Erfahrungsaustausch zwischen LMBV und Vattenfall am SFG VB 130 an Dichtwandbaustelle bei Lieske

Senftenberg. Eine neue unterirdische Dichtwand bei Lieske soll das Lausitzer Seenland und den Braunkohletagebau Welzow-Süd vor dem an- bzw. abströmenden Grundwasser schützen. Vattenfall Europe hatte Ende 2010 mit dem Bau einer Schlitzwand nördlich der Bundesstraße B 156 zwischen Lieske und dem sächsischen Bluno begonnen. Mitarbeiter der LMBV machten sich kürzlich bei einem Erfahrungsaustausch mit der angewendeten Technologie vertraut. Abteilungsleiter Ingolf Arnold und Steiger Edgar Wittek informierten die Bergbausanierer, dass ein Großteil der Sperrschicht aus einem Ton-Wasser-Gemisch bis 2022 fertig gestellt werden und dann eine Länge von ca. 10,6 Kilometer und Rekordtiefen von 95 bis 120 Meter erreicht haben soll. An zwei Stellen wird die Trasse die Landesgrenze zwischen Brandenburg und Sachsen kreuzen. Der erste Abschnitt ist 4,2 Kilometer lang und soll bis 2012 geschafft sein. Das speziell entwickelte Schlitzfräsgerät SFG VB 130, ein 229 Tonnen schweres Schlitzfrässpezialbagger, arbeitet sich pro Tag bis zu sechs Meter vorwärts. Die Maschine fräst zuerst einen tiefen Schlitz in die Erde, anschließend wird das flüssige Tongemisch eingespült. Nach dem Abtrocknen führt dies zum Abdichten der beiden Ränder. Die Dichtwand ermögliche es, die südlich gelegenen Bergbauseen auch während der Braunkohleförderung im Tagebau Welzow-Süd zu fluten. Im Lausitzer Kohlerevier gibt es bereits mehrere unterirdische Dichtwände. So wurde Vattenfall zufolge von 1983 bis 1993 eine 5,5 Kilometer lange Schutzwand an der Neißegrenze zu Polen entlang des heutigen Berzdorfer Sees errichtet. Der Bau einer 10,7 Kilometer langen Dichtwand am Tagebau Jänschwalde dauerte von 1979 bis 2009. Zwischen 1993 und 2007 entstand zudem eine 7,1 Kilometer lange Dichtwand am Tagebau Cottbus-Nord. Weitere Dichtwände seien am Entstehen, so am Tagebau Reichwalde in Sachsen.

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