Filterbrunnenverwahrung am Zwenkauer See gestartet

Leipzig/Zwenkau. An der Westböschung des Zwenkauer Sees ist seit Anfang September 2025 Verwahrtechnik im Einsatz, denn es sollen zahlreiche sichtbare Filterbrunnen gesichert werden, um die Geländeoberfläche wieder nutzbar zu machen. Baubeginn für die Maßnahme war der 20. August 2025, die Fertigstellung ist für Ende Dezember 2025 geplant. Alle Filterbrunnen befinden sich an Land, sie entwässerten den ehemaligen Tagebau Zwenkau, der bis 1999 lief. Die Brunnenstandorte (siehe Karte) liegen außerhalb öffentlicher Verkehrsflächen entlang des so genannten Wirtschaftsweges 26, der ehemaligen Randriegelstraße, die einst als Umleitungsstrecke für den Bau der parallel verlaufenden Bundesstraße B 186 diente. Die Verwahrung beginnt auf Höhe der Ortslage Zitzschen und endet auf Höhe der Brücke der B 186 über die Weiße Elster.

Im Vorfeld zur Baufeldfreimachung und als Vergrämungsmaßnahme waren im Herbst 2024 Freischnitt- und Holzungsarbeiten an den Filterbrunnen sowie an den Zufahrten durchgeführt worden. Das anfallende Schnittgut und der Schlagabraum wurden als Versteckmöglichkeit (Habitataufwertung) für Zauneidechsen zwischen den Filterbrunnen abgelegt. Im Zuge der Maßnahme werden an 18 Brunnenstandorten nicht mehr benötigte Leitplanken am Wirtschaftsweg 26 zur Schaffung der Baufreiheit abgebaut und entsorgt. Insgesamt werden 55 offene Filterbrunnen mit einem hydraulischen Füllbinder im sogenannten Kontraktorverfahren, das heißt von unten nach oben, versetzt. Angeliefert wird das Versatzmaterial fertig angemischt mittels Fahrmischern. Die Versatzsuspension wird bis 2 m unter Geländeoberkante in die Brunnenröhren eingebaut und härtet aus. Danach erfolgt eine Freilegung der Brunnenröhren bis 2 m unter Geländeoberkante durch einen Bagger. Die Brunnenröhren werden bis in diese Tiefe von 2 m zurückgebaut und entsorgt. Über den Brunnenröhren wird eine Sperrschicht aus bindigem Material eingebaut, deren Mächtigkeit bzw. Dicke beträgt 0,5 m. Anschließend wird die Baugrube wieder verfüllt.

Bereits im März 2025 waren Reptilienschutzmaßnahmen erfolgt: Es wurden Reptilienschutzzäune als Schutzmaßnahme jeweils einzeln um die 55 Filterbrunnen herum aufgestellt, um die Wiederbesiedlung durch Zauneidechsen zu verhindern. Des Weiteren wurden an den einzelnen Standorten je zwei schräge Ausstiegshilfen mit integrierten Eimern an den Reptilienschutzzäunen angebracht. Die Zauneidechsen, die sich in der Aktivitätsphase ab März 2025 noch innerhalb des Reptilienschutzzaunes aufgehalten hatten, konnten selbstständig durch die Öffnung im Eimer und durch die hergestellte Schräge ins Freie laufen. Monatlich wurden die Reptilienschutzzäune kontrolliert und unterhalten. Zwischen April und Juli 2025 wurden als weitere Vergrämungsmaßnahme Mahdarbeiten an allen Filterbrunnenstandorten und an den Zufahrten durchgeführt. Mit Beginn der Verfüllarbeiten und der Herstellung der Baugruben werden die Reptilienschutzzäune sukzessive zurückgebaut.

Auftragnehmer ist die Firma BTOe – Bergbau und Tiefbau GmbH. Die örtliche Bauüberwachung für die Baumaßnahme wird von der Firma Dr.-Ing. Heinrich Ingenieurgesellschaft mbH durchgeführt. Die vorlaufenden Arbeiten sowie die Baumaßnahme werden von der Firma Aquila Ingenieurgesellschaft mbH ökologisch begleitet. Die Maßnahme kostet rund 280.000 Euro netto und wird über den § 2 des Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung finanziert.

Die zu verwahrenden Filterbrunnen liegen am Westufer des Zwenkauer Sees.
Die zu verwahrenden Filterbrunnen liegen an der Westböschung des Zwenkauer Sees entlang der B 186.

Fotos: LMBV/Christian Kortüm


150. Sitzung des Steuerungs- und Budgetausschusses für die Braunkohlesanierung (StuBA) am 10. September 2025 in Berlin

Erfolgreiche Gremienarbeit: Bund und Braunkohleländer setzen bewährte Zusammenarbeit bei Braunkohlesanierung fort

Berlin. Bereits zum 150. Mal seit 1995 kommen Vertreterinnen und Vertreter des Bundes und der Braunkohleländer Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zusammen, um über die Ausrichtung und Finanzierung weiterer Maßnahmen der Braunkohlesanierung zu entscheiden. Dazu tagen sie am 10. September 2025 im Rahmen des Steuerungs- und Budgetausschusses (StuBA) in der Bund-Länder-Geschäftsstelle für die Braunkohlesanierung in Berlin.

