sperrbereich darf nicht betreten oder befahren werden. Es kann zu Rutschungen der Böschungen und der Innenkippenbereiche sowie daraus resultierenden Schwallwellenbildungen im See und somit zur Gefährdung von Leib und Leben kommen.

Funktionsweise der Schonenden Sprengverdichtung

Rütteldruckverdichtung im Probefeld West am Speicherbecken Borna

(Fotos: LMBV)

Publikationen


Bundesministerin Steffi Lemke zu Besuch am Großen Goitzschesee

Auf ihrer Sommerreise informierte sich Bundesumweltministerin Steffi Lemke bei der LMBV zur Nachhaltigkeit der Bergbausanierung und zum Wasserhaushalt

Bitterfeld-Wolfen. Am dritten Tages ihrer ersten Pressesommerreise informierte sich Bundesumwelt- und Bundesverbraucherschutzministerin Steffi Lemke bei der LMBV am Großen Goitzschessee über die Bergbaufolgelandschaften und die Herausforderungen der Wasserbewirtschaftung. Bereits während der Anreise hatte Gunnar John, kaufmännischer Geschäftsführer der LMBV, die Busfahrt genutzt und über die Nachhaltigkeit der Bergbausanierung sowie zum Arten- und Naturschutz in der Goitzsche-Landschaft informiert. Die LMBV hat hier im gemeinsamen Auftrag von Bundesumwelt- und Bundesfinanzministerium ein System der Kerngebiete für den Naturschutz entwickelt, dessen Flächen gezielt an Naturschutzstiftungen und Verbände vergeben wurden. Heute dienen 38 Prozent des ehemaligen Tagebaus strengen Naturschutzzielen, so dass viele wertvolle Biotoptypen und Landschaftselemente entstanden sind.

An der ehemaligen Flutungsanlage erläuterte Elke Kreische-König, Stabs-Abteilungsleiterin der LMBV für Mitteldeutschland, die Flutung und den Wasserhaushalt des Großen Goitzschesees. Anhand von Karten zeigte sie die Situation nach Stilllegung des Tagebaubetriebes auf und vermittelte den Gästen einen Eindruck von der Größe des damaligen Absenktrichters. Der jahrzehntelange bergbauliche Eingriff hat Natur und Landschaft stark verändert und den Wasserhaushalt nachhaltig gestört. Die Flutung eines der größten künstlichen Seen in Mitteldeutschland gelang durch gezieltes Einleiten von Muldewasser sowie durch den Einfluss des Hochwassers 2002. Der ehemalige Muldealtarm nahe des Pegelturms wurde seit 1999 nach Einbau eines Flutungsbauwerkes zum Zuleiten genutzt. Hier soll die LMBV künftig eine Notentlastung für den Seenverbund in Richtung des Vorfluters Mulde errichten und damit einen Beitrag zum Hochwasserschutz leisten.

Der Fluss hat ein Gedächtnis

Im Anschluss an die ersten zwei Stationen ging es nach einer kurzen Busfahrt weiter zum Lober-Leine-Kanal. Hier wird deutlich, welche Sanierungsvorhaben seitens der LMBV noch ausstehen, um einen ausgeglichenen, sich weitgehend selbst regulierenden Wasserhaushalt wiederherzustellen. Elke Kreische-König informierte über die für den Bergbau um verlegten Flussläufe und wie diese möglichst nah an ihrem ursprünglichen Verlauf in die heutige Wasserlandschaft eingebunden werden sollen. Denn bei beiden Hochwasserereignissen 2002 und 2013 drängten die Flüsse in ihr ursprüngliches Bett als hätte sie ein Gedächtnis. Der Lober-Leine-Kanal soll abschließend komplett zurückgebaut werden. Dabei kamen auch bürokratische Hürden und die Dauer der Genehmigungsverfahren zur Sprache. Erschwert wird die Planung durch die Lage des Seenverbundes an der Grenze zwischen Sachsen und Sachsen-Anhalt, so dass sich die LMBV mit den Behörden aus beiden Bundesländern abstimmen muss.

Eine Besonderheit des Großen Goitzschesees kam ganz zum Schluss zur Sprache: der Bernstein, der in der DDR hier entdeckt und auch gefördert wurde. Abschließend überreichte E. Kreische-König ein kleines, aber besonders schönes Exemplar an Steffi Lemke als Erinnerung an diese Befahrung. Die gebürtige Dessauerin, die die Gegend noch als Tagebaugebiet kennt, bedankte sich für das kleine Andenken, für die eindrucksvollen Informationen und lobte die bisher geleistete Arbeit der LMBV in dieser Region.

Impressionen der Befahrung: Fotos von Christian Kortüm für LMBV


Infogespräch Untertägiger Sicherungsbedarf in LMBV-Verantwortung

Leipzig. Die künftigen untertägigen Sicherungsmaßnahmen im Auftrag der LMBV standen am 22. August 2022 im Mittelpunkt eines Informationsgespräches. Bernd Sablotny begrüßte dazu 73 Gäste von insgesamt 36 Firmen im Leipziger Hotel Westin. Der Sprecher der LMBV-Geschäftsführung freute sich über die große Resonanz auf die Einladung und ging in seinem Vortrag auf die Ausgangssituation der LMBV nach 1990, den bisherigen Abarbeitungsstand der Sanierung und die Projektplanung bis 2050 ein.

Um Flächen aus der Bergaufsicht entlassen zu können, sind in den kommenden Jahren sowohl bei den Standorten des Lausitzer und Mitteldeutschen Braunkohlentiefbaus als auch im Bereich Kali-Spat-Erz umfangreiche und langfristige Sicherungs- und Verwahrungsmaßnahmen nötig. Vor allem bei den Entwässerungsstrecken und Filterbrunnen in Thüringen und Westsachsen wird das Spezialwissen und die Erfahrung vieler Firmen gefragt sein.

Im Podium: Geertje Buchwald, Bernd Sablotny und Dirk Sonnen (v.l.)

Der LMBV-Bereichsleiter Sanierungsplanung Dirk Sonnen verwies in seinem Statement u. a. auf die Handlungsgrundlage Braunkohlentiefbau zum Erbringen der Leistungen, die Leistungsprofile für Ingenieurbüros und Baufirmen sowie die besonderen Anforderungen zur Anfertigung risslicher Unterlagen.

Während der anschließenden Diskussion beantwortete er die verschiedenen Fragen der Teilnehmenden zusammen mit Bernd Sablotny und Geertje Buchwald, der Leiterin Projektgruppe Altbergbau Thüringen.

Unten finden Sie das Handout zum Download.

Impressionen von der Veranstaltung: LMBV/Claudia Hermann

Publikation


Einladung zu LMBV-Informationsaustausch über zukünftigen untertägigen Sicherungsbedarf

Leipzig. In Vorbereitung des in 2023 beginnenden Verwaltungsabkommens für die Braunkohlesanierung wurde durch die LMBV eine Planung aller derzeit absehbaren Sanierungsleistungen bis zum Jahr 2050 aufgestellt und evaluiert.

Im Ergebnis hat sich gezeigt, dass im Leistungsfeld „Sicherung untertägiger Hohlräume“ noch umfangreiche und langfristige Aufgaben anstehen. Ziel ist es, diese Leistungen mit erfahrenen und leistungsfähigen Unternehmen als Partner gemeinsam konzentriert anzugehen.

Der Bergbausanierer lädt alle interessierten Unternehmen

am Montag, dem 22. August 2022 um 9:00 Uhr
in das Hotel The Westin Leipzig, Gerberstraße 15, 04105 Leipzig

zu einem Informationsaustausch ein.

Dabei sollen der Sicherungsbedarf der LMBV in den nächsten Jahren – sowohl in der Braunkohlesanierung als auch im Bereich Kali-Spat-Erz – vorgestellt und die Möglichkeiten einer effektiven und effizienten Umsetzung erörtert werden.

Bei Interesse wird um Anmeldung mit Information zu Unternehmen und gewünschter Teilnehmerzahl an sandra.noatnick@lmbv.de gebeten.


Exkursion führt Studierende zum Altstandort Kupferhammer

Leipzig/Röblingen am See. In Vorbereitung einer Lehrveranstaltung im Fachbereich Petrologie und Lagerstättenkunde an der Martin Luther Universität Halle-Wittenberg nutzten am 29. Juli rund 20 Studierende die Möglichkeit, sich am LMBV-Altstandort Kupferhammer über die Funktionsweise einer wetlandbasierten Grundwasserreinigungsanlage zu informieren.

Arne Sander (Stab Sanierung Mitteldeutschland) und Jenny Findeisen (Unternehmenskommunikation Mittdeutschland) informierten zu Beginn über das Wirkungsfeld der LMBV, ihre genauen Aufgaben und Verpflichtungslagen, die LMBV als möglichen Arbeitgeber und über die Historie des Altstandortes Kupferhammer in Röblingen im See. Liane Rappsilber (Ingenieurbüro G.U.T) erläuterte im Anschluss die technischen Gegebenheiten und die genaue Funktionsweise der Anlage.

Bei der Grundwasserbehandlung in vertikalen Bodenfiltern werden kontaminierte Grundwässer durch Mikroorganismen gereinigt. Dabei wird das kontaminierte sauerstoffarme Grundwasser nach dem Prinzip eines Vertikal-Bodenfilters in abgegrenzte sauerstoffreiche Bereiche geleitet. Dadurch kann der biologische und chemische Abbau der Schadstoffe erheblich beschleunigt werden.

Kupferhammer war ein bedeutender Schwelereistandort im Nordraum Mitteldeutschlands, wo von 1862, beginnend mit der Schwelerei Auguste, Braunkohle verschwelt wurde. Der Boden und das Grundwasser wurden teilweise stark mit Schadstoffen belastet. Dies führte dazu, dass ab 1999 eine hydraulische Sicherung des Geländes durch die LMBV begann.

Impressionen von der Studienexkursion (Fotos: Jenny Findeisen)

Publikation


Gutachten für Störmthaler Kanal wird beauftragt — Erlangen einer wasserrechtlichen Genehmigung für künftigen Harthkanal-Bau bleibt Ziel

Leipzig | Senftenberg. Vor dem Hintergrund der anhaltenden Sperrung des Störmthaler Kanals hat die LMBV-Unternehmenskommunikation auf mehrere Anfragen von Medienvertretern - u.a. auch zum Stand beim künftigen Harthkanal - geantwortet. Hier sind einige der Antworten des Bergbausanierers aus dem Juli 2022 wiedergegeben.

Begutachtung am Störmthaler Kanal

Wann der Störmthaler Kanal wieder nutzbar wird, lässt sich aber erst abschätzen, wenn ein Gutachten zu Ursachen und möglicher Sanierung vorliegt. Die Bearbeitung der Gutachter wird entsprechend abgestimmter Beauftragung ab August 2022 beginnen. Die Bearbeitung der Ursachenermittlung wird voraussichtlich im Jahr 2023 abgeschlossen werden.

„Das Gutachten zielt auf die ingenieurtechnische, geotechnische und hydrogeologische Herleitung und fachliche Wichtung der Ursachen der ermittelten Defizite am Störmthaler Kanal und des Kompaktbauwerks ab. Dabei sind die vorhandenen Unterlagen aus den Planungsphasen, Bestandspläne, Genehmigungen, Gutachten, Modellierungsergebnisse und Monitoringdaten zu sichten, auszuwerten und zu interpretieren. Die Ursachenermittlung soll eine Entscheidungsgrundlage darstellen, welche unter den o. g. Gesichtspunkten die Defizite bewertet und die fachlich zugehörigen Ursachen nachvollziehbar ermittelt und aufzeigt.“ Das Gutachten ist den beteiligten Behörden OBA (Sächsisches Oberbergamt) und LDS (Obere Wasserbehörde) zur Bestätigung vorzulegen.

Auf Grundlage des bestätigten Gutachtens hat die LMBV dann ein Sanierungskonzept zur dauerhaften Gewährleistung der geotechnischen Standsicherheit zu erarbeiten und zur Zulassung beim OBA einzureichen. Sollten Änderungen an bereits genehmigten wasserrechtlicher Ausbaugenehmigungen vorgenommen werden müssen, ist dafür zudem ein eigenständiges wasserrechtliches Verfahren zu führen. Eine kurzfristige Wiedereröffnung des Kanals bzw. Schleuse ist unrealistisch. Die Ergebnisse des Gutachtens sind abzuwarten.

Künftiger Harthkanal

Die LMBV ist bergrechtlich verpflichtet, südlich von Leipzig eine hydraulische Ableitung (Überschusswasser sowie nach einem Hochwasserereignis zwischenzeitlich gespeichertes Wasser) aus dem Zwenkauer See zu errichten. Darüber hinaus soll eine mögliche Verbindung zwischen dem Zwenkauer See und dem Cospudener See auch touristisch genutzt werden können. Die Mehrkosten für die Schiffbarkeit des Kanals und die Errichtung einer Schleuse sollen durch den Freistaat Sachsen getragen werden.

Der Kenntnisstand der LMBV zu den zu erwartenden Projektgesamtkosten in Höhe von über 150 Mio. Euro ist unverändert. Zu den Fragen der Finanzierung des Vorhabens sind die Abstimmungen zwischen Bund und Ländern noch nicht abgeschlossen.

Nach Sicherstellung der Finanzierung des Vorhabens bleibt die anschließende Erlangung einer wasserrechtlichen Genehmigung zum Vorhaben das vorrangige Leistungsziel. Dabei ist noch zu klären, ob dies in einem Plangenehmigungs- oder Planfeststellungsverfahren zu erfolgen hat. Fachliche Aspekte zum Artenschutz (Vermeidung von Verbotstatbeständen gem. Bundesnaturschutzgesetz), zum Hochwasserschutz (Berücksichtigung der Erkenntnisse aus dem Extremhochwasser der Weißen Elster von 2013) und zum Klimawandel (sorgfältiger Umgang mit dem regional bestehenden Wasserdargebot) gilt es im dazu notwendigen wasserrechtlichen Verfahren sorgfältig abzuwägen bzw. zu berücksichtigen. Weitere Baumaßnahmen werden somit erst nach Sicherstellung der Finanzierung und Vorliegen einer bestandskräftigen Plangenehmigung begonnen werden können.

Stand: 29.07.2022

Archiv-Foto der LMBV vom Störmthaler Kanal vor der Sperrung | Peter Radke

Archivaufnahmen der LMBV


Mitglieder des StuBA waren in der Region Mansfeld-Südharz unterwegs

Halle (Saale). Im Rahmen ihrer turnusmäßigen Junisitzung lud die Geschäftsstelle für die Braunkohlesanierung am 28. Juni 2022 die Länderbeauftragten aus Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zur jährlichen Revierbefahrung des Steuerungs- und Budgetausschusses für die Braunkohlesanierung (StuBA) ein. Der 32 Personen starken Gruppe gehörten die aus Senftenberg angereisten LMBV-Geschäftsführer Bernd Sablotny und Gunnar John sowie Planungschef Dirk Sonnen und Controlling-Leiter Christian Sander an.

Unter der Führung von Grit Uhlig, LMBV-Sanierungsbereichsleiterin Mitteldeutschland, startete die Exkursion in Halle an der Saale und führte entlang des Süßen Sees in Richtung Röblingen am See. Nach einem Spaziergang zum Altstandort Kupferhammer besichtigten die Exkursionsmitglieder eine von der LMBV 2019 in Betrieb gegangene Grundwasserreinigungsanlage westlich des Braunkohletagebaus Amsdorf.

Die Teilnehmer der Befahrung stehen unter einem Baum zusammen und verfolgen die Erläuterungen von Grit Uhllig.
Erläuterungen zur Grundwasser-Reinigungsanlage von Grit Uhlig.

Grit Uhlig berichtete von der Historie des 1869 in Betrieb gegangenen Schwelereistandortes und den ökologischen Altlasten in Boden und Grundwasser, die dazu führten, dass ab 1999 eine hydraulische Sicherung des Geländes durch die LMBV begann. Im Anschluss erhielten die Teilnehmer durch Eyk Hasselwander, Geschäftsführer der Gesellschaft für Umweltsanierungstechnologien mbH (G.U.T.), und seine Kollegen vielfältige Informationen zur genauen Funktionsweise der innovativen wetlandbasierten Anlage. Sie besteht aus einem ausgefeilten Vertikalfiltersystem. Ihm wird von einer Brunnengalerie aus 12 Förderbrunnen verunreinigtes Grundwasser zugeführt, welches nach Durchströmung mehrerer Filterschichten mit unterschiedlichen Tonfüllungen so gereinigt worden ist, dass es vor Ort reinfiltriert werden kann.

Es folgte die Begehung des Betriebsgeländes der ROMONTA GmbH im nahen Ortsteil Amsdorf des Seegebietes Mansfelder Land. In zwei Gruppen wurden sowohl der Tagebau Amsdorf vom Aussichtspunkt besichtigt, als auch die Funktionsweise der Montanwachsproduktion erklärt. Auch der zentrale Leitstand im Kraftwerksbereich wurde vorgestellt. Hierbei erfolgte ein reger Erfahrungsaustausch zwischen den Betriebsleitern Gerhard Schuster (Montanwachsfabrik/Veredlungsanlage) und Olaf Böhmer (Tagebau) und den StuBA-Mitgliedern.

Interesse erregte vor allem die Tatsache, dass das Tagebaurestloch mit einem Defizit von 200 Millionen Tonnen im Anschluss an die Auskohlung ab 2030 sukzessive verfüllt – also nicht geflutet – werden soll. Dabei werden bergbaufremde Massen für die Böschungsstabilisierung und -gestaltung im Endböschungssystem bergmännisch verbaut. Etwa 400 Arbeitnehmer und 30 Auszubildende arbeiten beim weltweit führenden und florierenden Unternehmen für die Herstellung von Rohmontanwachs, das am 2. Juli 2022 seinen 100. Geburtstag mit einem Tag der offenen Tür feiern wird.

Das aus der gewonnenen Braunkohle aufwändig extrahierte Montanwachs wird traditionell in Schuhcremes, Polituren, Schmierstoffen, Emulsionen zur Baustoffhydrophobierung, der Asphaltindustrie, im Gießereiwesen und in der Druckgussindustrie eingesetzt, wie ROMONTA-Geschäftsführerin Rena Eichhardt während einer abschließenden Präsentation erklärte. Für 2024 ist aktuell der Ausstieg aus der Kohleverstromung geplant, dafür wurden und werden bereits die Weichen für erneuerbare Energien und nicht fossile Energieträger, zum Beispiel einen 28 Hektar großen Solarpark am Tagebaurand, gestellt. Die Weiterentwicklung des Industriestandortes ist geplant, u. a. an der Südböschung, wo eine Recyclinganlage errichtet werden soll.

Im Vordergrund liegt die kompakte Grundwasserreinigungsanlage Kupferhammer, direkt dahinter liegen der Tagebau und das Betriebsgelände von ROMONTA.

Weitere informative Redebeiträge während der Busexkursion lieferten der stellvertretende Leiter der Geschäftsstelle, Steffen Reußner, zur Stadt Halle und der Bergbau-Referatsleiter Frank Ranneberg vom Ministerium für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten des Landes Sachsen-Anhalt zur GTS Grube Teutschenthal Sicherungs GmbH & Co. KG in der gleichnamigen Ortslage.

Hintergrund: Der Steuerungs- und Budgetausschuss für die Braunkohlesanierung (StuBA) ist das Entscheidungsgremium zur Umsetzung der Verwaltungsabkommen und zur Sicherung einer effizienten Durchführung der Braunkohlesanierung. Unter dem Vorsitz von Dr. Martin Hillebrecht von Liebenstein entscheiden und kontrollieren Bund und Länder die Sanierungsmaßnahmen. Die Arbeit dieses Ausschusses wird organisiert durch die in Berlin ansässige Bund-Länder-Geschäftsstelle für die Braunkohlesanierung (GS StuBA). Die Geschäftsstelle wird geführt von Dr. Gero von Daniels. Sie unterstützt den StuBA bei der Wahrnehmung seiner Aufgaben vor allem durch die Vorbereitung und Durchführung der Sitzungen.

Impressionen der Befahrung:

Fotos: Anika Dollmeyer, Luftbild: C. Horn


Sächsischer Umwelt-Staatsminister Günther auf Exkursion mit LTV und LMBV

Zwenkau. LMBV-Geschäftsführer Bernd Sablotny hatte den sächsischen Staatsminister für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft Wolfram Günther zum Info-Besuch in den Südraum Leipzig eingeladen. Er kam zusammen mit Dr. Regina Heinecke-Schmitt, Leiterin der Abteilung Technischer Umweltschutz und Wasser, als weitere Vertreterin des sächsischen Staatsministeriums für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft (SMEKUL). 

Ebenfalls beim Termin anwesend waren Experten der Landestalsperrenverwaltung (LTV) Sachsen: Vom Hauptsitz in Pirna angereist war Geschäftsführer Eckehard Bielitz. Aus Rötha kamen Axel Bobbe, LTV-Betriebsleiter Elbaue/Mulde/Untere Weiße Elster, sowie Betriebsteilleiter Markus Freygang. 

Von Seiten der LMBV waren zugegen Bernd Sablotny als Sprecher der Geschäftsführung, Grit Uhlig als Bereichsleiterin Sanierungsbereich Mitteldeutschland, Dr. Oliver Totsche als Abteilungsleiter Grundsätze Geotechnik/Wasserwirtschaft, Jens Konschak vom Projektmanagement Westsachsen/Thüringen und Claudia Hermann von der Unternehmenskommunikation des Bergbausanierers.

Expertenrunde mit Minister und LMBV-Chef vor dem Hafenbecken

An insgesamt drei Stationen entlang des Zwenkauer Sees tauschten sich die Fachkollegen aus. Treffpunkt war der Hafen am Kap Zwenkau, wo es Erläuterungen zum Sanierungstagebau Zwenkau/Cospuden und zu den Sanierungsschwerpunkten am Zwenkauer See gab. Daneben standen die Bewirtschaftungsmöglichkeiten des Zwenkau-Cospudener Seenverbundes mit Zu- und Ausleitung, auch für die Niedrigwasserbewirtschaftung mit Blick auf den unteren Bereich des Leipziger Auwaldes im Fokus. 

Diskussion im schattigen Wald der Imnitzer Lachen
Erinnerungsfoto am Einlaufbauwerk Zitzschen

In der abschließenden Diskussionsrunde in einem Tagungsraum waren sich die Vertreter von SMEKUL, LTV und LMBV einig, dass es einen Paradigmenwechsel in der Wasserwirtschaft gibt, dass Kompetenzen sowie Fachverstand künftig gebündelt werden sollten und dass ein wasserwirtschaftliches Gesamtkonzept für einen ausgeglichenen Wasserhaushalt erstellt werden muss. Außerdem seien „naturschutzfachliche Diskussionen offen zu führen“, wie Wolfram Günther betonte. 

Zusätzlich wurde die Renaturierung und die Restrukturierung der so genannten „Betonelster“ als wichtiger Baustein der nachhaltigen Gewässer- und Auenentwicklung im Südraum Leipzig genannt. Es wurde gemeinsam nach Lösungsansätzen für die Umsetzung eines Sanierungsprojektes für die Weiße Elster gesucht, die einst für den Bergbau aber nicht durch den Bergbautreibenden verlegt und zur Sicherung des Tagebaues vor Grundbrüchen mit einer Asphaltdichtung versehen worden ist

Impressionen von der Exkursion: LMBV / Claudia Hermann


Verein Kohlebahnen e.V. feiert 25-jähriges Jubiläum mit Festwochenende

Meuselwitz. Am 17. Juni 2022 lud der Verein Kohlebahnen e. V. mit einem Jahr Verzögerung zur Jubiläumsveranstaltung in den Lokschuppen auf dem Kulturbahnhof Meuselwitz. Der Vereinsvorsitzende Dr. Karsten Waldenburger blickte auf die 25-jährige bewegte Geschichte im Bereich des Bahnen- und Schienennetzes zurück und gab einen Ausblick auf künftige Vorhaben.

Jubiläumsschild des thüringischen Vereins

Mit einem großen Bahnhofsfest feierte der Verein sein Jubiläum am 18. Und 19. Juni mit zahlreichen Besuchern. Neben den Fahrten nach Regis-Breitingen mit der historischen Schöma-Diesellok CFL-200 V von 1962 auf 900 mm Spurweite wurden den Besuchern vielfältige Aktivitäten geboten. Bergbautypische Ausstellungen im Original und im Modell, die Herstellung von Briketts mit einer historischen Presse, Führerstands- und Draisinefahrten sowie eine Echtdampfeisenbahn für Kinder gehörten zu den Programmpunkten am Wochenende. Zudem präsentierten sich verschiedene Eisenbahnvereine und Tourismusverbände. Zu den Ausstellern zählten die Bergbrüderschaft Meuselwitz-Rositzer Braunkohlerevier e.V., der Bergbau-Technik-Park Leipzig, die Brikettfabrik Herrmannschacht, die Mansfelder Bergwerksbahn und der Modellbahnclub Hoyerswerda e. V.

Aussteller Hagen Jurczok vom Modellclub Hoyerswerda e. V.

Im Bahnhof Meuselwitz befindet sich neben historischen Zügen ein technisches Museum mit großem Freigelände, vielen Geräten, Anlagen, bergmännischen Exponaten und Dokumenten. Die Ausstellung zeigt die mehr als einhundertjährige Geschichte des Braunkohlenbergbaus in der Region an der Grenze zwischen Thüringen und Sachsen. 

Impressionen: LMBV/Claudia Hermann und Kathrin Murvai


Sanierung des Gremminer Sees im Fokus von internationalen Künstlern

Gräfenhainichen. Die Bergbaufolgelandschaft des ehemaligen Tagebaus Golpa-Nord und der strukturelle Wandel in der Region Dübener Heide stand am 7. Juni 2022 im Mittelpunkt künstlerischen Interesses. LMBV-Projektmanager André Schönberg führte zusammen mit seiner Kollegin Claudia Hermann die Photokünstlerin Mika Sperling, die aus Norilsk, einer Bergbaustadt in Nordsibirien stammt, und den bolivianischen bildenden Künstler Daniel Mebarek an zentrale Orte der Sanierungstätigkeit von der Halbinsel mit den ehemaligen Tagebaugroßgeräten über den Mühlgraben und den Kunstpfad bis zum Gräfenhainicher Stadtbalkon. Neben der Tagebauhistorie und den einzelnen Arbeitsschritten vom Restloch bis zur Entstehung eines Sees wurden vor allem Aufforstung, Naturschutz, Überschusswasserableitung und Filterbrunnenverwahrung thematisiert.

Denn die Ressourcennutzung und der Umgang mit den Folgen rückt mehr und mehr in den Mittelpunkt künstlerischer Auseinandersetzung, wobei das Dokumentationspotenzial der Fotografie eine große Rolle spielt. Der Informationsaustausch war für alle Beteiligten inspirierend. Während sich Mika Sperling u. a. mit Traumatabewältigung in "unverbrauchten" Wäldern  auseinandersetzt, arbeitet Daniel Mebarek mit Cyanotypie, einem Verfahren zur Herstellung fotografischer Bilder. Er interessierte sich besonders für Pflanzen, die zur Renaturierung von Tagebauen eingesetzt werden. Fortführend sind ein Informationsaustausch mit dem BUND in der Goitzsche-Wildnis sowie ein Besuch bei MIBRAG im Südraum Leipzig geplant. 

Der sachsen-anhaltinische Kultur- und Kunstverein Kemberg hatte die beiden Künstler für die zweite Artist-in-Residence-Runde für Juni 2022 ausgewählt. Die Jury, die aus den Bewerbungen die Residenzkünstler ausgewählt hat, bestand in diesem Jahr unter anderem aus Jule Schaffer, Kustodin der Sammlung Fotografie des Kunstmuseums Moritzburg Halle, und Milena Carstens, leitende Fotoredakteurin des ZEIT Magazins. Das 2021 begonnene Projekt läuft unter der künstlerischen Leitung von Jan Stradtmann.

Projektmanager André Schönberg gibt einen ersten Überblick über das Sanierungsgebiet.

Hintergrund: Der Kultur- und Kunstverein Kemberg e.V. bei Wittenberg richtet in diesem und nächsten Jahr eine Künstlerresidenz unter dem Titel „Passage“ aus. Für vier Wochen sind eine Künstlerin und ein Künstler eingeladen, sich mit der Region der Dübener Heide vor Ort zu beschäftigen. Der Verein möchte damit nicht nur den Austausch zwischen Künstlern und Bewohnern fördern, sondern auch den Blick auf die Region lenken und den strukturellen Wandel aufzeigen. Denn die Änderung des Landschaftsbildes in den letzten Jahrzehnten sind maßgeblich geprägt von den sichtbaren Folgen des Braunkohleabbaus am westlichen Rand der Heide, die in Kontrast zum heutigen postindustriellen Landschaftsbild mit renaturierter Natur stehen.

Die ersten beiden Künstler waren Laura Pannack (Großbritannien) und Bert Villa (Belgien). Letzterer interessierte sich als Architekt im Besonderen für den Umbau der Landschaft in Folge des Tagebaus. Beide waren im November 2021 in der Region. Das Projekt wird durch das LEADER-Programm in der Dübener Heide unterstützt und erhält Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds.

Impressionen von der Befahrung: LMBV/Claudia Hermann


LMBV präsentiert sich auf der World Canals Conference in Leipzig

Leipzig. Vom 30. Mai bis 3. Juni 2022 präsentiert sich die LMBV auf der World Canals Conference (WCC). Der internationale Kongress findet in diesem Jahr in Leipzig und damit erstmals in Deutschland statt.

Für die LMBV referierte am Eröffnungstag des Kongresses Abteilungsleiter
Rolf Schlottmann zum Thema Transformation: Industrieller und
landschaftlicher Wandel. Über Nachsorgestrategien zur Sicherung der
Wasserqualität von Bergbaufolgeseen im Süden von Leipzig informierte mit
Benno Janisch ein weiterer LMBV-Experte. Über die erfolgten Arbeiten am Markkleeberger und Cospudener See informierte auf einer Exkursion LMBV-Fachmann Dr. Friedrich-Carl Benthaus britische Kollegen.

Rund 100 Referenten aus 20 Nationen betrachten im Rahmen des hochkarätigen Konferenz- und Exkursionsprogramms, wie inmitten eines tiefgreifenden Transformationsprozesses von der Braunkohle- zur Gewässerlandschaft Wasserwege, Tourismus, Regionalentwicklung, Hochwasser- und Umweltschutz sowie Stadterneuerung effizient gefördert sowie Wasser und Gesundheit gemeinsam gedacht werden können.

 

In seinem Vortrag gab LMBV-Abteilungsleiter Rolf Schlottmann u. a. einen Überblick über die Reviere und die entstandenen Seengebiete

LMBV-Mitarbeiter Benno Janisch thematisierte in seinem Vortrag Strategien und Maßnahmen zur Verbesserung der Wassergüte

 

Impressionen vom Kongress (Fotos von Anika Dollmeyer)

Flyer Neue Seenlandschaften


Flözerfest am Ufer des entstehenden Lappwaldsees

Harbke/Helmstedt. Zum Jubiläum des 30-jährigen Jahrestages der Deutschen Einheit war es geplant gewesen, doch erst zwei Jahre später konnte das 1. FLÖZerfest am Lappwaldsee pandemiebedingt stattfinden. Mehrere Tausend Menschen nutzten am 29. Mai 2022, einem Sonntag, die Möglichkeit, per pedes oder per Fahrrad auf das in Sanierung befindliche Gelände der LMBV im Bereich des Grenzkohlepfeilers zwischen den ehemaligen Tagebauen Wulfersdorf und Helmstedt bis ans Seeufer zu gelangen. Den Erlebnistag organisiert hatte der Planungsverband Lappwaldsee in Zusammenarbeit mit den Bergbauunternehmen, um über die regionale Entwicklung zu informieren sowie an die einzigartige deutsch-deutsche Geschichte des Grenztagebaus zu erinnern. Zur Verdeutlichung der Verbindung zum Bergbau und zum Braunkohleflöz, wurde der Name FLÖZerfest gewählt. Auf insgesamt fünf Eventflächen gab es Infostände, Führungen und Mitmachaktionen. Pferdekutschfahrten am Ostufer von Harbke in Richtung Flöz und Bootsfahrten unweit eines stählernen Bergbaurelikts, an dem der geplante Endwasserstand von 103,00 m NHN mit einem blauen Helium-Ballons visualisiert wurde, komplettierten die Angebote für Jung und Alt.

Die Eventfläche am Restloch Helmstedt, im Hintergrund liegt das Restloch Wulfersdorf.

Die LMBV war mit einem Infostand am Seeufer vertreten und hatte darüber hinaus auf der Zuwegung verschiedener Infotafeln installiert. Die LMBV-Mitarbeiter Mirko Mennert, Mathias Siebert, Rüdiger Szobries und Claudia Hermann informierten die Besucher über die zahlreichen aktuellen und bereits realisierten Sanierungsmaßnahmen, die 1986 im Tagebau Wulfersdorf begannen und nach der politischen Wende von der LMBV im Auftrag von Bund und Ländern fortgesetzt wurden, um die Hinterlassenschaften des Braunkohlenbergbaus im ehemaligen Tagebau Wulfersdorf zu beseitigen. Beispielhaft zu nennen sind: 1) Rekultivierung, Erosionsschutzmaßnahmen und Tagebausicherung im Raum Wulfersdorf, 2) Böschungssanierung Südwestböschung Hochkippe Wulfersdorf und Ostböschung und 3) Erosionsrinnenbeseitigung im Bereich unterer Glüsig. Auf niedersächsischer Seite ist seit 2014 die Helmstedter Revier GmbH (HSR), eine Tochter der MIBRAG, für die Sanierung des Tagebaus Helmstedt zuständig. Gemeinsames Ziel ist es, ein länderübergreifendes Gewässer zur Bade- und Freizeitnutzung herzustellen.

LMBV-Team zur Betreuung des Informationsstandes

Die Veranstaltung soll künftig jährlich stattfinden, wobei das jetzige Veranstaltungsgelände am Ufer des Tagebaurestlochs Helmstedt bereits in ein bis zwei Jahren unter Wasser stehen wird. Wenn das Wasser im Tagebaurestloch Helmstedt bei fortschreitender Flutung auf 89,2 m NHN gestiegen ist, werden sich die Wasserflächen vereinigen und aus den zwei Tagebaurestlöchern Helmstedt und Wulfersdorf entsteht ein Bergbaufolgesee.

Die Flutung erfolgt mit Sümpfungswässern aus dem Tagebau Schöningen in das Restloch Helmstedt und durch Eigenaufgang des Wassers im südlicheren Restloch Wulfersdorf. Die Flutung soll nach aktuellem Stand im Jahr 2032 beendet sein. Der Lappwaldsee wird dann einen Endwasserstand von 103 Metern NHN, ein Volumen von etwa 120 Millionen Kubikmetern haben und eine Fläche von 4 Quadratkilometern umfassen. Der aktuelle Flutungsstand liegt bei 85,5 Metern NHN bzw. 36,4 Millionen Kubikmetern und damit bei 51 Prozent der Zielmarke (Stand: April 2022). Der pH-Wert beträgt zurzeit 3,3.

Bereits im vergangenen Jahr haben die beiden Bergbauträger, HSR und LMBV, gemeinsam mit Vertretern des Planungsverbandes Lappwaldsee einen ehemaligen Kohle-Förderbandträger als bergbautypisches Monument im Bereich des ehemaligen Grenzkohlepfeilers am Uferbereich in Harbke abgelegt. Dieses Relikt soll später als Ziel für Tauchgänge im See dienen. 

Impressionen vom Erlebnistag: LMBV/Claudia Hermann


Neue Visionen für den IGP Espenhain beim 1. DokMitt-Workshop

Rötha. DokMitt – das ist der Förderverein zum Aufbau des Dokumentationszentrums IndustrieKulturlandschaft Mitteldeutschland e.V. in Borna, der sich seit September 2015 unter der Ägide des früheren Leipziger Regierungspräsidenten Walter Christian Steinbach engagiert. Er möchte ein gemeinnütziges Zentrum zur Erforschung des Strukturwandels und zur Entwicklung von Zukunftsaussichten für die mitteldeutsche Industrie- und Bergbauregion etablieren. Das avisierte Dokumentationszentrum soll dabei als „Enzyklopädie Mitteldeutschlands“ fungieren und die mehrfach unter Beweis gestellte Fähigkeit der Region zur Transformation ergründen. Zu den vielbeachteten Projekten des Vereins gehören u. a. eine Zeitzeugenbefragung („Oral History“) sowie der Aufbau einer Bergbausammlung betreut durch das Sächsische Wirtschaftsarchiv e. V. Die neuesten Projektideen widmen sich speziell dem Standort Industrie- und Gewerbepark Espenhain an der Leipziger Straße, das durch die LMBV als Flächeneigentümerin vermarktet wird.

Um diese Visionen vorzustellen, lud der DokMitt-Verein am 24. Mai 2022 zu einem 1. Forum unter dem Titel „Das Werk Espenhain. Von der Dreckschleuder zum Innovationsstandort“. Während des Workshops im Volkhaus Rötha wurden den rund 50 Zuhörern konkrete Zukunftsvorschläge für den Industriestandort ‚Werk Espenhain‘ präsentiert:

  1. Ausgangspunkt für eine Internationale Bauausstellung (IBA) Impulsregion Leipzig zwischen 2025 und 2035,
  2. der Aufbau einer Holzindustrie basierend auf künstlicher Intelligenz plus Schaffung neuer nachhaltiger Arbeitsplätze sowie
  3. der Aufbau eines Industriell-soziokulturellen Zentrums in der TDE-Wagenhalle.

 

Der Workshop startete mit einer Darstellung des Entwicklungskonzepts des DOKMitt e.V. am Standort Espenhain und mit den Grußworten von Henry Graichen, Landrat Leipziger Land, und vom Schirmherr der Veranstaltung, Michael Kretschmer, das von Andreas Matthes, SMWA Dresden, überbracht wurde. Es folgten informative Vorträge über:

  • die „Geschichte des Veredelungsstandortes. Potential für die Zukunft?“ von Peter Krümmel (Soziokulturelles Zentrum KuHstall e.V. und DOKMitt-Gründungsmitglied)
  • „Das Holzbauzentrum. Intention und Perspektive“ von Dr. Matthias Reuschel (AG Holzbauzentrum, Fa. S&P Gruppe Leipzig) und
  • die „IBA Impulsregion Leipzig“ von Ulrike Rothe (IBA Thüringen und Brandenburg), wobei letzterer auf die IBA Fürst-Pückler-Land im Lausitzer Braunkohlerevier zwischen 2000 und 2010 unter Leitung von Prof. Rolf Kuhn verwies.

Moderiert wurde die Veranstaltung von Prof. Dr. Markus Krabbes (Rektor der Hochschule Merseburg und DOKMitt-Gründungsmitglied). Während der sich anschließenden Podiumsdiskussion kamen zu Wort:

  • Ronny Zienert (Sächsisches Ministerium für Regionalentwicklung),
  • Dr. Nils Schinker (Landesamt für Denkmalpflege Sachsen),
  • Jörg Kelkenberg (LMBV, Abteilungsleiter Flächenmanagement Mitteldeutschland),
  • Dr. Sören Glöckner (Holzbau Kompetenz Sachsen GmbH),
  • Jens Buchwald (TDE Mitteldeutsche Bergbau Service GmbH) und
  • Pablo Wendel (Kulturzentrum EWerk Luckenwalde).
LMBV-Abteilungsleiter Jörg Kelkenberg informiert über verfügbare Flächen im IGP.

Von besonderem Interesse war dabei die beispielhafte Darstellung des Künstlers Pablo Wendel, wie er das 1913 errichtete und nach 1989 stillgelegte Lausitzer Braunkohlenkraftwerk Luckenwalde 2019 als nachhaltiges Kunststrom-Kraftwerk und als Zentrum zeitgenössischer Kunst wiederbelebte. Der nun aus Holzabfällen produzierte „Kunststrom“ aus dem E-Werk wird in das öffentliche Netz eingespeist.

Der Wille zur Revitalisierung des heutigen IGP als Objekt der Industriekultur zeigte sich sowohl in den zahlreichen Redebeiträgen als auch in der dem Workshop vorangegangenen Fußexkursion mit rund 25 Teilnehmern auf den Flächen des Industrie- und Gewerbeparks (IGP) Espenhain.

Die Begehung hatte begonnen auf dem Gelände von TDE Mitteldeutsche Bergbau Service GmbH, einer 1991 gegründeten Sanierungsgesellschaft und heutigem Dienstleister für Bergbauunternehmen, die von Anfang an erfolgreich war. Zum Auftakt erinnerte Uwe Bruchmüller (ehemals IG BCE und DokMitt-Gründungsmitglied) an den Bergbau und die Umweltfolgen in der Region, an die 1.400 Bomben, die auf diesen Standort fielen, aber auch an die etwa 8.000 Beschäftigten im Werk und im Tagebau um 1990. Er wünschte sich künftig Wertschöpfung in Form eines klugen Strukturwandels, indem Altes durch Neues ergänzt wird. Walter Christian Steinbach wiederum berichtete vom Umweltseminar 1980, von der Erfindung der symbolischen Aktion „Eine Mark für Espenhain“ und den 100.000 Unterschriften, die bis zur politischen Wende gesammelt worden waren. Mehrfach wurde von den Anwesenden daran erinnert, dass am 27. August 1990 der – deutschlandweit – letzte Schwelofen abgeschaltet worden war.

 

Claudia Hermann erläutert die Chronologie der Flächenverkäufe

Die Begehung verlief weiter entlang der industriearchitektonisch wertvollen Verwaltungsgebäudes vom ehemaligen Braunkohlenveredelungswerk, bei der der rege Zuspruch bei den Flächenverkäufen in den letzten 20 Jahren sowohl seitens LMBV als auch Wirtschaftsförderung thematisiert wurde. Claudia Hermann fasste zusammen, wie der Standort Mitteldeutscher Industriepark Espenhain mit zunehmendem Sanierungsfortschritt neu belebt wurde und wie das Angebot an vermarktungsfähigen Immobilien in den letzten Jahren abnahm. Dr. Nils Schinker wiederum erläuterte am Beispiel der denkmalgeschützten ehemaligen Schaltwarte und des Hauptverwaltungsgebäudes, welch nachhaltiges Potenzial in den Hinterlassenschaften des Bergbaus steckt. Die Fußexkursion endete mit einer Besichtigung der Wagenhalle von TDE, die künftig als Raum für Kultur und Kunst dienen könnte.

 

In der Wagenhalle von TDE

Weitere Informationen zum Förderverein sind zu finden unter https://dokmitt.de/. Zum erweiterten beratenden Vorstand gehören Almuth Götz (ehemals LMBV) und Prof. Dr. Andreas Berkner (Regionaler Planungsverband Leipzig-Westsachsen).

Impressionen vom Workshop und von der Begehung: LMBV/Claudia Hermann


Acht neue Infotafeln für Naturschutzgebiet Werbeliner See

Leipzig/Brodau. Acht neue Informationstafeln machen Besucher des Naturschutzgebietes Werbeliner Sees jetzt besser mit dessen Geschichte vertraut und sensibilisieren für einen sorgsamen Umgang mit dem artenreichen Areal. Offiziell ihrer Bestimmung übergeben wurden die Tafeln am 16. Mai 2022 von Grit Uhlig, Leiterin des LMBV-Sanierungsbereichs Mitteldeutschland, und Nordsachsens Landrat Kai Emanuel bei einem gemeinsamen Termin am Ostufer des Werbeliner Sees.

Grit Uhlig und Kai Emanuel enthüllen eine der neuen Tafeln zur Information der Besucher

„Es ist unser Ziel, Mensch und Natur am Werbeliner See in Einklang zu bringen. Dabei setzen wir vor allem auf Information und Aufklärung beim behutsamen Entdecken und Erleben des Naturparadieses mit seinen mehr als 500 Tier- und 270 Pflanzenarten“, begründet der Landrat die gemeinsame Initiative von LMBV und Landratsamt (LRA). „Schon bei der Sanierung des Tagebaus hat der Naturschutz eine herausragende Rolle gespielt. Darum wurden die Schüttrippen auch so belassen, damit sich ein interessantes Feuchtbiotop entwickeln konnte“, ergänzt Grit Uhlig.

Die vier Tafeln der LMBV bieten am Werbeliner See im Bereich Brodauer Zinken, Zugang Werbelin und Parkplatz Schaufelrad sowie am Zwochauer See zahlreiche Fakten zum ehemaligen Tagebau Delitzsch-Südwest, der 1993 stillgelegt und anschließend saniert wurde. Die Sanierung sei noch nicht vollständig abgeschlossen, erklärt Grit Uhlig. So müssten noch die Flutungsleitung und die ehemaligen Tagesanlagen sowie Filterbrunnen und inaktive Grundwassermessstellen zurückgebaut werden. Die Grundwasserdynamik werde im Rahmen des montanhydrologischen Monitorings weiterhin überwacht. 

Die vier neuen Tafeln des Landratsamtes heißen die Besucher an den See-Zugängen Delitzsch-Südwest, Werbelin, Zwochau und Wolteritz willkommen. Auf ihnen werden das Naturschutzgebiet visualisiert und Verhaltensregeln einfach und verständlich erklärt. Erarbeitet haben die Übersicht Franka Seidel und Heike Franke vom LRA-Projekt „Naturschutzbezogene Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit im Großraum Delitzsch“. Seit 2019 sensibilisiert das Duo die Besucher für das einzigartige Areal. 

Fotos: LMBV/Claudia Hermann


Medieneinladung — Neue Infotafeln am Werbeliner See

Vor-Ort-Termin mit Kai Emanuel und Grit Uhlig

Sehr geehrte Damen und Herren,

Mensch und Natur in Einklang zu bringen, ist das Ziel in der Bergbaufolgelandschaft „Naturschutzgebiet Werbeliner See“. Dabei setzen die Partner Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) und Landratsamt (LRA) Nordsachsen vor allem auf Information und Aufklärung beim behutsamen Entdecken und Erleben des Naturparadieses mit seinen mehr als 500 Tier- und 270 Pflanzenarten. Zu einem Vor-Ort-Termin mit Foto- und Interview-Möglichkeiten möchten wir Sie hiermit herzlich einladen.

WAS

Neue Informationstafeln an den Zugängen zum Werbeliner See:

  • „Vom Tagebau Delitzsch-Südwest zum Werbeliner See“ (LMBV)
  • „Herzlich Willkommen im Naturschutzgebiet Werbeliner See“ (LRA)

WANN

Montag, 16. Mai 2022, 11.30 Uhr

WO

Treffpunkt ist der Parkplatz am Werbeliner See in Brodenaundorf am Ende der Kattersnaundorfer Straße.

Hinweis:

Die Zufahrt aus Richtung Leipzig über die B 184 ist trotz der in Brodau folgenden Baustelle frei, aus Richtung Delitzsch ist Brodenaundorf über Zschortau erreichbar.

WER

  • Kai Emanuel, Landrat des Landkreises Nordsachsen
  • Grit Uhlig, Leiterin Sanierungsbereich Mitteldeutschland der LMBV
  • weitere Vertreter aus den jeweiligen Fachbereichen des Landratsamtes und der LMBV

Vielen Dank für Ihr Interesse. Wir freuen uns auf Ihr Kommen.

Weiterführende Links

Naturschutzgebiet Werbeliner See 


Schachtanlage Paul II ist Gegenstand eines bundesweiten Architekturwettbewerbes

Studenten sollen Konzepte zur Nutzung des denkmalgeschützten Objektes entwerfen

Leipzig/Theißen. Über 80 Studierende und ihre Professoren aus 18 Universitäten und Fachhochschulen besuchten am 26. April 2022 die Schachtanlage Paul II in Naundorf bei Zeitz. Das zur Sicherung abgesperrte Gelände konnte nicht betreten werden. Dennoch erhielten die Teilnehmer einen guten Eindruck von dem Areal und dem Zustand der Gebäude. Andreas Ohse und Luise Schier vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt informierten über die Entstehungsgeschichte der Anlage, den Stellenwert des Braunkohlenabbaus für die Entwicklung der Region und die für den Denkmalschutz relevanten Aspekte. Seitens der LMBV waren Benjamin Ulrich, Fachbearbeiter Planung Sachsen-Anhalt PG Altbergbau Thüringen, und Kerstin Müller, Öffentlichkeitsarbeit, vor Ort. Sie verteilten Infomaterial und beantworteten fachliche Fragen der Teilnehmer. Die LMBV stellte zudem relevante Unterlagen wie Pläne und Fotos zum Objekt zur Verfügung. Die Schachtanlage Paul II mit ihren Nebengebäuden steht seit 1961 unter Denkmalschutz und befindet sich im Besitzt der LMBV.

Die Referenten v. l. n. r.: Andreas Ohse (LDS), Benjamin Ulrich (LMBV), Luise Schier (LDA) und Ulrike Kalteich (Kultustiftung Hohenmölsen)

Anlass der Exkursion ist die 12. Auflage der Messeakademie 2022, ein bundesweiter studentischer Architekturwettbewerb. In dessen Rahmen entwickeln die Studentinnen und Studenten Ideen für eine künftige Nutzung des Geländes und der denkmalgeschützten Gebäude. Zum Thema „Entwerfen im historischen Umfeld – Altbau. Umbau.Neubau“ werden überzeugende Konzepte und Lösungen zur Nutzung wertvoller denkmalgeschützter Bausubstanz gesucht. Die Schachtanlage Paul II ist dabei eines von vier Objekten, die zur Auswahl stehen. Gestaltet wird die Messeakademie 2022 in Zusammenarbeit mit den Landesämtern für Denkmalpflege Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, Veranstalter ist die Leipziger Messe GmbH. Die zehn besten Entwürfe werden dann vom 24.-26. November 2022 an der denkmal, der Europäischen Leitmesse für Denkmalpflege, Restaurierung und Altbausanierung der Öffentlichkeit präsentiert.

Impressionen der Exkursion,
Fotos: LMBV, Kerstin Müller


Wasserbau-Studenten erkunden Bauwerke im Störmthaler Kanal

Leipzig/Markkleeberg. 15 Studenten des Instituts für Wasserbau und Technische Hydromechanik der Technischen Universität Dresden besuchten am 8. April 2022 den Störmthaler Kanal während einer Tagesexkursion im Großraum Leipzig.

Die Studierenden des Bauingenieurwesens mit einem Schwerpunkt im Wasserbau wurden von den LMBV-Mitarbeitern Falk Bräuer (Abteilung Projektmanagement Westsachsen-Thüringen), Marcus Schmidt (Planung Westsachsen-Thüringen), Ulrike Klein (Geotechnik Mitteldeutschland) und Claudia Hermann (Unternehmenskommunikation Mitteldeutschland) in Empfang genommen. Sie erläuterten fachkundig die Transformation der Tagebaulandschaft am Beispiel des Tagebaus Espenhain im mitteldeutschen Braunkohlervier, die Abläufe während der Gefahrenabwehrmaßnahme, die aufgrund der Risse und Erosionserscheinungen im Bereich des Störmthaler Kanals umgesetzt worden war, und die wasserbaulich interessanten Aspekte zwischen den Bergbaufolgeseen Markkleeberger und Störmthaler See.

Nach der Besichtigung der neu entstandenen Querbauwerke entlang der Gewässerverbindung besuchten die Studenten als nächste Station der Exkursion die Wasserstadt Leipzig, insbesondere den Lindenauer Hafen. Am Vortag waren sie im Erzgebirge bei der sächsischen Landestalsperrenverwaltung.

Falk Bräuer berichtet kurzweilig von den Herausforderungen während der Gefahrenabwehrmaßnahme.

Fotos: LMBV/Claudia Hermann


Aktuelle § 4‑Maßnahmen im mitteldeutschen Revier

Leipzig/Pegau/Böhlen. Im Jahr 2022 werden im Freistaat Sachsen weitere § 4-Projekte zur Erhöhung des Folgenutzungsstandards umgesetzt werden. Dabei agiert die LMBV als Projektträgerin, während die Kommunen die Bauherren sind. Im Südraum Leipzig handelt es sich um zwei größere Projekte: die Errichtung eines neuen Aussichtsturmes bei Pegau sowie die weiterführende Sanierung des Kulturhauses Böhlen.

Neuer Aussichtsturm Stöntzsch entsteht südlich des Werbener Sees

Westlich der Stadt Pegau auf der ehemaligen Kippe Profen-Nord ist die Errichtung des Aussichtsturmes Stöntzsch auf dem Hügel der vorhandenen Aussichtsfläche geplant. Die Gemeinde Stöntzsch wurde in den 1960er Jahren abgebaggert. Ein Großteil der Bevölkerung wurde nach Pegau umgesiedelt. Der geplante Turm soll an die Gemeinde Stöntzsch erinnern.

Der Aussichtsturm ist als offene Stahlkonstruktion geplant. In das Traggerüst des Turmes sollen drehbare Aluminiumtafeln eingesetzt werden. Ein Teil der drehbaren Tafeln wird Informationen über die Historie und das Umfeld erhalten. Der Turm soll einen quadratischen Grundriss mit 5,25 m Seitenlänge haben und in seiner Form an eine ursprüngliche Turmsilhouette erinnern, als Sinnbild für Gemeinde, Gemeinschaft und Siedlung. Die Gesamthöhe des Turmes ab der Geländeoberkante wird 29,50 m betragen. Neben der Errichtung des Turmes sollen auch die Zuwegung und das unmittelbare Turmumfeld, u. a. Fahrradbügel und Parkstellflächen, gestaltet werden.

Nach erfolgreicher Ausschreibung können die Erdarbeiten nun Mitte 2022 starten. Danach wird das Turmfundament hergestellt. Der vormontierte Turm soll im Sommer aufgestellt und im IV. Quartal 2022 fertiggestellt werden. Voraussichtlich im Frühjahr 2023 werden die Arbeiten an den Außenanlagen und Pflanzmaßnahmen sowie die Ausgleichs- und Ersatzmaßnahme (Abbruch ehemaliges Bahnhäuschen östlich von Pegau südlich der B2) beendet sein. Bauherr für diese Maßnahme ist die Stadt Pegau. Auftragnehmer für Erdarbeiten, Freianlagen und Abbrucharbeiten ist Baggerbetrieb Burkhardt GmbH, für Stahlarbeiten und Gründung ist Hornschuh GmbH & Co. KG im Einsatz.

Sanierung des Kulturhauses Böhlen kann weiterlaufen

Des Weiteren kann die Sanierung des Kulturhauses Böhlen nun weitergeführt werden, da die Gesamtfinanzierung der § 4-Mittel durch den Freistaat Sachsen gesichert ist. Die Vergabe für die Sanierung des Gebäudes inklusive der Erneuerung der Abdichtung, der Sanierung des Sockelputzes und der Erneuerung der Bühneneingangskonstruktion ist abgeschlossen. Baubeginn ist Mai 2022. Als Bauzeit werden ca. sieben bis acht Monate veranschlagt. Die Bauarbeiten werden durch die Firma Baumbach Bau GmbH & Co. KG ausgeführt.

Die Planung für die Erneuerung und Erweiterung der Außenanlage läuft noch. Hierfür ist als Baubeginn Herbst 2022 geplant, der Bau dauert wahrscheinlich ein Jahr.

Die ursprünglich veranschlagten Baukosten haben sich infolge ständig steigender Baupreise und durch Erweiterung der Parkplatzanlage erhöht. Es werden zusätzliche Parkplätze nördlich des Kulturhauses gebaut. Bauherr für diese Maßnahme ist die Stadt Böhlen.

Hintergrund

Maßnahmen nach § 4 des Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung kommt besondere Bedeutung zu, denn sie stehen für infrastrukturelle Maßnahmen wie den Bau von Radwegen, Bootsanlegern, Schleusen oder Anlagen für eine touristische Nutzung oder Schiffsanleger für Fährverbindungen zur Verfügung. Diese Maßnahmen werden ausschließlich durch Landesmittel und Gelder der Kommunen finanziert.

Planungsunterlage für den Aussichtsturm Stöntzsch

Fotos vom Vorhabensbereich: LMBV/Ilka Sedlacek und Christian Herrmann


Aktueller Stand zum Harthkanal

Leipzig. Auf Anfrage von Medienvertretern informierte die LMBV kürzlich zum Stand des Projekts Harthkanal. Die LMBV ist bergrechtlich verpflichtet, südlich von Leipzig eine hydraulische Verbindung zwischen dem Zwenkauer See und dem Cospudener See zu errichten. Darüber hinaus soll die Verbindung - als Harthkanal - auch touristisch genutzt werden können. Die Mehrkosten für die Schiffbarkeit des Kanals und die Errichtung einer Schleuse sollen durch den Freistaat Sachsen getragen werden.

