LMBV: Bericht zur Infoveranstaltung am 4. August 2026 in Meuselwitz
Leipzig/Meuselwitz. Auf großes Interesse stieß die gemeinsame Informationsveranstaltung der LMBV mit der Stadtverwaltung, dem Landkreisamt und dem TLUBN zum Kohlebrand im Restloch Rusendorf bei Meuselwitz. Rund 500 Menschen füllten am 4. August 2026 die Tribünen der Schnaudertalhalle. In teils detaillierten Beschreibungen schilderten sie ihre aktuellen Belastungen, trugen ihre Sorgen vor und stellten Forderungen insbesondere nach deutlich verbesserten Informationen zu Luftschadstoffen.
Den Fragen der Bürgerinnen und Bürger stellten sich neben der LMBV auch Vertreter des Landratsamtes, der Stadt Meuselwitz und des Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN). Der Kern der Kritik richtete sich gegen den Freistaat Thüringen, den Landkreis, die Stadt und die Behörden, einige Redner warfen ihnen „Untätigkeit“ vor.
Bernd Sablotny, Sprecher der Geschäftsführung der LMBV, ließ keinen Zweifel an der bergrechtlichen Verantwortung seines Unternehmens für das Restloch Rusendorf. Zur Bekämpfung des Brandes stellte er ein dreistufiges Vorgehen vor. In einem ersten Schritt gehe es um die Eindämmung des Brandes. Dazu wurden Brandschneisen hergestellt, Grabenschlitze um die Fläche gezogen und ein Schlauch- und Sprinklersystem installiert. Zudem werde die Fläche mit Drohnen überwacht und ein Vor-Ort-Team von Einsatzkräften und Feuerwehrleuten installiert.
Schritt 2 verfolgt das Ziel, den Brand temporär zu beseitigen und die Rauch- und Geruchsbelastungen für die Bevölkerung zu reduzieren. Dazu sollen über Löschbrunnen und eine ca. 4 Kilometer lange Löschwasserleitung vom Restloch Zipsendorf große Wassermengen zur Brandstelle gebracht werden, um den Brand zu löschen. Der Bau von Brunnen und Leitung wird voraussichtlich im November abgeschlossen sein, die Flutung der Brandstelle soll spätestens im Januar beginnen.
Zur abschließenden Brandbeseitigung sieht Schritt 3 vor, die brennende Fläche etwa 2 Meter hoch mit Erde abzudecken und damit die Sauerstoffzufuhr endgültig zu stoppen. Dazu müssten vielfältige Voraussetzungen geschaffen werden, unter anderem eine standfeste Zuwegung für Materialtransporte. Für diese abschließende Maßnahme veranschlagt die LMBV 2 bis 4 Jahre.
„Wir arbeiten mit großer Anstrengung an der schnellstmöglichen Umsetzung der Maßnahmen“, versicherte Sablotny. Es werde keine Verzögerungen durch aufwendige Genehmigungsverfahren geben, bestätigten die Vertreter der Ämter und des TLUBN.
Dass sie mindestens bis zum Jahreswechsel mit dem aktuellen Zustand leben sollen, wollten viele Bürgerinnen und Bürger nicht hinnehmen. Warum muss das so lange dauern, fragten sie voller Sorge um ihre Gesundheit. Wo sei der Katstrophen- und Bevölkerungsschutz? Wann würden endlich die gefährlichen Luftschadstoffe gemessen und wo seien die Ergebnisse dann einsehbar? Vielfach wurden klare Ansprechpartner gefordert, denen man ebenso gesundheitliche Probleme wie materielle Belastungen bzw. Vermögensschäden vortragen könne. Viele Fragen könne die LMBV gar nicht beantworten, fungiere aber als einziger Ansprechpartner.
Soweit möglich beantworteten Vertreter des kreislichen Gesundheits- und Umweltamtes die Fragen des Publikums – allerdings nicht zur Zufriedenheit der Anwohner. Für alle bergbaulichen Belange stand Bernd Sablotny ausführlich Rede und Antwort. Die LMBV werde über Neuigkeiten und Maßnahmen schnell und transparent informieren. Dazu sei eigens eine gesonderte Internetseite freigeschaltet worden. Dort ist unter anderem ein Fragen- und Antworten-Katalog zu finden, der fortlaufend ergänzt wird. (MF)
Kohletrübebecken im Restloch Rusendorf
Das heutige Kohletrübebecken entstand im Wesentlichen während des Betriebs der Brikettfabrik Phönix. Dort fielen seit 1906 bei der Brikettherstellung im Nassbetrieb große Mengen an Kohletrübe an. Dieses Gemisch aus Wasser, Kohlenstaub und Kohlepartikeln wurde über Jahrzehnte hinweg in das Becken eingespült, wo sich die Feststoffe über viele Jahre ablagerten.
Ein benachbarter Bereich des ehemaligen Absetzbeckens, der sich im Verantwortungsbereich der MIBRAG befindet, wurde bereits dauerhaft gesichert. Dort liegen die kohlehaltigen Ablagerungen tiefer und wurden zusätzlich mit Ascheeinspülungen aus dem Kraftwerksbetrieb Mumsdorf überdeckt. Diese Abdeckung verhindert den Sauerstoffzutritt und reduziert das Risiko einer Selbstentzündung.
Hintergrund zum Brand
Am 27. Juni 2026 kam es zwischen Meuselwitz, Mumsdorf und Falkenhain zu einem Großbrand auf einer stillgelegten Fläche des ehemaligen Tagebaus Rusendorf. Betroffen ist das Kohletrübebecken I, das sich in bergrechtlicher Zuständigkeit der LMBV befindet. Nachdem der oberflächliche Vegetationsbrand weitgehend gelöscht worden war, ging die Verantwortung für das Areal am 3. Juli 2026 von der Feuerwehr auf die LMBV über.
Weiterführende Links
Informationsseite zum Kohlebrand Meuselwitz
LMBV-Präsentation zum Kohlebrand Meuselwitz (04.08.2026)
Fotos: Kathrin Falke und Uwe Steinhuber für LMBV