Die Braunkohlesanierung beinhaltet die bergbauliche und geotechnische Sanierung sowie die Wiedernutzbarmachung und Rekultivierung der zwischen den Jahren 1949 und 1989 vom Braunkohlebergbau in Anspruch genommenen Flächen in Ostdeutschland. In die Bergbausanierung und in die Beseitigung der Bergbaualtlasten wurden bislang rund 12,3 Milliarden Euro investiert und damit neue Grundlagen für die wirtschaftliche und infrastrukturelle Entwicklung in der Lausitz und in Mitteldeutschland geschaffen.

Auf der Tagesordnung der 150. Sitzung des StuBA stehen planmäßig die Entscheidungen über vier Finanzierungsanträge des Bergbausanierers LMBV mit einem Volumen von rund 15 Millionen Euro bis 2027. Weiterhin befasst sich der StuBA mit dem Sanierungsstand bei den aus Gründen der Standsicherheit gesperrten Innenkippen und der Minderung von bergbaubedingten Eiseneinträgen in die Vorflut im Lausitzer Teil der Bergbausanierungsgebiete.

Der Bund und die Braunkohleländer sind sich darin einig, die erfolgsorientierte Zusammenarbeit bei der Braunkohlesanierung auch in Zukunft fortzusetzen. Eine Besonderheit ihrer Zusammenarbeit im Rahmen des StuBA ist, dass die Entscheidungen nur einstimmig getroffen werden können. Trotz der hohen Komplexität der Themen und der teils unterschiedlichen Schwerpunkte der Akteure ist es in den zurückliegenden 30 Jahren stets gelungen, Konsens zu erzielen.

Pressemitteilung der Bund-Länder-Geschäftsstelle für die Braunkohlesanierung zum 10.09.2025


Mira bestätigt Wirkung der Tiefenwasser-Belüftungsanlage auf Runstedter See

Geiseltal/Leipzig/Freiberg. Im Rahmen eines Forschungs- und Entwicklungsvorhaben der  TU Bergakademie Freiberg wurde die robotische Plattform Mira auf dem Runstedter See erfolgreich eingesetzt.
Eigentliches Ziel des Forschungsprojekts mit dem Namen RoBiMo-Starterprojekt war die hochaufgelöste Erfassung von Tiefenprofilen in Seen. Am Rundstedter See kam die Plattform zum Einsatz, um die Wirksamkeit der dort installierten Tiefenwasserbelüftung zu überprüfen.

Die neuen Messdaten bestätigen die Wirksamkeit der von der LMBV betriebenen Tiefenwasserbelüftungsanlagen (TWBA). Die durch Mira gesammelten Daten zeigen deutlich, dass die Wirkung der Belüftungsanlagen bereits nach wenigen Wochen das gesamte Hypolimnion eines Sees erfasst. Damit wurde die Prognose entsprechender Modellierungen bestätigt. Des Weiteren konnten keine Hinweise auf lokal verstärkte Austritte von Ammonium aus der unter dem See lagernden Deponie gefunden werden.

Auch auf der Grundlage dieser Ergebnisse kann eine der drei TWBA-Einheiten auf eine reine Umwälzung – ohne zusätzliche Sauerstoffanreicherung – umgerüstet werden. Dies ist ein wichtiger Schritt in Richtung effiziente und nachhaltige Steuerung der Tiefenwasserbelüftung auf dem Runstedter See.

Projekt RoBiMo
Das „RoBiMo-Starterprojekt“ (Robotik und Binnenseemonitoring) verfolgte das Ziel autonome Messplattformen für die limnologische Forschung und das Gewässermanagement einzusetzen. Mit der autonomen Plattform Mira soll eine detaillierte, automatisierte Erfassung von Tiefenprofilen ermöglicht werden, die über die detailliertere räumliche Auflösung neue Erkenntnisse über ökologische Prozesse in Seen liefern können.

Das Projekt wurde an der TU Bergakademie Freiberg durchgeführt. Gefördert wurde es vom Forschungs- und Entwicklungszentrum für Bergbaufolgelandschaften der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe in Cottbus. Als assoziierte Partnerin konnte die LMBV die praktische Fragestellung liefern und bei der Auswertung der Ergebnisse unterstützen.
Die Ergebnisse des Projekts sind in einer wissenschaftlichen Publikation erschienen und frei zugänglich.

