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Bestandserfassung an der Wasserkugel Deutzen

Bestandserfassung an der Wasserkugel Deutzen

Deut­zen. Die Pla­nung für die wei­te­re Ent­wick­lung der his­to­ri­schen Was­ser­ku­gel in Deut­zen wird von der Lau­sit­zer und Mit­tel­deut­schen Berg­bau-Ver­wal­tungs­ge­sell­schaft (LMBV) wei­ter vor­an­ge­trie­ben. Auf­grund neu­er Erkennt­nis­se zur Bau­sub­stanz und einer fest­ge­stell­ten Blei­be­las­tung der Beschich­tung ist die Vor­be­rei­tung der Demon­ta­ge umfang­rei­cher als ursprüng­lich vor­ge­se­hen. Mit einem Bau­be­ginn wird frü­hes­tens Ende 2028 gerech­net.

Blei­be­las­te­te Beschich­tung erfor­dert auf­wen­di­ges Ver­fah­ren

Im Janu­ar 2024 ergab eine Unter­su­chung, dass die Beschich­tung des Stahl­fach­werk­ge­rüsts der Was­ser­ku­gel mit Blei belas­tet ist. Um eine Kon­ta­mi­na­ti­on mit der Umwelt zu ver­mei­den, muss der belas­te­te Lack unter beson­de­ren Schutz­maß­nah­men ent­fernt wer­den.

Dafür wer­den die ein­zel­nen Seg­men­te der Was­ser­ku­gel abge­tra­gen, luft­dicht ein­ge­haust und unter kon­trol­lier­ten Bedin­gun­gen abge­strahlt. Die Arbei­ten erfol­gen in einem sepa­ra­ten Arbeits­be­reich unter Beach­tung der Tech­ni­schen Regeln für Gefahr­stof­fe. Das Ver­fah­ren ist ent­spre­chend kom­plex und zeit­auf­wen­dig. Die Pla­nung und die Aus­schrei­bung müs­sen dem­entspre­chend ange­passt und über­ar­bei­tet wer­den.

Prü­fung einer mög­li­chen Nach­nut­zung

Anfang 2025 gab es eine kon­kre­te Anfra­ge eines Inter­es­sen­ten, der die Was­ser­ku­gel nach­nut­zen und wie­der in Betrieb neh­men woll­te. Vor­aus­set­zung dafür wäre eine Ver­set­zung des Bau­werks an einen ande­ren Stand­ort gewe­sen.

Die zustän­di­ge Denk­mal­schutz­be­hör­de hat­te jedoch Beden­ken gegen eine Orts­ver­än­de­rung sowie eine opti­sche Ver­än­de­rung der Was­ser­ku­gel und die Anfra­ge abge­lehnt. Die Prü­fung die­ser Nach­nut­zungs­op­ti­on hat die Pla­nung der LMBV um etwa ein wei­te­res Jahr ver­zö­gert.

Das Ziel, die Was­ser­ku­gel zu einem spä­te­ren Zeit­punkt an einen Drit­ten zu über­tra­gen, wird den­noch wei­ter­hin ver­folgt. Gesprä­che mit Inter­es­sen­ten haben bereits statt­ge­fun­den, bis­lang jedoch ohne kon­kre­tes Ergeb­nis.

Umfang­rei­che Bestands­er­fas­sung als Grund­la­ge für die wei­te­re Pla­nung

Im Ver­lauf der Pla­nung wur­de deut­lich, dass die vor­han­de­nen Unter­su­chungs­be­rich­te und die bis­he­ri­gen Kennt­nis­se über die Was­ser­ku­gel nicht aus­reich­ten, um eine ver­läss­li­che Aus­schrei­bung und einen siche­ren Ablauf der Demon­ta­ge zu gewähr­leis­ten. Ins­be­son­de­re konn­te nicht aus­rei­chend detail­liert geplant wer­den, wie das Bau­werk abge­baut wer­den kann, ohne einen unkon­trol­lier­ten Ein­sturz zu ris­kie­ren. Daher war eine umfas­sen­de Bestands­er­fas­sung und ‑ver­mes­sung erfor­der­lich. Auf Grund­la­ge der neu­en Erkennt­nis­se wird die bis­he­ri­ge Pla­nung ent­spre­chend über­ar­bei­tet, um eine siche­re und man­gel­freie Aus­füh­rung zu ermög­li­chen. Dadurch ist auch eine erneu­te Bean­tra­gung der Finan­zie­rung erfor­der­lich.

Im Zuge des­sen wur­den Anfang August 2026 eine detail­lier­te­re Bestands­er­fas­sung und ‑ver­mes­sung des gesam­ten Bau­werks durch­ge­führt. Dabei waren Bau­werks­prü­fer sowie Seil­zug­tech­ni­ker zur hän­di­schen Ver­mes­sung und Begut­ach­tung von Rost­stel­len im Ein­satz. Für die Arbei­ten wur­den zudem Droh­nen, Hebe­büh­nen und Kran­tech­nik ein­ge­setzt. Die hier gewon­ne­nen Erkennt­nis­se bil­den die Grund­la­ge für die wei­te­re Pla­nung.

Die berg­recht­li­chen und denk­mal­schutz­recht­li­chen Geneh­mi­gun­gen lie­gen vor. Wei­te­re Geneh­mi­gun­gen ste­hen der­zeit nicht aus. Soll­ten sich im Zuge der wei­te­ren Pla­nung Ände­run­gen erge­ben, wer­den die­se mit der zustän­di­gen Denk­mal­schutz­be­hör­de abge­stimmt.

His­to­ri­sches Bau­werk mit beson­de­ren Anfor­de­run­gen

Die Was­ser­ku­gel Deut­zen ist ein his­to­ri­sches Bau­werk der Fir­ma August Klön­ne. Die fei­ne Stahl­kon­struk­ti­on erfor­dert eine inten­si­ve und genaue Pla­nung, um Schä­den an der Bau­sub­stanz zu ver­mei­den und eine Kon­ta­mi­na­ti­on der Umwelt durch den mit Blei belas­te­ten Lack zu ver­hin­dern. Die durch­ge­führ­te Bestands­er­fas­sung und ‑ver­mes­sung schaf­fen dafür die not­wen­di­ge Grund­la­ge. 

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Die Was­ser­ku­gel wur­de 1925 erbaut und 1938 nach Deut­zen ver­setzt. Sie ist ein weit­hin sicht­ba­res Indus­trie­denk­mal und ein letz­tes Relikt der dama­li­gen Bri­kett­fa­brik.

Fotos: LMBV/Kathrin Fal­ke

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