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Brandereignis Meuselwitz – LMBV plant dauerhafte Abdeckung

Leipzig/Meuselwitz. Die Arbei­ten zur Brand­be­kämp­fung am Rest­loch Rusen­dorf bei Meu­sel­witz dau­ern an. Der Schwer­punkt liegt wei­ter­hin dar­auf, den unter­ir­di­schen Schwel­brand ein­zu­däm­men und anschlie­ßend den betrof­fe­nen Bereich dau­er­haft zu sichern.

Die größ­ten Her­aus­for­de­run­gen blei­ben die ein­ge­schränk­te Was­ser­ver­füg­bar­keit sowie der Umstand, dass die Brand­flä­che auf­grund ihrer Beschaf­fen­heit nicht betre­ten wer­den kann.

Obers­tes Ziel bleibt, eine Aus­brei­tung des Bran­des auf angren­zen­de Wald- und Vege­ta­ti­ons­flä­chen zu ver­hin­dern. Des­halb wur­de die Brand­schutz­schnei­se um den Brand her­um auf 30 Meter ver­brei­tert. Die Rand­be­rei­che wer­den wei­ter­hin mit Hil­fe des Spren­k­ler­sys­tems bewäs­sert. Es erfolgt eine per­ma­nen­te Brand­über­wa­chung sowie täg­li­che Droh­nen­be­flie­gun­gen.

Ober­fläch­li­che Benet­zung als Vor­be­rei­tung für dau­er­haf­te Abde­ckung

Zur Bekämp­fung des unter­ir­di­schen Bran­des soll das Koh­le­trü­be­be­cken zunächst gezielt ober­fläch­lich benetzt wer­den. Hier­für wer­den in einem ers­ten Schritt rund 200.000 Kubik­me­ter Was­ser aus dem Rest­loch Zip­sen­dorf benö­tigt.

Anschlie­ßend soll der Brand­be­reich dau­er­haft mit einer etwa zwei Meter mäch­ti­gen Erd­schicht abge­deckt wer­den, um dem Schwel­brand die Sau­er­stoff­zu­fuhr abzu­schnei­den. Die Auf­er­dung erfolgt aus­schließ­lich auf der aktu­ell vom Brand betrof­fe­nen Flä­che. Das übri­ge Are­al des Rest­lochs bleibt unan­ge­tas­tet und benö­tigt nach der­zei­ti­gem Kennt­nis­stand kei­ne wei­te­ren Siche­rungs- bzw. Sanie­rungs­maß­nah­men. Auch der Rusen­dor­fer See ist von den geplan­ten Arbei­ten nicht betrof­fen.

Bis zur end­gül­ti­gen Fer­tig­stel­lung der dau­er­haf­ten Abde­ckung rech­net die LMBV der­zeit mit einem Zeit­raum von rund drei Jah­ren. Die Arbei­ten dazu sol­len begin­nen, sobald es das Brand­ge­sche­hen zulässt.

Zwei Rohr­lei­tun­gen und Lösch­brun­nen in Vor­be­rei­tung

Für die Ober­flä­chen­be­net­zung des Brand­be­rei­ches berei­tet die LMBV den Bau von zwei pro­vi­so­ri­schen Rohr­lei­tun­gen vom Rest­loch Zip­sen­dorf bis zum Koh­le­trü­be­be­cken über eine Stre­cke von rund vier Kilo­me­tern vor.

Inzwi­schen haben sämt­li­che betrof­fe­ne Grund­stücks­ei­gen­tü­mer ihre Zustim­mung erteilt, sodass die Lei­tun­gen auf ihren Flä­chen ver­legt wer­den kön­nen. Der­zeit wer­den geeig­ne­te Unter­neh­men ange­fragt, die die­se Maß­nah­me zeit­nah aus­füh­ren kön­nen.

Par­al­lel plant die LMBV die Errich­tung von zwei Brun­nen auf dem Are­al des Rest­lochs Rusen­dorf. Die Brun­nen sol­len jeweils bis in eine Tie­fe von rund 55 Metern rei­chen und eine För­der­leis­tung von etwa 200 bis 300 Litern pro Minu­te errei­chen. Damit soll lang­fris­tig eine zusätz­li­che Was­ser­ver­sor­gung sicher­ge­stellt wer­den, ohne das öffent­li­che Trink­was­ser­netz zu belas­ten.

