Erstes Wasser in den künftigen Bewirtschaftungskanal zum Testen eingeleitet
Senftenberg. Nach der baulichen Fertigstellung des Ableiters Sedlitz konnte der Bergbausanierer LMBV am 23. Juni 2026 den symbolischen Schieber für den ersten Testlauf mit Wasser aus dem Sedlitzer See ziehen. Gerd Richter, Sanierungsbereichsleiter Lausitz, gab dafür das Signal, wenig später wurden die ersten bis zu 80 Liter pro Sekunde Wasser in den Ableiter Sedlitz über einen Bypass eingespeist.
Die LMBV konnte neben den zuständigen Behörden auch die an der Projektierung sowie die am Bau Beteiligten herzlich begrüßen. Auch der Landrat des Landkreises Oberspreewald-Lausitz, Alexander Erbert und Andreas Pfeiffer, Bürgermeister der Stadt Senftenberg, waren der Einladung zum Start des Probebetriebs gefolgt.
Für das Lausitzer Seenland ist der Bau des Ableiters Sedlitz bedeutsam. Gemeinsam mit den bereits vorhandenen Überleitern zwischen den Seen wird künftig ein koordiniertes Wassermanagement möglich sein.
Für die 2.800 Meter lange Gewässerverbindung zwischen Sedlitzer See und Schwarzer Elster, die über Kippengelände führt, waren eine Vielzahl von Vorarbeiten nötig. Die Rütteldruckverdichtung einer Trasse in den Ausmaßen von 250 Länge, 60 Meter Breite und bis zu 40 Meter Teufe konnte dabei in den Jahren 2018 und 2019 realisiert werden. Dabei wurden 600.000 m³ Kippenboden verdichtet.
In einem weiteren Bauabschnitt wurden mittels Rüttelstopfverdichtung zwischen 2019 und 2021 etwa 4.560 verdichtete Säulen in den Untergrund auf 1.200 Meter Länge, 60 Meter Breite und einer Teufe von 25 Meter eingebracht. Der Ausbau des Gerinnes des Ableiters folgte in den Jahren 2022 bis 2026 auf einer Länge von 2.800 m. Dieses Gerinne hat eine Sohlbreite von sieben Metern. Die Böschungen wurden in einem Verhältnis von 1:2 hergestellt, um eine Abflussmenge von bis zu drei m³/s bei Mittelwasserverhältnissen zu bewältigen zu können. Die Fertigstellung konnte im Juni 2026 erreicht werden.
Im Rahmen der Bergbausanierung sind für den Ableiter Sedlitz seit 2013 rund 55,3 Mio. € aufgewendet worden, einschließlich der vorlaufenden Verdichtung des Kippenbodens. Mit dem Bauwerk erfolgt die Anbindung von später acht hydraulisch miteinander verbundenen Bergbaufolgeseen mit künftig rund 5.600 Hektar Wasserfläche an das Gewässernetz: Dazu zählen zunächst der Großräschener See, der Sedlitzer See, der Geierswalder See und Partwitzer See. Später kommen noch der Neuwieser See, der Spreetaler See, der Sabrodter See und der Blunoer Südsee dazu. (UST)
Der nun gestartete Probebetrieb ist in Abstimmung mit LfU und dem LBGR in zwei Phasen unterteilt. In der ersten Phase folgen nach einer Nullmessung der relevanten Grundwassermessstellen entlang des Ableiters weitere sechs Arbeitsschritte:
- Schritt 1 (23.06.2026): Füllen des Gerinnes über Wassergüteleitung an der Wehranlage bis Wasserstand Schwarze Elster am 23./24.06.26: Verharrungszustand und Kontrolle der Böschungen des Gerinnes nach ca. 24 Stunden
- 06.2026: Rückbau Fangedamm am Sielbauwerk (danach stellt sich im gesamten Neubaugerinne Wasserstand der Schwarzen Elster ein)
- Schritt 2 (26.06.2026): Inbetriebnahme Wassergütemessung und Überprüfung Messwerte
- Schritt 3 (30.06.2026): Beginn Untersuchung Leistungsfähigkeit Gerinne mit begleitenden Messungen
- Schritt 4: Inbetriebnahme Laufzeitdifferenzenverfahren und Pegel Messstrecke sowie Überprüfung Wassermengenermittlung
- Schritt 5: Schrittweise Erhöhung Durchfluss bis max. 0,5 m³/s inkl. Messungen
- Schritt 6: wenn Schritte 1 – 5 erfolgreich, Entscheidung Probebetriebskommission über Rückbau Spundwand am Pumpwerk Rainitza
In der Probebetriebsphase 2 folgen weitere Aufgabenschritte:
- Schritt: Schließen des Sielbauwerkes und kontrolliertes Füllen des Gerinnes über Wehranlage bis max. + 101,00 m NHN, anschließend Verharrungszustand und Kontrolle der Gerinneböschungen nach mind. 24 Stunden
- Schritt: Entleerung des Gerinnes durch schrittweises Öffnen des Sielbauwerkes
- Schritt: Weiterführung der Untersuchung der hydraulischen Leistungsfähigkeit der Wehranlage, schrittweise Erhöhung der Durchflüsse bis max. 3,0 m³/s, begleitende Messungen
- Schritt: Beginn ses vorläufigen Betriebs nach Abschluss aller Untersuchungen
- Schritt: Abschluss des Probebetriebs mit Berichterstattung und Freigabe durch OWB und LBGR
Hintergrund: Der Ableiterbau hat eine lange Vorgeschichte.
Das Bauprojekt bestand aus mehreren Bauabschnitten mit verschiedenen Teilaufgaben:
- temporäre Umverlegung der Rainitza und Abbruch des Rainitza-Gerinnes
- Vorbereitung und Verdichtung der vorgesehenen Trasse
- Bau eines Wehrs als Auslaufbauwerk Sedlitzer See
- Errichtung eines Sielbauwerks als Hochwasserschutzanlage und Anbindung an die Schwarze Elster
- Herstellung des Ableiterprofils mit temporärer Bauwasserhaltung
- Bau eines Trogbauwerks unter der B96
- Herstellung einer Wildbrücke
- Bau eines sandgeschlemmten Wirtschaftswegs
- Anbindung der Rainitza an den Ableiter und Rückbau der umverlegten Rainitza
Fotos: Dr. Uwe Steinhuber | Gernot Menzel | Christian Horn