Mit dem Bekenntnis der Finanziers zum Harthkanal als §2/§4-Schnittstellenprojekt im Rahmen der Braunkohlesanierung konnten die Planungen und zwei vorgezogene Maßnahmen bereits umgesetzt werden. Vorrangiges Leistungsziel ist die Erlangung der Plangenehmigung zum Vorhaben, für die sich neue Erkenntnisse aus dem Artenschutz, dem Hochwasserschutz und dem Klimawandel ergeben haben.

In die Planung ist auch die Landestalsperrenverwaltung als zukünftiger Betreiber des Hochwasserspeicherraumes Zwenkauer See eng eingebunden. Im Rahmen der Planung gilt es auch belastbare Gesamtkosten zu ermitteln. Es ist aber davon auszugehen, dass sich die Gesamtkosten gegenüber der ursprünglichen Planung auf über 150 Mio. Euro erhöhen werden. Zu Fragen der Finanzierung finden regelmäßige Abstimmungen zwischen Bund und Ländern in den Gremien der Braunkohlesanierung statt. Die bisherigen Gesamtkosten belaufen sich auf ca. 35 Mio. Euro.

Bislang wurden:

  • die Kanaluntergrundverdichtung auf der Kippentrasse bis vor und nach der Autobahnbrücke umgesetzt sowie
  • die Dichtwand für das Hochwasserschutztor hergestellt; Leistungszeitraum 28.09.2020 – 30.06.2021; Auftragnehmer war: Berger Grundbautechnik GmbH / Berlin | Grundlage: Zulassung vorzeitiger Baubeginn durch die Landesdirektion Sachsen vom 21.08.2018 und
  • die Probebohrpfähle hergestellt – einschließlich von Pfahlprobebelastungen im Bereich des Schleusenbauwerks: Leistungszeitraum 21.10.2020 – 30.04.2021; Auftragnehmer war: Stump-Franki Spezialtiefbau GmbH / Berlin | Grundlage: Zulassung vorzeitiger Baubeginn durch Landesdirektion Sachsen vom 21.08.2018.

Weitere Bauschritte werden erst nach Vorliegen einer bestandskräftigen Plangenehmigung begonnen werden können. Vorher werden auch keine weiteren Bauarbeiten beauftragt bzw. sichtbar werden.

Das Erreichen des planfestgestellten Endwasserstandes ist vom Fortschritt der noch durchzuführenden Sanierungsverpflichtungen der LMBV abhängig. Derzeit ist der Zwenkauer See für die vorgezogene touristische Folgenutzung vollumfänglich nutzbar.

Archivfotos von 2021: LMBV/Sylvia Große


Gewässernachsorge Störmthaler See

Leipzig/Großpösna. Zur Steuerung der Gewässerbeschaffenheit wurden von Januar bis Mitte Februar 2022 täglich 100 Tonnen Kalksteinmehl in den Störmthaler See eingebracht. Mithilfe eines Schubverbandes verteilte die Dresdner Firma Anlagen-, Bau- und Betriebsgesellschaft mbH (ABG) insgesamt 1.600 Tonnen Kalkmehl großflächig über den See. Damit wird das Wasser neutralisiert.

Die LMBV ist entsprechend dem Planfeststellungsbeschluss verpflichtet, den ph-Wert im Störmthaler See zwischen sechs und acht zu halten. Dazu wird das Wasser regelmäßig kontrolliert und nahezu jährlich mit Kalkmehl oder - wie in diesem Jahr - mit Kreide behandelt, die einen sehr guten Wirkungsgrad hat. Die letzte Gewässerbehandlung fand Ende 2020 statt.

 

Hinter der Vineta ist die Austragungseinheit bei der Arbeit.

Eindrücke von der Bekalkung des Störmthaler Sees im Februar 2022
Fotos: Christian Horn


Buchpremiere „Bergbau und Umsiedlungen im Mitteldeutschen Braunkohlenrevier“

Leipzig/Hohenmölsen. Das Lausitzer und das Rheinische Braunkohlenrevier besitzen schon jeweils eins – seit Februar 2022 gibt es auch für Mitteldeutschland ein breit angelegtes Nachschlagewerk, das sich der bergbaubedingten Inanspruchnahme von 147 Ortslagen und der damit einhergehenden Umsiedlung von 54.137 Menschen seit 1925 widmet. Die systematische Zusammenschau wurde herausgegeben von Prof. Dr. Andreas Berkner und der Kulturstiftung Hohenmölsen.

Über acht Jahre lang haben mehr als 30 Autoren und Fachberater mit Texten, Veranschaulichungen, Hinweisen und Recherchen zum Gelingen des 528 Seiten starken Werkes beigetragen. Im Mittelpunkt stehen die Profile der umgesiedelten Ortslagen in den Teilrevieren Bitterfeld-Gräfenhainichen, Nachterstedt, Röblingen/Amsdorf, Halle-Ost, Geiseltal, Nordraum Leipzig, Südraum Leipzig, Altenburger Land und Zeitz-Weißenfelser Revier. Des Weiteren finden sich Informationen zu den jeweiligen Tagebaubereichen mit Karten und Zeitleisten, zu Sachzeugen und Traditionspflege sowie zahlreiche Themenspecials wie Zeitzeugeninterviews, Gedenksteine oder Kirchenglocken. 1.750 Abbildungen lockern die Texte auf. Erschienen ist das drei Kilogramm schwere und fünf Zentimeter dicke Buch im Querformat in einer Auflage von 3.000 Stück beim Sax-Verlag Markkleeberg.

Die erste Vorstellung des Kompendiums fand als gemeinsame Veranstaltung der Kulturstiftung Hohenmölsen und des Dachvereins Mitteldeutsche Straße der Braunkohle e. V. am 25. Februar 2022 vor etwa 90 Gästen im Bürgerhaus Hohenmölsen statt. Die sachsen-anhaltinische Stadt im Bereich der ehemaligen Tagebaue Pirkau und Profen stehe als neue Heimat für umgesiedelte Einwohner, so Bürgermeister Andy Haugk in seinem Grußwort, exemplarisch für die durch den Bergbau verlorenen Orte. Und für die hier ansässige 1998 gegründete Kulturstiftung sei die Veranstaltung „ein absoluter Höhepunkt“. Denn die Erstellung des Buches war ein „Premiumprojekt“ – ebenso wie die jährlich stattfindenden Sommerakademien.

Die Buchpremiere war gleichzeitig die aus den letzten Jahr nachgeholte 25-jährige Festsitzung des Dachvereins Mitteldeutsche Straße der Braunkohle e. V. Aus diesem Grund würdigte Walter Christian Steinbach, der ehemalige Regierungspräsident von Leipzig, in seinem Grußwort dessen „unglaublich mühevolle, aber erfolgreiche Arbeit“ seit 1996 und war sich gewiss, dass der neue Band „das Zeug [hat], sich zum Standardwerk des Reviers zu entwickeln“.

Im Anschluss stellte der Schriftleiter Andreas Berkner das Werk im Einzelnen vor. Weil es in Mitteldeutschland keine bergbaubedingten Umsiedlungen mehr geben würde, bezeichnete er die umfassende Sammlung als „abschließende Bilanz“. Gleichzeitig verwies er aber auf weiterhin bestehende Umsiedlungsgründe wie Stadtumbauten, Hochwasserschutz oder Militärnutzung. Anhand vieler Anekdoten, Fotos und Übersichten berichtete er unterhaltsam über die einzelnen Meilensteine von seinem ersten Aufsatz zu diesem Thema 1985 während der Promotion an der Martin-Luther-Universität in Halle-Wittenberg (1989 veröffentlicht in Petermanns Geographische Mitteilungen) über die erste Konzeptskizze und das erste Netzwerktreffen 2013 bis hin zum Buchdruck in der Slowakei.

Dabei ging er auch auf die inhomogene Daten- und Quellenlage hinsichtlich Altunterlagen oder Ortschroniken sowie auf vereinzelte Rückschläge ein. Eingebunden in die Präsentation wurden im wieder Statements von Betroffenen oder Netzwerkpartnern, z. B. Heimatforschern, Wissenschaftlern oder Bergleute. Zu Letzteren zählt Bernd-Stephan Tienz. Der Bergingenieur und ehemalige LMBV-Planungsleiter Mitteldeutschland war einer der beiden Hauptbearbeiter und erinnerte an die „sehr produktive Zusammenarbeit“ in der Zeit der Manuskripterstellung.

In Zusammenarbeit mit der LMBV-Markscheiderei unter Leitung von Marco Schade und dem externen Berater Andreas Kadler entstanden aus dem vorhanden Kartenmaterial anschauliche Grafiken, die im direkten Vergleich den vorbergbaulichen Zustand der verlorenen Ortslagen und den aktuellen Zustand dokumentieren. Ebenfalls als Mitautorin aktiv war die Ingenieurin Annelies Weigert für den Bitterfelder Raum. Einst gehörte sie zu den Einwohnern von Döbern – einem Ort an der Goitzsche, der 1984 abgerissen und überbaggert worden ist – und war ehemals für die Öffentlichkeitsarbeit der LMBV tätig.

Das Buchprojekt bietet neben Daten und Fakten zum Mitteldeutschen Braunkohlenrevier jeweils Exkurse zu weiteren bergbaubedingten Umsiedlungen im Rheinischen, im Lausitzer, im Helmstedter und im Oberpfälzer Revier.

Weitere Informationen zum Schriftwerk sind zu finden unter: Bergbau und Umsiedlungen im Mitteldeutschen Braunkohlenrevier | Berkner, Andreas (Hg.) / Kulturstiftung Hohenmölsen (Hg.) | Sax-Verlag - Onlineshop.

Buchlesungen mit Andreas Berkner finden statt am:

  • 01.04.2022, 19.00 Uhr – Espenhain, Haus der Zukunft, Wolfschlugener Weg 1,
  • 27.04.2022, 19.00 Uhr – Markkleeberg, Weißes Haus (Verein für Erdgeschichte Südraum Leipzig),
  • 14.06.2022, 18.00 oder 19.00 Uhr – Altenburg, Mauritianum.

Weitere Lesungen in FERROPOLIS, Bitterfeld, Delitzsch, Borna, Meuselwitz und im Geiseltal sind vorgesehen, aber noch nicht terminlich fixiert.

Buchpremiere Umsiedlung
Erfolgreiche Unterstützung des Buchprojekts durch Bernd-Stephan Tienz und Andreas Kadler (postmining)

Impressionen von der Veranstaltung, Fotos: LMBV/Claudia Hermann


Temporäre Einschränkungen durch die Verwahrung von Brauchwasserleitungen in Espenhain

Leipzig. Zur sicheren Nachnutzung der genutzten Flächen des Industriestandortes Espenhain müssen Schleusen- und Brauchwasserleitungen verwahrt werden. Dieser Aufgabe stellt sich die LMBV seit 2019, mittlerweile steht der Beginn des 3. Bauabschnittes bevor. Davon sind einige Anwohnerinnen und Anwohner in der Straße des Friedens in Espenhain unmittelbar betroffen: Im Zeitraum vom 7. Februar bis 30. Juni 2022 werden dort die ehemaligen Brauchwasserleitungen verwahrt. Die Maßnahme läuft vom ehemaligen Wasserwerk der Braunkohlenveredlung Espenhain ausgehend bis in die Gemeinde Espenhain.

Zunächst wird der Erdaushub für 42 Baugruben mit einem Volumen von 2,50 Meter x 2,50 Meter x 2,50 Meter erfolgen. Nach der Anlieferung von ca. 2.200 Tonnen Braunkohlenfilterasche und dem Absaugen von ca. 1.250 Kubikmeter Streckenwasser innerhalb der Rohrleitungen wird die sogenannte Verwahremulsion hergestellt werden. Davon sollen etwa 2.700 Tonnen in die Brauchwasserleitungen eingebracht werden, sodass die alten Wasserrohre Mitte des Jahres verfüllt und dauerhaft gesichert sind. Diese kommen von der Wasserhaltung des ehemaligen Tagebaues Espenhain und versorgten sowohl die ehemalige Veredelungsstätte mit Betriebswasser für die einzelnen Produktionsprozesse.

Der vierte und letzte Bauabschnitt befindet sich zurzeit in Planung. Er wird zwischen der Gemeinde Espenhain hin zum Stausee Rötha realisiert werden.

Auftragnehmer ist die Firma S+R Bohrtechnik & Tiefbau GmbH.

Bergrechtliche Grundlage für die Maßnahme ist die 17. Ergänzung zum Abschlussbetriebsplan – K – Kraftwerk: Verwahrung von Brauchwasserleitungen außerhalb der Braunkohlenveredlung Espenhain vom 01.04.2019. Finanziert wird sie über den § 2 des Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung.


Aktuelle Maßnahmen am Störmthaler Kanal

Leipzig/Markkleeberg. Zu den Gefahrenabwehrmaßnahmen am Störmthaler Kanal wurde zuletzt im Dezember 2021 berichtet. Hiermit erhalten Sie weitere Informationen zu den derzeit – in Abstimmung mit allen Beteiligten – laufenden Maßnahmen im Bereich zwischen Markkleeberger und Störmthaler See:

  • Um den Störmthaler Kanal nachhaltig sanieren zu können, müssen zunächst die Ursachen für die festgestellten geotechnischen Defizite ermittelt werden. Dafür wurde durch die LMBV eine Aufgabenstellung erarbeitet. Das Gutachten zur Ursachenermittlung soll bis Ende dieses Jahres vorliegen.
  • Die baulichen Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Wassereinstau im unteren Vorhafen der Kanuparkschleuse auf Markkleeberger Seeseite wurden Ende 2021 begonnen. Sie wurden bis Ende Januar 2022 umgesetzt. Nach Einschätzung des Sachverständigen für Geotechnik ist es notwendig, die bereits geschädigten Böschungsbereiche durch einen Stützkörper aus Wasserbausteinen zu sichern. Erst im Nachgang kann der weitere Wassereinstau im Unterhafen erfolgen. Auf diese Weise werden die anhaltenden Erosionsausspülungen minimiert.
  • Das Überschusswasser aus dem Störmthaler See wird mittels einer Heberleitung übergeleitet. Ihr entscheidender Vorteil im Vergleich zur Ableitung über Bypässe liegt darin, dass die Wasserabgabe direkt in den Störmthaler Kanal hinter dem unteren Querbauwerk, also in den Kanalabschnitt ohne Böschungsinstabilitäten, erfolgt.
  • Entlang des Kanals werden 24 Drucksondierungen im Auftrag der LMBV durchgeführt werden. Sie dienen der Erkundung der geotechnischen und hydrogeologischen Randbedingungen und Prozesse. Daraus lassen sich weitere Entscheidungen und Planungen seitens LMBV ableiten.
  • Gegenwärtig wird der geotechnische Bericht durch den Sachverständigen für Geotechnik zum aktuellen Sachstand der Gefahrenabwehr erstellt.
  • Unabhängig davon wird das bisherige umfassende Monitoring der Grundwasserstände, Vermessungspunkte im Gelände und am Bauwerk sowie der Porenwasserdruckgeber unterhalb der Schleuse fortgesetzt. Die LMBV führt weiterhin wöchentliche Sicherheitsbegehungen durch. Bislang gab es keine Auffälligkeiten.

Impressionen vom Bau des Stützkörper aus Wasserbausteinen im Unterhafen des Störmthaler Kanals, Fotos: LMBV/Anika Dollmeyer


LMBV plant Sichern und Erhalten der Deutzener Wasserkugel

Leipzig. Entsprechend des Beschlusses des Bundesverwaltungsgerichts vom 10. November 2016 gilt der Wasserturm Deutzen als „ein bedeutendes Kulturdenkmal aus der Industriegeschichte der Region“ und hat Seltenheitswert. „Seine Konstruktion mit einem kugelförmigen Wasserbehälter auf der sich verjüngenden Stahlkonstruktion sei ungewöhnlich; zumindest in Sachsen seien ähnliche Wassertürme nicht bekannt.“

Die Erhaltung dieses Industrie-Kulturdenkmals sei dem Bundesunternehmen LMBV daher zumutbar, so wie das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts Leipzig vom 16. April 2014 bereits feststellte. In Umsetzung dessen müssen zunächst die behördlichen Abstimmungen für diesen Zeitzeugen der bergbaulichen Wasserversorgung durch den Bergbausanierer fortgeführt werden.

Um die erforderlichen Sanierungsleistungen beauftragen zu können, wurde deren Finanzierung im Rahmen der bergbaulichen Grundsanierung über das Verwaltungsabkommen Braunkohlesanierung beantragt und muss durch die Gremien der Braunkohlesanierung noch genehmigt werden. Parallel dazu ist die LMBV bestrebt, die Wasserkugel nach der Instandsetzung an einen Dritten zu übertragen.

Die Entwurfsplanung wurde am 22. Oktober 2021 von der LMBV bei den Trägern öffentlicher Belange zur Beteiligung eingereicht. Erst nach Rücklauf aller Stellungnahmen, was voraussichtlich noch mehrere Monate dauern wird, können die abgestimmten Inhalte in der Planungsunterlage ergänzt und die Genehmigungsplanung - also der Bauantrag - erstellt werden. Im Anschluss muss seitens LMBV ein „Bergrechtlicher Änderungsantrag zum Abschlussbetriebsplan zum Erhalt der Wasserkugel“ verfasst und zusammen mit der Genehmigungsplanung bei der zuständigen Genehmigungsbehörde eingereicht werden. Hierbei rechnet die LMBV aus heutiger Sicht mit einer zügigen Bearbeitung noch in diesem Jahr.

Danach folgen die weiteren Ausführungsplanungen und die Ausschreibung. Wenn alles planmäßig läuft, könnte die umzusetzende Baumaßnahme Ende 2023/Anfang 2024 beginnen. Das Projekt wird circa zwölf Monate zur baulichen Umsetzung benötigen. Im Moment liegt nur die Entwurfs- und noch keine Genehmigungsplanung vor; daher können noch keine belastbaren Angaben zu den Kosten gemacht werden.

Gemäß dem Stand der Entwurfsplanung zur Sanierung der Wasserkugel Deutzen sind derzeit vorgesehen: Demontage des Bauwerks, Instandsetzung der einzelnen Elemente, Ersatzneubau des Fundaments, Montage der Elemente unter Denkmalschutzauflagen. Nach dem Einrichten der Baustraße wird zunächst ein hoher Kran aufgestellt werden müssen, um mit der Demontage beginnen zu können. Die einzelnen Segmente - fachsprachlich Schüsse - sollen dann am Boden instandgesetzt, mit Korrosionsschutz versehen und wieder montiert werden.

Die Wasserkugel wurde zuerst 1925 in Gräfenhainichen aufgestellt und dann 1938 nach Deutzen gebracht, wo sie der Wasserversorgung des Braunkohlewerkes diente. Sie ist das letzte Element, das vom Braunkohlenwerk stehen geblieben ist und stellt zugleich eine weithin sichtbare Landmarke dar. Der etwa 60 Meter hohe Stahlgitterturm mit der 200 Kubikmeter fassenden Kugel ist inzwischen als bedeutendes Kulturdenkmal aus der Industriegeschichte der Region anerkannt. Der Hochbehälter stammt von der Firma Klönne in Dortmund und gilt als charakteristisch für die Ingenieurkunst des frühen 20. Jahrhunderts.


Ins Licht gerückt — LMBV-Wandkalender stellt in 2022 das Thema Licht in den Fokus

Senftenberg/Leipzig/Sondershausen. Wie bereits in den vergangenen 25 Jahren gibt es auch in diesem Jahr traditionsgemäß einen LMBV-Wandkalender, der ausdrucksstarke Fotos zur Bergbausanierung und zu Bergbaufolgelandschaften aus dem Lausitzer und dem mitteldeutschen Revier sowie von Arbeiten aus dem Sanierungsbereich Kali-Spat-Erz in den Mittelpunkt stellt.

Thematisch greifen die Kalender die Schwerpunkte der Bergbausanierung auf, darunter die gestalteten Landschaften nach der Sanierung, die Bergbaufolgeseen sowie die Tiere und Artenvielfalt in der Bergbaufolgelandschaft.

In diesem Jahr werden die Kulissen der Landschaften, Seen und Bergwerke "ins Licht gerückt".  Als Titelbild wurde für 2022 das Mondlichtfoto von Christian Bedeschinski zur Marina Braunsbedra am Geiseltalsee gewählt. Nach 300 Jahren Bergbau ist mit Beginn der Sanierung durch die LMBV vor rund 30 Jahren im Geiseltal nach der Einstellen der Tagebaue ein neues Kapitel aufgeschlagen worden. Mit der Entstehung des LMBV-Geiseltalsees entwickelt sich in der Region eine einzigartige Kulturlandschaft nach der Kohle.

In den Monaten Januar bis Dezember 2022 gibt es u.a. Lichtmomente als Spiegelungen auf der Wasseroberfläche zu sehen. Zudem wurden besondere Lichtverhältnisse unter Tage und die Lichterstimmung unter dem Nachthimmel festgehalten. erungsbereich Kali-Spat-Erzin den Mittelpunkt stellt Seit der Entscheidung der Unternehmenskommunikation für zweiseitige Doppelkalender können die gedruckten Wandkalender in zwei aufeinanderfolgenden Jahren genutzt werden.

Download Kalender 2017 bis 2022


Ein friedvolles Weihnachtsfest 2021 und alles Gute zum Jahreswechsel

Bitte beachten Sie die Betriebsruhe der LMBV zwischen den Feiertagen!

Senftenberg | Leipzig | Sondershausen. Die LMBV wünscht Ihnen, Ihren Mitarbeiterinnen, Mitarbeitern und Ihren Familien ein ruhiges und friedvolles Weihnachtsfest und einen guten Start ins neue Jahr. Bleiben Sie alle gesund!

Auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit im Jahr 2022 freut sich auch die LMBV-Unternehmenskommunikation, die in der Corona-Pandemie - wie viele von Ihnen auch - weitestgehend mobil arbeitet.

Bitte beachten Sie, dass entsprechend den aktuellen Entwicklungen und
den tariflichen Vereinbarungen zwischen den Feiertagen Betriebsruhe bzw. vor und danach weitestgehend mobiles Arbeiten für die LMBV-Mitarbeiter vereinbart ist und die LMBV und ihre Mitarbeiter regulär damit nur bis zum 23.12.2021 und erst wieder ab dem 03.01.2022 in der Regel erreichbar sind.

In Havariefällen ist der jeweilige Diensthabende der LMBV unter der bekannten Notfall-Nummer 01801 142 222 zu erreichen.


Erkundung und Ursachenermittlung im Bereich Störmthaler Kanal sind Zielstellungen für das kommende Jahr

Leipzig/Markkleeberg. Die Gefahr eines unkontrollierten Wasserabflusses aus dem Störmthaler See in den Markkleeberger See konnte durch die Errichtung der Spundwandriegel erfolgreich gebannt werden, dennoch ist die geotechnische Situation an den Seitenböschungen unterhalb der Kanuparkschleuse unverändert. Aus diesem Grund werden sich die LMBV-Arbeiten auf die Erkundung und die Ursachenermittlung konzentrieren:

  • Die Vorbereitungen für die Erkundung des Untergrundes per Drucksondierung begannen nach dem Ende der Sicherungsmaßnahme am 30. September 2021.
  • Die Leistung wird im Laufe des nächsten Jahres umgesetzt werden. Sie dient der weiteren Aufklärung der geotechnischen Situation.
  • Zur kontinuierlichen Überwachung von potenziellen Gefährdungen läuft das umfassende geotechnische Monitoring durchgehend weiter.
    Sowohl die Erkundungs- als auch die Monitoring-Ergebnisse werden in die Untersuchung zur Ursachenermittlung einfließen. Das entsprechende Gutachten soll bis Ende 2022 vorliegen. Erst danach können Zeit- und Kostenrahmen für die erforderlichen Maßnahmen eingeschätzt werden.
  • In Abstimmung mit dem Sachverständigen für Geotechnik wird derzeit die Errichtung eines Stützkörpers aus Wasserbausteinen an den Seitenböschungen unterhalb der Kanuparkschleuse vorbereitet, damit die geplante Reduzierung des hydraulischen Gefälles im anstehenden Böschungsbereich durch die Anhebung des Wasserspiegels im unteren Vorhafen auf maximal +115,0 m NHN standsicher durchgeführt werden kann.

Hintergrund:
Nachdem im März 2021 im Rahmen des regulären LMBV-Monitoring-Programms Böschungsschäden und Rissbildungen nahe der Kanuparkschleuse – ein Kompaktbauwerk mit integrierter Seeentlastungsfunktion im Leipziger Südraum – bekannt geworden waren, veranlasste die LMBV Sofortmaßnahmen zur geotechnischen Sicherung: Zunächst wurde ein Absperrbauwerk mit zwei Spundwänden auf der Störmthaler Seeseite errichtet. Es folgte der Bau von drei Spundwänden auf Markkleeberger Seeseite, die für die Wasserregulierung perspektivisch zur Kaskade (siehe Infografik im Anhang) eingestaut werden. Die notwendige Ableitung des Überschusswassers vom Störmthaler in den Markkleeberger See wurde auf eine Heberleitung umgestellt. Die Bauabnahme für die temporären Sicherungsbauwerke im Störmthaler Kanal erfolgte am 30. September 2021.
Teile der Wirtschaftswege entlang des Kanals wurden auf die ehemaligen Baustraßen umverlegt, die Rundwege sind seit September 2021 wieder für Fußgänger und Radfahrer nutzbar. Die Stadt Markkleeberg veranlasste die entsprechende Beschilderung.
Die Kosten für die Sofortmaßnahme belaufen sich auf rund 3 Mio. Euro.

Infografik:
Schematische Darstellung des Störmthaler Kanals mit Sicherungsbauwerken unter- und oberhalb der Kanuparkschleuse im Endzustand, die Wasserkaskaden im Unterwasser werden noch hergestellt; nicht maßstäblich

Störmthaler Kanal mit Sicherungsbauwerken unter- und oberhalb der Kanuparkschleuse

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Infografik Störmthaler Kanal


Mitglieder des Dachvereins Mitteldeutsche Straße der Braunkohle e. V. tagen

Hohenmölsen. Die jährliche Mitgliederversammlung des „Dachvereins Mitteldeutsche Straße der Braunkohle e.V.“ fand am 5. November 2021 im Bürgerhaus Hohenmölsen statt. Gegründet wurde der Verein mit zurzeit 47 Mitgliedern 1996 in Halle (Saale), doch die Festsitzung zum 25-jährigen Vereinsjubiläum soll erst am 25. Februar 2022 zur Buchpremiere von „Bergbau und Umsiedlungen im Mitteldeutschen Braunkohlenrevier“ begangen werden. Das rund 500 Seiten starke Buch entstand unter der Ägide von Prof. Dr. Andreas Berkner im engen Zusammenwirken mit der Kulturstiftung Hohenmölsen. Der Dachverein hat das Projekt in vielfältiger Weise begleitet und unterstützt.

Zur Mitgliederversammlung übernahm Prof. Dr. Andreas Berkner als Vorsitzender des Dachvereins die Begrüßung und den Revierbericht 2020/2021. Letzteren leitete er ein mit den Worten „Wir leben in außerordentlich bewegten Zeiten!“. Er bezog sich dabei auf das neue Kohleausstiegsgesetz und das neue Kohlestrukturstärkungsgesetz sowie die Diskussionen über das Austrittsjahr: Zunächst hieß es 2040, dann 2038, später 2035 und nun sei sogar 2030 im Gespräch. Durch die wechselnden Rahmenbedingungen seien (Regional-)Planer ständig zu Neuanpassungen gezwungen. Nach der Erläuterung verschiedener Projekte im Revier brachte er seine Freude darüber zum Ausdruck, dass die denkmalgeschützte Schachtanlage Paul II bei Deuben in Eigentümerschaft der LMBV – als nur noch einer von ursprünglich zwei Tiefbausachzeugen im mitteldeutschen Revier – gesichert und saniert werden soll. Und er würdigte die Zusammenarbeit mit der LMBV im Rahmen der dritten Informationsfahrt zur Braunkohlesanierung durchs mitteldeutsche Revier am 31. Mai 2021 sowie die neu erschienenen Sonderhefte „Sanierungsplanung Tagebau Espenhain“ (24) und „Sanierungsplanung Tagebau Zwenkau/Cospuden (25) aus der LMBV-Reihe „Wandlungen und Perspektiven“. Nach der Besprechung verschiedener Vereinsangelegenheiten wurde die turnusmäßige Neuwahl und Neukonstituierung des Vereinsvorstands durchgeführt. Alle bisherigen Vorstandsmitglieder bleiben in ihrem Amt: Vorsitzender: Prof. Dr. habil. Andreas Berkner, Stellvertreter: Andreas Ohse, Schatzmeister: Lienhard Müller und Schriftführer: Falk Hartig.

Es folgten zwei Fachvorträge. Den Beginn machte Eckhardt Müller, Seekoordinator, Arbeitsgemeinschaft Seen Nordraum Leipzig. Laut Prof. Dr. Andreas Berkner sei er der „Kümmerer vom Dienst“ und allen in der Region bekannt. Eckhardt Müller schilderte seinen langen beruflichen Werdegang vom Bergmann zum Planer zum Seekoordinator, der von vielen Zufällen geprägt war. Geboren wurde er in Wittenberg und kannte ursprünglich keinen Bergbau. Ab 1975 studierte er in Freiberg Tagebautechnik, danach kam das BKW Bitterfeld auf ihn zu und schickte ihn in den neu aufgeschlossenen Tagebau Delitzsch-Südwest, der scherzhafter Weise „Wildwest“ genannt wurde, weil zum Teil verrückte Sachen gemacht wurden, damit die Bahn rollte. Danach gab es einige berufliche Stationen in Leipzig, Aachen und Baden-Württemberg als Planer, bevor er 2005 die neue Stelle als Seekoordinator annahm. Seither formt er die „Landschaft nach der Kohle“ für den Nordraum Leipzig, und das seit 1,5 Jahren als Vollrentner.
Im Anschluss referierte Maik Simon, Leiter Kommunikation/Pressesprecher bei MIBRAG. Er zeigte auf, welche wirtschaftlichen und kommunikativen Herausforderungen MIBRAG zwischen Strukturwandel, Kohleausstieg und neuer Revierplanung zu bewältigen hat. Neben den zahlreichen Anpassungen im Unternehmen erläuterte er das für die Zeit nach der Kohle neu aufgelegte Projekt „Erneuerung MIBRAG im Revier“ (EMIR) auf Basis erneuerbarer Energien (Wind & Photovoltaik), Biomasse und stofflich verwertbarer Kunststoffabfälle zur Herstellung von Wasserstoff, Methanol sowie synthetischen Kraftstoffen. Gemäß Konzept sollen 500 Arbeitsplätze in der Region gesichert, eine Wertschöpfung vom 250 Mio. Euro pro Jahr in der Region geleistet und die Rekultivierung der Tagebaufolgelandschaft dauerhaft gesichert werden. Hier die derzeitigen Eckzahlen der MIBRAG-Gruppe: 352 Mio. Euro Umsatz, 2.390 Beschäftigte, 149 Auszubildende, zwei Tagebaue mit 40 Mio. m³ Abraum und 12 Mio. t Rohkohle, zwei Kraftwerke mit 408 GWh Elektroenergieabgabe und 273 GWh Wärmeabgabe, einer Staubfabrik und 127 t Staub.

Abschließend begaben sie die Teilnehmer der Mitgliederversammlung auf einen Rundgang vom Umsiedlungsstandort Südhang Hohenmölsen zur Stadtkirche St. Petri. In dieser sehenswerten Kirche sind u. a. alte und neue Holzreliefe zum „Gedächtnis unserer überbaggerten Kirchengemeinden“ in der Region zu sehen.

Hintergrund:

Die Mitteldeutsche Straße der Braunkohle verläuft mit ihrer Hauptroute vom Bergwitzsee bei Kemberg über Gräfenhainichen, Bitterfeld und Delitzsch nach Leipzig, weiter über Borna und Altenburg, Zeitz und Weißenfels zum Geiseltal und endet in Halle. Regionalrouten und Abstecher ergänzen das Konzept und erschließen Sehenswertes außerhalb der touristischen Brennpunkte.

Zur Straße der Braunkohle, deren Verlauf in ein überaus reiches kulturhistorisches Umfeld eingebettet ist, zählen aktuell 70 größere und insgesamt über 200 Bergbau-Sachzeugen vom Bagger bis zum Gedenkstein, die thematisch folgenden Komplexen angehören:

  • Technik/Industriearchitektur (Tagebau-Großgeräte, Kraftwerke, Brikettfabriken, Bahnanlagen)
  • Natur und Landschaft (geologische Aufschlüsse, Naturrefugien)
  • Bildung (Museen, Dauerausstellungen, Lehrpfade, Aussichtspunkte)
  • Siedlung (Archäologie, Bergarbeitersiedlungen, Gedenksteine, Umsiedlung)
  • Sport, Freizeit, Erholung (Wassersport, Camping, Kohlebahn)
  • Wasser (neue Seen, Stauanlagen, verlegte Flüsse, Gewässerverbunde)

Impressionen von der Veranstaltung (Fotos: LMBV/C. Hermann)


Bauwerke des Bergbausanierers mindern Wasserpegel bei Starkregen in Sachsen

LMBV trägt im Rahmen der bergbaulichen Sanierung zum Hochwasserschutz bei

Leipzig. Als Bergbausanierer wird die LMBV vielfach zum „Seenmacher“, der Hochwasserschutz gehört nicht zu ihren ursprünglichen Aufgaben. Eigentlich. „Bei einzelnen Projekten trägt die LMBV durch ihre Arbeit jedoch aktiv zum Hochwasserschutz bei“, hebt Gunnar John, Kaufmännischer Geschäftsführer der LMBV, hervor. „Von Seiten des Bundes wurden bzw. werden über die LMBV allein südlich von Leipzig 90 Millionen Euro zu hochwasserrelevanten Sachverhalten bereitgestellt.“ Das Geld wurde und wird für verschiedene Projekte eingesetzt. „Entsprechend der bergrechtliche Verpflichtung wurde beispielsweise der Zwenkauer See zu einem Landschaftssee mit Hochwasserspeicherfunktion ausgebaut,“ ergänzt Bernd Sablotny, Sprecher der Geschäftsführung. „Bereits kurz nach Fertigstellung der LMBV-Bauwerke zum Hochwasserschutz bewahrten diese im Juni 2013 die Städte Leipzig und Halle vor einer Überschwemmung.“ Im Zuge der Tagebauaufschlüsse haben einige Fließ- und Standgewässer ihre ursprünglichen Retentionsflächen (Überflutungsflächen) verloren. Kernaufgabe der LMBV ist die Wiedernutzbarmachung eben dieser, vom Bergbau in Anspruch genommenen Flächen. Sie sind derart wieder nutzbar zu machen, dass keine Gefahren für Leben und Gesundheit drohen. Vor diesem Hintergrund finden Maßnahmen zum Hochwasserschutz manchmal Eingang in den Abschlussbetriebsplan einzelner Sanierungsprojekte.

Die LMBV kann nur im Hochwasserschutz aktiv werden, wenn im Rahmen des § 2 des Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung (VA BKS) eine bergrechtliche Verpflichtung gemäß Abschlussbetriebsplan besteht. Auch im Zuge der Bearbeitung der negativen Folgen des Grundwasserwiederanstieges (gemäß § 3 VA BKS) ergeben sich unter anderem Gefahrenabwehrmaßnahmen an Hochwasserschutzanlagen Dritter (z. B. Speicher Borna), welche dann freiwillig anteilig von Bund und dem jeweiligen Bundesland finanziert werden. Die LMBV ist bei diesen Maßnahmen Projektträger im Auftrag der Finanziers.

Grundsätzlich berücksichtigt die LMBV bei allen wasserwirtschaftlichen Maßnahmen den Hochwasserschutz als Planungsrandbedingung und geht bei der Bemessung von einem, statistisch gesehen, alle 100 Jahre auftretenden Hochwasserereignis aus. In Mitteldeutschland gibt es mehrere Objekte, die zum Hochwasserschutz beitragen: der Zwenkauer See, die Vorflut Gösel, das Speicherbecken Borna sowie geplante Fließgewässerbearbeitungen am Lober-Leine-Kanal im Bereich des ehemaligen Tagebaugebietes Goitsche-Holzweißig-Rösa.

Landschaftssee mit Hochwasserspeicherfunktion – Zwenkauer See

Der Zwenkauer See bildet im Vergleich zu den anderen Bergbaufolgeseen eine Ausnahme. Durch den Tagebaubetrieb gingen umfangreiche Hochwasserrückhalteräume der Weißen Elster in der südlichen Elsteraue verloren. Damit fand der Hochwasserschutz bereits im Regionalplan, den Braunkohlenplänen und letztendlich bei der Aufstellung des Abschlussbetriebsplanes im Jahr 1999 Berücksichtigung. Der Zwenkauer See wurde durch die LMBV als Landschaftssee mit Hochwasserspeicherfunktion hergestellt. Im Ernstfall wird über das Hochwasserentlastungsbauwerk (HWE) Zitzschen das Wasser aus der Weißen Elster in den Zwenkauer See geleitet. Der See besitzt eine Staulamelle von knapp 2 Metern und kann dadurch ein Volumen von 18,5 Millionen Kubikmetern Wasser zwischenspeichern. Ist das Hochwasserereignis vorüber, wird das aufgenommene Wasser aus dem Zwenkauer See über den Betriebsauslass Weiße Elster kontrolliert wieder in den Fluss abgegeben. Bereits kurz nach Fertigstellung des Bauwerkes am 8. Mai 2013 folgte die Feuertaufe: Im Juni 2013 wurden über das Hochwasserentlastungsbauwerk 130 Kubikmeter Wasser pro Sekunde abgeleitet und in Summe 23 Millionen Kubikmeter Wasser zurückgehalten. Da sich der See damals noch in Flutung befand, konnte einmalig mehr Wasser aufgenommen werden.

Veränderte Fließgewässer – Die Vorflut der Gösel und der Lober-Leine-Kanal

Während der Zeit des aktiven Braunkohlenbergbaus wurden viele Flussläufe verlegt, um das Abbaufeld zur Braunkohlegewinnung vorzubereiten. Das betraf auch den Göselbach, der durch das Revier des ehemaligen Tagebaus Espenhain führte. Die LMBV hat als Sanierungsverpflichtung die Hochwassersicherheit der verlegten Gösel sowie des Altlaufs herzurichten. 

Dazu soll die Gösel als Zulaufgewässer in den Störmthaler See eingebunden werden. Der dafür bislang vorgesehene Bereich wurde jedoch durch die Hochwässer 2010 und 2013 so stark verändert, dass die ursprüngliche Planung nicht mehr umsetzbar ist. Ziel der aktuellen Arbeit ist es deshalb, Möglichkeiten einer nachhaltigen Umgestaltung des Resteinzugsgebietes des Göselbaches zu sondieren, damit ein ausgeglichener Wasserhaushalt hergestellt werden kann.

Ähnlich ist die Situation am Lober-Leine-Kanal in Sachsen-Anhalt. Die Bäche Lober und Leine hatten das für den Aufschluss des ehemaligen Tagebaus Goitsche vorgesehene Feld gequert. Deshalb wurde ein 14 Kilometer langer Kanal gebaut. Seit 1951 leitete er das Wasser beider Bäche direkt in die Mulde ab. Das künstlich angelegte Gewässer wurde bei den verheerenden Hochwasserereignissen im August 2002 und im Juni 2013 großflächig zerstört. Die Kanalböschungen wurden 2005 bzw. 2014 wiederhergestellt. Beide Bäche sollen unter Nutzung der Altläufe der Leine in den Seelhausener See eingebunden werden. Die Einbindung der einst verlegten Flussläufe in die neu entstandenen Seen soll Hochwasserschäden in Zukunft verhindern.

Große Stauanlage – Speicherbecken Borna

Südlich von Leipzig wurde der ehemalige Tagebaurestsee bei Borna bereits bis 1977 zu einem Hochwasserrückhaltebecken umgebaut und ist in den Hochwasserschutz der Landestalsperrenverwaltung eingebunden. Das gesamte Speicherbecken hat ein Fassungsvermögen von knapp 100 Millionen Kubikmetern Wasser und ist im Normalfall nur zum Teil gefüllt. So kann es bei Hochwasser 46 Millionen Kubikmeter Wasser aus der Pleiße aufnehmen. Es dient zudem der Regulierung des Wasserstandes der Pleiße bei Niedrigwasser. 

Bei einer Gefährdungsanalyse im Zusammenhang mit dem nachbergbaulichen, natürlichen Grundwasserwiederanstieg wurden Standsicherheitsdefizite für den Lastfall „Verflüssigung“ für Böschungen und die Innenkippe ermittelt. Eine wirksame Gefahrenabwehr ist nur durch eine geotechnische Sanierung möglich. Die Planung dazu startete im Jahr 2016. Die Arbeiten zur Sanierung laufen über die LMBV als Projektträger.

Kernaufgabe der LMBV ist und bleibt es, die mit der politischen Wende nicht privatisierungsfähigen Tagebaue des Braunkohlenbergbaus entsprechend den bergrechtlichen Verpflichtungen wiedernutzbar zu machen und u. a. Landschaftsseen zu entwickeln. Die Tätigkeit der LMBV ist angesichts von zunehmenden Klimaveränderungen und Starkregenereignissen von hoher Bedeutung und leistet mit ihren Bergbaufolgeseen in Mitteldeutschland und der Lausitz einen eigenen Beitrag zum Schutz der Regionen. Dies konnte wie bereits erläutert beim Schutz vor Hochwasser in der Metropole Leipzig und Halle im Jahr 2013, der Niedrigwasseraufhöhung der Spree durch Wasserabgaben aus LMBV-Bergbauspeicher in den Trockenjahren 2018 bis 2020 sowie die Hochwassersituation in Ostsachsen im Juli 2021 eindrucksvoll untersetzt werden.

Hochwasserentlastungsanlage am Südwestufer des Zwenkauer Sees (Foto: LMBV/Christian Bedeschinski)


Bergbausanierer unterstützt Klima-Dialog zur Generationengerechtigkeit in Leuna

Leuna. Die LMBV unterstützte am 31. Oktober 2021 in Leuna ein Bildungsprojekt von jungen Menschen für junge Menschen. Die Stuttgarter Stiftung für die Rechte zukünftiger Generationen (SRzG) hatte deutschlandweit zu einem so genannten Walkshop von Leipzig durch den Auwald vorbei am Wallendorfer und Raßnitzer See nach Frankleben am Geiseltalsee eingeladen. Im Rahmen der zweitägigen Wanderung über knapp 45 Kilometer erhielten die 22 Teilnehmer die unterschiedlichsten Informationen per Podcast oder Vortrag. Nach dem experimentellen "Lernen beim Gehen" fanden jeweils am Abend so genannte Klima-Dialoge statt, bei denen Experten aus Politik, Forschung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft die verschiedenen Facetten der Klimakrise beleuchteten. Das Thema des ersten zweistündigen Klima-Dialogs war "Landschaftsveränderungen durch Kohlebergbau", am zweiten Abend ging es um den "Kohleausstieg und Strukturwandel".

An der ersten abendlichen Bildungsveranstaltung nahm Gunnar John, Kaufmännischer Geschäftsführer der LMBV, teil. Im Podium vertreten waren weiterhin apl. Prof. Wolfgang Gossel, Senior Scientist in Hydrogeology an der Martin Luther University of Halle-Wittenberg, Dr. Christoph Gerhards, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Center for Economics of Materials in Halle/Saale und Mitglied bei Scientists for Future, Martina Hoffmann, Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen für die Landesfachgruppe Energie und Ökologie in Sachsen-Anhalt und Mitglied im Kreistag Saalekreis, und Erik Butter, Klimapolitischer Sprecher bei Greenpeace Leipzig.

Im Rahmen der Podiumsdiskussion wurde erörtert, inwieweit die ostdeutsche Landschaft von der Braunkohleförderung beeinträchtigt wurde und inwiefern Ewigkeitslasten für zukünftige Generationen verbleiben. Gunnar John stellte sich der Diskussion mit den angehenden Umweltmultiplikatoren und legte dar, welche aufwändigen Maßnahmen die LMBV und ihre Rechtsvorgänger in den letzten drei Jahrzehnten unternommen haben, um die vom Bergbau in Anspruch genommenen Flächen wieder dauerhaft nutzbar zu machen. Allein für den ehemaligen Tagebau Mücheln wurden dafür bislang 335 Mio. € im Rahmen der bergrechtlichen Sanierung investiert.

Für den Natur- und Artenschutz sind die Bergbaufolgelandschaften aufgrund ihrer Großflächigkeit, Ungestörtheit, Unzerschnittenheit, Nährstoffarmut und seltenen Lebensräume bedeutsam. Auf Flächen der ostdeutschen Braunkohlensanierung wurden insgesamt über 36.000 ha - das sind ein Drittel der LMBV-Flächen - mit Schutzkategorien versehen. Im Einzelnen sind dies 28 Fauna-Flora-Habitat-Gebiete, 17 Europäische-Vogelschutz-Gebiete (SPA) und 32 Naturschutzgebiete.

Hintergrund:

Die Stiftung für die Rechte zukünftiger Generationen, ist eine advokatorische Denkfabrik an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Politik und gilt laut Wirtschaftswoche als „bekanntester außerparlamentarischer Thinktank in Sachen Generationengerechtigkeit“. Sie wurde 1997 von einer überparteilichen Allianz fünf junger Menschen im Alter von 18 bis 27 Jahren ins Leben gerufen und kämpft seitdem für Generationengerechtigkeit und Nachhaltigkeit in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Die SRzG hat besonderen Beraterstatus beim Wirtschafts- und Sozialrat der UN (ECOSOC) und nimmt seit vielen Jahren an den UN-Klimakonferenzen teil. Vertreterinnen und Vertreter der SRzG trugen dazu bei, dass der Begriff Generationengerechtigkeit bzw. „intergenerational equity“ ins Pariser Klimaabkommen aufgenommen wurde.

Impressionen von der Veranstaltung (Fotos: LMBV / Claudia Hermann)


Region: Nächste World Canals Conference soll im Juni 2022 in Leipzig stattfinden

Leipzig. Nachdem es in den letzten Monaten etwas ruhiger zuging, nehmen die Vorbereitungen für die World Canals Conference 2022 nun wieder Fahrt auf. Vom 30. Mai bis 3. Juni 2022 werden sich die WCC-Teilnehmer in der Leipziger KONGRESSHALLE am Zoo treffen, nachdem der Kongress 2020 coronabedingt abgesagt werden musste. Die WCC soll auch spannende Facetten der Transformationslandschaft in und um Leipzig herum vorstellen. Unter anderem sind parallele Exkursionen zum Markkleeberger See und Störmthaler See, zum Schladitzer und Werbeliner See sowie zum Großer Goitzschesee vorgesehen. Mehr Infos unter www.wccleipzig2022.com/de


SMWA-Staatssekretärin Ines Fröhlich auf Revierbefahrung bei Bergbausanierern

Informationen zum Baufortschritt am Speicherbecken Borna und der Hochkippe Borna-West

Besuch vor Ort an der Hochkippe: Andreas Pyschny, Sts. Ines Fröhlich, Ralph Weidner und Gunnar John (v.l.n.r.)

Borna. Das mitteldeutsche Braunkohlerevier stand in den vergangenen Monaten wiederholt in der öffentlichen Wahrnehmung. Dies nahm Ines Fröhlich, Staatssekretärin für Digitalisierung und Mobilität im Sächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (SMWA), zum Anlass für eine Revierbefahrung. Nach dem Besuch bei MIBRAG am Vormittag informierte sich Ines Fröhlich am Nachmittag am Speicherbecken Borna sowie an der Hochkippe Borna-West. Begleitet wurde sie von Ralph Weidner und Andreas Pyschny, beide Mitarbeiter des SMWA.

Seitens der LMBV empfing Gunnar John, Kaufmännischer Geschäftsführer, die Staatssekretärin an der ersten Station, dem Speicherbecken Borna. Gemeinsam mit Thomas Rösler, Abteilungsleiter Projektmanagement Westsachsen-Thüringen, sowie Diemo Trepte, Projektmanager, informierten die LMBV-Vertreter über Hintergrund, Zielstellung und aktuellen Baufortschritt am Speicherbecken, das auch eine wichtige Rolle im Hochwasserschutz spielt. Zur Beseitigung der Verflüssigungsgefahr kommt hier die Rütteldruckverdichtung (RDV) zum Einsatz. Auf der Hochkippe wird hingegen mit der Rüttelstopfverdichtung (RSV) gearbeitet. Die Experten der LMBV erläuterten beide Verfahren und beantworteten alle Fragen der interessierten Gäste.

Impressionen vom Besuch an der Hochkippe Borna-West (Fotos: LMBV und Christian Kortüm)


Region: Schwimmendes Kunstprojekt VINETA feiert zehn Jahre auf dem Störmthaler See

Wegbegleiter aus Politik und Gesellschaft würdigen den markanten touristischen Hotspot im Leipziger Südraum

Bilderwand am Dispatcherturm mit LMBV-Orthofoto rechts vom Tagebau Espenhain

Großpösna. Über 10 Jahre ist es her, dass die Konstruktion der VINETA, die im Rahmen einer § 4-Maßnahme errichtet worden ist, offiziell auf dem Störmthaler See eröffnet werden konnte. Dr. Gabriela Lantzsch, Bürgermeisterin der Gemeinde Großpösna, erinnerte in ihrer Jubiläumsrede in Schlagworten an die Vorgeschichte: 1999 gab es die Vision "Kunst statt Kohle", darauf zwei Jahre lang Abstimmungen zu einem begehbaren Raum, dann das Bangen, ob es ein Haus werden könne und schließlich den Wechsel zu einem anderen Planer, bis 2002 die Grundsteinlegung auf dem noch trockenen Seeboden erfolgte. Die Holzkonstruktion wurde an Land zusammengesetzt, 2009 war das Richtfest für das Gebäude und 2010 das Einschwimmen auf die Verankerungsstelle.

Seit dem 3. Juni 2011 steht die VINETA Besuchern offen. Dr. Lantzsch dankte dem Freistaat Sachsen für die Finanzierung des "exklusiven Projekts" als § 4-Maßnahme und dem zuständigen LMBV-Projektmanager Mike Reichel für die "Top-Zusammenarbeit" bei der Umsetzung. Mit Blick auf die anwesenden Politiker warb die Bürgermeisterin abschließend für künftige Projekte am Störmthaler See wie den Inklusionscampingplatz oder das geplante Forschungszentrum auf der Magdeborner Halbinsel: "Wir haben gezeigt, dass wir es können und wir werden sie nicht enttäuschen".

Michael Kretschmer, Ministerpräsident des Freistaates Sachsen, sowie Henry Graichen, Landrat des Landkreises Leipzig, waren der Einladung des Betreibers Krystallpalast Varieté Leipzig zum Empfang im 7 x 14 großen Turmzimmer aufs Wasser gefolgt. Der Ministerpräsident gratulierte Frau Dr. Lantzsch zum "Gemeinsinn" und griff das Forschungszentrum als ein weiteres Beispiel für die Erhöhung der Attraktivität der Region auf. Er sprach davon, wie Mut machend es sei, auf dem 300 Quadratmeter großen, im See verankertern Ponton zu sein. Welch Bekenntnis für die Kultur mit dem Kunstprojekt geschaffen worden sei. Gleichzeitig erinnerte er an die 3.200 umgesiedelten Einwohner des devastierten Ortes Magdeborn.

Auch der Landrat Graichen blickte zurück, denn "die Geschichte hätte auch ganz anders laufen können": Der Tagebau Espenhain hatte ursprünglich einen Planungshorizont von 100 Jahren. Hätte es die politische Wende und den Abbaustopp nicht gegeben, wäre bis zum Jahr 2035 weiter Braunkohle gefördert worden und weitere Orte von der Landkarte verschwunden. Vor allem dankte er der anwesenden bildenden Künstlerin Ute Hartwig-Schulz als "Verursacherin" des Konzepts für das schwimmende Kunstwerk.

Seine Turmhaube soll an die 1978 gesprengte Magdeborner Kirche errinnern. Damals hätte es ein große Spendenbereitschaft gegeben: Die Gemeinde, das Landratsamt, der Regionale Planungsverband, der Freistaat und andere hatten die Idee aus der Bürgerschaft unterstützt. So sei die Akzeptanz für die VINETA von unten gewachsen und hätte schließlich eine Identifikation in der Region hergestellt. Abschließend wünschte er sich für den geplanten Harthkanal neuen Schwung, um den Leipziger Gewässerverbund in die Realität umzusetzen.

Unter den 38 geladenen Gästen war auch die Standesbeamtin, die die erste von bislang 414 Trauungen des Standesamtes Großpösna auf der VINETA vollzogen hat. Daneben finden dort auch Konzerte, Lesungen, Tagungen oder private Feiern statt. Die VINETA gilt mit einer Höhe von 15 Metern derzeit als höchstes schwimmendes Bauwerk auf einem deutschen See.

Offener Turm mit Laterne und Wetterfahne in etwa 15 m Höhe


Leipziger Mannschaft vertritt LMBV am 8. Firmen-Drachenboot-Cup

Leipzig. Am Samstag, den 11. September 2021, fand in Leipzig auf dem Elsterflutbett der 8. Firmen-Drachenboot-Cup statt. Organisiert wird der Wettstreit von den Kanuten der Sportgemeinschaft LVB an ihrem Domizil, dem Bootshaus im Schleußiger Weg. Die LMBV-Mannschaft mit 16 Männern und Frauen gab alles und schaffte mit Platz 14 bei 29 angetretenen Teams knapp eine Platzierung in der oberen Hälfte. Nach einem gemeinsamen Training am Donnerstag wurde es am Samstag gleich ernst. Nach zwei Rennen in der Vorrunde qualifizierte sich das LMBV-Team „Die Seenmacher“ als zweiter in seiner Gruppe für das Achtelfinale, unterlag allerdings der Konkurrenz vom Team der Commerzbank. Als letztes Rennen für das LMBV-Team ging es schließlich um die Platzierung für die Plätze 13, 14 und 15. In einem sehr knappen Ergebnis mit nur wenigen Zehntelsekunden Abstand erkämpften sich „Die Seenmacher“ den 14. Rang.

Erstmals ausgetragen wurde der Firmen-Drachenboot-Cup im Jahr 2013. Seitdem begrüßt die Sportgemeinschaft LVB, Abteilung Kanu jedes Jahr zahlreiche Unternehmen aus der Region in ihrem Bootshaus. Beim Drachenboot-Rennen geht es vor allem um die gemeinsame Anstrengung, Vorerfahrung oder umfangreiches Training sind nicht erforderlich. Lediglich eine gemeinsame Trainingseinheit ist nötig, um die wichtigsten Regeln und Anweisungen des Steuermanns zu kennen. Der Steuermann wird vom Sportverein gestellt und feuert die in seinem Boot paddelnde Mannschaft lautstark an. Aber Muskelkraft allein führt nicht zum Erfolg, es kommt auch auf Teamgeist und Rhythmusgefühl an. Damit gelang der Mannschaft des Leipziger LMBV-Standortes eine gute Platzierung. Herzlichen Glückwunsch!

Die Team-Kapitäne aller Mannschaften mit ihren Pokalen. Foto: SG LVB

Impressionen vom Drachenbootfahren


Tag der offenen Baustelle am Rüttelprobefeld am Speicherbecken Borna

Bergbausanierer und Rüttelfirma stellen Baumaßnahmen am Probefeld West vor

Leipzig/Regis-Breitingen. Rund 50 Anwohner und Interessierte nutzen die Gelegenheit, sich beim Tag der offenen Baustelle der LMBV gemeinsam mit  der Fa. TDE und begleitenden Ingenieurbüros am 21. August 2021 die genauen Baumaßnahmen am Speicherbecken Borna erklären und vorstellen zu lassen.

Konkret wurde die Bautätigkeit im Probefeld West und der damit verbundene Bauablauf den Besuchern vorgestellt. Die derzeitige Baumaßnahme zur Herstellung eines Probefeldes umfasst die Stabilisierung der südlichen Uferböschung des Speicherbeckens Borna. Mit dieser Sicherungsmaßnahme werden potenzielle geotechnische Gefährdungen wie Rutschungen durch Verflüssigungserscheinungen des Bodens verhindert.

Gemeinsam mit der bauausführenden TDE Mitteldeutsche Bergbau Service GmbH erläuterte der Bergbausanierer die sogenannte stopfende Rütteldruckverdichtung (sRDV) die vor Ort zum Einsatz kommt. Dabei werden Säulen aus grobkörnigen Gestein circa 40 Meter tief in den aufgeschütteten Kippenboden eingebracht. Bis voraussichtlich Ende April 2022 soll mit der Herstellung von Stützkörpern, den sogenannten Rüttelsäulen, sowie der anschließenden Innenkippenverdichtung mittels Sprengen (schonende Sprengverdichtung) die Sicherheit der Öffentlichkeit, der Nutzer sowie der Betreiber im Bereich der sogenannten „Adria“ wiedergestellt werden.

