Sondershausen/Altenberg. Am 28. März 2026 jährt sich zum 35. Mal die Ausförderung des letzten Erzhuntes der Zinnerzgrube Altenberg. Spuren und Zeugnisse des jahrhundertelangen Bergbaus in der gesamten Region sind noch heute über- wie untertage allgegenwärtig und verdeutlichen eindrucksvoll die Leistungen der Bergleute. Zugleich wird deutlich, dass die Geschichte des Bergbaus in Altenberg 1991 nicht endete, sondern im Rahmen der Nachsorge in ein neues Kapitel überging. Im Verantwortungsbereich der LMBV befinden sich verschiedenste bergbauliche Hinterlassenschaften der ehemaligen Zinnerzgrube Altenberg. Hierzu gehört das Grubengebäude, also das Bergwerk der Zinnerzgrube Altenberg mit der Altenberger Pinge, verschiedene Stollen sowie die Industrielle Absetzanlage (IAA) im Bielatal.
Historie Zinnerz Altenberg
Nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurde der Betrieb Zinnerz Altenberg des ehemaligen VEB Bergbau- und Hüttenkombinats „Albert Funk“ Freiberg ab November 1990 als Zinnerz GmbH Altenberg unter treuhänderische Verwaltung gestellt. Der enorme Preisverfall von Zinn am Weltmarkt in Verbindung mit vergleichsweise hohen Produktionskosten führte dazu, dass der Abbau nicht wirtschaftlich war. Mit der Stilllegung erfolgte die Erarbeitung eines Abschlussbetriebsplans, der am 17.05.1991 dem Sächsischen Oberbergamt zur Zulassung vorgelegt wurde. Dieser bildet auch heute, 35 Jahre nach Stilllegung, noch eine wesentliche Grundlage für die Arbeiten der LMBV am Nachsorgebetrieb Altenberg.
Entwässerungsstollen im Altenberger Revier
Der in Verantwortung der LMBV stehende Wasserlösestollen im Altenberger Revier, Anfang der 1990er Jahre aufgefahren, dient im Wesentlichen der sicheren Ableitung der untertägig zusitzenden Wässer in die Kleine Biela. Ziel ist die Trockenhaltung der ehemaligen Zinnerzgrube und somit das Aufrechterhalten und Gewährleisten der geotechnischen Sicherheit übertage beispielsweise im Bereich der Pinge. Um diese Funktionen dauerhaft zu gewährleisten, müssen neben Kontrollarbeiten regelmäßig Unterhaltungsmaßnahmen durchgeführt werden. Gleiches gilt für alle weiteren Stollen in der Zuständigkeit der LMBV.
Industrielle Absetzanlage Bielatal (IAA)
Die IAA Bielatal gehört heute zum Sanierungsbereich Kali-Spat-Erz der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH. Sie ist eine der größten Absetzanlagen für bergbauliche Aufbereitungsrückstände in Deutschland. Beim Durchdringen der abgelagerten Rückstände der Bielatalhalde reichern sich Niederschlags- und Oberflächenwässer im Wesentlichen mit Eisen und Arsen an und treten als belastete Sickerwässer am Dammfuß aus. Bislang wurden diese direkt in die Kleine Biela abgeschlagen. Um die Einleitkonzentration, insbesondere des Arsens, in die Vorflut zu senken und damit die Gewässergüte gemäß Bewirtschaftungszielen der EU-Wasserrahmenrichtlinie zu verbessern, errichtet die LMBV im unmittelbaren Vorland der IAA Bielatal eine Sickerwasser-Reinigungsanlage. Diese wird die Arsenbelastung der Sickerwässer reduzieren. Der Bau der Sickerwasser-Reinigungsanlage wird voraussichtlich 2028 abgeschlossen sein.
Altenberger Pinge
Die Aufgaben im Bereich der Altenberger Pinge sind im Wesentlichen die Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit sowie die Beobachtung des Bruchgeschehens und der Bewegungen im Einwirkungsbereich. In diesem Jahr steht dazu eine größere Instandsetzung der Umzäunung der Pinge an.
In die Zuständigkeit der LMBV fallen auch einige Denkmäler beispielsweise die Römerschachtruine. Diese müssen durch die LMBV erhalten werden.