Rundstedter See

Mit seiner ehemaligen Nutzung als Deponie stellt der Runstedter See in Sachsen-Anhalt spezielle Anforderungen an die Bergbausanierung. Nach Abschluss der Braunkohleförderung 1965 wurde das Tagebaurestloch Großkayna durch die ehemaligen Leunawerke sowie das nahegelegene Braunkohlenkraftwerk als Deponie genutzt. Bis 1995 wurden 24 Millionen Kubikmeter ammoniumbelastete, industrielle Abfälle und Kraftwerksaschenin das Restloch eingespült.

In Zusammenarbeit mit Beratungs- und Forschungseinrichtungen wurde 1999 ein Sanierungskonzept entwickelt, in dem die Flutung des Tagebaurestloches als Vorzugsvariante beschrieben wurde. Mit der Schaffung eines abflusslosen Sees wurde sichergestellt, dass eventuell aus der Deponie austretende Schadstoffe – v. a. Ammonium – im See abgebaut werden können. Nach dem geotechnischen Sichern und Fluten entstand 2002 der Runstedter See und später die technische Tiefenbelüftungsanlage.

Bergbaufolgeseen mit Unterwasserdeponien stellen eine besondere Herausforderung dar. Wie bei allen tieferen Seen liegt im Sommer eine stabile Schichtung des Seewassers vor, wodurch kein Luftsauerstoff in die tiefen Schichten (Hypolimnion) gelangt. Ohne Sauerstoff kann das aus der Deponie austretende Ammonium aber nicht mikrobiell abgebaut werden und sich im tiefen Wasser anreichern. Während der sommerlichen Stagnation versorgt deswegen die installierte Tiefenwasserbelüftungsanlage (TWBA) die tieferen Wasserschichten mit Sauerstoff, welcher über die gleichzeitig in Gang gesetzte Zirkulation im Hypolimnion verteilt wird.


Sachsens Wirtschaftsminister Panter besuchte LMBV im mitteldeutschen Revier

Leipzig. Am Freitag, 22. August 2025, besuchte  Dirk Panter, Staatsminister im Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz (SMWA) die LMBV. Im Rahmen einer Befahrung mit Bernd Sablotny, Sprecher der Geschäftsführung und Torsten Safarik, kaufmännischer Geschäftsführer der LMBV, informierte er sich über die berg- und wasserrechtlichen Aufgaben des Bergbausanierers.

Die Befahrung führte in den Nordraum von Leipzig an den Seelhausener See mit dem Stand Löbnitz und dem Lober-Leine-Kanal, verbunden einem Abstecher zum Biedermeierstrand am Schladitzer See.

Als erste Station stand der Strand Löbnitz auf dem Plan. Im ersten Halbjahr 2025 konnte die §4-Maßnahme abgeschlossen werden. Die LMBV hat die Böschungen im zukünftigen Strandbereich in Löbnitz für eine touristische Folgenutzung und Förderung des Naherholungsangebots vorbereitet und im Zuge dessen den Rundweg umverlegt. Hier laufen aktuell Planungen durch einen Investor, um das Gebiet als Freizeit- und Erholungsgebiet zu erschließen.

Eine kurze Fahrstrecke weiter erläuterten Elke Kreische-König, Abteilungsleiterin Stab Sanierung Mitteldeutschland, und Arne Sander, Leiter Planung Sachsen-Anhalt am Nordufer des Seelhausener Sees die laufenden Planungen zum Rückbau des Lober-Leine-Kanals und zur Einbindung der Fließgewässer Lober und Leine in den See (§2 Maßnahme). Die bergrechtliche Sanierung ist größtenteils abgeschlossen und die LMBV beschäftigt sich nunmehr mit dem Zulauf (Einbindung Lober-Leine-Kanal in den See) und dem Ablauf des Sees (Gewässerverbindung zum Großen Goitzschesee), welche einer wasserrechtlichen Planfeststellung bei den jeweiligen oberen Wasserbehörden unterliegen. Das länderübergreifende Projekt (Sachsen-Anhalt und Freistaat Sachsen) zählt zu den größten Fließgewässermaßnahmen im Zusammenhang mit der Braunkohlesanierung in Mitteldeutschland.

Der Bau des 14 Kilometer langen Lober-Leine-Kanals (1949–1951) war notwendig, da die Flüsse Lober und Leine das Abbaufeld des Tagebaus Goitsche durchquerten. Zur Freimachung des Baufeldes wurde er 1982 nochmals in ein neues Bett verlegt. Auch die heutige Trasse zwischen dem Großen Goitzsche See und dem Seelhausener See galt ursprünglich als Interminslösung, da zusätzliche Verlegungen im Zuge des geplanten Braunkohleabbaus nötig gewesen wären.

