Keine Nachnutzung für Deutzener Wasserkugel in Sicht – Tauziehen um notwendigen Abriss geht weiter

Leipzig/Deutzen. Die Deutzener Wasserkugel wurde einst als einer der letzten Wasserhochbehälter in Stahlskelettbauweise von der Dortmunder Firma August Klönne gefertigt, die dieser Konstruktion auch den Beinamen „Klönne-Behälter" gab. Die Firma Klönne hatte schon 1903 bis1904 ebenfalls den noch heute bekannten Groitzscher Wasserturm errichtet. Die Spezialistin für Wasserhochbehälter baute 1908 auch das Fördergerüst des Petersenschachtes des Kaliwerks Glückauf in Sondershausen auf, heute Sitz der GVV, einer Tochtergesellschaft der LMBV. 1925 wurde die über 58 Meter hohe Wasserkugel zunächst in Gräfenhainichen aufgestellt und dann 1938 nach Deutzen umgesetzt, wo sie in den Betrieb der Brikettfabrik „Kraft II“  integriert wurde. Das Fassungsvermögen der Kugel soll 200 Kubikmeter betragen haben. Der LMBV-Antrag zum Abriss des historischen Deutzener Bauwerkes war zuerst an das Landratsamt Leipzig gegangen. Dieser wurde unter Verweis auf den bestehenden Denkmalstatus im nächsten Schritt abgelehnt. Auch der LMBV-Widerspruch wurde durch die Landesdirektion Leipzig inzwischen zurückgewiesen. Jetzt klagt die LMBV dagegen. Als Eigentümerin hatte sie einen Abrissantrag für die Wasserkugel einreichen müssen, da weder der Verkauf gelang noch belastbare Nachnutzungspläne erkennbar waren. Das Landratsamt hatte den Abbruch nicht genehmigt, da „eine Aberkennung der Denkmalseigenschaft durch das Landesamt für Denkmalspflege Sachsen für die Wasserkugel in Deutzen“  nicht zur Disposition stehe. Dem Abbruchbegehren wurde auf Grund der Bedeutung des Objektes nicht zugestimmt, teilte eine Behörden-Sprecherin mit. Wie das Klageverfahren um den Abriss des Turmes wegen der Sinnhaftigkeit der andauernden Unterhaltungskosten durch die endliche LMBV ausgeht, ist offen.

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