Um das gesamte Speicherbecken Borna, welches durch die Sächsische Landestalsperrenverwaltung (LTV) als Stauanlage für den Hochwasserschutz betrieben wird, ist ein Sperrbereich mittels Beschilderung ausgewiesen. Dieser Sperrbereich darf bis zur abschließenden Sicherung der Randböschungen und der Innenkippe nicht betreten oder befahren werden. Es kann zu Rutschungen der Böschungen und der Innenkippenbereiche sowie daraus resultierenden Schwallwellenbildungen im See und somit zur Gefährdung von Leib und Leben kommen.

Große Bautafeln weisen auf die LMBV-Baustelle an der Adria hin.

Impressionen vom Tag (Fotos: Anika Dollmeyer und Dr. Uwe Steinhuber)


Eröffnung der 2. Mitteldeutschen Segelwoche am Nordufer des Zwenkauer Sees

Gedankenaustausch von Gästen aus Wirtschaft, Behörden und Sportverbänden beim 13. Sächsischen Wassersportgespräch zum Thema "Mensch und Natur"

Leipzig/Zwenkau. Auf dem Zwenkauer See herrschte am 21. August 2021 sommerliche Flaute, dennoch fanden sich am nordwestlichen Ufer zahlreiche Wassersportler und Interessierte ein, um die Eröffnung der 2. Mitteldeutschen Segelwoche und das anschließende 13. Wassersportgespräch zu verfolgen. Dazu eingeladen hatte Reinhard Bläser als Präsident des Segler-Verbands Sachsen auch im Namen der Mitgliedsvereine der Segler-Verbände in Thüringen und Sachsen-Anhalt.

Die offizielle Eröffnung der Segelwoche, die vom 21. bis 29. August 2021 an allen Revieren Mitteldeutschlands stattfindet und Segler sowie Schaulustige zu insgesamt 30 Regatten und Mitmachveranstaltungen einlädt, übernahm die Präsidentin des Deutschen Segler-Verbands Mona Küppers. Sie bezeichnete das Segeln als den „tollsten Sport der Welt“, weil er von 5-6 Jährigen begonnen, aber auch noch von 85-Jährigen ausgeübt werden könne und „alle in einem Boot sitzen“, so wie bei einer Familie. Der Segelwoche und dem sächsischen Segel-Verband mit seinen 2.400 Mitgliedern wünschte sie eine lange Tradition und hisste zum Abschluss Ihres Grußwortes symbolisch ein Segel.

Im Gegensatz zu den bisherigen Wassersportgesprächen, die während der jährlichen Messe „Beach und Boat“ und letztes Jahr am Pier 1 des Cospudener Sees abgehalten worden waren, fiel die Wahl dieses Jahr auf den künftigen Standort des geplanten Wassersport- und Segelzentrums am Nordufer des Zwenkauer See, einer laut Bläser, „besonderen Lokation, wo es keine Infrastruktur gibt“. Das „wunderschöne Wassersportrevier“ verdiene seiner Meinung nach mehr Aufmerksamkeit und deshalb fänden dort seit 2019 in kleinem Rahmen Sonderveranstaltungen für den Breitensport statt. Er dankte der LMBV für die vorzeitige Nutzung auf den noch unter Bergrecht liegenden Gelände, würdigte das Engagement des Zweckverbandes Neue Harth sowie der Stadt Leipzig, der Stadt Zwenkau und dem Landkreis Leipzig für alle Gestattungen und Verwaltungsvorgänge.

Dass in diesem Bereich Wassersport betrieben werden kann, ist seit 2006 im Braunkohleplan festgeschrieben und wurde 2015 im Masterplan des Zweckverbands konkretisiert. Die zu nutzenden Uferflächen und die an die Wasserflächen angrenzenden Böschungen wurden seitens LMBV auf Basis von Standsicherheitsuntersuchungen saniert und standsicher gestaltet. Laut Masterplan soll das Ufer südlich der Autobahn 38 in Höhe des Freizeitparks Belantis als touristisches Erholungsziel entwickelt werden, wobei Feriendörfer, ein Campingplatz, ein Schiffsanleger sowie der Segelstützpunkt errichtet werden sollen. Die Stadt Leipzig als Flächeneigentümerin rechnet damit, 2025 das Baurecht zu erhalten.

Während der Fachveranstaltung unter dem Fokus „Mensch und Natur – Mitteldeutsche Segelwoche im Spannungsfeld“ wurden in sechs Vorträgen Informationen und Gedanken ausgetauscht. Zu Wort kamen u. a. Rüdiger Dittmar, Leiter Amt für Stadtgrün und Gewässer der Stadt Leipzig, Godehard Kamps, Abteilungsleiter Infrastruktur der Landesdirektion Sachsen, Vertreter des Landestauchsportverbandes Sachsen, des DLRG Landesverbandes Sachsen, des Freizeit- und Universitätssports sowie des Landessportbundes Sachsen. Von besonderem Interesse war während der Diskussion die Frage, ob das Kite-Surfing perspektivisch als Ausnahme auf dem Zwenkauer See und/oder Cospudener See ermöglicht werden kann. Denn nach § 7 Abs. 3 der Sächsischen Schifffahrtsverordnung ist das Schleppen von Flugkörpern wie Flugdrachen, Drachenfallschirmen und ähnlichen Geräten, Kite-Surfing sowie Wasserskilaufen verboten.

Der abschließend geplante Blick vom Boot auf den See und die Ufer kam zwar nicht zustande, doch dass Sachsen ein Wassersportparadies wird, nachdem sich die Wasserfläche im Vergleich zu 1990 verdreifacht hat und die nutzbaren Wasserflächen nach und nach zunehmen, darin waren sich alle einig. So können – dank der Sanierungstätigkeit der LMBV – folgende Bergbaufolgeseen für Verantstaltungen während der Segelwoche genutzt werden: Cospudener See, Bärwalder See, Berzdorfer See, Großer Goitzschesee, Partwitzer See, Geierswalder See und Zwenkauer See.

Impressionen von der Eröffnungsveranstaltung (Fotos: LMBV/Anika Dollmeyer/Claudia Hermann)


Baustellentag am Speicher Borna

Presseinladung: Tag der offenen Baustelle am Speicherbecken Borna

Samstag, 21. August 2021 von 10 – 13 Uhr

Leipzig/Regis-Breitingen. Die LMBV lädt am 21. August 2021 zu einem Tag der offenen Baustelle ein. In der Zeit von 10 bis 13 Uhr, werden die Baumaßnahmen am Speicher Borna im sogenannten Probefeld West und der damit verbundene Bauablauf vorgestellt. Besucher können die eingesetzte Technik besichtigen und mit den verantwortlichen Fachleuten ins Gespräch kommen. Für ein kleines Imbiss- und Getränkeangebot gegen ein geringes Entgelt ist gesorgt.

Die bauausführende Firma TDE Mitteldeutsche Bergbau Service GmbH und der Projektträger Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) geben Erläuterungen zu den Sanierungsarbeiten.

Baumaßnahme

Die derzeitige Baumaßnahme zur Herstellung eines Probefeldes umfasst die Stabilisierung der südlichen Uferböschung des Speicherbeckens Borna. Mit dieser Sicherungsmaßnahme werden potenzielle geotechnische Gefährdungen wie Rutschungen durch Verflüssigungserscheinungen des Bodens verhindert. Als Sanierungstechnologien kommen die stopfende Rütteldruckverdichtung (Säulen aus grobkörnigen Gestein werden circa 40 Meter tief in den aufgeschütteten Kippenboden eingebracht) und die Bodenverdichtung mittels der schonenden Sprengverdichtung zum Einsatz. Begleitet wird die Maßnahme durch ein umfangreiches Monitoringprogramm, welches Schwingungs-, Verformungs-, Setzungs-, Lärm- und Grundwassermessungen sowie Beweissicherungen an Gebäuden umfasst.

ACHTUNG
Die Baustellenzufahrt befindet sich auf der Bornaer Straße stadtauswärts etwa auf Höhe des Freibades von Regis-Breitingen. Eingeschränkte Parkmöglichkeiten befinden sich innerhalb des Baufeldes. Bitte folgen Sie den Hinweisen vor Ort. Anwohner von Regis-Breitingen bitten wir aufgrund der begrenzten Anzahl an Parkmöglichkeiten, zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu kommen. Festes Schuhwerk wird unbedingt empfohlen. Darüber hinaus weisen wir darauf hin, dass den Sicherheitsanweisungen der Verantwortlichen Folge zu leisten ist.


Bergbausanierer veranstaltet Baustellentag auf der Hochkippe am Weiher in Borna-West

Interesse an der Bautechnik zeigten Jung und Alt

Anwohner und Interessierte verfolgten die Rüttelstopfarbeiten auf der LMBV-Baustelle

Borna. Rund 45 Besucher folgten am Samstag, dem 14. August 2021, der Einladung der LMBV und informierten sich auf der Hochkippe am Weiher Borna-West über die aktuelle geotechnische Sanierungsmaßnahme. Der Tag der offenen Baustelle stieß sowohl bei alten als auch jungen Anwohnern auf Interesse, denn sie konnten sich die Arbeiten, die sie sonst hauptsächlich hören, aus der Nähe anzuschauen. Eingangs erläuterten Diemo Trepte, Projektmanager der LMBV, und Yves Koitzsch, Sachverständiger für Geotechnik von CDM Smith, den Ablauf des Projekts von 2018 bis heute und die von der Firma ARGE Bickhardt & Metzner eingesetzte Technik.

Sie blickten zurück auf die Historie der Altkippe und zeigten beispielhaft ein Proberöhrchen mit setzungsfließgefährdetem Sand aus dem Probefeld von 2018, der sich verhält wie Billardkugeln, die aufeinandergeschichtet werden. Beim anschließenden Blick auf die Großgeräte konnten die Besucher die rund 120-minütige Herstellung einer Rüttelstopfsäule miterleben und sehen, wie aufwändig das Stopfmaterial aufgefüllt wird. Das Material dafür wird von einem Radlader antransportiert, der per Seil von einer größeren Raupe gesichert wird. Zusätzlich wurde die Rüttelstopfverdichtung im Baucontainer per Video im Vergleich zu anderen Sanierungstechnologien ausführlich per Video erklärt.

Die Verantwortlichen beantworteten zwischen 10 und 13 Uhr eine breite Mischung an Fragen der Anwesenden. Dabei ging es auch ums Monitoringkonzept und die regelmäßigen Schwall- und Vibrationsmessungen. und setzten dafür auch Kartenmaterial ein, um die Dimensionen zu verdeutlichen. „Ich hoffe sehr, dass wir mit diesem Tag das Verständnis für die nötige Baumaßnahme erhöhen und vor allem für die Gefahrenlage sensibilisieren konnten“, fasste Diemo Trepte den Tag zusammen. „Denn immer wieder kommt es vor, dass der Sperrbereich von Personen betreten wird, die sich der Gefahr nicht bewusst sind oder sie bewusst ignorieren.“

Umfang der Bauarbeiten und eingesetzte Technik

Mit der aktuellen Sicherung der Hochkippenböschung Borna-West sollen potenzielle geotechnische Gefährdungen wie Verflüssigungserscheinungen des Bodens oder ein Böschungsbruch verhindert werden. Es erfolgt eine Bodenvergütung der gesamten Hochkippenböschung mittels der Rüttelstopfverdichtung. Bei diesem Verfahren werden Säulen aus grobkörnigen Böden circa 25 Meter tief in die Kippenböschung eingebracht. Damit wird eine Stabilisierung und Homogenisierung des setzungsfließgefährdeten Bodens erreicht.

Bereits Ende April 2021 wurde damit begonnen das Baufeld einzuzäunen, die Baustelle einzurichten, die umfassende Monitoringtechnik zu installieren und das Trägergerät für die Rüttellanze aufzubauen. Am 29. Juni 2021 begannen die Rüttelarbeiten. Sie sollen bis Ende 2022 abgeschlossen werden.

Die Baumaßnahme ist in zwei zeitlich getrennte Bauphasen unterteilt. Bei den vorgezogenen Maßnahmen von August 2018 bis zum I. Quartal 2019 wurde die Rüttelstopfverdichtung zunächst auf einem Probefeld durchgeführt, um eine geeignete Technologie zur Untergrundverbesserung des ehemaligen Tagebauareals zu finden. Dies bildete die Grundlage für die Planung der eigentlichen Gefahrenabwehrmaßnahme. Nach Auswertung der Ergebnisse erfolgt seit Anfang Juli 2021 die Rüttelstopfverdichtung im gesamten Böschungsbereich. Dafür werden circa 2.000 Säulen zwischen 18 und 25 Meter Tiefe auf einer circa 20.000 Quadratmeter großen Feld- und Waldfläche erstellt. Als Zugabematerial und Stopfmasse dient eine Gesteinskörnung aus mineralischen natürlichen Vorkommen.

Kippenböschungabflachung/-neuprofilierung sowie Einrichtung des Sperrbereiches

Nach der Holzung und Rodung mit gleichzeitigem Böschungsabtrag des Waldes erfolgt die Erdmassenbewegung (Aus- und Wiedereinbau) von circa 20.000 Kubikmeter Kippenboden. Insgesamt müssen 13.000 Tonnen Überschussmassen entsorgt werden. Während der Arbeiten zur Sicherung der Böschung vor Verflüssigungserscheinungen wurde ein umzäunter, erweiterter Sperrbereich eingerichtet, um die Gefährdung Dritter zu verhindern. Dieser Sperrbereich darf während der Baumaßnahme nicht betreten oder befahren werden, da es infolge der Arbeiten zu Rutschungen der Böschung und somit der Gefährdung von Leib und Leben kommen kann.

Impressionen vom Tag der offenen Baustelle (Fotos: Christian Kortüm)


Revierbefahrung zum Abschied von Wegbegleitern im RSB Sachsen-Anhalt

Dr. C. Mai vom MW und Dr. P. Sanftenberg vom MULE verabschiedet - Nachfolger informiert

Leipzig/Wulfersdorf/Nachterstedt/Bitterfeld. Mit einer zweitägigen Revierbefahrung wurden am 28. und 29. Juli 2021 die zwei langjährigen Mitglieder des Regionalen Sanierungsbeirates (RSB) Sachsen-Anhalt, Dr. Christina Mai vom Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung des Landes Sachsen-​Anhalt und Dr. Peter Sanftenberg vom Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie des Landes Sachsen-​Anhalt verabschiedet. An der Befahrung nahmen zudem Vertreter dieser Ministerien als Nachfolger sowie zukünftige Entscheidungsträger des Landes und Vertreter der Bund-Länder-Geschäftsstelle teil. Die LMBV wurde u.a. durch die Leiterin des Sanierungsbereiches Mitteldeutschland, Grit Uhlig, und die Leiterin des Stabes, Elke Kreische-König, vertreten.

Der erste Tag begann in Harbke, wo die laufenden Sanierungsarbeiten im ehemaligen Tagebau Wulfersdorf vorgestellt wurden. Mit Geländewagen wurde das Areal befahren, so dass die Teilnehmer die sanierte Endböschung des Restloch Wulfersdorf sowie die Arbeiten an der Südwestböschung der Hochkippe so nah wie möglich betrachten konnten. Dabei wurden die Umsetzung der artenschutzrechtlichen Maßnahmen thematisiert und die Erosionsrinnen im Bereich unterer Glüsig besichtigt sowie die noch ausstehenden Sanierungsmaßnahmen und die dazu erforderlichen Verwaltungsverfahrensschritte erläutert.

Als zweites großes Ziel des ersten Tages stand die Sanierung der Rutschungskessel in Nachterstedt auf dem Programm. Alle drei Bereiche, in denen die LMBV derzeit tätig ist, wurden vorgestellt: die Sanierung der Südwestböschung aufgrund der Böschungsbewegung von 2016, der Rutschungskessel von 2009 sowie die abgeschlossenen Maßnahmen zur Rüttelstopfverdichtung an der Ostböschung. Mit einem Eindruck von der Folgenutzung der ehemaligen Tagebaue am Schadelebener Ufer endet der umfangreiche Befahrungstag.

Zum Abschluss übergab Grit Uhlig im Namen der Bergbausanierer an Dr. C. Mai ein kleines Dankeschön der LMBV als Notfallpaket im „Unruhestand“ als Erinnerung an die gemeinsame Arbeit; dieses hatte Dr. P. Sanftenberg bereits in der letzten RSB-Sitzung ebenfalls überreicht bekommen. Zudem erhielten beide ein Andenken zur offiziellen Verabschiedung aus dem Amt. LMBV-Sanierungsbereichsleiterin Grit Uhlig dankte beiden für die gute Zusammenarbeit und verabschiedete Sie mit den besten Wünschen.

Die Teilnehmer der Befahrung am zweiten Rutschungskessel in Nachterstedt

Nach der Sanierung steht Grundwasserwiederanstieg im Mittelpunkt

Mit dem Themenkomplex Grundwasserwiederanstieg befasste sich der zweite Tag der Befahrung mit einem weiteren wichtigen Arbeitsbereich der LMBV. Besichtigt wurde die Grundwasserreinigungsanlage Bergmannshof in Bitterfeld-Wolfen des bereits an das Land übertragene Stadtsicherungsprojekt Bitterfeld.

Durch Evelyn Schaffranka, der zuständigen Projektleiterin der Landesanstalt für Altlastenfreistellung des Landes Sachsen-Anhalt, sowie unter Anwesenheit von Vertretern der Mitteldeutschen Sanierungs- und Entsorgungsgesellschaft mbH (MDSE) erläuterte Sie die Funktionsweise der Anlage und betonte die übergreifende Bedeutung des Ökologischen Großprojektes (ÖGP) Bitterfeld-Wolfen.

Als nächste Station wurde der Grundwasserwiederanstiegsbereich Stadt Sandersdorf-Brehna, Ortsteil Zscherndorf angefahren. In der Siedlung Zscherndorf wurde 2015 zur Herstellung der Trittsicherheit eine Drainage errichtet. Das gefasste Drainagewasser wird durch eine Pumpstation über eine drei Kilometer lange Leitung zum Chemiepark Bitterfeld-Wolfen abgeleitet. Die Wasserversorgungsgesellschaft in Mitteldeutschland mbH (MIDEWA) als Betreiber der Drainage und der Pumpstation öffnete für die Teilnehmer der Befahrung die technische Anlage.

Die Vertreter der LMBV erläuterten das Gesamtkonzept der Grundwassersicherung in diesem Siedlungsbereich, welche neben der Errichtung der Drainage noch 87 Einzelhaussicherungsmaßnahmen beinhaltete. Weiterhin wurden die Rahmenbedingungen diskutiert, welche bei einer abschließenden Übertragung der Drainageanlage an die Kommune zu bewerten bzw. zu klären sind.

Damit endete der offizielle Teil. Wer nach zweieinhalb Tagen voller Informationen noch nicht genug hatte, konnte jedoch optional den Bitterfelder Bogen, die Bitterfelder Wasserfront sowie die Bernsteinvilla besuchen. Einige der Teilnehmer nahmen dieses Angebot gerne an und hatten mit Elke Kreische-König eine ortskundige und fachlich versierte Begleitung. Die Teilnehmer äußerten sich mit der Befahrung sehr zufrieden, was bereits durch die interessierten Nachfragen und Diskussionen spürbar geworden war. Mit viel neuem Wissen und aktuellen Eindrücken verabschiedeten sich die Teilnehmer.

Eindrücke der Revierbefahrung und Verabschiedung (Bilder: LMBV)


Innovative Modernisierung der Wasseraufbereitungsanlage in Borna

LMBV-Projekt wird auf der IMWA 2021 vorgestellt

Leipzig/Borna. Die in 2008/2009 errichtete Wasseraufbereitungsanlage (WBA) Borna-West wird derzeit umgebaut und modernisiert. In der Anlage werden Grund- und Niederschlagswasser mit einer Konzentration von bis zu 300 mg/l an Eisen (vorwiegend Eisen(II)) vor der Einleitung in die Pleiße von den Eisenbestandteilen gereinigt, um die behördlich festgelegten 3 mg/l zu erreichen. Hierzu wird das Wasser mit Kalk neutralisiert. Das entstehende Eisenhydroxid wird unter Zugabe von Flockungshilfsmitteln (FHM) durch Sedimentation vom Wasser abgetrennt und als eisenhaltiger Schlamm separat gesammelt und chargenweise entsorgt.

Die Besonderheit dabei ist, dass das Wasser auch einen hohen Anteil an freier Kohlensäure bzw. Hydrogenkarbonat (TIC) besitzt (bis zu 90 mg/l), wodurch ein großer Anteil des Kalks als Calciumcarbonat ausfällt. Dadurch entstehen erhöhte Schlammmengen, die mechanisch entwässert und entsorgt werden müssen. Das führt zu einem erhöhten Kalkverbrauch und geht entsprechend in die Betriebskosten mit ein.

Ziel der Umbaumaßnahmen ist die Implementierung des vorangegangenen Pilotversuches, bei dem erfolgreich bestätigt wurde, dass durch intensive Belüftung das Hydrogencarbonat physikalisch als Kohlenstoffdioxid (CO2) aus dem Wasser ausgetrieben wird (Stripping). Gleichzeitig konzeptionierte das Planungsbüro G.E.O.S. Freiberg für die LMBV Mitteldeutschland die Anlage grundhaft neu.

Herzstück der Anlage ist das von G.E.O.S. Freiberg entwickelte 3-Kammer Becken in dem das Wasser in drei Phasen für die folgende Sedimentation vorbereitet wird:

  1. Phase – Vorbelüftung und Entfernung Hydrogenkarbonat (TIC) (B2.1)
  2. Phase – pH-Wert-Anhebung mittels Kalkdosierung und Eisenoxidation durch Belüftung von Fe(II) zu Fe(III) (B2.2)
  3. Phase – langsames Einrühren des Flockungshilfsmittels (B2.3)
Die Grafik zeigt einen Ausschnitt aus dem geänderten Rohrleitungs- und Instrumentenfließschema. Quelle: G.E.O.S. Freiberg

Der Aspekt des Austreibens des TIC zur Reduzierung der Betriebskosten, wurde bisher bei Anlagen dieser Art nur in Einzelfällen berücksichtigt. Die Abstimmung der Prozessabläufe in der vorliegenden Konstellation stellt einen innovativen Ansatz dar, der für Anlagenbetreiber mehrere Vorteile bringt. Gemeinsam mit dem Planungsbüro hat sich daher die LMBV Mitteldeutschland entschlossen, die Erkenntnisse zu veröffentlichen. G.E.O.S. Freiberg stellte die Anlage und das neue Konzept im Juli 2021 am virtuellen Kongress der International Mine Water Association (IMWA) 2021 vor.
Mit dem Umbau verbunden sind zahlreiche weitere Anlagenoptimierungen. So ist beispielsweise die Regulierung des Wasserdurchflusses zukünftig in einem größeren Bereich (10-65 m3/h) möglich und auch die Messung des Durchflusses verbessert sich. Die Kalkdosierung erfolgt neu über eine pH-Wert-Regelung durch Messung in den Becken B2.2 und B2.3, was bewirkt, dass die Kalkzugabe schneller auf die aktuellen Regelparameter angepasst werden kann. Mit dem Umbau erfolgt zudem eine Neukonzeptionierung des Prozessleitsystems. Insgesamt werden die Randbedingungen für die Anlagenunterhaltung, -wartung und -sicherheit erheblich verbessert.
Die Umbaumaßnahmen erfolgen auf engstem Raum und unter Aufrechterhaltung des Regelbetriebes. Die Fertigstellung ist im 4. Quartal 2021 geplant. Nach Inbetriebnahme kann besser auf geänderte Umweltparameter reagiert und die behördlichen Vorgaben können sicher erreicht werden.

Impressionen vom Umbau der WBA in Borna, Fotos: G.E.O.S. Freiberg


Scoping fürs wasser- u. verkehrsrechtliche Planfeststellungverfahren in Schelditz

Zulassungsbehörden und Vorhabenträger LMBV stellen sich Fragen und Hinweisen der Träger öffentlicher Belange

Schelditz. Die Planung zur Gefahrenabwehr im Rositzer Ortsteil Schelditz läuft weiter. Am 12. Juli 2021 fanden zwei Scopingtermine im Verwaltungsgebäude der Verwaltungsgemeinschaft Rositz in Anwesenheit der LMBV als Vorhabenträger und der ARGE Planer Schelditz statt.

Zunächst lud das für wasserrechtliche Zulassungsverfahren zuständige Referat 52 des Thüringer Landesamtes für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) zum Scoping für das „Wasserrechtliche Planfeststellungsverfahren zur bautechnischen Sicherung/Sanierung von durch Grundwasserwiederanstieg und Kontamination beeinflussten Flächen und Objekten sowie zur Umverlegung des Gerstenbaches in Schelditz“ ein. Dieser Termin diente der Abstimmung über den Inhalt und Umfang der im Zulassungsverfahren voraussichtlich nach § 16 Umweltverträglichkeitsprüfung beizubringenden Unterlagen über die Umweltauswirkungen des Vorhabens. Dazu wurde der Planungsstand vorgestellt und Fragen und Hinweise zu den einzelnen Schutzgütern aufgenommen. Im Anschluss führte das Referat 540 des Thüringer Landesverwaltungsamtes (TLVwA) als Planfeststellungsbehörde für Verkehrsbaumaßnahmen den zweiten Scopingtermin für das Planfeststellungsverfahren „K 307 - Anhebung Talstraße in Rositz/OT Schelditz“ durch. Die vom Grundwasserwiederanstieg betroffene Talstraße soll in ihrer aktuellen Trassierung verbleiben, aber um ca. 1 Meter angehoben werden, um den durch die oberflächennahen Druckgrundwasserspiegel eingetretenen Tragfähigkeitsverlusten nachhaltig entgegen zu wirken.

Folgende Träger öffentlicher Belange haben sich vor und während des Scopingtermins zum wasserrechtlichen Planfeststellungsverfahren geäußert:

  • Arbeitsgruppe Artenschutz Thüringen e. V.
  • Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle/Saale ZZ.V.
  • Deutsche Bahn AG
  • Gewässerunterhaltungsverband Pleiße/Schnauder
  • Landesanglerverband Thüringen e. V
  • Landratsamt Altenburger Land
    • Untere Wasserbehörde
    • Untere Naturschutzbehörde
    • Untere Immissionsschutzbehörde
    • Untere Bodenschutzbehörde
    • Untere Abfallbehörde
    • Untere Bauaufsichtsbehörde
    • Untere Denkmalschutzbehörde
    • Fachdienst Gesundheit
    • Stabsstelle Brand- und Katastrophenschutz
    • Straßenbau- und Straßenverwaltung
    • Straßenverkehr
  • Landesjagdverband Thüringen e. V.
  • NABU Altenburger Land e. V.
  • Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Landesverband Thüringen e. V.
  • Stadtverwaltung Altenburg
  • Thüringer Landesamt für Bodenmanagement und Geoinformation
  • Thüringer Landesamt für Bau und Verkehr
  • Thüringisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie
  • Thüringer Landesamt für Landwirtschaft und Ländlichen Raum
  • Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz
    • Referat 35 / Obere Naturschutzbehörde
    • Referat 41 / Hydrologischer Landesdienst, Hochwassernachrichtenzentrale
    • Referat 42 / Siedlungswasserwirtschaft
    • Referat 43 / Flussgebietsmanagement
    • Referat 51 / Abwasser, Wismut-, Kalibergbau
    • Referat 53 / Grundwasser, Wasserschutzgebiete
    • Referat 61 / Obere Immissionsschutzbehörde
    • Referat 64 / Abfallrechtliche Zulassungen
    • Referat 74 / Abfallrechtliche Überwachung
    • Referat 75 / Bodenschutz, Altlasten, Freistellung, Rositz
    • Referat 82 / Angewandte Geologie, Georisiken
  • Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft
    • Oberste Fischereibehörde
    • Oberste Forstbehörde
  • Verband für Angeln und Naturschutz Thüringen e. V.
  • Verwaltungsgemeinschaft Rositz

Träger öffentlicher Belange beim Planfeststellungsverfahren zur Anhebung der Talstraße (Kreisstraße K 307) in Schelditz sind:

  • AHO Thüringer e.V.
  • Arbeitsgruppe Artenschutz Thüringen e.V.
  • Gewässerunterhaltungsverband Pleiße/Schnauder
  • Kulturbund für Europa e.V.
  • Landesanglerverband
  • Landespolizeiinspektion Gera
  • Landratsamt Altenburger Land
    • Untere Wasserbehörde
    • Untere Bodenschutzbehörde
    • Untere Naturschutzbehörde
    • Untere Abfallbehörde
    • Untere Immissionsschutzbehörde
    • Fachdienst Straßenbau und Straßenverwaltung
    • Fachdienst Straßenverkehr
    • Stabsstelle Brand- und Katastrophenschutz
    • Untere Denkmalschutzbehörde
  • Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Landesverband Thüringen e.V.
  • Thüringer Landesamt für Bau und Verkehr
  • Thüringer Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie
  • Thüringer Landesamt für Landwirtschaft und Ländlichen Raum
  • Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz
  • Verband für Angeln und Naturschutz Thüringen e.V.
  • Verwaltungsgemeinschaft Rositz

Impressionen der Veranstaltung in Rositz (Fotos: LMBV)


Pressetermin auf der Hochkippe Borna zum Beginn der Hauptsanierung entfällt

Leipzig/Borna. Am 8. Juli 2021 starteten die geplanten Rüttelstopfarbeiten auf der Hochkippe Borna zur Verdichtung einer Fläche von ca. 20.000 m². Die Gefahrenabwehrmaßnahme erfolgt in einem setzungsfließgefährdeten geotechnischen Sperrbereich am ehemaligen Tagebau Borna-West. Die LMBV fungiert als Projektträgerin nach Anordnung durch das Sächsische Oberbergamt.

Pressetermin entfällt

Der für Dienstag, dem 13. Juli 2021, geplante Pressetermin auf der Hochkippe Borna muss leider wegen Erkrankungen zweier Akteure entfallen.


Brücke „Feuriger Hengst“ an die Stadt Markkleeberg übergeben

Mit dem Ersatzneubau wurde das marode Abflusshindernis über die Kleine Pleiße durch ein Rahmenbauwerk aus Stahlbeton beseitigt

Markkleeberg. Mit einem kleinen Pressetermin vor Ort wurde die neue Brücke offiziell an die Stadt Markkleeberg übergeben. Die Brücke befindet sich im Kreuzungsbereich der Kleinen Pleiße mit einer Zufahrtstraße zum AGRA-Gelände. "Bauherr ist die LMBV, wir bekommen die Brücke nur geschenkt", brachte es Markleebergs Oberbürgermeister Karsten Schütze mit einem Schmunzeln auf den Punkt. Ihren Namen "Feuriger Hengst" verdankt die Brücke einer ehemaligen Freiluftgaststätte, an die sich der OBM noch gut erinnern kann." Der Name passe noch immer gut, so Schütze, da sich in der Nähe Pferdesportanalagen befinden. Er selbst nahm das Bauwerk erstmals in Augenschein und dankte der LMBV für die gute Zusammenarbeit.

Da kann Anja Kägler als Vertreterin der LMBV nur zustimmen und erläutert die baulichen Aspekte: "Die Kleine Pleiße ist sehr wichtig für uns, da sich stromaufwärts das Auslaufbauwerk für den Markleeberger und den Störmthaler See befindet." Das Überschusswasser des Seenkomplexes laufe über die kleine Pleiße und werde über die Pleiße abgeleitet. Die Kleine Pleiße sorgt für die Einhaltung der 2008 planfestgestellten Wasserstände bzw. Bewirtschaftungslamellen in den Seen. Das alte, seit Jahrzehnten marode Bauwerk, hatte den Fließquerschnitt der Kleinen Pleiße stark eingeschränkt und stellte ein Abflusshindernis dar. Die vorhandene Brücke wurde deshalb abgerissen und durch einen Neubau am bisherigen Standort in gleichem Höhenverlauf ersetzt. Gemäß dem wasserrechtlichen Planfeststellungsbeschluss der Landesdirektion Sachsen war die LMBV dazu verpflichtet, einen Ersatzneubau für die im Verlauf der Kleinen Pleiße vorhandene Brücke „Feuriger Hengst“ zu errichten.

Das Bauprojekt startete im Mai 2020 mit den notwendigen bauvorbereitenden Maßnahmen einschließlich Flächensondierungen auf Kampfmittel. Im Ergebnis wurden baubegleitende Kampfmitteltiefensondierungen notwendig, die letztlich keine Funde erzielten, aber zu Mehraufwand und Verzögerung im Bauablauf führten. Die eigentlichen Bauleistungen starteten im Juni 2020 mit der Umverlegung der Versorgungsleitungen für Strom, Trinkwasser und Telekommunikation. Der anschließende Abbruch des alten Bauwerkes lief problemlos, so dass bis Juni 2021 das neue Rahmenbauwerk aus Stahlbeton mit einer Stützweite von 13,57 m errichtet werden konnte. Die neuen Brückenwiderlager wurden in zwei wasserdichten Spundwandkästen betoniert und schließlich der Überbau und die Kappen herstellt, die Medien in den neuen Trassen verlegt und das Bauwerk mit der Herstellung der Fahrbahn und des Geländers fertiggestellt. Die Kleine Pleiße wurde bauzeitlich durch ein provisorisches Gerinne innerhalb der Baustelle geleitet. Die bauliche Abnahme der neuen Brücke erfolgte am 24. Juni 2021 und die Übergabe an die Stadt Markkleeberg am 7. Juli 2021.

Die Baumaßnahme wurde im Rahmen des § 2 Verwaltungsabkommen Braunkohlesanierung finanziert. Bauausführende Firma für das Projekt war Arlt Bauunternehmen GmbH. Mit der Objekt- und Tragwerksplanung sowie Bauüberwachung beauftragte die LMBV die Leonhardt, Andrä und Partner Beratende Ingenieure VBI AG, Dresden. Für die Baugrundgutachten und Gründungsberatung wurde die Erdbaulabor Leipzig GmbH gewonnen. Für die Medienumverlegung plante und begleitete das Ingenieurbüro Beyer aus Leipzig. Die ingenieurtechnische Fachbegleitung und die ökologische Baubegleitung übernahm Sweco GmbH, Halle/Saale.

Teilnehmer des Pressetermins: OBM Karsten Schütze, Anja Kägler LMBV, Halka Mogga und Thomas Kamplinstki vom Tiefbauamt Markkleeberg und Claudia Hermann LMBV
Teilnehmer des Pressetermins: OBM Karsten Schütze, Anja Kägler LMBV, Halka Mogga und Thomas Kamplinstki vom Tiefbauamt Markkleeberg und Claudia Hermann LMBV (v.l.n.r.)

Hintergrund

Die LMBV ist gemäß dem Verwaltungsabkommen „Braunkohlesanierung“ zwischen der Bundesrepublik Deutschland und den Bundesländern Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Thüringen das bergrechtlich verantwortliche Unternehmen für den ehemaligen Braunkohletagebau Espenhain südlich der Stadt Markkleeberg. Die im Bundesberggesetz verankerte Wiedernutzbarmachung nach Einstellung der Kohleförderung dauert noch an, während die Folgenutzung – insbesondere für Freizeitzwecke – bereits seit einigen Jahren Fahrt aufgenommen hat. Die Baumaßnahme erfolgte auf Basis der von der Landesdirektion Sachsen genehmigten Planänderung des Planfeststellungsbeschlusses „Wasserwirtschaftliche Maßnahmen im Tagebauterritorium Espenhain“ vom 26.07.2019.

Eindrücke vom Pressetermin (Bilder: LMBV)


Ersatzneubau Brücke „Feuriger Hengst“ an Stadt Markkleeberg übergeben


Ausstellung “Verlorene Orte” nördlich und südlich von Delitzsch läuft bis Ende Oktober

Braunkohleabbau und Strukturwandel im Delitzscher Revier

Torgau. Grabschütz, Kattersnaundorf, Lössen, Schladitz, Werbelin, Paupitzsch und Seelhausen – das sind die Namen von Gemeinden im Norden Leipzigs, die im Zuge des Braunkohleabbaus überbaggert wurden und daher zu „verlorenen Orten“ geworden sind.

Ihnen widmet sich eine Sonderausstellung im Torgauer Schloss Hartenfels, die noch bis Ende Oktober 2021 zu sehen ist. Sie befasst sich mit dem Braunkohleabbau und dem Strukturwandel im Delitzscher Revier. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen sieben 3D-Druckmodelle der Ortschaften. Angefertigt werden konnten sie anhand historischer Unterlagen und Zeitzeugenberichte. Zu den Exponaten zählen Leihgaben des Sächsischen Industriemuseums und der Energiefabrik Knappenrode sowie großformatige LMBV-Luftbilder und -Dokumente.

Zur Eröffnung der Ausstellung am 2. Juli 2021 berichtete der Landrat Kai Emanuel den rund 100 geladenen Gästen und Zeitzeugen von der Entstehungsgeschichte der Schau: Mit dem Projekttitel „Verlorene Orte im Delitzscher Revier – 30 Jahre nach der Braunkohle“ hatte sich der Landkreis Nordsachsen 2020 beim Ideenwettbewerb der Sächsischen Mitmach-Fonds im Mitteldeutschen Revier beworben und war prämiert worden. Da die Präsentation der Projektidee pandemiebedingt im Herbst 2020 am Schladitzer See nicht zustande kam, wurde daraus eine Wanderausstellung konzipiert, die nach Torgau auch in Wiedemar, Delitzsch, Löbnitz und Rackwitz zu sehen sein wird. Der Ideenwettbewerb wurde mitfinanziert durch Steuermittel des Freistaates Sachsen, die Ausstellung im Schloss wurde gefördert durch den Kulturraum Leipziger Raum.

Im Anschluss begrüßte der Landrat Kai Emanuel den sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer. Dieser verwies auf die menschlichen Schicksale und die Bedeutung der Heimat. Er fand es im Hinblick auf das vom Landkreis initiierte Projekt positiv, dass „wir Möglichkeiten schaffen, um uns daran zu erinnern“. Der Ministerpräsident lobte vor allem „die Leistung und das Engagement der Leute, die sich gegen ihren Willen eine neue Heimat gesucht haben“. Uta Schladitz wiederum führte als Projektleiterin und Leiterin des Amtes für Wirtschaftsförderung, Landwirtschaft und Tourismus das Verschwinden der sieben Dörfer und die Entstehung der neuen Seen zusammen. Wo zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch eine intakte Heidelandschaft stand, wurde zum Ende der DDR gleichzeitig Kohle aus den drei aktiven Tagebauen Delitzsch-Südwest, Breitenfeld und Goitsche mit dem Baufeld Rösa im Umfeld von Delitzsch abgebaut und die Einwohner wurden umgesiedelt. Dass sich ein Großteil der einstigen Ortschaftsnamen in den heutigen Bergbaufolgeseenamen – Grabschützer, Schladitzer, Werbeliner, Paupitzscher und Seelhausener See – wiederfindet, erinnert ebenso wie Denkmale oder Sachzeugen an ihre traditionsreiche Geschichte. Entwickelt hätten sich sowohl Naturschutzgebiete wie der Paupitzscher See als auch Naherholungsgebiete wie der Schladitzer See.

Während der bergbaulichen Sanierung durch die LMBV und ihrer Vorgänger wurden seit 1991 fast 4.200 Arbeitskräfte zur Revitalisierung der drei Tagebaue eingesetzt und seit 1993 rund 230 Millionen Euro an Bundes- und Landesmitteln investiert.

 

Ortsinanspruchnahmen:

  • Tagebau Delitzsch-Südwest: Kattersnaundorf 1981, Grabschütz 1985, Werbelin* 1992
  • Tagebau Breitenfeld: Lössen* 1985-88, Schladitz * 1986-90
  • Tagebau Goitsche (Rösa): Paupitzsch mit dem Gut Neuhaus 1975, Seelhausen 1988

* wegen Stilllegung des Tagebaus nicht mehr abgebaggert

Weitere Informationen zu den Verlorenen Orten finden sich in den LMBV-Broschüren 01 Holzweißig/Goitsche/Muldenstein und 13 Delitzsch-Südwest/Breitenfeld.

Karte mit den überbaggerten Orten im Bereich der Tagebaue Delitsch-Südwest und Breitenfeld (Quelle: LMBV)
Karte mit den überbaggerten Orten im Bereich des ehemaligen TagebausDelitsch-Südwest/Breitenfeld
Karte mit den überbaggerten Orten im Bereich des ehemaligen Tagebaus Goitsche
Karte mit den überbaggerten Orten im Bereich des ehemaligen Tagebaus Goitsche

Impressionen von der Ausstellungseröffnung
(Fotos: LMBV)


Erdarbeiten an der Hochkippe Wulfersdorf starten in den 2. Bauabschnitt

Sanierung des südwestlichen Endböschungssystems läuft bis Ende 2021

Harbke. Mitte Juni 2021 nahmen zahlreiche Baufahrzeuge an der Hochkippe Wulfersdorf ihre Arbeit auf. Grund dafür sind die Erdbauarbeiten in den Bereichen der Südwestböschung der Hochkippe Wulfersdorf. Nach Abschluss des 1. Bauabschnittes im November 2020 werden nun die Arbeiten im 2. Bauabschnitt fortgesetzt. An der Südwestböschung der Hochkippe werden Kippenmassen gewonnen und am Fuße der Böschung in der Tieflage 1 eingebaut, um die Böschung im Ganzen zu stabilisieren. Ab September 2021 soll neben der Tieflage 1 mit den Massen aus dem Gewinnungsbereich Hochkippe zudem ein weiterer Einbaubereich an der Ostböschung (Nordteil) bedient werden.

Der Abtrag der Massen aus dem Entnahmebereich des südwestlichen Endböschungssystems erfolgt in etwa drei Meter mächtigen Scheiben. Über ein vorhandenes Wegesystem und Rampen, die bereits im 1. Bauabschnitt angelegt wurden, erfolgt der Transport zum Einbauort Tieflage 1 bzw. ab September zusätzlich zum Nordteil der Ostböschung. Dabei müssen die Baufahrzeuge eine Transportstrecke von ca. 1,2 Kilometern und bis zur Ostböschung sogar rund 3,6 Kikometern zurücklegen. Bei diesen langen Fahrstrecken auf inhomogenem Kippenboden ist an trockenen Sommertagen eine hohe Staubemission zu erwarten. Im Sinne des Staubschutzes für Natur und Anwohner beauftragt die LMBV ihre Auftragnehmer in solchen Fällen mit dem regelmäßigen Wässern der Fahrstraßen.

Insgesamt werden für den Einbau in der Tieflage 640.000 Kubikmeter Kippenboden bewegt. Die Verfüllung erfolgt durch den Einbau von 0,5 Meter mächtigen Einzelscheiben (Erdschichten), 24 Stück an der Zahl, bis das angestrebte Höhenniveau erreicht ist. Für die Ostböschung kommen noch einmal 175.000 Kubikmeter dazu, von denen allerdings 25.000 Kubikmeter direkt im Bereich der Ostböschung abgebaut werden. Unmittelbar nördlich der Hauptzufahrt steht dort auf einer Böschungslänge von 80 Metern ein Massenblock, welcher gegenüber dem herzustellenden Regelprofil einen Massenüberschuss von circa 25.000 Kubikmetern ausweist. Die gewachsene Ostböschung wird im Bereich der vorhandenen Hauptzufahrt angestützt. Im Zusammenhang mit dem Erdbau erfolgt eine Geländeanpassung an die bereits sanierten Anschlussbereiche.

Die Skizze zeigt rot umrandet den aktuellen Sperrbereich an der südwestlichen Böschung, in dem derzeit gearbeitet wird.

Hintergrund:

Bereits seit 2003 steigt das Grundwasser in den Tagebaurestlöchern Helmstedt und Wulfersdorf wieder an, was mit der geplanten Flutung zum „Lappwaldsee“ einhergeht. Durch den Wasseranstieg werden in den Tieflagen des Restlochs Altwulfersdorf offene Seeflachen entstehen bzw. sind bereits anfänglich vorhanden. Eine Standsicherheitseinschätzung aus dem Jahr 2009 hat gezeigt, dass für das unmittelbar angrenzende südwestliche Böschungssystem der Hochkippe Wulfersdorf keine ausreichende Standsicherheit für Teile dieses Kippenendböschungssystems ab dem Erreichen definierter Grenzwasserstande nachgewiesen werden kann. Daraus leitet sich das grundsätzliche Erfordernis zur Sanierung und Sicherung der betroffenen Böschungsbereiche ab. Die geplante Sanierung erstreckt sich dabei in Teilen länderübergreifend über die Territorien von Sachsen-Anhalt und Niedersachsen und soll bis Ende 2021 abgeschlossen sein.

Aktuelle Eindrücke der Erdarbeiten, Luftbild v. Filmart, Fotos v. Ch. Bedeschinski


Pumpstation und Elektrozuleitung am Restloch Zechau III mutmaßlich beschädigt

Firmenmitarbeiter und Anwohner sind Gefahren ausgesetzt

Leipzig/Kriebitzsch. Seit Frühjahr 2021 verzeichnet die LMBV einen starken Anstieg der Schadensdelikte an der technischen Anlage „Pumpstation Zechau“ im südwestlichen Bereich des Restloches Zechau III. Aktuell umfasst die Station ein schwimmendes Pontonkonstrukt mit Pumptechnik, Druckrohren, Schiebern sowie einer Elektrokabelzuleitung von der Ortslage Zechau in das Restloch. Der LMBV ist nach wie vor unklar, wer diese Schäden verursacht und aus welcher Motivation heraus.

In den zurückliegenden Jahren wurden regelmäßig, meist während des Pumpbetriebes, mutmaßlich vorgenommene Schäden/Manipulationen der Anlage verzeichnet. Diese reichten von Bohrlöchern und Sägeschlitzen der Wasserleitungen über Beschädigungen der Schieber bis hin zu Beschädigungen der Elektrokabelzuleitungen, die lebensgefährlich sein können. Aus den entstandenen Schäden resultierten immer aufwendige und kostenintensive Reparaturen im mittleren fünfstelligen Bereich.

Mit dem Start der diesjährigen Pumpkampagne im Februar begann jedoch eine Serie von „Anschlägen“ auf die Pumpstation. Folgende Schäden wurden seit März 2021 mehrfach festgestellt:

  • Beschädigungen der Druckrohrleitung an der Pontonbrücke bis Einbindung an Stahlrohrleitung (Bohrlöcher, Sägeeinschnitte)
  • Wiederholtes Zudrehen der Schieber, sodass die Pumpe überlastet und zerstört wird
  • Kabelbeschädigung der Elektrozuleitung an mehreren Abschnitten (überwiegend im Wasser-Sumpf-Bereich!), Einwirkungen auf das Kabel mit scharfen Werkzeugen (Axt) und Einbohren von Schrauben durch das Kabelschutzrohr in das Kabel – dadurch Ausfall der Anlage, Gefahr von Stromschlägen!

Aufgrund der mittlerweile mehrfach wöchentlich verursachten Beschädigungen ist ein ordnungsgemäßer Pumpbetrieb nicht mehr realisierbar. Unabhängig davon entsteht durch die mutwilligen Manipulationen an der Stromzuführung Lebensgefahr für den Täter und für Dritte, insbesondere die Betreiberfirma sowie Spaziergänger bzw. unbeteiligte Bürger.

Aus genannten Gründen bittet die LMBV um Unterstützung bei der Suche nach dem/r Täter*in. Aufgrund der häufigen Sachbeschädigungen wird vermutet, dass der/die Täter*in aus dem näheren Umfeld zu Fuß in das frei zugängliche Bergbaugebiet im Eigentum des Thüringen Forst gelangt. Hinweise jeglicher Art werden entgegen genommen von der LMBV-Unternehmenskommunikation per Telefon unter 0341/2222-2019, per Fax an 0341/2222-2315 oder per E-Mail an claudia.hermann@lmbv.de.

Als Folge der Vandalismusserie befindet sich die LMBV in einer schwierigen Situation. Geplant werden zwar zusätzliche Sicherungsmaßnahmen, aber eine komplett zerstörungsfreie Anlage mit einem verhältnismäßigen Aufwand – finanziert mit Steuergeldern – herzustellen, ist nicht möglich.

Hintergrund:

Seitens LMBV besteht eine genehmigungs- bzw. bergrechtliche Verpflichtung zum Betreiben der Pumpanlage: Die südöstlich der Ortschaft Zechau liegenden Tagebaurestlöcher Zechau I, II und III sind Resthohlformen des ehemaligen Tagebaus Zechau. Die verbliebenen Restlöcher II und III verblieben nach Stilllegung der Brikettfabrik und des Kraftwerks 1993 als Wasserflächen. Infolge der großflächigen Einstellung der Braunkohleförderung im Umfeld bewirkte der Grundwasserwiederanstieg einen Anstieg des Restlochwasserspiegels. Infolge der langjährigen, künstlichen beibehaltenen Wasserstände kam es zu Ansiedelungen besonders geschützter Flora und Fauna. Daraus resultierte eine Unterschutzstellung des Gebietes als Naturschutzgebiet und die Einordnung von Teilgebieten als FFH-Gebiet. Zum Erhalt der seltenen Arten befindet sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt die behördliche Versagung eines natürlichen Wasseraufgangs im Restloch III. Es gilt somit aktuell und zukünftig den Wasserspiegel konstant auf maximal 178,50 m NHN zu halten, bis langfristige nachsorgearme Lösungen geschaffen worden sind. Zur Regulierung des festgesetzten Wasserstandes befindet sich seit ca. 20 Jahren eine Pumpenanlage im Restloch Zechau III. Witterungsbedingt liegen die Pumpkampagnen in den Frühjahrs- bis Frühsommermonaten sowie in den Herbstmonaten bis zur Frostperiode. Den Betrieb der Pumpanlage gewährleistet der von der LMBV beauftragte Betreiber.

Abschließend wäre unser Anliegen, dass wir gemeinsam mit Ihnen nach weiteren Möglichkeiten suchen, um den Schutz für die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten und die Schäden zu minimieren oder sogar zu verhindern.

Schäden an der Zechauer Pumpanlage (Fotos: LMBV)


Instandsetzung des Wilfried-Lauche-Wegs am südlichen Ufer des Geiseltalsees vollendet

Letzte von drei Wegeverbindungen am See seit 2019 saniert

Mücheln/Braunsbedra. Der mithilfe von § 2-Mitteln grundhaft sanierte Wilfried-Lauche-Weg zwischen Mücheln und Braunsbedra ist wieder für Radfahrer und Spaziergänger freigegeben. Am 10. Juni 2021 erfolgte die bauliche Abnahme des LMBV-Wirtschaftsweges, der nach insgesamt 32 Jahren Nutzung zahlreiche Schäden und Risse aufgewiesen hatte.

Nach entsprechenden Vorarbeiten erfolgte zwischen Mai und Juni 2021 das Abfräsen, der grundhafte Ausbau der Schadstellen und das Aufbringen der Asphalttragdeckschicht auf einer Länge von 2,1 Kilometern zwischen ehemaligem Geiseleinlauf in Mücheln und dem Aussichtspunkt Krumpa. In der 23. KW wurden die Bankette durch die Baufirma Meliorations-, Straßen- und Tiefbau GmbH angelegt.

Im Auftrag der LMBV sind seit Herbst 2019 drei bedeutende Wegeverbindungen am Geiseltalsee saniert worden: Grubenweg, Rundweg am Geiseltalsee an verschiedenen Stellen und Wilfried-Lauche-Weg. (CH)

Der zuständige Projektmanager Mirko Mennert prüft den Zustand des sanierten Weges (Foto: LMBV)

Impressionen von der Baumaßnahme (Fotos: LMBV)


Freigabe von Störmthaler See und Markkleeberger See wird zum 12.06.2021 erfolgen

Restarbeiten an Sicherungsbauwerken laufen weiter

Leipzig/Markkleeberg. Der von den Sachverständigen für Geotechnik geforderte Bautenstand für eine mögliche Nutzungsfreigabe des Störmthaler Sees und des Markkleeberger Sees wurde am heutigen 10. Juni 2021 unter Auflagen nach Einschätzung aller Beteiligten erreicht.

Ein fortgeführtes Kontroll-Monitoring und ein Krisenreaktionsplan – zu einer möglichen Seeräumung bei Gefahr innerhalb von 24 Stunden unter Mitwirken der Kommunen und Ordnungsbehörden – sind verpflichtende Auflagen der Gutachter dafür. Die Seenfreigabe wird vom Landratsamt des Landkreises Leipzig mit Wirkung zum 12.06.2021 bekannt gemacht.

Der Kanal bleibt gesperrt und ist dazu auf beiden Seiten mit Bojen gekennzeichnet. Die bisher veranlassten Sofort-Bauarbeiten werden voraussichtlich Mitte des Jahres 2021 abgeschlossen. Am oberen und unteren Querbauwerk laufen noch verschieden Restarbeiten, zum Beispiel die Verpressarbeiten der Spundwandeinbindungen, der Materialeinbau innerhalb der Spundwandachsen, die Wegebaumaßnahmen, die abschließende Herstellung der Wasserüberleitung vom Störmthaler See in den Markkleeberger Sees sowie die Beschilderung und Baustellensicherungsmaßnahmen.

Die LMBV dankt ausdrücklich der bauausführenden Firma STRABAG AG, ihren Nachauftragnehmern und allen weiteren Beteiligten für ihr außerordentliches Engagement und die sehr gute Zusammenarbeit im Rahmen der Sofortsicherungsmaßnahme zur Gefahrenabwehr im Bereich des Störmthaler Kanals.


Eine Spundwand wird mit einem Autokran in den Störmthaler Kanal gerammt. Oberer Spunswandriegel, Brücke der A38 im Hintergrund.
Spundwandbau im Störmthaler Kanal, zwischen A38 und Störmthaler See

Blick auf oberen und unteren Spundwandriegel im Störmthaler Kanal (Fotos: LMBV | zeigen Stand v. 02.06.21)


Luftaufnahme des Störmthaler Kanals mit beiden Querbauwerken, der Schleuse und der Brücke der A38
Luftaufnahme des Störmthaler Kanals mit beiden Querbauwerken, der Schleuse und der Brücke der A38

Oberes Querbauwerk ist fast fertig verfüllt, mit Wasserüberleiter in der Kanalmitte. Im Hintergrund Großgerät des Bergbau Technikpark und Brück der A,38
Das oberes Querbauwer ist fast fertig verfüllt, mit Wasserüberleiter in der Kanalmitte.

Im Vordergrund das untere Querbauwerk, bestehend aus 3 Spundwänden. Dahinter der Markleeberger See.
Unteres Querbauwerk in Richtung Markleeberger See


Informationsfahrt zur Braunkohlesanierung durch mitteldt. Revier mit dem Sanierungsträger

Fortführen der Braunkohlesanierung und Auslaufen der Braunkohleverstromung mit Strukturwandel als Herausforderungen für das Mitteldeutsche Revier


Leipzig. Am 31. Mai 2021 fand die dritte Informationsfahrt zur Braunkohlesanierung im Leipziger Neuseenland mit über 60 Teilnehmern statt. Dazu angereist waren zahlreiche regionale Mandatsträger im Sächsischen Landtag und im Deutschen Bundestag sowie Schlüsselakteure aus Verwaltung, Kommunen, Wirtschaft und Verbänden. Organisiert worden war die Veranstaltung – wie bereits 2011 und 2016 – von der Steuerungsgruppe Leipziger Neuseenland in Zusammenarbeit mit dem Regionalen Planungsverband Leipzig-Westsachsen. Die Gesamtmoderation übernahmen Prof. Dr. Andreas Berkner als Leiter des Regionalen Planungsverbands und Landrat Henry Graichen als Sprecher der Steuerungsgruppe. Der Termin bot den Beteiligten an insgesamt sechs Haltepunkten die Möglichkeit, sich zu den Sachständen und Handlungserfordernissen auszutauschen, wobei Grit Uhlig, Thomas Rösler und Rolf Schlottmann jeweils als fachliche LMBV-Ansprechpartner bei den Befahrungspunkten fungierten.