Die Teilnehmer der Befahrung am Biedermeierstrand: Dr. Robert Böhnke (LMBV), Bernd Sablotny (LMBV),Ralph Weidner (SMWA), StM. Dirk Panter (SMWA), Elke Kreische-König (LMBV), Arne Sander (LMBV) (v.l.n.r.).
Die Teilnehmer der Befahrung am Biedermeierstrand: Dr. Robert Böhnke (LMBV), Bernd Sablotny (LMBV), Ralph Weidner (SMWA), StM. Dirk Panter (SMWA), Elke Kreische-König (LMBV), Arne Sander (LMBV) (v.l.n.r.).

Der Rückweg nach Leipzig führte am Schladitzer See vorbei, wo sich verschiedene touristische Nutzungsmöglichkeiten etabliert haben. Am Biedermeierstrand informierte Dr. Robert Böhnke, Verantwortlicher für die § 4-Maßnahmen bei der LMBV, über die abgeschlossenen Baumaßnahmen zur Seebühne. Mit der Einweihung der Service- und Überwachungsstation und der erweiterten Seebühne im vergangenen Jahr hat das Areal am Schladitzer See weiter an Attraktivität gewonnen.

Das aktuell laufende Verwaltungsabkommen (VA VII) regelt die Finanzierung der Sanierung ehemaliger Braunkohlereviere in den Jahren 2023 bis 2027 und sieht Gesamtausgaben von rund 1,44 Mrd. Euro vor. Über die Fortsetzung des Abkommens ab 2028 wird ab 2025 verhandelt. Vor diesem Hintergrund informiert sich Minister Panter im Rahmen der Befahrung des Seelhausener Sees über Maßnahmen der Grundsanierung (Lober-Leine-Kanal) als auch Maßnahmen zur Erhöhung des Folgenutzungsstandards (Löbnitzer Strand). ((KEM))

Fotos: LMBV | Luftaufnahmen: Christian Kortüm


Delitzscher Elberitzbad: Auch teilweise Sicherung gegen ansteigendes Grundwasser erfolgt

Delitzsch. Das Freibad in Delitzsch wurde durch die Stadt Delitzsch in den letzten drei Jahren umfassend saniert und in  Teilen auch gegen die Folgen des Grundwasserwiederanstiegs nach Einstellung des Bergbaus gesichert. Finanziert wurde dieser  Teil der Sicherungsarbeiten über den § 3 des Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung.

Das im Juni 2025 wiedereröffnete Elberitzbad steht an einem historischen Badestandort aus dem 19. Jahrhundert. Damals badete man im Mühlteich der Elberitz-Mühle, der vom Lober gespeist wurde. Zwischen ca. 1965 und 1969 wurde ein Freibad errichtet, 1976 und 1982 erfolgte der Aufschluss der Braunkohletagebaue im Raum Delitzsch und das Grundwasser wurde weiträumig abgesenkt. Ertüchtigt wurde das Freibad erstmals in den 1990er Jahren. Von 2023 bis 2025 erfolgte dann ergänzend durch die LMBV die Sicherungsmaßnahme für die vom Grundwasserwiederanstieg betroffenen Objekte.

Das Freibad bestand aus einem multifunktionalen Umkleide- und Mehrzweckgebäude, einem Schwimmerbecken mit 50-m- bzw. 25-m-Sportbecken, einem Nichtschwimmerbecken mit Wasserrutsche, einem Filtergebäude mit Dosierungsraum, einem Chlorlager, einem Spülwasserbehälter und Filterräumen zur Enteisenung und Entmanganierung, einem separaten Technikkeller für das Schwimmerbecken, einem unterirdischen Pumpenraum für das Nichtschwimmerbecken sowie einem Brunnenschacht und einem Absetzschacht.

Direkt vom bergbaulich bedingten Grundwasserwiederanstieg betroffen waren die tiefergelegenen Teile des Freibades: Es drang Wasser in Technikkeller und Schachtanlagen ein, die Fliesen platzten im Schwimmbecken ab und die Anlage hob sich gegenüber dem Gelände an. Bei den betroffenen Bauwerken wurde als Vorzugsvariante der Einbau einer Schwerbetonschicht im Schwimmerbecken, die Abdichtung der Keller mit einer so genannten schwarzen Wanne und für die Schächte ein Abriss und Neubau ermittelt. Aus diesen Sicherungsmaßnahmen wurde der Finanzierungsbetrag abgeleitet.

Die restlichen nicht vom Grundwasserwiederanstieg betroffenen Bauwerke wie das Nichtschwimmerbecken sowie Umkleide- und Mehrzweckgebäude wurden von der Stadt Delitzsch saniert und umgestaltet. Darüber hinaus wurde neben dem Freibad zusätzlich eine Schwimmhalle errichtet. Aus diesem Grund führte die Stadt Delitzsch die gesamte Baumaßnahme ab der Ausführungsplanung in Eigenregie um, wobei der Eigenanteil 20 Prozent der Realisierungskosten betrug.

