Senftenberg/Altdöbern. Die geotechnische Sicherung der Ufer am vormaligen Tagebau Greifenhain ist in ihre Endphase gekommen. Am 10. Juni 2026 wurde um 11:30 Uhr symbolisch das letzte Rüttelloch bei Altdöbern bearbeitet. Mit der an einem Seilbagger angehängten Rüttellanze war das gekippte Ufermaterial Schritt für Schritt bis ins Liegende verdichtet worden, um eine geotechnisch sichere Böschung herzustellen.
Am Restloch Greifenhain wurden in den zurückliegenden Jahren mehrere hundert Meter Ufer in verschiedenen Abschnitten i. A. der LMBV durch Sanierungsunternehmen gesichert. Eine besondere Herausforderung war das Umfahren eines noch nicht verdichteten Bereiches eines Rutschungskessels aus dem Jahr 2008, für den die Verdichtungstechnologie angepasst werden musste. Hier erfolgte nun der Lückenschluss zu dem bereits hergestellten versteckten Damm.
Dazu hatte der Sachverständige für Geotechnik ein Raster vorgegeben, in dem die zu verdichtenden Rüttellöcher für einen versteckten Damm gekennzeichnet waren. Durch die Kompaktion mit dem in das Erdreich eingelassenen Rüttler wird das geschüttete Erdreich in diesem Raster verdichtet und eine standsichere Uferlinie hergestellt, die später noch abgeflacht wird.
Gerd Richter, Sanierungsbereichsleiter Lausitz der LMBV, nutzte die Gelegenheit, sich bei den ausführenden Bergbausanierern der ECOSOIL Ost GmbH für die Leistungen zu bedanken. Rund neun Mio. Euro wurden allein für die Arbeiten zur Tiefenverdichtung am Kessel aufgewendet. Der Dank der LMBV ging auch an den Bürgermeister von Altdöbern, Peter Winzer, der stellvertretend für die Einwohner des Ortes, die über viele Jahre die Arbeiten zur bergtechnischen Sicherung vor ihrer Haustür erleben, der Einladung der LMBV gefolgt war.
Weitere Ufersicherungsmaßnahmen an der gegenüberliegenden Halbinsel Pritzen mit Großgeräten und Wasserbausteinen stehen derzeit und in der kommenden Zeit noch an. Hierfür wird der Aufwand rund 14 Mio. Euro betragen. (UST)
Zum Tagebau Greifenhain: Der Tagebau lief von 1936 bis 1994. Seitdem saniert die LMBV die Ufer des hinterlassenen Restloches. Rund 31 km² hatte der Tagebau in Anspruch genommen. Um rund 298 Mio. Tonnen Rohbraunkohle zu fördern, mussten in der Tagebaulaufzeit etwa 1,4 Mrd. Kubikmeter Abraum bewegt werden. Dabei entstanden Hochkippen und aufgefüllte Abbaubereiche, die nun teilweise zu Ufern des künftigen Altdöberner Sees werden. Noch stehen abschließende Sanierungsmaßnahmen zur Uferprofilierung und oberflächennahen Verdichtung bevor.
Mit dem Altdöberner See entsteht ein etwa 1.000 Hektar großes Gewässer, dem derzeit noch etwa 1,80 Meter Wassersäule fehlen (79,62 m NHN) und der momentan eine Ausdehnung von 891 Hektar hat. Mit dann 60,7 Meter im Seetiefsten wird er der zweittiefste Lausitzer Bergbaufolgesee der LMBV sein — nach dem Berzdorfer See mit 72 Metern. Der See wird einmal ein Volumen von rund 294 Mio. Kubikmeter Wasser umfassen. Die Ufer sind fast 33 Kilometer lang. Die Güte des Seewassers ist hervorragend; der pH-Wert liegt im neutralen Bereich bei etwa 8.
Fotos: Christian Horn für LMBV