Am ersten Standort, dem Biedermeierstrand am Schladitzer See, führten Landrat Kai Emanuel, der Schkeuditzer Oberbürgermeister Rayk Bergner, der Rackwitzer Bürgermeister Steffen Schwalbe, der Seenkoordinator Eckhard Müller und Christoph Zwiener als Kulturverantwortlicher des Strandvereins Hayna aus, welch hoher Nutzungsdruck im Bereich des gefluteten Tagebaugeländes herrsche und dass weitere Investitionen, z. B. die Errichtung von Überwachungs- und Servicestationen und der Ausbau des Außengeländes, vonnöten seien, um keinen Bruch bei der Weiterentwicklung herbeizuführen. Die Kommunen spüren laut Rayk Bergner einen „immens wachsenden Zuspruch“ am Schladitzer See, der 2003 vorzeitig in Nutzung ging. Seither haben sich am Südufer der Biedermeierstrand und am Ostufer der Sportstrand von All-on-sea erfolgreich angesiedelt und ziehen Besucher aus nah und fern an. Rolf Schlottmann wies in seiner Funktion als LMBV-Abteilungsleiter Planung Westsachsen-Thüringen auf die noch offenen drei Wasserrechtsverfahren für diesen Sanierungstagebau hin und erinnerte an die extrem trockenen Jahre 2017, 2018 und 2019, in deren Folge die ursprünglichen Modellberechnungen für den Wasserspiegel des Schladitzer Sees nicht mehr passen. Der Wasserspiegel liegt zurzeit 1,5 m unter den einstigen Prognosen.

Der Aussichtspunkt Störmthal als zweiter Haltepunkt bot eine beeindruckende Aussicht auf den Störmhaler See mit Steilufer, Ferienresort, Magdeborner Halbinsel, VINETA und Störmthaler Kanal. Dr. Gabriela Lantzsch, die Bürgermeisterin von Großpösna, berichtete von der wassertouristischen Entwicklung. Ihr „Herzensprojekt“ sei es, einen Inklusionscampingplatz vor Ort anzusiedeln und mehr Barrierefreiheit rund um den See zu schaffen. Interesse weckten die gut sichtbaren öffentlichen Trockentoiletten im Uferbereich. Die derzeit fünf autarken Toilettenboxen sollen entprechend Standortkonzeption auf acht Stück erhöht werden. Die Konzeption dafür wurde vom Zweckverband Kommunales Forum Südraum Leipzig in Auftrag gegeben und durch Mittel aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“, GRW-Infra, gefördert. Die Kosten für die Aufstellung der autarken barrierefreien Boxen wurden über das Programm „Lieblingsplätze für alle“ des Freistaats Sachsen finanziert. Zur Sprache kam des Weiteren die derzeitige Sperrung des Störmthaler Kanals und der Kanuparkschleuse, die laut Landrat Henry Graichen deutschlandweit zu den meistgenutzten Schleusenanlagen gehöre, und die geplante Brücke über den Kanal, die ursprünglich über Gelder aus den §§ 2 und 4 des Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung finanziert werden sollte. Thomas Rösler, LMBV-Leiter Projektmanagement Westsachsen-Thüringen, erläuterte die Gefahrenabwehrmaßnahmen am Störmthaler Kanal.

Am KAP Zwenkau bestiegen die Teilnehmer die MS Santa Barbara für eine Rundfahrt auf dem Zwenkauer See und nahmen die Baustelle des Harthkanals mit dem nach Prof. Dr. Andreas Berkner „kompliziertesten denkbaren Baugrund“ aufgrund des Kippenbodens in Augenschein. Er wies darauf hin, dass die Gewässerverbindung zum Cospudener See die „Schlüsselmaßnahme im Leipziger Neuseenland“ sei und dass Planungssicherheit für den Weiterbau nach 2022 benötigt würde, auch im Hinblick auf den Hochwasserschutz. Holger Schulz als Verbandsvorsitzender des Zweckverbands Neue Harth und Bürgermeister von Zwenkau begrüßte seine Gäste in gewohnter Manier mit einem „Glückauf und Ahoi“ als Referenz auf die bergbaureiche Vergangenheit und die wassertouristische Gegenwart. Der gebürtige Zwenkauer führte aus, wie sich die Stadt am See mit ihren unterschiedlichen Landschaftsräumen entwickele, welche Bebauung im Gebiet Harthweide geplant sei und wie wichtig es sei, „immer nach Lösungsansätzen zu suchen“, wenn sich Konflikte ergäben. Er ließ nicht unerwähnt, dass für das nördliche Seeufer ein Ausbau geplant sei. Beispielsweise soll ein Anleger entstehen, von dem künftig eine Fähre zum Stadthafen verkehren und damit Radfahrern die ca. 23 km lange Rundfahrt um den größten Bergbaufolgesee im Südraum Leipzig erleichtern könne.

Als nächste Station wurde die Lagune Kahnsdorf am Hainer See angefahren. Entstanden sind dort durch privatwirtschaftliches Engagement in den letzten Jahren über 80 Ferienhäuser. Der Neukieritzscher Bürgermeister Thomas Hellriegel gab gemeinsam mit Christian Conrad, dem Geschäftsführer der Blauwasser Seemanagement GmbH Neukieritzsch, Ausführungen zur Örtlichkeit. Der Hainer See befinde sich im Besitz der Blausee GmbH und biete mediterranes Flair. Die durch GRW-Infra geförderte Erschließungsstraße hätte sich bereits mehrfach refinanziert. Es gäbe sechs öffentliche Strände an dem 15 Kilometer langen Ufer, die durch den Betreiber gepflegt würden. Der Ferienhain am Nordufer mit seiner Südhanglange sei fast fertig, die Liegeplätze wären voll und es seien 25 bis 30 Arbeitsplätze entstanden, die sich v. a. auf das Betreiben von Campingplatz, Ferienwohnungen und Café verteilten. Als privatwirtschaftlicher Vor-Ort-Akteur wünschte sich Christian Conrad weitere Investitionen, z. B. die Errichtung eines Schiffsanlegers, die durchgehende Asphaltierung des Uferrundwegs oder den Neubau einer 2 Kilometer kurzen Verbindungsstraße zwischen Neukieritzsch und Kahnsdorf – einer alten Wegeverbindung, die dem Braunkohleabbau anheim gefallen war. Ein Parkplatz am westlichen Ufer war 2015 über § 4-Mittel hergestellt worden. Im Jahr 2021 seien fünf Parkplätze durch einen Investor entstanden, ein weiterer sei über das sächsische LEADER-Förderprogramm über die Gemeinde Neukieritzsch geplant. Thomas Hellriegel betonte hierbei, „es geht nur durch Miteinander“. Als Vertreter des Sanierungsträgers LMBV sprach Rolf Schlottmann über den bergbaulich beeinflussten Wasserhaushalt und die komplette Veränderung des Gewässernetzes von umverlegter Pleiße und Wyhra im Bereich des ehemaligen Tagebaus Witznitz. Durch die Zuführung von Sümpfungswasser aus dem aktiven Tagebau konnte die Flutung der Hohlform schnell abgeschlossen werden, jedoch wird langfristig bis zu 1 Tonne Eisen pro Tag aus der Kippe Witznitz in die Pleiße eingetragen. Dieser Prozess wird nach Hochrechnungen noch bis zu 150 Jahre weiterlaufen, wodurch eine langfristige Nachsorge nötig sei.

Am Speicherbecken Borna wurde die besondere Gemengelage der öffentlichen Sicherheit erläutert. Prof. Dr. Andreas Berkner stellte heraus, dass es sich bei der Stauanlage um „das zentrale Projekt für Hochwasserschutz an der unteren Pleiße“ handele. Das Becken gehöre dem Freistaat Sachsen. Es sei 1979 mit dem damaligen Stand der Technik fertiggestellt worden, wäre eingeschränkt in Nutzung gewesen und hätte 2013 seine Feuertaufe beim Hochwasser bestanden. Allerdings seien im Zuge der LMBV-Prüfungen aller mitteldeutschen Bergbaufolgeseen nach der Böschungsbewegung von Nachterstedt nach 2009 geotechnische Unzulänglichkeiten festgestellt worden, die dazu führten, dass ab Mai 2010 Sperrbereiche von der Bergbehörde festgelegt worden seien. Um der Grundbruch- und Setzungsfließgefahr zu begegnen, sollen nun im Rahmen einer § 3-Maßnahme nach Verwaltungsabkommen Braunkohlesanierung Stützdämme auf dem geschütteten Kippenboden hergestellt werden. Die LMBV agiert dabei als Projektträgerin. Zusätzlich wird bis nächstes Jahr die größte Fläche per schonender Sprengung von ungefähr 100 dazu vorzubereitenden Bohrlöchern verdichtet. Anschaulich erklärten Thomas Rösler und Rolf Schlottmann vor einem 300 Tonnen schweren Gerät zur Rütteldruckverdichtung, dass zunächst mit Hilfe von zwei Probefeldern die passende wirtschaftlichste Verdichtungstechnologie für das Gelände gefunden werden soll. Getestet wird das Einbringen von Kies, Sand und Split in 15 bis 40 Meter tiefe Rütteldrucksäulen mit ca. 3.000 Ansatzpunkten. An diesem Punkt fand auch Erwähnung, dass die Projektplanung seitens LMBV bis etwa in das Jahr 2050 gehe, wobei die wesentlichen Grundsanierungen bis zum Jahr 2035 in Größenordnungen abgeschlossen sein soll. Danach gehe es vor allem um die Minimierung der so genannten Ewigkeitslasten.

Am sechsten und letzten Haltepunkt, dem Aussichtspunkt Tagebau Vereinigtes Schleenhain, wurde durch den MIBRAG-Geschäftsführer Dr. Armin Eichholz und den Direktor Planung Bastian Zimmer thematisiert, welche Herausforderungen mit dem im Mitteldeutschen Revier bereits 2035 anstehenden Auslaufen der Braunkohleverstromung und dem damit verbundenen Strukturwandel verbunden sind. Derzeit würden jährlich 9 bis 10 Millionen Tonnen Kohle gefördert und an das Kraftwerk Lippendorf geliefert. Durch das vorgezogene, frühere Ende des Tagebaubetriebs schon im Jahr 2035 müssten Braunkohlenplan und Betriebspläne angepasst werden. Vier Seen mit einer Gesamtfläche von 16 Quadratkilometer werden im Zuge der Wiedernutzbarmachung entstehen, darunter der 12 Quadratkilometer große Pereser See. Er wird ca. 430 Millionen Kubikmeter Wasser fassen und 80 Meter tief sein. Damit wird er vom Volumen her größer als der Geiseltalsee werden. MIBRAG will nach Bastian Zimmer einen „sehr ehrgeizigen Pfad“ beschreiten: Kernstück der Unternehmenstransformation wird der Einstieg in erneuerbare Energien sein. Die Erstellung eines Windparks ist bereits geplant, zwei weitere sollen folgen. Fernziel ist die Nutzung und Veredelung von grünem Strom über die Herstellung von Wasserstoff. Insgesamt sollen ca. 200 Millionen Euro investiert werden. In diesem Zusammenhang betonte Prof. Dr. Andreas Berkner seinen Wunsch, das „Braunkohlezeitalter geordnet zu vollenden“, damit es nicht wie 1990 zu einem Strukturbruch komme, den viele Beteiligte bis heute nicht verkraftet hätten.

Während der Busfahrt wurde jeweils auf wiederhergestellte Straßenverbindungen hingewiesen, die einst durch den Braunkohlenabbau in Anspruch genommen worden waren, auf neu entstandene Naturräume wie die Lobstädter Lachen oder aber auf die geplante Fläche für den Solarpark Witznitz verwiesen. Im Laufe der Informationsfahrt wurde deutlich, wie sehr sich das Leipziger Neuseenland mithilfe der Finanzierungsquellen der Braunkohlesanierung sowohl zu einer touristischen Destination als auch zu einem Naturrefugium entwickelt hat. Für 2026 ist eine vierte Auflage der Fahrt in Planung.

Impressionen von der Informationsfahrt (Fotos: LMBV/Anika Dollmeyer)


Baufortschritt am Störmthaler Kanal erreicht – Seenfreigabe noch im Juni in Sicht

Spundwandbau nahezu vollendet – Zusätzliche Abdichtungsmaßnahmen für geotechnische Standsicherheit noch nötig

Leipzig/Markkleeberg. Die Sicherungsarbeiten am Störmthaler Kanal werden Anfang Juni 2021 noch weiterlaufen. Der bislang erreichte Bautenstand lässt eine baldige Freigabe der angrenzenden Seen nach aktueller Einschätzung durch das Gutachterteam zu - voraussichtlich bis Ende Juni 2021. Mitte Juni findet dazu eine weitere Beratung aller Beteiligten anhand des dann erreichten aktuellen Bautenstandes statt. Danach wird der Landkreis Leipzig zeitnah über die Seenfreigabe entscheiden.

Mit großem Engagement haben die von der LMBV beauftragten Firmen bisher die im Rahmen der Sofortsicherung notwendigen Spundwandachsen im Störmthaler Kanal im bisher kommunizierten Zeitplan eingebaut. Seit 25. Mai 2021 stehen nun auch die drei Spundwandachsen am unteren Abriegelungsbauwerk als Schutzbarriere zum Markkleeberger See. Am 26. Mai 2021 erfolgte zudem der Einbau weiterer paralleler Spundwände zur Ableitung des Überschusswassers analog zum oberen Querbauwerk auf Störmthaler Seeseite.

Neben dem Herstellen der Funktionsfähigkeit der technischen Anlagen zur Entlastung des Störmthaler Sees laufen derzeit noch zusätzliche zeitaufwändige Bohr- und Verpressarbeiten mit Dämmermaterial am oberen Spundwandriegel. Auch am unteren Sperrbauwerk sind noch offene seitliche Einbindegräben sicher mit Tonmaterialien zu verschließen. Dies soll das Umspülen der Spundwände in den Randbereichen verhindern. Aufgrund des Baugrunds war die Einbindung der dortigen Spundbohlen in die seitlichen Kippenböschungen schwieriger als zunächst vorgesehen. Aus heutiger Sicht kann mit dem Abschluss dieser Arbeiten dann eine Empfehlung zur Seenfreigabe ausgesprochen werden.

Auffüll- und Schweißarbeiten am Oberen Querbauwerk


Baufortschritt am Störmthaler Kanal erreicht – Seenfreigabe in Sicht

Spundwandbau nahezu vollendet – Zusätzliche Abdichtungsmaßnahmen für geotechnische Standsicherheit noch nötig

Leipzig/Markkleeberg. Die Sicherungsarbeiten am Störmthaler Kanal werden Anfang Juni 2021 noch weiterlaufen. Der bislang erreichte Bautenstand lässt eine baldige Freigabe der angrenzenden Seen nach aktueller Einschätzung durch das Gutachterteam zu - voraussichtlich bis Ende Juni 2021. Mitte Juni findet dazu eine weitere Beratung aller Beteiligten anhand des dann erreichten aktuellen Bautenstandes statt. Danach wird der Landkreis Leipzig zeitnah über die Seenfreigabe entscheiden.

Mit großem Engagement haben die von der LMBV beauftragten Firmen bisher die im Rahmen der Sofortsicherung notwendigen Spundwandachsen im Störmthaler Kanal im bisher kommunizierten Zeitplan eingebaut. Seit 25. Mai 2021 stehen nun auch die drei Spundwandachsen am unteren Abriegelungsbauwerk als Schutzbarriere zum Markkleeberger See. Am 26. Mai 2021 erfolgte zudem der Einbau weiterer paralleler Spundwände zur Ableitung des Überschusswassers analog zum oberen Querbauwerk auf Störmthaler Seeseite.

Neben dem Herstellen der Funktionsfähigkeit der technischen Anlagen zur Entlastung des Störmthaler Sees laufen derzeit noch zusätzliche zeitaufwändige Bohr- und Verpressarbeiten mit Dämmermaterial am oberen Spundwandriegel. Auch am unteren Sperrbauwerk sind noch offene seitliche Einbindegräben sicher mit Tonmaterialien zu verschließen. Dies soll das Umspülen der Spundwände in den Randbereichen verhindern. Aufgrund des Baugrunds war die Einbindung der dortigen Spundbohlen in die seitlichen Kippenböschungen schwieriger als zunächst vorgesehen. Aus heutiger Sicht kann mit dem Abschluss dieser Arbeiten dann eine Empfehlung zur Seenfreigabe ausgesprochen werden.

Auffüll- und Schweißarbeiten am Oberen Querbauwerk


Sicherungsarbeiten am Störmthaler Kanal laufen auch nach Pfingsten weiter

Unbefristet formulierte Verlängerung des Seennutzungsverbots schafft die Möglichkeit, flexibler auf den aktuellen Baufortschritt der
Sicherungsmaßnahmen reagieren zu können

Leipzig. Am 21. Mai 2021 hat das Landratsamt Leipzig angekündigt, die
zum Monatsende auslaufende Allgemeinverfügung vorsorglich zu
entfristen. Die Allgemeinverfügung vom 24.03.2021 beinhaltete ein
temporär befristetes Nutzungsverbot für den Störmthaler See, den
Markkleeberger See sowie den Störmthaler Kanal bis zum 31.05.2021.

Die Verlängerung der Seensperrung erfolgt aufgrund einer
aktualisierten Gefährdungseinschätzung eines beauftragten
Sachverständigen für Geotechnik. Es war in Anbetracht des auslaufenden
Termins notwendig, frühzeitig Planungssicherheit unter anderem auch für
die ortsansässigen gewerblichen Nutzer zu schaffen.

Die nun unbefristet formulierte Verlängerung des Seennutzungsverbots
schafft die Möglichkeit, flexibler auf den aktuellen Baufortschritt der
Sicherungsmaßnahmen reagieren zu können. Das Landratsamt ist bemüht, die
Seen zügig freizugeben, sobald die Sicherheit gewährleistet ist. Bis
zum Ende der Sicherungsmaßnahmen ist die Nutzung der Seen als
Badegewässer sowie der Betrieb von Booten und alle sonstigen Nutzungen
auf diesen weiterhin nicht gestattet.

In der plannmäßig am 27.05.2021 stattfindenden regulären
Arbeitsberatung wird seitens der LMBV voraussichtlich eine Tendenz zum
weiteren Baufortschritt aufgezeigt.


DEBRIV: Braunkohletag 2021 online — Zur Lage und Perspektiven des Strukturwandels in Revieren

Braunkohleindustrie fordert Verlässlichkeit | Beitrag der Bergbausanierung gewürdigt

Berlin. Der diesjährige Braunkohletag fand online mit rund 400 Teilnehmern statt. Der Ministerpräsident des Freistaats Sachsen, Michael Kretschmer, und der Präsident des Verbands der europäischen Kohleindustrie EURACOAL, Vladimir Budinsky, nahmen an der Veranstaltung mit Grußworten teil. Der Bundestagsabgeordnete Bernd Westphal sowie die Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbands der deutschen Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), Kerstin Andreae und Holger Lösch, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) sowie der Vorstandvorsitzende und der Hauptgeschäftsführer des DEBRIV diskutierten Fragen der Umsetzung des KVBG und Aspekte der europäischen Energie- und Klimapolitik im Rahmen von Podiumsdiskussionen. Der Vorsitzende des Vorstands des Deutschen Braunkohle-Industrie-Vereins (DEBRIV), Dr. Helmar Rendez, ließ auch das zurückliegende Jahr Revue passieren.

Auch der Beitrag der Bergbausanierung wurde dabei im Statement von Dr. Helmar Rendez gewürdigt: „Der Projektträger der Bergbausanierung in Ostdeutschland, die LMBV, hat die Sanierung in vielen Einzelprojekten weitergeführt. Die LMBV hat 2020 Leistungen in einem Umfang von rund 263 Millionen Euro realisiert. Das Wassermanagement ist nach drei Jahren relativ starker Trockenheit in Ostdeutschland derzeit besonders herausfordernd. Ein Schwerpunkt der LMBV ist, die Zielvorgaben in den Fließgewässern, insbesondere im Bereich der Spree mit ihrer Bedeutung für die Bundeshauptstadt, zu gewährleisten. Weitere Hauptaufgabe bleibt die geotechnische Sicherung von Tagebaukippen als Aufgabe der öffentlichen Sicherheit. Das Verfahren der schonenden Sprengverdichtung kommt an vielen Standorten zum Einsatz. Insgesamt erwarten die LMBV noch für viele Jahre anspruchsvolle Aufgaben in der Bergbausanierung.“

Die deutsche Braunkohleindustrie fordert Verlässlichkeit in der Energie- und Klimapolitik, um den gesetzlich geregelten Kohleausstieg bis Ende 2038 erfolgreich zu gestalten. Zu keinem anderen energiepolitischen Thema habe, so der Vorsitzende des Vorstands des DEBRIV, Dr. Helmar Rendez, in den vergangenen Jahrzehnten ein ähnlich umfassender gesamtgesellschaftlicher Dialog stattgefunden, den es aus Sicht der Braunkohleindustrie zu sichern und zu festigen gilt.

Das Kohleausstiegsgesetz berücksichtigt nach Auffassung der Braunkohleindustrie angemessen die Interessen der Reviere. Die verbleibenden Zeiträume für die Kohlenutzung geben den Revieren eine faire Chance zur Anpassung und Neuausrichtung. Weitere die Energiewirtschaft treffende Klimazielverschärfungen oder Eingriffe in die Tagebauentwicklung würden dagegen das Risiko von Strukturbrüchen in den betroffenen Regionen verstärken. Tagebaue und Kraftwerke in den Braunkohlerevieren bleiben bis Ende 2038 notwendig, um die Sicherheit der Stromversorgung in Deutschland nicht zu gefährden. „In den ersten Monaten des laufenden Jahres haben wir gesehen, dass es jederzeit zu Dunkelflauten kommen kann, die eine Absicherung durch konventionelle Kraftwerke erfordert,“ sagte Rendez auf dem diesjährigen Braunkohletag, der in diesem Jahr online mit mehreren Hundert Teilnehmern durchgeführt wurde.

Verlässlichkeit für den weiteren Betrieb der Tagebaue und Kraftwerke sei unverzichtbar, da komplexe Tagebaue mit den zugehörigen Kraftwerken und Veredlungsbetrieben nicht stetig an geänderte Ausgangsvorgaben angepasst werden können. Dies sei auch nicht erforderlich, denn der deutsche Kohleausstiegspfad, so der DEBRIV-Vorstandsvorsitzende, ist mit den Vorgaben des Pariser Klimaschutzabkommens und den nationalen Minderungspflichten vereinbar: Bis 2019 hat die Braunkohle in Deutschland ihre CO2-Emissionen um 60 Prozent gemindert und steht damit an der Spitze der Industriesektoren. Bis zum Jahr 2023 wird der CO2-Ausstoß aus der Nutzung der Braunkohle in Deutschland um 70 Prozent unter dem Ausgangsniveau von 1990 liegen. Bis 2030 werden die Emissionen der deutschen Braunkohle etwa um 80 Prozent gegenüber 1990 zurückgehen und spätestens Ende 2038 bei Null liegen.

Der DEBRIV-Vorstandsvorsitzende wandte sich auf dem diesjährigen Braunkohletag gegen einen neuen Überbietungswettbewerb bei den Klimazielen und Maßnahmen. Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur Einhaltung der Generationsverantwortung beim Klimaschutz müsse verantwortungsvoll und sachgerecht umgesetzt werden. Die jetzt vorgelegte Novelle des Bundes-Klimaschutzgesetzes darf nicht zu neuen Unsicherheiten und Risiken führen; für die Braunkohle steht der Ausstiegspfad bereits fest. Wer nun einen noch früheren Kohleausstieg fordert, der verkennt die Erforderlichkeit einer sicheren Energieversorgung der deutschen Wirtschaft für ihre Wettbewerbsfähigkeit sowie die Herausforderungen der Strukturentwicklung in den Revieren. Bund und Länder müssen die erst im Sommer 2020 beschlossenen Regelungen des KVBG bei allen relevanten Beratungen auf der EU-Ebene berücksichtigen, schützen und durchsetzen. Die Politik darf nicht aus den Augen verlieren, wie ambitioniert der aktuelle Minderungspfad in der Braunkohle nach dem KVBG bereits heute ist, erklärte der DEBRIV-Vorstandsvorsitzende. Zudem werde der europäische Handel mit Emissionszertifikaten dafür sorgen, dass der europäische CO2-Reduktionspfad im Bereich der Kraftwerke und großen Industriebetriebe eingehalten werde.


Untere Spundwandachsen im Störmthaler Kanal entstehen derzeit

Zweiter Bauabschnitt der Sofortmaßnahme zur Gefahrenabwehr wird umgesetzt

Leipzig/Auenhain. Im Rahmen der Sofortmaßnahme zur Gefahrenabwehr am Störmthaler Kanal entsteht seit Anfang Mai 2021 die untere Sicherungs-Kaskade. Im sogenannten zweiten Bauabschnitt (BA) entstehen drei Spundwandriegel im Abstand von 20 Metern im Unterwasser der Schleuse, die später noch mit Boden und Gestein gefüllt werden. Seit dem 5. Mai 2021 läuft nun das Herstellen der ersten unteren Spundwandachse auf der Ebene +115,0 m NHN.

Nachdem im 1. Bauabschnitt auf der Störmthaler Seite zwei Spundwandriegel im Abstand von 15 Metern im Oberwasser der Schleuse im April errichtet wurden, werden diese nun mit Boden und Gestein gefüllt sowie dort auch eine Wasserüberleitung eingebaut. Parallel finden Bohr- und Verpressarbeiten zur Verhinderung von Umströmungen an den Spundwandeinbindungen in den Böschungsbereichen am Oberen Querbauwerk sowie eine Medienumverlegung zum Einbinden der Spundwände in den Böschungsbereich am Unteren Querbauwerk statt, nachdem noch zusätzliche Baustraßen auf 600 m Länge gebaut wurden.

Die Tendenzen der Grundwasserstands-Entwicklung der einzelnen Messpegel und entlang der Messwertachsen entsprechen den bisherigen Bewertungen. Aus dem Grundwasser- und dem Böschungsmonitoring ergeben sich keine Hinweise zur Verschlechterung des bestehenden Gefährdungsgrades gegenüber den bisherigen Überwachungsberichten.


Bau der Spundwand im Störmthaler Kanal


Bau der Spundwand im Störmthaler Kanal


Bau der Spundwand im Störmthaler Kanal


Gunnar John nimmt Arbeit als kaufmännischer Geschäftsführer der LMBV auf

Senftenberg. Mit Wirkung vom 1. Mai 2021 wurde Gunnar John zum neuen kaufmännischen Geschäftsführer der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) in Senftenberg berufen. Er folgt auf Dr. Hans-Dieter Meyer, der zum Jahresende 2020 aus dem Bundesunternehmen ausgeschieden war.

Gunnar John hat Volkswirtschaftslehre und Betriebswirtschaft in Berlin, Paris und Berkeley studiert. Mit der Deutschen Einigung war er zunächst im Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung, dann in unterschiedlichen Leitungsfunktionen in der Staatskanzlei des Landes Brandenburg, in der Senatsverwaltung für Finanzen (SenFin) in Berlin und dann ab 2000 im Bundesministerium der Finanzen (BMF) mit den unterschiedlichsten Aspekten des Aufbaus Ost und der Strukturprobleme Ostdeutschlands – auch der Bergbaugebiete - bis 2012 betraut. Hilfreich für seine Tätigkeit in einem institutionellen Zuwendungsempfänger wie dem Bergbausanierer LMBV sind weiterhin seine langjährigen Erfahrungen in den Haushaltshausabteilungen im BMF und bei SenFin.

Gunnar John freut sich, zusammen mit seinem im letzten Jahr bestellten Geschäftsführer Kollegen Bernd Sablotny die vielfältig noch vor der LMBV stehenden Herausforderungen und Aufgaben zur weiteren Umsetzung der bergrechtlichen Verpflichtungen aus der DDR-Zeit anzugehen. Die LMBV wird in effizienter Weise noch bis ins nächste Jahrzehnt daran arbeiten. Er will seinen Beitrag dafür leisten, dass die LMBV weiter vertrauensvoll mit den ostdeutschen Ländern Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt sowie Thüringen und den beteiligten Bundesministerien zusammenarbeiten wird.

Gunnar John - Kaufmännischer Geschäftsführer der LMBV


Baubeginn zur Verdichtung an der Hochkippe Borna-West steht an

Die Arbeiten auf dem Probefeld im Januar 2019, Archivbild: LMBV

Auf einem Probefeld wurde zuerst die geeingete Technologie ermittelt. Jetzt beginnt die Hauptsanierung

Leipzig/Borna. Es geht los, an der Hochkippe Borna-West. Nach der Baustelleneröffnung am 8. April 2021 können in dieser Woche offiziell die Bauarbeiten zur Verdichtung des Bodens beginnen. Vorerst stehen noch die Absperrung und Einrichtung der Baustelle an sowie weitere vorbereitende Arbeiten an, damit in wenigen Wochen die Großgeräte zum Einsatz kommen können. Für die Baufeldfreimachung auf dem Plateau wurden bereits Bäume geholzt und der Aufwuchs mit einer Forstfräse gemulcht, sodass die notwendigen Trägergroßgeräte für die Rüttelstopfverdichtung (RSV) in den Bereich einfahren können. Diese vorbereitenden Maßnahmen für die geotechnische Böschungssicherung der Hochkippe Borna-West fanden aus artenschutzrechtlichen Gründen im Februar 2021 statt.

Die folgenden RSV-Arbeiten als Hauptbaumaßnahme wurden an eine Arbeitsgemeinschaft (ARGE) aus den Firmen Bickhardt & Metzner vergeben. Insgesamt sollen fast 2.000 RSV-Säulen auf dem oberen und dem unteren Stützkörper (Plateau und Böschung) im Rahmen der Hauptsanierung hergestellt werden. Die RSV-Arbeiten an dem ersten Verdichtungsabschnitt, dem Plateau der Hochkippe Borna-West werden voraussichtlich bis Mai 2022 laufen. Finanziert wird die Maßnahme über den § 3 des Verwaltungsabkommens zur Braunkohlesanierung.

Während der ersten, vorgezogenen Bauphase von August 2018 bis zum I. Quartal 2019 wurde die RSV zunächst auf einem Probefeld im mittleren Böschungsbereich getestet, um eine geeignete Technologie zur Untergrundverbesserung des ehemaligen Tagebauareals zu finden. Hierzu wurden Säulen aus grobkörnigen Böden per Rohr gleichmäßig in die Kippenböschung eingebracht. Begleitet wurden die Maßnahmen durch ein umfangreiches Monitoringprogramm, welches Schwingungs-, Verformungs-, Setzungs-, Lärm- und Grundwassermessungen sowie Beweissicherungen an Gebäuden umfasste.

Mit den nun anstehenden Sicherungsmaßnahmen sollen potenzielle geotechnische Gefährdungen wie Verflüssigungserscheinungen des Bodens oder ein Böschungsbruch verhindert werden. Während der gesamten Baumaßnahmen ist ein erweiterter Sperrbereich an der Hochkippenböschung eingerichtet, in dem ein Betreten und Befahren aus Sicherheitsgründen ausgeschlossen ist. Nach Abschluss der Sanierungsmaßnahmen soll der seit Oktober 2011 bestehende Sperrbereich wieder aufgehoben werden.


Präventive Sofortmaßnahmen am Störmthaler Kanal laufen planmäßig

Erster Bauabschnitt zur vorsorglichen Quer-Sicherung umgesetzt sowie Kontroll-Tauchgang erfolgt

Leipzig/Markkleeberg. Bei einem Vor-Ort-Pressetermin am 15. April 2021 informierten die LMBV-Abteilungsleiter Thomas Rösler (Projektmanagement Westsachsen-Thüringen) und Dr. Robert Böhnke (Geotechnik Mitteldeutschland) über den aktuellen Baufortschritt zur Sicherung des Störmthaler Kanals sowie über die Ergebnisse des permanenten Monitorings: Das obere Querbauwerk zwischen Störmthaler See und Kanuparkschleuse ist in weiten Teilen fertiggestellt, während das untere Querbauwerk bereits parallel vorbereitet wird. Die präventiven Sofortmaßnahmen laufen planmäßig, so dass die Sicherheit an den Bauwerken weiter erhöht werden konnte.

Planungs- und Baustand:

Im 1. Bauabschnitt wurde am 7. April 2021 die zweite Spundwandachse des oberen Querbauwerks auf Störmthaler Seeseite fertiggestellt. Vorausgegangen war die Errichtung der ersten Spundwandachse des oberen Querbauwerkes bis 1. April 2021. Derzeit wird der Zwischenbereich mit Wasserbausteinen und Bodenmaterial verfüllt. Aufgrund seitlicher Nachsackungen im Böschungsbereich sind Dämmer- und Tonschichteinbau als zusätzliche Verdichtungsmaßnahmen erforderlich.

Im 2. Bauabschnitt soll voraussichtlich in der 18. Kalenderwoche die erste Spundwandachse des unteren Querbauwerks auf Markkleeberger Seeseite errichtet werden. Geplant sind drei Spundwände mit abnehmenden Höhen. Zurzeit werden die einzelnen Spundwandbohlen für den Einbau vorbereitet.

Die Überschusswasserableitung erfolgt weiterhin über die Bypässe der Schleuse. Bauzeitlich werden auf der Baustelle Pumpen vorgehalten, um die Ableitung des Überschusswassers zu gewährleisten. Bisher war ein Pumpbetrieb nicht notwendig. Nach Abschluss der Baumaßnahme werden beide Querbauwerke über offene Gerinne mit Dammbalkenverschlüssen im Ober- und Unterwasser verfügen.

Eine Empfehlung zur Nutzungsfreigabe der angrenzenden Gewässer Störmthaler und Markkleeberger See kann erst nach Errichtung der oberen und unteren Querbauwerke mittels Spundwänden, nach Vorlage aller erforderlichen statischen Nachweise und Bestandsunterlagen sowie nach Prüfung und Freigabe durch die Sachverständigengutachter erfolgen.

Monitoring/Untersuchungen:

Aus dem laufenden Grundwasser- und Böschungsmonitoring ergeben sich keine Hinweise auf eine akute Gefährdung. Auch die Grundwasserstandsentwicklung der einzelnen Messpegel entspricht den bisherigen Bewertungen.

Per Tauchgang fanden am 7. April 2021 im Auftrag der LMBV weitere Untersuchungen im Störmthaler Kanal und am Schleusenbauwerk statt. In Auswertung des Tauchgangs gab es keine Veränderung zu den bereits seit 2019/2020 bekannten Schäden. An der Kanalsohle im Bereich des unteren Vorhafens wurden kleine Vertiefungen (Kolk), Lochbildungen und Aufwallungen gefunden.

Kontrollen durch Taucher sind oft die einzige Möglichkeit, sich einen fortlaufenden Überblick über Zustand und Funktion von wasserbautechnischen Anlagen zu verschaffen oder um Gefährdungen richtig bewerten zu können. Abhängig von den Bedingungen unter Wasser wird der Zustand vom Taucher dabei durch Ertasten oder mit digitaler Foto- oder Videotechnik dokumentiert.

Im Anschluss an den Pressetermin am 15. April 2021 fand eine gemeinsam mit der Gemeinde Großpösna organisierte Online-Bürgerinfo-Veranstaltung statt. Nach kurzen Informationen zum aktuellen Sachstand wurden im Rahmen einer Webkonferenz die Fragen von Anwohnerinnen und Anwohnern des Markleeberger sowie des Störmthaler Sees beantwortet. Die Informationsveranstaltung ist noch für einige Tage unter Youtube abrufbar.

LMBV gibt technische Einblicke für Medienvertreter vor Ort am Kanal

Impressionen von Baugeschehen, Tauchgang und Pressetermin (Fotos: LMBV, u. a. Anika Dollmeyer)


Tauchinspektion an Kanuparkschleuse im Auftrag der Bergbausanierer erfolgt

AQUAWORKER Tauchservice führte Inspektion und Schadensbegutachtungen durch

Leipzig. Am 7. April 2021 fanden im Auftrag der LMBV weitere Untersuchungen im Störmthaler Kanal und am Schleusenbauwerk statt. Dazu ging der Spezial-Taucher von Dr. Ronald Wagner (Dr. Wagner, Fluss- und Seebauconsult Potsdam) in das Wasser. Er wurde von einem Team der AQUAWORKER gesichert und begleitet.

Kontrollen durch Taucher sind oft die einzige Möglichkeit, sich einen fortlaufenden Überblick über Zustand und Funktion von wasserbautechnischen Anlagen zu verschaffen oder um Gefährdungen richtig bewerten zu können.

Das Tauchunternehmen AQUAWORKER Tauchservice führt regelmäßig solche Inspektionen und Schadensbegutachtungen durch. Abhängig von den Bedingungen unter Wasser wird der Zustand vom Taucher dabei durch Ertasten oder mit digitaler Foto- oder Videotechnik dokumentiert.

Impressionen vom Tauchgang - Fotos: A. Dollmeyer für LMBV


Fertigstellung der 1. Spundwandachse des Querbauwerks oberhalb der Kanuparkschleuse im Rahmen Gefahrenabwehr am Störmthaler Kanal

Durchgängige Zustandsüberwachung und Kontrollen auf der Baustelle

Leipzig/Markkleeberg. Der Baufortschritt oberhalb der Kanuparkschleuse auf Störmthaler Seeseite ist sichtbar: Am 1. April 2021 konnte die erste stählerne Spundwandachse des oberen Spundwandriegels kurzfristig fertiggestellt werden. Nachdem am 29. März 2021 die Baggerarbeiten im Wasser begonnen hatten, wurden seit 31. März 2021 die einzelnen Spundwandprofile gesetzt. Die geplante zweite Spundwandachse des oberen Riegels soll nach Ostern in die Kanalsohle eingebracht werden.

Um die Sicherheit im Bereich bis zur Herstellung des kompletten Spundwandriegels im 1. Bauabschnitt weiterhin zu erhöhen, wurde durch die LMBV eine Notfall-Meldekette zur Information aller Beteiligten aufgestellt und veröffentlicht. Parallel zu den Bauarbeiten wird folgendes umfangreiches Monitoring durchgeführt:

  1. Grundwassermonitoring mit täglichen und wöchentlichen Messung und Auswertung durch den Sachverständigen für Geotechnik.

  2. Vermessungstechnische Überwachung von Bauwerk und Böschungen.

  3. Permanente Messung des Wasserspiegels oberhalb der Schleuse. Falls es zu einer relevanten Wasserspiegelabsenkung käme, würde umgehend eine Alarmnachricht abgesetzt werden.

  4. 24-Stunden-Beobachtung der Böschungen durch geotechnisch eingewiesene Personen auf beiden Seiten des Kanals und zusätzliche tägliche LMBV-Kontrollen.

  5. Nächtliche Beleuchtung des Kanals für die Rissbeobachtung und Vorhaltung von Sandsäcken und Big Bags auf jeder Kanalseite.

Im Baustellenbereich sind die parallel zum Kanal verlaufenden Wirtschaftswege gesperrt und großflächig Umleitungen ausgeschildert worden. Der Kanal kann auf Markkleeberger Seeseite über die Hubbrücke passiert werden.


Baustart für die Querbauwerke im Störmthaler Kanal nach Pressekonferenz

Pressegespräch zu den erforderlichen Maßnahmen an Störmthaler Kanal und Kanuparkschleuse

Leipzig/Markkleeberg. Am 29. März 2021 starten die Vorbereitungen für die Spundwandarbeiten zur vorsorglichen Entlastung im Störmthaler Kanal durch den Auftragnehmer STRABAG AG. Die Rammarbeiten zur Spundwandherstellung beginnen am 31. Marz 2021. Die Baustelleneinrichtung konnte auf Grundlage einer bergrechtlich genehmigten Sofortmaßnahme zur Gefahrenabwehr kurzfristig bis zum 26. März 2021 realisiert werden.

Geplant ist es, bis voraussichtlich Mitte Mai 2021 zwei Spundwandriegel einschließlich Wasserüberleitung beidseitig der Kanuparkschleuse zu errichten, um einem möglichen hydraulischen Versagen der Anlage und dem unkontrollierten Auslaufen des höher gelegenen Störmthaler Sees in den Markkleeberger See entgegenzuwirken. Die Eintrittswahrscheinlichkeit dafür ist nach Einschätzung des geotechnischen Gutachterteams zwar äußerst gering, allerdings könnten die Auswirkungen auf die Seen und auch auf Flächen der Städte Markkleeberg und Leipzig erheblich sein. Anlass sind Böschungsumbildungen mit Sickerwasseraustritt in Verbindung mit Erdstoffausspülungen an den Seitenböschungen. Wichtig ist nun zu klären, ob es unter dem Schleusenbauwerk im verdichteten Kippenboden ähnliche Veränderungen gibt. Dazu sind weitere Untersuchungen im Auftrag der LMBV erforderlich.

Die Baumaßnahme beginnt im 1. Abschnitt auf Störmthaler Seeseite. Dort wird ein Sperrwerkbauwerk bestehend aus zwei Spundwandriegeln im Abstand von 15 m errichtet. Während des 2. Bauabschnitts auf Markkleeberger Seeseite werden drei Spundwandriegel im Abstand von 20 m gebaut, wodurch eine Wasserkaskade entsteht, welche die um 4 m unterschiedliche Wasserhöhe zwischen den Bergbaufolgeseen stufenweise absenkt. Beide Querbauwerke werden in 75 m Entfernung von der Kanuparkschleuse errichtet und mit Boden oder/und Gestein befüllt werden.

Aufgrund des vorhandenen Gefährdungspotenzials untersagte der Landkreis Leipzig vom 26. März 2021 bis einschließlich 31. Mai 2021 jegliche Nutzung beider Seen und des Störmthaler Kanals. Dazu wurde eine entsprechende Allgemeinverfügung erlassen. Nach Fertigstellung der temporären Sicherung soll die Situation neu bewertet und die weitere Vorgehensweise mit allen Beteiligten abgestimmt werden. Derzeit ist davon auszugehen, dass während der folgenden Untersuchungen der Kanuparkschleuse sowohl Störmthaler als auch Markkleeberger See wieder genutzt werden können. Zwischenzeitlich laufen präventive Maßnahmen zur örtlichen Gefahrenabwehr durch die Stadt Markkleeberg.

Über die geplanten Maßnahmen und Hintergründe informierte am 26. März 2021 ein Pressegespräch. Es fand im Anschluss an die Beratung der Steuerungsgruppe Leipziger Neuseenland im Markkleeberger Rathaus statt. Im Podium vertreten waren Landrat Henry Graichen (Landkreis Leipzig), Oberbürgermeister Karsten Schütze (Stadt Markkleeberg), Prof. Dr. habil. Andreas Berkner (Regionaler Planungsverband Leipzig-Westsachsen), Martin Herrmann (Sächsisches Oberbergamt), Dominik Oberhettinger (Landesdirektion Sachsen) und LMBV-Geschäftsführer Bernd Sablotny.

Pressekonferenz im Markkleeberger Lindensaal


Am Speicherbecken Borna startet die Bodenverdichtung mittels Rütteldruck

Am Speicherbecken Borna gingen am 22. März die Verdichtungen in Dauerbetrieb

Leipzig/Borna. Bei den Sanierungsarbeiten am Speicherbecken Borna, auch als „Adria“ bekannt, startet im Probefeld West der Dauerbetrieb. Nach ersten Testsäulen während der Vorarbeiten gingen die Arbeiten zur Rütteldruckverdichtung am 22. März 2021 in den Dauerbetrieb über. Die Probeverdichtungen hatten sich auf Grund von technischen Problemen, ungünstigem Winterwetter und dem mit der Frühjahrschmelze einhergehenden Einstau im Speicherbecken Borna weit in den März 2021 verschoben. Es werden zunächst Rüttelarbeiten an der Zufahrtsrampe vom Randdamm des Speichers Borna zum Probefeld West, welches im Hochwasserrückhalteraum des Speicherbeckens liegt, notwendig.

Die Rüttelarbeiten in den Probefeldern können durch Schall- oder Schwingungsemissionen auch von Außenstehenden wahrgenommen werden. Im Rahmen der Planung wurden entsprechende Prognosen erarbeitet und es konnte nachgewiesen werden, dass alle relevanten Grenzwerte eingehalten werden. Um diese Prognosen zu überprüfen und bestätigen zu können, erfolgen zusätzliche baubegleitende Schwingungs- und Schallmessungen.

Die LMBV hat wiederholt darauf hingewiesen, dass die Arbeiten in einem ausgewiesenen geotechnischen Sperrbereich erfolgen. Es bestehe in diesem Sperrbereich eine Gefährdung für Leib und Leben, wenn sich plötzlich und ohne vorherige Warnung bzw. Wahrnehmung Verflüssigungsvorgänge ereignen. Ein Betreten des Geländes ist daher aus diesen Gründen strikt untersagt.

Das Probefeld West am Südrand des Speicherbecken Borna

Eindrücke zu den Bauarbeiten im Probefeld West vom Dezember 2020


Vorsorgliche Entlastung geplant — Querbauwerke im Störmthaler Kanal im Bau

Gewässerverbindung zwischen Markkleeberger und Störmthaler See wird mit zusätzlichen Querbauwerken vorläufig abgesperrt und gesichert

Leipzig/Markkleeberg. Am Böschungssystem des Kanals zwischen Störmthaler und Markkleeberger See sind im Rahmen des regulären Monitoringprogramms Böschungsschäden und Rissbildungen nahe dem Schleusenbauwerk (Kanuparkschleuse) festgestellt worden. Diesen Sachverhalt hat die LMBV dem Sächsischen Oberbergamt sowie der Landesdirektion Sachsen am 17. März 2021 förmlich angezeigt. Die LMBV hat als verantwortlicher Bergbausanierer Sofortmaßnahmen veranlasst, um Gefahren für die geotechnische Sicherheit auszuschließen. Ebenso ist sie für die Durchführung der Sicherungsmaßnahmen verantwortlich.

Zur Sicherung des Störmthaler Kanals und der Kanuparkschleuse werden voraussichtlich ab 29. März 2021 zusätzliche Querbauwerke oberhalb und unterhalb des Schleusenbauwerkes in den Kanal eingebaut werden, um eine temporäre Sicherung zu schaffen und nachfolgende Maßnahmen risikolos vorbereiten zu können. Wegen dieser baulichen Maßnahmen im Bereich des Störmthaler Kanals und der Gefährdungslage wird die Untere Wasserbehörde des Landkreises Leipzig zeitlich begrenzte Nutzungseinschränkungen auf dem Störmthaler See, im Störmthaler Kanal und auf dem Markkleeberger See aussprechen. Zu erwarten sind zum einen zeitweilige Einschränkungen wie die Aussetzung des Gemeingebrauchs sowie der Gestattungen zum Betrieb von Booten. Zum anderen ist mit temporären Einschränkungen an den vorhandenen parallel verlaufenden Wirtschaftswegen entlang des Störmthaler Kanals zu rechnen.

Anlass für die Maßnahme ist ein im März 2021 im Auftrag der LMBV von einem Sachverständigenteam vorgestelltes geotechnisches Gutachten. Es zeigt Defizite bei der dauerhaften Standsicherheit der Seitenböschungen und des Schleusenbauwerks auf und empfiehlt insbesondere eine zeitnahe Abriegelung des Bereichs, weitere Kontrollen und eine messtechnische Überwachung. Zur Ermittlung der Ursachen sind weitere Untersuchungen erforderlich. Perspektivisch sollen Sicherungsmaßnahmen zur Wiederherstellung der geotechnischen Sicherheit und der wassertouristischen Nutzungsfähigkeit der Anlagen veranlasst werden. Am 23. März 2021 bildete sich eine Arbeitsgruppe aus Vertretern der zuständigen Behörden, Gutachtern, kommunalen Vertretern und LMBV. Am 26. März 2021 wird ein Mediengespräch stattfinden.

Hintergrund:

Der Störmthaler Kanal und die Kanuparkschleuse befinden sich auf einer Bergbaukippe des ehemaligen Tagebaus Espenhain. Gebaut wurde die Schleuse zwischen März 2011 und Oktober 2012 in Projektträgerschaft der LMBV. Finanziert wurde die Maßnahme gemäß § 2 und § 4 des Verwaltungsabkommens zur Braunkohlesanierung. 2013 wurde das Bauwerk an die Stadt Markkleeberg übergeben und wird seither durch die Entwicklungsgesellschaft für Gewerbe und Wohnen mbH (EGW) betrieben. Neben ihrer touristischen Funktion dient die Schleuse der notwendigen Ableitung des Überschusswassers aus dem ca. 4 Meter höher gelegenen Störmthaler See.

Markkleeberger See, Störmthaler Kanal mit Kanuparkschleuse und A 38, Störmthaler See (v.l.n.r., Quelle: LMBV)


Region: Bergbau-Technik-Park an der BAB 38 errichtet neue Ausstellungshalle

Auf über 600 Quadtratmetern entsteht ein neuer, witterungsgeschützter Ausstellungsbereich

Leipzig. Der Bergbau-Technik-Park e.V. errichtet derzeit auf seinem Parkgelände eine neue Leichtbauhalle. Mit ihren circa 660 Quadratmetern Fläche bietet die neue Ausstellungshalle dringend benötigten, witterungsgeschützten Ausstellungsbereich zum Thema Braunkohlenveredelung und Energieerzeugung sowie Möglichkeiten für vielfältige Veranstaltungen und Vermittlungsangebote.

Die fertige Halle ermöglicht die Ausstellung und den Erhalt von industriekulturellen Sachzeugen aus der Geschichte der Braunkohlenveredlung und -verstromung in Sachsen, sowie von Maschinen und Fahrzeugen aus dem Braunkohlentagebau. Damit kann der Bergbau-Technik-Park seine Ausstellungsinhalte qualitativ erweitern. Die zukünftig präsentierten industriekulturellen Sachzeugen aus der Geschichte der Braunkohlenverstromung und -veredelung ermöglichen den Ausbau von Bildungs- und Vermittlungsangeboten, insbesondere für Schulklassen. Zudem eignet sich die Halle als Veranstaltungsraum für Workshops, Vorträge und Versammlungen für Schulklassen, Vereine und Gruppen.

Die Systemsatteldachhalle besteht aus einer Stahl-Tragkonstruktion und ist mit Trapezblechen ohne jegliche Dämmstoffe verkleidet. Vorteil der Systemhalle ist, dass durch die systematische Konzeption teure Planungskosten eingespart werden und, dass die Halle statisch und bedarfsgerecht angepasst werden kann. Die Ausstellungshalle wird voraussichtlich in Juni 2021 fertig errichtet sein. Danach folgt sukzessive der Aufbau der Ausstellung, so dass 2022 die neue Präsentation zur Saisoneröffnung bereit ist.

Mit einer Fläche von circa 31,5 m x 21 m x 6,85 m (L x B x H) bietet die Halle vielfältige Möglichkeiten, um Veranstaltungen wetterunabhängig durchzuführen. Zudem kann der neugeschaffene Veranstaltungsraum auch von anderen Vereinen und Initiativen genutzt werden. Somit ist die Halle nicht nur ein wichtiger Beitrag zur inhaltlichen Erweiterung der Ausstellung, sondern auch zur Stärkung der regionalen Bergbau-Tradition.

Gesamtansicht der Halle (Foto: Bergbau-Technik-Park e. V.)

Eindruck vom Aufbau


Schlitzwand-Errichten und Kippenboden-Untersuchungen am zukünftigen Harthkanal

Probebohrpfähle geben Auskunft über Tragfähigkeit des Kippenbodens zum Sicherstellen der Standfestigkeit

Bauschild: Schlitzwand-Errichten und Kippenboden-Untersuchungen am zukünftigen Harthkanal
LMBV-Baustellenschild für Dichtwandbau per Schlitzen

Leipzig. Derzeit laufen die nach vorzeitigem Baubeginn genehmigten Arbeiten der LMBV für den Einbau einer Dichtwand zwischen dem Zwenkauer See und dem Cospudener See sowie Probepfahlbohrungen als Grundlage für die weiteren Planungen für die künftige Gewässerverbindung. Im Einzelnen sind das das Herstellen einer Dichtwand und Pfahlprobebelastungen.

Herstellung der Dichtwand: Zur Verhinderung einer unzulässigen Um- und Unterströmung im Untergrund eines künftigen Bauwerks zwischen dem Zwenkauer See und dem Cospudener See wird derzeit eine Dichtwand im Bauwerksbereich hergestellt. Die Dichtwand wird mittels Schlitzwandgreifer als Einphasenschlitzwand auf einer Länge von 160 Meter mit einer Tiefe von 40 Meter parallel zum Zwenkauer See errichtet.

Auftragnehmer der aktuellen Maßnahme ist die Berger Grundbautechnik GmbH aus Berlin. Leistungszeitraum ist Ende September 2020 bis voraussichtlich Juni 2021.

PfahlprobebelastungenIm Bereich der zukünftigen Gewässerverbindung werden von Anfang Januar bis voraussichtlich Ende April 2021 sogenannte Probebohrpfähle hergestellt. Die Herstellung der Bohrpfähle einschließlich nachfolgender Pfahlprobebelastungen sind Maßnahmen, die aufgrund des inhomogenen Kippenbodens Erkenntnisse zur Sicherstellung der Standsicherheit der zukünftigen Bauwerke liefern sollen. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse fließen in die weiterführenden Planungen ein, die den umfangreichen Einsatz von Bohrpfählen vorsehen. Weiterhin sollen Möglichkeiten zur Optimierung der Verfahrenstechnik bei der Herstellung der Bohrpfähle in den vorherrschenden Kippenböden gewonnen werden.

Auftragnehmer der aktuellen Maßnahme ist die Stump-Franki Spezialtiefbau GmbH aus Berlin.

Januar-Impressionen von der LMBV-Baustelle
Fotos: A. Wacker; S. Große

Schlitzwandbaustelle am Zwenkauer See
Probepfahlbohrung auf Kippengrund

Schlitzwandgreifer im Einsatz


Kliffsicherung im nordwestlichen Uferbereich des Hainer Sees beginnt in Kürze

Wind und Wellenschlag führten schrittweise zu Uferschäden entlang des gefluteten Bergbaufolgesees

Leipzig/Neukieritzsch. Infolge von Windwellen und der damit verbundenen Uferbeanspruchung am Hainer See sind im westlichen Bereich des Nordufers Kliffs bis ca. 1,70 Meter Höhe entstanden.

Dieser Uferabschnitt ist besonders windwellenexponiert ist und weil die Wellen häufig schräg auftreffen, kommt es zum vermehrten Längstransport des sandigen Ufermaterials. Damit dort keine Gefährdungssituationen entstehen, soll der Seeuferbereich dieses Jahr durch technische Maßnahmen nachhaltig gesichert werden.

Auf einer Gesamtuferlänge von ca. 1,2 Kilometern werden zwischen Februar und voraussichtlich Ende Dezember 2021 im Auftrag der LMBV 15 Holzbuhnen auf einer Gesamtlänge ca. 550 Metern und fünf Steinbuhnen mit einer Länge von jeweils ca. 21 bis 45 Metern hergestellt werden. Zusätzlich erfolgt die Ufersicherung mittels Steinschüttung sowie Teilverklammerung auf insgesamt ca. 540 Metern Uferlänge sowie eine Sedimenterneuerung mit Kiesschüttung auf ca. 480 Metern Uferlänge. Im Februar erfolgt zunächst die Holzung des Geländes, voraussichtlich im April beginnen die eigentlichen Sicherungsarbeiten.

Die Maßnahme erfolgt gemäß Planänderung des Planfeststellungsbeschlusses für das Gewässerausbauvorhaben „Wasserwirtschaftliche Maßnahmen im Tagebauterritorium Witznitz“ vom 23.09.2020 in Abstimmung mit dem Seeeigentümer. Finanziert wird sie über den § 2 des Verwaltungsabkommens zur Braunkohlesanierung.

Planungsgrundlage für die Kliffsicherung ist das Wind-Wellen-Gutachten von Dr. Ronald Wagner vom April 2017. Auftragnehmer für das Bauvorhaben ist die Meliorations-, Straßen und Tiefbau GmbH. Als Planungsbüro und für die Bauüberwachung zuständig zeichnet Ingenieurplanung Rink.

Zu sanierender nördlicher Uferbereich am Hainer See (Fotograf: Peter Radke)


Impressionen aus winterlich verschneiter mitteldeutscher Bergbaufolgelandschaft


Steganlage am Gröberner See

Stimmungsvolle Fotoaufnahmen zeigen Kälte und Schönheit der Natur

Leipzig/Muldestausee/Bitterfeld-Wolfen/Radefeld. Der vielfältige Charakter von rekultivierten Bergbaufolgelandschaften bietet auch im Winter Ausgleich. Die frostigen Temperaturen im Februar 2021 machen es möglich: Eiszapfen, schneebedeckte Landschaft und zugefrorene Seen laden zu Spaziergängen, Skilangläufen oder Schlittenfahrten ein. Der Fotograf Christian Bedeschinski war nördlich von Leipzig unterwegs im Bereich der ehemaligen Tagebaue Gröbern, Goitsche und Breitenfeld und fing Winterimpressionen ein.