Infolge der Integration der ehemaligen Schachtanlagen in den Schwimmhallenneubau entfielen die Kosten für die Sicherungsmaßnahmen der Schachtanlagen von rund 50.000 Euro. Durch weitere Technologieanpassungen konnten die Gesamtkosten der Sicherungsmaßnahmen einschließlich Planungs- und Bauüberwachungsleistungen auf 625.000 Euro netto – gegenüber ursprünglich vereinbarten 740.000 Euro netto – reduziert werden. (Update v. 19.08.2025  | CH)

Neuer Schwimmbereich mit 25-m- und 50-m-Becken
Neuer Schwimmbereich mit 25-m- und 50-m-Becken

Fotos: LMBV/Annett Dittrich


Erneute Wegesperrung am Störmthaler Kanal ab 11. August 2025

Leipzig. Ab August 2025 werden am Störmthaler Kanal die ersten zwei Maßnahmen gemäß der Anordnung des Sächsischen Oberbergamtes (OBA) umgesetzt. Am oberen Querbauwerk und im Kanalabschnitt unter der Autobahnbrücke der A38 werden Stützkörper hergestellt, am oberen Querbauwerk in Verbindung mit Entspannungsbohrungen zum schnellen Abbau der Porenwasserüberdrücke.  

Für diese Arbeiten müssen die Wege entlang des Störmthaler Kanals ab dem 11. August 2025 erneut gesperrt werden, dann beidseitig des Kanals und mindestens bis Ende des Jahres 2025. Dies ist aufgrund des umfangreichen LKW-Verkehrs auf diesen Wegen notwendig. Die Umleitungen zum Bergbau-Technik-Park und in Richtung Güldengossa werden wieder ausgeschildert und ausgewiesen.


Die umfassenden Sicherungsmaßnahmen erfordern eine beidseitige Sperrung der Wege entlang des Störmthaler Kanals.
Die umfassenden Sicherungsmaßnahmen erfordern eine beidseitige Sperrung der Wege entlang des Störmthaler Kanals.

Stabilisierung und Sicherung

Am oberen Querbauwerk (zwischen Schleuse und Störmthaler See) wird hinter der bestehenden Spundwand ein Stützkörper aus Kies und Schotter aufgeschüttet und mit Wasserbausteinen angestützt. In diesen Stützkörper werden senkrecht 15 Entspannungsbohrungen hergestellt, das sind Säulen aus grobem Kies. Sollte im Versagensfall der Störmthaler Kanal leerlaufen, würde sich auf dem oberen Querbauwerk ein hoher Porenwasserüberdruck aufbauen, weil der Wasserstand im Störmthaler See unverändert bleibt. Die Entspannungsbohrungen dienen dazu, dass dieser Druck schnell und gezielt abgebaut werden kann.

Auch die Herstellung eines Stützkörpers im Bereich der Bundesautobahn 38 dient dem Schutz von Leben, Gesundheit und Sachgütern Beschäftigter oder Dritter gemäß der Anordnung des OBA. Hier wird der Stützkörper aus Kies in Verbindung mit Beton-LEGO-Steinen errichtet. Dieser erhöht den Druck auf den Boden des Kanals und dient der Stabilisierung der Böschungen im oben beschriebenen Versagensfall. Der Stützkörper wird auf einer Länge von rund 70 Metern die gesamte Kanalbreite ausfüllen. Um den Wasserdurchfluss zu gewährleisten, wird der Stützkörper am Grund des Kanals mit Rohrleitungen durchzogen.

Parallel zu den Baumaßnahmen werden das Schleusenbauwerk und die Autobahnbrücke messtechnisch überwacht. Es erfolgen Setzungs- und Schwingungsmessungen. Darüber hinaus wird eine umfangreiche Beweissicherung der Bauwerke und der angrenzenden Bereiche durchgeführt.

Parallel läuft die Arbeit an der Machbarkeitsstudie weiter. Sie soll darstellen, ob und mit welchem Aufwand der Störmthaler Kanal und die Schleuse saniert werden können, mit dem Ziel die Schiffbarkeit wiederherzustellen. Die Ergebnisse werden im 1. Halbjahr 2026 vorliegen.


Einweihung der neuen Endhaltestelle der Meuselwitzer Kohlebahn

Regis-Breitingen. Der Neubau der Endhaltestelle der Meuselwitzer Kohlebahn ist fertig. Der Verein Kohlebahnen e. V. und die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) luden daher am 31. Juli 2025 nach Regis-Breitingen ein, um die neue Haltestelle zu begutachten.

