Leipzig/Schelditz. Der Steuerungs- und Budgetausschuss für die Braunkohlesanierung (StuBA) als zentrales Entscheidungsgremium der Braunkohlesanierung trägt die übergeordnete Verantwortung für die Planung, Steuerung und Finanzierung der Sanierungsmaßnahmen in den ehemaligen Braunkohlegebieten. Einmal im Jahr schauen sich die Mitglieder einige Sanierungsvorhaben der LMBV vor Ort an. Dieses Jahr führte die Befahrung in den Freistaat Thüringens.
Erste Station war das Schnittstellenprojekt Schelditz, wo durch das ehemalige Teerverarbeitungswerk Rositz der Boden und das Grundwasser verunreinigt wurden. Die LMBV ist hier nur eine der handelnden Akteure und kümmert sich um Gefahrenabwehrmaßnahmen im Zusammenhang mit dem bergbaubedingten Grundwasserwiederanstieg. Über ein umfangreiches Monitoring wird die Verbreitung der Schadstoffe kontinuierlich überwacht. Nach der Auswertung eines umfangreichen Pumpversuches wird derzeit die Modellierung überarbeitet, um den ausstehenden Sanierungsbedarf beurteilen zu können.
Anschließend fuhren die rund 30 Teilnehmer zum Restlochkomplex Zechau, das aus drei Restlöchern besteht. Eine Pumpstation im Restloch I hält den Wasserspiegel auf einem konstanten Niveau, um eine Vernässung in umliegenden, bewohnten Gebieten zu vermeiden. Die Pumpstation muss altersbedingt in den kommenden Jahren erneuert werden. Sanierungsbedarf besteht daneben nur noch an der Kohleböschung, an der es in der Vergangenheit wiederholt zu Bränden kam. Eine Abdeckung mit Erde und Pflanzenbewuchs wurde zweimal aufgebracht, ist aufgrund der starken Böschungsneigung jedoch erodiert. Deshalb wird als eine der letzten Sanierungsaufgaben die Böschung abgeflacht und anschließend begrünt.
Nach einer kurzen Pause führte die Route zur Feststoffkippe Rusendorf mit dem gleichnamigen Restloch. Das Restloch Rusendorf wurde jahrzehntelang durch die MIBRAG zur Ascheeinspülung genutzt, bis 2013 das Kraftwerk Mumsdorf außer Betrieb genommen wurde. Die LMBV hat beim TLUBN die Einordnung des Restlochs Rusendorf als Bestandsgewässer beantragt, eine Entscheidung dazu ist für Juni 2026 avisiert. Die Feststoffkippe, auch Hyzetkippe genannt, grenzt südwestlich an das Restloch Rusendorf. Die Kippe ist fertig saniert und wird von der LMBV unterhalten.
Den Abschluss der halbtägigen Befahrung für die Mitglieder der StuBA bildete ein Stopp am Haselbacher See. Der Wasserstand wird aktuell durch die Einleitung von jährlich 3 bis 3,5 Millionen Kubikmeter Sümpfungswasser der MIBRAG gewährleistet. Infolge des vorzeitigen Kohleausstieges wird aus dieser Quelle nach 2030 kein Stützungswasser mehr zur Verfügung stehen. In der Folge ist ein natürliches Absinken des Wasserspiegels, in der Spitze um mehrere Meter, prognostiziert. Aufgrund des großräumigen zu erwartenden Grundwasserwiederanstieges kehrt sich dieser zu einem späteren Zeitpunkt um. Zu dieser Entwicklung und dem Umgang damit befindet sich die LMBV derzeit in Abstimmungen mit den anliegenden Gemeinden.
In seiner Sitzung am Folgetag, dem 17. Juni 2026, beraten die Vertreter aus Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen über die eingereichten Anträge und Projekte und genehmigen diese bei Vorliegen der Voraussetzungen. (KEM)
Fotos: Christian Kortüm für LMBV