Seeresort am Gröberner See

Winterimpressionen von C. Bedeschinski für LMBV


Spaziergänger am Gröberner See

Bitterfelder Stadthafen am Großen Goitzschesee
Bitterfelder Stadthafen mit Spaziergängern am Großen Goitzschesee

Schaufelrad bei Gerbisdorf


Denkmalgeschützte Schacht-Anlage bei Deuben im Burgenlandkreis bleibt erhalten informiert das Wirtschaftsministerium Sachsen-Anhalt

Schacht mit Zukunft: Ministerium fördert Sicherung und Sanierung der Grube „Paul II“

Magdeburg. Das Wirtschaftsministerium wird die Sanierung der denkmalgeschützten Schachtanlage Grube „Paul II“ bei Deuben (Burgenlandkreis) finanziell unterstützen. Das hat Staatssekretär Thomas Wünsch heute im Rahmen einer Videokonferenz u.a. mit Landrat Götz Ulrich, dem Direktor der Kulturstiftung Hohenmölsen Andy Haugk sowie der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-​Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) als Eigentümerin der Schachtanlage angekündigt. Die Höhe der Unterstützung aus Mitteln der Braunkohlesanierung wird im Rahmen der jetzt anstehenden Erkundungs-​ und Planungsarbeiten ermittelt. Neben der Finanzierung wurde heute auch das weitere Vorgehen bezüglich Gefahrenbeseitigung, Denkmalschutz und künftiger Nutzung des Gebäudekomplexes abgestimmt.

Die Schachtanlage „Paul II“ liegt an der ehemaligen Bundesstraße B 91 zwischen Naundorf und Theißen. Sie besteht aus einem Förderturm mit eisernem Strebenfördergerüst von 1915, einem Fördermaschinenhaus inklusive Seilscheibe sowie Kesselhaus, Werkstatt und Sozialräumen. Das Ensemble im Zeitz-​Weißenfelser Revier gilt als letzte erhaltene Tagesanlage einer Braunkohlentiefbaugrube in Sachsen-​Anhalt; ein Abriss kam daher aus Denkmalschutzgründen nicht in Betracht.

Stattdessen sollen nun in einem ersten Schritt in diesem Jahr die untertägigen Bereiche erkundet und gesichert werden, um einen Einsturz von Hohlräumen und damit mögliche Tagesbrüche an der Oberfläche zu verhindern. Im zweiten Schritt wird ebenfalls noch 2021 mit der konzeptionellen Planung zum Erhalt des Ensembles begonnen. Unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes und des Nachnutzungskonzeptes der Kulturstiftung Hohenmölsen stehen hierbei Erhalt und Sicherung des Förderturms als Landmarke sowie der Erhalt der Seilscheibe an erster Stelle.

Der gegenwärtige bauliche Zustand der Schachtanlage „Paul II“ ist nach Einschätzung der LMBV äußerst kritisch: Der Turm ist teilweise einsturzgefährdet. Ungesichert ist die Schachtsäule des Förderturms, ebenso Teile der im Untergrund befindlichen Braunkohlentiefbaustrecken. Aufgrund der Einsturzgefahr gilt derzeit ein Betretungsverbot für das gesamte Schachtgelände.

Wünsch sagte: „Sachsen-​Anhalt ist ein Bergbauland. Unsere reichen Bodenschätze waren über viele Jahrhunderte die Basis für wirtschaftliche Entwicklung und Wohlstand. Um einen Teil dieser Historie zu bewahren, unterstützen wir die Sicherung und Sanierung der Schachtanlage ‚Paul II‘."

Hintergrund:

Die Schachtanlage „Paul II“ ist im Zuge des 1860 bis 1925 dominierenden Braunkohletiefbaues entstanden. Von dem bis 1904 abgeteuften, 60 Meter tiefen Schacht aus wurde ringsum Kohle abgebaut und mit einer Seilbahn zur Brikettfabrik „Paul I“ bei Luckenau (heute Ortsteil von Zeitz) gebracht. Der Schacht diente bis 1920 als Förder-​, Material-​ und Fahrschacht, anschließend bis 1949 als Fahr- und Materialschacht und später bis zu seiner Verfüllung 1964 zur Wasserhaltung. 1994 wurde die Schachtanlage „Paul II“ als Technisches Denkmal eingetragen und gilt seit 1998 als Kulturdenkmal. Die untertägigen Grubenräume wurden bis 1962 verwahrt. Testmessungen und Bohrungen aus dem Jahr 1996 haben jedoch gezeigt, dass dies nur unvollständig gelungen ist.

Quelle: PM des MW Sachsen-Anhalt vom 11.02.2021

Förderturm Schachtanlage Paul II (Archivfotos LMBV/Roland Engelmann)







Neuer Abteilungsleiter führt das sachsen-anhaltinische Projektmanagement in Leipzig

Dietmar Wollnitza kennt Tagebaue im mitteldeutschen Revier aus langjähriger Erfahrung

Leipzig. Anfang 2020 übernahm Dietmar Wollnitza den Staffelstab für die Leitung der mitteldeutschen LMBV-Abteilung Projektmanagement Sachsen-Anhalt von seinem Vorgänger Dietmar Onnasch. Fortan ist der 56-Jährige Diplom-Energieingenieur (FH) übergeordnet zuständig für die ehemaligen Tagebaue Golpa-Nord, Gröbern, Goitsche, Merseburg-Ost, Lochau, Mücheln, Großkayna, Roßbach, Nachterstedt, Königsaue und Wulfersdorf.

Seine berufliche Laufbahn startete er als Anlagenfahrer im Chemiewerk Böhlen. Nach dem Studium der Brennstoffveredelungstechnik arbeitete Dietmar Wollnitza zunächst bei MIBRAG im Bereich Anwendungstechnik/Entwicklung in Leipzig beziehungsweise Rötha. Der Wechsel in die Sanierung zur MBV/LMBV erfolgte 1994 als Fachtechniker für Veredelungsanlagen nach Bitterfeld. 1995 wurde er ins Geiseltal nach Braunsbedra umgesetzt, wo er in verschiedenen Funktionen vor allem den Abbruch der Veredelungsanlagen in Sachsen-Anhalt betreute. Nach seiner Rückkehr nach Bitterfeld 1998 zeichnete er u. a. für die Sondermaßnahme EXPO 2000 mit verantwortlich. Bis zur Übernahme des Projektmanagements Geiseltal im Jahr 2011 war er in Planung und Projektkoordinierung für den Raum Sachsen-Anhalt/Mitteldeutschland tätig.


Abteilungsleiter Dietmar Wollnitza am neuen Arbeitsplatz


Internationaler Seenlandkongress findet dieses Jahr als Videokonferenz statt

Teilnehmer erwartet ein breitgefächertes Veranstaltungsprogramm

Leipzig. Am 11. Februar 2021 tagt der 12. Seenland-Kongress erstmals als Online-Kongress. Er gilt als wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur World Canals Conference, die 2022 in Leipzig unter dem Motto „Wasser verbindet“ stattfinden wird. Das abwechslungsreiche eintägige Programm beinhaltet insgesamt 16 Vorträge, eine Podiumsrunde sowie eine Videobotschaft zu folgenden Themenblöcken: Mitteldeutschland auf dem Weg zur World Canals Conference 2022, Kultur und Natur am Wasser in den Sächsischen Seenländern, Wasser und Stadt, Strukturwandel und Transformation, Infrastruktur und Wassertourismus, Blicke nach vorn. Weitere Informationen sind zu finden unter https://www.wccleipzig2022.com.

Bereits seit 2009 flankiert die Leipziger Messe mit dem „Seenland-Kongress“ die gewässertouristischen Entwicklungen vor allem in Mitteldeutschland. 2018 wurde der Kongress international, er ist eine feste Größe in der Tagungslandschaft für mitteldeutsche, bundesdeutsche und internationale Wasserthemen. 

Archivfoto Seenlandkongress 2019 in der Leipziger Messe (Fotograf: Uwe Steinhuber)


Start der bauvorbereitenden Arbeiten zur geotechnischen Sicherung Hochkippe Borna-West

Baufeld auf dem Kippenplateau wird von Bäumen und Aufwuchs befreit

Leipzig/Borna. Als bauvorbereitende Maßnahme für die Sicherung der Hochkippenböschung Borna-West wird im Februar 2021 die Baufeldfreimachung auf dem Plateau laufen. Beginn ist wahrscheinlich in der 2. Februarwoche, die Baufeldfreimachung dauert voraussichtlich ein bis zwei Wochen.

Es geht um die Holzung von Bäumen und das Mulchen von Aufwuchs (Beseitigung mittels Forstfräse), sodass anschließend die Großgeräte darauf fahren können. Aus artenschutzrechtlichen Gründen erfolgen die Arbeiten bereits jetzt – Baubeginn für die Rüttelstopfverdichtung als Hauptbaumaßnahme ist voraussichtlich im April 2021.

Ausführende Baufirma für die bauvorbereitenden Arbeiten ist Grünland GmbH aus Bemsdorf-Hermsdorf. Finanziert wird die Maßnahme über den § 3 des Verwaltungsabkommens zur Braunkohlesanierung.

Weitere Informationen:

Bei der ersten vorgezogenen Bauphase vom August 2018 bis zum I. Quartal 2019 wurde die Rüttelstopfverdichtung zunächst auf einem Probefeld im mittleren Böschungsbereich getestet, um eine geeignete Sanierungstechnologie zur Untergrundverbesserung des ehemaligen Tagebauareals zu finden.

Bei der Rüttelstopfverdichtung werden Säulen aus grobkörnigen Böden per Rohr gleichmäßig in die Kippenböschung eingebracht. Begleitet werden die Maßnahmen durch ein umfangreiches Monitoringprogramm, welches Schwingungs-, Verformungs-, Setzungs-, Lärm- und Grundwassermessungen sowie Beweissicherungen an Gebäuden umfasst.

Mit den Sicherungsmaßnahmen sollen potenzielle geotechnische Gefährdungen wie Verflüssigungserscheinungen des Bodens oder ein Böschungsbruch verhindert werden. Während der gesamten Baumaßnahmen ist ein erweiterter Sperrbereich an der Hochkippenböschung eingerichtet, in dem ein Betreten und Befahren aus Sicherheitsgründen ausgeschlossen ist. Nach Abschluss der Sanierungsmaßnahmen kann der seit Oktober 2011 bestehende Sperrbereich aufgehoben werden.

Archivfotos vom Probefeld der RDV von 2019 (Fotograf: Peter Radke)


Instandsetzung Wilfried-Lauche-Weg am Geiseltalsee zwischen Mücheln und Krumpa ab Februar 2021

Neuer Projektmanager erläutert das Vorgehen zur Sanierung des über 30 Jahre alten Wegeabschnitts

Leipzig. Wie Mirko Mennert, der seit Januar 2021 zuständige LMBV-Projektmanager für den Geiseltalsee, kürzlich mitteilte, soll der am südlichen Seeufer gelegene Wilfried-Lauche-Weg grundhaft instandgesetzt werden. Der zu sanierende Bereich weist zahlreiche Aufbrüche und Risse auf einer Gesamtlänge von ca. 2,1 Kilometern auf. Er liegt zwischen dem ehemaligen Geiseleinlauf in Mücheln und dem Aussichtspunkt Cecilie im Braunsbedraer Ortsteil Krumpa, verläuft also parallel zur Krumpaer Landstraße/Merseburger Straße.

Der Weg im Bereich des ehemaligen Braunkohletagebaues Mücheln war im Jahre 1989 in einer Breite von 2,0 bis 2,2 Metern mit einer Asphaltdeckschicht hergestellt worden. Durch die entstandenen großen Schadstellen ist der Wirtschaftsweg heute nur noch bedingt zur Bewirtschaftung sowie für Fußgänger und Radfahrer nutzbar.

Ab 1. Februar 2021 soll die Baufeldfreimachung erfolgen. Ab März erfolgt im 14-tägigen Rhythmus das Mähen und Mulchen der Randbereiche des Weges als Vergrämung für eventuell vorkommende Zauneidechsen. Als Baubeginn für die Wegebauarbeiten ist der 1. April 2021 geplant. Es ist vorgesehen, die Deckschicht des Weges auf kompletter Länge abzufräsen. Vorhandene tieferliegende Schadstellen werden herausgenommen und mit einer Tiefe von ca. 30 bis 40 Zentimetern grundhaft ausgebaut.

Mit dem Einbau einer neuen Asphaltdeckschicht auf der kompletten Länge wird der Weg wieder neu hergestellt. Weiterhin wird beidseitig des Weges eine Wurzelschutzfolie eingebracht, welche ein Hineinwachsen von Wurzeln in den Wegebereich verhindern wird. Die Beendigung der Instandsetzungsarbeiten ist Ende Mai 2021 geplant.

Die Arbeiten erfolgen nach Vorgaben der Wegebaurichtlinie der LMBV. Im Rahmen der Planungen wurden umfangreiche naturschutz- und artenschutzfachliche Untersuchungen durchgeführt. Ausführende Baufirma ist die Meliorations-, Straßen- und Tiefbau GmbH aus Laucha. Finanziert wird die Maßnahme über den § 2 des Verwaltungsabkommens zur Braunkohlesanierung.

Neuer Projektmanager für Geiseltal - Mirko Mennert


Region: Dreijähriges DOKMitt-Forschungsprojekt Zeitzeugenbefragung abgeschlossen

Das Cover der Publikation zeigt eine Schwarz-Weiß-Aufnahme von Mitarbeitern des Tagebaus Espenhain aus dem Archiv von Rudolf Lehmann.

Veröffentlichung „Als wenn ein guter Kumpel stirbt. Die 1990er Jahre im Nachhall der Erzählungen ehemaliger Bergleute“ online verfügbar

Borna. Zwischen September 2017 und Dezember 2020 forschte ein Projektteam des Fördervereins zum Aufbau des Dokumentationszentrums IndustrieKulturlandschaft Mitteldeutschland (DOKMitt e. V.) zum Fortwirken der Braunkohlenpolitik der 1990er Jahre. Die „Zeitzeugenbefragung (Oral History) zur Entstehung und Entwicklung demokratischer Einstellungsmuster nach 1990 im Südraum Leipzig“ wurde gefördert durch das Landesprogramm Weltoffenes Sachsen des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt (SMS). Es galt herauszufinden, in welchem Maße die Erfahrungen mit dem Strukturbruch die politischen Einstellungen der ehemaligen Beschäftigten der Braunkohlenindustrie im Leipziger Südraum geprägt haben. Daher wurden 42 Zeitzeugen zu ihren Erinnerungen, Lebenswegen, Anekdoten, Emotionen, Erfolgen und Niederlagen sowie politischen Einstellungsmustern u. a. in filmischen Interviews befragt.

Die nunmehr vorliegende Abschlusspublikation unter dem knappen Titel-Zitat eines Betriebsingenieurs des BKW Espenhain offenbart die differenzierten Studienergebnisse. Neben den Beweggründen und abschließenden Handlungsempfehlungen werden auch das wissenschaftliche Vorgehen und die weiteren Tätigkeiten im Rahmen des Projekts nachvollziehbar dargestellt. Aufgelockert wird die 72 Seiten starke Broschüre durch Statistiken sowie Fotografien aus den Archiven von Rudolf Lehmann, dem ehemaligen Kombinatsleiter Braunkohlenwerk BKW Espenhain und späteren Leiter des Länderbereichs Westsachsen/Thüringen bei der LMBV, und vom Fotografen Christian Bedeschinksi, der die Transformation vom Bergbau zur Bergbausanierung in der Region über Jahrzehnte begleitet hat. Die Publikation ist online verfügbar unter www.dokmitt.de.

Der Förderverein DOKMitt hat seit seiner Gründung am 16. September 2015 in Borna die vorangegangenen jahrelangen Bemühungen um ein Dokumentationszentrum für die Industrie-Kulturlandschaft Mitteldeutschland engagiert aufgenommen und fortgeführt. Es soll Anlaufstelle und Zentrum der Aktivitäten sein und als „regionales Gedächtnis“ die gewonnenen Erkenntnisse, Daten und Fakten öffentlich zugänglich machen. Der Verein sieht sich als Initiator und Begleiter verschiedenster Projekte, die den industriekulturellen Wandel erlebbar und nachvollziehbar machen.


Uferschutzmaßnahmen am Störmthaler See zum Jahresende 2020 fertiggestellt

Wellenbrecher und Holzbuhnen schützen das Ufer

Leipzig/Großpösna. Mitte Dezember 2020 wurden umfangreiche Uferschutzmaßnahmen im nordöstlichen Bereich des Störmthaler Sees sowie an der Südseite des Gewässers (bis zum Feuerwehranleger) und an der Nordseite der Magdeborner Halbinsel fertiggestellt.

Die lokale Bildung von Kliffen und Materialumlagerungen wurde durch einen dauerhaften starken Wellengang beziehungsweise Wellenangriff verursacht. Um dem entgegen zu wirken, entstanden in Ufernähe 13 Wellenbrecher von jeweils rund 65 Metern Länge. Darüber hinaus wurden 47 Holzbuhnen sowie eine Mole im Bereich des Schlumperbachs hergestellt. Zusätzlich wurde das Ufer des Bergbaufolgesees mit einer Steinschüttung gesichert.

Die sehr umfänglichen Arbeiten hatten bereits Mitte Dezember 2019 mit der Baustelleneinrichtung im Norden des Störmthaler Sees begonnen. Im Frühjahr 2020 begannen die entsprechenden Baumaßnahmen. Ausführende Baufirmen waren die MST Laucha GmbH und die Brünnich Bau GmbH.

Während der Baumaßnahme wurden naturschutzfachliche Ruhezeiten von März bis August 2020 berücksichtigt. Finanziert wurde die Maßnahme über den § 2 des Verwaltungsabkommens zur Braunkohlesanierung.

Uferschutzmaßnahmen am Störmthaler See


Neues Sonderheft zur “Sanierungsplanung Tagebaue Zwenkau/Cospuden” erschienen

Planerischer Weg und Entwicklungsschritte zur in den letzten 30 Jahren weitgehend hergestellten Bergbaufolgelandschaft Zwenkau/Cospuden

Leipzig. Das neue Sonderheft 25 aus der LMBV-Broschürenreihe "Wandlungen und Perspektiven" widmet sich der Sanierungsplanung der Tagebaue Zwenkau/Cospuden. Der Autor Bernd-Stephan Tienz, ehemaliger LMBV-Leiter Planung Mitteldeutschland, beschreibt die schrittweise Fertigstellung der Bergbaufolgelandschaft südlich von Leipzig. Entstanden ist die Broschüre im 20. Nutzungsjahr des Cospudener Sees, der früher als hässliches Loch verpönt war, sowie im fünften Nutzungsjahr des Zwenkauer Sees.

Der westliche Teil des so genannten Seenkleeblatts besteht aus dem Cospudener See und dem Zwenkauer See. Im Gegensatz zum östlichen Teil der neuen Wasserlandschaft (Störmthaler und Markkleeberger See) steht hier eine Verbindung beider Seen noch aus. Der Cospudener See und sein Umfeld sind in ihrer landschaftlichen Entwicklung aber bereits so weit fortgeschritten, dass man den früheren bergbaulichen Eingriff in die vorbergbauliche Kulturlandschaft kaum noch erkennen kann. Die nach 1990 in einer Rekordzeit von nur 10 Jahren abschließend geplante und realisierte Umwandlung dieser ehemaligen Bergbaulandschaft in eine Bergbaufolgelandschaft mit hohem Nutzungspotenzial wurde zum Pilotprojekt der Bergbausanierung und der sich anschließenden touristischen Erschließung im Südraum von Leipzig und darüber hinaus. Parallel zur Herstellung der Cospudener Bergbaufolgelandschaft war der südlich davon gelegene Tagebau Zwenkau noch bis September 1999 in Betrieb. Das bot die Gelegenheit, das Ergebnis der Wiedernutzbarmachung eines stillgelegten Tagebaus un den umweltzerstörenden Eingriff eines noch aktiven Tagebaus auf engstem Raum zu erleben. Anhand vieler Fotos, Karten und Dokumente wird die jeweilige Sanierungsplanung erläutert. Abgerundet wird das Heft durch zwei chronologische Übersichten, die die Voraussetzungen und Meilensteine zur Wiedernutzbarmachung der Tagebaue darstellen.

Die 52 Seiten starke Broschüre im A4-Format kann kostenfrei bestellt werden gegen Zusendung eines adressierten und ausreichend frankierten Rückumschlages an LMBV-Unternehmenskommunikation, Walter-Köhn-Straße 2, 04356 Leipzig. Das Porto beträgt für eine Broschüre 1,55 Euro, für zwei oder drei Broschüren 2,70 Euro und ab vier Broschüren 4,50 Euro. Mehr als drei Exemplare einer Broschüre werden an Privatpersonen nicht abgegeben.

Sonderheft Nr. 25 – Zwenkau/Cospuden (PDF)

Cover des neuen mitteldeutschen Sonderheftes 25


Jahresrückblick zur Bergbausanierung I – gespiegelt in Überschriften der Regionalzeitungen

I. Quartal 2020

Senftenberg | Sonderhausen |Leipzig. Nachfolgend soll ein Jahresrückblick zur Bergbausanierung – gespiegelt in den Überschriften
der Regionalzeitungen in den LMBV-Revieren – gegeben werden. Die Auswahl erfolgte selektiv aus Sicht der LMBV-Unternehmenskommunikation. Hier Teil I

 

Januar 2020

„Großbaustelle Blunodamm“ lautete eine Überschrift der LR-Ausgabe Hoyerswerda v. 27.01.2020 und erklärte das LMBV-Vorhaben zum Bau des Überleiters 3. Mit „Ferienhaus-Siedlung wächst am Partwitzer See“ beschrieb die LR am 28.01.2020 eine private Investition am Restloch Skado. „Am Knappensee bleibt es rebellisch“ hieß es bei der LR am 1. Februar. Die laufenden Sanierungsarbeiten der LMBV werden auch in diesem Jahr weiterhin kritisch von einer BI begleitet. Wichtigste Botschaft:
„Zum Saisonstart 2022 soll der Knappensee freigeben werden.“

 

Februar 2020

„Lober-Leine-Kanal soll zurückgebaut werden“, leitet am 3. Februar die MZ Bitterfeld den Auftrag zur vorlaufenden Kartierung ein. Die Sächsische Zeitung Hoyerswerda berichtete am 04.02.2020: „Unbekannte fluten Baustelle am Rostigen Nagel“. Hier hatten Unbekannte das LMBV-Wehr am Sornoer Kanal widerrechtlich geöffnet. „Kalk färbt den Partwitzer See“ heißt es kurz darauf in der SZ am 05.02., wo über die begonnene LMBV-Konditionierung berichtet wird. Die LVZ titelte am 05.02. zu einem Investitionsvorhaben an einem Bergbaufolgesee: „Am Bockwitzer See soll ein Surferparadies entstehen“. Für die LR war an diesem Tag wichtig, das am „Senftenberger See wieder saniert“ wird.

Bei der LR in Hoyerswerda war am 06.02. der für das Jahr am Geierswalder See geplante „Wasserwanderrastplatz im Fokus“. Die
Leipziger Bergbaufolgeseen haben laut Freier Presse v. 08.02. eine „Neue Plattform zum Neuseenland“. „Die Hochkippe Scheibe ist jetzt gesperrt“, so die SZ am 11.02. zur Ausweitung des Sperrbereiches im Umfeld des Speichers Lohsa II. Die Gemeinde Boxberg positioniert sich laut SZ v. 12.02 gegen die Ausweitung der einer Schutzzone für Vögel auf dem LMBV-Bärwalder See: „Boxberg lehnt größere Naturschutzzone ab“. „Neue schwimmende Häuser legen an“ lautete dagegen die Überschrift der LR am
29.02., d.h. weitere floating homes werden den Bärwalder See im Laufe des Jahres bereichern.

 

März 2020

„Kupferschatz in Halden“ heißt es bei der MZ v. 02.03. zum neuen Anlauf, aus LMBV-Halden des Kupfererzbergbaus im Mansfelder Land z.B. wertvolle Metalle zu gewinnen oder diese anderen Nutzungen wie z.B. als PV-Anlagenstandorte zu überführen. Eine Studie belege laut LR v. 02.03. die Möglichkeiten auch der LMBV-Bergbaufolgeseen als Option für Floating Solar-Kraftwerke – zunächst sei dies aber regionalplanerisch vorzubereiten, bevor es heißen kann: „Solarstrom von Lausitz-Seen“. „Gefühlte Erdbeben bei Groß Lübbenau“ bewegen die Anrainer am LMBV-Tagebau Seese-Ost, wo mit schonender Sprengverdichtung eine Innenkippe durch die Bergbausanierer gesichert wird, so die LR v. 03.03.2020. Die LVZ vermeldet am 09.03. bezüglich des Wirtschaftsweges
um den Bockwitzer See „Risse im Asphalt werden immer größer“. Die LMBV kündigte für anstehende Sanierungsarbeiten eine Sperrung an. Am 11.03. berichtet die SäZ über „Uferumgestaltungen am Geierswalder See“ und erläutert die Ufersicherungen der LMBV unterhalb des Leuchtturm-Hotels. Die LR zieht am 17.03. nach: „Geierswalder See bleibt Baustelle“.

Die LR nimmt am 14.03. ein futuristisches Gebäude in den Blick: Sedlitz bekommt Kanu-Landmarke“. Am 18.03. wird ebenda gemeldet; dass der „Senftenberger See ab April nutzbar“ wird. Am 19.03. wird unter „Flüsschen stützt Fluss“ über den LMBV-Beitrag aus der Reinigungsanlage Rainitza für die Schwarze Elster berichtet. Die LVZ zitiert am 19.03. unter „3D-Zeitreise zur See-Geschichte“ die geförderte Idee einer Darstellung des Störmthaler Sees. Im März sollte eigentlich eine Infoveranstaltung der LMBV zur Gestaltung der Gösel stattfinden, die coronabedingt gestrichen werden musste, wie die LVZ am 23.03. bedauert. Die LR erklärt am 25.03. ihren Lesern, dass (die) „See-Sanierung blockt Nutzung“ und untersetzt, dass die laufenden Arbeiten der LMBV auf und am Großräschener See noch Vorrang haben. "Wir können kein Wasser herbeizaubern“ – so die Überschrift der SZ vom 30.03. zur pausierenden Flutung in der Lausitz. Dagegen gibt es „Edle Tropfen von der Tagebaukante“ laut LVZ v. 30.03., wo über die 1.300 Rebstöcke am Störmthaler See gesprochen wird.

 

April 2020

Die MZ hat am 01.04. wieder die zur Veräußerung anstehenden „Flachhalden (der LMBV) im Blick“. Dagegen: „Am Senftenberger See werden die Sperrschilder abgebaut“, teilt die LR am selben Tag mit. „Still ruht der Bärwalder See“ erklärt die SZ die Corona-Auswirkungen bei Boxberg am Bergbaufolgesee der LMBV. Der Corona-Tod des StararchitektenMichael Sorkin, der als  „Baumeister“ in den 90er Jahren auch in Leipzig aktiv war, lässt die LVZ Anfang April titeln: „Erfinder des Leipziger Neuseenlandes an Covid-19 gestorben“. Am Geiseltalsee der LMBV gäbe es nun einen weiteren „Platz an der Sonne“, so die MZ über eine neue
Beherbergungsmöglichkeit in Oechlitz. Die LR würdigt am 02.04., dass die LMBV Wort gehalten habe: „Senftenberger See ohne Bagger-Pontons“. Die SZ schildert am 03.04. über die Vorbereitungen der LMBV von Einsatz- und Löschwasserentnahmestellen unter „Planungen für …Kalkschiffe“.

„Kleine Restlochkette jetzt am Netz“, so informiert die LR am 04.04. über das fertiggestellte LMBV-Ablaufsystem vom Bergheider See bis Grünewald. Die SZ sagt am 04.04. ein „Sonniges Wochenende am Berzdorfer See“ voraus, wo vor allem die Corona-geplagten Görlitzer erwartet werden. Die LVZ weist darauf hin, dass „Die Parkplätze weiter dicht“ an den Südraum Bergbaufolgeseenseen seien. „Rostiger Nagel steht an Großbaustelle“ bzw. „Neue Brücke im Lausitzer Seeland“ schildern Lausitzer Zeitungen am 07.04. Die MZ fragt am selben Tag hinsichtlich der Wassersportler „Was darf man noch auf der Goitzsche?“. Die SZ schildert ähnlich am 08.04.: “Autozufahrten zum Berzdorfer See gesperrt“, um eine Abstandsgebots-Einhaltung zu erreichen. „Wir halten die Sperrung der Zufahrten für falsch“, so die SZ drei Tage später. Auch der „Strand des Scheibesees (sei) gesperrt“, erklärt die LR am 11.04. ihren Lesern.


Kaufmännischer Kapitän verlässt zum Jahresende das Deck des Unternehmens

Tätigkeit von Geschäftsführer Dr. Hans-Dieter Meyer in der LMBV endet zum Jahresende

Senftenberg. Der langjährige kaufmännische Geschäftsführer der LMBV,
Dr. Hans-Dieter Meyer, scheidet zum Jahresende aus dem Unternehmen aus.
Die LMBV dankt Dr. Meyer für die über viele Jahre gezeigte
Leistungsbereitschaft und Führung und wünscht alles Gute für die nächste
Lebensetappe.

Der Lauchhammeraner stand dem Bergbausanierer seit 2008 in dieser
Funktion vor und hat die verschiedenen Unternehmungen seit 1990 mit
großem Engagement mitgestaltet. Hans-Dieter Meyer wurde 1957 in der
Stadt Lauchhammer geboren und wuchs in der Lausitz auf. Nach einem
Studium der Volkswirtschaft in Berlin promovierte er dort 1985 und
arbeitete im Anschluss in Bergbauunternehmen.

Nach 1990 wurde er u. a. zum Kaufmännischen Geschäftsführer der
Braunkohlenveredlung Lauchhammer sowie der Sanierungsgesellschaft
Lauchhammer berufen. Seit 1997 war er zunächst als Bereichsleiter
Einkauf, Verkauf, Materialwirtschaft und seit 2001 als Bereichsleiter
Controlling/Finanzen – jeweils mit Prokura ausgestattet – in der LMBV
tätig. Im Jahr 2007 nahm er darüber hinaus die Aufgaben eines
kaufmännischen Geschäftsführers der Gesellschaft zur Verwertung und
Verwahrung stillgelegter Bergwerke Sondershausen, einer damaligen
Tochtergesellschaft der LMBV, wahr.

Kienbaum Consultants International GmbH haben im November 2020 den
Auftrag übernommen, einen „Kaufmännischen Geschäftsführer (m/w/d)“ für
die LMBV zu suchen. In der veröffentlichten Stellenbeschreibung heißt es
u.a.: „Die komplexen Aufgaben in der Bergbausanierung, des
Wassermanagements, der Gestaltung des Landschaftswandels, der
Folgenutzung und der Flächenvermarktung werden die LMBV noch lange
fordern. Entsprechend zukunftsorientiert sind auch die
kaufmännisch-administrativen Prozesse des Unternehmens zu steuern. Als
öffentliche Zuwendungsempfängerin ist die LMBV den besonderen
Gegebenheiten öffentlicher Unternehmen unterworfen.“

Weiter wird betont: „Das Spannungsfeld zwischen sicheren und
nachhaltigen Lösungen einerseits und Kosteneffizienz andererseits
balanciere“ der oder die Gesuchte „in der Rolle aktiv aus“. Die
Organisation einer Ingenieurgesellschaft mit ihren rund 700
Beschäftigten an drei Standorten führe der künftige Geschäftsführer
gemeinsam mit dem Technischen Geschäftsführer. Er oder sie „befähige und
motiviere die Mitarbeitenden für die Aufgaben in Gegenwart und Zukunft.
Nach außen vertrete“ er/sie „die LMBV gegenüber Politik, Verwaltung,
Öffentlichkeit, Medien sowie sonstigen Stakeholdern.“ In seiner
Zuständigkeit liegen:

  • die Aufstellung, Einreichung und Umsetzung des Wirtschaftsplans
  • die Bewirtschaftung von Zuwendungsmitteln
  • Buchführung, Inventar, Controlling, Rechnungswesen und
    Jahresabschluss nach den für große Kapitalgesellschaften geltenden
    handelsrechtlichen Vorschriften
  • die Vergabe von Aufträgen nach den einschlägigen vergaberechtlichen Vorschriften
  • die Führung der Ressorts Personalwesen, Justitiariat, Flächenmanagement

Erwartet werden u.a.:

  • ein erfolgreich abgeschlossenes Hochschulstudium (z. B.
    Master/Diplom/Staatsexamen in Volkswirtschaftslehre,
    Betriebswirtschaftslehre, Rechtswissenschaften oder einem vergleichbaren
    Studiengang)
  • mehrjährige Berufserfahrung mit Führungsverantwortung in der öffentlichen Verwaltung oder in öffentlichen Unternehmen
  • langjährige berufliche Erfahrung in der Regional- und
    Strukturpolitik sowie Förderpraxis, bevorzugt mit Blick auf die Länder
    Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen
  • tiefe Kenntnisse des Haushaltsrechts und der Haushaltssystematik des
    Bundes und der Länder; solide Kenntnisse der einschlägigen gesetzlichen
    Vorschriften (insbesondere des Handels- und Vergaberechts)
  • langjährige Erfahrung in der Zusammenarbeit mit öffentlichen
    Verwaltungen und politischen Gremien, bevorzugt im Bund-Länder-Kontext

Kenntnisse im Immobilienmanagement seien von Vorteil, heißt es
abschließend in der Ausschreibung, die bis zum 31.12.2020 läuft. Mehr
unter www.kienbaum.de


Angesichts Pandemieentwicklung wechselt Bergbausanierer vornehmlich in mobiles Arbeiten

Nur noch betriebsnotwendiges Schlüsselpersonal an LMBV-Standorten vor Ort

Senftenberg | Sondershausen | Leipzig. Angesichts der weiter steigenden 7-Tage-Inzidenz im Umfeld der LMBV-Standorte, das heißt die Zahl der in den letzten sieben Tagen neu gemeldeten Corona-Fälle pro 100.000 Einwohner, hat der LMBV-Krisenstab in enger Abstimmung mit den Betriebsräten am 11. Dezember 2020 festgelegt, dass LMBV-Mitarbeiter ab 14. Dezember 2020 vornehmlich in mobiles Arbeiten bzw. in Urlaub wechseln.

Dies bedeutet, dass bis einschließlich 12. Januar 2021 nur noch das Personal für betriebsnotwendige Prozesse und sogenanntes Schlüsselpersonal an den Standorten verbleibt. Der Großteil der 680 Mitarbeiter wechselt in ein mobiles Arbeitssystem. Die Baustellen in der Bergbausanierung - soweit möglich - und der Untertage-Verwahrung werden weiter betrieben und alle betriebsnotwendigen Anlagen betreut. Die bekannten Erreichbarkeiten des Unternehmens werden weiter sichergestellt.


Letzter Pressetermin für Abteilungsleiter Dietmar Onnasch bei Mitteldeutscher Zeitung

Bergmann in vierter Generation mit Herz für den Tagebau Mücheln

Merseburg. Bevor Dietmar Onnasch, LMBV-Abteilungsleiter
Projektmanagement Sachsen-Anhalt, zum Jahresende in die Ruhephase der
Altersteilzeit wechselt, traf er sich am 9. Dezember 2020 letztmalig mit
der Pressevertreterin der Mitteldeutschen Zeitung Diana Dünschel zum
Interview in der Merseburger Redaktion. Als profunder Kenner der
Sanierungstagebaue im Geiseltal bzw. Merseburg-Ost war er dort
langjähriger Ansprechpartner sowohl für die Presse als auch für die
Öffentlichkeit und bei vielen Veranstaltungen, sei es in Stadträten oder
beim Interessen- und Förderverein Geiseltalsee, präsent.

Im Gespräch gewährte er einen Rückblick auf seine Familiengeschichte:
Bereits sein Urgroßvater war in der Brikettfabrik Beuna beschäftigt.
Die Familie Onnasch bezog in der neuerrichteten Bergarbeitersiedlung
(Kolonie) in Beuna eine Wohnung. Dietmar Onnaschs Großmutter war
Stellwerkerin und sein Großvater arbeitete im Fahrbetrieb, auch sein
Vater arbeitete als Schlosser bis 1994 „auf der Grube“.

Geboren 1959 sei er nun die vierte Generation in der Bergbautradition
und hätte vom aktiven Braunkohlenabbau bis zur Sanierung alles erlebt:
Den kameradschaftlichen Geist in der Grube, schreiende Tagebauleiter,
die sich Gehör verschafften, den Winterkampf, wenn Kohlenglut unter die
Wagons geschaufelt werden musste, damit der Abraum nicht festfror, aber
auch die kreative Planungsarbeit als junger Ingenieur im Büro – zunächst
gut gerüstet mit Vorstellungsgabe, Zirkel und Schablone und später
mithilfe der ersten Robotron-PCs auf den Schreibtischen, auf denen ab
1987 erste Programme zum Berechnen der technologischen Prozesse des
Tagebaus erstellt wurden.

Er zeigte sich beeindruckt davon, dass „die Zeiträume der Planer und
Wasserwirtschaftler im Geiseltal gepasst haben“ und nach erfolgreicher
LMBV-Sanierung im August 2012 der südwestliche Teil des Geiseltalsees
zur öffentlichen Nutzung freigegeben werden konnte. Ebenso würdigte er
die konstruktive und lösungsorientierte Zusammenarbeit mit seinen
Kollegen, das typisch kameradschaftliche Arbeitsklima des
Bergbaubetriebs und erinnerte an das Motto „Bergbau ist nicht eines
Mannes Werk“, das bereits vom ehemaligen Sanierungsbereichsleiter
Sachsen-Anhalt, Dr.-Ing. Peter Tropp, und vom ehemaligen
LMBV-Geschäftsführer Prof. Dr.-Ing. Mahmut Kuyumcu gern zitiert worden
war.

Zum Werdegang: Dietmar Onnasch absolvierte 1976 eine Lehre zum
Elektromonteur im Braunkohlenwerk Geiseltal. Nach dem Wehrdienst
1981wurde er als Elektriker bei Generalreparaturen auf
Tagebaugroßgeräten eingesetzt. 1987 schloss er das Studium der
Bergbautechnik an der Ingenieurschule Senftenberg ab und arbeitete
daraufhin bis Ende 1990 als Bergbautechnologe in der Jahrestechnologie
für die Tagebaue Mücheln und Merseburg-Ost in Beuna. Als Planer bei der
Anhaltinischen Braunkohlensanierungsgesellschaft (ABS) war er zwischen
1991 und 1994 als Planer ebenfalls für die Tagebaue Mücheln und
Merseburg-Ost zuständig, um Mitte 1994 nach der Privatisierung der
MIBRAG wieder eine Anstellung bei der MBV in Bitterfeld zu erhalten. Bis
zum Jahr 2002 kümmerte er sich im Auftrag der LMBV vorrangig um die
Sanierung der Tagebaue Köckern und Goitsche im Bitterfelder Raum. 2002
schloss er ein Fernstudium für Geoinformatik an der Universität Salzburg
ab. Zwischen 2003 und 2007 leitete er die LMBV-Arbeitsgruppe Planung
Sachsen-Anhalt und lernte dabei auch die anderen sachsen-anhaltinischen
Tagebaue und Veredlungsstandorte kennen. 2008 wurde er
Arbeitsgruppenleiter Bergbauplanung für das mitteldeutsche Revier und
leitete ab 2013 die Abteilung Projektmanagement Sachsen-Anhalt.

Impressionen vom MZ-Interview und aus der beruflichen Tätigkeit von D. Onnasch


Umfangreiche Sanierungsmaßnahmen in Zechau an Restlöchern I, II und III

Maßnahmen voraussichtlich Ende Februar 2021 abgeschlossen

Leipzig/Zechau. Im Zuge der Sanierung und Rekultivierung der
Restlöcher Zechau I, II und III wird derzeit ein noch ungesicherter
Tunnelbereich durch Verwahrung des Tunnelbauwerks und der begleitenden
Entwässerungsstrecke gesichert.

Die Baumaßnahmen haben bereits im Oktober 2020 mit vorbereitenden
Leistungen zur Herstellung einer Baustraße, Kampfmittelsondierungen
sowie den Bohrarbeiten begonnen. Gegenwärtig werden die Versatzarbeiten
mit hydraulischem Füllbinder realisiert. Die baulichen Maßnahmen sollen
voraussichtlich im Februar 2021 planmäßig beendet sein.

Zeitgleich findet eine Beräumung von bergbaulichen Reststoffen am
Restloch Zechau II und III statt. Hier werden oberflächennah
aufgefundene Rohrleitungsreste, alte Fundamente und aus dem ehemaligen
Tagebau stammende Eisenbahnschwellen zurückgebaut und fachgerecht
entsorgt. Diese Arbeiten sollen ebenfalls bis Ende Februar 2021
abgeschlossen sein.

Die Arbeiten finden unter Aufsicht einer ökologischen Baubegleitung
statt, um die naturschutzfachlichen und rechtlichen Anforderungen zu
überwachen.

Historie

Im Bereich der ehemaligen Braunkohlengrube Nr. 131 (Gertrud-Schacht)
erfolgte die Kohlegewinnung im Tiefbau und später im Tagebau.

Für den Transport der Kohle aus dem Tagebau Gertrud III (Tagebau
Zechau) wurde Anfang der 1950er Jahre ein Tunnelbauwerk in offener
Bauweise errichtet und anschließend etappenweise überkippt.

Später wurde für die Wasserableitung und für die Personenfahrung eine
begleitende Entwässerungsstrecke aufgefahren. Diese Bereiche werden nun
gesichert beziehungsweise zurückgebaut.

Impressionen von den Arbeiten bei Zechau


Das Jahr 2020 ist ein besonderes Jahr – Gedanken zum Barbaratag

Senftenberg | Leipzig | Sondershausen. Bereits im Mittelalter gilt
die Heilige Barbara als Schutzpatronin der Bergleute. Sie erbaten von
ihr Schutz und Beistand vor den unheilvollen Gefahren ihrer Arbeit im
Berg und vor dem Leid und den Entbehrungen, was vielen
Bergarbeiterfamilien trotz der schweren Arbeit gegeben war.

Seit der Entwicklung des modernen Bergbaus im 18. Jahrhunderts werden
am Namenstag der Barbara, dem 4. Dezember, Andachten zu Ehren der
Heiligen Barbara gehalten. Seit ihrer Gründung vor 25 Jahren führt auch
die LMBV diese Tradition fort, am Barbaratag Bilanz über das Erreichte
ziehen, einen Ausblick auf die bevorstehenden Aufgaben zu geben und den
Beteiligten mit einem kräftigen Händedruck und einem Bergmannstrunk Dank
zu sagen.

In diesem Jahr kann die LMBV-Barbarafeier nicht stattfinden. Das ist
bedingt durch die Corona-Pandemie nicht möglich. Der Schutz der
Gesundheit und des Wohlergehens der Menschen steht im Vordergrund
unseres Handelns.

Wir bringen St. Barbara ein Glückauf

 

Wir bringen Sankt Barbara ein Glückauf,

wir Männer vom Schlägel und Eisen,

wir wollen bei fröhlichen Festes Lauf

die Heilige ehren und preisen.

 

Glückauf unser Gruß in des Berges Nacht,

wo des Mannes Mut sich kann zeigen;

Glückauf unser Gruß wenn der Frohsinn lacht

beim Klange der Becher und Geigen!

 

Glückauf unser Gruß in Freude und Leid

wenn hinab zur Teufe wir fahren,

dann mag Sankt Barbara, die fromme Maid,

zur glücklichen Schicht uns bewahren.

 

Sie möge behüten des Berges Hort,

daß der Schatz der Teufe sich mehre!

Sie segne das Werk im Streb und vor Ort,

dem Wasser und Wetter sie wehre!

 

Daß fröhlich wir fahren hinab, hinauf,

laß fromm uns die Heilige preisen.

Wir bringen Stankt Barbara ein Glückauf,

wir Männer von Schlägel und Eisen!

 

Gedicht des saarländischen Bergmannsdichters Adolf Groß

Quelle: Recherche von Hans-Jürgen Schmidt


Sanierungsfortschritt am Restloch Nachterstedt immer sichtbarer

Erdbautechnische Sicherung des Hauptrutschungskessels abgeschlossen

Leipzig | Seeland. Bei einer gemeinsamen Begehung am Südufer des
Concordia Sees informierten LMBV-Abteilungsleiter Dietmar Onnasch und
LMBV-Projektmanager Mathias Siebert am 17.11.2020 die Bürgermeisterin
Heidrun Meyer sowie die ansässigen Stadt- und Ortschaftsräte über den
erfolgreichen Abschluss der erdbautechnischen Sicherungsarbeiten am 2009
entstandenen Hauptrutschungskessel. Ebenfalls anwesend waren der
Landrat Markus Bauer und der Landtagsabgeordnete Detlef Gürth. Die
Veranstaltung fand ausschließlich im Freien statt, die behördlichen
Hygieneauflagen wurden eingehalten.

Nachdem im Jahr 2019 die Sanierungsmaßnahmen der LMBV im ehemaligen
Tagebau Nachterstedt so weit vorangeschritten waren, dass der nördliche
Teil des künftigen Concordia Sees wieder für eine beschränkte
öffentliche Nutzung freigegeben wurde, konnte mit dem im Oktober 2020 erfolgten Fertigstellen der erdbautechnischen Sicherung des Hauptrutschungskessels von 2009 eine weitere bedeutende Etappe in der Sanierung des Tagebaus durch die Bergbausanierer abgeschlossen werden.

Der ehemalige Rutschungskessel im Bereich der zurückgebauten Siedlung
am Ring präsentiert sich mit seinen flachen Böschungen, Zwischenebenen –
der Bergmann spricht dabei von Bermen – und Rampen nun so, wie er
später durch die Öffentlichkeit genutzt werden kann. Von der LMBV werden
zudem noch befestigte Wirtschaftswege gebaut. Das Areal erfährt neben
der bereits ausgeführten Begrünung eine lockere Bepflanzung mit Bäumen
und Sträuchern.

Im Jahr 2021 werden die Sanierungsarbeiten im Auftrag der LMBV im Bereich der Halde 3,
unterhalb des russischen Ehrenfriedhofes, fortgesetzt. Die von der
Böschungsbewegung in Mitleidenschaft gezogenen Areale werden abgeflacht
und bis in Höhe der späteren Uferlinie mit einer Steinschüttung
gesichert. Die bei der Verflachung anfallenden Erdmassen werden zur
Südwestböschung transportiert und dort zum Auffüllen des
Rutschungskessels von 2016 eingesetzt. Der Abschluss der Erdarbeiten zur
Sicherung aller durch die Rutschungsbewegungen von 2009 und 2016 in
Mitleidenschaft gezogenen Böschungen wird nach jetzigem Planungsstand
Anfang 2023 erreicht sein.

Vergleichsfotos vom Hauptrutschungskessel vor und nach der LMBV-Sanierung (LMBV/Peter Radke 2009, LMBV/Christian Horn 2020)

Aus Anlass der fertiggestellten erdbautechnischen Sicherung des
Hauptrutschungskessels hat die LMBV die Geschehnisse nach dem
Böschungsereignis von 2009 bis zum heutigen Sanierungsfortgang auch in
einer Fachdokumentation zusammengefasst. Beginnend mit
dem Böschungsbruch über die umfassende Ursachenforschung und die
Erkundungsmaßnahmen bis hin zur Sicherung des Geländes sind die
Planungsschritte und Beschreibungen von ausgesuchten Teilprojekten
nachlesbar. Aber auch zur touristischen Nutzung und zum Weiterführen des
Wasserrechtlichen Planfeststellungsverfahrens zum Herstellen des
Concordia Sees wurden vielfältige Informationen zusammengetragen und für
eine fachtechnisch interessierte Leserschaft aufgearbeitet.

Die etwa 200 Seiten starke Publikation „Die Sanierung des Tagebaus
Nachterstedt nach der Böschungsbewegung von 2009“ kann über den
folgenden Link heruntergeladen werden.

Informationsaustausch an Tagesanlagen, Hauptrutschungskessel und südwestl. Rutschungskessel am 17.11.2020


Bauvorbereitung für Probefeld West am Speicherbecken Borna läuft planmäßig

Bereits Schäden durch Diebstahl und Vandalismus auf Baustelle

Leipzig/Borna. Derzeit laufen die bauvorbereitenden Maßnahmen zur
geotechnischen Sanierung des Speichers Borna in Projektträgerschaft der
LMBV. Ziele des Vorhabens sind die Beseitigung der Gefahren für die
öffentliche Sicherheit, den Erhalt der Hochwasserschutzfunktion sowie
die restriktionsfreie Speichernutzung. Begonnen wurde mit den
Baumaßnahmen im sogenannten Probefeld West südlich des Speicherbeckens.
Folgende Arbeiten laufen 2020 bis 2022 in diesem Bereich:

  • temporäre Erweiterung Sperrbereich für Probefeld West
  • Herstellung der Zuwegung, Montageplatz und Baustelleneinrichtung
  • Aufrüstung Trägergerät und Rütteltechnik
  • Herstellung der Zufahrtsrampe in den Innenkippenbereich
  • Herstellung der Testbereiche stopfende Rütteldruckverdichtung unter
    Anwendung verschiedener Stopfmaterialien und Rütteltechnologien
  • Herstellung der Testbereiche schonende Sprengverdichtung unter Anwendung verschiedener Sprengtechnologien
  • Auswertung Ergebnisse als Grundlage für die Planung Hauptsanierung

Mit der Ausführung der Leistungen hat die LMBV ein regionales
Unternehmen des Sanierungsbergbaus beauftragt. Die Arbeiten werden durch
ein Projektteam aus verschiedensten Fachexperten begleitet und
überwacht. Dazu gehören der Sachverständige für Geotechnik, die
Bauoberleitung, die örtliche Bauüberwachung, eine geotechnische
Fachbegleitung, eine ökologische Baubegleitung und ein Sicherheits- und
Gesundheitsschutzkoordinator.

Aktuell wurden die Zuwegungen geschaffen und ausgebaut. Es wurde der
Montage- und Lagerplatz angelegt. Die Baustelleneinrichtung wurde
aufgebaut und es wurden die Erkundungsarbeiten und bauvorbereitende
Arbeiten im Bereich der Innenkippe begonnen.

Bereits zu diesem Zeitpunkt sind dreimal Diebstahl und Vandalismus in
Verbindung mit unbefugten Zutritt zu Sperr- und Baustellenbereich
registriert wurden. Aus Gründen der Schadensminimierung hat sich der
Auftragnehmer entschlossen eine zusätzliche Baustellensicherung zu
veranlassen. Seit dieser Woche ist ein komplexes System der Zutritts-
und Videoüberwachung innerhalb des abgesperrten Baubereiches
installiert. Im Falle eines unbefugten Eindringens in den gesicherten
Bereich wird ein stiller Alarm ausgelöst und die Polizei informiert,
welche dann vor Ort kommt.

Nach derzeitigen Erkenntnissen geht die LMBV davon aus, dass bereits
im Dezember 2020 mit den ersten Rüttelarbeiten im Bereich der
zukünftigen Zufahrtsrampe zum Probefeld West begonnen werden kann.

 

Hintergrund

Zur Beseitigung der Verflüssigungsgefahr ist eine Stabilisierung der
Kippenböden mittels Verdichtung notwendig. Zum Einsatz kommen am
Speicherbecken Borna die Stopfende Rütteldruckverdichtung (SRDV) sowie
die Schonende Sprengverdichtung (SSPV). Im Bereich der Innenkippe des
Speichers werden derzeitig die gewählten Sanierungstechnologien für den
westlichen Bereich im Rahmen eines Probefeldes zunächst getestet.
Währenddessen kann es in den Arbeitsbereichen zu unbeabsichtigten
Verflüssigungen und Setzungsfließen kommen. Infolgedessen können Massen
in das Speicherbecken fließen und auf der Wasserfläche Schwallwellen
entstehen lassen. Diese gefährden Personen und Gegenstände, die sich auf
der Wasserfläche sowie im Uferbereich befinden. Um diese Gefährdung
auszuschließen, erfolgte mit Beginn der Sanierungstätigkeit 2020 die
Einrichtung eines erweiterten Sperrbereiches für das sogenannte
Probefeld West. Für dieses gilt ein absolutes Betretungs- und
Befahrungsverbot. Das Baden und Angeln sowie das Befahren der
Wasserfläche ist seit Januar 2020 untersagt. Die von der Kreisstraße
7932 führenden Zufahrt auf dem Dammfahrweg zählt in diesem Zeitraum zum
geotechnisch gefährdeten Bereich und kann von Unbefugten nicht genutzt
werden.

Bauvorbereitende Maßnahmen seit August 2020


Geotechnischer Beirat 2020 führt wieder Koryphäen der Geotechnik zusammen

GTB der LMBV tagt erneut beim Bergbausanierer

Senftenberg. Unter Leitung des LMBV-Bereichsleiters Technik Eckhard
Scholz versammelten sich auf Einladung des Bergbausanierers am 5.
November 2020 die Mitglieder des Geotechnischen Beirates des
Unternehmens in der Lausitz.

Der fachliche Austausch zu schwierigen Fragen der Lausitzer
Innenkippen versammelte u.a. Fachleute und Koryphäen der Geotechnik aus
ganz Deutschland in Senftenberg, darunter Prof. Dr.-Ing. Wolfram Kudla
von der TU Bergakademie Freiberg, Prof. Dr. Rolf Katzenbach von der TU
Darmstadt, Falk Hoffmann, Fa. G.U.B., Dr. Jürgen Keßler, vormals
Beratende Ingenieure für Umweltgeotechnik und Grundbau GmbH, Kai
Reinhardt, Prokurist der BIUG, Dr. Alfred Vogt, Geotechniker, Gutachter
Matthias Götz vom Erdbaulabor Leipzig, Dr.-Ing. Holger Mansel, Prokurist
der IGBW Ingenieurbüro für Grundwasser GmbH, Franziska Uhlig-May,
Leiterin Geotechnik der LEAG sowie Kathy Sommer, Leiterin Geotechnik
Lausitz der LMBV und Dr. Robert Böhnke, Leiter Geotechnik
Mitteldeutschland sowie die Geotechnikerinnen Katja Mühlig und Beate
Lucke.

Kathy Sommer beim Vortrag

Die Fachleute waren vom Sprecher der LMBV-Geschäftsführung, Bernd
Sablotny, gemeinsam mit den LMBV-Prokuristen Eckhard Scholz und Dirk
Sonnen herzlich zu dieser Beiratssitzung 2020 begrüßt worden. Im
Ergebnis des Lausitzer Rutschungsereignisses bei Bergen auf der
Innenkippe Spreetal im Jahr 2010 und dem erkannten Handlungsbedarf wurde
damals unmittelbar mit der Gründung eines Beirats den neuen
Innenkippen-Herausforderungen Rechnung getragen und das Monitoringsystem
Langzeitstandsicherheit ausgeweitet sowie fortgeschrieben.

Die LMBV hatte ganz zeitnah schon 2010 zu ihrer fachlichen
Unterstützung diesen „Geotechnischen Beirat“ etabliert, der sich aus
anerkannten Wissensträgern aus der Wissenschaft und Forschung sowie der
Praxis zusammensetzt. Er tagte im zurückliegenden Jahrzehnt mehrmals zu
verschiedenen inhaltlichen Schwerpunkten, aus deren Fachdiskussionen
sich diverse neue Hinweise und Vorgaben für die praktischen
geotechnischen Sanierungsarbeiten ergaben. Es gilt nach wie vor,
eventuell vorhandene Wissens- und Kenntnislücken weiter zu
identifizieren und zu schließen. Foto: Steffen Rasche für LMBV

GTB der LMBV - Tagung 2020 - Fotos: Steffen Rasche für LMBV


LMBV: Bergbausanierer verzichtet aufgrund Corona-Pandemie auf Barbarafeier 2020

Senftenberg. Aufgrund der aktuellen Entwicklung der
Corona-Pandemie in Deutschland entschied sich die LMBV, ihre für Anfang
Dezember in Cottbus geplante traditionelle Barbarafeier in diesem Jahr
nicht durchführen.

Seit Gründung des Unternehmens vor 25 Jahren nutzt die LMBV in
Fortsetzung altehrwürdiger bergbaulicher Traditionen alljährlich die
Gelegenheit, um mit den Partnern der Bergbausanierung, Vertretern von
Kommunen, Landkreisen, Bundes- und Landesinstitutionen sowie
Auftragnehmern und Mitarbeitern der LMBV anlässlich des Tages der
Heiligen Barbara am 4. Dezember Bilanz über die erreichten Ergebnisse zu
ziehen, einen Ausblick auf die bevorstehenden Aufgaben zu geben und
allen Beteiligten für ihren Anteil an der geleisteten Arbeit zu danken.

In diesem Jahr sollte sich der Fokus der Barbarafeier insbesondere
auf das 25jährige Bestehen des Unternehmens richten. Die im September
2020 geplante Veranstaltung zum Unternehmensjubiläums musste bereits
abgesagt werden. Zum Schutz der Gesundheit aller Beteiligten sowie zur
Vermeidung einer weiteren Verbreitung des Coronavirus ist die
Entscheidung zur Absage der Veranstaltung aber notwendig.