Vereinsvorsitzender Dr. Karsten Waldenburger begrüßte zu diesem Anlass Gäste aus Ministerien, Ämtern sowie der beteiligten Baufirmen und warf gemeinsam mit ihnen einen Blick auf die Arbeit der letzten Jahre. Die Vorbereitungen waren langwierig, Grundstücksfragen mussten geklärt und Fördermittel beantragt werden. Im Mai 2023 begann der Neubau der Endhaltestelle in Regis-Breitingen. Zuvor bestand die Endhaltestelle der Traditionsbahn aus nur einem Gleis und einem nicht barrierefreien und zu kurzen Bahnsteig. Auch die Möglichkeit, die Lokomotive für die Rückfahrt an die Spitze des Zuges umzusetzen, bestand bisher nicht. In den letzten zwei Jahren wurden Gleise und Weichen neu verlegt, ein neuer Bahnsteig mit historischer Überdachung sowie Parkplätze und Fahrradabstellmöglichkeiten geschaffen.

Mike Reichel, Projektmanager bei der LMBV, informierte die Gäste über die Eckdaten und Kosten des Projektes. Exakt vor sieben Jahren, am 31.07.2018, bestätigte das Sächsische Oberbergamt (OBA) die Einordnung der Maßnahme in den § 4 des Verwaltungsabkommens zur Braunkohlesanierung und erteilte kurz darauf den ersten Zuwendungsbescheid an die LMBV. Im Juli 2019 wurde die Finanzierungs- und Übernahmevereinbarung zwischen LMBV und Verein unterzeichnet, denn die Maßnahme erfolgte in Teilprojektträgerschaft (Eigenregie). Nach vier Jahren der Planung und Genehmigung konnte der Verein im Mai 2023 den Auftrag für den Bau der neuen Endhaltestelle erteilen.

Mike Reichel (LMBV) und Dr. Karsten Waldenburger (Kohlebahnverein) informierten die Gäste zu der realisierten Baumaßnahme.
Mike Reichel (LMBV) und Dr. Karsten Waldenburger (Kohlebahnverein) informierten die Gäste zur realisierten Baumaßnahme.

Finanziert wurde die Baumaßnahme im Rahmen des Paragrafen 4 des Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung mit Landesmitteln des Freistaates Sachsen. Der übernahm 992.000 Euro der insgesamt rund 1,17 Millionen Euro Gesamtkosten, die verbleibenden 175.000 Euro hat der Verein Kohlebahnen e. V.  getragen. Die LMBV hat als Projektträgerin des Freistaates Sachsen an der Planung und Umsetzung des Projektes mitgewirkt.

Im Anschluss an die Redebeiträge hatten die Gäste die Gelegenheit, eine kleine Ausfahrt mit der traditionsreichen Schmalspurbahn in Richtung Westernstadt Haselbach zu unternehmen – die erste Fahrt vom neuen Gleis aus. Nach einem kurzen Aufenthalt und einer Verköstigung ging es wieder zurück nach Regis-Breitingen.

Hintergrund:

Die Meuselwitzer Kohlebahn verbindet seit vielen Jahren die Städte Meuselwitz im Altenburger Land (Thüringen) und Regis-Breitingen im Landkreis Leipzig (Sachsen) und wird seit 1998 ehrenamtlich vom Verein Kohlebahnen e.V. betrieben. Sie verkehrt auf insgesamt 15 Kilometern Schienenlänge und gehört zu den wenigen Schmalspurbahnen in Deutschland.

Die Meuselwitzer Kohlebahn verbindet nicht nur Meuselwitz und Regis-Breitingen, sondern auch die Vergangenheit und die Zukunft. Wo früher Braunkohle zu Brikettfabriken und Kraftwerken transportiert wurde, könnte sie morgen Teil des Nahverkehrs sein. So sind zumindest die Pläne des Kohlenbahnen e. V.

Impressionen von der Veranstaltung von Christian Kortüm für die LMBV


Sicherungsarbeiten im Technischen Rathaus Markkleeberg fast abgeschlossen

Markkleeberg. Die aufwendigen Sicherungsarbeiten am Technischen Rathaus der Stadt Markkleeberg sind weitestgehend abgeschlossen. Seit Anfang 2024 fanden im Auftrag der LMBV Baumaßnahmen statt, die den 200 Quadratmeter großen Keller gegen das wieder ansteigende Grundwasser sichern. Dafür wurden die bis zu 70 Zentimeter dicken Außenwände des 100 Jahre alten Gebäudes mittels Horizontalsperre im Injektageverfahren gegen aufsteigende Feuchtigkeit geschützt. Weiterhin wurde eine sogenannte „Schwarze Wanne“ eingebaut, d. h. es wurden druckwasserdichte Folienbahnen einbracht und verschweißt, die am Boden und an den Wänden das Grundwasser vor dem Eindringen in die genutzten Kellerräume abhalten. An den Außenwänden erfolgte dies bis circa 50 Zentimeter unterhalb der Geländeoberkante, das ist die Höhe des zu erwartenden höchsten Grundwasserstandes zuzüglich Sicherheitszuschlag.

