Senftenberg/Lohsa. Nach erfolgreichem Abschluss der bergmännischen Sicherungsmaßnahmen am Silbersee durch die LMBV und aller behördlichen Prüfungen steht der See pünktlich zur Sommerferiensaison allen Bürgerinnen und Bürgern sowie Gästen der Region wieder zum Erholen, Verweilen und Baden zur Verfügung. Durch die geotechnisch notwendigen Sicherungsmaßnahmen war der See in großen Teilen für die Nutzung gesperrt worden.
Im Silbersee kann zukünftig nicht nur gebadet werden, sondern auch das Befahren der Wasserfläche mit kleinen nichtmotorisierten Booten oder Wassersportgeräten ist im ausgewiesenen Bereich wieder möglich. Die nutzbare Wasserfläche ist durch Bojenketten gekennzeichnet. Der Bereich des Mortkaer Sees sowie der Verbindungskanal dorthin sind aus naturschutzrechtlichen sowie geotechnischen Gründen weiterhin von einer Nutzung ausgeschlossen.
Die Zulassung für den Gemeingebrauch wurde am gestrigen Tag durch den Landkreis veröffentlicht: https://www.landkreis-bautzen.de/download/landrat/Elektronisches_Amtsblatt_262026_vom_01.07.2026.pdf
Lohsaers Bürgermeister Thomas Leberecht, Mitarbeiter des Projektmanagements der LMBV, die neuen Pächter des Campingplatzes am Silbersee und zahlreiche Schüler der Lohsaer Oberschule gaben den Startschuss für die Badesaison. Sie ließen es sich nicht nehmen gemeinsam offiziell anzubaden.
Historie:
Der Silbersee ist ein geflutetes Tagebaurestloch. Das Gewässer entstand durch die Flutung des ehemaligen Tagebaues Werminghoff II, der von 1935 bis 1960 betrieben wurden. 53 Millionen Tonnen Braunkohle wurden hier gefördert. Nach der Stilllegung begann bereits zu DDR-Zeiten die Gestaltung der Bergbaufolgelandschaft. Die einstige Grube diente jedoch hauptsächlich als Brauchwasserspeicher. Das Landschaftsschutzgebiet „Speicherbecken Lohsa“ sollte seit 1957 gleichzeitig zu einem Erholungsgebiet mit Naturschutzbereichen ausgebaut werden. Aus diesem Grund erfolgte am Silbersee eine vielfältige Reliefgestaltung mit kulturfreundlichen Böden. Nicht landwirtschaftlich genutzte Kippen wurden aufgeforstet oder der natürlichen Sukzession überlassen. Die Restlöcher Friedersdorf und Mortka flutete man 1971 planmäßig mit Spreewasser. Nur bestimmte Uferbereiche sind bis heute für die Erholung nutzbar, denn an einigen Stellen drohen Rutschungen. Unterirdische Entwässerungsstrecken hatte man teilweise nicht verfüllt, so dass sie im Laufe der Zeit einbrechen und zu Bergschäden führen könnten. Besonders nachdem es 1971 zu Rutschungen in der Nähe der Ortslage Mortka kam, mussten größere Gebiete gesperrt werden. Da der Mensch diese Areale nicht betreten durfte, konnte sich die Tier- und Pflanzenwelt hier ungestört entwickeln.
Mit dem Ende der Braunkohle-Ära wurden die Wasserhaltungen in den einstigen Tagebauen eingestellt und der Grundwasserspiegel stieg in der Lausitz flächendeckend wieder an, was ein Risiko für Rutschungsereignisse in den Kippenarealen mit sich bringt.
Sicherungsarbeiten am See:
Daraufhin führte die LMBV im Auftrag des Sächsischen Oberbergamtes die geotechnisch notwendigen Sicherungsmaßnahmen durch, um die Uferbereiche am Silbersee zu stabilisieren und eine sichere Nutzung auch in Zukunft zu ermöglichen.
In den Jahren 2012 bis 2016 wurde die setzungsfließgefährdete einstige Abraumkippe im Osten des Silbersees, an der Bahnstrecke Knappenrode-Horka, aufwendig mit einer Tiefenverdichtung gesichert. Die Bahnstrecke wurde für die Sicherungsarbeiten gesperrt. Danach wurde in den Jahren 2020/21 das Gelände des Hochwasserschutzlagers wieder hergestellt und eine Einsetzstelle errichtet.
Zuletzt wurde der Untergrund am Friedersdorfer Strand ab 2024 tiefenverdichtet, sodass in der Saison 2025 bereits ein kleiner Badebereich wieder genutzt werden konnte. Ab der Saison 2026 steht der Silbersee der Allgemeinheit gemäß Genehmigung und den Grenzen des Gemeingebrauches zur Verfügung.




