Leipzig/Großpösna. Ende April wurde im Störmthaler See erneut eine Bekalkungsmaßnahme durchgeführt. Rund 600 Tonnen Kalksteinmehl wurden dabei in den See eingebracht.
Ziel der Maßnahme ist es, die Gewässerbeschaffenheit nachhaltig zu verbessern und insbesondere den pH-Wert zu stabilisieren. Hintergrund ist die sogenannte Rückversauerung, von der mehrere Tagebaufolgeseen im Leipziger Südraum aufgrund geologischer Gegebenheiten betroffen sind.
Mit der Durchführung der Arbeiten wurde, wie bereits in den Vorjahren, die ABG Anlagen‑, Bau- und Betriebsgesellschaft mbH aus Dresden beauftragt. Als Bekalkungseinheit kam wie zur letzten Bekalkungsmaßnahme im Vorjahr das Schubboot „Nele“ und die Leichter „Michelle“ und „Sarah“ zum Einsatz. Die technische Umsetzung erfolgt über ein bewährtes Verfahren: An Land wird zunächst eine Kalksuspension in einem Container vorgemischt, die anschließend auf die Schiffe verladen und von dort aus großflächig mittels Unterwassereintrag im See verteilt wird.
Hintergrund
Mit dem Ende des Bergbaus und dem anschließenden Wiederanstieg des Grundwassers gelangen weiterhin eisenhaltige und saure Wässer in den See. Dadurch werden Stoffe eingetragen, die eine Versauerung des Gewässers begünstigen. Um dem entgegenzuwirken und stabile, neutrale pH-Verhältnisse zu sichern, wird der See gekalkt. Die regelmäßige Behandlung ist Teil der langfristigen Nachsorge im ehemaligen Tagebaugebiet.
Neben dem Störmthaler See sind auch der Hainer und der Zwenkauer See von Rückversauerung betroffen. Während der Störmthaler See regelmäßig bekalkt wird, erfolgt beim Zwenkauer See eine Stabilisierung durch die Einleitung von alkalisch wirkendem Wasser aus der Weißen Elster. Für den Hainer See wird nach aktuellen Prognosen eine Bekalkung voraussichtlich erst Anfang 2027 erforderlich sein.
Das eingesetzte Kalksteinmehl gilt als unbedenklich für Mensch und Umwelt.