Eine Besonderheit war, dass für diese Baumaßnahme die gesamten tragenden Innenwände und Pfeilerkonstruktionen abschnittsweise unterfahren werden mussten. Das war sehr zeitaufwendig und lärmintensiv. Trotzdem wurde das Technischen Rathaus der Stadt Markkleeberg geduldig weitergenutzt. Zur Lage- und Auftriebssicherung wurde über die Abdichtungsfolie eine Auflastwanne aus Stahlbeton hergestellt.

Nach Fertigstellung der „Schwarzen Wanne“ erfolgten Malerarbeiten, der Einbau neuer Brandschutztüren sowie die Inbetriebnahme der zuvor ausgebauten technischen Anlagen einschließlich deren Abnahme durch Sachverständige. Abschließend ist eine umfangreiche Dokumentation zu erstellen, die dem Eigentümer nach Beendigung der Sicherungsmaßnahme übergeben wird.

Boden und Wände wurden mit der wasserdichten Folie gesichert, die Errichtung der Auflastwanne aus Stahlbeton ist an den Wänden vorbereitet.
Boden und Wände wurden mit der wasserdichten Folie gesichert, die Errichtung der Auflastwanne aus Stahlbeton ist an den Wänden vorbereitet.

Hintergrund
Das frühere Wohn- und Geschäftshaus mit einer Kohlehandlung im Erdgeschoß, war vor einigen Jahren in ein Bürogebäude umgebaut worden. In den Keller drang permanent Wasser ein, weil das Grundwasser nach Einstellung der bergbaubedingten Wasserhaltung wieder seinen natürlichen Stand erreicht hat. Eine Grundwassermessstelle im Keller des Technischen Rathauses hatte erwiesen, dass die Vernässung dem nachbergbaulichen, natürlichen Grundwasserwiederanstieg zuzuordnen ist. Deshalb hat die LMBV im Rahmen des §3 des Verwaltungsabkommens zur Braunkohlensanierung die Sicherung übernommen, finanziert jeweils zur Hälfte vom Bund und dem Freistaat Sachsen.

Aufgrund des Grundwasserwiederanstiegs wurden in den vergangenen Jahren bereits die Sportstätte Markkleeberg-Mitte (Schulstraße 11) sowie ein Teil des Kellers der Grundschule Markkleeberg-Mitte in der Raschwitzer Str. 42 entsprechend gesichert. Aus dem Gleichen Grund soll bis 2026 ein ehemaliger Kindergarten (Schulstraße 4) abgedichtet werden. Das Vereinshaus des Kleingartenvereins Eintracht wird derzeit mit Pumpen trocken gehalten und muss aufgegeben werden. Es wird abgebrochen und durch einen kleineren Neubau ersetzt.

 

(Fotos: LMBV)


Naturlehrpfad im Naturschutzgebiet am Bockwitzer See eröffnet

Leipzig. Umweltminister Georg-Ludwig von Breitenbuch eröffnete am 06.06.2025 gemeinsam mit Henry Graichen, Landrat des Landkreises Leipzig, Dr. David Greve von der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt und den Bürgermeistern der umliegenden Gemeinden den Naturlehrpfad am Bockwitzer See östlich von Borna. Beim Bockwitzer See handelt es sich um einen Bergbaufolgesee der LMBV, der rund 174 Hektar groß ist und ein Wasservolumen von etwa 18 Mio. Kubikmeter hat. An der tiefsten Stelle ist das Gewässer 22 Meter tief. Das Restloch wurde von 1993 bis 2004 gefüllt. Derzeit liegt der Seepegel bei 146,44 m NHN.

„Hier in Bockwitz können Besucherinnen und Besucher künftig auf drei verschiedenen Routen am besten per Rad tief in die Schätze des Naturschutzgebietes eintauchen. Mich freut besonders, dass sich Interessierte auf den großen Infotafeln gut über die hiesigen Besonderheiten informieren können. Denn um die Natur zu schützen, müssen wir sie auch erklären, die Menschen überzeugen und begeistern. Die Leute sollen gern hierherkommen, die Natur genießen, Heimat erleben und dabei Neues lernen. Damit setzen wir auch ein Zeichen für einen ausgewogenen Natur- und Artenschutz, der im Einklang mit den Akteuren vor Ort umgesetzt wird. Ich danke allen, die an der Entwicklung und Umsetzung des Lehrpfades beteiligt waren“, so Umweltminister von Breitenbuch, der auch Stiftungsratsvorsitzender der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt ist.

„Mit dem Lehrpfad ist ein kleines Meisterstück gelungen“, ergänzt Dr. David Greve von der LaNU. „Alle Akteure der Region wie Kommunen, Behörden und eben die LaNU haben zusammen das Ziel verfolgt, Natur erlebbar zu machen und gleichzeitig durch gezielte Wegführung geschützte Gebiete vom Besucherdruck zu entlasten. Das ist gelungen und auch von meiner Seite Dank an alle Beteiligten.“ Die LaNU hat 2001 nach Ende des Braunkohleabbaus 475 Hektar der Bergbaufolgelandschaft mit Mitteln des Naturschutzfonds erworben und sichert in Zusammenarbeit mit der Ökostation Borna-Birkenhain und Landwirten Erhalt und Entwicklung des seit 22 Jahren bestehenden Naturschutzgebietes.

