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Einschränkungen am Speicher Lohsa II vermindern die Leistungsfähigkeit des wichtigen Wasserspeichers

Wasserstand und damit das Speichervolumen muss in den kommenden Jahren wegen Sanierungsarbeiten und Brutvogelschutz begrenzt werden

Senf­ten­berg. In den nächs­ten Jah­ren wird es auf­grund von Sanie­rungs­ar­bei­ten der LMBV am Spei­cher­be­cken Loh­sa II zu Ein­schrän­kun­gen des Spei­cher­ver­mö­gens kom­men.

Da das Spei­cher­sys­tem aus ehe­ma­li­gen Braun­koh­len­ta­ge­bau­en ent­stan­den ist, bestehen die Ufer­be­rei­che und Unter­was­ser­bö­schun­gen teil­wei­se aus locke­rem, geschüt­te­tem Mate­ri­al, an dem es zu Böschungs­rut­schun­gen kom­men kann. Um Kip­pen­ma­te­ri­al, das im Jahr 2019 vor das Aus­lauf­bau­werk gerutscht ist, zu ent­fer­nen und die Stand­si­cher­heit der Rest­loch­bö­schung zu unter­su­chen, muss der Was­ser­stand und damit das Spei­cher­vo­lu­men in den kom­men­den Jah­ren begrenzt wer­den.

Nach Abschluss der Sanie­rung soll das nutz­ba­re Spei­cher­vo­lu­men auf rund 72 Mil­lio­nen Kubik­me­ter wach­sen.

Aber auch nach der Sanie­rung blei­ben Ein­schrän­kun­gen für die Spei­cher­be­wirt­schaf­tung bestehen. In den abfluss­stär­ke­ren Win­ter­mo­na­ten darf das Spei­cher­sys­tem jeweils nur bis zum 15. April eines jeden Jah­res gefüllt wer­den. Danach ist ein wei­te­rer Was­ser­spie­gel­an­stieg wegen Auf­la­gen zum Schutz von Brut­vö­geln nicht mehr zuläs­sig. LMBV und Behör­den wol­len gemein­sam prü­fen, ob und wie sich die­se Ein­schrän­kung ange­sichts der her­aus­ra­gen­den Bedeu­tung des Was­ser­spei­chers für das Spree­ge­biet so modi­fi­zie­ren lässt, dass der Spei­cher mög­lichst opti­mal genutzt wer­den kann.

Speicherbecken Lohsa II Dichtwand Trasse 20250919 SR 0275
Spei­cher­be­cken Loh­sa II

Hin­ter­grund:

Das Was­ser­spei­cher­sys­tem Loh­sa II ist ein län­der­über­grei­fen­des Was­ser­wirt­schafts-Pro­jekt der LMBV für Sach­sen, Bran­den­burg und Ber­lin.

Es besteht aus den drei mit­ein­an­der ver­bun­de­nen Spei­cher­be­cken Loh­sa II (Loh­saer See), Drei­wei­bern (Drei­wei­ber­ner See) und Burg­ham­mer (Bern­stein­see), die aus ehe­ma­li­gen Rest­lö­chern von Braun­koh­len­ta­ge­bau­en ent­stan­den sind. Im Gegen­satz zu einer Viel­zahl ande­rer tou­ris­tisch nutz­ba­rer Berg­bau­fol­ge­seen im Lau­sit­zer Seen­land haben die­se drei Spei­cher­be­cken vor­ran­gig eine was­ser­wirt­schaft­li­che Funk­ti­on. Das Spei­cher­sys­tem dient der Nied­rig­was­ser­auf­hö­hung der Spree, schützt damit den Spree­wald und stützt den Was­ser­haus­halt Ber­lins.

Der nahe­lie­gen­de Fluss Klei­ne Spree dient der Ablei­tung von Was­ser aus dem Was­ser­spei­cher­sys­tem Loh­sa II. Der Aus­bau der Klei­nen Spree von Burg­ham­mer bis Spree­witz ist inzwi­schen erfolg­reich abge­schlos­sen. Die Aus­bau­stre­cke umfass­te eine Län­ge von rund 5,4 Kilo­me­tern. Durch die Ver­brei­te­rung und Neu­pro­fi­lie­rung des Gewäs­sers konn­te die Durch­fluss­ka­pa­zi­tät von bis­lang rund 1,5 auf bis zu 7 Kubik­me­ter pro Sekun­de erhöht wer­den. Die Gesamt­kos­ten die­ser Maß­nah­me belie­fen sich auf rund 5,5 Mil­lio­nen Euro. Die höhe­re Leis­tungs­fä­hig­keit der Klei­nen Spree ermög­licht eine effek­ti­ve Spei­cher­be­wirt­schaf­tung. Künf­tig kann deut­lich mehr Was­ser gezielt aus dem Spei­cher­sys­tem in die Spree gelei­tet wer­den.

Auf­grund der noch zu leis­ten­den Sanie­rungs­ar­bei­ten ist das zen­tra­le Becken Loh­sa II für die Was­ser­re­gu­lie­rung tem­po­rär nur ein­ge­schränkt nutz­bar. Nach einer ers­ten Sanie­rung durch die LMBV und umfang­rei­chen Funk­ti­ons­tests inklu­si­ve der Bekal­kung zur Neu­tra­li­sie­rung des sau­ren Spei­cher­was­sers ging das Sys­tem Loh­sa II 2015 in Betrieb. Das Gesamt­sys­tem umfasst der­zeit ein nutz­ba­res Spei­cher­vo­lu­men von rund 44 Mil­lio­nen Kubik­me­tern. (UST)

Fotos: LMBV

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