Sanierungsarbeiten in Rositz/Schelditz in LMBV-Projektträgerschaft gehen voran

Rückbau belasteter Wohnhäuser hat begonnen

Rositz/Schelditz. Nachdem im Oktober 2019 die
Thüringer Umweltministerin Anja Siegesmund den offiziellen Startschuss
zur Sanierung des Altlastenprojektes im Rositzer Ortsteil Schelditz gab,
laufen die Sanierungsarbeiten kontinuierlich weiter.

Im Juni 2020 begann nun der Abriss von acht weiteren belasteten
Gebäuden in der Straße der Chemiearbeiter und der Talstraße. Darunter
befindet sich auch der angrenzende Wohnblock Straße der Chemiearbeiter
Nr. 2 bis 8. Voraussichtlich bis zum Jahresende werden die Arbeiten an
diesem Objekt abgeschlossen.

Rückbaugrundstücke, die sich südlich der Talstraße und westlich der
Brücke zum Pflaumenberg befinden, werden begrünt und sollen langfristig
als Überschwemmungsflächen für den Petzagraben zur Verfügung stehen.
Demgegenüber ist auf der Fläche zwischen der B 180 und dem höher
gelegenen Garagenhof die Errichtung der zum Komplex der
Wasserbaumaßnahmen gehörenden Grundwasser-Reinigungsanlage vorgesehen.

Erst im Jahr 2021 können dagegen die Rückbauarbeiten auf den
Grundstücken abgeschlossen werden. Ursache ist das Auffinden geschützter
Zauneidechsen in den Gärten und auf unversiegelten Flächen bei einer
Begehung im August 2020. Durch das Befahren dieser Flächen mit
Baumaschinen würde eine Gefährdung dieser Tiere eintreten. Ihre aus
Artenschutzgründen erforderliche Umsiedlung kann frühestens im April
nächsten Jahres beginnen.

Zeitgleich mit der Vorbereitung des Rückbaus erfolgte von Juli 2019
bis März 2020 zunächst die Baugrunderkundung und geotechnische
Untersuchung zur Planung der komplexen Sanierungsvarianten. Notwendig
waren hier u. a. Trockenbohrungen sowie die Errichtung von zahlreichen
Grundwasser- und Gütemessstellen. Parallel dazu erfolgten
Raumluftmessungen, bodenphysikalische Laboruntersuchungen sowie
Untersuchungen der Grundwasserbeschaffenheit. Deren Resultate dienen
dazu, die laufende Entwurfsplanung aller vorgesehenen Sicherungselemente
weiter zu präzisieren.

Die geplanten Gefahrenabwehrmaßnahmen für das gesamte Gebiet
Rositz/Schelditz umfassen neben den Objektsicherungen auch
Flächenmaßnahmen, insbesondere die Umverlegung des Gerstenbaches, die
Anhebung der Talstraße, den Einbau einer Wasserhaushaltsschicht, die
Verlegung von Drainagen sowie die Grundwasserreinigung und Ableitung in
den Gerstenbach. Nach gegenwärtigen Stand der Planung und Erkundung ist
unter Berücksichtigung von zwei sehr komplexen
Planfeststellungsverfahren mit einem Abschluss der investiven Maßnahmen
im Jahr 2027 zu rechnen.

Die Sanierungsarbeiten begannen 2019 an der ehemaligen
HO-Verkaufsstelle. Dabei handelte es sich um jenen Teilbereich, von dem
bisher regelmäßig die stärkste Luftbelastung für das angrenzende
Wohngebiet ausging. Nach den Abrissarbeiten am Gewerbeobjekt wurde die
Baugrube temporär verfüllt und begrünt.

Hintergrund

Das Altlastenprojekt Rositz-Schelditz ist deutschlandweit
beispiellos. Die Kombination aus unterschiedlichen Ursachen und
Zuständigkeiten sorgte für jahrelanges Ringen um eine rechtssichere
Lösung. Schadstoffe aus der im II. Weltkrieg mehreren Bombardierungen
ausgesetzten ehemaligen DEA-Raffinerie und aus dem am selben Standort
später betriebenen Teerverarbeitungswerk befanden sich über Jahrzehnte
in mehreren Metern Tiefe im Boden. Mit dem Grundwasserstrom wurden sie
nach Schelditz verlagert und mit dem Grundwasserwiederanstieg nach oben
gedrückt. Ursache für den allgemeinen Grundwasserwiederanstieg ist unter
anderem die schrittweise Einstellung des Braunkohlebergbaus und die
Außerbetriebnahme seiner Entwässerungselemente.

Der Freistaat Thüringen und die LMBV hatten sich nach intensiver
Abstimmung darauf verständigt, die großflächige Sanierung gemeinsam zu
finanzieren. Eine entsprechende Vereinbarung war am 16. Februar 2018 von
LEG-Geschäftsführer Andreas Krey sowie den LMBV-Geschäftsführern Klaus
Zschiedrich und Dr. Hans-Dieter Meyer im Beisein der Thüringer
Umweltministerin Anja Siegesmund unterzeichnet worden. Insgesamt
investieren Bund und Land ca. 14,7 Millionen Euro in die Maßnahme.

Das Übereinkommen zur nachhaltigen Abwehr der Gefahren durch den
Grundwasserwiederanstieg berücksichtigt auch den Ankauf nicht mehr
nutzbarer Immobilien. Sieben private Wohnhäuser, ein ehemaliges
Gewerbeobjekt und ein Wohnblock der Wohnbaugesellschaft Rositz sind
durch den Wiederanstieg von kontaminiertem Grundwasser mit Schadstoffen
belastet. Sie sind deswegen nicht mehr nutzbar und müssen zurückgebaut
werden.

Abriss der Wohnhäuser - Fotos: Christian Bedeschinski für LMBV


Neue Auszubildende zum Tag des Berufsanfängers im Lausitzer Seenland unterwegs

Senftenberg. Anlässlich des LMBV-Tages für
Berufsanfänger besuchten am Montag, den 12. Oktober, zwölf Auszubildende
aus dem ersten Lehrjahr und eine Auszubildende aus dem zweiten Lehrjahr
den LMBV-Standort in Senftenberg, um sich über ihren (neuen)
Arbeitgeber zu informieren. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen
werden an zwei Ausbildungsstätten in Lauchhammer und Espenhain zu
Fachkräften für Lagerlogistik, zu Kauffrauen und -männer für
Büromanagement sowie zur Restaurantfachfrau ausgebildet.

Sowohl die Personalabteilung als auch der Betriebsrat begrüßten die
neuen Auszubildenden herzlich zum Start der Ausbildung. In einführenden
Vorträgen stellten sie die Hauptaufgaben der LMBV sowie die Arbeit des
Betriebsrates vor. Zwei Vertreter der IG BCE informierten im Anschluss
zur Arbeit der Gewerkschaft und über die Jugendorganisation der IG BCE.

Nach dem Mittagessen ging es mit der Unternehmenskommunikation auf
eine kleine, zweistündige Befahrung durch das nahegelegene Lausitzer
Seenland. Ausgangspunkt bildete das Sielbauwerk des Ableiters Sedlitz.
Hier wurde das Wassermanagement der LMBV genauer erläutert. Anschließend
ging es zur LMBV-Großbaustelle an den Sedlitzer See, an dem die
Auszubildenden einiges über die laufenden Arbeiten der LMBV erfuhren. Am
Beispiel des vor kurzem fertiggestellten Seestrandes in Lieske wurde
auch die Zusammenarbeit der LMBV mit externen Partnern, Gemeinden und
Kommunen erläutert. Im am Seestrand liegenden Informationscontainer des
Zweckverbandes Lausitzer Seenland Brandenburg lernten die Auszubildenden
zudem die Geschichte des Lausitzer Bergbaus näher kennen.

Den Abschluss bildeten die IBA-Terrassen am Großräschener See, an
denen die touristische Nachnutzung der ehemaligen Bergbauflächen noch
einmal deutlich wurde. Auch die Entwicklung des Lausitzer Seenlandes
wurde thematisiert. Am späteren Nachmittag trat die Gruppe schließlich
ihre Heimreise nach Espenhain bzw. Richtung Lauchhammer an.

Die neuen Auszubildenden der LMBV zu Besuch am Standort in Senftenberg


Führungskräfte-Tagung 2020 gab Impulse zum Bewältigen anstehender Herausforderungen

Gruppenbild der Teilnehmer 2020

Tauchritz | Senftenberg. Unweit des Berzdorfer Sees, einem
Bergbaufolgesee der LMBV, haben sich am 30. September und 1. Oktober
2020 im „Gut am See“ auf Einladung der Geschäftsführung 42
Führungskräfte und Vertreter des Gesamtbetriebsrates der LMBV
zusammengefunden.

In dem denkmalgerecht sanierten und kürzlich neben dem Tauchritzer
Wasserschloss eröffneten Hotel wurden die kommenden Herausforderungen in
den Jahren 2021/22 in der Bergbausanierung von dem Sprecher der
Geschäftsführung und den Bereichs-, Abteilungs- und
Arbeitsgruppenleitern der LMBV analysiert und entsprechende
Schlussfolgerungen zwischen den Leitungsebenen diskutiert. Leitthema
waren die mittelfristigen Anforderungen an die Bergbausanierung und die
strategische Ausrichtung der Prozessführung und der Führungstätigkeit.
Geschäftsführer Bernd Sablotny führte mit seinen Erkenntnissen,
Erfahrungen und Erwartungen aus den ersten 300 Tagen in der LMBV ein.

Im Mittelpunkt der Tagung stand neben der mittel- und langfristigen
Projektplanung (Basisvortrag zum „Stand der Projektplanung
Braunkohlesanierung im Vorfeld der Evaluierung und Verhandlungen zum VA
VII BKS“) für den Zeitraum bis 2027 und Folgejahre auch die Projektion
in die weitere Aufgabenzukunft des Sanierungsbereiches KSE ebenso wie
die Budget- und Aufgabenerfüllung in den einzelnen Sanierungsbereichen
unter Berücksichtigung entsprechender Vorgaben des derzeit gültigen
Verwaltungsabkommen zur Braunkohlesanierung. Olaf Gunder, Vorsitzender
des Gesamtbetriebsrates der LMBV, gab differenzierte Hinweise für die
kommende Aufgabenbewältigung. Diskutiert wurden auch Anforderungen an
die Corporate Identity der LMBV in der künftigen Projektentwicklung.

Die Führungskräfte von den verschiedenen LMBV-Standorten Leipzig,
Senftenberg und Sonderhausen nutzen die Tagung zum kollegialen
Erfahrungsaustausch und zur fachlichen Diskussion. Am Abend besichtigten
sie u.a. das ehemalige Wasserschloss und die Heimatsstube Tauchritz
sowie den vor einigen Jahren von der LMBV als historisches
Anschauungsobjekt bereitgestellten Schaufelradbagger 1452, der heute vom
Verein bergbaulicher Zeitzeugen e.V. Berzdorfer Straße 102 in 02827
Görlitz OT Hagenwerder erhalten wird. Das Tagebaugroßgerät mit der
Typenbezeichnung SRs 1200 war im Jahr 1961 vom VEB Schwermaschinenbau
Lauchhammerwerk hergestellt worden und arbeitete zunächst im Tagebau
Phönix im Altenburger Land. Bis 2001 war er noch im Einsatz im
Sanierungsbetrieb im LMBV-Tagebau Berzdorf.


Sanierungsträger informiert in Rötha über geplante Göselbach-Maßnahmen

Leipzig/Rötha. Auf Einladung des Röthaer Bürgermeisters Stephan Eichhorn informierten am Montag, den 28. September im Röthaer Volkshaus, Mitarbeiter der LMBV und des beteiligten Planungsbüros über die geplanten Maßnahmen an Alter und Neuer Gösel.

Neben den notwendigen Hochwasserschutzmaßnahmen an der Neuen Gösel im Bereich Oelzschau und Pötzschau informierte der Sanierungsträger auch über die Anbindung der Alten Gösel an den Störmthaler See.

Während der Zeit des aktiven Braunkohlebergbaus wurden viele Flussläufe verlegt, um den begehrten Rohstoff und Energieträger trocken abbauen zu können. Deshalb verlegte man damals auch den sogenannten Göselbach, welcher durch das Revier des ehemaligen Tagebaus Espenhain führte. Mit der Umverlegung jener Alten Gösel entstand ein völlig neuer Flussverlauf (Neue Gösel). Eine Nebenbestimmung des Abschlussbetriebsplanes (ABP) legt nun fest, dass nach dem Ende des aktiven Braunkohleabbaus in Espenhain ein wasserrechtliches Planfeststellungsverfahren für den Ausbau und die Einbindung des Göselbaches (Alte Gösel) als Zulaufgewässer in den Störmthaler See durchzuführen ist. Ziel dabei war und ist es, einen sich weitgehend selbst regulierenden Gebietswasserhaushalt herzustellen, der wasserwirtschaftliche, ökologische, regional-planerische und wirtschaftliche Belange sowie bestehende und geplante Nutzungen berücksichtigt.

Der für die Einbindung des Göselbaches (Altlauf) in den Störmthaler See bislang vorgesehene Bereich wurde jedoch durch die Hochwässer 2010 und 2013 so stark verändert, dass die ursprüngliche Planung nicht mehr umsetzbar ist. Ziel der aktuellen Arbeit ist es deshalb, Möglichkeiten einer nachhaltigen Umgestaltung des Resteinzugsgebietes des Göselbaches zu sondieren, damit ein sich weitgehend selbst regulierender Gebietswasserhaushaltes hergestellt werden kann.

Fotos: Anika Dollmeyer für LMBV


Abgeordnete aus Thüringen informieren sich bei der LMBV über die Bergbausanierung

Am Haselbacher See (v.l.n.r.: M. Mennert (LMBV) G. Scholz (LMBV), Ralph Lenkert (Mitglied des Bundestages), Dr. Martin Schirdewan (Mitglied des Europ. Parlaments), M. Wille (LMBV), Ralf Plötner (Mitglied des Thüringer Landtages)

Leipzig. Am 24. September 2020 verschafften sich das
Mitglied des Europäischen Parlaments Dr. Martin Schirdewan, das Mitglied
des deutschen Bundestages Ralph Lenkert sowie die Thüringischen
Landtagsabgeordneten Markus Gleichmann und Ralf Plötner einen Überblick
über die Aufgaben der LMBV im Rahmen der Bergbausanierung in Thüringen
und die laufenden und künftigen Herausforderungen der LMBV. Alle vier
Abgeordnete gehören der Partei DIE LINKE an und kommen aus Thüringen.

Auskunft
gaben in einem Informationsgespräch in Rositz der Leiter des Büros der
Geschäftsführung der LMBV Gerald Scholz und der Mitarbeiter der
LMBV-Planungsabteilung Max Wille. In der anschließenden Befahrung des
Schnittstellenprojektes Schelditz, der Restlöcher Zechau und des
Haselbacher Sees verschafften sich die Abgeordneten einen Überblick über
die Komplexität der Bergbausanierung. Fragen gab es insbesondere zu den
wasserwirtschaftlichen Sanierungsaufgaben, zu Schnittstellen zu anderen
Altlastenprojekten, zu strukturellen Fragen, die mit der
Bergbausanierung zusammenhängen und auch zu den Aufgaben im
thüringischen Teil des Bereiches Kali-Spat-Erz der LMBV. Die
Abgeordneten äußerten sich anerkennend über die Arbeit der LMBV und
regten an, die Erfahrungen der LMBV im aktuellen Strukturwandel
einzubringen.Impressionen von der Befahrung


Vorstellung der Sanierungsplanung zur Alten und Neuen Gösel in Rötha vorgesehen

Leipzig/Rötha. Auf Einladung des Röthaer Bürgermeisters Stephan Eichhorn informieren am Montag, den 28. September,
Mitarbeiter der LMBV über die geplanten Maßnahmen an Alter und Neuer
Gösel. Neben den notwendigen Hochwasserschutzmaßnahmen an der Neuen
Gösel im Bereich Oelzschau und Pötzschau wird der Sanierungsträger auch
über die Anbindung der Alten Gösel an den Störmthaler See informieren.
Die Veranstaltung findet im Volkshaus Rötha statt und beginnt um 18 Uhr.

Während der Zeit des aktiven Braunkohlebergbaus wurden viele
Flussläufe verlegt, um den begehrten Rohstoff und Energieträger trocken
abbauen zu können. Deshalb verlegte man damals auch den sogenannten
Göselbach, welcher durch das Revier des ehemaligen Tagebaus Espenhain
führte. Mit der Umverlegung jener Alten Gösel entstand ein völlig neuer
Flussverlauf (Neue Gösel). Eine Nebenbestimmung des
Abschlussbetriebsplanes (ABP) legt nun fest, dass nach dem Ende des
aktiven Braunkohleabbaus in Espenhain ein wasserrechtliches
Planfeststellungsverfahren für den Ausbau und die Einbindung des
Göselbaches (Alte Gösel) als Zulaufgewässer in den Störmthaler See
durchzuführen ist. Ziel dabei war und ist es, einen sich weitgehend
selbst regulierenden Gebietswasserhaushalt herzustellen, der
wasserwirtschaftliche, ökologische, regional-planerische und
wirtschaftliche Belange sowie bestehende und geplante Nutzungen
berücksichtigt.

Der für die Einbindung des Göselbaches (Altlauf) in den Störmthaler
See bislang vorgesehene Bereich wurde jedoch durch die Hochwässer 2010
und 2013 so stark verändert, dass die ursprüngliche Planung nicht mehr
umsetzbar ist. Ziel der aktuellen Arbeit ist es deshalb, Möglichkeiten
einer nachhaltigen Umgestaltung des Resteinzugsgebietes des Göselbaches
zu sondieren, damit ein sich weitgehend selbst regulierender
Gebietswasserhaushaltes hergestellt werden kann.


Dauerhafte Verwahrung von sieben Filterbrunnen in Pouch erfolgreich abgeschlossen

Areal mit Filterbrunnen in Pouch

Muldestausee/Pouch. Im Gebiet des ehemaligen
Braunkohletagbaus Goitsche, Ortslage Pouch, wurde mit der vorfristigen
dauerhaften Verwahrung von sieben Filterbrunnen die Basis für eine
mögliche spätere Bebauung des Areals seitens der Gemeinde Muldestausee
gelegt. Am 18. August konnte der rund 8.600 Quadratmeter umfassende
Bereich aus der Bergaufsicht entlassen werden.

Im Zuge der Sicherung wurden innerhalb von acht Wochen die
vorhandenen Brunnenröhren mit hydraulischem Füllbinder verpresst.
Ausführende Firma war die Benndorfer Brunnen- und Spezialtiefbau GmbH
& Co.KG aus Delitzsch. Die Verwahrmaßnahme selbst wurde durch eine
Umweltbaubegleitung betreut.

Während des aktiven Braunkohlentagebaus wurden die Filterbrunnen zur
Hebung des Grundwassers benötigt. Im Rahmen der Stilllegung der Tagebaue
und deren Sanierung werden die Filterbrunnnen nicht mehr benötigt und
werden deshalb gesichert.


Unternehmenspräsentation zur EinheitsExpo in Potsdam bis 4. Oktober 2020

Großes Interesse von Politikern und Bürgern an LMBV-Schaufenster in Landeshauptstadt

Senftenberg/Potsdam. Die EinheitsExpo zum 30.
Jahrestag der Deutschen Einheit öffnete am 5. September 2020 in Potsdam
offiziell. Die Lausitzer und Mitteldeutsche
Bergbauverwaltungsgesellschaft mbH stellt dabei im Rahmen der
Landespräsentation Brandenburg am Alten Markt in Potsdam den Wandel des
Lausitzer Braunkohlenreviers zum Lausitzer Seenland dar.

Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke und Staatsministerin Kathrin
Schneider ließen sich es am Sonnabend zum Rundgang nicht nehmen, den
Kaufmännischen Geschäftsführer der LMBV, Dr. Hans-Dieter Meyer, vor dem
LMBV-Ausstellungs-Cube zu begrüßen.

Gezeigt wird auf großformatigen Orthofotografien das Lausitzer
Seenland im Jahr 2006 sowie auf der Rückseite im Jahr 2019.
Erstaunliches lässt sich da ablesen: Der Tagebau Meuro bei Großräschen
beispielsweise ist 2006 noch eine graue Kippenlandschaft, dreizehn Jahre
später füllt eine blaue Wasserfläche mit einem Steg am Ufer und einem
Hafenbecken die Fläche – der heutige Großräschener See.

Auch eine großformatige Abbildung des „liegenden Eiffelturms“, der
stillgelegten Förderbrücke F60 am Bergheider See, ist zu sehen. Außerdem
verweist das Unternehmen in seinem Cube auf die Nutzung der
entstandenen Gewässer: Liegestühle und Sonnensegel folgen nach den
Sanierungsmaßnahmen. So lässt sich der Landschaftswandel auch plastisch
darstellen. Über einen QR-Code können Besucher das Unternehmen auch
„online“ weiterverfolgen, der Link zur Homepage verweist ebenso wie das
Sonderlogo auf das 25-jährige Bestehen des Unternehmens in diesem Jahr.

Die begehbare Stadtkulisse in Potsdam, die noch bis zum 4.Oktober
unter dem Motto "Kommen- gucken - staunen" steht, umfasst zahlreiche so
genannte City-Cubes, Ausstellungscontainer, und ist so an die aktuelle
Corona-Pandemie angepasst. Digitalstelen vermitteln den Besuchern
Informationen und Höhepunkte aus 30 Jahren deutscher Geschichte. Ein
Wegeleitsystem, das zwischen Freundschaftsinsel, Bassinplatz,
Hegelallee, Luisenplatz und Lustgarten führt, hilft bei der Orientierung
in der Stadt.


Workshop zur Eisenbelastung der Pleiße vermittelt Bearbeitungsstand des Gesamtprojekts

Vertreter von Kommunen, Behörden und Bürgerinitiative sowie Sanierungsträger im fachlichen Diskurs

Leipzig/Neukieritzsch. Am 27. August 2020 informierten Vertreter des Regionalen Planungsverbandes Leipzig-Westsachsen, der Landestalsperrenverwaltung sowie der LMBV in einer gemeinsamen Folgeveranstaltung die Workshop-Teilnehmer über den aktuellen Untersuchungsstand und die neuen Erkenntnisse zur Gewässergüteverbesserung der Pleiße. Es handelt sich dabei um den 5.
Workshop seit 2017. Um den hygienischen Anforderungen unter Beachtung der Teilnehmerzahl gerecht zu werden, fand die Beratung im Bürgerbegegnungszentrum der Gemeinde Neukieritzsch statt.

Zunächst gab Prof. Dr. Andreas Berkner vom Regionalen Planungsverband als Einladender und Moderator eine kurze Einführung mit Standortbestimmung zum erreichten Sachstand. Im Anschluss erläuterten LMBV-Mitarbeiter Rolf Schlotmann und Benno Janisch den aktuellen Untersuchungs- und Bearbeitungsstand zu möglichen Lösungsansätzen aufbauend auf den Erkenntnissen aus dem letzten Workshop im August 2019. Bei der zurzeit in Erstellung befindlichen Machbarkeitsstudie zur Maßnahme der In-situ-Sulfatreduktion wird untersucht, ob der Lösungsansatz der mikrobiell induzierten Eisenretention geeignet ist, um das exfiltrierende Eisen der Kippe Witznitz zu fixieren und somit den Eintrag in die Pleiße dauerhaft zu reduzieren.

Des Weiteren berichtete die LMBV zur abgeschlossenen Vorplanung der Teileinleitung Wyhra in den Hainer See. Im Ergebnis der Vorplanung wurde die ermittelte Vorzugsvariante als Maßnahme zur „Nutzung von Wasser der Wyhra zur Beschaffenheitssteuerung Hainer See“ bei der Landesdirektion Sachsen als zuständige Genehmigungsbehörde angezeigt, welche im Ergebnis einer allgemeinen Vorprüfung des Einzelfalls eine Pflicht zur Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung feststellte. Die weitere Bearbeitung und Planfortschreibung ist in Abstimmung mit der Landesdirektion Sachsen sowie der Landestalsperrenverwaltung vorgesehen. Es wurde vereinbart, in der vorgesehenen, behördlich geforderten Langzeitbewirtschaftungssimulation u. a. eine Kompletteinleitung der Wyhra in den Hainer See bis zu einer noch  festzulegenden Durchflussobergrenze zu untersuchen.

Die Maßnahme zur Verlegung der Pleiße außerhalb des Kippenbereichs als Ort des Haupteiseneintrages und die Durchleitung der Pleiße durch die Witznitzer Seen wurde unter Verweis auf den in Erstellung befindlichen Vorhabens- und Sanierungsplan für die Oberflächenwasserkörper Pleiße-4a und Pleiße-4b (Bereich von Regis-Breitingen bis Leipzig) unter Leitung des sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) eingestellt.

Einen weiteren Tagesordnungspunkt stellte der voranschreitende Strukturwandel und der daraus resultierende Einfluss auf die Wasserhaushaltsgrößen mit ihrer zeitlichen Einordnung im Betrachtungsraum dar. Hierzu gab Prof. Dr. Andreas Berkner eine kurze Ausführung mit Ausblick auf zukünftig zu erwartende Veränderungen durch den politisch beschlossenen Kohleausstieg mit ihren Auswirkungen auf das Mitteldeutsche Braunkohlerevier.

Die Workshop-Teilnehmer verständigten sich darauf, das nächste Treffen in Abhängigkeit des Fortschritts der laufenden Untersuchungen durchzuführen. Zwischenzeitlich soll der Teilnehmerkreis in geeigneter Form über den  Bearbeitungsstand informiert werden.

In Fortführung der transparenten Informationspolitik werden die neuen Erkenntnisse im Gesamtprojekt, d. h. abgeschlossene Untersuchungen bzw. Berichte, wie gewohnt auf folgenden Internetseite dargestellt:  https://www.lmbv.de/index.php/loesungen-fuer-die-pleisse.html.

Anwesend waren die Bürgermeister der Gemeinde Neukieritzsch und der Städte Böhlen und Rötha sowie Vertreter der Städte Borna und Markkleeberg. Des Weiteren gehörten zum Teilnehmerkreis Vertreter der Bürgerinitiative Kahnsdorfer See, des Landratsamtes Landkreis Leipzig, des Zweckverbands Planung und Erschließung Witznitzer Seen, des Regionalen Planungsverbands Leipzig-Westsachsen, der Blauwasser GmbH, der Blauland GmbH und des Sanierungsträgers LMBV.


Aufsichtsrat des Unternehmens tagte diesmal im Südraum von Leipzig

95. Aufsichtsratssitzung im 25. Jubiläumsjahr des Bergbausanierers

Befahrungsgruppe am Hafen Zwenkau

Leipzig | Großpösna. Am 19. August 2020 trat der Aufsichtsrat der LMBV
zu seiner 95. Sitzung in Großpösna unter Beachtung der noch geltenden
Corona-Hygienevorschriften zusammen. Die Beratung stand unter Leitung
von Ministerialrat a.D. Dr. Ulrich Teichmann, der den Vorsitz innehat.

Der Veranstaltung vorgelagert war eine Informationstour durch den
Südraum von Leipzig. Die LMBV-Geschäftsführung und beauftragte
LMBV-Mitarbeiter informierten die Räte über laufende und künftige
Sanierungsvorhaben im Bereich Mitteldeutschland, darunter an der
Baustelle für den in Planung befindlichen Harthkanal zwischen Zwenkauer
See und Cospudener See.

Der LMBV-Aufsichtsrat besichtigte auch die benachbarte
BAB-72-Baustelle in Begleitung des sächsischen LASUV bei Rötha, die
teilweise über Kippenflächen des vormaligen Tagebaus Espenhain führt.
Hier errichtet eine ARGE den Abschnitt 5.1 von der B 95 / B 176 bei
Borna bis zur B 95 bei Rötha über eine Länge von 9,5 km. Die Planungen
für diesen Abschnitt liefen seit November 2004. Die 2020 noch bestehende
7,2 km lange Endlücke - beginnend an der Anschlussstelle Espenhain Nord
- ist bis voraussichtlich 2026 im Bau. Alle Fotos: Christian Bedeschinski für LMBV

LMBV-Informationen zum Harthkanal-Vorhaben am Zwenkauer See
Impressionen von der Tour der Räte


„Farbe statt Festakt“ – 25jähriges Jubiläum der LMBV steht im September an

Doch alle Feierlichkeiten und Events wurden Corona-bedingt abgesagt. Dafür heißt es nun „Gute Taten statt Feiern“

"Farbe statt Festakt" - Neuer Lok-Anstrich

Senftenberg. Der Bergbausanierer LMBV begeht in den kommenden Wochen
seinen 25. Geburtstag. Doch alle Feierlichkeiten und Events wurden
Corona-bedingt abgesagt. Dafür heißt es nun „Gute Taten statt Feiern“.

Dazu wurde beispielsweise das Erneuern des verblassenden
Farbanstriches einer ehemaligen LMBV-Grubenlok – ein Erinnerungsrelikt,
welches heute der Stadt Senftenberg gehört – unmittelbar an der B 96 am
Ortausgang der OSL-Kreisstadt unter dem Motto „Farbe statt Festakt“
veranlasst. Ursprünglich war im September 2020 in Berlin ein Festakt der
LMBV mit Bundesvertretern und den Ministerpräsidenten der ostdeutschen
Braunkohleländer geplant, der jedoch in der geplanten Form angesichts
der Coronapandemie nicht mehr so durchführbar war.

Zu den Aktivitäten rund um das 25jährige Jubiläum der LMBV gehören
das Erstellen einer Übersichts-Chronik, die einige wesentliche
Meilensteine der Bergbausanierung festhält, ebenso wie das Entwickeln
von 25 Lentikularkarten zu 25 ausgewählten Bergbaufolgeseen bzw.
Sanierungs- und Verwahrprojekten. Diese „Wackelkarten“-Motive machen den
vollzogenen Landschaftswandel in den Revieren auf eigene Art erlebbar.
Im Rahmen der Landesausstellung Brandenburg in Potsdam zum Tag der
Deutschen Einheit unter dem Leitmotto „Auf zu neuen Ufern“ wird auch ein
LMBV-Container mit großformatigen Orthofotos und Bildern vom
Strukturwandel in der Lausitz ab 5. September 2020 zu sehen sein.

Wer sich selbst einen Eindruck von den vielen Umbrüchen in den
ehemaligen Tagebaulandschaften machen will, dem sei auch die LMBV-Reihe
„Wandlungen und Perspektiven „an Herz“ gelegt. Hier sind bereits zweimal
25 Broschüren in den zurückliegenden Jahren erstellt worden, die fast
alle Tagebaugebiete in der Lausitz und in Mitteldeutschland
in Verantwortung der LMBV historisch aufgearbeitet und mit ihren
Entwicklungen darstellen. Die Septemberausgabe der Unternehmenszeitung „konkret
wird im „Format 5x5“ insbesondere Mitarbeiter zu Wort kommen lassen,
die bereits fünf, zehn, fünfzehn, zwanzig oder fünfundzwanzig für die
Firma aktiv sind.


Erfolgreich umgesetzte LMBV-Projekte


Einphasenschlitzwand entsteht am Zwenkauer See ab September 2020

Auftrag für den Bau der 165 Meter langen Schlitzwand wurde vergeben

Leipzig. Wie der zuständige LMBV-Abteilungsleiter Thomas Rösler
bestätigte, wurde vom Bergbausanierer der Auftrag für das Errichten
einer Schlitzwand unterhalb des künftigen Hochwasserschutztors am
Zwenkauer See vergeben. Die Einphasenschlitzwand mit einer Länge von
165,0 m und einer Tiefe von 40,0 Meter soll ab September 2020 errichtet
werden.  

Die Herstellung des künftigen Hochwasserspeichers Zwenkauer See
erfolgt auf Grundlage des Planfeststellungsbeschlusses für das Vorhaben
„Herstellung des Hochwasserspeicherraums Zwenkau und der Anlagen zur Zu-
und Ableitung“ vom 15.12.2008. Aktuell laufen die Planungen für den
künftigen Harthkanal weiter.

Der Zwenkauer See wird dazu wie Staubauwerk betrachtet und die
Gegebenheiten eines vormaligen Tagebaurestlochs mit den Anforderungen
eines Hochwasserspeichers zusammengeführt. Auf Grundlage einer
Vereinbarung zwischen der LTV und der LMBV erfolgt dazu eine enge
fachliche Mitwirkung der LTV beim Bergbausanierungsprojekt Harthkanal.
Derzeit wird intensiv an den dazu erforderlichen Planungsunterlagen in
enger Abstimmung mit den Behörden gearbeitet. (Archivfoto v. P. Radke für LMBV | 2019)


Geplante Kellerverfüllung in der Rositzer Talstraße 7 und 9 in der Ausschreibung

Sanierung einer Altlast in Rositz kommt voran: Verseuchtes Wasser drückt dort in die Keller von Schelditzer Häusern. 2019 startete das Sanierungsvorhaben in Thüringen

Der Rückbau komt voran

Leipzig | Rositz. Bei der Altlast im Altenburger Land
geht es vor allem um die Folgen von schadstoffbelastetem Wasser. Die
Schadstoffe waren einst auf dem Areal einer Teerfabrik in den Untergrund
gelangt.

Seit Braunkohletagebaue im Süden Leipzigs von der LMBV stillgelegt
wurden und deswegen auch der Grundwasserspiegel wieder ansteigt, spült
es diese Rückstände teilweise auch in Wohnhäuser im Ortsteil Schelditz.
Der Grenzwert des giftigen und krebserregenden Benzols wurde um ein
Vielfaches überschritten. Experten des TMUEN sprechen daher von einem
der kompliziertesten Altlastenfälle Thüringens. Der LMBV wurde die
Projektträgerschaft für die Sanierung übertragen.

Bei der Sanierung sollen nun neun Gebäude - inklusive eines ganzen Wohnblocks aus DDR-Zeiten - abgerissen und bei zwei Häusern die Keller verfüllt werden.
Außerdem soll mit Hilfe von Drainagen verunreinigtes Wasser großflächig
aufgefangen und in einer Anlage gereinigt werden. Auch soll den Plänen
nach eine Straße angehoben und ein Bach abschnittsweise verlegt werden.
Die Kosten dafür tragen Bund und Land.

Der Abriss der Gebäude laufe bereits, sagte er. Bis
Ende des Jahres soll auch der Wohnblock dem Boden gleich gemacht werden.
Für die Arbeiten in der Fläche seien aufwendigere planungsrechtliche
Verfahren nötig, die erst in den nächsten Jahren realisiert werden
könnten. So sei für die Anhebung der Talstraße erst 2023 mit einem
Planfeststellungsbeschluss zu rechnen.

Das gemeinsame Altlasten-Sanierungsprojekt von TMUEN, LEG TH und LMBV
in Rositz "wird in seiner Realisierung teurer als zunächst geplant" –
und auch erst später fertig. Waren alle Beteiligten zum Start im Herbst
2019 noch von etwa 13 Millionen Euro Kosten ausgegangen, wird inzwischen mit 14,7 Millionen Euro kalkuliert, wie das Umweltministerium im Juli 2020 auf Medienanfragen erklärte.

Es könnten sich zudem noch weitere zusätzliche Planungskosten und
eine damit verbundene Verschiebung der Projektlaufzeit ergeben, hieß es
aus dem TMUEN. Auf die Mehrkosten finde der bisherige Verteilschlüssel
Anwendung - neue Verhandlungen seien nicht nötig, so
Ministeriumssprecher Tom Wetzling. Die Arbeiten in Projektträgerschaft der LMBV sollen nun möglichst bis 2026 abgeschlossen sein.

Fotos von C. Bedeschinski für LMBV /Text mit Antworten des TMUEN v. 20.07.2020

Rückbau im Rositzer OT Schelditz läuft


Aktuelle Luftbildaufnahmen von der Bergbausanierung aus dem Jahr 2020

Faszinierende Blicke auf die LMBV-Bergbaufolge-Landschaften im Osten Deutschlands

RDV-Bagger am RL Greifenhain - Kippenböschungsverdichten am Atdöberner See

Senftenberg/Leipzig/Sonderhausen. Im Auftrag der LMBV war in den Sommermonaten der Fotografenmeister Peter Radke erneut im Hubschrauber unterwegs, um Sanierungs- und Verwahrungsprojekte der Bergbausanierung in den Revieren abzulichten.

Dabei überflog der Fotograf u.a. die Pinge bei Altenberg, die Halden im Mansfelder Land wie auch die Rütteldruckverdichter am Gräbendorfer See oder den Seilbagger am Klinger See. Eindrucksvoll sind auch Bilder von den verschiedenen Bergbaufolgeseen, wobei einige bereits weit entwickelt und andere noch in der Sanierungs- und Flutungsphase sind. Ob es der Große Goitzschesee bei Bitterfeld, der Bischdorfer See bei Lübbenau, der künftige Ilsestrand am Großräschener See oder der Biedermeierstrand am Hayner Ufer und die Sportbucht am  Schladitzer See nördlich von Leipzig ist - sie alle sind Hingucker, Bergbaufolgeseen made by LMBV.

PS: Die berühmte Altenberger Pinge ist ein beeindruckendes Zeugnis der Bergbaugeschichte in Europa. Verursacht durch den Zusammenbruch von unterirdischen Grubenbauen entstand ein Einsturztrichter von beachtlichen Ausmaßen - etwa 400 Meter Durchmesser und 130 Meter Tiefe. 1545 und 1578 stürzten Teile des Grubenbaus ein, was zu mehreren Tagebrüchen führte. Trotzdem wurde der unkontrollierte Erzabbau bis zum großen Pingenbruch am 24. Januar 1620 fortgesetzt. Nach diesem Bruch schlossen sich die betroffenen Gruben zur »Zwitterstocks-Gewerkschaft« zusammen und bauten fortan die Bruchmassen ab. Erst nach 1990 endete der Zinnbergbau in Altenberg und fiel in die Verantwortung der GVV, heute LMBV.

Wohnbebauung an der Goitzsche
Verichtung der Inselufer im künftigen Cottbuser Ostsee
Windräder nahe des Bischdorfer Sees

LMBV-Luftbilder 2020 v. P. Radke


Region: Vortragsreihe und Buchbände zum mitteldeutschen Landschaftswandel

Auftaktveranstaltung unter dem Titel "Gewässer sind Landschaft"

Leipzig. In diesem Jahr der Industriekultur in Sachsen läuft zwischen Juli und November die Vortragsreihe „Wasserwege und Industriekultur“ im Alten Verladebahnhof im Leipziger Stadtteil Plagwitz. Das dortige Vereinshaus des Wasser-Stadt-Leipzig e. V. bot den gemeinsam mit dem Industriekultur Leipzig e. V. organisierten Veranstaltungen das passende Ambiente. Ursprünglich war die Vortragsreihe unter dem Titel „Gewässer sind …“ zur Leipziger World Canals Conference 2020 konzipiert worden und die Auftaktveranstaltung sollte in das Lesefest „Leipzig liest“ während der Buchmesse im März eingebunden werden. Durch die Pandemie verschob sich der Veranstaltungsbeginn auf den Sommer.

Trotz geänderter Rahmenbedingungen war der erste Vortrag „Gewässer sind Landschaft“ bestens besucht: Der Geologe und Autor Dr. habil. Frank W. Junge präsentierte zusammen mit dem Sax-Verlag die gesamte Buchreihe „Landschaftswandel“ im Mitteldeutschen Seenland, in dem auf 736 Seiten zahlreiche Abbildungen, Fotografien, Karten und Schnitte vereinigt worden sind. Birgit Röhling, Verlagsinhaberin, erinnerte eingangs an den Geologen Prof. Dr. Lothar Eißmann, der das Buchprojekt konzipiert hatte und im Juli 2019 noch vor dem Erscheinen der Sonderausgabe verstorben war. Beide Geologen hätten eine „große Idee miteinander umgesetzt“ und in den Büchern zum Süden, Norden und Westen des mitteldeutschen Seenlandes ein einzigartiges Fotoarchiv geschaffen. Walter Christian Steinbach vom DokMitt e. V. gehörte zu den Grußwortrednern und würdigte die Buchtrilogie samt Vorgängerband als „Bibel fürs Neuseenland“. Das Kompendium von Lothar Eißmann/Frank W. Junge vereint im Schuber „Das Mitteldeutsche Seenland“ und „Die Erde hat Gedächtnis“. Es ist erhältlich unter der ISBN 978-86729-242-9. 

Weitere Vorträge sollen folgen, u. a. „Vom Kanupark bis VINETA – Der Gewässerverbund zwischen Störmthaler und Markleeberger See als verbindendes Element im Tagestourismus“ aus Sicht von Peter Krümmel, Bergbau-Technik-Park e. V., sowie „Landschafts- und Strukturwandel – vom aktiven Braunkohlenbergbau zum Leipziger Neuseenland“ von Prof. Andreas Berkner, Regionaler Planungsverband Leipzig-Westsachsen.

Impressionen von der Veranstaltung


Präsident der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe zu Gast

Erfahrungsaustausch zwischen LMBV und BGR-Experten

Senftenberg/Hannover. Der Präsident der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), Prof. Dr. Ralph Watzel war am 13. Juli 2020 mit Mitarbeitern, darunter dem Abteilungsleiter Prof. Dr. Thomas Himmelsbach sowie PD Dr. habil. Christoph Neukum sowie Stabsmitarbeiterin Claudia Blume zu einem Arbeitsbesuch in der Lausitz beim Bergbausanierer LMBV. Sie wurden von Dr. Peer Hoth vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) begleitet.

Die Wissenschaftler wurden herzlich vom Sprecher der Geschäftsführung der LMBV, Bernd Sablotny, am Sitz des Unternehmens in Senftenberg begrüßt. Im Rahmen von Fachgesprächen, an denen der Bereichsleiter Technik, Eckhard Scholz sowie der Sanierungsbereichsleiter Lausitz, Gerd Richter, teilnahmen, wurden beiderseits interessierende Fragen besprochen und bei einer anschließenden Befahrung von Lausitzer Sanierungsbaustellen und Bergbaufolgeseen vertieft. So informierten sich die Experten u.a. am Ableiter vom Sedlitzer See, am Gewässerbehandlungsschiff „Klara sowie und am Großräschener See über Sanierungsstrategien der Bergbausanierer.

Impressionen vom Arbeitsbesuch der BGR-Vertreter in der Lausitz


MDR-Doku über Ferropolis auf der Halbinsel Golpa-Nord am 14. Juli im TV

MDR-Reihe "Der Osten - Entdecke wo Du lebst" stellt Veranstaltungsarena und seine Geschichte vor

Ferropolis| Gräfenhainichen. Angesicht der Corona-Beschränkungen muss
sich die Veranstaltungsarena Ferropolis auf der Halbinsel Golpa-Nord
wieder neu erfinden. Die MDR-Reihe "Der Osten - Entdecke wo Du lebst"
stellt regelmäßig solch interessante Orte vor, erzählt ungewöhnliche
Geschichten vom Leben in Mitteldeutschland und nimmt die Zuschauer mit
auf Entdeckungsreise durch ihre Heimat. Am 14. Juli 2020 wird um 21.00
Uhr der 45minütige Film von Petra Bertram zu „Ferropolis - Die Stadt aus
Eisen“ gesendet. Die Dimension der Technik und der Maschinen sowie der
umgebende ehemalige LMBV-Bergbaufolgesee beeindrucken noch immer.

Vor 25 Jahren wurde die "Stadt aus Eisen" mit Unterstützung der
Treuhand und auch der LMBV bzw. MBV gegründet, mitten im Bitterfelder
Braunkohlerevier auf dem Gelände des ehemaligen LMBV-Tagebaus
Golpa-Nord. Ein Veranstaltungsort sollte Ferropolis werden, der
Besucher, Geld und Zukunft in die Region lockt, aber auch die
Lebensgeschichten der Bergarbeiter und Bergarbeiterinnen bewahrt. ihn.
Ein bisschen fühlte sich an wie in einem romantischen Gemälde, "wo Ruine
und Natur und Landschaft eine besondere Kraft entfalten", so
Geschäftsführer Thies Schröder im Film. Ferropolis sei nach dem Ende der
DDR und dem Tagebau-Aus gewissermaßen aus der Krise entstanden,
erinnert Schröder. Er kämpft nun mit seinem Team dafür, dass die "Stadt
aus Eisen" auch die Pandemie überdauert; nicht nur als Kulisse für
Konzerte, sondern als Monument einer Ära.

Was kann Ferropolis den Bergleuten in anderen Braunkohle-Regionen,
denen mit dem beschlossenen Kohleausstieg das gleiche Schicksal
bevorsteht, weitergeben? Das zeigt die 45minütige Reportage von Petra
Bertram. Normalerweise finden in Ferropolis bei Gräfenhainichen im
Sommer Großkonzerte wie das Melt!-Festival mit bis zu 30.000 Besuchern
statt. Die fielen im Jahr 2020 bisher wegen der Pandemie aus. Anfang
Juli gab Geschäftsführer Thies Schröder bekannt, das
Veranstaltungsgelände sei daher akut von Insolvenz bedroht. Ferropolis
fehlten vierhunderttausend Euro Umsatz. Insbesondere seien die laufenden
Kosten vor allem zum Erhalt der Industriedenkmäler eine
Herausforderung.

Noch kurz vor der Pandemie seien rund 350.000 Euro in der erhalt die
"Stadt aus Eisen" investiert worden. Denn an den Tagebau-Großgeräten wie
der "Medusa" oder dem „Mosquito“ nage der Zahn der Zeit, der Rost. Mit
einem Autokino-Event wurde der Corona-Zeit getrotzt. Als Vorfilm und
Auftaktfilm lief u.a. der von der LMBV in Zusammenarbeit mit der Fa.
FilmArt Potsdam erstellte Filme „Von der Goitsche zur Goitzsche – Vom
Tagebau zur LandArt“ aus dem Jahr 1999. So waren dann am 5. Juli 2020 ab
ca. 19.00 Uhr in Dauerschleife auch die Bilder von der LMBV und FilmArt
auf der Kinoleinwand zu sehen. Der Anziehungsmagnet für die Gäste war
aber der Hauptfilm in Spielfilmlänge „Gundermann“.

Fotos: LMBV-Archiv - Fotografen R. Bär, P. Radke und C. Bedeschinski für LMBV


Pandemie-Krisenstab bewertete aktuelle Lage im Unternehmen u. auf Sanierungsbaustellen

Krisenstab des Bergbausanierers trat am 24. Juni 2020 erneut zusammen

Senftenberg/Leipzig/Sondershausen. Der Pandemie-Krisenstab der LMBV kommt in seiner aktuellen Lageeinschätzung für die LMBV zu dem Ergebnis, dass sich die ergriffenen Maßnahmen gut bewährt und einen hohen Anteil daran haben, dass der Betriebsablauf in der Pandemiephase ohne bedeutende Einschränkungen gewährleistet werden konnte. Auf den Sanierungs- und Verwahrungsbaustellen konnten in allen Bereichen im ersten Halbjahr 2020 insgesamt sehr gute Ergebnisse erreicht werden.

Gleichzeitig wird aber darauf hingewiesen, dass die festgelegten Maßnahmen, insbesondere die Einhaltung der Abstandsregeln und Hygieneschutzmaßnahmen, weiterhin einen hohen Stellenwert bei der Bekämpfung der Pandemie haben und behalten werden.

Die LMBV wird deshalb weiterhin in den internen Abläufen und auch im Außenverkehr die direkten Arbeitskontakte auf das dringlich notwendige Maß beschränken und Arbeitsberatungen sowie Außenkontakte mit ihren Partnern und Auftragnehmern nur mit dem absolut notwendigen Personenkreis durchführen.

Die LMBV-Geschäftsführung bedankt sich an dieser Stelle bei ihren Partnern und Auftragnehmern für die Mitwirkung und Unterstützung in der für alle Bereiche schwierigen Situation der Bewältigung der Corona COVID 19 Pandemie.

Der Pandemie-Krisenstab der LMBV wird seine Arbeit auch im 2. Halbjahr 2020 entsprechend der aktuellen Bedingungen fortführen.


Ertüchtigung der Kleinen Pleiße als Alternative zur angedachten „Wasserschlange“

Vollendung des Schlüsselkurses 5 bleibt weiterhin Ziel des Leipziger Neuseenlandes

Leipzig/Markkleeberg. Die Anbindung des Markkleeberger Sees an das Leipziger Fließgewässernetz zählt nach wie vor zu den Schlüsselvorhaben bei der Herstellung des Gewässerverbundes im Leipziger Neuseenland. Dazu wurden den Mitgliedern der Steuerungsgruppe Leipziger Neuseenland am 19. Juni 2020 in der 57. Sitzung die Ergebnisse aus der „Studie zur Bewertung der Alternativvarianten für eine gewässertouristische Verbindung zwischen dem Markkleeberger See und dem Leipziger Fließgewässernetz“ vorgestellt.

Die Studie wurde Anfang 2019 von der LMBV in Auftrag gegeben, um mögliche Alternativen zur „Markkleeberger Wasserschlange“ für eine gewässertouristische Verbindung zwischen dem Markkleeberger See und dem Leipziger Fließgewässernetz zu untersuchen. Das Grundanliegen bei der Prüfung der Alternativen bestand darin, für alle denkbaren und im öffentlichen Diskurs befindlichen Varianten eine vergleichbare Untersuchungstiefe hinsichtlich der wasserfachlichen Rahmenbedingungen, der Raumwiderstände und der Kostenrelationen herzustellen. Im Ergebnis lieferte die Studie insgesamt zehn Varianten mit Untervarianten, aus denen mithilfe einer einheitlichen und umfassenden Matrix bereits die Vorschläge mit den größten Realisierungschancen herausgefiltert werden konnten. Diese werden nun weiter geprüft und damit die Untersuchungen für eine optimale und für gewässerangepasste Mehrpersonenboote nutzbare Verbindung zwischen dem Markkleeberger See und der Pleiße weiter fortgesetzt.

„Die Region hält an der Vollendung des Schlüsselkurses 5 bis zum Markkleeberger See fest. In den nächsten Wochen und Monaten werden deshalb Planungsoptimierungen geprüft und es wird weitere Abstimmungen zwischen den Mitgliedern der Steuerungsgruppe geben“, betont der Sprecher der Steuerungsgruppe Leipziger Neuseenland, Henry Graichen.

Darüber hinaus wird auch eine Prüfung zur wassertouristischen Nutzung der Kleinen Pleiße vorgenommen. Die Stadt Markkleeberg hat dazu bereits einen Antrag zur „Aufsattelung des Wassertourismus“ auf die derzeitige Planung der LMBV zur „Ableitung des Überschusswassers aus dem Markkleeberger See über die Kleine Pleiße“ gestellt. Um ihrer Pflichtaufgabe zur Ableitung des Überschusswassers aus dem Markkleeberger See nachzukommen, plant die LMBV aktuell die Ertüchtigung der Kleinen Pleiße. Mithilfe von Umtrageeinrichtungen soll relativ kurzfristig dann eine Nutzung der Kleinen Pleiße für Wasserwanderer ermöglicht und der Ein- und Ausstieg an den festgelegten Uferbereichen erleichtert und gelenkt werden.

Hintergrund:

Die Steuerungsgruppe hat sich zum Ziel gesetzt durch die Kompetenz ihrer Mitglieder, einen attraktiven gewässertouristischen Verbund im Leipziger Neuseenland zu befördern und diesen naturverträglich zu gestalten sowie wasserwirtschaftlich zu nutzen. Eines der Schlüsselprojekte ist die wassertouristische Anbindung des Markkleeberger Sees an die Pleiße als Bestandteil des Kurses 5. Dieser verläuft nach seiner Fertigstellung vom Leipziger Stadthafen über den Elstermühlgraben und die Pleiße in den Markkleeberger See und von dort über die Kanupark-schleuse bis zur Magdeborner Halbinsel am Störmthaler See. Damit der Kurs 5 zukünftig mit gewässerangepassten Mehrpersonenbooten – den sogenannten LeipzigBooten – durchgängig befahrbar ist, gilt es, den Markkleeberger See noch an die Pleiße anzubinden.

Ein möglicher Verlauf einer solchen Verbindung ist die sog. „Markkleeberger Wasserschlange“. Deren Antrag auf Genehmigung wurde jedoch am 24. September 2018 vom Vorhabenträger und Antragsteller Kommunales Forum Südraum Leipzig zurückgezogen, da die Landesdirektion Sachsen als verfahrensführende Behörde in einigen Punkten noch einen entscheidenden Nachbesserungsbedarf gesehen hat, ohne den die vorgelegte Planung nicht genehmigungsreif war. Die Steuerungsgruppe Leipziger Neuseenland hat daraufhin auf ihrer 51. Sitzung am 28. September 2018 einen Beschluss zur weiteren Vorgehensweise gefasst und sich darin für weitere Untersuchungen zur Umsetzung dieser wassertouristischen Anbindung ausgesprochen. Zur Begleitung dieser Untersuchung wurde ein Fachbeirat etabliert, der durch Prof. Dr. Andreas Berkner, Leiter der Regionalen Planungsstelle beim Regionalen Planungsverband Leipzig-Westsachsen, moderiert wurde.

 Information der Steuerungsgruppe Leipziger Neuseenland vom 19.06.2020


Region: Neues Highlight an Gewässerverbindung zwischen Markkleeberger und Störmthaler See

Wasser marsch am Steinerlebnisplatz - Einweihung eines Rast- und Spielbereichs zwischen den Bergbaufolgeseen

Claus Mann, Karsten Schütze, Henry Graichen und Dr. Manfred Haupt bei der Eröffnung der Anlage (von links, Foto: Stadtverwaltung Markkleeberg)

Zum ersten offiziellen Kennenlernen des bespielbaren Findlingsgartens hatte der Betreiber der Anlage, die Entwicklungsgesellschaft für Gewerbe und Wohnen mbH (EGW), eingeladen. „Wir freuen uns, mit dem Steinerlebnisplatz pünktlich zum Sommerbeginn einen attraktiven neuen Verweilbereich am Seenverbund des Markkleeberger und Störmthaler Sees anbieten zu können“, sagt Claus Mann, Geschäftsführer der EGW. „Mit dieser Anlage erhöhen wir nicht nur die Aufenthaltsqualität am Störmthaler Kanal, sondern ergänzen unsere Angebotsvielfalt am Markkleeberger See um einen weiteren Anziehungspunkt für die ganze Familie.“

„Wer die Seen in Markkleeberg lediglich mit Baden und Sonnen verbindet, erhält mit dem Steinerlebnisplatz einen weiteren Beweis dafür, dass rund ums Wasser mehr möglich ist und mehr geboten wird“, sagt Oberbürgermeister Karsten Schütze. „Dieser Platz vermittelt Wissen über Geologie und Erdgeschichte. Ich danke allen beteiligten Firmen und dem Fördermittelgeber für die ausgereichten Mittel.“

„Es ist beeindruckend, was hier innerhalb der letzten Monate, auch vor dem schwierigen Hintergrund der Pandemie, entstanden ist“, sagt Henry Graichen, Landrat des Landkreises Leipzig. „Besonders freut mich die spielerische Einbindung der Themen Geologie und Erdgeschichte unserer Region. Das Entdecken und Bespielen von über einer Milliarde Jahre alten Findlingen macht den besonderen Reiz dieser Anlage aus.“

„Mit dem hier entstandenen Steinerlebnisplatz ist es wunderbar gelungen, die bereits bestehenden Erlebnispunkte des geologischen Pfads entlang des Markkleeberger und Störmthaler Sees zentral miteinander zu verknüpfen“, meint Dr. Manfred Haupt, Vorsitzender des Vereins Erdgeschichte im Südraum Leipzig e.V. „Die hier vermittelten Informationen über die vom Eis aus Skandinavien verfrachteten Findlinge komplettieren die ausführliche Dokumentation der gewonnenen geologischen Erkenntnisse der Erdneuzeit, Tertiär und Quartiär.“

Neben der entsprechenden Gestaltung der Anlage informieren auch Erklärungstafeln über die Gesteine, die von der Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft mbH (MIBRAG) als Schenkung zur Verfügung gestellt worden. Die Auswahl und Beschriftung erfolgte in enger Zusammenarbeit mit Dr. Manfred Haupt und Dr. Hans-Joachim Bellmann vom Verein Erdgeschichte im Südraum Leipzig e.V.

Der Steinerlebnisplatz ist ein bespielbarer Findlingsgarten mit verschiedenen Spielelementen und befindet sich am Störmthaler Kanal, unweit von Kanupark-Schleuse und Klappbrücke. Als letzte Ausbaustufe werden hier die Erlebnispunkte des 14 Kilometer langen Geopfads entlang des Markkleeberger und Störmthaler Sees zentral miteinander verbunden. An dem nachgestellten eiszeitlichen Bachlauf befinden sich zahlreiche Groß- und Kleingeschiebe aus der Eiszeit, Erlebnisstationen mit Steinen sowie Zeugen aus der Tertiärzeit in Form von Tertiärquarziten und verkieselten Hölzern.