Täg­li­che Maß­nah­men zur Brand­be­kämp­fung

Bis zur Umset­zung der lang­fris­ti­gen Siche­rungs­maß­nah­men lau­fen die Arbei­ten zur Brand­be­kämp­fung kon­ti­nu­ier­lich wei­ter. Dazu gehö­ren:

  • Betrieb des vor­han­de­nen Schlauch- und Sprink­ler­sys­tems mit Was­ser aus dem öffent­li­chen Ver­sor­gungs­netz sowie des­sen lau­fen­de Anpas­sung an die jewei­li­ge Brand­si­tua­ti­on,
  • täg­li­che Droh­nen­be­flie­gun­gen mit Wär­me­bild­tech­nik,
  • regel­mä­ßi­ge Kon­troll­gän­ge und Bestrei­fun­gen des Gelän­des,
  • Luft­mes­sun­gen sowohl direkt am Brand­herd als auch in den Ort­schaf­ten ent­lang der jewei­li­gen Rauch­fah­ne,
  • Befül­lung der umlau­fen­den Gra­ben­schlit­ze und Vor­hal­te­be­häl­ter sowie Flä­chen­be­wäs­se­rung mit mobi­ler Tech­nik,
  • Erwei­te­rung der umlau­fen­den Brand­schutz­schnei­se ein­schließ­lich Beräu­mung, Stub­ben­ro­dung und Mul­ch­ar­bei­ten.

Luft­mes­sun­gen unauf­fäl­lig

Der Rauch ver­ur­sacht wei­ter­hin erheb­li­che Geruchs­be­läs­ti­gun­gen in der Umge­bung. Luft­mes­sun­gen wer­den regel­mä­ßig direkt am Brand­herd sowie im Umkreis durch­ge­führt. Im Rah­men der Luft­ana­ly­sen wer­den die Kon­zen­tra­tio­nen von Koh­len­mon­oxid, Sau­er­stoff, Koh­len­stoff­di­oxid, Methan und Schwe­fel­was­ser­stoff erfasst. Da die Rauch­fah­ne zeit­wei­se in Rich­tung Bün­au­ro­da zog, wur­den dort eben­falls Mes­sun­gen vor­ge­nom­men. 

Die Prü­fung der gemes­se­nen Wer­te erfolgt anhand der für den Arbeits­schutz maß­geb­li­chen Beur­tei­lungs­maß­stä­be für die ein­ge­setz­ten Beschäf­tig­ten vor Ort. Ergän­zend ver­weist die LMBV auf die Mel­dung der Zen­tra­len Leit­stel­le Gera. Die­se ist bei KATWARN als sicher­heits­re­le­van­te Infor­ma­ti­on ohne direk­te Gefähr­dung ein­ge­stuft. Vor­sorg­lich wird dort emp­foh­len, Fens­ter und Türen geschlos­sen zu hal­ten sowie Kli­ma- und Lüf­tungs­an­la­gen abzu­schal­ten. Unab­hän­gig davon arbei­tet die LMBV dar­an, die Rauch­ent­wick­lung mit den beschrie­be­nen Maß­nah­men zu redu­zie­ren.

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Die betrof­fe­ne Flä­che umfasst etwa acht Hekt­ar. Durch im Boden befind­li­che Koh­le­res­te ent­fa­chen sich immer wie­der neue Brand­nes­ter. (Foto: LMBV/Christian Kor­tüm)

Koh­le­trü­be­be­cken im Rest­loch Rusen­dorf

Das heu­ti­ge Koh­le­trü­be­be­cken ent­stand im Wesent­li­chen wäh­rend des Betriebs der Bri­kett­fa­brik Phö­nix. Dort fie­len bei der Bri­kett­her­stel­lung im Nass­be­trieb gro­ße Men­gen an Koh­le­trü­be an. Die­ses Gemisch aus Was­ser, Koh­len­staub und Koh­le­par­ti­keln wur­de über Jahr­zehn­te hin­weg in das Becken ein­ge­spült, wo sich die Fest­stof­fe über vie­le Jah­re abla­ger­ten.

Ein benach­bar­ter Bereich des ehe­ma­li­gen Absetz­be­ckens, der sich im Ver­ant­wor­tungs­be­reich der MIBRAG befin­det, wur­de bereits dau­er­haft gesi­chert. Dort lie­gen die koh­le­hal­ti­gen Abla­ge­run­gen tie­fer und wur­den zusätz­lich mit Asche­ein­spü­lun­gen aus dem Kraft­werks­be­trieb Mums­dorf über­deckt. Die­se Abde­ckung ver­hin­dert den Sau­er­stoff­zu­tritt und redu­ziert das Risi­ko einer Selbst­ent­zün­dung.

Hin­ter­grund zum Brand

Am 27. Juni 2026 kam es zwi­schen Meu­sel­witz, Mums­dorf und Fal­ken­hain zu einem Groß­brand auf einer still­ge­leg­ten Flä­che des ehe­ma­li­gen Tage­baus Rusen­dorf. Betrof­fen ist das Koh­le­trü­be­be­cken I, das sich in berg­recht­li­cher Zustän­dig­keit der LMBV befin­det. Nach­dem der ober­fläch­li­che Vege­ta­ti­ons­brand weit­ge­hend gelöscht wor­den war, ging die Ver­ant­wor­tung für das Are­al am 3. Juli 2026 von der Feu­er­wehr auf die LMBV über.

Foto: LMBV/Christian Kor­tüm

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