Senftenberg. Der Zuleiter zum Klinger See wurde in dieser Woche in Betrieb genommen. Mit dem symbolischen Ruf „Wasser marsch!“ begann die kontrollierte Einleitung von Wasser aus der Tranitz in den See bei Jänschwalde.
Über das rund 2,5 Kilometer lange Bauwerk können künftig bis zu einem Kubikmeter Wasser pro Sekunde in den Klinger See eingeleitet werden. Der Zuleiter schafft damit eine wesentliche Voraussetzung für die Flutung des Gewässers. Die Tranitz dient dabei in den Monaten mit Wasserführung als einzige Quelle.
Die Planungen für das Projekt begannen bereits im Jahr 2004 mit der Einreichung der Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren „Herstellung des Klinger Sees”. Der entsprechende Beschluss wurde 2018 erteilt. 2020 starteten die Vorarbeiten mit der Baufeldfreimachung der Zuleitertrasse. Im Jahr 2023 begann der Bau des Zuleiters, der Mitte Februar 2026 mit der wasserrechtlichen Bauabnahme abgeschlossen werden konnte. Trotz der technisch anspruchsvollen Bauweise wurden die veranschlagten Baukosten in Höhe von etwa 4,5 Millionen Euro eingehalten. Größere Schwierigkeiten im Bauverlauf traten nicht auf.
Ein zentrales Element der Baumaßnahme war die im Jahr 2022 verlegte 90 Zentimeter starke und knapp 160 m lange Rohrleitung, die den offenen Zuleitergraben mit dem See verbindet und zugleich dem Schutz der Böschung dient. Mithilfe einer ferngesteuerten Raupe wurde das ca. 35 Tonnen schwere Rohr einschließlich der Beschwerung gegen den Auftrieb präzise auf der dafür vorab hergestellten Rampe verlegt.
Realisiert wurde das Bauwerk von der Oehme GmbH aus Dorfchemnitz. Für die technische Planung war das Ingenieurbüro SWECO GmbH aus Finsterwalde verantwortlich.
Neben der technischen Umsetzung spielte auch der ökologische Aspekt eine wichtige Rolle: In den Wegedurchlässen wurden Otterbermen eingebaut, um Tieren sichere und trockene Querungsmöglichkeiten zu bieten. Für den Erosionsschutz der Böschung kamen zudem rund 33 Kilometer Reisigfaschinen zum Einsatz.
Des Weiteren erhielt das Grabenprofil über die gesamte Länge eine geosynthetische Tondichtungsbahn um Wasserverluste durch Versickern in den Untergrund zu verhindern.
Die Bauweise sowie die Lage des Einleitungsortes, mittig im See, wurden so gewählt, dass eine Kurzschlussströmung zum später geplanten Ableiter verhindert wird und zur Verbesserung der Wasserqualität eine gleichmäßige Durchmischung des Sees gewährleistet ist. Die eingeleiteten Wassermengen werden durch die LMBV erfasst und in der WBLR (Wasserbewirtschaftungszentrale Lausitzer Revier) überwacht.
Mit dem neuen Zuleiter verfügt der Klinger See nun über eine funktionsfähige Anlage zur Flutung.
Weitere Projekte am Klinger See sind Oberflächenverdichtungsmaßnahmen auf der kippenseitigen Uferböschung des Klinger Sees, Rekultivierungsmaßnahmen und der Bau des Ableiters in den nächsten Jahren.