Der Steinerlebnisplatz ist ca. 2.000 Quadratmeter groß und hat sechs bespielbare Erlebnisstationen. Beginnend mit einem 2 Meter hohen Kletterfelsen, entlang einer Bachschaukel und einem Kletterfelsen können die Kinder im Zentrum der Anlage in einem beschatteten Fossiliensandkasten selbst aktiv werden und Zeugen der Erdgeschichte frei legen. Das Planschen und Matschen am Bachlauf ist ausdrücklich gewünscht. Verschiedene Sitz- und Rastmöglichkeiten laden zum Verweilen ein. Die Anlage wird allen Gästen frei und kostenlos zugänglich sein.

Der Steinerlebnisplatz ist über die Bundesstraße 2 sowie über die Autobahn 38 erreichbar. Zudem ist er über die Buslinie 106 (Haltestelle Auenhain, Seepark) sehr gut an das Netz des Öffentlichen Personennahverkehrs angebunden. Zum Parken kann der Parkplatz „Auenhainer Bucht“ (Bootssteig) neben dem „Kanupark“ genutzt werden. Für Fahrräder stehen ausreichend Abstellflächen auf dem Gelände zur Verfügung.

Die Planung des Projekts übernahm die IBB Ingenieurbüro für Bauplanung und Beratung GmbH aus Markkleeberg. Der Bau der Anlage erfolgte mit der tbs Baugesellschaft mbH aus Fuchshain von Oktober 2019 bis Mai 2020. Für das Vorhaben wurde eine Förderung im Rahmen der LEADER-Entwicklungsstrategie beantragt. 

Information der Stadtverwaltung Markkleeberg vom 18.06.2020


Informationsgespräch für Rettungskräfte in Bornaer Feuerwache durchgeführt

Sanierungsträger informiert über die geotechnischen Besonderheiten des Speicherbeckens Borna

Leipzig/Borna. Am Montag, den 15. Juni, fand in der Feuerwache der Stadt Borna ein Informationsgespräch zu den geplanten Sanierungsmaßnahmen am Speicherbecken Borna statt. Mitarbeiter der LMBV und der beteiligten Arbeitsgemeinschaft (CDM Smith und BIUG) informierten die vor Ort agierenden Rettungskräfte – beispielsweise die Feuerwehren aus Borna und Regis-Breitingen, die zuständigen Polizeireviere oder auch das Technische Hilfswerk – über die geplanten Sanierungsschritte und insbesondere die geotechnischen Besonderheiten vor Ort. In einem nächsten Schritt soll u. a. gemeinsam festgelegt werden, welche Wege bzw. Rettungspunkte im Falle eines Notfalles angesteuert werden können.

Historie Speicherbecken Borna
Das Speicherbecken Borna - im Eigentum des Freistaates Sachsen - befindet sich auf einem bergbaulich geprägten, unsanierten Gebiet. Eine geotechnische Sanierung der Kippenböden ist notwendig. Bis zum Abschluss der Sanierung besteht in einzelnen Bereichen die Gefahr von Grundbrüchen und Setzungsfließen. Daher wurde rund um das Speicherbecken ein geotechnischer Sperr- und Gefahrenbereich ausgewiesen. Hinweisschilder kennzeichnen die gefährdeten Gebiete beziehungsweise jene Areale, die nicht betreten werden dürfen.

Mit der Allgemeinverfügung über Maßnahmen zur Gefahrenabwehr am Speicher Borna des Sächsischen Oberbergamtes vom 11. Mai 2010 erfolgte – aufgrund der vor Ort festgestellten Gefahrenlage – die Ausweisung eines Gesamtgefahrenbereiches um den Speicher Borna mit einer vollständigen Sperrung von Teilbereichen. Die LMBV wurde dann durch das Sächsische Oberbergamt mit der Polizeivereinbarung vom 28. März 2018 aufgefordert, als Projektträger Gefahrenabwehrmaßnahmen durchzuführen.

Auf Grundlage der daraufhin durchgeführten Untersuchungen und Planungen erfolgte eine Neubewertung der Gefahrenlage, die zur Ausweisung eines erweiterten Sperrbereiches ab dem 1. Januar 2020 führte. Durch die in 2020 beginnenden Baumaßnahmen und die dabei eingetragenen Initiale wird die Gefährdungslage noch einmal verschärft, weshalb ab dem 1. August 2020 eine zusätzliche Erweiterung der Sperrbereichsgrenzen erfolgt.

Ziel der Sanierungsmaßnahmen am sächsischen Speicher Borna ist die gefahrlose Nutzung der Flächen und damit die Aufhebung des Sperrbereiches. Die Maßnahme wird, unterteilt in verschiedene Bauphasen, voraussichtlich bis 2029 andauern. Dabei kommen in den jeweiligen Teilbereichen entsprechend angepasste Sanierungstechnologien zum Einsatz.

Impression vom Gespräch | Archiv-Luftbild


Bitterfeld: Ausstellung mit LMBV-Fotografien zu „20 Jahre Goitzschewildnis“ im Kreismuseum

In Kooperation mit BUND werden Naturraum-Fotografien gezeigt

Bitterfeld-Wolfen. Die neue Sonderausstellung des Kreismuseums Bitterfeld „20 Jahre Goitzsche-Wildnis. 20 Jahre Veränderung“ ist ein Kooperationsprojekt mit dem BUND. Sie legt den Schwerpunkt auf Fotografien, die die unterschiedlichen Naturräume der Goitzsche zum Inhalt haben.

In den Jahren 2000 bis 2004 wurden größere Gebiete der ehemaligen Tagebauflächen der Goitzsche vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) erworben, auf denen sich die Natur die Brachflächen frei von menschlichen Eingriffen zurückerobern konnte. Nach zwanzig Jahren präsentiert sich jetzt eine einmalige und artenreiche Wildnis, wo einst nährstoffarme Tagebaurestlöcher und Schutthalden waren.

Das Gebiet ist heute ein Landschaftsmosaik aus Seen, Feuchtgebieten, Offenland und jungen Sukzessionswäldern. In der Ausstellung werden am Beispiel von fixen Fotopunkten diese Änderungen verdeutlicht. Vier Luftbildaufnahmen der LMBV, die jeweils das Gebiet zwischen Muldestausee, Bitterfeld, Delitzsch und Petersroda zeigen, spiegeln die landschaftliche Veränderung der zurückliegenden drei Jahrzehnte.

Der Umweltaktivist und Bestseller-Autor Dr. Ernst Paul Dörfler sollte die Sonderschau am 20. Mai 2020 mit einer Lesung eröffnen. Diese wurde aufgrund der aktuellen Situation abgesagt. Die Ausstellung ist auf unbestimmte Zeit zu sehen. Das Kreismuseum Bitterfeld und der Goitzsche-Wildnis e. V. laden alle Interessierten herzlich während folgender Öffnungszeiten in das Museum am Kirchplatz 3 ein: Dienstag bis Freitag sowie Sonntag jeweils von 10 bis 16 Uhr.

Die Goitzsche war im Übrigen kürzlich auch in einem MDR-Beitrag zu sehen, denn dort wurden im Rahmen der Bergbausanierung auch Robinien aufgeforstet.


Für zwei Ausbildungsrichtungen 2020/2021 werden 12 Azubis vom Bergbausanierer gesucht

Seit dem Bestehen der LMBV wurde schon mehr als 1.670 jungen Menschen durch eine qualitativ hochwertige Erstausbildung der Eintritt ins Berufsleben ermöglicht

Senftenberg/Lauchhammer/Espenhain. Die LMBV stellt erneut 12 neue Ausbildungsplätze für das Ausbildungsjahr 2020/21 zur Verfügung. Die dreijährige Ausbildung wird in nachfolgend genannten Ausbildungsstätten realisiert:

  • für Fachkraft für Lagerlogistik (m/w/d) in Lauchhammer (Ausbildungseinrichtung ist die TÜV Rheinland Akademie GmbH; Berufsschule ist das Oberstufenzentrum Elbe-Elster, Feldstraße 7a in 04910 Elsterwerda)
  • für Kaufmann/-frau für Büromanagement in Espenhain (Ausbildungseinrichtung ist die TDE Personal Service GmbH; Berufsschule ist das Berufliche Schulzentrum 6 der Stadt Leipzig, Am kleinen Feld 3/5 in 04205 Leipzig)

Bewerbungsende ist am 30.06.2020. Die Bewerbungen für diese Ausbildungsberufe sind mit

  • Bewerbungsschreiben,
  • tabellarischem Lebenslauf,
  • Schulzeugnis des letzten Schuljahres und dem Halbjahreszeugnis des laufenden Schuljahres und
  • ggfs. Nachweisen von Praktika (Schulpraktika)

an die LMBV mbH Abteilung Personalwesen Knappenstraße 1 in 01968 Senftenberg zu senden.


Anglerverband Leipzig errichtet am Zwenkauer See neue Steganlage

Steganlage bietet zukünftig 38 Liegeplätze

Leipzig/Zwenkau. Derzeit errichtet der Anglerverband Leipzig am Zwenkauer See eine neue Steganlage. 38 Liegeplätze samt Slipanlage sollen im Areal südlich des Großdeubener Weges entstehen.

Doch zunächst müssen die entsprechenden Dalben in den Untergrund des Bergbaufolgesees eingebracht werden. Vier Pfähle wurden bereits in den Seeboden gerammt. Im Anschluss kann dann die Steganlage – hier schwimmende Pontons – daran befestigt werden.

Konkret sollen drei Stege moniert werden – mit jeweils einer Länge von 10 Metern (1 x) und 20 Metern (2x). Doch bis es soweit ist lagern die Pontons noch an der Baustelle des zukünftigen Harthkanals. Von dort aus werden sie dann über den Wasserweg an ihren Bestimmungsort gezogen.

Impressionen vom Bau der Steganlage


Pegelturm ist so hoch wie der Goitzschesee tief ist und auch schon 20 Jahre alt

Region und Mitteldeutsche Zeitung würdigen das Jubiläum „Zwanzig Jahre Pegelturm“

Noch auf dem Trockenen: Der Pegelturm im Jahr 2000

Senftenberg/Bitterfeld. Zwanzig Jahre Pegelturm können in diesem Jahr 2020 begangen werden. Das schwimmende und begehbare Landschaftsbauwerk am Bergbaufolgesee ist zu einem prägenden Hingucker der Bitterfelder Region und ein Zeichen für den Wandel nach der Kohle geworden. Die LMBV fungierte damals als Bauherrin. Die Konstruktions-Arbeiten für den Pegelturm begannen bereits 1997.

Sein Name leitet sich von einer bis dahin einmaligen Konstruktion als vertikale Kragarm-Konstruktion ab: der gesamte sichtbare Turm schwimmt auf der Wasseroberfläche des Großen Goitzschesees und ist dabei in seinem Inneren von einer Stütze geführt und auf einen Ponton verankert. „Viel Sand, viel Weite, viel Himmel“, erinnert sich der ehemalige Stadtentwickler und Architekt Wolfgang Christ an die damalige Mondlandschaft am Bitterfelder Stadtrand in der Mitteldeutschen Zeitung vom 31. Mai 2020.

Christ habe zuvor im Rahmen der Internationalen Bauausstellung mit Entwürfen für die IBA Emscherpark bei der Neuerfindung der alten Industrielandschaften im Ruhrgebiet geholfen und u.a. 1995 den Tetraeder auf der Halde bei Bottrop-Batenbrock entworfen. Nach seinen ersten Erkundungen in und um Bitterfeld sei ihm klargeworden, dass die Neugestaltung rund um die zur Flutung vorgesehene Goitzsche ein Symbol braucht, an dem sich Hoffnungen auf Zukunft inmitten der vom Menschen ausgebeuteten Landschaft festhalten können.

„Die Seebrücke sollte die Leute aufs Wasser locken“, sagte Christ der MZ, „und schon die Flutung sollte der Aufbruch zu neuen Ufern für alle sein.“ Gedacht sei der Turm von Anfang an als begehbare Skulptur gewesen, „die lebendig wird, wenn Menschen die riesige Dimension des neuen Goitzsche-Panoramas erleben“, erinnert sich der 68-jährige Stadtentwickler in der Regionalzeitung. Das Besondere: Der Pegelturm schwamm auf der Wasseroberfläche des Goitzschesees mit auf. 26 Meter hoch und damit fast genauso hoch wie der Goitzschesee tief ist, ragt heute das - anfangs nicht unumstrittene Bauwerk - über die neuerrichteten Ausflugsgaststätten, die Marina und Ferienhäuser am Ufer.

Umsetzbar war das Projekt nur mit dem damaligen Tagebau-Eigner und bergrechtlich verantwortlichem Bergbausanierer LMBV. Frühzeitig hatte der zuständige Länderbereichsleiter Dr. Peter Tropp die Unterstützung der Bergleute für das Vorhaben signalisiert und ein Aufstellen des Pontons samt Turm bereits im Trockenen ermöglicht. Am 6. Juni 1999 begann der Bau des 5,5 Millionen DM teuren Pegelturms in unmittelbarer Nähe der Flutungsanlage. Seit dem Mai 1999 wurde der See bereits geflutet. Man kam auf den im Sommer 2000 baulich fertiggestellten Turm - mit dem Erreichen des Zielwasserstandes im Jahre 2002 - dann nur noch über die parallel mit konzipierte ca. 190 Meter lange Pontonbrücke, die bei steigendem Seewasserpegel mit aufschwamm.

Den Auf- und Abgang im Pegelturm erlauben zwei gegenläufige Wendeltreppen. Die Landmarke bietet eine Rundumsicht auf den Goitzschesee sowie die Orte Friedersdorf, Bitterfeld, Mühlbeck und Pouch, bei guter Fernsicht sogar bis nach Leipzig. Der Orkan Kyrill zerstörte am 18. Januar 2007 die schwimmende Seebrücke zum Pegelturm. 2009 wurde die Seebrücke ähnlich der vorherigen wieder neu errichtet.

Zuvor hatte die Jahrhundertflut an der Mulde im August 2002 auch in der Goitzsche ihre Spuren hinterlassen. Am 15. August 2002 erreichte die Flutwelle die Region um Bitterfeld. Von Osten drückte das Wasser in den zukünftigen Goitzschesee und spülte u.a. die Ortsverbindungsstraße zwischen Löbnitz und Pouch weg sowie zerstörte frisch sanierte Ufer und füllte binnen 78 Stunden die beiden benachbarten Bergbaufolgeseen bis zum Überlaufen. So bedrohte das Hoch-Wasser auch die Stadt Bitterfeld. Ein Sandsackdamm wurde von Tausenden Rettungskräften und Helfern errichtet und hielt. 2013 bedrohte erneut ein Hochwasser See und Stadt.

Hintergrund: In der Fachzeitschrift Bautechnik aus dem Jahr 2001 heißt es zum Pegelturm: „Die Seebrücke und der Pegelturm Goitzsche bilden zusammen ein schwimmendes Monument zur Erinnerung an den ehemals bedeutenden Braunkohleabbau in der Region Bitterfeld-Leipzig und ein Sinnbild für die Umwandlung der ehemaligen Tagebaulandschaft in ein Naherholungsgebiet.

Brücke und Turm sind auf Pontonelementen aus glasfaserverstärktem Kunststoff bzw. auf einem Schwimmkörper aus Stahl gelagert und erheben sich innerhalb von fünf Jahren mit dem Wasserpegel des Goitzschesees in ihre endgültige Position.“

Für die Architektur zeichneten die drei Architekten S. Brück, Christiane Hübner und Wolfgang Christ verantwortlich. „Um dieses Bauwerk mit seinen außergewöhnlichen technischen Anforderungen und komplexen Randbedingungen realisieren zu können, mussten bei der Entwicklung des statisch-konstruktiven Konzepts neben statischen und mechanischen Problemstellungen auch Aufgaben aus der Hydromechanik und der Off-Shore-Technik gelöst werden.

Die schwierige Gründungssituation im ehemaligen Bergbaugebiet in Verbindung mit einem steigenden Grundwasserpegel machten Hangsicherungen und Pfahlgründungen erforderlich. Das Projekt ist durch eine Vielzahl verschiedenartiger ingenieurmäßiger Detaillösungen gekennzeichnet.“

Weitere Quellen:

Impressionen vom Pegelturm


MDR-Interview im Goitzsche-Wald mit Revierförster Uwe Häfker — SENDETERMIN 3.6.

Robinie als Baum des Jahres - eine relativ anspruchslose Pionierbaumart

Leipzig/Bitterfeld-Wolfen. Die Robinie ist der Baum des Jahres 2020. Vor dem Hintergrund der diesjährigen Dürre und ihren Folgen für den Waldumbau in Deutschland interessiert sich das MDR-Fernsehen, Redaktion Exakt, für die älteren Robinienbestände im Goitzsche-Gebiet bei Bitterfeld-Wolfen.
Am 12. Mai 2020 berichteten LMBV-Förster Uwe Häfker sowie Ramona Niklisch, die frühere Försterin, vor Ort über ihre Erfahrungen mit dieser gebietsfremden Baumart, die seit der DDR-Zeit zur Rekultivierung gepflanzt worden ist. Im Mittelpunkt stehen dabei Fragen wie: Wieso ist der Baum so klimarobust? Wie verhält er sich bei Waldbränden? Wie nimmt die Tierwelt den Baum an?
Ausgestrahlt wird der Fernsehbeitrag am 3. Juni 2020 bei MDR exakt um 20:15 Uhr. Für das freundliche Bereitstellen der Fotos vom Dreh mit Uwe Häfker und Ramona Niklisch dankt die LMBV Dr. Heidi Mühlenberg von der Redaktion bzw. dem Produktionsteam.

Impressionen vom Goitzschewald-Dreh (Fotos: Produktionsteam für LMBV)


Bergbautypisches Relikt im Jubiläumsjahr am länderübergreifenden Lappwaldsee aufgestellt

Erstes FLÖZerfest soll 2021 am Grenzkohlepfeiler stattfinden

Harbke/Helmstedt. Das für den 24. Mai 2020 vorbereitete 1. FLÖZerfest am Lappwaldsee wurde wegen der Corona-Pandemie auf den 30. Mai 2021 verschoben. Auch der stattdessen geplante nicht-öffentliche kleine Festakt am Seeufer in Harbke musste abgesagt werden.

Um den für die Region so wichtigen Termin dennoch zu würdigen, ließen die Bergbauträger Helmstedter Revier GmbH (HSR) und LMBV zusammen mit dem Planungsverband Lappwaldsee am 19. Mai 2020 im Bereich des ehemaligen Grenzkohlepfeilers am Seeufer in Harbke – ohne Publikum – ein Relikt des Tagebaus auf einer LMBV-Fläche aufstellen.

Es handelt sich um eine ca. 10 Meter lange stählerne Auflaufbrücke, einen Teil des ehemaligen Kohle-Förderbandträgers. Es wurde so abgelegt, dass es mit dem Aufgang des Wassers nach und nach untergehen wird. An dem von HSR zur Verfügung gestellten Anlagenteil will der Planungsverband Lappwaldsee künftig zu besonderen Veranstaltungen ein Seil mit einem Wetterballon installieren lassen.

An ihm kann dann der geplante Endwasserstand des Lappwaldsees von Weitem abgelesen werden, denn es besteht keine freie öffentliche Zugänglichkeit in den Tagebau beziehungsweise zum Relikt. Nach Ende der Seeflutung könnte der Träger als Ziel für Tauchgänge im See dienen.

Hintergrund: Durch den Tagebau zwischen dem niedersächsischen Helmstedt und dem sachsen-anhaltinischen Harbke zog sich einst die innerdeutsche Grenze. Entsprechend des Verlaufes der innerdeutschen Grenze entstand dort der sogenannte Grenzkohlepfeiler. Dort, wo in den Jahren 1976 bis 1986 auf dem Höhepunkt der Ost-West-Konfrontation grenzüberschreitend Kohle abgebaut wurde, entsteht nun der „grenzenlose“ Lappwaldsee.

Anlässlich des 30. Jahrestages der Deutschen Einheit sollte ab diesem Jahr jährlich ein Erlebnistag in diesem historischen Bereich stattfinden. Um die Verbindung zum Bergbau zu kommunizieren und dem Fest ein Alleinstellungsmerkmal zu geben, wurde der Name „FLÖZerfest“ gewählt.

Die Sanierung und Flutung des künftigen Lappwaldsees steht noch am Anfang. Die beteiligten Bergbauunternehmen nehmen zunächst ihre bergrechtlichen Verpflichtungen zur Wiedernutzbarmachung und zur Herstellung der öffentlichen Sicherheit wahr. Die Kommunen erarbeiten parallel ein länderübergreifendes Konzept, um den Bergbaufolgesee zu einem Naherholungs- und Tourismusgebiet auszubauen.

Impressionen vom Aufstellen


Borna: Espenhain-Ausstellung „Innenansichten eines Kombinats“ lädt erneut zum Besuch ein

Museum der Stadt Borna ist mit Ausstellung wieder geöffnet

Borna. Die ursprünglich bis Ende Mai 2020 geplante Sonderausstellung im Museum der Stadt Borna mit Werksfotografien aus dem VEB Braunkohlenveredelungswerk Espenhain ist seit 22. Mai wieder offen. Im März konnten die Fotos nur an drei Tagen gezeigt werden, aber die Resonanz war mit 270 Besuchern überwältigend. Daher wurde die Ausstellung bis zum 31. Juli 2020 verlängert. Nun hoffen die Macher der Ausstellung - das Soziokulturelle Zentrum KuHstall e. V. Großpösna und das Museum der Stadt Borna - auf die Wiederentdeckung durch weitere Besucher.


Weltbienentag am 20. Mai – Wild- und Honig-Bienen in den Bergbaufolge-Landschaften

Bergbausanierer LMBV hat neun Standorte für Honigbienen regionalen Imkern zur Verfügung gestellt – Wilde schwarze Mauerbiene kommt in der Lausitz nur in ehemaligen Tagebauen Schlabendorf und Seese vor

Senftenberg/Leipzig. Untersuchungen ergaben, dass beispielsweise im „Naturparadies Grünhaus“, einer Bergbaufolgelandschaft der Tagebaue Kleinleipisch/Klettwitz, welches durch die NABU-Stiftung betreut wird, u.a. insgesamt elf wertgebende, nicht parasitisch lebende Bienenarten vorkommen.

So auch die spezialisierte Dünen-Seidenbiene und die auf Abbruchkanten und Steilhänge angewiesene Gebänderte Pelzbiene. In Sachsen wurden in den Bergbaufolgelandschaften bis zu 98 vom Aussterben bedrohte und stark gefährdete Arten nachgewiesen, in Sachsen-Anhalt waren es 68 Arten. Dazu zählen auch solche, die regional bereits als ausgestorben bzw. verschollen gelten.

Winterimpression vom Ufer des Schlabendorfer Sees nahe Wanninchen im Sanierungsbereich Lausitz

Neben den Wildbienen, die in den Bergbaufolgelandschaften einen idealen Lebensraum finden, gibt es auf den Flächen der ehemaligen Tagebaue auch Standorte, die regionalen Imkern für Honigbienen zur Verfügung gestellt werden. Derzeit gibt es diesbezüglich acht Nutzungsverträge im mitteldeutschen Raum und einen aktiven Vertrag der Lausitz. Anfragen von Imkern werden grundsätzlich positiv beantwortet, sofern es sich um begehbare Flächen außerhalb geotechnischer Sperrbereiche handelt.

Bergbaufolgelandschaften des Braunkohlenbergbaus bieten auch für die kleinen, leicht zu übersehenden Arten große Chancen. Die großen, oft unzerschnittenen Nachbergbau-Flächen, die Armut an Nährstoffen und die relative Störungsarmut gegenüber der normalen Kulturlandschaft sind die Voraussetzungen für das Vorkommen hunderter, häufig gefährdeter und selten gewordener Tier- und Pflanzenarten. Insbesondere für Insekten und Spinnen sind es geradezu ideale Lebensräume. Die Lebensraummosaike aus offenen Flächen, Gras- und Buschflächen, kleinen Steilkanten und Hängen und schließlich Waldflächen unterschiedlichster Dichte und Struktur bieten eine große Vielfalt an Nahrungs- und Brutplätzen.

So sind die Bergbaufolgelandschaften das Zuhause mehrerer in Deutschland hochgradig gefährdeter Wildbienenarten. Neben einzeln lebenden Arten gibt es unter ihnen auch in Brutkolonien nistende oder wie die Honigbiene auch staatenbildende Arten. Parasitisch lebende Kuckucksbienen sammeln dagegen keine Nahrung, sondern schmuggeln ihre Eier in die Brutzellen anderer Arten.  Zwei vom Aussterben in Deutschland bedrohte Arten sind die die Samthummel und die Schwarzbürstige Mauerbiene.

Letztere kommt in blütenreichen Säumen und Lichtungen von Wäldern der Lausitz einzig im Bereich der ehemaligen Tagebaue Schlabendorf-Seese vor. In den Bergbaufolgelandschaften sind diese Lebensräume regelmäßig vorhanden, so dass die Schwarzbürstige Mauerbiene eine gute Chance hat, sich wieder im Lausitzer Revier auszubreiten und damit ihr Vorkommen zu stabilisieren.

Es gibt übrigens etwa 50 verschiedene mitteleuropäische Arten der Mauerbiene. Eine der häufigsten und mit am weitesten verbreitete Art ist die Rote Mauerbiene, in der Fachsprache als "Osmia rufa" bezeichnet. Sie ist neun bis 14 Millimeter groß, hat einen schwarzen Kopf, der bei den Weibchen schwarz, bei den Männchen weiß behaart ist, und einen rötlichbraunen Körper.

Fotos: Dr. C. Saure für NaturschutzFonds Brandenburg | Ralf Donat, Siemann-Stiftung, für LMBV| Christian Bedeschinski für LMBV, Bergbaufolgelandschaft bei Wanninchen | Peter Radke Luftbild für LBMV | STMUV Bayern


Ausgabe 03/2020 der Unternehmens-Zeitschrift “konkret” Mitte Mai erschienen

Senftenberg/Leipzig/Sonderhausen. Blickt man zurück in die vergangenen Wochen und wagt einen Ausblick auf Kommendes, so wird eines klar: Es sind bewegte Zeiten, in denen auch die Mitarbeiter der LMBV und der von ihr beauftragten Firmen und Institutionen tätig sind.

Das belegt auch die neue Ausgabe der „LMBV konkret“ einmal mehr. Im Editorial würdigt der heutige LMBV-Prokurist und Bereichsleiter Technik Eckhard Scholz die nun schon seit 20 Jahren andauernde Erfolgsgeschichte der Flutungszentrale Lausitz, die er mit aufgebaut hat.

Gewaltig wirken auf Außenstehende die Spundbohlen für die künftige Kaimauer am Sedlitzer See, die in diesen Tagen eingerammt werden: dort entsteht am Nordufer eine Anlegestelle für den Sanierungsstützpunkt der LMBV und das in Erschließung befindliche Gewerbegebiet der Stadt Senftenberg.

Auf dem von der LMBV mit geschaffenen Weinberg am Ufer des Geiseltalsees begann kurz vor Ostern die Winzerfamilie Reifert östlich der Altanlage mit ergänzenden maschinellen Pflanzarbeiten. Auf insgesamt 5,1 Hektar wurden weitere Rebstöcke des "Goldenen Steigers" am Geiseltalsee gepflanzt. Als Würdigung für die gute Zusammenarbeit mit der LMBV während der letzten zwei Jahrzehnte blieb es Dietmar Onnasch, langjähriger LMBV-Abteilungsleiter Projektmanagement Sachsen-Anhalt, vorbehalten, den letzten Rebstock zu setzen. Am 16. April 2020 pflanzte er einen Grauburgunder-Setzling mit Schaufel und Wassereimer.

Die Maßnahmen zur Reduzierung der Eisenfracht in der Spree haben auch 2019 eine sehr gute Wirkung erzielt, konnte Sven Radigk, Leiter der LMBV-Projektgruppe Gewässergüte Fließgewässer Lausitz den Jahresbericht zum „Monitoring der Eisenbelastung der Spree und der Talsperre Spremberg“, der jüngst fertiggestellt wurde, resümieren. Verfasst wurde dieser Bericht vom LMBV-Fachgutachter Dr. Wilfried Uhlmann vom Dresdener Institut für Wasser und Boden (IWB).

Vorbereitungen für Abdichtungsmaßnahmen haben an weiteren Gebäuden begonnen – Ziel der LMBV ist die nachhaltige Sicherung von Gebäuden in Delitzsch gegen ansteigendes Grundwasser. Keller von Wohn- und Geschäftshäuser in der Ritterstraße und der Badergasse sollen in den kommenden Monaten durch den Einbau einer Schwarzen Wanne nachhaltig gegen das aufsteigende Grundwasser im Auftrag der LMBV gesichert werden.

Der Rückbau der rund 65 Kilometer langen Flutungsleitung im Südraum Leipzig i.A. der LMBV schreitet weiter voran. Im Bereich der Weißen Elster, in der Nähe der Ortschaft Kleindalzig, wurde Ende April ein 150 Meter langes Teilstück der Ringleitung erfolgreich aus einem Düker gezogen. Bislang wurden rund 12 Kilometer der nun nicht mehr benötigten Ringleitung abgebaut.

An anderer Stelle wird derzeit an einer neuen Leitung gebaut, nämlich an der Haldenlaugenleitung Menteroda-Wipperdorf. In der Ortslage Friedrichsrode konnte kürzlich mit dem Bau eines großen Speicherschachtes für die Laugenleitung begonnen werden. Dieser Speicherschacht dient zukünftig der Zwischenspeicherung der Lauge für Instandhaltungs- und Reparaturarbeiten an dieser Leitung. "Insgesamt sind bereits 10,8 Kilometer der insgesamt mehr als 12,4 Kilometer langen künftigen Laugenleitung erstellt", so zuständige Bereichsleiter Jörg Domnowski.


Wegen Schädlingsbefall kurzfristige Baumfällungen östlich des Lappwaldsees

Forstliche Maßnahme im Harbker Wald gegen den Großen Lärchenborkenkäfer

Leipzig/Harbke. Im Osten des ehemaligen Tagebaus Wulfersdorf bzw. des entstehenden Lappwaldsees steht der Harkber Wald, ein 0,5 Hektar großer Waldbereich in Verantwortung der LMBV. Das Waldbild ist u. a. geprägt von Hainbuchen, Ahornen, Lärchen, Robinien, Linden, Eschen und Eichen. Nach der vorangegangenen Trockenperiode ist der Wald zur Hälfte vom Großen Lärchenborkenkäfer (Ips cembrae) befallen worden.

Nach Erkennen des Rindenbefalls handelten die LMBV-Förster umgehend und ließen zwischen 4. Mai und 8. Mai 2020 die geschädigten Bäume entfernen. Im Auftrag der LMBV fällte die thüringische Firma Görmer & Baldauf GmbH Forst- und Baumpflegebetrieb insgesamt ca. 120 Lärchen, schredderte die Bäume komplett und vernichtete das Holz anschließend, damit sich die rindenbrütenden Käfer nicht weiterentwickeln können. Ziel der über § 2 der Braunkohlesanierung finanzierten Abholzungsaktion ist es, die andere Lärchenwaldhälfte zu erhalten. Entscheidend dafür ist natürlich der weitere Witterungsverlauf im Sommer.

Die gefällten Lärchen waren bis zu 40 Meter hoch und 30 bis 40 Jahre alt. Unter Forstwirten sind sie bekannt, denn sie stammen aus dem Saatgut von alten Harbker Lärchen. Diese Bäume wurden zu DDR-Zeiten beerntet, weil sie auffällig schlank und gut wuchsen.


Trotz Verbotsschildern mit Kinderwagen auf Baustelle am Haselbacher See unterwegs

LMBV bittet darum, auf die Beschilderung zu achten und die Sperrungen zu respektieren

Leipzig. Trotz Verbotsschildern und ausgewiesenen Wegeumleitungen werden derzeit auf der Baustelle im nordöstlichen Bereich des Haselbacher Sees wiederholt Radfahrer und Fußgänger angetroffen. Teilweise werden, von versteckten Neben- und Schleichwegen kommend, Kinderwagen über die Baustelle geschoben – vorbei an schweren Baugeräten wie Baggern und Raupen. Den ungebetenen Baustellen-Gästen ausweichen müssen aber auch LKW-Fahrer, die benötigtes Baumaterial anliefern.

Deshalb appellieren das Sanierungsunternehmen und die Baufirma noch einmal eindringlich an die Vernunft der Bürger, die vor Ort ausgewiesenen Umleitungen zu nutzen und die Baustelle nicht zu betreten. Sie bringen sich und andere in Gefahr.
Derzeit werden im nordöstlichen Bereich des Haselbacher Sees vier Steilanstiege ertüchtigt beziehungsweise abgeflacht. Deshalb muss in diesen Arealen der Rundweg temporär gesperrt werden. Umleitungen für Fußgänger und Radfahrer sind ausgeschildert.

Voraussichtlich Anfang Juli 2020 kann der Rundweg in diesen Bereichen wieder genutzt werden. Die vier Wegeabschnitte befinden sich nordöstlich auf der sächsischen Seite des Sees, besitzen eine Gesamtlänge von circa 660 Metern und erstrecken sich auf dem circa 1,2 Kilometer langen Teilabschnitt des gesperrten Rundweges. Der Haselbacher See liegt circa 30 Kilometer südlich von Leipzig in der Nähe der Ortschaften Regis-Breitingen (Freistaat Sachsen) sowie Haselbach und Wintersdorf in Thüringen.


Wiederkehrende Sachbeschädigung an Pumpstation bedroht Naturschutz im RL Zechau III

Permanente Wasserableitung der LMBV in Vorfluter dient dem Erhalt der Biotope

Leipzig/Kriebitzsch. Seit nunmehr 20 Jahren läuft am so genannten Restloch III im ehemaligen Tagebau Zechau eine Pumpanlage, um den Wasserstand künstlich auf +178,5 m NHN zu halten. Nötig ist dies zum Erhalt des dort 1990 ausgewiesenen Naturschutzgebietes. Denn würde man das dauerhafte Abpumpen des zulaufenden Grund- und Oberflächenwassers einstellen, kletterte der Wasserspiegel des Tagebaurestlochs im Mittel bis auf +193,10 m NHN und Teile der Böschungen – und damit auch der schützenswerten Biotope – würden überflutet werden.

Vor vier Jahren kam es zu ersten Sachbeschädigungen im Bereich von Pumpe, Rohren, Kabeln und Schildern. Diese wiederholen sich mehrfach jährlich kurz nach der jeweiligen Instandsetzung der Anlage. Selbst Stromkabel mit zusätzlicher Schutzberohrung oder extra im Wasser versenkte Rohre wurden durchtrennt bzw. angestochen. Zuletzt wurde am 11. April 2020 eine Wildschutzkamera, die zur Sicherung der Pumpstation angebracht worden war, gestohlen und das Stromkabel im Schaltschrank beschädigt. Auch Vandalismusschäden wie Graffitis gegen vermeintliche Umweltzerstörung sind zu verzeichnen.

Bislang entstand der LMBV, dem für die bergbauliche Sanierung des Restlochkomplexes zuständigen Unternehmen, ein Sachschaden von 30.000 Euro. Keine der präventiv getroffenen Sicherungsmaßnahmen des Betreibers führte zum störungsfreien Weiterbetrieb der Pumpanlage. Um Hinweise zur Aufklärung wird gebeten. Des Weiteren bittet die LMBV darum, die großflächig angebrachte Sperrbeschilderung auf dem Territorium zu beachten. Sie dient der öffentlichen Sicherheit im ehemaligen Bergbaugelände.

In einem Pressegespräch mit der Journalistin Dana Weber von der Osterländer Volkszeitung Altenburg am 23. April 2020 informierte LMBV-Mitarbeiterin Susanne Fechner über die Rahmenbedingungen der Sanierung: Gemäß bergrechtlicher Anordnung des Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) aus dem Jahr 2000 ist die LMBV dazu verpflichtet, den Zwangswasserstand zu halten. Gleichzeitig muss sie auch die geotechnische Sicherheit im Restloch Zechau gewährleisten. Alle Sanierungsleistungen laufen in enger Abstimmung mit dem Flächeneigentümer ThüringenForst und der Unteren Naturschutzbehörde. Wegen der hohen Naturschutzauflagen können die aufwändigen Baumaßnahmen beispielsweise nur im Winter durchgeführt werden und es müssen jeweils ökologische Ausgleichsmaßnahmen erbracht werden. Die Entlassung des Geländes aus der Bergaufsicht kann erst nach Abschluss aller Sanierungsmaßnahmen entsprechend Abschlussbetriebsplan erfolgen.

Restloch Zechau II (links) und Restloch Zechau III mit Pumpanlage - Archiv-Foto: LMBV/Radke

Historie: Kurz nach der Stilllegung des Tagebaus Zechau im Jahr 1959 forstete man einige Randareale des Restlochs auf und sanierte ein Jahrzehnt später Teile der Böschungen. Im Bereich des ehemaligen Tagebaus entstanden die drei Restlöcher Zechau I, II und III, die zusammen eine Fläche von rund 227 Hektar einnehmen. Die Restlöcher I und II dienten zur Einspülung von Kohletrübe und Asche, während das Restloch III nur bis 1967 in dieser Form genutzt wurde und anschließend als Klarwasserbecken fungierte. Der Wasserspiegel wurde hier mithilfe einer Pumpstation künstlich trocken gehalten und der Tagebausee erreichte nie seine volle Größe. So konnten sich auf den Kippen und Böschungen zahlreiche geschützte Arten und ökologisch wertvolle Lebensraumtypen entwickeln. Verschiedene Schachtelhalmarten, acht Orchideenarten, wie Frauenschuh oder Sumpf-Sitter, und viele weitere seltene Spezies aus der Gruppe der Pilze, Moose, Schmetterlinge und Molche siedelten sich im Restlochkomplex an.

Diese Häufung seltener Pflanzen und bedrohter Tiere führte 1990 zur Ausweisung des Naturschutzgebietes „Tagebau Zechau”, das sich über 160 Hektar ausdehnt und fast den gesamten Bereich der Restlöcher II und III sowie die angrenzenden Böschungssysteme umfasst. Darüber hinaus wurde das Tagebaurestloch zusätzlich als FFH-Gebiet „Restloch Zechau“ (FFH steht für Fauna, Flora und Habitat – also Tiere, Pflanzen und Lebensräume) deklariert. Solche Areale gehören zum europaweiten Schutzgebietssystem zur Bewahrung der natürlichen Biodiversität „Natura 2000”. Die Erkundung der Landschaft um das Restloch ist daher nur im Rahmen geführter Begehungen möglich.

Impressionen vom Pressegespräch am Restlochkomplex Zechau - Fotos: LMBV


Erweiterung der Rebfläche am Geiseltalsee mit tatkräftiger Hilfe von LMBV-Abteilungsleiter

Dietmar Onnasch pflanzt Weinstock auf Klobikauer Halde

Leipzig/Bad Lauchstädt. Liebhaber des heimischen Rebensafts werden ihre Freude am derzeitigen Ausbau des Weinbergs Goldener Steiger am Geiseltalsee auf insgesamt 5,1 Hektar haben.

Kurz vor Ostern begann Familie Reifert östlich der Altanlage auf einer Fläche von 1,7 Hektar mit den maschinellen Pflanzarbeiten. Zunächst wurde großflächig Erde mit einer Raupe aufgebracht. Danach kam mit Hilfe der Firma Minges aus der Südpfalz über 8.000 Rebstöcke in die Erde. Dank der modernster GPS-Technik entstanden per Pflanzmaschine 33 Reihen mit gleichem Stockabstand von 90 Zentimetern.

Folgende weiße Rebsorten werden künftig auf dem Hang mit 30 Grad Neigung gedeihen: 12 Reihen Grauburgunder, 10 Reihen Bacchus, 7 Reihen Gutedel und 4 Reihen Sauvignon Blanc. Zwischen der Alt- und der Neuanlage war im Übrigen einen Monat zuvor in mühevoller Handarbeit eine etwa 1 Hektar große Streuobstwiese als ökologischer Ausgleich für die Erweiterung der vorhandenen Weinbaufläche im Naturschutzgebiet „Bergbaufolgelandschaft Geiseltal“ angelegt worden. Dort sollen alte Apfel-, Pflaumen- und Kirschsorten wachsen.

Als Dank für die gute Zusammenarbeit mit der LMBV während der letzten zwei Jahrzehnte blieb es Dietmar Onnasch, Abteilungsleiter Projektmanagement Sachsen-Anhalt, vorbehalten, den letzten Rebstock zu setzen. Am 16. April 2020 pflanzte er einen Grauburgunder-Setzling mit Schaufel und Wassereimer. Damit trat er in die Fußstapfen von Dr. Peter Tropp. Der damalige zuständige LMBV-Länderbereichsleiter hatte vor genau 20 Jahren – im Juni 2000 – den ersten Weinstock auf der westlichen Seite der rekultivierten Bergbaufläche in die Erde gesetzt. Er war sich nicht sicher gewesen, ob der Weinanbau auf der Halde Klobikau funktionieren würde, hoffte aber auf ein „schönes Aushängeschild“ für die Bergbauregion.

Der Erfolg stellte sich tatsächlich auf der Halde ein. Der erste Jahrgang „Goldener Steiger“ war ausverkauft. Heute sind die Reifertschen Weine bekannt und begehrt. Dass prächtige Trauben auf der Südseite der Klobikauer Halde reifen konnten, liegt auch an ständigen bodenverbessernden Maßnahmen u. a. in Zusammenarbeit mit der Hochschule Merseburg. Fotos: Claudia Hermann/LMBV und Lars Reifert/Weinbau am Geiseltalsee

Impressionen vom Geiseltal-Weinber


Nachhaltige Sicherung von Gebäuden in Delitzsch gegen ansteigendes Grundwasser

Vorbereitungen für die Abdichtungsmaßnahmen haben begonnen

Leipzig/Delitzsch. Nachdem Anfang des Jahres der Baubeginn für eine 15 Monate dauernde Abwehrmaßnahme gegen die Folgen des Grundwasserwiederanstiegs im Stadtgebiet Delitzsch begann, wurden nun die Abbrucharbeiten weitestgehend beendet. Der Rückbau beziehungsweise temporäre Umbau der technischen Gebäudeausrüstung hat inzwischen begonnen und die Umverlegung der Elektroinstallation wurde weitestgehend abgeschlossen. Zurzeit laufen die Vorbereitungen für die Abdichtungsmaßnahmen. Die betroffenen Wohnungen sind weiterhin bewohnbar und die Geschäftsräume können derzeit weiterhin genutzt werden.

Die Keller der Wohn- und Geschäftshäuser in der Ritterstraße 43 und der Badergasse 12 und 14 werden durch den Einbau einer Schwarzen Wanne nachhaltig gegen das aufsteigende Grundwasser gesichert. Der Gebäudekomplex umfasst drei zusammenhängende Gebäude auf einer Grundfläche von ca. 380 Quadratmetern. Der 1993 errichtete dreigeschossige Komplex ist massiv vollunterkellert. Der Keller wird zukünftig durch die Herstellung einer druckwasserdicht verschweißten Abdichtungsfolie mit Auflastwanne aus Stahlbeton geschützt.

Zeitweise müssen für das Bauvorhaben zwei Unternehmen auf ihre Gewerbeeinheiten sowie die Mieter von zwölf Wohneinheiten auf die Nutzung ihrer Keller und Tiefgaragen verzichten. Über einen zentralen Außenzugang im Innenhof soll die Baumaßnahme in drei Bauabschnitten ausgeführt werden.

Nach den Abdichtungsarbeiten erfolgen aufeinander abgestimmt die Leistungen zur Wiederherstellung der uneingeschränkten Nutzbarmachung der Kellerräume inklusive dem Einbau einer neuen Zentralheizung, deren Kosten durch den Eigentümer getragen werden. Der Innenausbau erfolgt gemäß Bestand und entsprechend der jeweiligen Nutzung. Des Weiteren ist die technische Gebäudeausrüstung an die brandschutzkonformen Anforderungen anzupassen. Durch die Lage der Baustelle im Altstadtkern von Delitzsch kommt eine enorme logistische Herausforderung auf die beauftragte Baufirma zu. Es wurden bereits verkehrsrechtliche Genehmigungen für Änderungen in der Verkehrsführung und Straßensperrungen sowie die Anmietung von nahe gelegenen Baustelleneinrichtungs- bzw. Lagerflächen organisiert.

Delitzscher Stadtgebiet (Fotograf: Peter Radke, 2019)


Umfangreicher Wasserwirtschaftlicher Jahresbericht der LMBV für 2019 erarbeitet

2019 konnten insg. 63,6 Mio. m³ Wasser gehoben und 101 Mio. m³ zur Flutung und Nachsorge eingesetzt werden

Senftenberg/Leipzig. Unter Federführung der Flutungszentrale bei der LMBV in Zusammenarbeit mit der Abteilung Grundsätze Geotechnik/Wasserwirtschaft ist kürzlich im LMBV-Bereich Technik der Wasserwirtschaftliche Jahresbericht für das Jahr 2019 erarbeitet worden.

In den Lausitzer und Mitteldeutschen Braunkohlerevieren setzte sich m Jahr 2019 die Wiederherstellung eines sich weitgehend selbst regulierenden Wasserhaushaltes kontinuierlich fort.

Im Berichtszeitraum setzte sich die 2018 eingetretene außergewöhnliche Dürre fort. Überregional erhöhte sich das Niederschlagsdefizit in 2019 gegenüber den Normalwerten um rund 120 mm. Unter Berücksichtigung des Vorjahres wuchs das Gesamtniederschlagsdefizit auf rund 300 mm an. Diese anhaltende extreme Trockenheit stellte die wasserwirtschafte Sanierung der LMBV revierübergreifend vor besondere Herausforderungen. Die witterungsbedingt sehr angespannte Situation im Landschaftswasserhaushalt zeigte sich unter anderem sehr deutlich an den Abflussverhältnissen der Vorfluter. Der Jahresgang der Abflüsse ist in 2019 abgesehen von kurzzeitigen Peaks weitestgehend durch einen Verlauf auf Niedrigwasserniveau gekennzeichnet. Die geringen Abflüsse des Vorjahres wurden in 2019 noch einmal deutlich unterschritten. Die Schwarze Elster fiel beispielsweise unterhalb des Pegels Neuwiese erneut komplett trocken. Hochwässer blieben im Berichtszeitraum vollständig aus.

Mit dem Ziel der möglichst schonenden Nutzung der dezimierten Bewirtschaftungskontingente wurde im Juni 2019 erneut die sich bereits im Extremjahr 2018 bewährte Lausitzer „Ad-hoc AG Extremsituation“ einberufen. Durch den Beschluss umfangreicher zusätzlicher Maßnahmen konnten die Dargebote von Spree und Schwarze Elster auf niedrigem Niveau stabilisiert werden. Aufgrund der außergewöhnlichen Dürre blieb das Wasserdefizit sowohl in den Bergbaufolgeseen als auch im Grundwasser gegenüber dem Vorjahr revierübergreifend nahezu konstant. Ursächlich sind die hohen Verdunstungs- und Abstromverluste in den aufeinanderfolgenden „Trockenjahren“ 2018 und 2019.

Im Vergleich zum ursprünglichen Defizit von 7,0 Mrd. m³ beträgt das Restdefizit zum Jahresende weiterhin ca. 0,9 Mrd. m³. Dieses Restdefizit bezieht sich auf den vorbergbaulichen Zustand. Im Vergleich zum nachbergbaulichen Endzustand wird in der Lausitz ein bleibendes Defizit von 0,3 Mrd. m³ ausgewiesen. Der Grundwasserwiederanstieg ist in Bezug auf den nachbergbaulichen Endzustand zu 93 % abgeschlossen. Das Jahr 2019 war überdurchschnittlich warm, sehr sonnenscheinreich und insgesamt zu trocken. Nach 2018 und 2014 reiht es sich als das drittwärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen vor über 140 Jahren in die Folge überdurchschnittlich warmer Jahre ein (Quelle: DWD).

Auch in Mitteldeutschland, mit den Einzugsgebieten der Mulde, Pleiße, Selke, Weißen Elster und Saale, veränderte sich das Wasserdefizit im Berichtszeitraum nicht. Gegenüber dem ursprünglichen Defizit von 5,7 Mrd. m³ beläuft sich das Restdefizit unverändert auf 1,3 Mrd. m³. Im Mitteldeutschen Revier werden sich die Grundwasserverhältnisse im nachbergbaulichen Endzustand insgesamt nicht von denen des vorbergbaulichen Zustandes unterscheiden. Der Grundwasserwiederanstieg ist hier zu ca. 70 % abgeschlossen.

Im Jahr 2019 wurden 63,6 Mio. m³ Wasser gehoben. Der Anteil im Jahr 2019 beträgt in der Lausitz 56,0 Mio. m³ und wird zu 69 % durch eine optimierte Haltung der sanierungsbedingten Grenzwasserstände innerhalb der Restlochkette gebildet. Aufgrund von Umbaumaßnahmen am Brunnenriegel bei Burgneudorf fand dort in 2019 keine Wasserhebung statt. In Mitteldeutschland wurden 7,6 Mio. m³ gehoben, wobei allein das Halten des sanierungsbedingten Wasserstandes im Bereich Nachterstedt eine Wasserhebung von 5,7 Mio. m³ erforderte. In den fünf betriebseigenen Wasserbehandlungsanlagen der LMBV wurden 2019 rund 63 Mio. m³ bergbaulich geprägtes Wasser behandelt. Diese Menge entspricht annähernd der Vorjahresmenge.

Für die Flutung und Nachsorge konnte im Lausitzer Revier mit rund 78 Mio. m³ eine gegenüber dem Vorjahr rund 25 % höhere Menge genutzt werden. Die Wasserabgaben bestehen aus dem Abschlag sanierungsbedingter Wasserhaltungen an die Vorflut, aus Abgaben in Erfüllung von wasserrechtlichen Auflagen zur Mindestwasserstützung sowie aus den im Rahmen der Nachsorge aus den Bergbaufolgeseen wieder ausgeleiteten Wassermengen und erreichten in der Lausitz die Summe von 78 Mio. m³. Auf Grund der eingeschränkten Speicherlamelle des SB Niemtsch und der dürrebedingten geringen Wasserführung der Schwarzen Elster musste die Stützung der Rainitza aus der GWRA Rainitza auf bis zu 0,7 m³/s erhöht werden. Dafür wurden von den Grundwasserüberschüssen des Bernsteinsees 1,9 Mio. m³ über den Oberen Landgraben im Sedlitzer See zwischengespeichert. Insgesamt erfolgte eine Stützung der Rainitza als Vorfluter der Schwarzen Elster mit 13,1 Mio. m³, etwa 3,5 Mio.m³ mehr als in einem Normaljahr.

Mit rund 23 Mio. m³ blieb im Mitteldeutschen Revier die für Flutung und Nachsorge der Bergbaufolgeseen genutzte Menge rund 30 % hinter der Vorjahresmenge zurück. Dieser deutliche Rückgang ist nicht zuletzt auf die Ende 2018 eingestellte Wasserüberleitung aus den MIBRAG Tagebauen zurückzuführen. Für das mitteldeutsche Revier wurden zudem Abgaben 33 Mio. m³ getätigt. Bereits zu Zeiten des Gewinnungsbergbaus des Tagebaus Espenhain wurde Wasser in die Kleine Pleiße zur Aufrechterhaltung ihres Fließcharakters abgegeben. Zur Sicherung des im Planfeststellungsbeschluss verankerten Mindestabflusses in der Kleine Pleiße erfolgt dies auch heute noch. In den unmittelbaren Jahren nach dem Hochwasserereignis und der Füllung des Großen Goitzsche-Sees im Jahr 2002 waren die Abgaben durch die Ausleitungen aus diesem See geprägt. In den letzten Jahren, wie auch 2019, erfolgten die meisten Abgaben in das Einzugsgebiet der Pleiße. Maßgebend ist hier vor allem der Cospudener See aufgrund der Einleitung von Wasser der Weißen Elster in den vorgelagerten Zwenkauer See. Der Rückgang der Abgaben gegenüber dem Vorjahr ist auch hier auf geringere Ausleitungen aus den Bergbaufolgeseen zurückzuführen.

Die Wasserabgaben an die Vorflut entwickelten sich im Trockenjahr 2019 in allen Revieren der LMBV rückläufig und sind vorrangig auf die geringeren Ausleitungen aus den Bergbaufolgeseen zurückzuführen. In der Lausitz konnte den Vorflutern dennoch mit insgesamt 78 Mio. m³ die gleiche Menge zurückgegeben werden, wie für die Flutung und wasserwirtschaftliche Nachsorge entnommen wurde. Seit Beginn der Flutungen wurden rund 4,2 Mrd. m³ Wasser für die Flutung und Nachsorge der Bergbaufolgeseen genutzt. Der größere Anteil von rund 2,4 Mrd. m³ konnte für die Bergbaufolgeseen der Lausitz erschlossen werden, 1,7 Mrd. m³ gingen in die Mitteldeutschen Bergbaufolgeseen.

Der Anteil des im Jahr 2019 genutzten Wassers zur Flutung und Nachsorge summierte sich im Mitteldeutschen und Lausitzer Revier der LMBV auf insgesamt 101 Mio. m³. Dieser Wert liegt nur geringfügig über dem Wert des Vorjahres, jedoch deutlich unterhalb der Flutungsmenge des Jahres 2017, was auf die seit 2018 anhaltende Trockenheit zurückzuführen ist. Mit einer Jahressumme von 78,3 Mio. m³ für die Flutung und wasserwirtschaftliche Nachsorge im Lausitzer Revier konnte die Menge gegenüber dem Vorjahr um ein Viertel gesteigert werden. Dabei diente das Wasser zu 98 % der Nachsorge bereits fertiggefluteter Seen. Im Jahr 2019 konnten im Mitteldeutschen Revier insgesamt 22,6 Mio. m³ Wasser zur Flutung und Nachsorge der Bergbaufolgeseen genutzt werden.

Im Lausitzer Revier wurden zudem 63,1 Mio. m³ bergbaulich geprägtes Wasser in vier betriebseigenen Wasserbehandlungsanlagen (WBA) behandelt. Im Mitteldeutschen Revier wird eine WBA im Bereich Borna-West durch die LMBV betrieben. Hier treten als Folge des Grundwasserwiederanstieges bergbaulich beeinflusste, eisenhaltige Wässer zu Tage, die sich in Gräben sammeln und der WBA zum Eisen-Abreinigen zugeleitet werden. Das gereinigte Wasser wird in die Pleiße abgegeben.

Darüber hinaus wurden im Berichtszeitraum an zehn Bergbaufolgeseen der LMBV In-Lake-Behandlungen zur Sicherung der Wasserbeschaffenheit durchgeführt. Neben den Nachsorgebehandlungen an acht Lausitzer Bergbaufolgeseen erfolgten in Mitteldeutschland am Störmthaler sowie Hainer See nach der Beendigung der Fremdwasserzuführung erstmals technische Behandlungen mittels Gewässerbehandlungsschiff. Der Konditionierungsmitteleinsatz erhöhte sich in 2019 gegenüber dem Vorjahr insgesamt um acht Prozent.

Bei der überwiegenden Anzahl der Seen im Lausitzer Revier und auch bei einigen Seen in Mitteldeutschland müssen für die Zielerreichung der geplanten neutralen Seewasserbeschaffenheit Maßnahmen zur Wasserbeschaffenheitsverbesserung durchgeführt werden. Durch verschiedene technische Maßnahmen wird die Gewässerbeschaffenheit entsprechend den wasserwirtschaftlichen Anforderungen eingestellt.

Die sich in Flutung bzw. in der Nachsorge befindenden Bergbaufolgeseen Mitteldeutschlands - drei Gewässer wurden 2019 behandelt - zeigen inzwischen überwiegend neutrale Verhältnisse. Nur der Kahnsdorfer See und der Lappwaldsee sind derzeit noch stark sauer. Der Kahnsdorfer See wird als Sukzessionssee sich selbst überlassen. Langfristig werden hier neutrale pH-Verhältnisse prognostiziert. Für den Lappwaldsee geht man mit dem derzeit geplanten Flutungsregime von einer Anhebung des pH-Wertes (und Reduzierung der Sulfatkonzentration) aus.

