150 Gäste besuchten die Baustelle am Knappensee
Koblenz/Senftenberg. Das Sächsische Oberbergamt (OBA Sachsen), die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV), die Gemeinde Lohsa, der Zweckverband Lausitzer Seenland Sachsen sowie die bauausführenden Unternehmen der Sanierungsleistungen informierten am 19. September 2026 zum aktuellen Stand der Sicherungsarbeiten am Knappensee.
An der Zufahrt zum ehemaligen Campingplatz empfingen die Veranstalter rund 150 interessierte Gäste. In regelmäßigen Führungen erhielten die Besucher Informationen zur Umverlegung des Koblenzer Grabens im Rahmen der Sanierung des 2021 entstandenen Rutschungskessels, aber auch zur Technologie der Rütteldruckverdichtung.
Hintergrund: Seit dem 1. Mai 2014 ist der Knappensee für die Allgemeinheit auf Grundlage einer Allgemeinverfügung des Sächsischen Oberbergamtes gesperrt. Ein Sperrbereich musste eingerichtet werden, der von der Öffentlichkeit weder befahren noch betreten werden darf. Denn die Böschungen am Knappensee bestehen zum großen Teil aus locker gelagerten Kippen, die ungesichert sind und durch den Wiederanstieg des Grundwassers nach dem Bergbau gefährlich sind.
Das Sächsische Oberbergamt als zuständige Polizeibehörde beauftragte die LMBV mit der Durchführung notwendiger Sanierungsaufgaben am Knappensee. Diese Gefahrenabwehrmaßnahmen begannen im Jahr 2014. Ziel ist die Herstellung dauerstandsicherer Böschungen und Hinterlandbereiche, um vorhandene Gefahren für Leben, Gesundheit und Eigentum zu beseitigen. Ziel ist es, den Knappensee nach Sanierungsende wieder zu öffnen und der Region ein sicheres und gut entwickeltes Gewässer für Tourismus und Naherholung zu übergeben.
Wie gefährlich die locker gelagerten Kippen sind, zeigte ein Setzungsfließen im März 2021, das sich an einem besonders sensiblen Kippenareal ereignete. Rund 1 Million Tonnen Bodenmassen rutschten in den See und erzeugten auf dem gegenüberliegenden Ufer eine hohe Schwallwelle, die zu Schäden an Gebäuden führte. Ein Rutschungskessel entstand, der durch Gutachter bewertet wurde. Nach allen Auswertungen konnte 2022 das Sanierungskonzept für diesen Bereich festgelegt werden.
Die angrenzenden Sanierungsabschnitte am See waren von der Rutschung glücklicherweise nicht betroffen. So konnten in den Jahren 2022/2023 ein Großteil der Sicherungsarbeiten entsprechend der Planungen abgeschlossen werden. Rund 5.000 Meter versteckte Dämme wurden mithilfe der Rütteldruckverdichtung hergestellt, die die Kippen um den See stabilisieren. Seit 2014 wurden rund 65.000 Rüttelpunkte bearbeitet.
Mit dem Abschluss der Arbeiten am Westufer konnte auch der Sperrbereich verkleinert und bis an das Ufer verlegt werden. Der Radweg zwischen Maukendorf und Groß Särchen wurde 2023 wiederhergestellt und konnte der Öffentlichkeit zurückgegeben werden. Groß Särchen erhielt darüber hinaus eine neue Radwegebrücke über das Schwarzwasser.
Das Ufer im Bereich des Koblenzer Grabens wurde bis 2024 verdichtet und wird als Baustellenzufahrt für die Sicherung des Rutschungskessels verwendet. Nach Abschluss der Sicherungsarbeiten wird der Koblenzer Graben wieder zurück in sein ursprüngliches Flussbett verlegt.
Die eigentliche Sicherung des Rutschungskessels geht voran. Die Vorschüttung für wurde zügig hergestellt. Derzeit wird mithilfe seeseitiger, später mit landseitiger Rütteldruckverdichtung ein versteckter Damm vor dem Rutschungskessel errichtet. Anschließend wird der Rutschungskessel verfüllt. Die Sicherung und Verfüllung des Rutschungskessels wird noch bis Anfang der 2030er Jahre dauern.
Die Inseln im Knappensee bleiben ungesichert und sind dadurch setzungsfließgefährdet. Zum Schutz des Groß Särchener Badestrandes wird an der vorgelagerten kleinen Insel ein Schutzkörper in Form eines künstlichen Dammes aus Wasserbausteinen errichtet. Ca. 300 Meter lang wird dieser Schutzdamm. Er soll die Energie einer möglichen Schwallwelle aufnehmen, welche durch einen Böschungsabbruch im Bereich der Inseln ausgelöst werden könnte. Die Bauzeit ist für die Jahre 2027 und 2028 eingeplant.