In Bockwitz haben Konikpferde, Wasserbüffel, Taurusrinder und Burenziegen eine besondere Aufgabe: Sie weiden auf den Flächen des ehemaligen Braunkohletagebaus. Damit verhindern sie, dass das Gebiet mit Büschen und Bäumen zuwächst und erhalten so den Lebensraum zahlreicher seltener Tier- und Pflanzenarten. Damit Besucherinnen und Besucher diese tierischen Landschaftspfleger im Naturschutzgebiet besser beobachten können, vor allem aber um Flora und Fauna näher zu kommen, initiierte die LaNU den Naturlehrpfad. An dessen Konzeption waren auch die angrenzenden Kommunen beteiligt.

Auf einer Gesamtlänge von 13 Kilometern sind nun drei verschiedene Varianten zur Erkundung des Naturschutzgebietes entstanden. Zahlreiche Schautafeln informieren über die besondere Beweidung dieses Gebiets. Doch auch weitere Dinge gilt es zu entdecken: In Bockwitz konnten sich verschiedenste Biotoptypen entwickeln. Sie sind heute der Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten. Die Vielzahl der verschiedenen, dicht aneinandergrenzenden Biotope bieten ideale Lebensbedingungen für eine reichhaltige Vogelwelt mit über 180 Arten. So ist es zur Brutzeit möglich, Fischadler, Große Rohrdommel, Baumfalken, Rohrweihe oder Kranich zu beobachten. Zudem sind die vielen Kleingewässer, Tümpel und feuchten Wiesen hervorragende Lebensräume für die streng geschützte Wechselkröte, den Laubfrosch und Kammmolch.

Darüber hinaus war die Lenkung der Besucherströme den Initiatoren des Lehrpfades ein wichtiges Anliegen, um die Freizeitnutzung des nördlichen Seeufers mit den Belangen des Naturschutzgebietes in Einklang zu bringen. Den Gästen des Naturschutzgebietes wird anschaulich erklärt, wo und warum sie die Wanderwege aus Artenschutzgründen nicht verlassen sollen. Zudem erhalten sie Informationen zu den kommunalen Badestränden direkt vor Ort. Weitere Informationen zu Bockwitz und anderen Tagebaufolgelandschaften unter https://www.lanu.de/themen/natur-landschaft/bergbaufolgelandschaft.html | Quelle: PM SMUL v. 06.06.2025 | ergänzt v. LMBV (UST)

Der Bockwitzer See im Leipziger Südraum.


Tiefenwasserbelüftung im Runstedter See läuft optimal

Braunsbedra. Im Rahmen eines Forschungs- und Entwicklungsvorhabens der TU Bergakademie Freiberg (TUBAF) und des Forschungs- und Entwicklungszentrums (FEZ) Bergbaufolgen Cottbus war der Runstedter See Teil des sogenannten robimo-Starterprojektes. In drei Kampagnen wurden an bis zu 34 Koordinaten Tiefenprofile mit der autonomen robotischen Plattform „Mira“ aufgenommen. Anhand dieser engmaschigen Daten von 2023 konnte nachgewiesen werden, was bislang nur eine Modellierung für den abflusslosen Landschaftssee mit subaquatischer Deponie vorhergesagt hatte: Durch die Inbetriebnahme von bereits einer der drei Tiefenwasserbelüfter findet eine Umwälzung im gesamten Tiefenwasser statt. Dieses sogenannte Hypolimnion ist die Zone kalten Tiefenwassers, die sich während der sommerlichen Einschichtung ausbildet und somit über mehrere Monate von der Atmosphäre abgeschlossen ist. Analog zum LMBV-eigenen Monitoring gab es auch keine Hinweise auf Anomalien durch erhöhte Schadstoffeinträge aus der Deponie.

Das ist relevant, denn der Runstedter See ist aus einem Teilbereich des gefluteten Tagebaurestloches Großkayna entstanden, in dem bis 1995 Industrierückstände verkippt worden waren. Um seine Wasserqualität zu erhalten und den natürlichen Schadstoffabbau aus der Unterwasserdeponie zu unterstützen, belüftet die LMBV seit 2002 während der Sommerstagnation sein Tiefenwasser. Die technische Anlage entnimmt per Ansaugrohr Wasser aus der Tiefe, pumpt es nach oben, belüftet es und pumpt es per Auslassrohr in die oberen Bereiche des Hypolimnions zurück.

Die Messkampagnen liefen über die neu entwickelte, automatische Analyseplattform „Mira“ (Foto: TUBAF/Gero Licht).

Foto: LMBV/Peter Radke