Die extrem trockene Witterung des Jahres 2019 beeinflusste auch die Salzlaststeuerung im Bereich Kali-Spat-Erz deutlich. Im Vergleich zu den Vorjahren halbierte sich der Eintrag diffuser Haldenabwässern in die Vorflut. Gleichzeitig konnten aufgrund der ebenfalls geringeren Abflüsse in der Wipper unter Beachtung des Grenzwertes für Chlorid gegenüber den Vorjahren deutlich weniger Haldenlauge in die Vorflut abgeschlagen werden. Das Füllvolumen des Laugenstapelbeckens Wipperdorf stieg dadurch innerhalb des Berichtszeitraumes um mehr als 120.000 m³ an. Sofern eine dem Jahr 2019 entsprechende Niederschlags- und Abflusssituation im Jahr 2020 fortbesteht, ist im Laufe des Jahres 2020 mit dem Erreichen des maximalen Beckenfüllstandes zu rechnen.

Im Jahr 2019 wurde im LMBV-Verantwortungsbereich eine Gesamtchloridfracht im Vorfluter von 47.105 t/a durch die Haldensickerwässer der Haldenstandorte Sondershausen, Bleicherode, Sollstedt, Bischofferode sowie Volkenroda und Roßleben verursacht. Daraus ergibt sich eine Jahresgesamtchloridfracht für den Vorfluter Wipper von 44.963 t/a. Die Haldenabwässer des Haldenstandortes Roßleben (Chloridfracht 2.142 t/a) werden in den Vorfluter Unstrut geleitet und sind daher nicht für das Einzugsgebiet der Wipper relevant. Zurzeit werden die Haldenabwässer des Haldenstandortes Volkenroda in die Grube Volkenroda/Pöthen eingeleitet (Flutung).

Zukünftig werden die anfallenden Haldenabwässer über eine Laugenleitung dem Becken Wipperdorf zugeführt, so dass die Haldenabwässer schon heute in der Gesamtchloridfracht der Wipper mit bilanziert werden. Die erreichte Gesamtchloridfracht überschreitet dabei nicht die zulässige max. Jahresfracht von 165.000 t Chlorid pro Jahr am Pegel Hachelbich (Wipper). Im Vergleich zu den Vorjahren hat sich die Jahresfracht halbiert. Die Gesamtchloridfracht ergibt sich aus dem diffusen Austrag der jeweiligen Halden sowie dem Abstoß aus dem „Zentralen Laugenstapelbecken Wipperdorf“ und im Bedarfsfall aus dem Becken Sondershausen. Im Berichtszeitraum erfolgte aus dem Becken Sondershausen kein Haldenlaugenabstoß in den Vorfluter Wipper.

Die Maßnahmen zur Reduzierung der Eisenfracht im Einzugsgebiet der Spree wurden in 2019 fortgesetzt. Schwerpunkte der Arbeiten bildeten die Fortführung der Teilberäumung der Vorsperre Bühlow von Eisenhydroxidschlämmen, die Optimierung der containergestützten, modularen Wasserbehandlungsanlage am Standort Burgneudorf, die Inbetriebnahme der modularen Wasserbehandlungsanlage am Standort Neustadt/Spree sowie der Weiterbetrieb der bereits bestehenden Behandlungsanlagen. Durch den Betrieb der Konditionierungsanlage vor der Talsperre Spremberg konnte in 2019 rund 53 % der Eisenfracht der Spree in der Vorsperre zurückgehalten werden. Unterhalb der Talsperre Spremberg wurden die bisher niedrigsten Eisenfrachten in der siebenjährigen Messreihe seit dem Jahr 2012 nachgewiesen. In den übrigen Schwerpunktbereichen bewegten sich die Eisenkonzentrationen der Spree in 2019 überwiegend auf dem niedrigen Niveau des Vorjahres (jahresdurchschnittlich ≤ 1,0 mg/L).

Die witterungsbedingte Wasserknappheit forderte in 2019 einen noch ressourcenschonenderen Einsatz der Speicherkontingente zur Sulfatlaststeuerung in der Spree. Vor diesem Hintergrund bewegte sich die Sulfatkonzentration ganzjährig auf dem Niveau des Immissionsrichtwertes, welcher im Juni auf 500 mg/L angehoben wurden. Mit 418 mg/L im Jahresmittel lag die Sulfatkonzentration lediglich 5 mg/L über dem Mittelwert des Vorjahres. Das Kontingent der Niedrigwasseraufhöhung der Spree aus sächsischen Talsperren in Höhe von 20 Mio. m³ wurde in 2019 vollständig aufgebraucht.

Fluten und Nachsorgen - Beispielfotos


Neu erarbeitete Rekultivierungsbroschüre der Bergbausanierer online

Ein Blaukehlchen in der Folgelandschaft

Senftenberg. "Landschaft entsteht und wandelt sich durch menschliches Handeln und das Wirken der Naturkräfte. Ressourcenabbau verändert eine Landschaft und ihre Ausstattung stetig. Während auf der Gewinnungsseite Vorhandenes zerstört wird, entsteht im ausgebeuteten Bereich Neues."
Die Entstehung vom Neuem in den Bergbaufolgelandschaften und die Widernutzbarmachung der vom Braunkohlenbergbau beanspruchten Flächen wird in der neuen LMBV-Fachbroschüre Den Boden für die Zukunft bereiten. Rekultivierung von Bergbaufolgelandschaften erläutert.
Auf 44 Seiten wird dabei ein konzentrierter Einblick in die wichtigsten Arbeitsfelder gegeben. Die Themen Boden, landwirtschaftliche sowie forstliche Rekultivierung, Fischerei und Wegebau stehen dabei im Fokus. Rechtliche Grundlagen werden, wie Fragen der Renaturierung, ebenfalls beleuchtet. Großformatige Fotos aus dem Lausitzer und Mitteldeutschen Revier sowie dem Bereich Kali-Spat-Erz verdeutlichen, neben zahlreichen Grafiken, die Erläuterungen. In enger Kooperation zwischen der Abteilung Umweltschutz/Rekultivierung und der Unternehmenskommunikation der LMBV ist diese Zusammenfassung erarbeitet worden. LMBV-Fachreferent Jörg Schlenstedt übernahm die fachliche Betreuung.
Für den internationalen Know-How-Austausch wurde die Broschüre zudem ins Englische, Chinesische, Polnische, Russische und Spanische übersetzt. Die deutsche und die englische Ausgabe stehen ab sofort unter "Mediathek – Publikationen" als PDF-Version zur Verfügung. Die Druckversion liegt ab Mitte April vor und kann gegen Zusendung eines adressierten und ausreichend frankierten Rückumschlages an die LMBV-Unternehmenskommunikation bestellt werden.

Impressionen der Bergbaufolgelandschaften - Fotos: L. Piltz für LMBV

Publikationen


Umfangreiche Böschungssanierungen laufen an Mure am Geiseltalsee

Einsatz von „Baggermatratzen“ ermöglicht standsicheres Arbeiten an vernässter Böschung

Leipzig/Mücheln. Infolge der andauernden Vernässung eines lokalen Böschungsabschnittes am Geiseltalsees waren im Müchelner Ortsteil Stöbnitz zwischen dem gleichnamigen Bachleinlauf und dem Strandbereich/Campingplatz nochmals Sanierungsarbeiten erforderlich. Durch den stetigen Grund- und Schichtenwasserandrang kam es zu Muren ähnlichen Ausspülungserscheinungen des anstehenden Bodens und damit zu einer unerwünschten Rückverlagerung der Böschung.

Diese Böschung wird nun seit September 2019 aufwendig saniert, um die Sicherheit des Areals und des angrenzenden Wirtschaftsweges dauerhaft zu gewährleisten. Die Sanierung wird voraussichtlich im 3. Quartal 2020 abgeschlossen. Dabei gestalten sich die Arbeiten an der Mure durchaus schwierig. Die angetroffenen Bodenverhältnisse zwangen zu einer Anpassung der geplanten Sanierungstechnologie, insbesondere hinsichtlich des Einsatzes der Gerätetechnik.

Der Murenbereich soll durch Auflage eines gestuften Flächenfilters abgedeckt und dauerhaft geordnet entwässert werden. Zur Herstellung des Filterkörpers ist das Befahren der bereits abgedeckten Bereiche mit mobiler Erdbautechnik erforderlich. Um den schwierigen Bodenverhältnissen Rechnung zu tragen war es notwendig, die dynamischen Lasteinträge während den Arbeitsvorgängen signifikant zu verringern. Für erhebliche Teile des Bauwerkes musste die eingesetzte mobile Erdbautechnik auf 15 Tonnen Gesamtgewicht begrenzt werden. Weiterhin wurde eine zusätzliche aufgeschotterte Baustraße mit sogenannten „Baggermatratzen“ (Holzbohlen) zur Lastverteilung belegt. Im Gründungsbereich der Ableitungskaskade, einem Bauwerk zur Wasserableitung über die Böschung, konnte nur mit Hilfe eines im Boden verbleibenden Spundwandkastens der notwendige Bodenaustausch durchgeführt werden.

Begleitend zur Baumaßnahme, die von der Naumburger Bauunion durchgeführt wird, sind neben den geotechnischen Schwerpunkten aber auch die naturschutzfachlichen Belange weiterhin zu beachten und umzusetzen. Die Arbeiten werden durch eine ökologische Baubegleitung überwacht und vorhandene Reptilienschutzzäunungen instandgehalten.


Vorsorge zum Eindämmen der Pandemie — Krisenstab bewertet jeweils aktuell die Lage

Senftenberg/Leipzig/Sondershausen. Im Zusammenhang mit der aktuellen Entwicklung der Corona-Virus-Infektionskrankheit (COVID-19) hat die LMBV einen Pandemieplan für das Unternehmen in Kraft gesetzt und einen Krisenstab berufen. Dieser hat bis zum 27. März bereits 13 mal getagt und unternehmensseitige Klärungen zum jeweilige Fortschreiben dieses Pandemieplanes herbeigeführt.

Der Pandemieplan der LMBV beinhaltet allgemeine Verhaltensregeln für die Mitarbeiter und betriebsablauforganisatorische Maßnahmen zum Schutz vor der Erkrankung, zur Gewährleistung der Sicherheit im Verantwortungsbereich der LMBV sowie zur Aufrechterhaltung des Betriebsablaufes insbesondere in Anlagen mit Sicherheits- bzw. Umweltrelevanz. Die zuständigen Behörden der Länder wurden von den ergriffenen Maßnahmen der LMBV unterrichtet.

Um eine Verbreitung des Virus einzudämmen, wurden und werden nicht dringliche Arbeitsberatungen und Außenkontakte mit einer hohen Teilnehmerzahl auf das dringend Notwendige beschränkt bzw. vermieden. An Auftragnehmer und Partner: Bitte vermeiden Sie deshalb unnötige Besuche bei der LMBV.

Für den Fall von Eigenbetroffenheit oder Kontakten mit Betroffenen wurden Verhaltensvorgaben für die Mitarbeiter und innerbetriebliche Maßnahmen festgelegt. Die Maßnahmen der LMBV richten sich nach den gesetzlichen Vorgaben und den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts. Zum Schutz der Mitarbeiter bei gleichzeitiger Sicherung der betrieblichen Abläufe wurden umfassende Maßnahmen zur Flexibilisierung der Arbeitszeiten im Unternehmen bereits umgesetzt und auch das mobile Arbeiten zu Hause geregelt.

Derzeit laufen alle wesentlichen Sanierungsbaustellen der LMBV zusammen mit den Auftragnehmern unter Beachtung der Verhaltensregeln intensiv weiter.

(Stand: 16.03.2020, ergänzt am 27.03.2020)


Sperrbereiche und Verhaltensanforderungen unbedingt beachten!

Die LMBV betreibt in der Lausitz und im Raum Mitteldeutschland als bergrechtlich verantwortliche Projektträgerin Sanierungsbergbau inklusive Planung, Ausschreibung, Vergabe, Kontrolle und Abnahme der Sanierungsarbeiten mit dem Ziel der Beendigung der Bergaufsicht stillgelegter Bergwerke

Dabei sind zahlreiche berg- und wasserrechtliche Sanierungs- und Sicherheitsmaßnahmen noch nicht gänzlich abgeschlossen und zum Schutz der Bevölkerung so genannte geotechnische Sperrbereiche ausgewiesen.
Diese sind mit Schildern gekennzeichnet.
Im geotechnischen Sperrbereich besteht eine latente Gefahr für die Sicherheit. Das Betreten oder Befahren dieser Bereiche ist verboten.

Die LMBV weist darauf hin, folgende Verhaltensanforderungen einzuhalten:
Alle Warn- und Hinweisschilder entlang der durch die LMBV freigegebenen Wirtschaftswege sind unbedingt zu beachten! Die Nutzung der durch die LMBV freigegebenen Wirtschaftswege erfolgt auf eigene Gefahr.

In Teilen der Kippenflächen ehemaliger Tagebaue sind aufgrund der noch erforderlichen Sicherung Sperrbereiche ausgewiesen, die durch Beschilderung „Sperrbereich –  Betreten verboten – Lebensgefahr“ kenntlich gemacht sind.

Im Sperrbereich besteht die Gefahr
• von Geländeeinbrüchen und Setzungsfließereignissen aufgrund von Bodenverflüssigungen
• von Böschungsrutschungen, Böschungserosionen und deren Auswirkungen
• einer nicht ausreichenden Tragfähigkeit der Oberfläche
• von Bodensenkungen, Tagesbrüchen
• tiefen Erosionsrinnen
In den zur Nutzung freigegebenen Flächen der Bergbaufolgeseen dürfen die mit gelben Bojen gekennzeichneten zugelassenen Seebereiche nicht verlassen werden. Die Bereiche hinter den Bojenketten sind noch nicht gesichert und somit rutschungsgefährdet.
Jedes Betreten oder Befahren kann ein Initial für das Auslösen von Böschungsrutschungen und deren Auswirkungen (z. B. Nachbrüche, Schwallwellen) darstellen. Weitere Gefahren bestehen in der Wind-/Wellenabrasion (Kliffbildung) und deren Auswirkungen (z. B. Nachbrüche) sowie tiefen Erosionsrinnen.
Die ausgewiesenen Sperrbereiche sind über das Geoportal der LMBV jederzeit aktuell einsehbar.
Bitte beachten Sie, dass sich jederzeit kurzfristige Änderungen der geotechnischen Sperrbereiche ergeben können und informieren Sie sich im Geoportal der LMBV.


Informationen zur Sanierungsplanung des Tagebaus Espenhain von Bernd-Stephan Tienz

Druckfrisches Sonderheft und aktualisierte Broschüren aus der Reihe "Wandlungen und Perspektiven"

Leipzig. Für das mitteldeutsche Revier gibt es nunmehr eine weitere Broschüre aus der LMBV-Reihe Wandlungen und Perspektiven – das Sonderheft „Sanierungsplanung Tagebau Espenhain“ (24). Geschrieben wurde es von Dipl.-Ingenieur Bernd-Stephan Tienz, dem ehemaligen Leiter Planung Mitteldeutschland bis 2012. Anhand vieler Fotos, Karten und Dokumente wird der lange planerische Weg bis zur Freigabe des Markkleeberger Sees 2006 und des Störmthaler Sees 2014 erläutert. Abgerundet wird das Heft durch eine chronologische Übersicht, die die Voraussetzungen und Meilensteine zur Wiedernutzbarmachung des Tagebaus Espenhain darstellt.

Daneben liegen nun auch die aktualisierten mitteldeutschen Broschüren zu „Espenhain“ (02), „Geiseltal“ (03), „Golpa/Gröbern/Bergwitz“ (06) sowie „Witznitz“ (08) in gedruckter Fassung vor.

Alle Broschüren können gegen Zusendung eines adressierten und ausreichend frankierten Rückumschlages an LMBV-Unternehmenskommunikation, Walter-Köhn-Straße 2, 04356 Leipzig bestellt werden. Das Porto beträgt für eine Broschüre 1,55 Euro, für zwei oder drei Broschüren 2,70 Euro und ab vier Broschüren 4,50 Euro. Mehr als drei Exemplare einer Broschüre werden an Privatpersonen nicht abgegeben.


Naturnahe Umgestaltung der Neuen Gösel beginnt mit Artenzählung und Vermessung

Kartierung der Fauna ab März und Bestandsvermessung der Neuen Gösel ab Oktober 2020

Leipzig/Rötha. Seit März 2020 laufen im Auftrag der LMBV entlang der Neuen Gösel zwischen Oelzschau und der Mündung in die Pleiße Kartierungsarbeiten. In einem Korridor von etwa 25 Metern beidseits des Gewässers werden unter anderem Brutvögel, Zug- und Rastvögel, Amphibien, Reptilien, Libellen, Käfer sowie Fledermäuse erfasst. Die methodische Dokumentation der auf dem Land als auch in Gewässern lebenden Arten findet auf einer Gesamtfläche von mehr als 600 Hektar statt. Die Begehungen sind auf öffentlich zugänglichem Gelände je nach Methodik und Zielstellung tagsüber und nachts über einen Zeitraum von mindestens einem Jahr vorgesehen.

Die Arbeiten stehen im Zusammenhang mit dem Bauprojekt „Naturnahe Umgestaltung der Neuen Gösel“. Die LMBV ist das bergrechtlich verantwortliche Unternehmen für den ehemaligen Braunkohletagebau Espenhain und als Vorhabensträgerin entsprechend dem Abschlussbetriebsplan verpflichtet, die durch den Braunkohletagebau in Anspruch genommenen Flächen wieder nutzbar zu machen. Dazu gehört auch die Neue Gösel, die im Zuge der Erschließung des ehemaligen Braunkohletagebaus entstandenen ist. Eine auf Forderung der Landesdirektion Sachsen im Auftrag der LMBV erstellte Studie zum Umgang mit der Neuen Gösel kam zu dem Ergebnis, dass das Gewässer in seiner derzeitigen Trasse beibehalten und die bestehenden Defizite bezüglich des Fließverhaltens, des Gewässerumfelds, seiner Struktur und Beschaffenheit sowie der ökologischen Durchgängigkeit unter dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit durch gestalterische Maßnahmen beseitigt werden sollen.

Die beginnenden Kartierungsarbeiten sind notwendig, weil man mehr wissen will über die Lebensraumausstattung im Untersuchungsgebiet. So ist es möglich, die naturschutzfachlichen Belange frühzeitig in den Planungsprozess für das angestrebte wasserrechtliche Genehmigungsverfahren für das Vorhaben zu integrieren und entsprechend zu berücksichtigen. Mit den Kartierungsarbeiten werden keine Baumaßnahmen umgesetzt. Zudem wird eine Beeinträchtigung des Geländes ausgeschlossen.

Im Oktober 2020 beginnen dann im Auftrag der LMBV die Vermessungsarbeiten an der Neuen Gösel. Dabei wird das öffentlich zugängliche Gelände auf beiden Seiten der Neuen Gösel zwischen Oelzschau und der Pleiße sowie alle Bauwerke und Bäume in einem Korridor von etwa 50 Metern als Grundlage für die nachfolgende Objektplanung vermessungstechnisch aufgenommen werden. Die Vermessungsarbeiten enden voraussichtlich Anfang 2021.

Im Frühjahr 2021 sollen die Planungsleistungen zur naturnahen Umgestaltung der Neuen Gösel entsprechend der mit den Behörden abgestimmten Vorzugslösung der Studie starten. Die vorgesehenen Maßnahmen werden sich nach derzeitigem Kenntnisstand im Wesentlichen auf das bestehende Gewässerbett beschränken. Ausgenommen davon sind die erforderlichen Hochwasserschutzmaßnahmen an der Neuen Gösel zum Schutz der Ortschaften in der Göselaue zwischen Oelzschau und dem Störmthaler See. Die Planungen dafür haben bereits im Rahmen eines gesonderten Bauprojektes begonnen.

Die rote Linie kennzeichnet den Bearbeitungsbereich (Quelle: Sachsenatlas)


Fotoausstellung: Innenansichten des Kombinats VEB Braunkohlenveredlung Espenhain

Museum Borna zeigt Schwarz-Weiß-Fotografien bis 31. Mai 2020

Leipzig/Borna. Der kleine Ausstellungsraum im Bornaer Museum platzte am Abend des 4. März 2020 aus allen Nähten, denn 65 Interessierte waren zur Vernissage der neuen Fotoausstellung unter dem Titel „Innenansichten eines Kombinats“ gekommen. Zu sehen sind dort bis Ende Mai dieses Jahres 60 ausgewählte Motive aus dem ehemaligen VEB Braunkohlenveredlungswerk (BKW) Espenhain, wobei spezielle Ausstellungsführungen für folgende Tage geplant sind: 28. März, 7. April sowie 25. April. Während der Ausstellungeröffnung kamen nicht nur die Organisatoren wie Museumsleiterin Gabriele Kämpfner und Peter Krümmel als Leiter des Soziokulturellen Zentrums KuHstall e. V. zu Wort, sondern auch Ehemalige wie der einstige Kombinatsleiter des BKW Rudolf Lehmann und der Chemiker Siegfried Nass, der sogar ein Lied anstimmte. 

Die Schwarz-Weiß-Aufnahmen gewähren spannende Einblicke in den Produktionsalltag, aber auch in offizielle oder gesellschaftliche Anlässe während der 1970er und 1980er Jahre. Abgelichtet haben die damaligen Werksfotografen verschwundene Arbeitswelten, beispielsweise Brigadefeiern, ein Verkaufsgespräch in der Apotheke der Poliklinik, ein Kampfgruppenappell mit Fahnenübergabe oder die Übergabe von Blumen bei der Neueröffnung des Konsums im Gleisdreieck.

Dass das Museum derartige Fotografien zeigen kann, ist zahlreichen Personen zu verdanken, die sich für den Erhalt und die Aufbereitung eingesetzt haben. Etwa Reinhard Röhser, damaliger Leiter der Öffentlichkeitsarbeit, der die verbliebenen Bestände zusammen mit seinen Kollegen vor weiteren Plünderungen sicherte. In jüngster Zeit ist vor allem die Arbeit des ehemaligen Espenhainer Eisenbahners Klaus Börner zu würdigen. Er kam seit dem Jahr 2011 wöchentlich in das Soziokulturelle Zentrum, um die aus dem Großbetrieb geretteten Fotokartons zu sichten sowie die Aufnahmen zu scannen, zu sortieren und zu benennen. Insgesamt sind ca. 70.000 Abzüge von 1946 bis 1989 vorhanden, die sich in den Beständen des Museums der Stadt Borna sowie des KuHstall e. V. befinden.

Hintergrund: Der Industriekomplex des Braunkohleveredelungswerks Espenhain war zwischen 1937 und 1942 auf einer Fläche von 284 Hektar errichtet worden, um die Treibstoffversorgung während des 2. Weltkriegs zu sichern. Infolge der hohen Umweltbelastungen und der unwirtschaftlichen Technologien erfolgte zwischen 1991 und 1996 die schrittweise Stilllegung des Werks mit seinen Brikettfabriken, Kraftwerken und Schwelhäusern. 


Informationsveranstaltung in Borna über geplante Sanierung des Speicherbeckens

Interessierte Bürger erkundigen sich über Rahmenbedingungen

Leipzig/Borna. Am 27. Februar 2020 standen in Borna die Verantwortlichen den interessierten Anwohnern zu den geplanten Sanierungsmaßnahmen an der Adria - wie bereits einige Tage zuvor in Regis-Breitingen - Rede und Antwort. Das Stadtgespräch zum Speicherbecken Borna fand im Bürgerhaus Goldener Stern statt. Über 40 Personen nutzten die Gelegenheit, sich den aktuellen Planungsstand zu informieren.

Nach einer Begrüßung durch LMBV-Abteilungsleiter Rolf Schlottmann und Oberbürgermeisterin Simone Luedtke erläuterten Dr. Vinzent Sturm (CDM Smith) und Jochen Seiffert (BIUG) als Mitarbeiter der beteiligten Arbeitsgemeinschaft sowie LMBV-Projektmanager Diemo Trepte, welche einzelne Sanierungsschritte nötig sind und welche Sanierungstechnologien genutzt werden, um das gesperrte Speicherbecken Borna wieder für die Öffentlichkeit nutzbar zu machen und gleichzeitig die Hochwasserschutzfunktion zu erhalten. In der anschließenden Diskussion gab es zahlreiche Fragen und Hinweise, u. a. bezüglich der Brauchwassernutzung in den Gartenanlagen und der Radwegnutzung.

Historie Speicherbecken Borna
Das Speicherbecken Borna befindet sich auf einem bergbaulich geprägten, unsanierten Gebiet. Eine geotechnische Sanierung der Kippenböden ist notwendig. Bis zum Abschluss der Sanierung besteht in einzelnen Bereichen die Gefahr von Grundbrüchen und Setzungsfließen. Daher wurde rund um das Speicherbecken ein geotechnischer Sperr- und Gefahrenbereich ausgewiesen. Hinweisschilder kennzeichnen die gefährdeten Gebiete beziehungsweise jene Areale, die nicht betreten werden dürfen.

Geplante Sanierungsmaßnahmen
Zur Beseitigung der Verflüssigungsgefahr ist eine Stabilisierung der Kippenböden mittels Verdichtung notwendig. Zum Einsatz kommen am Speicherbecken Borna die Stopfende Rütteldruckverdichtung (SRDV) sowie die Schonende Sprengverdichtung (SSPV). Im Bereich der Innenkippe und der Ostböschung des Speichers werden die gewählten Sanierungstechnologien im Rahmen von Probefeldern zunächst getestet. Währenddessen kann es in den Böschungsbereichen zu unbeabsichtigten Verflüssigungen und Setzungsfließen kommen. Infolgedessen können Massen in das Speicherbecken fließen und auf der Wasserfläche Schwallwellen entstehen lassen. Diese gefährden Personen und Gegenstände, die sich auf der Wasserfläche sowie im Uferbereich befinden. Um diese Gefährdung auszuschließen, erfolgt mit Beginn der Sanierungstätigkeit im Jahr 2020 die Einrichtung erweiterter Sperrbereiche für die Probefelder. Für diese gilt ein absolutes Betretungs- und Befahrungsverbot. Das Baden und Angeln sowie das Befahren der Wasserfläche ist seit Januar 2020 untersagt. Die beiden von der Kreisstraße 7932 nach Norden führenden Zufahrten (Dammfahrweg/Betonplattenweg) zählen in diesem Zeitraum zum Baubereich und können nicht genutzt werden.

Voraussichtlicher Sanierungszeitraum Arbeiten:

  • 2020 – 2022: Betrieb Probefelder, temporäre Erweiterung Sperrbereich
  • 2022 – 2023: Auswertung der Ergebnisse, Planung Ausschreibung, Sanierungsleistung des Sperrbereiches
  • 2023 – 2029: Hauptsanierung, Erweiterung des Sperrbereiches auf gesamten Speicher Borna
  • Voraussichtlich ab 2029 erfolgt die Aufhebung der Sperrbereiche.

Sperrbereichserweiterung am Speicherbecken Borna
Mit der Allgemeinverfügung über Maßnahmen zur Gefahrenabwehr am Speicher Borna des Sächsischen Oberbergamtes vom 11. Mai 2010 erfolgte – aufgrund der vor Ort festgestellten Gefahrenlage – die Ausweisung eines Gesamtgefahrenbereiches um den Speicher Borna mit einer vollständigen Sperrung von Teilbereichen.

Die LMBV wurde durch das Sächsische Oberbergamt mit der Polizeivereinbarung vom 28. März 2018 aufgefordert, als Projektträger Gefahrenabwehrmaßnahmen durchzuführen. Auf Grundlage der daraufhin durchgeführten Untersuchungen und Planungen erfolgte eine Neubewertung der Gefahrenlage, die zur Ausweisung eines erweiterten Sperrbereiches ab dem 1. Januar 2020 führte.

Durch die im IV. Quartal 2020 beginnenden Baumaßnahmen und die dabei eingetragenen Initiale wird die Gefährdungslage noch einmal verschärft werden, weshalb ab dem 1. August 2020 eine zusätzliche Erweiterung der Sperrbereichsgrenzen durch das Sächsische Oberbergamt erfolgt. Ziel der Sanierungsmaßnahmen am Speicher Borna ist die gefahrlose Nutzung der Flächen und damit die Aufhebung des Sperrbereiches. Die Maßnahme wird, unterteilt in verschiedene Bauphasen, voraussichtlich bis 2029 andauern. Dabei kommen in den jeweiligen Teilbereichen entsprechend angepasste Sanierungstechnologien zum Einsatz.

Eindrücke von der Informationsveranstaltung (Fotos: Anika Dollmeyer für LMBV)


Bergbausanierer informierten in Regis-Breitingen über geplante Maßnahmen an Adria

Zahlreiche Anwohner folgten der Einladung zum Informationsgespräch

Leipzig/Regis-Breitingen. Am Montag, den 24. Februar, fand in Regis-Breitingen ein Informationsgespräch zur geplanten Sanierung und den damit verbundenen Sperrungen am Speicherbecken Borna statt. Rund 70 Interessierte nutzten die Möglichkeit, sich die geplanten Maßnahmen erläutern zu lassen.

Nach einer Begrüßung durch Wolfram Lenk, Bürgermeister von Regis-Breitingen, informierten Mitarbeiter der LMBV und der beteiligten Arbeitsgemeinschaft (CDM Smith und BIUG) über die geplanten Sanierungsschritte und die damit verbundene Erweiterung des Sperrbereiches. Im Anschluss gab es die Möglichkeit, Fragen zu stellen und Hinweise zu geben.

Historie Speicherbecken Borna
Das Speicherbecken Borna befindet sich auf einem bergbaulich geprägten, unsanierten Gebiet. Eine geotechnische Sanierung der Kippenböden ist notwendig. Bis zum Abschluss der Sanierung besteht in einzelnen Bereichen die Gefahr von Grundbrüchen und Setzungsfließen. Daher wurde rund um das Speicherbecken ein geotechnischer Sperr- und Gefahrenbereich ausgewiesen. Hinweisschilder kennzeichnen die gefährdeten Gebiete beziehungsweise jene Areale, die nicht betreten werden dürfen.

Geplante Sanierungsmaßnahmen
Zur Beseitigung der Verflüssigungsgefahr ist eine Stabilisierung der Kippenböden mittels Verdichtung notwendig. Zum Einsatz kommen am Speicherbecken Borna die Stopfende Rütteldruckverdichtung (SRDV) sowie die Schonende Sprengverdichtung (SSPV). Im Bereich der Innenkippe und der Ostböschung des Speichers werden die gewählten Sanierungstechnologien im Rahmen von Probefeldern zunächst getestet. Währenddessen kann es in den Böschungsbereichen zu unbeabsichtigten Verflüssigungen und Setzungsfließen kommen. Infolge dessen können Massen in das Speicherbecken fließen und auf der Wasserfläche Schwallwellen entstehen lassen. Diese gefährden Personen und Gegenstände, die sich auf der Wasserfläche sowie im Uferbereich befinden. Um diese Gefährdung auszuschließen, erfolgt mit Beginn der Sanierungstätigkeit in 2020 die Einrichtung erweiterter Sperrbereiche für die Probefelder. Für diese gilt ein absolutes Betretungs- und Befahrungsverbot. Das Baden und Angeln sowie das Befahren der Wasserfläche ist ab 2020 untersagt. Die beiden von der Kreisstraße 7932 nach Norden führenden Zufahrten (Dammfahrweg / Betonplattenweg) zählen in diesem Zeitraum zum Baubereich und können nicht genutzt werden.

Voraussichtlicher Sanierungszeitraum Arbeiten:

  • 2020 – 2022: Betrieb Probefelder, temporäre Erweiterung Sperrbereich
  • 2022 – 2023: Auswertung der Ergebnisse, Planung Ausschreibung, Sanierungsleistung des Sperrbereiches
  • 2023 – 2029: Hauptsanierung, Erweiterung des Sperrbereiches auf gesamten Speicher Borna
  • Voraussichtlich ab 2029 erfolgt die Aufhebung der Sperrbereiche.

Sperrbereichserweiterung am Speicherbecken Borna
Mit der Allgemeinverfügung über Maßnahmen zur Gefahrenabwehr am Speicher Borna des Sächsischen Oberbergamtes vom 11. Mai 2010 erfolgte – aufgrund der vor Ort festgestellten Gefahrenlage – die Ausweisung eines Gesamtgefahrenbereiches um den Speicher Borna mit einer vollständigen Sperrung von Teilbereichen.

Die LMBV wurde durch das Sächsische Oberbergamt mit der Polizeivereinbarung vom 28. März 2018 aufgefordert, als Projektträger Gefahrenabwehrmaßnahmen durchzuführen. Auf Grundlage der daraufhin durchgeführten Untersuchungen und Planungen erfolgte eine Neubewertung der Gefahrenlage, die zur Ausweisung eines erweiterten Sperrbereiches ab dem 1. Januar 2020 führte.

Durch die in 2020 beginnenden Baumaßnahmen und die dabei eingetragenen Initiale wird die Gefährdungslage noch einmal verschärft, weshalb ab dem 1. August 2020 eine zusätzliche Erweiterung der Sperrbereichsgrenzen durch das SächsOBA erfolgt. Ziel der Sanierungsmaßnahmen am Speicher Borna ist die gefahrlose Nutzung der Flächen und damit die Aufhebung des Sperrbereiches. Die Maßnahme wird, unterteilt in verschiedene Bauphasen, voraussichtlich bis 2029 andauern. Dabei kommen in den jeweiligen Teilbereichen entsprechend angepasste Sanierungstechnologien zum Einsatz.

Impressionen vom Informationsabend (Fotos: Anika Dollmeyer für LMBV)


Informationsveranstaltung in Borna im Bürgerhaus zur Adria-Sanierung geplant

Zur geplanten Sanierung und notwendigen Sperrung des Speicherbeckens Borna (Adria)

Leipzig/Borna. Am Donnerstag, dem 27. Februar 2020, 18 Uhr, lädt Bornas Oberbürgermeisterin Simone Luedtke gemeinsam mit der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) zu einer öffentlichen Informationsveranstaltung in das Bürgerhaus Goldener Stern ein. Im Rahmen dieses Termins informiert die LMBV i.A. des SächsOBA über die geplanten Sicherungsmaßnahmen am Speicherbecken Borna und die damit verbundenen Sperrungen. Im Anschluss stehen Vertreter der LMBV und des Planungsbüros für Fragen zur Verfügung.

Notwendigkeit der Sperrbereichserweiterung am Speicherbecken Borna
Mit der Allgemeinverfügung über Maßnahmen zur Gefahrenabwehr am Speicher Borna des Sächsischen Oberbergamtes vom 11. Mai 2010 erfolgte – aufgrund der vor Ort festgestellten Gefahrenlage – die Ausweisung eines Gesamtgefahrenbereiches um den Speicher Borna mit einer vollständigen Sperrung von Teilbereichen.

Die LMBV wurde durch das Sächsische Oberbergamt mit der Polizeivereinbarung vom 28. März. 2018 aufgefordert, als Projektträger Gefahrenabwehrmaßnahmen durchzuführen. Auf Grundlage der daraufhin durchgeführten Untersuchungen und Planungen erfolgte eine Neubewertung der Gefahrenlage, die zur Ausweisung eines erweiterten Sperrbereiches ab dem 1. Januar 2020 führte.

Durch die in 2020 beginnenden Baumaßnahmen und die dabei eingetragenen Initiale wird die Gefährdungslage noch einmal verschärft, weshalb ab dem 1. August 2020 eine zusätzliche Erweiterung der Sperrbereichsgrenzen durch das SächsOBA erfolgt. Ziel der Sanierungsmaßnahmen am Speicher Borna ist die gefahrlose Nutzung der Flächen und damit die Aufhebung des Sperrbereiches. Die Maßnahme wird, unterteilt in verschiedene Bauphasen, voraussichtlich bis 2029 andauern. Dabei kommen in den jeweiligen Teilbereichen entsprechend angepasste Sanierungstechnologien zum Einsatz.

Speicherbecken Borna (LMBV/Radke 2019)


Temporäre Vollsperrung der Gaterslebener Straße in Nachterstedt wg. Baumfällarbeiten

Lokale Straßensperrung voraussichtlich vom 17. bis 23. Februar 2020

Leipzig/Nachterstedt. Voraussichtlich vom 17. bis 23. Februar wird die Gaterslebener Straße in der Ortslage Nachterstedt für den Durchgangsverkehr gesperrt. Konkret betrifft die Vollsperrung den Abschnitt Ende Haldenstraße/Beginn Gaterslebener Straße bis zum zur A 36 führenden Abzweig. Eine entsprechende Umleitung wird ausgeschildert.

Hintergrund sind erforderliche Baumfällarbeiten. Dabei müssen rund 50 bereits abgestorbene bzw. stark geschädigte Schwarzpappelhybriden gefällt werden, um die öffentliche Sicherheit im betroffenen Straßenabschnitt zu gewährleisten. Es handelt sich hierbei um eine forstliche Maßnahme im Rahmen der ordnungsgemäßen Forstwirtschaft in einem vorhandenen Waldbestand. Eine entsprechende Bewertung bezüglich der notwendigen Baumfällung erfolgte durch die LMBV-Fachabteilung in Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde.

Karte Umleitung


Steuerungsgruppe Leipziger Neuseenland: Informationsplattform ist online

Informationen zur Gewässerlandschaft im Leipziger Neuseenland

Leipzig. Die neue Informations-Plattform für das Leipziger Neuseenland ist online.

In einem Pressegespräch haben der Sprecher der Steuerungsgruppe Leipziger Neuseenland, Landrat des Landkreises Leipzig Henry Graichen, die Bornaer Oberbürgermeisterin Simone Luedtke sowie der 1. Beigeordnete des Landkreises Nordsachsen, Dr. Eckhard Rexroth, die Website am Freitag, dem 7. Februar 2020, vorgestellt.

Auf dieser Informationsplattform, die unter der URL www.leipziger-neuseenland.org abrufbar ist, präsentiert die Steuerungsgruppe Leipziger Neuseenland fachlich fundierte Informationen zur Gewässerlandschaft im Leipziger Neuseenland, zu Planungen und Vorhaben sowie zu aktuellen Projekten und Maßnahmen für die weitere Entwicklung. So sind auf der Startseite neben einer Karte, die das gesamte Leipziger Neuseenland mit seinen Seen, Fließgewässern und Kursen zeigt, Nachrichten zu aktuellen Projekten und geplanten Vorhaben zu finden. Weiterhin werden die einzelnen Akteure vorgestellt, die in die Entwicklung des Leipziger Neuseenlandes eingebunden sind.

Der Nutzer findet zusätzlich allgemeine Informationen zur Entstehung des Leipziger Neuseenlandes, einen Überblick über die einzelnen Seen, Hintergründe zur Entstehung der Charta Leipziger Neuseenland 2030, eine Übersicht mit häufig gestellten Fragen sowie ein Kontaktformular, um eigene Fragen an die Akteure zu stellen. (…) Die Erarbeitung der Website wurde im vergangenen Jahr vom Kommunalen Forum Südraum Leipzig beauftragt und unter Inanspruchnahme von Fördermitteln aus der Richtlinie FR-Regio finanziert. (…) Quelle: Presseinformation der Geschäftsstelle „Steuerungsgruppe Leipziger Neuseenland" v. 07.02.2020

Bildleiste (oberes Bild): Stadt Markkleeberg/Daniel Kreusch: v.l.n.r. Gesine Sommer, Simone Luedtke, Henry Graichen, Dr. Eckhard Rexroth, Daniela Herburg, Dr. Steffi Raatzsch

Präsentation der Website der neuen Informationsplattform - Fotos: D. Keusch


Informationsveranstaltung in Regis-Breitingen i.A. des SächsOBA geplant

Zur geplanten Sanierung und notwendigen Sperrung des Speicherbeckens Borna (Adria)

Leipzig/Regis-Breitingen. Am Montag, den 24. Februar 2020, 18 Uhr lädt die Stadt Regis-Breitingen gemeinsam mit der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) i.A. des SächsOBA zu einer öffentlichen Informationsveranstaltung ein. In der Sporthalle des Dr. Fritz-Fröhlich-Stadions erläutern Mitarbeiter des Projektträgers LMBV Anwohnern und Interessierten die geplanten Maßnahmen am Speicherbecken Borna und informieren über die damit verbundenen Sperrungen. Neben Vertretern der LMBV und des Planungsbüros ist Wolfram Lenk, Bürgermeister von Regis-Breitingen, anwesend.

Notwendigkeit der Sperrbereichserweiterung am Speicherbecken Borna
Mit der Allgemeinverfügung über Maßnahmen zur Gefahrenabwehr am Speicher Borna des Sächsischen Oberbergamtes vom 11. Mai 2010 erfolgte – aufgrund der vor Ort festgestellten Gefahrenlage – die Ausweisung eines Gesamtgefahrenbereiches um den Speicher Borna mit einer vollständigen Sperrung von Teilbereichen.

Die LMBV wurde durch das Sächsische Oberbergamt mit der Polizeivereinbarung vom 28. März. 2018 aufgefordert, als Projektträger Gefahrenabwehrmaßnahmen durchzuführen. Auf Grundlage der daraufhin durchgeführten Untersuchungen und Planungen erfolgte eine Neubewertung der Gefahrenlage, die zur Ausweisung eines erweiterten Sperrbereiches ab dem 1. Januar 2020 führte.

Durch die in 2020 beginnenden Baumaßnahmen und die dabei eingetragenen Initiale wird die Gefährdungslage noch einmal verschärft, weshalb ab dem 1. August 2020 eine zusätzliche Erweiterung der Sperrbereichsgrenzen durch das SächsOBA erfolgt. Ziel der Sanierungsmaßnahmen am Speicher Borna ist die gefahrlose Nutzung der Flächen und damit die Aufhebung des Sperrbereiches. Die Maßnahme wird, unterteilt in verschiedene Bauphasen, voraussichtlich bis 2029 andauern. Dabei kommen in den jeweiligen Teilbereichen entsprechend angepasste Sanierungstechnologien zum Einsatz.

Speicherbecken Borna (LMBV/Radke 2019)


Wirtschaftsweg am Seelhausener See wird ab 1. Februar instandgesetzt

Kurzfristige Teilsperrungen des Wirtschaftsweges möglich

Leipzig/Löbnitz. Der beschädigte Wirtschaftsweg am Seelhausener See wird entlang der Nord-, Ost- und Südböschung auf einer Länge von 7,6 km an den schadhaften Stellen instandgesetzt. Es kann zu kurzfristigen Teilsperrungen des Wirtschaftsweges kommen.

Aufgrund des teilweise schnellen Aufwuchses von Bäumen und Gehölzen im Bereich der Asphaltdeckschicht, sind in vielen Wegabschnitten Aufbruchsschäden durch Wurzeln entstanden, die beseitigt werden müssen. Dazu ist vorbereitend das Herstellen des Lichtraumprofils über dem Wirtschaftsweg sowie die Baufeldfreimachung der Wegbankette erforderlich. Diese Arbeiten erfolgen voraussichtlich vom 01.02.2020 bis 29.02.2020. Die Instandsetzung der Asphaltdeckschicht erfolgt voraussichtlich im III. Quartal 2020. Anschließend erfolgen Ersatzpflanzungen.

Die im Februar geplanten Holzungsarbeiten sowie die Arbeiten zur Instandsetzung des Weges werden vom Wirtschaftsweg aus durchgeführt. Dabei kann es zu kurzzeitigen Teilsperrungen des Wirtschaftsweges kommen.

Instandsetzung des Wirtschaftsweges am Seelhausener See (Quelle Karte: Landesamt für Straßenbau und Verkehr)


AGH-Monographie zum 4. Polnisch-deutschen Forum in Brehna liegt vor

Zu Planungs-, Natur- und Kulturvoraussetzungen für die Rekultivierung und Revitalisierung von Bergbaufolgelandschaften in Polen und Deutschland

Senftenberg/Krakau. Ende 2019 konnte eine gemeinsam von der LMBV und der Bergakademie Krakau AGH editierte Monographie vorgelegt werden. Diese Publikation fasst vor allem den Stand und das Wissen vom 4. Polnisch-Deutschen Forum zur Wiedernutzbarmachung vom September 2017 in Brehna bei Leipzig zusammen. Es knüpft damit an die Monographie über „Geotechnische und Umweltaspekte bei der Rekultivierung und Revitalisierung von Bergbaufolgelandschaften in Polen und Deutschland“ an, die bereits durch die Wydawnictwa [Verlage] der AGH im Jahr 2014 herausgegeben wurde.

Bergbau, insbesondere im Tagebau, ist eine die Landschaft tiefgreifend verändernde und im heutigen Verständnis neugestaltende Tätigkeit des Menschen. Die Bergbautätigkeit wird in Mitteleuropa je nach Region mit unterschiedlicher Intensität geführt und in manchen Fällen abrupt oder allmählich eingestellt. Die Gestaltung der Hinterlassenschaften des Bergbaus ist Pflicht der Unternehmen und Gegenstand von Gesetzen und Planungen in den jeweiligen Ländern.

Im Rahmen der Sanierungsmaßnahmen werden die Funktionen der Landschaft für den Naturhaushalt und den Wirtschaftsraum neu geordnet und wiederhergestellt. Beziehungsnetze müssen auf allen Ebenen neu geknüpft werden. Dies betrifft auf ökologischer Ebene die Wiederbesiedlung der Kippen und Halden oder die Erstbesiedlung von Tagebaurestseen und Wasserspeichern und auf ökonomischer Ebene die Einbindung der ehemaligen Tagebaustandorte in die lokalen, regionalen und darüber hinaus reichenden Wirtschaftsnetzwerke. Daneben gibt es auch soziale und kulturelle Funktionen, die neugeordnet und entwickelt werden müssen.

Die Planung von Bergbauvorhaben erfordert die Berücksichtigung und angemessene Bewertung sämtlicher Funktionen der Landschaft für den Menschen und den Naturhaushalt. Das Bergbauunternehmen als Vorhabensträger einerseits und die staatlichen und kommunalen Verantwortlichen der Region andererseits sind hierzu gesetzlich verpflichtet.

Beispiele aus dem Lausitzer und dem mitteldeutschen Braunkohlenrevier und aus den polnischen Bergbauregionen thematisieren diese zentrale Aufgabe der Berücksichtigung der Landschaftsfunktionen für Bergbaufolgelandschaften. Insbesondere durch die Raumplanung sind hier frühzeitig entscheidende Entwicklungsrichtungen vorzugeben.

Die Umwidmung und Wiedereingliederung von ehemaligen Anlagen der Bergbauindustrie in sinnvolle ökonomische Kreisläufe und Funktionsbeziehungen ist in den Bergbauregionen beider Länder eine wichtige, bisher nur teilweise erfolgreich gelöste Aufgabe. Eine nüchterne Analyse mit definierten Parametern, wie im Projekt INKULA aus der Lausitz vorgestellt, unterstützt, insbesondere bei angestrebter touristischer Nachnutzung, die Entscheidungsfindung. Industrielle Zeugnisse des untertägigen Bergbaus eignen sich ebenso für die anspruchsvolle touristische Neuausrichtung.

Am Beispiel des konkreten Projektes Tarnower Seenland zeigt sich die Übertragbarkeit des Wissens und der Erfahrungen in der Gestaltung von großen Bergbaufolgelandschaften auch auf Sandtagebaue, Anlagen zwar einzeln von geringeren Dimensionen, aber in beiden Ländern mit in Summe großen Flächen und zahlreich vertreten.

Bergbaufolgelandschaften bieten vielfältige Möglichkeiten der Freizeitgestaltung und der Erholung. Kleinere Restlochseen und ehemalige Auffangbecken können zu interessanten Angelgewässern entwickelt werden. Dies wurde anhand der erfolgreichen Beispiele aus Polen gezeigt. Im viel größeren Maßstab werden Bergbaufolgelandschaften zu sehr wertvollen Flächen für den Arten- und Biotopschutz und die Umweltbildung. Vergleiche mit der gewachsenen Kulturlandschaft und naturnahen Landschaften zeigen die hohe Bedeutung der Bergbaufolgelandschaften für den Arten- und Biotopschutz sowohl in Polen als auch in Deutschland. Sie geben aber auch wichtige Hinweise für die erfolgreiche Rekultivierung und Revitalisierung von Bergbauhalden und ganzen Bergbaufolgelandschaften.

Einer Phase monostrukturierter, alle anderen Landschaftsfunktionen und Güter verhindernder Nutzung folgt eine Phase der Neuordnung und der Wiederherstellung der Landschaft, ihrer Funktionen und Güter. Diese Phase setzt mit der ordnenden Raumplanung ein und begleitet bei langfristigen Bergbauvorhaben die Phase der Rohstoffgewinnung. Die Zerstörung der historischen, aber auch modernen Veränderungen unterliegenden Kulturlandschaften, mit gewachsenen Feld-Waldverteilungen, Dörfern und Fließgewässern, ist eine zwangsläufige Folge großflächiger Materialgewinnung. Diese Zerstörung ist für die Verursacher Verpflichtung und zugleich Chance, neue, vielfältige Lebensräume für den Menschen und das natürliche Leben zu gestalten. Freiräume für menschliche Freizeitaktivitäten gehören ebenso wie Freiräume für weitestgehend unbeeinflusste und nicht regulierte natürliche Entwicklungen dazu. Die beiden Länder Polen und Deutschland verfügen über eine reiche, wissenschaftlich fundierte Erfahrung in der Wiederherstellung von durch den Bergbau massiv beeinflussten Landschaften, die auch dieser Tagungsband dokumentiert.

Publikationen


Baumfällarbeiten im Bereich der SW-Böschung des ehem. Tagesbaus Wulfersdorf

Weiterer Erdbau zum Abflachen und Anstützen der Kippenböschung ab Frühjahr 2020

Leipzig/Wulfersdorf. im Bereich der SW-Böschung des Tagesbaus Wulfersdorf laufen seit dem Herbst 2019 i.A. der LMBV Baumfällarbeiten. In diesem Bereich wird im Frühling 2020 der weitere Erdbau zur Abflachung/Anstützung der Kippenböschung umgesetzt.

Bis zum Herbst dieses Jahres wird die Baumaßnahme der LMBV im Wesentlichen im nördlichen Bereich, wo jetzt geholzt worden ist, umgesetzt. Im Herbst/Winter 2020/2021 wird der zweite, und 2021/2022 der dritte Bauabschnitt, immer Richtung Südosten entlang der Kippenböschung - ungefähr entlang der Landesgrenze zwischen Sachsen-Anhalt und Niedersachsen - beräumt.

Auf den Wegen im gesamten Altbergbaugebiet ist mit Baustellenverkehr zu rechnen, sodass das Gebiet insgesamt bitte mit der notwendigen Vorsicht und Rücksicht zu betreten ist und die erkennbaren Baustellen zu meiden sind. Der unmittelbare bergbauliche Baubereich, erkennbar an den vorbereitenden Baumfällarbeiten, ist daher aus Sicherheitsgründen für die Öffentlichkeit gesperrt und gekennzeichnet worden. Die Wege für den Baustellenverkehr werden zudem mit Amphibienschutzzäunen versehen. Zeitweilig sind die Hauptzufahrten zur Baustelle auch für die Öffentlichkeit gesperrt.

Der erste, jetzige Bauabschnitt zur Sicherung der Kippenböschung im Verantwortungsbereich der LMBV umfasst ca. 22 ha, der zweite Bauabschnitt ca. 8 ha und der dritte Bauabschnitt ca. 7 ha. In jedem Bauabschnitt wird zunächst die Baufreiheit durch Holzungen geschaffen, gemäß den naturschutz- und artenschutzfachlichen Vorschriften im Zeitraum Oktober bis Ende Februar. Anschließend im Frühling, wenn es die Wetter- und Bodenverhältnisse zulassen, beginnt der Erdbau.

Im dritten Bauabschnitt wird der Erdbau nach derzeitigem Planungsstand Ende 2022 beendet sein. Restarbeiten wie Erosionssicherung und Erosionsschutz durch Begrünung werden bis 2023 andauern. Anschließend werden einzelne Böschungsbereiche wieder aufgeforstet.

Der Grundwasserwiederanstieg vollzieht sich kontinuierlich und hat bereits zur Ausbildung offener Wasserflächen geführt. Gemäß der Prognose der hydrogeologischen Modellierung wird perspektivisch ein Wasserstand von ca. 107 m NHN erreicht. Das aufgehende Wasser ist pH-neutral und von ausreichender Qualität für verschiedene Amphibienarten, die für die Baumaßnahme umgesiedelt werden. Das Wasser wird für den Zeitraum der Umsetzung der Baumaßnahme in der jetzigen Tieflage 1 abgepumpt und in das Tagebaurestloch Wulfersdorf, dem späteren Lappwaldsee, eingeleitet. Im südlichen Bereich, der sog. Tieflage 2, wird das Wasser perspektivisch ebenfalls bis 107 m NHN aufgehen, sodass sich die dort vorhandenen Kleingewässer mit dem Gewässer in der Tieflage 1 vereinigen werden wodurch ein mehrere Hektar großer See entstehen wird.

Arbeiten an SW-Böschung RL Wulfersdorf F.: Bedeschinski f. LMBV


Kartierungsarbeiten der Flora und Fauna um den Seelhausener See gestartet

Um den Seelhausener See und entlang des Lober-Leine-Kanals bis zur Mulde werden u.a. Fischotter, Fledermäuse, Brutvögel und weitere Arten i.A. der LMBV erfasst

Löbnitz. Ab Januar 2020 werden im Auftrag der LMBV umfangreiche Kartierungsarbeiten und Datenerhebungen der Flora und Fauna im Gebiet des Seelhausener Sees und entlang des Lober-Leine-Kanals durchgeführt. Auf einer Gesamtfläche von mehr als 1.900 Hektar werden sowohl auf dem Land, als auch in Gewässern lebende Vorkommen verschiedener Arten methodisch dokumentiert. Neben der Erfassung und Dokumentation der vorhandenen Biotopausstattung des Untersuchungsraums werden insbesondere Fischotter, Fledermäuse, Brutvögel, Zug- und Rastvögel, Amphibien, Reptilien, Fische, Falter, Käfer, Schnecken und Libellen kartiert.

Die Begehungen sind auf öffentlich zugänglichem Gelände je nach Methodik und Zielstellung tagsüber und nachts und über einen Zeitraum von mindestens einem Jahr vorgesehen. Im Zusammenhang mit den Kartierungsarbeiten werden keine Baumaßnahmen umgesetzt. Eine Beeinträchtigung des Geländes wird dabei ausgeschlossen.

Die Kartierungsleistungen werden erforderlich, um einen ausreichenden Kenntnisstand über die Lebensraumausstattung im Untersuchungsgebiet zu erlangen. So ist es möglich, die naturschutzfachlichen Belange frühzeitig in den Planungsprozess für das angestrebte wasserrechtliche Genehmigungsverfahren für das Vorhaben „Einbindung von Lober-Kanal und Leine in den Seelhausener See und Rückbau Lober-Leine-Kanal“ zu integrieren und entsprechend zu berücksichtigen.

Der Beginn der Planungen zum Gesamtvorhaben ist für Juni 2020 vorgesehen. Aufbauend auf den Planungsleistungen sowie den Kartierungen wird eine Gesamtunterlage für das notwendige Planfeststellungsverfahren erstellt. Die Einreichung der Unterlagen bei der zuständigen Behörde ist frühestens für das Jahr 2023 vorgesehen.

Weitere Informationen finden Sie unter www.lmbv.de.

Publikationen


Assessor des Bergfachs Bernd Sablotny ist neuer Technischer Geschäftsführer der LMBV

Planmäßiger Führungswechsel beim Bergbausanierer

Senftenberg. Am 2. Januar 2020 hat der vom Gesellschafter neu berufene Technische Geschäftsführer der LMBV, Dipl.-Ing. und Assessor des Bergfachs Bernd Sablotny, in Senftenberg seine Arbeit aufgenommen.

Der 56-Jährige Bergbau-Experte folgt auf Klaus Zschiedrich, der zum Jahresende 2019 in den Ruhestand getreten war. Gemeinsam mit dem Kaufmännischen Geschäftsführer Dr. Hans-Dieter Meyer leitet Bernd Sablotny nun den Bergbausanierer.

Bernd Sablotny studierte von 1984 bis 1990 Bergbau an der RWTH Aachen. Nach dem Referendariat und der großen Staatsprüfung startete er 1993 im Sächsischen Oberbergamt ins Berufsleben. Nach verschiedenen Stationen im Sächsischen Oberbergamt sowie im Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft und Arbeit, unter anderem als Stellvertreter des Präsidenten des Sächsischen Oberbergamtes, war Sablotny zuletzt von 2010 bis 2019 Abteilungsleiter Verkehr im Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr.

Aus meiner beruflichen Vergangenheit kenne ich die LMBV als starken Partner in der Bergbausanierung“, so Sablotny. „Hier aktiv Verantwortung u.a. für die sichere Gestaltung von Böschungen und Kippen, bei der Flutung und Gütebehandlung als auch der Verwahrung untertägiger Grubenbaue zu übernehmen, sind eine große Herausforderung, der ich mich gerne stelle. Mich in die Gestaltung und Wiedernutzbarmachung der Bergbaufolgelandschaften einbringen zu können, freut mich sehr,“ so der neue Geschäftsführer. 

Foto: LMBV/Rasche